1842 / 225 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Mon, 15 Aug 1842 18:00:01 GMT) scan diff

ustriren. Das Museum soll am 8. Juni 1843 mit einem jaͤhr⸗ wiederholenden Feste feierlich er ffnet werden, und bei der

tiefen Verehrung, die man den Manen Winckelmann's allenthalben

zollt, zweifeln wir nicht an der allgemeinen Theilnahme, womit ese Racheicht aufgenommen werden wird.

Schweiz.

Bern, 3. Aug. (A. Z.) Auch Uri erwies in diesen letzten Tagen dem Fortschritt der Wissenschaft am Fuße der Alpen eine Huldigung durch die gemuͤthliche Aufnahme der naturforschen⸗ den Gesfellschaft in Altorf, wo die letztere am 24. Juli mit 2 Kanonenschuͤssen begruͤßt, am folgenden Tage unter dem Vor⸗ sitze des Doktor, Lusser ihre erste Sitzung hieit. In der Eroͤff⸗ nungs⸗Rede druͤckte dieser die Freude aus, welche die Bewohner des Kantons empfaͤnden, zum erstenmale eine eidgenoͤssische Ge⸗ sellschaft bei sich zusammenkommen zu sehen. Bei dem Mittag⸗ essen in einem mit Einfachheit, aber geschmackvoll ausgeruͤsteten Saale traten Knaben und Maͤdchen in der Tracht der verschie⸗ denen Gemeinden des Kantons herein und sangen unter Beglei⸗ tung von Instrumental⸗Musik einen Chor, worauf sich einer nach dem anderen naͤherte, die Gaͤste unter Absingung einer Strophe im Namen seiner Gemeinde willkommen hieß und denselben Blu⸗ menstraͤuße und Lieder austheilte. Dienstag Morgens versammelten sich die einzelnen Sectionen zur Anhoͤrung und Besprechung ver⸗ schiedener Abhandlungen. In der gegen Mittag zusammengetre⸗ tenen allgemeinen Versammlung eroͤrterte man die Ursachen der physischen Umwäaͤlzungen in der Schweiz, wobei Agassiz seine Theorie uͤber die Gletscher und die Thatsachen mittheilte, auf die sie sich stuͤtzt. Abends wurde die Gesellschaft von den Kapuzinern bewirthet, wobei die ehrwuͤrdigen Vaͤter selbst bedienten und einer einen Toast ausbrachte. In ihrem Garten sand man Musik und Feuerwerk. In der letzten allgemeinen Versammlung hoͤrte man eine wichtige Abhandlung von e von Nicolet aus Neuenburg uͤber die Spinnen der Schweiz. Als der Ort der näͤchsten Zu⸗ sammenkunft wurde Lausanne, als Praͤsident Dr. Lardy bezeichnet. Mehrere Mitglieder folgten Agassiz auf seine dringende Einladung in das sogenannte Hotel des Neuchatelois auf dem Aargletscher.

Italien.

Neapel, 30. Juli. (A. Z.) Die vier Franzoͤsischen See⸗ Offiziere, welche des Duells halber hier zuruͤckgehalten worden waren, wurden am verflossenen Sonntag auf Befehl des 8 freigegeben und haben noch am selbigen Morgen an Bord des sie erwartenden Dampfschiffes unsere Stadt verlassen, vermuthlich um die Eskadre des Admiral Hugon r v Ob sie hier ge⸗ richtet und dann begnadigt worden, oder ob man die milde Deu⸗ tung eines Falls der Nothwehr habe eintreten lassen, daruͤber wurde nichts Naͤheres bekannt.

Nach den Probefahrten des Herrn von Bayard, Unterneh⸗ mers und Ingenieurs der Eisenbahn, so wie des Ministers des nnern, wird Se. Majestaͤt solche morgen zum erstenmale bis

Tastellamare befahren und auf uͤbermorgen ist die Eroͤffnung fuͤr das Publikum angekuͤndigt. Die Preise sind auf 40 Gran fuͤr den ersten, 25 Gran fuͤr den zweiten und 15 Gran fuͤr den drit⸗ ten Platz festgesetzt. Der 14 Miglien (3 ½ Deutsche Meilen) lange Weg wird bel ordinairen Fahrten, wo unterweges angehalten wird, in ungefaͤhr 42 bis 45 Minuten zuruͤckgelegt. b

er Koͤnig und die Koͤnigin stehen im Begriff, nach Mes⸗ sina zu gehen, um dem Feste der Madonna della Lettera beizu⸗ wohnen, welches alle hundert Jahre gefeiert wird und am 4. Au⸗ gust beginnt; es sind dem Koͤnig zu Ehren, welcher die Einladung der Stadt Messina angenommen, große Vorbereitungen getroffen

worden.

Spanien.

3 Madrid, 1. Aug. Der Infant Don Francisco de Paula ist heut fruͤh mit seiner Familie von hier abgereist, allein es hat keine Demonstration zu seinen Gunsten statkgefunden. Die In⸗ triguen der Prinzessin Carlota werden uͤbrigens noch lange Zeit Spuren in dem Palast zuruͤcklassen; sie hatte alle Personen, die sich der jungen Koͤnigin naͤhern, zu Gunsten ihres aͤltesten Sohnes gewonnen und man behauptet, daß diese Taktik bereits bis zu einem gewissen Punkte gelungen sey.

Die Schriftsetzer fangen schon wieder an, Versammlungen zu halten und eine zweite Coalition zu organisiren.

Inland.

Berlin, 13. Aug. Heute Morgen zehn Uhr fand in der hiesigen katholischen Kirche, auf Veranstaltung der Franzoͤsischen Gesandtschaft und in Gegenwart der Minister und anderer hoher Staats⸗Beamten, des diplomatischen Corps und der hier anwe⸗ senden Franzosen, das bereits angekuͤndigte feierliche Trauer⸗Amt zum Andenken des Herzogs von Orleans statt. In der Mitte der auf angemessene Weise dekorirtten Kirche erhob sich ein mit der fiorumhoͤllten Krone gezierter Katafalk und die von den aus⸗ gezeichnetsten Talenten der Hauptstadt unterstuͤtzte Aufuͤhrung von Mozart's Requiem gab der ergreifenden Feier eine besondere Weihe. Die Theilnahme des in großer Menge versammelten Publikums sprach sich dabei auf die unzweideutigste Weise aus und lieferte aufs neue den Beweis dafuͤr, mit welchen Sympa⸗

thieen man auch bei uns den harten Schlag zu wuͤrdigen weiß, welcher Frankreich und sein Koͤnigl. Haus so unerwartet be⸗

BVerlin, 13. Aug. Das Militair⸗Wochenblatt enthaͤlt eine von Sr. Excellenz dem Herrn Kriegs⸗Minister am 28. Juni unterzeichnete Verordnung uͤber die Invalidenhaͤuser, die, in Ge⸗ maͤßheit einer Allerhoͤchsten Kabinets⸗Ordre vom 18. Februar, eine neue Einrichtung erhalten. Das in 43 Artikeln abgefaßte Reglement umfaßt folgende sechs Haupt⸗Bestimmungen: I. Ein⸗ richtung der Invalidenhaͤuser; II. Errichtung von Veteranen⸗ Sectionen aus den bisherigen Provinzial⸗Invaliden⸗Compagnieen; III. Beurlaubung aus den Invalidenhaͤusern und Veteranen⸗Sec⸗ IV. Allgemeine Bestimmungen; V. Bedingungen, unter welchen bereits entlassene Mannschaften einen Anspruch auf In⸗ validen⸗Wohlthaten erwerben koͤnnen; und VI. Feststellung der Invaliditaͤt der bereits entlassenen Mannschaften. Wir theilen hier 2 22 gF--xTn mit. 1) Die Staͤrke des Invalidenhauses dei Berlin wi 1 egenwaͤrtigen Verbaͤltnissen auf 400 Kbpfe eneen, cs ompagnieen, jede zu 50 Mann zu formiren sind, von denen die erste den Namen der Leib⸗Compagnie, die zweite den der Grenadier Compagnie fuͤhren soll.

Düsseldorf, 10. Aug. Die Frequenz der Dusseldorf⸗Elber⸗

vwVWwijsfenschaft, Kunst und Literatur.

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eere vorwurfsfrei gedient haben und arztlich fuͤr unfaäͤbig zur elbsternaͤhrung erklart worden sind.

4) Mit dem Eintritt des neuen Etats der Invalidenhaͤuser erhalten die Mannschaften der Leib⸗Compagnie eine Zulage von Einem Thaler, die der Grenadier⸗Compagnie eine Zulage von Funfzehn Silbergroschen monatlich. 1

5) Wenn sich koͤnftig nicht Leute mit den vorgeschriebenen . schaften zum Ersatz der beiden ersten Compagnicen finden soll⸗ ten, so bleiben die Plaͤtze vakant.

6) Die 6 anderen Compagnieen werden mit den, nach den beste⸗ henden Bestimmungen dazu berechtigten Invaliden, welche nicht zu den bezeichneten beiden Kategorieen gehdren, ergaänzt. Die etatsmaͤßige Starke der Invalidenhaͤuser zu Stolpe und Rybnick wird jedes zu 80 Koͤpfen bestimmt, welche in 5 See⸗ tionen, jede zu 16 Mann, formirt werden, von denen die iste als Leib⸗, die 2te als Grenadier⸗Section nach den fuͤr das Invalidenhaus bei Berlin geltenden Vorschriften zu behan⸗ deln ist. 4

) Die 4 3 angegebenen Bedingungen gelten sowohl fuͤr Unter⸗ offiziere als fuͤr Gemeine, so wie uͤberhaupt zur Erwerbung des Anspruches auf Aufnahme in ein Invalidenhaus oder auf Ge⸗ waͤhrung des boͤchsten Gnadengehaltes der Charge, insoweit dieser Anspruch mit durch die Laͤnge der Dienstzeit bedingt wird. m Diejenigen Soldaten, welche in den Regimentern, Brigaden, Abtheilungen, kombinirten Reserve⸗Bataillonen und Halbin⸗

validen⸗Sectionen so invalide geworden sind, daß sie gar keine

Dienste mehr zu leisten vermdgen, und nach ihren Dienst⸗ und

Invaliditaͤts⸗Verhaͤltnissen Anspruch auf das hoͤchste Gnaden⸗

gehalt ihrer Charge haben, kommen in die Invaliden⸗Haͤuser.

Dies gilt auch von denjenigen, welche in den Veteranen⸗See⸗

tionen einen solchen Grad von Invaliditaͤt erreicht haben.

selder Eisenbahn betrug im Monat Juli 1842: 39,955 Personen. An Guͤtern wurden transportirt 38,478 , Ctr.

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Berlin. Se. Majestaͤt der Sen haben Allergnaͤdigst geruht, von dem Werke des Dr. Puttrich in Leipzig: „Denkmale der Bau⸗ kunst des Mittelalters in der Preußischen Provinz Sachsen und in den uͤbrigen Saͤchsischen Laͤndern“, 25 Exemplare durch das hohe Ministe⸗ rium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten zur v. an die wissenschaftlichen und Kunst⸗Institute ankaufen zu lassen.

Jahrbuͤcher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande. I. Mit vier lithographirten Tafeln. Koͤln 1842. 8.

Es sind jetzt 22 Jahre, als auf Veranlassung Goͤthe's und des Kölnischen Kunst⸗Patriarchen Wallraf, deren Briefe im fuͤnften Bande von Dorow's „Denkschriften und Briefen“ mitgetheilt sind, der Fuͤrst Hardenberg die Errichtung eines Museums fuͤr vaterlaͤndische Alter⸗ thuͤmer in der Stadt Bonn durch ein Reskript vom 4. Januar 1820 verfuͤgte. Die schoͤnen Hoffnungen, welche der hochgesinnte Staats⸗ mann an diese Stiftung knuͤpfte, kamen jedoch, durch allerei Umstaͤnde verhindert, nicht zur Reife, und wenn auch das S bis auf den süsligen Tag einzelne Bereicherungen erhalten hat, so vermochte das⸗

elbe doch nicht, sich zum frischen Leben emporzuarbeiten oder von den Bewohnern des Rheinlandes als eine vaterlaͤndische Einrichtung be⸗ trachtet zu werden, wie gern dieselben auch sonst Alles unterstuͤtzen, was die Ehre ihres geliebten Bodens erhoͤht und den Ruhm dessel⸗ ben im Auslande verbreitet. Um so erfreulicher ist in einer Zeit, wo durch Eisenbahnen und Dampfschiffe das regste Leben im Rheinlande verbreitet ist, wo die alten Staͤdte sich erneuern und verschhnern, wo die malende Kunst sich einen ihrer Hauptsitze in Duͤsseldorf gegruͤndet hat, wo aber auch am Rhein wie in anderen Deutschen Landstrichen so viele Elemente sich vereinigen, um der Gegenwart einen nicht immer ge⸗ rechten Sieg uͤber die Vergangenheit zu erkaͤmpfen um so erfreu⸗ licher ist es, sagen wir, daß in einer solchen Zeit nur darum ein

Verein von Alterthumsfreunden im Rheinlande zusammengetreten ist.

Am 1. Oktober 1841 ward dieser Verein in Bonn gestiftet, be⸗ stimmt fuͤr die Erhaltung, Bekanntmachung und Erklaͤrung antiker Monumente aller Art in dem Stromgebiete des Rheins und seiner Rebenfluͤsse, von den Alpen bis an das Meer, Sorge zu tragen, ein lebhafteres Interesse dafuͤr zu verbreiten und, so viel 2 die Monumente aus ihrer Vereinzelung in oͤffentliche Samm ungen zu versetzen. Zu diesen Zwecken hat sich derselbe auch der Unterstuͤtzung und mehrfacher Beguͤnstigungen von Seiten der hoͤchsten Staats⸗ Behoͤrden zu erfreuen gehabt; die Zahl der ordentlichen Mitglieder ist bis auf 116 gestiegen, und das erste Heft der Jahrbuͤcher des Vereins, an dessen Spitze jetzt Professor Ritschl steht, und dessen Beamten Professor Schopen und die Doktoren ÜUrlichs, Lersch und Düͤntzer (saͤmmtlich in Bonn) sind, liegt in lobenswerther Ausstat⸗ tung vor uns. 8 8

Dasselbe enthaͤlt in der ersten Abtheilung: Chorographie und Ge⸗

schichte, eine interessante Abhandlung von Lersch uͤber den Namen

Verona, mit welchem die Stadt Bonn auf Siegeln, Muͤnzen und in Urkunden bezeichnet ist. Alle diese Spuren verfolgt der Verfasser mit roßer Belesenheit sowohl in den Schriftstellern des Alterthums, als n den Chroniken und Gedichten des Mittelalters, namentlich des Heldenbuches, und hat dadurch mehrere sehr wahrscheinliche Resultate ewonnen. Weiter beschreibt G. Baͤrsch die Alterthuͤmer des Kreises Bitburg. In der zweiten Abtheilung: Monumente, hat Urlichs ge⸗ lehrt und geschmackvoll zwei Reliefs aus dem Museum der Rheini⸗ schen Alterthuͤmer und eine Bronze⸗Statue, im Besitz der Frau Mer⸗ tens⸗Schaaffhausen in Bonn, erlaͤutert, von denen die beiden ersten auf die ürspruͤnge Roms und Iphigenia's Flucht aus dem Lande der Taurier gedeutet werden, die Statue aber Amor, den Sieger der Got⸗ ter, darstellt. Von allen sind lithographirte Abbildungen beigegeben. Ueber die Denkmaͤler aus der Vordeutschen Periode der Neckar⸗Gegen⸗ den hat Pauly, uͤber Roͤmische Alterthuͤmer in Mecklenburg Bernd ge⸗ sprochen; neue Roͤmische Inschriften zu Wiesbaden, Mainz und Rheder bei Bonn hat Lersch und eine Anzahl Rheinlaͤndischer Inschriften Duͤntzer erklaͤrt, beide mit der vielseitigen Gelehrsamkeit, welche die Schriften dieser Gelehrten auszeichnet. Die Fortsetzung so verdienst⸗ Uicher Untersuchungen von eingeborenen Maͤnnern ist namentlich zu wuͤnschen, da am gehein noch nicht die Antiquare ausgestorben sind, die in des alten Gelenius unkritischer Manier auch die Interpreta⸗ tionen von Steinschriften mit Willkuͤr behandeln und sich gegen bessere Erklarungen gaͤnzlich abschließen. In der dritten Abtbeflung, Literatur, hat Vaͤnter uͤber mehrere Monographieen aus den letzten Fabren, historischen, chorographischen und antiqugrischen Inhalts, Bericht erstattet, und auch hier durch reiche Mittheilungen aus eigenen Sammlungen, wie uͤber die Geschichte der Stadt Neuß, und durch kritische Bemerkungen uͤber das itinerarium Antonini seine Liebe zu dem heimatblichen Boden von neuem bethaͤtigt. Man muß in der That dem Rheinlande Gluͤck wuͤnschen, daß seine Philologen mit so lebhafter Theilnahme sich diesen lokalen Forschungen 5 und duͤrfte wohl darin einen neuen Beweis finden, daß die Schulen, in welchen jene Manner in den letzten Decennien erzogen sind, es verstanden haben, neben der Liebe zu Griechischer und Lateinischer Literatur auch den Sinn fuͤr alles Vaterlaͤndische offen und unver⸗

kuͤmmert zu erhalten. 8 vert z9 grhe Miszellen und die Chronik des Vereins fuͤllen die

ie Leib⸗Compagnie soll nur aus solchen ganzinvaliden Indivi⸗ 2) 2 bestehen, welche durch eine Verwundung im Krieg⸗ sicht⸗ lich beschaͤdigt, oder das eiserne Kreuz erworben haben und ärzt⸗

r Selbsternaͤhrung unfaͤhi art worden sind. ) 39. e,Segser Cmnvagnte varß nur aus solchen ganzinvaliden

letzten Seiten dieses ersten Heftes, dessen Nachfolger wir recht bald 4 begruͤßen L.65, b Fe wird hoffentlich auch die Zahl der —2 gerer gestiegen seyn, indem wir noch manche durch Stand, Kunstsinn und AKeichtbn⸗ ausgezeichnete Notabilitaͤten des Rhein⸗ landes vermißt haben. b.

Leuten gebildet werden, welche mindestens 21 Jahre im stehenden

Deukschrift anf Scharnborst.

6 venna eolkonmen gerechtfertigt, auch ohne die 88 stände, die in der Widmung an den Rektor Eckstein in

gesg; sind. bct as zuvoͤrderst den Inhalt anbetrifft, so macht die gute Gesin⸗ nung und die froͤhliche Begeisterung, mit welcher der lhenge efin. 88 spricht, seiner Arbeit viele Ehre. Wir finden die wich⸗ tigsten Begebenheiten aus dem Leben des Feldherrn mit guter Aus⸗ wahl nach den zugaͤnglichen Quellen herausgehoben und das laͤngere Verweilen bei einzelnen derselben uͤberall hinlanglich motivirt, so daß, wenn auch die Schrift nichts Neues bringt, man doch die 2 bekannten Thatsachen mit neng.n wieder liest. Wie gern Fenfaser⸗ wenn er in Scharnhorst's Zeit geleht oder von Zeit⸗ ö7 A baͤtte koͤnnen unterrichten lassen, noch Ausfuͤhrlicheres, Giehe aa Euntes gegeben haben wuͤrde, geht aus einer schoͤnen eer ; R2* hervor. Bedeutende Irrtbuͤmer finden sich daher vas Preußische ede. Nur durfte der Her og von Braunschweig, der 4—* sische Hei im Jahre 1806 befehligte, nicht „Karl“ (C. 12) ½ P sendenn „Karl Wilbelm Ferdinand“: der Herzog par va da Vic so wie auch nicht mit Recht (S. 16) gesagt ist, daß allein das Bluͤchersche Corps sich bei Jena des Preußischen Namens wuͤrdig gezeigt hätte. Denn an persönlicher Tapferkeit der Soldaten fehlte es in jener Schlacht in keiner Preußischen Heeres⸗ Abtheilung. Ueber Scharnhorst’'s Tod hat Herr Masius mit Recht die gewoͤhnliche Erzaͤblung nicht wiederholt, als sey er unmittelbar an den Folgen der bei Großgoͤrschen empfangenen Wunde gestorben (S. 30), worüͤber jetzt Hippel's Beitraͤge zur Charafteristik riedrich Wilbelm’s III. (S. 78) nicht üͤbersehen werden duͤrfen. Aber auf derselben Seite ist faͤlschlich angegeben, daß Scharnhorst an demsel⸗ ben Orte begraben sey, wo die Leiche des Feldmarschall Schwerin beigesetzt worden ist. Denn diese wurde (m. s. Varnhagen von Ense's Leben Schwerin’s S. 225. 226) von in Schwerin's Heimath gefuͤhrt und auf herkoͤmmlich standesmaͤßige Weise in dem Erbbe⸗ graͤbniß zu Wusseken bei Schwerinsburg Sets 8 Zu diesen Vorzuͤgen der Behandlung gesellt sich auch das Lob eines reinen und eleganten Lateinischen Ausdrucks. Der Verfasser hat hierin mit Gluͤck den glaͤnzenden Mustern eines Eichstaͤdt, Hermann und Boeckh nachgestrebt und wieder einmal dargethan (was jetzt Ruge, Koͤypen und Neumann in Abrede stellen), d. man auch von modernen und vaterlaͤndischen Gegenstaͤnden in Lateinischer Sprache ohne allen uͤberfluͤssigen Wortprunk gut und einfach reden koͤnne. J.

Meteorologische Beobachtungen.

Abends 10 Uhr.

Nach einmaliger Beobachtung.

1842. 12. August.

Morgens Nachmittage 6 Ubr. 2 Uhr.

339,58 Pen. 340,63“ Par. 340,79 Par. + 12,7° n. + 19,72 n. + 11,2° u. + 10,22 n. + 8,0“ n. + 7,° n. 82 pct. 41 pce. 75 pcCt. beiter. beiter. beiter. NNW. NW. NW. Wrrmewechsel+† 20,49 NW. 9,1°

Tagesmittel: 340,27 Per. + 14,02 n. 4 8,62h. 66 pCoth. Nw.

Berliner Bör se. Den 13 August 1842.

Pr. Cour. Brief.] Geld.

Quellwürme 8,7 k. Plusswürme 18,1* R. Bodenwärme Ausddustung Niederschlag

Luafldruck.. Luftwärme.. Thaupunkt...

Pr. Cour.

Actien. mrief. Geld.

Fond’s.

Brl. Pots. Kisenb.

5 127 ½ do. do. Prior. Obl. 4 4

103 116 ½ 115 102

10 ¼ 10

St. Schuld-Sch. do. z. 3 ½ „abgeat. Pr. Engl. Obl. 30. Prüm. Sch. der Seebandlung. Kur- u. Nm. Schv. Berl. Stadt-Obl. 104 103 ½ do. z. 3 abgest. 102 ½

Danz. do. in Th. 48 40. do. Peior. Obl. 98 ½

Wenstp. Pfandbr. 103 4 106 ½ herl.-Frankf. Eis. 5 102

Grossb. Pos. do. 103 Oatpr. Pfandbr. Priedrichad' 13 ½ 13 27 21 riedrie or * 10327 2 103 ⁄14 Audere Goldmün-

Pomm. do. 8 103 ½ nen à 5 Th. —— 9 ½ 9

Kur- u. Neum. do. 1 Schlesische do. heeg 103 Disconto. 8 3 4

103 ½ 1092

102 ½

85 102

03 ½ 102 8 Mgd. Lpa. Euwenb. do. do. Prior. Obl. Brl. Anb. Eisenb. do. do. Pnor. Obl. 4 102² ½ Düss Klb. Bisenb. 5 81 ½ do. do. Prior. Obl. I1 4 99 Rbein. Risenb. 5 92 ½

*) Der Kkufer vorgütet auf den am 2. Januar 1843 fülligen Coupon 4 pct.

S. Pr. Cour. 9 Thlr. zu 30 Sgr. Brief.] Geld.

139 139 ½ 150 ½ 149 6 22 ½ 79 ⁄2

Kurz 2 Mt.

Kurz

2 Mt.

3 Mte.

2 Mt.

2 Mt.

2 Mt.

2 Mt.

8 Tage 99 2 Me. 101 ¾ 3 Wochb.

1501 150

London * .

Wian in 20 Xr. ..... aSa

102 Breslau VT gchs Leipzig in Courant im 14 Thl. Fusa.. Frankfurt a. M. WW .. Petersburg

100 Thle. 150 Fl. 1 Shhl.

Auswürtige Börsen. Amsterdam, 9. Auwg. Miedorl. wirkl. Sebald 52 ½. 5¼, 4*. 101 9. Kanz-Bill. —. 5 % Span. 18. Paas. —. Auasg. —. Zivel. Prouas. Prim. Seb. —., Pol. —. Oesterr. 108.

Ant 7. Aug. Zinal. —. Mevne Aul. 17 ½ Br. S2ee hn. 38 he. enh 1655. Engl. Russ. 109 ¼.

Cous. 3 92²2 ⅛. Belg. . Neue Aul. 20 . 5 ½ 101 ⅞. 5 ½ Port. 33 ¾. 3 ½⅔ —. Bras. —.

Pas- Co-

London, 9. Aug. sive —. 2 ½ ½ Holl. —. lumb. —. Mex. 35 ¼.

Paris, 8. Ang. 5 % Rente ün cour. 118. 85. 3 8 Rente ün cour. 78. 30. Anl. de 1841 —. 5 ½ Neapl. au compt. 105. 80. 5 8% Span. Rente 22. Pass. —.

Wien, 8. Aug. 5 ½ Met. 109. 4 ½ 101 ⅞. 3 ½ 76 ½. 9 —. Bank-Actien 1634. Avl. 4 1834 138 ½. 4. 1839 108.

Königliche Schauspiele.

Sonntag, 14. Aug. Im Opernhause: Der Freischuͤtz, Oper in 3 Abth., von Fr. Kind. Musik von C. M. v. Weber. (Dlle. Halbreiter: Agathe; Herr Krause: Caspar, als Gastrollen.)

Montag, 15. Aug. Im Opernhause: Auf Allerhoͤchsten Be⸗ fehl: Marle, oder: Die Tochter des Regiments, komische Oper in 2 veaen. e

Dienstag, 10. Aug. Im Schauspielhause: Die Geschwister.

jerauf: Zum erstenmale: Industri 2 9 5 2 Industrie und Herz, Lustspiel in 4 Abth Verantwortlicher Redackeur Dr. J. W. Zinkeisen.

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Amtliche Nachrichten.

Frankreich. Deputirten⸗Kammer.

Praͤsidenten⸗Wechsel. Laffitte und 2₰ Gesetz. Odilon⸗Barrot's Vorschlag in Betreff einer Untersu⸗ chung wegen der Wahl⸗Umtriebe wird angenommen. Paris. Laffitte's Rede. Briefe aus Paris. (Haltung der Opposition nach ihrer parlamentarischen Niederlage; Laffitte und Sauzet beim Praͤsidenten⸗Wechsel. Das Regentschafts⸗Gesetz; die Adresse;

beabsichtigte Interpellation der Minister.)

Grostbritanien und Irland. Parlaments⸗Verhandlun⸗

gen. Oberhaus. Frlaͤndische Rechtspflege und Verwaltungs⸗ Angelegenheiten. Unterhaus. Ueber die Verweigerung der Chiltern Hundreds. Wahl⸗Ausschreiben fuͤr Ipswich. An⸗ nahme verschiedener Bills. London. Punkte der Thronrede und Anzeige hinsichtlich der Parlaments⸗Prorogation. Beabsich⸗ tigte Seefahrt der Koͤnigin. Guizot's Bemerkung in Betreff des Traktats gegen den Sklavenhandel. Verwerfung einer Motion zu Gunsten verhafteter Arbeiter. Verhalten der Kohlenarbeiter.

nglischer Handel in S. Schreiben aus London. (Die

ndischen Angelegenheiten). 6 8 ic Repraͤsentanten Kammer. Gesetz uͤber den

Deutsche Bundesstaaten. Weimar. Bundestags⸗Beschluß zu eün der Herderschen Erben. Kamenz. Die große Feuers⸗ brunst. Leipzig. Berichtigung in Bezug auf die Elbschiff⸗

8 fahrt.

Oesterreich. Wien. Ankunft des Herzogs von Modena. panien. Schreiben aus Madrid. (Der Infant; Spanien ist im Begriff, auf sein Patronat uͤber das heilige Land zu Mchecn⸗ der Brastlianische Minister⸗Resident uͤberreicht seine Beglaubigungs⸗

Schreiben an den Regenten.)

Portugal. Natification der Vertraͤge mit England und Feststellung

des neuen Tarifs. Differenzen mit Spanien.

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. Tarif⸗Bill. Aus⸗ sicht auf Erledigung des Graͤnzstreits mit England. Bank⸗Zu⸗ staͤnde. Maec Leod. Keerespondenz mit Mexiko uͤber Texas. Eroͤffnung des Texianischen Kongresses.

Inland. Muͤnster. Bevorstehende Reise Ihrer Majestaͤten. Kdnigsberg. Verleihung des Ehren⸗Buüͤrgerrechts an Herrn Mi⸗ nister von Schoͤn. ““

Wahl der Secretaire. Das Regentschafts⸗

Belgien. Bruͤssel. Elementar⸗Unterricht.

Hamburgs Handel in Folge des großen Brandes

Se. Konigl. Hoheit der Erbgroßherzog von Mecklen⸗ burg⸗Strelitz ist von Neu⸗Strelitz hier eingetroffen.

Angekommen: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Staats⸗ und Minister des Innern, Graf von Arnim, von Pyrmont. Se. Excellenz der General⸗Lieutenant und kommandirende General des 2ten Armee⸗Corps, von Wrangel, von Stettin. Der General⸗Major im Kriegs⸗Ministerium, von Stos an Boͤhmen LEI 88 Saegen.

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Frankreich.

Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 8. August. Bei der zweiten Abstimmung uͤber die Ernennung der Secretaire erhielt nur Herr Lacrosse die absolute Majoritaͤt, und es mußte dann zu einem Ballottement zwischen den Herren von Lascases und Havin geschritten werden. Ersterer ward zum Secretair ernannt; er erhielt 182 Stimmen, Herr Havin nur 176 Stim⸗ nen. Das definitive Buͤreau der Kammer ist nunmehr kon⸗ stituirt. Der Alters⸗Praͤsident, Herr Laffitte, erhob sich und verlas folgende Rede:

Meeiine Herren, es sind jetzt gerade 12 Jahre, seitdem Frankreich seine ruhmvolle Revolution zu Stande brachte, und die Praͤrogative seiner Souverainitaͤt wieder eroberte. Die Kammer, durch die Dring⸗ lichkeit der Umstaͤnde mit dem Rechte bekleidet, den Sieg des Volkes und den Triumph der Gesetze uͤber die Anspruͤche der Willkuͤr zu sanctioniren, vergab den leergewordenen Thron und ertheilte dem Lande eine neue Charte. Ich erinnere mich mit Freuden, daß ich an jenem feierlichen Tage das Organ der loyalen Hoffnungen Frankreichs und des Ausspruchs seiner Mandatarien war. amals beachteten wir die Besorgniß und die Rathschlaͤge einer Vorsicht nicht, die uns uͤber⸗ trieben schien, so wenig waren wir auf die schmerzliche Ka⸗ tastrophe vorbereitet, die uns so ploͤtzlich in unserer Sicher⸗ heit und in unseren Institutionen traf. Erlauben Sie mir, meine Herren, hier die Behutsamkeit einer gewööhnlichen Poli⸗ tik zu verschmaͤhen, deren ganzer Muth im Schweigen besteht. Der Tod des Herzogs von Orleans, eines Prinzen, der wegen seiner schoͤnen Eigenschaften ewig beklagt werden wird, laͤßt das Feld allen Vermuthungen und allen Eventualitaͤten offen, und die Legislatur von 1842 hat von den Ereignissen die doppelte Aufgabe erhalten, das erschuͤtterte Vertrauen des Landes (heftiges Murren im Centrum) wie⸗ der zu befestigen, und das im Jabre 1830 unvollendet gebliebene Werk wieder aufzunehmen. Es handelt sich in der That nicht allein darum, jenes Fundamental⸗Werk zu befestigen; unsere Pflicht ist auch, dasselbe zu vervollstaͤndigen, indem wir ohne Schwaͤche alle moͤgliche Folgen einer unvorhergesehenen Lage ins Auge fassen, und die Ju⸗ kunft vor einer Unterbrechung in der Ausuͤbung der Konig⸗ lichen Autoritaͤt bewahren. hemntrao und die Juli⸗Dyna⸗ stie erwarten daher Buͤrgschaften von uns, die Augenblicklich

Ordnung.

Berlin, Montag den 15 n August

den Rechten beider fehlen. Aber weit davon entfernt, sich gegen⸗ seitig auszuschließen, welches nur untergeordneten Interessen zu gute kommen könnte, muͤssen jene Buüͤrgschaften, wenn sie wirksam und dauerhaft seyn sollen, sich einen gegenseitigen Beistand leisten, und sie muͤssen befruchtet werden durch eine einsichtige und aufrichtige Allianz. Diese Aufgabe ist gewichtig, meine Herren; sie ist wuͤrdig, Ihren bochberzigen Ehrgeiz zu reizen, und wenn die Lehren der Vergangenheit nicht nutzlos an Ihnen voruͤbergegangen sind, so hoffe ich, daß Ihre Einmischung den Stempel des rechtmaͤßigen Uebergewichtes n wird, das Ihnen in der Regiecrung des Landes zusteht. Was mich betrifft, so kann ich mir, nachdem ich eine durch die Hingebung eines langen Lebens erwor⸗ bene Popularitaͤt der Revolution und der Juli⸗Dynastie zur Verfuͤ⸗ gung gestellt hatte, die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß ich nie⸗ mals weder die Grundsaͤtze, noch die Verpflichtungen meiner Vergan⸗ genheit verleugnet habe. Ich bin heute noch, was ich gestern war, der aufrichtige Freund der Regierung, die wir erwaͤhlt haben (Beifall im Centrum), aber mit allen ihren Bedingungen der Wahrheit des Fortschritts und der National⸗Wuͤrde (Beifall zur Linken). Ich bin uͤberzeugt, meine Herren, Ihre Gesinnungen, wie die meinigen, aus⸗ zudruͤcken, indem ich hinzufuͤge, daß es unsere Pflichten gegen die Krone schlecht begreifen hieße, wenn sie uns auch nur Anen Tg lang unsere Pflichten gegen Frankreich vergessen ließe. Bevor ich diesen Platz verlasse, habe ich Ihnen noch 20 das Wohlwollen . danken, mit dem Sie mich waͤhrend des Laufes unserer vorbereitenden Arbei⸗ ten umgeben haben, und ich zweifle nicht, daß der ehrenwerthe Kol⸗ lege, den Ihre Stimmen auf den Praͤsidentenstuhl erhoben haben, ebenfalls in Ihrem Vertrauen und in Ihrem Beistande die Staͤrke ü. Seerahn 8 warf⸗ r 2 uͤberall Ihren Rechten,

raͤrogativen und Ihrer Unabhaͤngigkeit Achtung zu verschaf⸗ en. (Lebhafter Beifall.) . VE „Der definitive Praͤsident und die Secretaire nahmen hierauf ihre Plätze ein. Herr Sauzet redete die Kammer in folgender Weise an:

„Meine Herren, indem ich der Kammer fuͤr das hohe Vertrauen, mit dem sie mich beehrt hat, meinen Dank abstatte, wende ich mich den ernsten Gedanken zu, die in diesem Augenblick alle Gemuͤther beschaͤftigen. Diese Legislatur erdffnet sich inmitten einer tiefen Trauer. In demselben lugenblicke, wo Frankreich seine neuen De⸗ putirten erwaͤhlte, ward es von einem furchtbaren und unvorhergese⸗ henen Schlag in seinen theuersten Hoffnungen getroffen. Das ganze Land ist erschuͤttert, aber nicht entmuthigt. (Beifaͤlliges Gemurmel im Centrum.) Es hat das Beduͤrfniß der Eintracht empfunden, es hat einen Blick des Vertrauens auf seine Revpraͤsentanten geworfen. Diese Hoffnung wird nicht getaͤuscht werden. Die Kam⸗ mer begreift die Groͤße ihrer Aufgabe und Jeder von uns wird sich derselben mit allen Kraͤften, mit der ganzen Unabhaͤngigkeit seiner Meinungen widmen. Aber alle Nuͤancen werden sich in demselben Eifer fuͤr die Befesttgung jener Monarchie von 1830 begegnen, die auf den Wunsch des Landes gegruͤndet ist, und der der National⸗Schmerz noch eine traurige aber feierliche Weihe gegeben hat. Jener Schmerz wird nicht unfruchtbar seyn; eine große Pflicht wird erfuͤllt werden. Man wird erfahren, daß Frankreich ausdauernd in seinen Plaͤnen ist, und daß die Schwierigkeiten, wie die Zwistigkeiten, vor der Beharr⸗ lichkeit seines Patriotismus verschwinden. Wir werden der Welt be⸗ weisen, daß, wenn die constitutionelle Monarchie auch den Zufaͤllen der menschlichen Gebrechlichkeit ausgesetzt ist, sie doch in ihren In⸗ stitutionen und in der Einstimmigkeit der National⸗Zustimmung Im⸗ wer nfu⸗ Kraͤfte und eine unvergaͤngliche Macht finde. (Lebhafter

eifall.

Der Praͤsident zeigt hier auf der Kammer an, daß sie mor— gen eine Mittheilung der Regierung zu erwarten habe.

Sitzung vom 9. August. Heute zu Anfang der Siz⸗ zung bestieg der Conseils⸗Praͤsident die Rednerbuͤhne, um der Kammer eine Mittheilung der Regierung zu machen: „Ich bin beauftragt, sagte er, der Kammer einen Gesetz⸗Entwurf uͤber die Regentschaft vorzulegen, der durch ein ÜUngluͤck, wel⸗ ches uns neuerlichst betroffen hat, nothwendig gemacht worden ist. Im Fall der Minderjaͤhrigkeit des Koͤnigs muß die Ausuͤbung der Koͤniglichen Gewalt maͤnnlichen Händen anvertraut werden, ohne deshalb andere Interessen zu vernachlaͤssigen. Die Bewah⸗ rung und Erziehung des jungen Koͤnigs bleiben seiner Mutter anvertraut, vorausgesetzt, daß sie sich nicht wieder vermaͤhlt. Die Person des Regenten muß unverletzlich seyn, wie die des Koͤnigs, und er darf fuͤr die Handlungen seiner Regierung nicht verant⸗ wortlich seyn. Der Koͤnig hat uns befohlen, Ihnen folgenden Gesetz⸗Entwurf vorzulegen:

„Art. 1. Der Koͤnig ist nach vollendetem 18ten Jahre groß⸗

saͤhrig.

rt. 2. Wenn beim Ableben des Koͤnigs sein Nachfolger minderjaͤhrig ist, so wird derjenige Prinz, welcher in Gemaͤßheit der durch die Charte von 1830 festgestellten Erbfolge⸗Ordnung dem Throne am naͤchsten steht und das Alter von 21 Jahren zuruͤckgelegt hat, fuͤr die ganze Dauer der Minderjaͤhrigkeit mit der Regentschaft bekleidet.

Art. 3. Dem Regenten steht die volle und gaͤnzliche Aus⸗ 2 der Koͤniglichen Gewalt im Namen des minderjaͤhrigen

nigs zu.

Art. 4. Der Artikel 12 der Charte und alle legislativen Bestimmungen, welche die Person und die constitutionellen Rechte des Koͤnigs schuͤtzen, sind auf den Regenten anwendbar.

Art. 5. Der Regent leistet vor den Kammern den Eid: Dem Koͤnige der Franzosen treu zu seyn, der constitutionellen Charte und den Gesetzen des v gehorchen, und in allen Dingen nur das Interesse, das Gluͤck und den Ruhm des Franzoͤsischen Volkes im Auge zu haben. Wenn die Kammern nicht versammelt sind, so muß der Regent sie innerhalb drei Mo⸗ naten einberufen.

Art. 6. Die Aufsicht und die Vormundschaft uͤber den min⸗ derjaͤhrigen Koͤnig gebuͤhren der Koͤnigin oder der Prinzessin, seiner Mutter, wenn dieselbe sich nicht wieder vermaͤhlt hat, und in ihrer Ermangelung, der Koͤnigin oder der Prinzessin, seiner Groß⸗ mutter von vaͤterlicher Seite, wenn sie sich ebenfalls nicht wieder vermaͤhlt hat.

So geschehen im Palaste von Neuilly, am 9. August 1842.“

Der vorstehende Gesetz⸗Entwurf wird den Buͤreaus zur Pruͤ⸗ fung uͤberwiesen.

Hierauf war die Ernennung der Quaͤstoren an der Tages⸗

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um einen Vorschlag in Betreff der vorbehaltenen Untersuchung wegen Wahlumtriebe zu machen. Er aͤußerte sich im Wesentlichen fol⸗ gendermaßen:

Die Kammer hat bei Verifizirung der Vollmachten drei Wahlen, naͤmlich die der Heeren Pauwels, Floret und Allier verschoben. Was hat diese Verschiebung zu bedeuten. Sie wissen, meine Herren, daß dieser Entschluß gefaßt wurde, weil bei jenen Wahlen Thatsachen zur

Sprache kamen, die der Kammer geboten, die Guͤltigkeit derselben vorerst auszusetzen. Es scheint mir jetzt der Augenblick gekommen, um diesen Incidenzpunkt zu erledtgen. Es ist unmoͤglich, jene Deputirten laͤnger in einer Lage zu lassen, die ihnen das Recht raubt, an den Arbeiten der Kammer Theil zu nehmen. Die Ver schiebung konnte nur ein vorbereitender Incidenz⸗Punkt seyn, um zur Verifizirung der Thatsachen zu gelangen; sie wuͤrde sich nicht erklaͤren lassen, wenn sie nicht eine Untersuchung zum Zweck haͤtte. Man erledigte diesen Gegenstand nicht augenblicklich, weil Schwie⸗ rigkeiten wegen der Form erhoben wurden; man berief sich auf das Reglement und behauptete, daß die Untersuchungs⸗Vorschlaͤge densel⸗ ben Pruͤfungen unterworfen werden muͤßten, wie die legislativen Vor⸗ schlaͤge. Ich bin aber der Meinung, daß die Vorschlaͤge, welche Un⸗ tersuchung der Wahl⸗Umtriebe, in das Bereich der Verifizirung der Vollmachten einschlagen, und schlage deshalb vor, daß die Kammer sich in ihre Buͤreaus zuruͤckziehe, um eine Kommission zu ernennen, welche mit Verifizirung der Thatsachen, die sich auf die bestrittenen Wahlen beziehen, beauftragt wird, und dann der Kammer einen Bericht daruͤber erstattet. (Beifall zur Linken.)

Der Minister der oͤffentlichen Bauten hielt das von Herrn Odilon⸗Barcot vorgeschlagene Verfahren nicht fuͤr regelmaͤßig. Er glaube nicht, sagte er, daß die von der Kammer ausgesprochene Vertagung die Bedeutung gehabt haäͤtte, die Herr Barrot ihr beile⸗ gen wolle. Die Kammer habe die Thatsachen, welche eine Untersu⸗ chung motiviren koͤnnten, nicht von denen unterscheiden koͤnnen, die zu keiner Untersuchung Anlaß geben. (Murren zur Linken.) Bevor man eine Untersuchung anordne, muͤsse man die Thatsachen bestim⸗ men, auf welche sich dieselbe beziehen solle. (Wiederholtes Murren zur Linken.) Er glaube, es sey nothwendig, daß die Thatsachen erst von neuem in den Buͤreaus gepruͤft wuͤrden. Es sey sehr schwierig, dergleichen Thatsachen gruͤndlich zu untersuchen. Welche Strafe wolle man denjenigen Zeugen auferlegen, die sich zu erschei⸗ nen weigerten? Er seinerseits glaube, daß man zu keinem nüͤtzlichen Resultate gelangen werde, und er fordere die Kammer auf, wohl zu uͤberlegen, was sie thue.

Nach einigen Bemerkungen des Herrn Cremieur, die haͤufig durch das schallende Gelaͤchter des Centrums unterbrochen wurden, schritt die Kammer zur Abstimmung uͤber den Vorschlag des Herrn Odilon⸗ Barrot. Derselbe wurde mit schwacher Majoritaͤt angenommen. Die ganze linke Seite, Herr Dufaure, Herr Thiers und die legiti⸗ mistische Fraction hatten fuͤr den Vorschlag gestimmt. Das Resultat der Abstimmung ward von der linken Seite mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Bei Abgang der Post war das Skrutinium fuͤr die Ernennung der Quaͤstoren eroͤffnet. 8

Paris, 9. Aug. Der Messager enthaͤlt heute Folgendes:

Herr Odilon⸗Barrot verlangte indeß das Wort,

„Mehrere Journale theilen ein Schreiben mit, welches der vor⸗ malige Unter⸗Praͤfekt von Ploërmel an den Minister des Innern gerichtet hat. Dieses Schreiben enthaͤlt Behauptungen, die schon auf der Rednerbuͤhne und in der Presse zur Sprache gebracht worden waren. Wir widersprechen denselben auf das bestimmteste. Herr Nouel de Latouche fuͤhrt Stellen aus einem Briefe des Mi⸗ nisters des Innern an, die ihm, wie er sagt, mitgetheilt worden waͤren. Er kann jene Stellen nicht gelesen haben, denn sie sind nicht geschrieben worden. Die Instructionen, welche der Praͤfekt des Morbihan dem Unter⸗Praͤfekten von Ploörmel ertheilt, und zwar schriftlich ertheilt hat, sind vollkommen der Sprache gemaͤß, die der Minister des Innern auf der Rednerbuͤhne gefuͤhrt hat.“

Das Journal des Débats aͤußert sich uͤber die Rede des Herrn Laffitte in folgender Weise: „Bevor Herr Laffitte den Praͤ⸗ sidentenstuhl verließ, hielt derselbe eine Rede, in welcher die Gesin⸗ nungen, die die Katastrophe vom 13. Juli erwecken mußte, aus⸗ gedruͤckt sind, wie es einem aufrichtigen Freunde der Regierung ziemt, moͤge er nun der Majoritaͤt oder der parlamentarischen Op⸗ position angehoͤren. Herr Laffitte ist aufrichtig und wuͤrdig gewe⸗ sen; es gewaͤhrt uns ein Vergnuͤgen, dies anzuerkennen. Die Wuͤnsche, welche er ausgesprochen, die historischen Erinnerungen, die er mit Adel und Einfachheit ins Ge⸗ daͤchtniß zuruͤckgerufen hat, erhielten von der Kammer einen be⸗ deutungsvollen Beifall. Herr Laffitte hat das Recht, von seiner Hingebung fuͤr die Juli⸗Revolution, von seinem ruhmvollen An⸗ theil an derselben und von seiner Popularitaͤt zu sprechen; dieses Recht haben wir ihm niemals bestritten. Aber wenn Herr Laf⸗ fitte von seinen Diensten, von seiner Hingebung, von seiner Po⸗ pularitaͤt nur spricht, um allen aufrichtigen und rechtlichen Par⸗ teien die Pflichten zu bezeichnen, die ihnen gegenwaͤrtig auferlegt sind, so thut er noch etwas Besseres, als von einem unbestreitba⸗ ren Rechte Gebrauch machen; er giebt ein großes Beispiel, und alle guten Buͤrger werden seiner Sprache Beifall zollen.“

Boͤrse vom 10. August. In den Franzoͤsischen Renten findet eine fortwaͤhrende, wenn auch nur unbedeutende Steigerung statt. Der Umsatz war auch heute nur schwach. Die Spanische aktive Schuld ging auf 21 ¾ zuruͤck. Es waren Geruͤchte von einem Bruche zwischen Spanien und Portugal verbreitet; man fuͤgte indeß hinzu, daß Portugal um die Vermittelung Englands nachgesucht habe.

„. Paris, 9. Aug. Die konservative Partei hat der Op position eine Lehre geben wollen, indem sie drei Secretaire aus ihren Reihen waͤhlte und nur einen aus dem linken Centrum zu⸗ ließ. Gewoͤhnlich gab die Majoritaͤt zu, daß zwei Secretaire der Opposition angehoͤrten, um den Urtheilen und den Geschaͤften die⸗ ses Theils des Buͤreaus einen Anstrich von Unparteilichkeit zu ge⸗ ben. Heutzutage hat sie zeigen wollen, daß sie entschieden die Herrin des Terrains ist; sie hat nur einen Secretair der Linken oder vielmehr des linken Centrums annehmen wollen und hat Herrn Havin, einen der treusten und eifrigsten Anhänger des Herrn Barrot, zu⸗ ruͤckgewiesen. Ungeachtet dieser neuen Warnung haben die Blaͤtter der Opposition noch nichts von ihrer Sicherheit verloren und 27ö— noch immer, daß die Stellung des Ministeriums tief erschuͤttert sev. . immer dieselbe, und sie fassen Ihre Art zu argumentiren, ist noch deecteegen auf Ver stets gerade das Gegentheil der evidentesten Thats⸗ 8

Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckeret.

emz.