1842 / 211 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Ksdnig der Herzogin gewissermaßen die Sorge fuͤr alles Pricht bKbberlassen, waͤhrend man das Oeffentliche, die Staats⸗Angele

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und dies ist um so anerkennenswerther, als man weiß, wie schwer

zu unbedingtem Zutrauen, zu aufrichtiger Zuneigung gelange.

heiten, in die Haͤnde eines maͤnnlichen Regenten zu legen fůͤr o

jungen Prinzen am besten zu sorgen, wenn man der Zaͤrtlichkch der Mutter, der verstaͤndigen Einsicht der Herzogin, die eigentlich

wie es heißt, hoͤheren Ortes genommen. Man wollte die Herzogin jene

reine Zuneigung, welche die Nation fuͤr sie fuͤhlt, ungetruͤbt fort⸗

genießen lassen; man wollte verhuͤten, daß in ihre Naͤhe, wohin sbbdisher alle Parteien nur Hochachtung und Verehrung brachten, je die unausbleiblichen Ausfaͤlle einer leidenschaftlichen Presse drin⸗ gen koͤnnten, deren Gehaͤssigkeit die Frau tiefer verletzen moͤchten 3 I als den Mann.

er der Hauptstadt gewirkt, die National⸗Garde sch 2* Moche beseelt und empfin sowohl beim Hin⸗, wie beim Herfahren den Koͤnig mit dem lebhaftesten Zurufe.

Paris, 26. Juli. Die Scene, welche heute die Depu⸗ . bei Erdffnung der Session durch den Koͤnig dar⸗ bot, wird wohl nicht leicht aus der Erinnerung derjenigen ver⸗ schwinden, welche Augenzeugen davon gewesen sind. Denken Sie sich die Abgeordneten Frankreichs in einer Anzahl, wie man sie noch nie bei gleichem Akte fruͤher gesehen hat, mit ihnen zusammen die Pairs in ihrem Kostuͤme mit dem Trauerzeichen am Arme, auf den Gallerieen eine dichtgedraͤngte Masse aus allen Staͤnden, in lautloser feierlicher Stille und in tiesster Spannung alle Blicke auf den ehrwuͤrdigen und vielgepruͤften Monarchen gerichtet, der Alles, was ihm noch nach dem harten Schlage, der ihn so eben betroffen, an Kraft und Festigkeit geblieben, zusammenneh⸗ mend die Stufen des Thrones hinansteigt, und wie ihn dann auf einmal der einstimmige gewaltige Ruf „es lebe der Koͤnig!“ be⸗ willkommnet; wie der Koͤnig vor den Vertretern des Volks nun die Stimme erheben will, aber der Schmerz des Vaters die Oberhand uͤber ihn gewinnt und seine Worte von einem Thraͤ⸗ nenstrom, der unaufhaltsam hervorbricht, erstickt werden; und wie jetzt die ganze Versammlung, von so ergreifendem Anblick fortge⸗ rissen, in neuem begeisterten Zurufe ihre Ergriffenheit, ihre herz⸗ lichste Theilnahme an den Sorgen des Koͤnigs, an dem 2 des Vaters zu erkennen giebt: so moͤgen Sie ein schwaches Bi von der Wirklichkeit haben. Selbst der Parteihaß mußte wohl vor solchem Anblick verstummen, und ich glaube nicht zu viel zu sagen, daß alle Anwesenden ohne Ausnahme den Eindruck auch fuͤhlten, welcher mit einer seltenen Einmuͤthigkeit von allen Seiten zu erkennen gegeben wurde. Die Session soll, wie der Schluß der vom Koͤnig selbst verfaßten Thronrede zeigt, nur der dynasti⸗ schen Frage, naͤmlich Feststellung der Regentschaft im Todesfalle des Koͤnigs, gewidmet seyn. Das Ministerium hat wenigstens nicht die Absicht, eine andere e anzuregen. Sollte dies aber von Seiten der Opposition geschehen, so ist es entschlossen, den Kampf nicht abzulehnen, sondern auf jeden Angriff mannhaft h antwor⸗ ten. Es scheint aber, daß die Opposition, wenigstens ihrer Mehr⸗ zahl nach, keinesweges dem Geschrei einiger Journale Folge geben will, die gern den Ruͤcktritt Guizot's als die Conditio 2 qua non fuͤr das Wohl Frankreichs aufstellen moͤchten. 88

*.α Paris, 26. Juli. Nach dem, was sich bis jetzt verneh⸗ menlaͤßt, wird die Regentschafts⸗Angelegenheit mit wohl einstimmiger Beipflichtung der Kammer dem Plane gemaͤß entschieden werden, den das Kabinet entworfen und als zeitgemäß und den Institutionen des Landes angemessen unlaͤngst die Débats naͤher beleuchteten. Wenn ein großer Theil der Opposition, der anfaͤnglich mit Herrn Thiers anderen Sinnes war, nun dem Gesetz seine Beistimmung giebt, so hat der Einfluß dieses Staatsmannes, der sich in dieser die Monarchie und die gegenwärtige Dynastie angehenden Sache so loyal wie moͤglich benehmen wollte, wesentlich dazu beigetragen.

Daß uͤbverhaupt der Wunsch, der Herzogin von Orleans die Re⸗ u uͤbertragen, in der Opposition und in demjenigen

Theil des Volkes, welches jene repraͤsentixt, rege war, spricht aus⸗ nehmend fuͤr diese Fuͤrstin, und beweist, daß es nicht eine Sache der Konvenienz war, sondern das Zeugniß eines großen Zutrauens,

ja einer bedeutenden Popularitaͤt, die sie in der Nation genießt;

8 es ist, daß bei der Franzoͤsischen Nation eine fremde Nationalitäaͤt 5 Bei dem jetzigen Plane hat man in Bezug auf den junge

gemessen fand. Abgesehen von dem Grunde, welchen dieser Plän in den Institutionen des Landes hat, glaubte man auch fuͤr di

Erziehung ihres Sohnes unbedingt anvertraute, waͤhrend er, vo der maͤnnlichen Hand seines zeitigen Stellvertreters geleitet, 1

den neuen Tarif Alles gethan habe, was in ihren

nehmen im Stande sey. Das Haus verwandelte sich sodann in 8 Ausschuß fuͤr 80 ei⸗Bewilligungen. Es wurden unter An⸗ derem 50,000 Pfd. für die Arbeiten am Caledonian⸗Kanal und 32,000 Pfd. fuͤr die Kosten der Ausmuaͤnzung der neuen Muͤnze bewilligt, und der Kanzler der Schatz⸗Kammer theilte bei 2 Gelegenheit mit, daß von reiner Silbermuͤn e fuͤr 260,000 Pfd., an Goldmuͤnzen in ganzen Sovereigns fuͤr 7,120 Pfd., an hal⸗ ben fuͤr 419,000 Pfs. ausgegeben worden seyen.

London, 26. Juli. Aus den Manufaktur⸗Distrikten ist abermals eine Deputation in London angekommen, welche aus ein⸗ flußreichen Individuen aus Manchester, Leeds, Huddersfield und anderen Haupt⸗Fabrikorten besteht und den Auftrag erhalten hatte, dem Ministerium, den Demonstrationen des Ver⸗ eins gegen die Korngesetze, Vorstellungen uͤber die immer mehr zunehmende Noth zu machen. Die Deputation, an deren Spitze Herr Pawson, der Mayor von Leeds, stand, hatte gestern Unter⸗ redungen mit dem Premier⸗Minister, Lord Stanley und Lord Wharncliffe. Einer der Deputirten, Alderman Chapell, von Man⸗ chester, erklaͤrte Sir Robert Peel nach Auseinandersetzung der herr⸗ schenden Noth geradezu, daß die Mannfaktur⸗Distrikte am Vorabende eines General⸗Bankerottes stehen und drang auf Ergreifung von Mitteln, welche der in furchtbarer Ausdehnung herrschen⸗ den Noth und der daraus hervorgehenden allgemeinen Demorali⸗ sation des Volkes abzuhelfen geeignet seyen. Ein Anderer, Herr Akvoyde, aus Halifax, berichtete, daß am 17ten d. M. 12 bis 15,000 CEhartisten sich an der Graͤnze von Yorkshire und Lancashire ver⸗ sammelt und ganz offen daruͤber deliberirt haben, ob sie nicht die Erreichung ihrer Zwelke durch Gewalt versuchen sollten; auf ihren Bannern haben die Worte: „Brod oder Blut!“ gestanden, und man mäͤsse befuͤrchten, daß der Winter die noch bestehenden schwa⸗ chen Schranken gegen Anarchie und allgemeine Verwirrung gaͤnz⸗ lich zerstoͤren werde. Sir Robert de e 8. geen.

ie Regi aͤßigung der Getraide daß die Regierung durch Ermaͤßigung g .nn 8

erhielt aber von Herrn Ashworth von Turton zur Antwort, daß

man in den Zoll⸗Ermaͤßigungen lange nicht weit genug gegangen sey, denn ein Getraide⸗Zoll 13 Sh. versperre das Land eben so sicher gegen die Einfuhr, wie ein Zoll von 23 Sh., * die Zoll⸗Ermaͤßigungen von Französischen Stiefeln, Schuhen, Hand⸗ schuhen, Huͤten und Luxuswaaren kommen dem Volke gar nicht zu Gute. erklaͤrte Sir Robert Peel kurz, da beruͤhrten Gegenstaͤnde von Seiten der Regierung eifrigst berathen werde. Dieselbe Antwort erhielten die Deputirten au Stanley und Lord Wharneliffe, zu denen sie sich hierauf begaben.

zachdem die Konferenz zwei Stunden gedauert hatte, 8 1 uͤber die waͤhrend derselben

von Lord

Die Aussichten, welche die Aerndte darbietet, dienen dazu, die Besorgnisse zu maͤßigen, welche man, der Handels⸗Stockung und Arbeitslosigkeit wegen, fuͤr die naͤchste Zukunft hegte. Die Aerndte⸗Berichte lauten aus allen Gegenden guͤnstig, sie versprechen einen, wenn auch nicht uͤberreichlichen, doch ergiebigen Ertrag. „In den fuͤdlichen Grafschaften Englands“, sagt der als Tory⸗ Blatt allerdings vielleicht nicht ganz unparteiische Standard in seinem gestrigen Boͤrsen⸗Berichte, „kann man die Aerndte jetzt als allgemein begonnen ansehen, und die theilweise geringe Ergie⸗ bigkeit der Weizen⸗Aerndte in jenem Theile des Koͤnigreichs, aus welchem die ersten Berichte die am wenigsten e gewesen sind, wird fast ersetzt durch das ungewoͤhnliche Ge⸗ wicht der Aehren und die ausgezeichnete Qualitaͤt des Korns, indem man kaum eine kranke Aehre findet. In einigen mittleren

Grafschaften und dem ganzen noͤrdlichen Theile von Großbrita⸗ nien wird der Ertrag ganz sicher, der Quantitaͤt nach, groͤßer seyn, als dies durchschnittlich der Fall ist, und die fruͤhe Zeit der Aerndte giebt eine fast sichere Garantie fuͤr die außer⸗ gewoͤhnlich gute Qualitaͤt. Die Aussicht ist im hoͤchsten Grade ermunternd, denn unter den jetzigen Verhaͤltnissen des Landes ist eine reichliche Aerndte fuͤr unsere bedraͤngten Fabrikarbeiter von groͤßerer Wichtigkeit, als jeder Impuls, der dem Handel von den Maͤrkten des Auslandes oder unserer Kolonien her gegeben werden koͤnnte. Wenn die jetzige guͤnstige Witterung anhaͤlt, so ist keine Wahrscheinlichkeit dafuͤr vorhanden, daß

der Seite desselben fuͤr die Geschaͤfte des Friedens und des Krie⸗ ges erstarken werde, wie dieser an der Hand seines Vaters erstarkte sey. Auch verband man hiermit gewisse zarte Ruͤcksichten, die man,

Die Regierung aber hat in der Form, wie sie das Regent⸗ schaftsgesetz nach dem Prinzipe der Erblichkeit und nach den vor⸗ handenen Institutionen des Landes entworfen, den Vortheil gehabt, daß sie, in dem Moment, wo die Nation ihre Aufmerksamkeit auf das lebhafteste dem Gegenstand zuwendet, das Bestehende vor ihr Bewußtseyn ruft, was immer als ein Akt der Befestigung dessel⸗ ben angesehen werden kann. 8

Großbritanien und Irland.

Pyrlaments⸗Verhandlungen. Oberhaus. Sitzung vom 25. Juli. Lord Ashley's Bill wegen Regulirung der Ar⸗ beiten in den Kohlengruben ging durch den Ausschuß, nachdem Lord Brougham in einer laͤngeren Rede davor gewarnt hatte, einer falschen Humanitaͤt so weit Gehoͤr zu geben, daß man, ob⸗ gleich nur Schonung der Jugend und Aufrechthaltung der Mo⸗ ralitaͤt beabsichtigend, durch allzu weit gehende Maßregeln unzweck⸗ maͤßigerweise in die Verhaͤltnisse der Kinder zu ihren Aeltern ein⸗ greife und eine Menge von jungen Arbeitern außer Brod setze. Er hielt es fuͤr nothwendig, die Sache zur naͤheren Untersuchung E“ des Hauses zu verweisen, ein Vor⸗

ag, der indeß verworfen wurde, als der Maraui 2 1 borr ihn direkt in Antrag stellte.

Unterhaus. Sitzung vom 25. Juli. Sir bee Peel sigte dem Hause an, daß don Persgneme de g nnt dem Volks⸗Unterrichte beschaͤftigten, eine so große Menge Gesuche um Unterstuͤtzungen aus der Staats ⸗Kasse eingingen (unter Anderen verlange der Gesang⸗Lehrer Mainzer, der im vorigen Jahre 100,000 Kindern Gesang⸗Unterricht, zu 3 ½ Pence die Stunde ertheilt habe, Geld zur Erbauung eines Lehrsaales), daß es noͤthig sey, zu den fuͤr den Volks⸗Unterricht jaͤhrlich bewilligten 30,000 Pfd einen Supplementar⸗Kredit von 10,000 Pfd. zu fordern. Herr Sharman Crawford stellte darauf den Antrag, daß das Haus

die Preise steigen, und der Einfuhrzoll von fremdem Getraide demgemaͤß faͤllt, und wir koͤnnen also darauf rechnen, daß eine bedeutende Quantitaͤt des jetzt unter Koͤniglichem Schloß befind⸗ lichen Waizens sofort gegen einen Zoll von 8 Shilling verzollt werden wird.“ Der Standard fuͤgt hinzu, daß auch die

aus den Fabrik⸗Distrikten eingegangenen neuesten Berichte weniger entmuthigend lauten. deutend mehr an Wollen⸗ und Baumwollenwaaren zum Consum

Waͤhrend der vorigen Woche ist wieder be⸗

eim Lande verkauft worden. Der Standard schließt indessen

an diesen Bericht die Warnung, den sich bessernden Aussichten

nicht in dem Maaße zu vertrauen, daß man sich von neuem der Produktion uͤber den Bedarf hingebe. In den Kohlengruben⸗Distrikten, in denen die Arbeiter ihre

Arbeit niedergelegt haben, sieht es noch immer sehr unruhig aus, und es scheint, daß nur durch die immer mehr verstärkten Trup⸗ penmassen, welche man nach jenen Gegenden hinbeordert hat,

offene Gewaltthaͤtigkeiten verhindert werden, worunter indeß Zer⸗ drung einzelner Maschinen, Mißhandlungen der fuͤr geringeren Lohn Arbeitenden u. dergl. nicht mitgerechnet werden duͤrfen.

Der Aufstand hat sich seit der Mitte der vorigen Woche von

Staffordshire uͤber die Kohlengruben von Shropshire ausgedehnt, und scheint durch Leute, welche der Grafschaft fremd sind, geleitet su werden. Auch in Cheshire haben sich die Kohlen⸗Arbeiter in großen Haufen gezeigt und in der Stadt Congleton am prigen Donnerstag dee Baͤckerlaͤden und das Polizei⸗Buͤreau plündere; von dort zogen sie nach Macclesfield und Poynton, wo sich indeß mittlerweile Truppen⸗Detaschements eingefunden hatten, die sie an weiterem Unfug hinderten. In den Steingut⸗ Fabrik⸗Distrikten besteht noch immer der fruͤhere Zustand der Dinge; es sollen 20,000 Arbeiter daselbst umherziehen und wer⸗ den, wie es scheint, nur durch die ziemlich zahlreich in Newcastle versammelten Truppen im Zaum gehalten. Nicht ohne Besorgniß ist man wegen einer großen Versammlung der brodlosen Arbei⸗ ter, welche heute in der Naͤhe von Neweastie gehalten werden soll. Berichte von der Insel Ascension vom 29. Juni geben Nachrichten von der Fregatte „Madagaskar.“ gegen deren Offiziere und Mannschaft bekanntlich von dem Franzbsischen Schiffe „Les deux Soeurs“ so heftige Klage gefuͤhrt worden ist. Letzteres Schiff sollte von einem Boote des „Madagaskar“ durchsucht worden seyn, der durchsuchende Englische Offizier dabel aber nicht einmal Uni⸗ form angehabt, das Schiff unndthig angehalten und sogar zuge⸗ haben, daß die Matrosen unter selnem Befehl mehrere Le⸗ ensmittel und andere Artikel mit sich hinwegnahmen. Nach dem

Mittel ergreifen solle, dem unter dem Volke in Irland herrschen⸗ den Nothstande abzuhelfen, nahm denselben aber zuruͤck, als Lord Elliot darauf hinwies, daß das Uebel schon im Abnehmen sey und O'Connell selbst, der eingestand, daß die Regierung thue, was in ihren Kraͤften stehe, die Motion fuͤr nicht zeitgemaͤß erklaͤrte, da das Parlament jetzt kein durchgreifendes Mittel mehr anzu⸗

Englischen Berichte ist das Alles, mit Ausnahme der Anhaltung des Schiffes, erdichtet. Allerdings hat der Capitain des „Mada⸗ en die „Deux Soeurs“, welche er fuͤr ein großes Sklaven⸗ chiff hielt, durch vier seiner Boͤte anhalten lassen, aber die Offiziere

igerte sich, dem aͤltesten Lieutenant seine Papiere zu zeigen, * nicht seine Vollmacht vorweise, zu welchem Pezufe derselbe an Bord der Fregatte zuruͤckkehren mußte, was einen kur. zen Aufenthalt veranlaßte. Die Britischen Matrosen wurden gar nicht in den Raum des Franzbsischen Schiffes gelassen und koͤn⸗ nen daher den ihnen Schuld gegebenen Diebstahl gar nicht began⸗ gen haben. 1— süf- Capitain durchaus nicht feindlich waren, beweist der Um⸗ daß der Schiffsarzt der Fregatte auf eines kran⸗ ken, am Bord der „Deux Soeurs“ befindlichen selben zugesandt wurde und ihm seinen aͤrztli Am 29. Mai, bei Abgang der Nachricht von 2 Niger⸗Expedition noch nicht zum zweitenmale den Niger hinauf⸗ fefahia, dies sollte aber geschehen, sobald das Wasser nicht mehr

15. Juli schiffs „ueen!, begleitet von dem Flaggen⸗Admiral Mahon mit

Schiffen „Howe“, „Impregnable“, „Rodney“, „Indus“ und -X e mit fuͤnf Linienschiffen und einem großen Kriegs⸗Dampfschiffe in See gegangen, wie gewoͤhnlich wieder das tiefste Geheimniß uͤber den Ort der Bestimmung dieser Flotte beobachtend. 1 daß *

7 e, in deren Haͤfen jetzt die großen Feierlichkeiten zu Se⸗ 81n975, 10n behalten werden, aber dem widerspricht, daß sie sich mit Quarantaine⸗Varrieren versehen hat, um bei der Ruͤck⸗ kehr keine Quarantaine halten n muͤssen, da sie nicht mit dem Strande verkehrt. nach der Syrischen Kuͤste gehen, schen Flotte (die zuletzt in den Sictlischen Gewaͤssern war), zu vereinigen und eine Demonstration zu Gunsten der Syrischen Bergbewohner gegen die Pforte zu machen. Flotte unter Vice⸗Admiral Hugon besteht aus drei fuͤnf Zweideckern, Dampfboot.

wird erst am 25. August beginnen.

wird.

in diesen Boͤten waren alle in Uniform, und begegneten dem Capitain des Franzoͤsischen Schiffes mit der groͤßten Hofͤchkeit Le

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tzterer indeß

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Daß uͤbrigens die Britischen Offiziere dem Franzbsi⸗

assagiers dem⸗ en Rath ertheilte. scension, war die

o feicht seyn wuͤrde, und Capitain Allen, der das Kommando

fuͤhrt, wollte dann wenigstens bis 88 dem Muster⸗Pachthof vor⸗ dringen; ob weiter, sollte dann der

schaft entscheiden.

esundheits⸗Zustand der Mann⸗

eute eingegangenen Nachrichten aus dem Mittelmeere 29,2 9 Edward Owen am Bord seines Flaggen⸗

Man koͤnnte meinen, daß sie nach der Sicilischen

cheinlichkeit nach, wird die Flotte

Aller Wahr 1t um dort sich mit der Franzöͤsi⸗

Die Franzöͤsische reideckern, vier großen Fregatten und einem Kriegs⸗

Die Kommission, welche unter dem Vorsitze des Herrn Roe⸗

buck mit der Untersuchung der gesetzwidrigen Vorgaͤnge bei ver⸗ schiedenen Parlaments⸗Wahlen war, hat ihren Bericht abgestattet, der sehr lang ausgefallen i

bereits mitgetheilt wird. der ist dadurch kompromittirt.

und von den Zeitungen Eine große Anzahl Parlaments⸗Mitglie⸗

Der Prozeß gegen Bean, welcher auf die vg. veschosfen

Niederlande. 8 Aus dem Haag, 25. Jull. (Handelsbl.) Man ver⸗

t. daß Se. Majestaͤt der Koͤnig Wilhelm Friedrich, Graf von Uafrnn 28 Oktober 8 J. auf Veranlassung der alsdann stattfin⸗

ven 1 denden Vermaͤhlung der Prinzessin Sophia nach dem Haag zuruͤck⸗ beheen wird, und daß derselbe die Absicht hat, alsdann seinen blei⸗ benden Aufenthalt hier zu nehmen. 8

Belgien. 8

Brüssel, 27. Juli. In der Repraͤsentanten⸗Kammer, die zu diesem Zwecke zusammenberufen worden, ward gestern der neue Handels⸗Vertrag mit Frankreich vorgelegt. In der Einleitung zu demselben heißt es: „Ee. Majestaͤt der König der Belgier und Se. Majestaͤt der Koͤnig der Franzosen, die den Wunsch hegen, die Bande der Freundschaft, welche beide Laͤnder jetzt 1n.— bei seder Gelegenheit durch Vermittelung der gegenseitigen In⸗ teressen zu erhalten und noch mehr zu befestigen, haben, um sofort einen geeigneten Vertrag zur Erleichterung dieses Zweckes abzuschließen, zu Bevollmaͤchtigten ernannt ꝛc.“

Der weitere Inhalt des Vortrages ist bereits bekannt, doch behalten wir uns vor, im Verlaufe der daruͤber in den Kammern zu erwartenden Debatte darauf noch zuruͤckzukommen. In der gestrigen Sitzung ward die Ueberweisung des Gesetz⸗Entwurfs an die Sectionen angeordnet. Herr Delahaye forderte den Finanz⸗ Minister auf, dafuͤr zu sorgen, daß die Englaͤnder nicht die Zwischenzeit bis zum Eintritte des hoͤheren Zolls fuͤr Englische Leinen noch dazu benuͤtzten, das Land mit ihren Fabrikaten zu uͤberschwemmen. Bereits seyen mehrere Englische Schiffe im Angesichte des Ostender Hafens, wo sie unstreitig nichts Anderes beabsichtigten, als Ablagerungen ihres Ueberflusses an Leinenwaaren zu bewirken. er Finanz⸗Minister erwiederte, daß er sich taͤglich Bericht uͤber die Einfuhren von Leinen⸗Garn und Geweben abstatten lasse, also auch die Versiche: rung ertheilen koͤnne, daß bis jetzt eine Ueberfuͤhrung des Marktes in der gefuͤrchteten Weise nicht vorgekommen. Uebrigens wuͤrde es auch den Engländern nichts helfen, da man sowohl an der dies⸗ seitigen als an der Franzoͤsischen Graͤnze vorbereitet sey, gegen solche Leinen⸗Ueberschwemmungen Maßregeln zu treffen.

Brüssel, 26. Juli. (Koͤln. Z.) Die Nachricht von dem Abschlusse Fer. Convention mit Frankreich uͤber die Zuruͤcknahme der von diesem gegen unsere Leinenwaaren, Garne u. s. w. dekre⸗ tirte Erhoͤhung der Einfuhrgebuͤhren ist in Flandern mit großem Jubel aufgenommen worden. Die Flamaͤnder bewaͤhren so die Wahrheit des Spruͤchworts, daß es immer noch einen schlimmeren Zustand giebt als derjenige, uͤber den man sich beklagt. Vor der Ordonnanz vom 26. Juni war ihnen der damalige Franzb⸗: sische Tarif unertraͤglich,

deren Gluͤcke, da . Bei 4* Freude kann aber doch ein Genter Blatt sich

nicht enthalten, die Bemerkung zu machen, schoner waͤre es aller⸗ vings 92 wenn Frankreich die Konzessionen Belgiens groß⸗ muͤthiger erwiedert haͤtte; man duͤrfe sich keine Illusion uͤber einen Vertrag machen, dessen Folgen Belgien „allen Gefahren einer politischen Absorption aussetzen, ohne ihm die Vortheile einer Zollvereinigung zu gewaͤhren.“ 8 b

Deutsche ennyr zes tg bi

Leipzig, 29. Juli. Ich habe in meinem gestrigen Berichte

uͤber 8 . Stimmungen und Ansichten gesprochen, die sich in Bezug auf die zu erwartende neue Kriminal⸗Prozeß⸗Ord⸗ nung bei uns kundgeben; ich will heut aus den Motiven, mit denen die Regierung den Entwurf derselben begleitet hat, die hauptsaͤchlichsten Gruͤnde anfuͤhren, wodurch sie ihr Beharren bei dem bisherigen schriftlichen und geheimen Verfahren unterstuͤtzt. Sie stimmen 28. genaueste mit den von dem Justiz⸗Minister bei einer fruͤheren Gelegenheit in den Kammern entwickelten Ansichten uͤber diesen Gegenstand uͤberein. Dem Vernehmen nach, hat der Minister vor nicht langer Zeit die Preußischen Rhein⸗Provinzen und Belgien eigens zu dem Zwecke bereist, um das muͤndliche und bffentliche Prozeß⸗Verfahren durch eigene Anschauung und Beob⸗ achtung an Ort und Stelle naͤher kennen zu lernen. Ist dies begründet und sind die erwaͤhnten Motive das Resultat jener

b.

jetzt rechnen sie es sich zu einem beson⸗: rankreich wieder auf diesen Tarif zuruͤckkommen

dationern

Beobachtungen, so hat man allerdings um so weniger Grund, an⸗ zunehmen, daß der Minister von dem darin vertheidigten Prinzip abgehen werde.

,* in den Motiven entwickelten Gründe sind in Kuͤrze fol⸗ gende:

1) Gegen die Mäͤndlichkeit wird angefuͤhrt: Auch bei

dem Franzoͤsischen Prozeß⸗Verfahren werde der Beweis zum .F. aus den schriftlichen Protokollen des Untersuchungs⸗Richters, nicht lediglich aus den dem erkennenden Gerichte unmittelbar vor⸗ liegenden Beweismitteln entnommen. Darin liege die Anerkennt⸗ niß. daß die unmittelbare Vorfuͤhrung der Beweismittel vor das erkennende Gericht nicht unbedingt nothwendig sey. Jedenfalls lege man der unmittelbaren Beweis⸗Aufnahme ein zu großes Ge⸗ wicht bei. Koͤnnte durch die Untersuchung vor dem erkennenden Gericht die That selbst treu zur Anschauung wieder vorgefuͤhrt werden, so wuͤrde dies allerdings die richtigste Erkenntnißquelle seyn. Da jedoch einmal diese nur aus den Erzaͤhlungen des An⸗ geschuldigten und der Zeugen entnommen werden müͤsse, so sey es auch gleschguͤltig, ob das erkennende Gericht diese Erzaͤhlungen unmittelbar aus dem Munde derselben oder aus den vom Untersuchungs⸗Richter, unter Beglaubigung mehrerer unparteüscher Urkunds⸗Zeugen, aufgenommen, von den Erzaͤhlenden, dem Angeschuldigten und den Zeugen, genehmigten und bestaͤtigten Pro⸗ tokollen erfäört. Was die Zeugen muͤndlich mit Worten aussagen, koͤnne eben so gut schriftlich mit Worten wiedergegeben werden; die Gefahr einer falschen Auffassung der Aussagen 2 bei dem muͤndli⸗ chen Verfahren nicht geringer, als bei dem schriftlichen. Dagegen bringe die persönliche Beruͤhrung, in welche beim muͤndlichen Ver⸗ fahren der Richter zu dem Angeschuldigeen komme, leicht eine Par⸗ teilichkeit fuͤr oder gegen denselben in ihm hervor. Der Einwurf, den die 527 des muͤndlichen Verfahrens ge⸗ woͤhnlich machen, daß naͤmlich bei dem Mangel eines solchen der Angeschuldigte weit mehr den Bedruͤckungen und der Willkuͤr des Untersuchungs⸗Richters, sowohl in Bezug auf seine Behandlung im Arrest, als auch in Bezug auf die Mittel, wodurch man ein Gestaͤndniß zu erlangen sucht, ausgesetzt sey, wird durch die An⸗ fuͤhrung bezitige, daß es jedoch dem Angeschuldigten freistehe, Beschwerden dieser Art müÜndlich oder schriftlich zum Protokoll des Untersuchungs⸗Richters zu geben und auf diese Weise zur Kenntniß des oberen Gerichts zu bringen. Endlich aber wird noch die Ansicht aufgestellt, die Einfuͤhrung der Muͤndlichkeit sey mit den Bestimmungen in §§. 45 und 46 der Verfassungs⸗Urkunde unvereinbar, wonach allen richterlichen Urteln Entscheidungsgruͤnde beigefuͤgt werden muͤssen, auch ein geregelter Instanzengang statt⸗ haben soll. 2) Was die Oeffentlichkeit der Gerichts⸗Verhandlungen im Kriminal⸗Prozesse betrifft, so wird dieselbe nicht allein fuͤr uͤberfluͤssig, sondern sogar fuͤr bedenklich erachtet, und zwar a) weil sie dem Schuldigen die Ablegung des Gestaͤndnisses seiner Schuld erschwere und dadurch der Rechtspflege das wirksamste und sicherste Beweismittel 8* Entdeckung der Schuld entziehe; es wird an⸗ efuͤhrt, daß schon dfters Angeschuldigte das Gestaͤndniß vor be⸗ etzter Gerichtsbank hartnaͤckig verweigert, gleich darauf aber eine persoͤnliche Unterredung mit dem Untersuchungs⸗Richter verlangt und diesem dann freiwillig ihre Schuld bekannt häͤtten; b) weil sie nachtheilig auf die Untersuchung durch Zeugen wirke, indem sie diese befangen mache; c) weil gleichermaßen die Unbefangen⸗ heit und Unparteilichkeit des Richters leicht durch die Anwesenheit so vieler Personen und die von ihnen geaͤußerten Gefuͤhle der Theilnahme an dem Schicksal des Angeschuldigten alterirt werde; d) weil die noch nicht entdeckten Mitschuldigen durch die oͤffentlichen Verhandlungen in den Stand gesetzt wuͤrden, die Spuren ihrer Mit⸗ schuld zu beseitigen, e) weil die Oeffentlichkeit der Verhandlungen in vielen Faͤllen nachtheilig auf die Sittlichkeit des zuhoͤrenden Publikums, zumal des juͤngeren, einwirke, durch die Beispiele von Frechheit, welche oft die Verbrecher an den Tag legen, Andere zum Verbrechen anreize, die persoͤnlichen und Familien⸗Verhaͤlt⸗ nisse auf eine verletzende Weise den Augen der Welt preisgebe und fuͤr den Angeschuldigten selbst, sowohl wenn er schuldlos als auch, wenn er zwar schuldig, aber noch fuͤr Schaam empfaͤnglich sey, eine große Haͤrte enthalte.

3) In Bezug auf Geschwornengerichte will der Ent⸗ wurf das gewoͤhnliche Haupt⸗Argument fuͤr diese, daß naͤmlich die von der Regierung angestellten Richter nicht unparteiisch genug seyen, nicht gelten lassen. Bei gemeinen Kriminal⸗Verbrechen habe der angestellte Richter eben so wenig Interesse, den Unschuldigen zu strafen als der Geschworene; bei politischen Prozessen aber sey das Schwurgericht, weil aus dem Volke hervorgegangen, eben so gut Partei, als die Richter; auch seyen fuͤr die Unabhaͤngigkeit der 8e hinlaͤngliche Buͤrgschaften vorhanden in ihrer Unabsetz⸗ barkeit.

Dies ohngefaͤhr sind die hauptsaͤchlichsten Gruͤnde, mit denen der neue Gesetz⸗Entwurf das gebraͤuchliche schriftliche und geheime Verfahren in Kriminal⸗Prozessen vertheidigt. Abgesehen von die⸗ ser Prinzip⸗Frage, in Bezug auf welche begreiflicherweise die Mei⸗ nungen immer verschieden seyn werden, ist die Abfassung des Ent⸗ wurfs unstreitig sehr gelungen zu nennen. Das Verfahren ist möglichst vereinfacht, und, mit Hinweglassung aller uͤberfluͤssigen Formalitaͤten, auf das Nothwendige und wahrhaft Praktische zu⸗ ruͤckgefuͤhrt.

Hannover, 27. Juli. Se. Koͤnigl. Hoheit der Kronprinz haben gestern Nachmittags die hiesige Residenzstadt verlassen, um sich nach Norderney zu begeben.

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Hamburg, 27. Juli. (H. K.) Seit dem ungluͤcklichen Brande hierselbst, bei welchem die Feuer⸗Versicherungs⸗Bank fuͤr Deutschland in Gotha so bedeutend interessirt war, erschienen in mehreren oͤffentlichen Blaͤttern anonyme Auffaͤtze, deren Absicht unverkennbar darin bestand, dieser Anstalt das erworbene Vertrauen des Publikums zu entziehen. Statt darauf zu antworten, hat die Bank gehandelt, und in dem Erfolge ihres Handelns liegt die beste Antwort, welche sie geben konnte. Kaum sind zwei Mo⸗ nate nach dem Brande verflossen, und die Bank hat, nachdem sie vorher die eingereichten Schaden⸗Liquidationen durch ihre Be⸗ vollmaͤchtigten verfassungsmaͤßig pruͤfen ließ, die saͤmmtlichen Liqui⸗ bezahlt und ihre Verpflichtungen vollstaͤndig erfuͤllt.

Italien.

MNom, 19. Juli. (A. Z.) Durch gerichtliches Erkenntniß is der gewesene Redacteur des Journals Solerte in Bologna, A. Castagnoll, als Hochverraͤther zu 20jaͤhriger Galeerenstrafe nach Aloitaverchta verurtheilt. Er wußte sich das Vertrauen der Re⸗ zu verschaffen und soll nun einer neuen politischen Sekte angeh * oder selbst deren Haupt seyn, welche den Namen Ferdi⸗ führt. Einige in Ferrara vorgekommene naͤchtliche Ruhe⸗ gen sind nicht politischer Art gewesen. 1

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Lissabon, 18. Juli. 2 ie Rekonstruirung des Kabinets, dessen Haupt⸗Mitglieder saͤmmtlich ihre Portefeuilles behalten, ist verschoben worden, bis man die endliche Entscheidun des Herzogs von Palmella kennt; man zweifelt jedoch nicht, da er selne Ernennung annehmen wird. Der Marine⸗ und der Justiz⸗ Minister werden gewiß ausscheiden, und der Letztere duͤrfte zum Praͤsidenten der Deputirten⸗Kammer gewäͤhlt werden.

Die Auswechselung der Ratificationen des mit England ab⸗ geschlossenen Handels⸗Traktats und des Traktats zur Abschaffung des Sklavenhandels wird wahrscheinlich in etwa sechs Wochen stattfinden.

Beide Kammern beschaͤftigen sich jetzt mit den Vorarbeiten; die Wahlen sind mit sehr wenigen Ausnahmen saͤmmtlich fuͤr guͤl⸗ tig erklaͤrt worden.

Die Armee soll unverzuͤglich um 4295 Mann vermehrt werden.

Durch ein Koͤnigliches Dekret ist die unverzuͤgliche Erhebung einer Vermöͤgens⸗Steuer von 10 pCt. anbefohlen worden.

Türkei.

Konstantinopel, 23. Juli. (Oest. Beob.) Einem seit mehreren Tagen im Umlauf befindlichen Geruͤchte zufolge, waͤre ein Ausbruch von Feindseligkeiten zwischen Persien und der Pforte zu befuͤrchten. Anlaß zu diesem Geruͤchte hat ein Einfall gegeben, welchen ein Haufe bewaffneter Kurden und Perser zu Ende des Monats Mai in das Paschalik von Bagdad, unweit von der Stadt Suleimanieh, machte, wobei sie jedoch mit Verlust zuruͤckgeschlagen wurden. Nach Berichten, die mit dem letzten Trapezunter Dampfboote eintrafen, hat der Schach von Persien einige Truppen an die Ottomanische Graͤnze abgesendet. Der Gouverneur von Erzerum soll seinerseits Befehle zum Zu⸗ sammenziehen von einigen tausend Mann regulairer und irregulai⸗ rer Truppen ertheilt haben, welche er nach dem Graͤnzorte Baje⸗ sid zu beordern beabsichtigte. Dem Vernehmen nach, wurden die in Erzerum befindlichen Persischen Unterthanen von dem dortigen Schachbender (Konsul) des Schaches aufgefordert, ihre Angelegen⸗ heiten zu ordnen, um binnen zwel Monaten das Tuͤrkische Gebiet verlassen zu koͤnnen. Von Seieen des hiesigen Persischen Geschaͤfts⸗ traͤgers ist bis jetzt keine aͤhnliche Maßregel getroffen worden; uͤberhaupt haben noch keine auf diese Angelegenheit sich beziehen⸗ den Eroͤffnungen zwischen ihm und dem Ministerium der Pforte stattgefunden, und man giebt der Hoffnung Raum, daß die ob⸗ waltenden Differenzen auf guͤtlichem Wege werden ausgeglichen werden koͤnnen.

Mitittelst Großherrlichen Handschreibens sind der ehemalige Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten, Rifaat Pascha, und der ehemalige Praͤsident des Reichs⸗Conseils, Hassib Pascha, zu Untersuchungs⸗Commissairen, und zwar Ersterer fuͤr Rumelien, Letzterer fuͤr Anatolien ernannt worden. Sie gedenken ihre Rund⸗ reise, welche die Untersuchung des administrativen und finanziellen Zustandes des Landes zum Gegenstande haben wird, binnen eini⸗ ger Wochen anzutreten.

Am 10ten d. M. ist in dem am Bosphor gelegenen Dorfe Jenikoͤj eine Feuersbrunst ausgebrochen, welche trotz der herrschen⸗ den Windstille gegen vierzig Haͤuser verzehrt hat, und ohne die Dazwischenkunft der Matrosen der in Bujukdere und Therapia stationirten Russischen und Franzoͤsischen Kriegsschiffe noch bedeu⸗ tendere Verheerungen angerichtet haben wuͤrde.

Konstantinopel, 13. Juli. (L. A. Z.) Die Begebenhei⸗ ten an der Persischen Graͤnze sind nicht so unbedeutend, als man anfangs glaubte. Nach den neuesten Nachrichten fanden die Ge⸗ fechte, in welchen die Tuͤrken Sieger blieben, nur zwischen den Tuͤrkischen Graͤnztruppen und der Avantgarde eines groͤßeren Per⸗ sischen Armee⸗Corps statt. Als dies selbst anlangte, mußten die an Zahl bedeutend schwaͤcheren Tuͤrkischen Truppen weichen. Die Perser uͤberschritten die Tuͤrkische Graͤnze und besetzten sechs Doͤr⸗ fer und die Stadt Solimanieh (die Hauptstadt des Kurdistani⸗ schen Fuͤrstenthums Sindian), in deren Besitze sie sich noch jetzt befinden. Pluͤndern, Brennen und Morden bezeichneten den Sie⸗ geszug der Perser. Die dortigen Tuͤrkischen Paschas fordern von Konstantinopel schleunige Huͤlfe, welche zu gewaͤhren die Pforte auch gesonnen zu seyn scheint. Das erste Garde⸗Kavallerie⸗Regi⸗ ment, 1000 Pferde stark, das zweite Garde⸗Infanterie⸗Regiment, 3000 Mann stark, und zwei Batterieen Artillerie gehen morgen dahin ab; eben so ist schon ein Tatar nach Angora abgesendet worden, um dem dort stehenden Kavallerie⸗Regimente die Ordre zu uͤberbringen, auf der Stelle nach Bagdad zu marschiren. Die Tuͤrken machen zu der ganzen Sache bedenkliche Gesichter; sie meinen, die Perser seyen zwar keine guten Soldaten und des⸗ halb nicht zu fuͤrchten, sobald eine hinlaͤnglich starke Tuͤrkische Armee sich nur zeigen wuͤrde, wuͤrden sie sich zuruͤckziehen; allein sie waͤren desto bessere Pluͤnderer. Konstantinopel laͤge so weit von der Persischen Graͤnze entfernt, daß, bevor das Huͤlfs⸗Corps dort ankaͤme (die Infanterie ist gewoͤhnlich zwei Monat auf dem Marsche nach Bagdad), die Perser wohl jene bluͤhenden Provinzen an den Gestaden des Euphrat und Tigris verwuͤstet und ausgeraubt haben wuͤrden. In Bagdad laͤgen zwar zwei Regimenter Infanterie, ein Regiment Kavallerie und einige Artillerie, und in Erzerum mehrere Retif⸗Bataillone, allein diese reichten nicht hin, um einem groͤßeren Armee⸗Corps die Spitze zu bieten, sie muͤßten sich daher mehr in den befestigten Staͤdten konzen— trirt halten, ohne die Landschaft vertheidigen zu koͤnnen. Der hiesige Persische Konsul hat den Persischen Kaufleuten angekuͤn⸗ digt, daß der Schach mit der Pforte in Krieg verwickelt sey und sie deshalb Konstantinopel zu verlassen haͤtten. Allein die Pforte will den Abgang dieser Herren nicht gestatten, weil sie meist große Summen auf dem hiesigen Platze schulden. Der Kon⸗ sul hatte diese Woche mit dem Russischen Gesandten mehrere Konferenzen, wahrscheinlich in dieser Angelegenheit. Die Ursachen dieses Zerwuͤrfnisses Persiens mit der Pforte sind mehrere. Die Haupt⸗Ursache ist der schon seit einer langen Reihe von Jahren beste⸗ hende Graͤnzstreit wegen einiger Ortschaften auf der Tuͤrkischen Graͤnze. Seit der Wiedereroberung Bagdads durch Sultan Murad IV. sind Persien und die Tuͤrkei deshalb schon mehrmals in Krieg verwickelt gewesen. Zu den Staͤdten, welche vorzuͤglich Persien anspricht, gehoͤrt Kerbela, eine reiche Stadt von 10,000 Einwoh⸗ nern, an einem Arme des Euphrat gelegen. In dieser Stadt wurde der Imam Hossein, Sohn des Chalifen Ali und Enkel des Propheten Mohammed, getoͤdtet. Wegen seines dortigen Begraͤbnisses wurde die Stadt ein besuchter Wallfahrtsort. Da nun die Perser der Sekte Ali's angehören, so machen sie vorzuͤglich auf diese ihnen heilige Stadt Anspruch. Sobald nun Persien die Tuͤrkei mit irgend einem anderen Staat in Streitig⸗ keiten verwickelt sah, brachte es den alten Anspruch gegen diese Stadt in den anderen Graͤnz⸗Ortschaften wieder vor und suchte sie mit den Waffen in der Hand zu erobern. So auch diesmal. Eine

hoͤhte Eingangs⸗Zoll; eine dritte die Flucht eines Tuͤrkischen Pascha's nach Persien, welchen dieses auf die Reclamation der Pforte nicht ausliefern will; eine vierte endlich die Differenzen mit dem Per⸗ sischen Gesandten Mirza⸗Dschafer, welche seinen Abgang von Kon⸗ stantinopel zur Folge hatten.

Auch in Rumelien sind wieder Unruhen ausgebrochen, namentlich in der Gegend von Nissa und Sophia, wo einige 4 Bulgarenchefs aus Serbien zuruͤckgekehrt sind und das

olk von neuem zum Aufstande gegen die Pforte aufwiegeln.

8 Von der Türkischen Gränze, 8. Juli. (Deutsche Bl.) Nach Berichten aus Bucharest haben sich die Kollisionen, die in der letzten Zeit zwischen dem Fuͤrsten und den Bojaren, zwischen dem Pforten⸗ und dem Russischen Commissair ergeben hatten, gluͤcklich gelbst. Wenigstens glaubt man, daß die näͤchste —, ruhig und fuͤr die Fortschritte des Landes guͤnstig seyn werde.

Inl and. Hirschberg, 27. Juli. (Bresl. Z.) Heute fruͤh reiste

Ihre Majestaͤt die Koͤnigin durch unsere Stadt. Gegen 11 ½ Uhr folgte Se. Majestaͤt der Koͤnig, der erst gegen 2 Uhr Nachmit⸗ tags erwartet wurde. Naͤchsten Sonnabend ist die Confirmation Ihrer Koͤnigl. Hoheit der Prinzessin Marie, Tochter Sr. Koͤnigl. Hoheit des Prinzen Wäilhelm, zu Fischbach in der Kirche daselbst. Sonntag darauf folgt die erste Abendmahls⸗Feier. Kaum wird die Kirche, die uͤbrigens von ihrer hundertjaͤhrigen ZJubelfeier, welche erst vor wenigen Wochen stattfand, noch jugendlich geschmuͤckt dasteht, die Volksmenge fassen, welche von allen Seiten herbeiströͤ⸗

men wird, der Feier beizuwohnen. Sr. Majestaͤt Aufenthalt wird sich diesmal nur auf einige Tage beschraͤnken. Allerhoͤchstdie⸗ selben werden, da das Schloß nebst dem angraͤnzenden, voriges Jahr neu erbauten Speisesaale eingerissen und im Bau begriffen ist, im Herrenhause residiren. Fuͤr die naͤchsten Tage werden aber Fischbach und Erdmannsdorf die Punkte seyn, welche die Bevoͤl⸗ kerung des Thales sammeln werden.

Fischbach, 25. Juli. Gestern Nachmittags 5 ½ Uhr langten, von Goͤrlitz kommend, Se. Hoheit der Prinz Karl von Hessen und bei Rhein nebst Gemahlin Koͤnigl. Hoheit und deren Soͤhne, die Prinzen Louis und Heinrich, hier an. Heute Nachmittags 6 Uhr trafen, aus Boͤhmen und uͤber Landeshut kommend, Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Wilhelm, Oheim Sr. Majestaͤt, nebst dem Prinzen Waldemar Koͤnigl. Hoheit hier ein.

Danzig, 26. Juli. (Danz. Z.) In der hiesigen Zeitung ist der Herr Lieutenant von Decker als anwesend bei dem Feuer im Koͤniglichen Regierungs⸗Gebaͤude (Nr. 200 der Staats⸗ Ztg.) nur irrthuͤmlich genannt worden, indem derselbe versetzt und damals nicht mehr in Danzig war. Der Lieutenant Krampff I. von der 1. Artillerie-⸗Brigade ist es, welcher bei dieser Gelegenheit die Spritze der hiesigen Haupt⸗Artillerie⸗Werkstatt durch seine umsichtigen Anordnungen in die anerkannte Thaͤtigkeit setzte. Dies zur Berichtigung jenes bereits in andere Blaͤtter uͤbergegan⸗ genen Artikels.

zweite Ursache ist der von der Tuͤrkei auf Persische Waaren er⸗

Eröffnung der Berlin⸗Stettiner Eisenbahn.

„Berlin, 30. Juli. Ein Bau, der fuͤr Berlin und Stettin, fuͤr diese Endpunkte wie fuͤr die dazwischen liegenden Theile der Mark und fuͤr Pommern von der groͤßten Wichtigkeit zu werden verspricht, hat heute seine Weihe erhalten. Die Eisenbahn zwi⸗ schen Berlin und Stettin (18 Meilen) ist bis Neustadt⸗Ebers⸗ walde (6 Meilen) heute eroͤffnet. Um 11 Uhr verließ ein festlich geschmuͤckter Zug, aus 11 Wagen bestehend, etwa 250 Personen fuͤhrend, den Berliner Bahnhof vor dem Oranienburger Thore. Mitglieder des Direktoriums und des Verwaltungs⸗Raths der Eisenbahn⸗Gesellschaft geleiteten die Ober-Behoͤrden der beiden Provinzen und die Repraͤsentanten der Kreise und Ortschaften, de⸗ ren Gebiet beruͤhrt wurde. Der Zufall hatte es leider so gefuͤgt, daß mehrere der Herren Minister nicht in Berlin anwesend waren, namentlich der Herr Finanz⸗Minister, welcher auf seiner Rundreise augenblicklich sich in Stettin befand, weshalb auch aus der Pro⸗ vinz Pommern und aus Stettin mehrere geladene Gaͤste fehlten. Bei Bernau und bei Biesenthal wurde der Zug von den Bewoh⸗ nern freudig begruͤßt; Ehrenbogen aus Laubwerk und Blumen be⸗ zeugten die rege Theilnahme der Bewohner. Auch die Stadt Neustadt hatte dem Zuge einen festlichen Empfang bereitet und wehende Flaggen erinnerten an den Bund, welchen die Residenz mit dem ersten Seehafen des Preußischen Staats, welchen die Marken mit Pommern durch die Eisenbahn noch inniger geschlos⸗ sen haben. Ein frohes Mahl gab Gelegenheit, des Herrschers dieser Lande durch freudigen Gruß zu gedenken, des Landesvaters, der in Aller Herzen lebt, der auch das Unternehmen, welches heute er⸗ oͤffnet wurde, wesentlich gefoͤrdert hat. Der Behoͤrden und Maͤn⸗ ner, welche sich wahre Verdienste um diese Anlage erworben ha⸗ ben, wurde sodann gedacht und in der regen Theilnahme, welche dabei sich aussprach, muͤssen sie den Lohn gefunden haben fuͤr die Beharrlichkeit, mit welcher sie den betretenen We verfolgten, fuͤr die Umsicht, durch welche sie das Werk der Vo endung ent⸗ gegenfuͤhrten. Gegen 6 Uhr Abends fuhr der Zug nach Berlin zuruͤck. Besondere Erwaͤhnung verdient, daß die Lokomotive, welche den Zug fuͤhrte, von Herrn Borsig in Berlin gebaut ist, und erst am Tage zuvor auf die Bahn gebracht war. Die Ma⸗ schinenfabrik, aus welcher dieselbe hervorgegangen, hat den Ruf. welcher durch fruͤhere Lieferungen fuͤr die Berlin⸗Anhaltische Bahn bereits begruͤndet war, durch diese Maschine auf das befriedigendste gerechtfertigt. Dasselbe darf von den aus der Wagenbau⸗Anstalt des Herrn Zoller gelieferten Wagen gesagt werden, welche sowohl hinsichtlich ihrer Ausstattung als ruͤcksichtlich ihrer Bequemlichkeit allen Anforderungen entsprachen. Sehr erfreulich ist, daß wir jetzt dahin gelangt sind, uns vom Auslande in Beziehung auf die Fahrzeuge fuͤr Eisenbahnen unabhaͤngig zu machen; moͤchte solches doch auch hinsichtlich der Schienen geschehen!

Wissenschaft, Kunst und Literatur. Das Königliche lithographische Institut.

Berlin, 29. Juli. Unter den Anstalten, welche nach beendetem Kriege in unserer Vaterstadt ins Leben traten, geboͤrt auch das durch ein Privat⸗Unternehmen eines Einzelnen begruͤndete und demnaͤchst im Jahre 1817 zu einer Koͤniglichen Anstalt erhobene litbographische Institut. Der Abschnitt eines 25jaͤhrigen Wirkens, welchen das ge⸗