1842 / 169 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

egen 73 Stimmen beschlossen, die Erlassung des ens auszusetzen.

Die Hof⸗Zeitung berichtet, daß der Hannoversche Ge⸗ sandte, Graf Kielmannsegge, gestern eine Audienz bei der Koͤnigin ehabt habe, um ihr ein Schreiben des Koͤnigs von Hannover zu Man glaubt, daß dasselbe die Heirath des Kronprin⸗ zen mit der Prinzessin Alexandrine Maria von Sachsen⸗Altenbur welcher die Koͤnigin dieser Tage ihre, den Haus⸗Gesetzen gem

erforderliche Zustimmung ertheilt hat.

2 London, 14. Juni.

auf mit 170 Wahl⸗Ausschrei

uͤberreichen.

Die Proclamation, welche die muͤnzen des Landes wegen angeblicher Leichtigkeit einzuziehen befahl, hat große Verwirrung, und am wenigsten vermoͤgen, bedeutende seit Monaten hatte sich, vornehmlich durch die Zeitungen, der Glaube beim Publikum festgesetzt, die Sovereigns seyen nicht nur durch kuͤnstliche Mittel abgerieben, sondern auch viele derselben durchloͤchert und die Loͤcher mit gemeinem Metall ausgefuͤllt. Nun hat sich nach der Erklaͤru angebliche Durchloͤcherung eine

erade bei den Klassen, die es erluste herbeigefuͤhrt. Schon

der Regierung erwiesen, daß die abel war, und daß die Erleichte⸗ rung durch Abreiben bei all den vielen tausend Goldstuͤcken, die bereits bei der Bank eingegangen, im Durchschnitt nicht mehr als den Werth von 3 Pce. am Sovereign betraͤgt. Da es nun vorzuͤglich auch die alten Sovereigns, namentlich die aus der Zeit Georg's III. sind, welche zu leicht befunden worden, so laͤßt es sich leicht er⸗ klaͤren, daß dies durch den gewoͤhnlichen Umlauf und ohne Absicht Auch ist die Regierung jetzt auf Mittel bedacht, den Verlust auf den Staat und nicht auf die Einzelnen zu werfen, welche die Goldmuͤnzen eben in Haͤnden haben.

Dies waͤre nicht mehr als billig, und die Regierung hat um so mehr dafuͤr zu sorgen, daß nicht Unzufriedenheit unter den nie⸗ deren und Mittelklassen aufkomme, da sie sich ohnedies, wenn einmal die Einkommen⸗Steuer in Gang kommt, auf viele Opposi⸗ tion gefaßt machen muß; besonders da es sich in den Debatten uͤber die einzelnen Punkte des Tarifs immer mehr ausgewiesen der Kosten der Lebensbeduͤrfnisse, welche Sir R. Peel anfangs so zuversichtlich als Ersatz fuͤr die neue Steuer verheißen hat, nicht stattfinden wird. Die Karrika⸗ tur⸗Zeichner, welche oft ein zuverlaͤssigeres Zeugniß von dem Stand der oͤffentlichen Meinung geben, als selbst die Zeitungen, sind in So schreitet Peel in einem Blatte des Londoner Charivari, Punch genannt, als Jason einher und saͤet aus einer mit „Einkommen⸗Steuer“ uͤberschriebenen Tasche den neuen Tarif als Drachenzaͤhne, und diese gehen hinter ihm als geruͤstete Krieger auf, unter welchen Lord Russell, Labouchère und Baring nicht zu verkennen sind.

Gestern Abend sprach Peel aufs neue seine Hoffnung aus, gewisser Zoͤlle andere Nationen

geschehen seyn Eonnte.

hat, daß die Verminderung

dieser Beziehung bereits thaͤtig.

daß er durch die Beibehaltung ihrerseits zur Herabsetzung von Zöͤllen vermoͤgen wuͤrde. wunderte sich besonders, daß er dabei wieder Frankreich nannte, welches doch so offenbar in einem entgegengesetzten System fest⸗ erannt ist, und wo kein Ministerium, ohne die groͤßte Gefahr seine Existenz, einen billigen Handels⸗Vertrag mit England Peel ist indessen entschlossen, wenigstens Mit Brasilien mag es ihm und deswegen laͤßt man sich es wohl gern gesallen, die Abgabe von Kaffee noch 8 Pence vom Pfund bleibe. jeder Weintrinker bedauert, daß mit so wenig Hoffnung, etwas Franzoͤsischen Weine beinahe verboten bleiben, und wir uns an die hitzigen, ungesunden Spanischen und Portugiesischen Weine Vielleicht koͤnnte bei dieser Gelegenheit der Deut⸗ sche Zoll⸗Verein einschreiten und einen Handels⸗Vertrag mit Eng⸗ land abschließen, der fuͤr beide Seiten vom hoͤchsten Vortheil seyn

e eingehen koͤnnen. den Versuch zu machen.

daß fuͤrs erste

durch die durch den hohen Zo

halten muͤssen.

Dr. Arnold, der beruͤhmte Rektor am Gymnasium zu Rugby und seit kurzem Professor der Geschichte zu Oxford, starb letzten Sonntag nach einem Krankheits⸗Anfall von wenigen Stun⸗ den, im 52sten Jahre seines Alters. einen schwer zu ersetzenden Verlust. Er vereinigte mit einer aus⸗ gezeichneten philologischen Gelehrsamkeit (wie sein Thucydides und seine nach Niebuhr gearbeitete Geschichte von Rom, so weit sie erschienen, beweisen), die ausgebreitetste Kenntniß der neueren Sprachen und Literaturen; und eine ungeheuchelte Froͤmmigkeit, worin das Christenthum als ein verklaͤrtes Leben erschien, mit einer Liberalitaͤt in Religion und Politik, wie man sie selten Er hatte sich die Riesen⸗Aufgabe gesetzt, einer aus 500 Knaben bestehenden Schule einen christlichen Charakter zu geben, und es gelang ihm, wenn man das Christen⸗ thum nur nicht in Kopfhaͤngerei, sondern in einen erhoͤhten Rechts⸗ und Wahrheitssinn, in Liebe und Vertraͤglichkeit, maͤnnliche Be⸗ harrlichkeit bei allen Studien und Pflichtgefuͤhl setzen will. den Universitaͤten zeichneten sich die jungen Leute von Rugby vor Allen aus, nicht blos durch ihr vortreffliches Betragen, sondern durch ihre großen Kenntnisse, die sie, wo sie nur immer als Konkurrenten auftraten,

In ihm erleidet England

bei Englischen Geistlichen findet.

zu Siegern machten. durch seine Liberalitaͤt in Oxford viele Feinde man verargte ihm besonders, daß er einmal vorschlug, man solle von christlichen Sekten, um sie fuͤr Mitglieder der kennen, nicht mehr fordern, als das Bekenntniß des apostolischen Aber sein vortreffliches Wirken hatte allmaͤlig alle Feindschaft uͤberwunden; seine Aufnahme, als er als Professor der Geschichte dort auftrat, war von der schmeichelhaftesten Art. und Jung draͤngte sich, ihn zu sehen und zu hoͤren, und die we⸗ nigen Vorlesungen, die er noch zu geben Gelegenheit gehabt, schie⸗ nen durch ihre weise Maͤßigung bei den etwas engbruͤsti⸗ gen Orfordern die heilsamsten Eindruͤcke zu machen. ist al schoͤne Wirken unterbrochen, und ich wuͤßte mich in diesem Augenblick Niemanden zu erinnern, der ihn zu ersetzen

Niederlande.

Haag, 15. Juni.

Entwurf, zur vorlaͤufi s Ertrages der Ostind rterung von de

Arnold hatte

irche zu er⸗

Aus dem waͤhnte Gesetz Verwendung de zweitaͤgiger Erd staaten mit 45 gegen 6

Der bereits mehrfach er⸗ . e.

gen Bestimmung uͤber die

ischen Kolonieen, ist nach

n der zweiten Kammer der General⸗

Stimmen verworfen worden.

Se. Maäjestaͤt der Koͤnig hat inzug in Mastricht, und zwar Er wurde mit be empfangen, wie im vo⸗ Niemand abgehalten, welcher die Straßen im 55 nicht mehr, eise der R. durs

C Mastricht, 14. Juni. gestern Abend um acht Uhr seinen den zweiten seit seiner Thronbesteigu derselben Begeisterung und derselben rigen Jahre, und die erstickende Hitze Zeuge des Einzugs zu seyn. 1 offenen Wagen durchfuhr und die dich huldreich gruͤßte, zeigte sich nach dem Din den Anstrengungen einer mehrtaͤgigen R Heut fruh empfing Se. Majestaͤt die Civil⸗ und Milltai den, besuchte die vor einiger Zeit angekaufte Domaine Vessartel hm das Diner bei dem Civil⸗

ouverneur ein.

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wohnte der Koͤnig einem von dem Stadtrath veranstalteten Thé dansant bei und ließ sich saͤmmtliche anwesende Damen vorstellen.

Der Konig scheint besonders erfreut zu seyn uͤber die Einig⸗ keit, welche jetzt unter der Bevoͤlkerung des Herzogthums Limburg herrscht. Nirgends ist der Gedanke der berüͤhmten 24 Artikel so vollstaͤndig und einmuͤthig ausgefuͤhrt worden, wie in dem Herzog⸗ thum Limburg; alle die verschiedenen Schattirungen scheinen sich zu einer einzigen verschmolzen zu haben, und die Bewohner be⸗ dauern nichts mehr, als daß sie nicht in demselben Verhaͤltnisse zu ihrem S8agg. stehen, wie das Großherzogthum Luxemburg! Der Kdonig ist in der Nacht wieder von hier abgereist, um uͤber Roermonde nach Holland zuruͤckzukehren.

Brüssel, 16. Juni. Der Koͤnig hat die Herren Quetelet (Direktor der Sternwarte), Devaux (Ober⸗Vergwerks⸗Ingenieur) und Lamarle (Professor) zu Mitgliedern einer Kommission er⸗ nannt, die mit Herausgabe der Annales des travaux publies un⸗ ter der Direction des Ministers der oͤffentlichen Arbeiten, beauf⸗ tragt wird.

Deutsche Bundesstaaten.

Freiburg (Breisgau), 15. Juni. So eben wird von der Kanzel der Metropolitan⸗Kirche dem versammelten Volke das Ergebniß der erzbischöͤflichen Wahl verkuͤndet. Das Domkapitel hat mit Stimmeneinhelligkeit den Weihbischof und Domdekan, bisherigen Verweser des Erzbisthums, Herrn Dr. Herrmann von Vicari, zum Erzbischof und Metroͤpoliten der Oberrheini⸗ schen Kirchen⸗Provinz erwaͤhlt.

Hamburg, 18. Juni. (Hamb. N. Z.) Die Buͤrgerschaft hat in ihrem Konvente vom 16. Juni die vorgeschlagene, an die Stelle der Grundsteuer tretende jaͤhrliche außerordentliche Feuer⸗ Kassen⸗Zulage von 1 pCt. von der jetzigen Versicherungs⸗Summe abgelehnt. Es erschien ihr eine Vertheilung nach dem vorgeschla⸗ genen Modus mit gutem Grund als eine dem wirklichen Werth der Grundstuͤcke nicht entsprechende und deshalb ungleiche und nicht gerechte, denn wenn z. B. das Taxat des verbrennlichen Werths eines Hauses in der Rosenstraße oder sogar in einem Gange oder Hofe mit dem eines Hauses im alten oder neuen Jungfernstieg uͤbereinstimmt, so wuͤrden beide gleiche Lasten tragen, waͤhrend der Werth des letzteren Hauses den des ersteren wahrscheinlich um mehr als das Doppelte uͤber⸗ trifft. Ein Vertheilungs⸗Modus der Auflage zur Deckung der Zinsen der Anleihe ist aber leicht herzustellen, wenn man zu dem taxirten Feuer⸗Kassenwerth, den unverbrennlichen (den durch die Lage bedingten Grundwerth) hinzuzieht. Der Grundwerth waͤre durch die Taxation beeidigter Makler zu ermit⸗ teln; es steht aber Nichts im Wege, daß man nicht die bereits vorhandene in den Feuer⸗Kassen⸗Vuͤchern aufgenommene Taxation dieses Grundwerths bei der Vertheilung der Auflage zu Grunde legt. Dieser auf den verbrennlichen und den Grundwerth zugleich beruhende Vertheilungs⸗Modus waͤre gerechter als der vorgeschla⸗ gene, und braͤchte keinen der vielen ÜUebeistände mit sich, welche z. B. eine Vertheilung nach dem durch den Mieths⸗Ertrag zu er⸗ mittelnden Nutzwerth der Gebaͤude haͤtte. —*

In dem ersten von der Unterstuͤtzungs⸗Kommission des Se⸗ nats bekannt gemachten Verzeichnisse von Beitraͤgen befindet sich ein seltsamer Hrucs⸗ oder Schreibfehler, der fast in alle Deutsche Zeitungen uͤbergegangen. Es ist naͤmlich unter den Geschenkgebern fuͤrstlichen Standes auch ein Landgraf Gottfried von Hohenstein mit einem Beitrage von 300 Mark aufgefuͤhrt. Die Grafen oder Landgrafen von Hohenstein, denen diese im ehemaligen Ober⸗Saͤch⸗ sischen Kreise gelegene Grafschaft gehoͤrte, sind jedoch bereits seit dem Jahre 1609 ausgestorben. Obiger Beitrag von 300 Mark ist durch den Fabrikanten Gottfried Landgraf zu Hohenstein, einem Staͤdtchen im Saͤchsischen Erzgebirge, eingesandt, und dies hat zu der seltsamen Meldung Anlaß gegeben. 14““

Oesterreich.

Pesth, 10. Juni. (A. Z.) Gestern erlebten wir eine ziem⸗ lich ernste Schneider⸗-Emeute. Die hiesigen Schneider⸗Gesellen, etwa 1600 an der Zahl, hatten hinsichtlich ihrer sogenannten Spital⸗ Kasse einige Differenzen mit den Zunftvorstehern. Sie verlangten einen Rechnungs⸗Ausweis, und da man diesen ihnen nicht gewaͤhrte, so stellten viele die Arbeit ein, rotteten sich zusammen und zogen in Masse ins Freie. Gestern Nachmittags wurden einige Pikets Kavallerie hinaus beordert und gegen Abend wurden etwa 40 In⸗ dividuen gefangen eingebracht und in das provisorische Rathhaus abgeliefert. In der Nacht versammelte sich aber eine große Anzahl Menschen, meist Schneidergesellen und Lehrbuben, vor dem Rathhaus, die Auslieferung der Gefangenen fordernd; da dieses Ansinnen natuͤr⸗ lich nicht gewaͤhrt wurde, wurde Gewalt versucht, man berannte das Thor und ein gewaltiger Steinhagel schlug alle Fenster des Hauses und die Straßen⸗Laternen ein. Einige Abtheilungen Kavallerie besetzten das Rathhaus, und da der Unfug auf der Srraße noch kein Ende nahm, reinigten sie den Platz und die umliegenden Straßen von dem Gesindel, wobei es ohne einige Verwundungen von beiden Seiten nicht ablief, da auch gegen das Militair Steine geschleu⸗ dert wurden. Aber noch heute ist der Platz vor dem Rathhause (eigentlich dem Gebaͤude der Septemviraltafel, das jetzt wegen des Umbaues des alten Rathhauses provisorisch zum Rathhaus dient) mit Menschen angefuͤllt, und da es heißt, daß auch die Schuster⸗ gesellen, deren es hier uͤber 3000 giebt, aͤhnliche Absichten haben sollen, so ist man so ziemlich auf einige weitere Exzesse dieser Art gefaßt, obwohl Alles ohne ernstliche Folgen ablaufen uͤrfte. WEITön 1“

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Genf, 9. Juni. (A. Z.) So eben wird durch Trommel⸗ schlag die Annahme der neuen Verfassung proklamirt. Von 11,586 Waͤhlern stimmten 5427. Kann die Vergleichung der Zahl derer, die stimmten, mit jener, die nicht stimmten, von dem politischen Geist der Genfer auch keine sehr hohe Meinung erwecken, so wuͤrde man sich doch täͤuschen, wenn man daraus den Schluß ziehen wollte, die Verfassung von 1814 habe eine staͤrkere Garantie in dem Volksgeist gehabt, als die neue. Denn bei einer Bevölkerung von 36,000 Einwohnern wurde eit von 2444 angenommen und von 334 verworfen, waͤhrend die Verfassung von 1842 bei einer Einwohnerschaft von 58,460 Seelen 4844 Stimmen fuͤr und nur 530 gegen sich hat. Die Wahl des großen und des kleinen Raths wird nun unverweilt vor sich gehen, und es steht zu er⸗ warten, daß sich An dieser die Waͤhler in weit groͤßerer Zahl ein⸗ finden werden. lle Parteien hoffen ihr Heil von diesen beiden Gewalten, je nachdem es ihnen gelingt, sie mit ihren Maͤnnern zu besetzen.

Luzern, 8. Juni. Der Regierungs⸗Rath des katholischen Vororts Luzern hat folgende Instruction fuͤr die naͤchste Tagsatzung beschlossen: 8 8

„Die Gesandtschaft wird beauftragt, auf der Wiedereinsetzung aller unterm 13. Januar 1841 aufgehobenen Aargauischen Klöͤster in u dringen und zu allen Maßregeln zu agsatzungs⸗Beschlusse ollziehung zu ver⸗

ihre bundesgemaͤßen Rechte stimmen, welche diesem Artikel, so wie dem vom 2. April 1841 von bundeswegen unbedingte net sind. Die Gesandtschaft wird jedenfalls, wenn keine Wiederherstellung aller Klöster si⸗ die Verletzung des Status quo des Kloster⸗Ver Regierung von Aargau durch Verkau Liegenschaften sich aussprechen, die da lich erklaͤren, und darauf antragen, daß eine Wiederherstellun Zustandes, wie er vor dem 2. April 1841 bestanden, sofort beschlossen und vollzogen werde. Falls wider alles Erwarten eine Mehrheit der Kantone gegen Wiederberstellung saͤmmtlicher Kldster sich ausspricht, wird die Gesandtschaft sich jeder weiteren Theilnahme an den Be⸗ rathungen und Abstimmungen uͤber diese Angelegenheit enthalten, uͤbrigens die verletzten Rechte des Bundes, der katholischen Bevolke⸗ und der Kloͤster in dem Sinne feierlich verwahren, daß es kei⸗ ehrheit von Standesstimmen zustehen koͤnne, einem Artikel des rsprechende Beschluͤsse zu fassen, und daß solche Verbindlichkeit haben. Sie wird mit den Gesandt⸗ schaften der Staͤnde, welche fuͤr Aufrechthaltung des Bundesvertrags gestimmt haben, uüͤber das Weitere sich besprechen und durch ein Mit⸗ glied der Gesandtschaft sofort Bericht erstatten und uns die ferneren Maßnahmen vorbehalten, welche ein den Bundesvertrag aufloͤsen⸗ der Beschluß der Tagsatzun ist beauftragt, einen unparte Katholiken durch eidgenoͤssische Vermittler an . rechten Beschwerden durch Gewaͤhrung der erforderlichen Garantieen r ihre konfessionellen Rechte auf dem Wege eines Vertrags zwischen eiden Religionstheilen, welcher die Garantie der Eidgenossenschaft w Die Gesandtschaft hat zu erkläͤren, daß be⸗ vor eine die Ruhe und Sicherbeit im Kanton durch Sicherung der konfessionellen Rechte vermittelst konfessioneller Trennung verbuͤrgende egeben sey, Luzern die eidgenbssische Garantie fuͤr antons Aargau auszusprechen nicht Instruction wird wahrscheinlich nicht nur die des Standes Luzern, sondern auch der Ur walden und Zug werden. i.

ergeben sollte, g ens von Seiten von den Kloͤstern zu erigen Verkaͤufe als w

Bundesvertrags wide Beschluͤsse keine

machen wüͤrde. chen Untersuch aller Beschwerden der utragen und deren ge⸗

erhalten soll, abzuhelfen.

die neue Staats⸗ im Falle sey.“ ri, i ger

Spanien.

Man kann dem General Rodil ch mit der Bildung des neuen Ministe⸗ riums uͤbereile. Darum darf man jedoch keinesweges behaupten, daß die Zoͤgerung, mit welcher er zu Werke geht, dazu dienen nur die mäßigsten Erwartungen zufriedenstellen⸗ or Allem geht aus den bisher gethanen Schritten hervor, daß bei der Zusammensetzung des Ka⸗ der Coalition, durch die das Ministerium und die man als dessen natuͤrliche Nach⸗ folger betrachtete, durchaus keine Ruͤcksicht genommen werden soll. Zwar berief Rodil vorgestern den Deputirten Cantero, einen vertrauten Freund Olozaga's, zu sich, um . sterium anzubieten; dies geschah jedoch offenbar nur, weil der eine abschlaͤgige Antwort zu erhal⸗ eneral Rodil vorzuͤglich u stellen beabsich⸗ eer seines eigenen

O Mazdbrid, 8. nicht vorwerfen, daß er

werde, einen au den Ausgang herbeizufuͤhren.

binets auf die Mitglieder Gonzalez gestüͤrzt wurde,

ihm das Finanz⸗Mini⸗

berzeugt war, Der Regent soll uͤbrigens den deshalb an die Spitze des neuen Ministeriums tigen, weil er in ihm einen blinden Vollstre Willens erblickt und uͤberzeugt ist, durch ihn diesen seinen Willen im Kabinet geltend machen zu koͤnnen, ohne daß doch die Verant⸗ wortlichkeit auf Jemand anders als den Minister zurmuͤckfalle. Gestern Abend hieß es, das Ministerium waͤre folgenderma ßen zusammengesetzt worden: Rodil, Kriegs⸗Minister und Praͤsi⸗ dent; Graf Almodovar (Praͤsident des Senats), Minister der aus waͤrtigen Angelegenheiten, welche Stelle er au dizabal eine kurze Zeit lang bekleidete; der Senator Capaz, der Vorsitzende des Kriegsgerichts, welches den General Don Diego Leon und andere bei den Oktober⸗Ereignissen Betheiligte zum Tode verurtheilte, Marine⸗Minister; der Senator Landero, Justiz⸗Mini ster; Gomez de la Serna, ein Freund der gestuͤrzten Minister, Minister des Innern, und der Direktor des Schatzes, Ferraz, Finanz⸗Minister. 8 Diese Combination wuͤrde offenbar die Anspruͤche der Coallsir⸗ ten voͤllig unbefriedigt lassen, da sie keine der genannten Personen mit Ausnahme des Generals Rodil hnen dem Kongreß angehoͤrt. 1 scheint auch auf Widerstand gefaßt zu seyn und mentern von der Nord⸗Armee befohlen haben, Bis zur Ankunft dieser der amtlichen Ernennung

1836 unter Men

zu ihrer Partei zaͤhlen und selbst, keine von i Der Regent soll einigen Regi schleunigst auf

adrid zu marschiren. Truppen, so 1 schiren

heißt es, wird m der neuen Minister zoöͤgern. .

Dagegen be politisches Vermäaͤ ihren Gunsten stimmten Olozaga reichte, Ministerium auftrat, seine E am Franzoͤsischen Hofe ein.

chaͤftigen sich die gestürzten Minister damit, ihr chtniß abzufassen, und den Deputirten, welche zu „eintraͤgliche Stellen zu ertheilen. Herr r letzten Zeit entschieden gegen das vom Gesandtschaftsposte

m, wie verlautet, nunmehr

als er in de

s FTürkei. Konstantinopel, (Malta Times.) Es sind ute Nachrichten aus Persien eingegangen. Der Schach verhielt ch vollkommen neutral und sandte keine Truppen in der Richtung nach Herat ab, um die Afghanen gegen die Britisch⸗Indische R gierung zu unterstuͤtzen.

Die Tscherkessen behaupten, daß sie im letzten Winter nich viel durch die Russen gelitten haben; doch geben sie zu, daß da Fort Subashi, welches ihnen einige ihrer tuͤchtigsten Krieger kostet, Die großen Ruͤstungen der Ruüssen sind

ff der Griechischen Frage machen

Die Nachrichten aus Syrien lauten guͤnstig und alle B sorgnisse wegen dieser Provinz sind verschwu sich der Divan eifrig mit den Mitteln zur der Ruhe daselbst. Am 24sten statt, dem die Großwuͤrdentraͤger des werden die fremden Gesandten aufge Landhause des Ministers der au finden, um sich mit ihm uͤber S dern, daß diese Frage auf zwischen der Pforte und i

Aegypten.

drien, 26. Mai. (Journal de Smyrne). Der sser gefuͤllt und offen. Der Markte bringen orgte vor kurzem gen Europaͤlschen

ihnen entrissen worden. ihnen bekannt.

Die Unterhandlungen in Betre keine Fortschritte.

nden; doch beschaͤftigt dauernden Erhaltung ib ein Minister⸗Conseil Reichs beiwohnten und heute fordert werden, sich in dem Angelegenheiten einzu⸗ yrien zu berathen und zu verhin⸗

* Weise zu Mißverstaͤndnissen hren Verbuͤndeten Anlaß gebe.

fand dieserha

irgend eine

wieder mit Wa ch seine Produkte Es fehlt ihm sehr an Geld und er eine bedeutende Summe von den hier ansaͤssi Kaufleuten. Seine Truppen haben den Sold fuͤr 23 Monate zu E61525 daher große Unzufriedenheit unter ihnen.

Kanal Mahmudieh ist a wird nun au

alt ,.“““ iti.

d-bPp„, RMai. (B. H.) Ich schrieb Ih⸗ Port au Prince, aber 299¼ von 85

nen gestern per Paket; ob un da wir gestern aus der Umgegend Hayt 6 ich aiche diese Stadt durch das Erd⸗ Haytien abgeht, werscht erhielten, daß diese Sta des Caps die Nachr 29 „0 Grunde gegangen ist. Ich me . beben vom 7ten d. 9 unr am besagten Tage attgefundene starke Ihnen gestern das 29. nur in geringerem Maße hatten und des⸗ Erdbeben, das wir der Insel liegt. 2n Cap Haytien brach en Ursache im No wodurch ein ganzes Stadtviertel eingeaͤschert

zugleich Feuer aus, vlhst soll wie weggefegt und ganz vernichtet 28 4 % hingehen. Die schlimmste Bestaͤti⸗

. 2 ist der Umstand, daß gar keine Nachricht di⸗ Lap k.

wurde.

mt, noch irgend ein Augenzeuge den Zustand 4 ½ Man . 8 soll nur ein Haus stehen geblie⸗ der Stade w” wenigstens zwei Drittheile der Bevoͤlkerung unter 8 begraben liegen. Im Suͤden ist das Erdbeben we⸗

e nach der groͤßeren Distance vom Cap, gespuͤrt worden.

bei einer solchen Katastrophe in Geschaͤften gar nichts um⸗ foͤnnen Sie denken. Nach dem großen Erdbeben am 7ten,

1⅛ bis 2 Minuten unausgesetzt dauerte, waren die Stoͤße stark, daß man kaum auf den VBeinen stehen bleiben und haben wir bis diese Nacht fortwaͤhrend kleine Stoße gehabt. Die steinernen Haͤuser sind alle mehr oder weniger be⸗

bzaͤdigt; wir haben es der elenden Bauart unserer sehr

biegsamen Baracken zu danken, daß nicht Alles uͤber den vena⸗ gefallen ist. Die Leute schlafen fast alle auf den Straßen, und bei jedem Stoß stuͤrzt Alles auf die Knie. Dieser Zustand dauert nun schon fuͤnf Tage. Sie koͤnnen sich das Gefuͤhl der Unruhe denken, worin selbst die .v Maͤn⸗ ner schweben; die Weiber liegen uͤberall in Kraͤmpfen und Ohn⸗ machten. Man glaubt, daß wir es jetzt uͤberstanden haben, da die Stoͤße immer schwaͤcher werden. Unsere Freunde im Cap sind wohl alle Opfer dieses schrecklichen Natur⸗ Ereignisses geworden. Wir sehen mit banger Erwartung naͤheren Nachrichten von daber und dem uͤbrigen Norden entgegen. G E“

CE1

8 2 2 8 . kt Berlin, 20. Juni. Zum diesjaͤhrigen hiesigen Wollmarkt, welcher am Jisten d. M. kalendermaͤßig seinen Unfang haben die Zufuhren von Wolle bereits seit dem 16ten d. M. ;e⸗ gonnen und sie dauern noch heute rasch auf einander folgend fort.

Die bereits hier befindlichen Quantitaͤten moͤgen wohl 60 bis

70,000 Ctr. betragen, was mithin noch nicht so viel, als sich im

vorigen Jahre hier befand. Wenngleich bereits seit dem 17ten d. . n stattgefunden, so ist doch das verkaufte Quantum im Verhaͤltniß zu dem Vorrath zu klein, um daruͤber etwas Bestimmtes mitzutheilen; eben so wenig laͤßt sich bereits etwas Maßgebendes uͤber die bezahlten Preise sagen, die erst im ktes sich feststellen koöͤnnen. Aus dem raschen Ver⸗

ieen ist zu schließen,

wenigstens eben so viel hier als in fruͤheren Jahren.

estern ist hier unter der Leitung des Herrn Direktors Eiselen ein b5 84 Turnplatz eroͤffnet worden, der sich auf dem Wege nach Moabit bei den ehemaligen Pulvermuͤhlen befindet. Es hatten sich etwa 300 juͤngere und aͤltere Knaben, von denen zum groͤßten Theil auch die Aeltern zugegen waren, eingefunden. Gesaͤnge und ein Vortrag des Direktors, der bisher schon eine

Anstalt fuͤr gymnastische Uebungen geleitet, bezeichneten die Feier, bei welcher Sr. Majestaͤt dem Koͤnige ein jubelndes Lebe⸗

hoch gebracht wurde.

Breslau, 18. Juni. (Bresl. Z.) Unsere Oberschlesische Eisenbahn, jetzt vier volle Wochen im Gang, erfreut sich einer dauernden Frequenz. Die zweite Woche wies 8532 u

nen und 2044 Thaler. In der zweiten brachte die Person uͤber enh Sgr., in der nur 10 ¾ Sgr. Mithin hat die Benutzung der dritten Klasse abermals zugenommen. Vorzugsweise am Sonn⸗ tage ist die Frequenz immer sehr stark und in der Regel nach dem

mit einer Einnahme von 3286 Thalern nach; die dritte 5686

letzten noch ein Extra⸗Zug von Ohlau nach Breslau noͤthig.

daß die Verkäufer mit den

ihnen bewilligten Preisen zufrieden sind, und es ist zu wuͤnschen, 88 diese sich 15 bes Marktes behaupten X2 Ueber den Ausfall der Waͤsche laͤßt sich im Allgemeinen ebenfalls noch eein Urtheil abgeben; es ist jedoch vorauszusehen, daß hier nicht so viele Klagen daruͤber vorkommen werden, als auf anderen dies⸗ zaͤhrigen Wollmaͤrkten. An Kaͤufern fehlt es nicht; es sind deren

Ueber di (‚(Berichtigung.)

Ne. 44 der Boͤrsen⸗Nachrichten der Ostsee vom Iten d. M. befindliche, auch in Nr. 130 der Schlesischen und auszugsweise in Nr. 130 der hiesigen Vossischen Zeitung aobgedruckte Aufsatz gegen die kaufmaͤnnischen Unternehmungen der Koniglichen Seehandlung bedarf in mehreren faktischen Angaben 8 Voraussetzungen einer Berichtigung, die wir, die Volks⸗ und staatswirthschaftlichen Ansichten des Verfassers vorlaͤufig auf sich beruhen lassend, hier nicht vorenthalten wollen. In der Allerhoͤch⸗ sten Kabinets⸗Ordre vom 17. Januar 1820 (Nr. 581 der Gesetz⸗ S welche die Seehandlung mit ihren bereits vorhande⸗ en oder künftig noch zu errichtenden Comtoirs als ein fuͤr sich estehendes, von den Ministerien unabhaͤngiges Geld⸗ und Handlungs⸗Institut des Staats wird ad IV. nur taatsbehoͤrden gegenuͤber,

naͤher bestimmt, keinesweges aber haben durch diese naͤhere Be⸗ gräaͤnzung seiner Mitwirkung in Geschaͤften des Staats die fruͤhe⸗ ren, in dem Patent vom 4. Maͤrz 1794 wegen Verlaͤngerung der Octroi fuͤr die Seehandlungs⸗Cocietaͤt derselben fernerhin einge⸗

die Wirksamkeit dieses Instituts, den

aͤumten Besugnisse,

„mit allen im Lande und zum Transito nicht verbotenen in⸗ und auslaͤndischen Waaren, sowohl zum inneren als auswaͤrti⸗ en Gebrauch en gros Handlung zu treiben, auch Wechselge⸗ scaͤfte zu machen, Comtoire in allen Gee⸗ und Handlungs⸗ Staͤdten auch auswaͤrts zu unterhalten, mit Fremden und Ein⸗ heimischen zu verkehren, zu kaufen und zu verkaufen, Seng.

zu bauen, Rhederei zu treiben und alle kaufmaͤnnischen Geschaͤ ohne Ausnahme zu unternehmen.“ (conf. §. 23 I. c.)

aufgehoben oder auch nur modifizirt werden sollen. Haͤtte eine solche Absicht beim Erlaß jener Allerhoͤchsten Ordre vorgelegen, so waͤrde sie ausdruͤcklich ausgesprochen worden seyn, nicht zu geden⸗

Pee der Seehandlung in Art. IV. der Allerhoͤchsten Ordre om 17, Januar 1820 beigelegten Attributionen schon eine ander⸗

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weite ausgedehnte kaufmaͤnnische Wirksamkeit des Instituts vor⸗ aussetzen.

s ist ferner unrichtig, daß der Seehandlung Staatsgelder anvertraut seyen. Außer den von Privaten, milden Stiftungen ꝛc. bei ihr auf Obligationen angelegten Kapitalien, fuͤr deren Nutz⸗ barmachung sie in ihrem und im Interesse ihrer Glaͤubiger zu sorgen hat, besitzt sie ein seit dem Jahre 1820 durch eigene Thaͤ⸗ lgkeit zum 2—42 Theil im Auslande erworbenes Vermoͤgen, durch welches allein ihre Stellung als unabhaͤngiges Geld⸗ und Handlungs⸗Institut begruͤndet wird. Das am Schlusse des Johres 1819 vorhandene Betriebs⸗Kapital hat sie in dem Jahre 1829 mit Zinsen an den Staatsschatz baar abgefuͤhrt. In der Erwerbung eines bedeutenden eigenen Vermoͤgens seit einer Reihe von 22 Jahren liegt aber der beste Beweis, daß die Seehandlung ihre Mittel nicht mit Beeintraͤchtigung der Privat⸗Industrie ver⸗ schleudert, sondern zweckmaͤßig zu gebrauchen versteht und den Staat wegen der fuͤr ihre Geschaͤfte uͤbernommenen Garantie nicht gefaͤhrden wird. Sie hat in ihren kaufmaͤnnischen Geschaͤften mit allen anderen Kaufleuten gleiche Lasten zu tragen, muß manche laͤstige Ruͤcksichten beachten, die der Privatmann nicht kennt, und erfreut sich Seitens der Behoͤrden keiner besonderen Beguͤnsti⸗

muͤssen.

die Anlage einer Dampfmahl⸗Muͤhle bei Potsdam uͤbernom⸗ men. Sie wird aber zu jeder Zeit gern bereit seyn, sowohl diese beiden Etablissements als auch die Muͤhle in Ohlau fuͤr den Werth, mit welchem sie zu Buche stehen, an Private oder Actien⸗ Gesellschaften zu uͤberlassen, wenn diese im Stande und geneigt seyn sollten, zugleich in diejenigen besonderen Bedingun⸗ gen und Verpflichtungen einzutreten, unter welchen die Seehandlung jene Muͤhlenwerke besitzt. Die von dem Verfasser des fraglichen Aufsatzes ihr faͤlschlich aerce gen⸗ große Hollaͤn⸗ dische Raäͤhle bei Breslau und das große Mahlwerk bei Alsleben a. d. S. stehen nicht allein mit der Seehandlung in gar keiner

Etablissements kennen.

haben, daß das angefeindete Institut bei seinem

vaterlaͤndischen

sellschaften zum Betrie

Muͤhien hierher versandten Mehl⸗Quantitaͤten im Jahre 1840 nur 15,393 Ctr. Weizen⸗ und 3,199 Ctr. Roggen⸗Mehl im Jahre 1841 aber 15,452 Ctr. Weizen⸗ und 11,479 Ctr. Roggen⸗Mehl

keinem wesentlichen Einflusse seyn kann.

nahme nach dem Auslande absetzen solle.

errichten, daß es ferner bei dieser

werbebetrieb in gewohnter Weise fortsetzen moͤgen.

genoͤthigt haben, ihren

gungen, weshalb die entgegenstehenden Insinuationen des Verfas⸗ sers des Aufsatzes in den Boͤrsen⸗Nachrichten der Ostsee als boͤswillig und aus der Luft gegriffen zuruͤckgewiesen werden

Was die Mehl⸗Fabrication betrifft, so befindet sich die See⸗ handlung im eigenthuͤmlichen Besitz der fruͤher dem Domainen⸗Fiskus gehoͤrigen Muͤhle in Ohlau, welche sie mit bedeutenden Kosten nach Amerikanischer Art zur Anfertigung von Dauer⸗Mehl hat einrichten lassen. Die Muͤhlenwerke in Beuthen a. O. gehoͤren dem Fuͤrsten zu Carolath und sind nur auf eine bestimmte Reihe

roͤßesten Theile aus Berlin, Stettin, Altdamm ꝛc. zu beziehen Bekngt ihnen dies, so werden sie sich eben so gut neben der Dampf⸗Mahl⸗Muͤhle im Nahrungsstande erhalten, wie dies den hiesigen Windmuͤllern moͤglich geworden ist, die bei dem Entstehen der ersten hiesigen Damp MNüßle ebenfalls ihren nahen Ruin vor Augen sehen wollten. Uebrigens wird die Seehandlung einem Projekte der Pots⸗ damer Windmuͤller, eine eigene Dampf⸗Muͤhle anzulegen oder ihre Muͤhlen nach Amerikanischer Art einzurichten, nichts in den Weg legen, und hat ihnen bereits, er. vergeblich, den Vorschlag ge⸗ macht, sich bei der Dampf⸗Muͤhle der Seehandlung als Actionalre zu betheiligen. Sie wird, wie wir hier nochmals wiederholen, ern den Betrieb ihrer saͤmmtlichen Fabriken aufgeben, wenn sich Pehene apicalte zu deren Uebernahme gegen Einzahlung des uchwerths finden sollten, so wie sie denn auch jederzeit sich bereit erklärt hat, diejenigen Etablissements, welche sie in Verbindung mit Privaten betreibt, diesen gegen vollständige Befriedigung allein zu uͤberlassen. Bᷓ— e. 1

Wicsenlchalt, Kunst und Literatur.

Fuͤrst Moritz von Anhalt⸗Deßau. Ein Beitrag zur Geschichte des siebenjaͤhrigen Krieges von Leopold von Orlich. Berlin, 1842. 8.

An die interessanten Briefwechsel Friedrich's II. mit seinen Ge⸗ neralen Seydlitz, Herzog Ferdinand von Braunschweig, Keith, Fouqus Wedell und Andere, welche erst durch Preuß gruͤndlich benutzt und gewuͤrdigt worden sind, schließt sich die in dem vorliegen den Buche enthaltene Korrespondenz des großen Koͤnigs mit sei nem General der Infanterie und nachmaligen Feldmarschall, dem

von Jahren in Folge eines bestehenden Societaͤts⸗Verhaͤltnisses in die Verwaltung der Seehandlung uͤbergegangen. Auch hat sie kuͤrzlich, durch besondere Umsteaͤnde hierzu veranlaßt, die Bromberger Muͤhlen angekauft und seit dem vorigen Jahre

erbindung, sondern sie duͤrfte nicht einmal die Existenz dieser 2 de. Es scheint daher, daß es dem Verfasser bei seinem Bemuͤhen, den Muͤhlenbesitz der Seehandlung als besonders kolossal zu schildern, auf die Richtigkeit der ange⸗ ebenen Fakta nicht ankam und daß die angeblich sicheren Auellen, aus denen er seine Nachrichten geschoͤpft, sehr truͤbe gewesen seyn muͤssen. EEE— 4 r ird die Ueber der Seehandlung naͤher kennt, w zeug Fhühkebefe ie bei seinen uͤbrigen industriellen Unternehmungen keine einsei⸗ wie, bee säsache en Mäͤcksichten, sondern nur die Belebung der Industrie und das allgemeine Beste im Auge ge⸗ habt und sogar bedeutende Opfer zu bringen nicht gescheut hat, wo es darauf ankam, die Kapitalisten fuͤr eine andere als die blos die Speculation im Effekten⸗Handel verfolgende Richtung zu ge⸗ winnen. Leider aber sind die Bemuͤhungen des Instituts, fuͤr die

Fuͤrsten Moritz von Deßau. Der Hauptmann von Orlich, der 8 durch 8— schaͤtzbaren Materials bereits mehr mals um die militairische Geschichte unseres Staats entschiedene Ver dienste erworben hat, ist auch der Herausgeber dieser Korrespondenz, die ihm auf Befehl, Sr. Durchlaucht des Herzgg von Anhalt⸗ Detan zur eze⸗ aus den Schaͤtzen des Deßauer Archivs mitgetheilt worden ist. 1 8 gFürh Moritz von Deßau, der juͤngste Sohn des in der Preußi schen Kriegsgeschichte unvergeßlichen Fuͤrsten Leopold, gehoͤrte zu den ausgezeichnetsten Heerfuͤhrern im siebenjaͤhrigen Kriege. Die Tag bei Kesselsdorf, bei Roßbach, bei Leuthen und bei Hochkirch hatten seinen Ruhm begruͤndet, und er wuͤrde gewiß mit noch reicheren Lor beeren aus dem Kampfe geschieden seyn, wenn ihn nicht die bei Ho kirch am 14. Oktober 1759 ea schwere Verwundung geno⸗ thigt haͤtte, den Schauplatz so ruhmvoller Thaten zu verlassen. Schon im Fruͤhjahre des folgenden Jahres erlag er am 11. April, erst 48 8 Jahre alt, den Folgen dieser Wunde und anderer schweren Leiden im chlosse zu Deßau. Die vorliegenden Briefe gewinnen nun, abgesehen von dem rein militairischen Interesse, einen besonderen Reiz durch die Art, in wel⸗ cher Friedrich II. hier wie in anderen Briefen mit seinem Feldherr verkehrt. Es herrscht darin im Allgemeinen jene vertrauliche Hoͤflich keit, die den Koͤnig indeß keinesweges abhielt, auch streng befehlend, ja mitunter sehr derb, zu schreiben, aber ihn auch ein begangenes Un recht in der huldvollsten Weise abbittend eingestehen ließ. „Seindt Sie mir nicht mehr boͤße“, schreibt der Monarch, als er den Prinze gleich nach dem ersten Einmarsche in Sachsen verletzt hatte (S. 20 Hart lauten freilich die Vorwuͤrfe des Koͤniglichen Feldherrn, als in Sommer 1757 Prinz Moritz mit einem kleinen Corps Dresden und Pirna schuͤtzen püite und Friedrich II. sich in der Ober⸗Lausitz in einer hoffnungslosen, verzweifelten Lage befand. Da schreibt er unter dem 4. August: „Ich kan mich ohnmoͤglich mit alle Ihre Schreiberei (die Anfragen des Fuͤrsten sind gemeint) abgeben, ich bin hier nicht

einzelnen eeh Private zu interessiren und Actien⸗Ge⸗

u Schreiben Sie muͤsen Pirna und Dresden souteniren damit guht, somt Ihnen was zu Nabe So gehen Sie die leute auf den Hals und

der errichteten Fabriken zu bilden, meist erfolglos geblieben, eine Erscheinung, die freilich dem mit den Ver⸗ haͤltnissen in den oͤstlichen Provinzen des Staats Vertrauten eben so wenig uͤberraschend seyn kann, als das Geschrei, welches von allen Seiten erhoben wird, sobald durch den Unternehmungsgeist Einzelner irgend eine Aenderung in dem alt hergebrachten Gange des Verkehrs eingefuͤhrt wird. So koͤnnen wir denn auch die von dem Verfasser des fraglichen Aufsatzes geaͤußerten Besorgnisse, daß die Seehandlung in den inneren Mehlhandel stoͤrend eingreifen werde, nur als durchaus uͤbertrieben bezeichnen und muͤssen ihm, der, wie versichert wird, auf Veranlassung und im Interesse eini⸗

rügesen Sie ihnen das Leder fol und haben Sie gedult daß ich hier Fert g werde.“ Und weiter unten dann 20; „Ich hatte mir nicht eingebildet das nach meinem exspressen besel Cota (bei Dresden) nicht zu verlaßen Sie doch alda Wek marschiret waren, Laudon hat kaum 2500 man, ich bin gar nicht mit ihrer conduite zufrieden, gehen Sie die Chur ken auf dem Halse und agiren ossensive oder unsere Freundschaft hoͤrt auf, hier ist keine complesance vohr den printzen Sondern der General mus 8 Seine Schuldigkeit thun Sonsten hoͤrt alles auf.“ Dazu die bittere

Nachschrift: „wohr ist die Ehre der preussen vohr 2500 Mann laufen ein general von der Infanterie mit 14 bataillons und 20 escadrons zuruͤcke wan Ihr Vahter dießes im Grabe hoͤrte So wuͤrde er Sich um kehren.“ (S. 61, 62.) Hierauf bat Fuͤrst Moritz, der den Um⸗

staͤnden ganz angemessen gehandelt zu haben sich bewußt war, den

ger hiesigen Kommissionshaͤndler mit Schlesischem Mehl, die Feder ergriffen hat, bemerklich machen, daß die von den Seehandlungs⸗

betragen haben, was, da die hiesigen Baͤcker allein circa 600,000 Ctr. jaͤhrlich verbrauchen, auf die Gestaltung des hiesigen Markts von

Wenn aber diese hierher abgesetzten Mehl⸗Quantitaͤten nur einen geringen Theil der Ohlauer und Beuthener Muͤhlen⸗Fabri⸗ kate der leßtverflossenen beiden Jahre ausmachen, auch in den Jahren 1838 und 1839 gar kein Mehlverkauf fuͤr Rechnung der Seehandlung hier stattgefunden hat, so scheint denn doch deren uͤberseeischer Absatz selbst in den beiden letzten Jahren nicht eben unbedeutend und schadenbringend gewesen zu seyn. Es darf vielmehr versichert werden, daß das Institut auf den Mehl⸗ Absatz nach dem Auslande fortwaͤhrend sein Haupt⸗Augenmerk richtet und daß sein Mehl⸗Fabrikat in den Suͤd⸗Amerikanischen Haͤfen vorzugsweise geschaͤtzt wird. Freilich aber zeigt es von gaͤnzlicher Unkenntniß der Handels⸗Verhaͤltnisse, wenn verlangt wird, daß die Seehandlung ihr Mehl ausschließlich und ohne Aus⸗

Ob uͤbrigens, nachdem auf die Vorstellung einiger hiesigen Mehlhaͤndler eine gruͤndliche Untersuchung der Beschwerde⸗Punkte stattgefunden hat und daruͤber Allerhoͤchsten Orts entschieden wor⸗ den ist, es angemessen erscheint, den Gegenstand nochmals vor das Publikum zu bringen, welches schwerlich die Wiederkehr des fruͤheren Zustandes des Mehlhandels wuͤnschen und sich mit dem fruͤheren schlechten Fabrikat begnuͤgen moͤchte, und sogar eine staͤndische Einmischung anzuregen, wollen wir hier einer naͤheren Eroͤrterung nicht unterwerfen, und nur noch den Verfasser des in der Vossischen Zeitung Nr. 134 enthaltenen, gegen die Dampf⸗ Mahl⸗Muͤhle bei Potsdam gerichteten Aufsatzes darauf aufmerksam machen, daß die von ihm allegirte Allerhoͤchste Ordre vom 6. Maͤrz 1841 die Seehandlung autorisirt hat, diese Muͤhle ohne B.esaeh der Zahl der Mahlgaͤnge zu

s⸗. vas. -s 8

üͤllerei abgesehen ist, und daß ein seit langen Jahren dr Mclta⸗ Wgxs he einer bedeutenden Stadt nicht wS friedigt bleiben kann, damit einige dreißig Windmaͤlle⸗ a ver darauf ankommen, daß sie sich befleißigen, die Konsumenten kuͤnf⸗

1 1 beseitigen, welche die 9 zufrieden n stellen, und die Ursachen zu bese egzib⸗vanf 8.

eöͤnig, daß, „weil er kein Vertrauen mehr in ihn setze, so wuͤrden 2 Ihßtat auch wissen uͤber sein Schicksal zu disvoniren, damit Allerhoͤchst Sie seiner Person wegen nicht ferneren Verdruß haͤtten.“ Aber Friedrich ließ nach Allem, was sich hat daruͤber auffinden lassen, diesen Brief unbeachtet und gab dem Fuͤrsten durch die Art des Em⸗ pfanges eine solche --er teas⸗ daß sich das alte, gute Verhaͤlt⸗ niß sogleich wieder herstellte. . 1u“ 8

8 Ines Koͤnigliche Vertrauen spricht sich uͤbrigens in fast allen militairischen Anordnungen fuͤr die Punkte, wo Fuͤrst Moritz befeh⸗ ligte, aus. Wir nennen die Briefe an denselben, als er gegen die bei Pirna eingeschlossenen Sachsen stand und nach der Capitulation den schwierigen Auftrag hatte, die Gemeinen und naterofgsce in die Preußischen Regimenter einzustellen (S. 26 40), ferner d e Depeschen nach der Schlacht bei Kollin, die Mittheilungen, als Berlin von den eeen unter Heodik bedroht wurde, die Schreiben und Befehle vor der Schlacht bei Roßbach und namentlich nach der Schlacht bei Leuthen. Von diesem Tage an, wo der Fuͤrst auf dem Schlachtfelde um General⸗Feldmarschall ernannt war (wir vermissen hier ie interessanten Einzelnheiten in Preuß Geschichte Friedrich's II. Bd. II. S. 111 und zie Benutzung der dortigen Anfuͤhrungen), ehrte ihn der König durch ein unbegraͤnztes Vertrauen, das Moritz auch in aller Weise anerkannte. Abfertigende Ausdruͤcke und bitteres Mißver⸗ stehen finden wir von dieser Zeit an nicht mehr in Friedrich's Briefen, dagegen die baͤufigsten Dankbezeugungen fuͤr Thaͤtigkeit und Dienst⸗ eifer, so wie die hoͤflichsten Aufforderungen um Mittheilung seiner Ansichten. Ausdruͤcke, wie „Schreiben Sie Mihr gleich antwohrt auf allen Diesen und recht nathuͤrlich“, oder „ich bitte mihr ihre Meinung hir uͤber deutlich aus“ (S. 140, 141), wechseln mit aͤhn⸗ lichen Bezeugungen der Achtung und des Vertrauens ab. Ganz in diesem Sinne schreibt Friedrich, als ihm nach Schlesien die Nachricht von dem herannahenden Ende des Fuͤrsten berichtet wurde, unter dem 23. Dezember 1759 eigenhaͤndig folgende Worte: „es thuet mihr recht Sehr leidt vor ihnen wohr es so schlim ist wie man mihr es wil, und wehre ich Sie mein tage nicht vergesen nuhr thuet es mihr leidt daß ich ihnen meine Erkenetlichkeit vor alle ihre Muͤhe und fleis nicht habe Erkennen koͤnnen.’ (S. 147.)

Diese persoͤnlichen Beziehungen des 21— zu seinem muthigen

und tapferen General lassen die Briefe des

Leben des Fuͤrsten in kurzen Uebersichten dargestellt und ihnen die da- hin gehoͤrigen Briefe angereiht. So traͤgt also das Ganze nach des Herausgebers Bestimmung mehr den Charakter einer bloßen Brief⸗ Sammlung als einer aus denselben verfaßten Biographie. Außer dem, was den Koͤnig und den Fuͤrsten unmittelbar angeht, enthalten aber die Briefe noch viele wichtige Einzelnheiten zur Schil⸗ derung des Ersteren. Namentlich beigt sich an mehreren Stellen riedrich's Sorge fuͤr seine Soldaten, die „des Mittags sich ausru⸗ en“ und nicht „umb sonst fatiguirt werden“ sollen (S. 48 70), im schoͤnsten Lichte, als ein neuer Beweis zur Widerlegung von arnery's schmaͤhsuͤchttgen Frgab ungen. Aus dem 72 deren Briefe heben wir nur noch zwei Stellen hervor. Die eine, he 8 8 v111A4“

etzteren schmerzlich ver⸗ missen. Herr von Orlich hat nur die wichtigsten Ereignisse aus dem