— “ 1““ ö1“ 88
n, mit den Unterhandlungen daselbst inne zu halten, da 8 8 Hoffnung habe, in Athen damit fertig zu werden.
I1“ ee Ostindien. 88 ombay, 18. Juni. (Astat. Journ.) In Bondelkund und 88 or —* ernstliche Unruhen stattgefunden, die noch nicht vneerdrüdt sind. Was Sahgor betrifft, so scheint es, daß die Insurrection an der Graͤnze mit der Pluͤnderung von Kamlassa durch einige Anhaͤnger des verstorbenen Thakuhr's von Tschirgong begann, denen sich bald die von Nerbut und Guna, so wie von Burra Durgan im Sind⸗Gebiet, anschlossen. Diese Streitkraͤfte mochten sich zusammen auf 600 handfeste Bundihlas und etwa 1800 Mann Bolks aller Art belaufen. Auf die Nachricht von diesem Aufstande marschirte das in Sahgor stehende Detaschement nach Nerbut, begleitet von Herrn Ommaney, dem politischen Assistenten. Bei ihrer Ankunft fanden sie den Platz verlassen, aber die Arrière⸗Garde der Truppen wurde in dem Paß zwischen serbut und Multaun von weniger Mannschaft angegriffen, die wahrscheinlich der Meinung war, daß sich ihr schoͤne Aussicht auf Beute darbiete. Hier wurde Capitain Ralfe erschossen, waͤhrend er sich eifrigst bemuͤhte, die Aufruͤhrer zurüͤckzuschlagen und das Gepaͤck zu beschuͤtzen. Am naͤchsten Tage ward Ner⸗ but von den Soldaten in Brand gesteckt, jedoch, wie versichert wird, ohne Erlaubniß, ja ohne Wissen ihrer Offiziere. Das Detaschement kehrte darauf nach Multaun zuruͤck, und Ca⸗ pitain Day zog sich mit der Artillerie wieder nach Sahgor zuruͤck; ihm folgte Capitain O'Hara vom 2ten irregulairen Regiment, dessen Mannschaft zu Multaun blieb. Auch Herr Ommaney ver⸗ blieb daselbst mit zwei Compagnieen eingeborener Infanterie, um Erkundigungen uͤber die Staͤrke und Absichten der Insurgenten einzuziehen, dis zum 7. Mai, zu welcher Zeit Herr C. Fraser, der Agent des General⸗Gouverneurs in dem Gebiet von Sahgor und in dem von Nerbut, so wie Oberst Stubbs, Commandeur des Kontingents von Sind, der zum Befehlshaber der zur Unterdruͤk⸗ kung des Aufruhrs zusammengezogenen Truppen ernannt war, dort anlangten. Unterdessen verließen die Rebellen die Huͤgel und Sumpfgebuͤsche in der Nähe von Nerbut und besetzten die zwi⸗ schen Sahgor und Multaun, indem sie die Verbindung zwischen dem Lager und den Kantonnirungen abschnitten, nach allen Rich⸗ tungen pluͤnderten und brandschatzten und dadurch die Bewohner der dortigen Flecken und Doͤrfer, selbst das gute Volk von Sah⸗ gor, sehr in Schrecken setzten. lls Oberst Stubbs das Kommando uͤbernahm, fand er drei Geschütze des Sind⸗Kontingents, etwa 700 Pferde, aus Detasche⸗ ments des 2ten irregulairen Regiments, des Sind⸗Kontingents, der Bondelkund⸗Legion, des Bopal⸗Kontingents und der Nabob⸗ Kavallerie bestehend, und 1600 Mann Infanterie vom Zten, 24sten und 50sten eingebornen Regiment, vom Sind⸗ und Bopal⸗ Kontingent, zu seiner Verfuͤgung. Diese waren in verschiedenen Gegenden zerstreut, und es wurden sogleich Maßregeln getroffen, ihre Bewegungen zur Vertreibung der Rebellen aus ihren Schlupf⸗ winkeln bei Sahgor und zur Besetzung der verschiedenen Paͤsse zu kombiniren. Bei diesen Operationen trafen Major Minto und Lieutenant Oldfield mit 250 Mann nach einem Marsch von 40 Englischen Meilen am 8ten auf einen Rebellen⸗Trupp, von dem sie 40 bis 50 niederhieben und 20 zu Gefangenen machten. Am 9ten unternahm Lieutenant Forgusson mit dem Detaschement von Bopal einen Angriff auf einen anderen Haufen, vertrieb denselben mit großer Tapferkeit aus einer starken Position auf einem Huͤgel und vernichtete an 100 Mann. In der Nacht vom 10ten griff ein Rebellen⸗Trupp unter dem Schutz von Dickicht und Schluchten zwei Compagnieen vom 3ten eingeborenen Infanterie⸗Regiment unter Lieutenant Ternan an, faßte Posto an einem Paß bei Derri, zog sich jedoch vor Tagesanbruch wieder zuruͤck, ohne viel Scha⸗ den gethan zu haben. Unser Verlust in diesen Scharmuͤtzeln be⸗ lief sich auf 7 Todte und 16 oder 17 Verwundete. Die Insur⸗ genten waren nun aus den Provinzen der Compagnie vertrieben und stehen jetzt, wie man glaubt, in den Schlupfwinkeln und
Gumpf⸗Gebuüͤschen an der Graäͤnze unweit Multaun, Nerbut und
Damonni, und man hofft, wiewohl es nicht wahrscheinlich ist, daß es dem Oberst Stubbs gelingen moͤchte, sie zu umzingeln.
Die zu Tehri zusammengezogene Streitmacht der Pnfur enten betraͤgt jetzt 15,000 Mann. ie Anfuͤhrer sollen Herrn Fraser gesagt haben, sie haͤtten sich in keiner boͤsen Absicht versammelt und wollten den von der Britischen Regierung anerkannten Adop⸗ tiv⸗Sohn des verstorbenen Radscha nicht stuͤrzen, aber sie wuͤnsch⸗ ten ihre Angelegenheiten selbst zu verwalten und einen Minister⸗ wechsel zu bewirken. Ob dies der wahre Grund dieser Zusam⸗ menziehung ist, ob dieselbe blos den Zweck hat, uns im Fall un⸗ seres Einschreitens zu widerstehen, oder den Zweck, uns anzugreifen, und ob die Pluͤnderung von Kamlassa nur ein vorlaͤufiger Versuch war, das wird die Zeit lehren; jedenfalls ist die Versammlung von 15,000 Mann Bewaffneten auf einem Fleck bei dem jetzigen unverthei⸗ digten Zustand unserer Gränze eine sehr ernste Sache, denn es laͤßt sich kaum erwarten, daß diese Streitkraͤfte auseinandergehen werden, ohne bedeutendes Unheil angerichtet zu haben. Was die Eingebornen⸗ Staaten von Vondelkund im Allgemeinen betrifft, so versichert man, daß sie seit Jahren nicht so ruhig gewesen, als in diesem Augenblick, und daß Bukkut Sing, der Ex⸗Radscha von Tschir⸗ gong, mit den Unternehmungen gegen Sahgor nicht das Geringste zu schaffen gehabt, sondern im Gegentheil so von Mit⸗ teln und Anhaͤngern entbloͤßt ist, daß er sich nicht einmal eine Gelegenheit zu Nutze machen konnte, welche ihm Herr Fraser und Capikain Roß zufaͤllig vor kurzem gaben, indem sie blos mit ih⸗ rem gewoͤhnlichen Gefolge dasselbe Dickicht passirten, in welchem er versteckt war.
Nebengebaͤuden, mit dem Aerndte⸗Gewl
ng. un von Aeckern und sen, in Asche. Mehr als 100 Famillen, ihres Obdachs, ihrer Fe. beraubt, blicken jammernd den Schrecken des Mangels und des kommenden Winters entgegen. Eine Feuersbrunst am 12. August c. verwuͤstete von Mittags 1 Uhr ab in wenigen Stunden unter eftigem Winde unwiderstehlich die arme Stadt. Der Anblick des lends so vieler Armen zerreißt des Gefuͤhlvollen Herz; es ver⸗ traut auf der Menschenfreunde unermuͤdliches Wohlthun. Spendet, spendet die Gaben der erbarmenden Liebe den Armen, deren Kleidung, deren Erwerbsgeräth, deren Vorrath und Habe die unlobschbare Flamme verzehrte. er Gott, der in das Ver⸗ borgene schaut, wird es lohnen öffentlich und uͤberreichlich.“
—
Dauer der Fahrten auf der Berlin-Anhaltischen vom 6. bis incl. 12. August 1842. 88 2
b 8 1) Zwischen Berlin und Cöthen. v“ Personenzug. Güterzug. 8 kürzeste Dauer 4 Stunden 32 Minuten. 4 Stunden 52 Minuten lüngste u““ — 4 2 9 . 45 8 mittlere ... 12 — 6 . 34 8 Zwischen Cöthen und Berlin: kürzeste Dauer 4 Stunden 40 Minuten. 5 Stunden 20 Minuten. längste . 8 32 — 8 — 30 L mittlere — . 4 ⸗— 6 . 28 4
Meteorologische Beobachtungen.
EE13316“ eöööö6
Koöln, 14. Aug. Se. Majestaͤt der Koͤnig von Bayern
hat als Erwiederung auf die Adresse des Dombau⸗Vereins das nachstehende Schreiben an Herrn Erzbischof von Geissel gerichtet:
„Herr Coadjutor von Geissel! Mit Vergnuͤgen las Ich die Zu⸗ schrift, welche Sie und die Mitglieder des Vorstands des Vereins fuͤr den Ausbau des Koͤlner Doms — dieses, spaͤtesten Zeiten von „der Deutschen“ Einigkeit, ihrem frommen Sinn und Verstaͤndniß der Kunst zeugen sollenden Denkmals — an Mich gelangen ließen. Gerne ergreife Ich diesen Anlaß, wiederholt auszusprechen, daß Mich, jenes große Beginnen unaufhaltsam naͤher seinem Ziele zugefuͤhrt zu sehen, derselbe innige Wunsch beseele, wie Meines Herrn Schwagers und Freundes, des Köͤnigs von Preußen, und, daß vollendet es werde, Mir sehr am Herzen liege. Auf Fortdauer der gemeinsamen Theil⸗ nahme, die ihm bereits geworden, — auf die Festigkeit Deutscher Gesinnung, auf Deutsche Beharrlichkeit in jedem einmal Begonne⸗ nen, stuͤtze Ich die Hoffnung fuͤr Unseres Wunsches Verwirklichung. Empfangen Sie fuͤr den Ausdruck dessen, womit Sie und des Ver⸗ eins⸗Vorstandes Mitglieder, in der erwaͤhnten Zuschrift vom 5ten d., Meines Wirkens fuͤr das Mitbegruͤnden und Fördernhelfen des scho⸗ nen Werkes gedachten, — Meinen aufrichtigen Dank, und dabei zu⸗ gleich die Versicherung der Kbniglichen Huld und Gnade Ihres Ihnen
Bad Bruͤckenau, 28. Juli 1842. wohlgewogenen Ludwig.“
—————V—⏑—⏑—⏑—⏑—ꝛ—ꝛ—ꝛꝛꝛꝛ˖::ö:rõ———
Aufruf zur Hülfe.
Bereits gestern ist in der Staats⸗Zeitung des großen Brand⸗ Ungluͤcks gedacht worden, welches vor wenigen Tagen auch die Stadt Moͤckern betroffen hat. Heute geht uns von dem dortigen Superintendenten, Herrn Abel, nachstehender Aufruf zur Huͤlfe zu:
„Schwer ruht des Herrn Hand auf der armen kleinen Stadt
Moöͤckern, der sieben Jahre lang als Etappenort und im Treffen
vom 5. April 1813 hart bedraͤngten vormaligen Graͤnzstadt des Preußenlandes. Außer ihrer Vorstadt und der Kirche zaͤhlt sie in ihren Ringmauern nur noch 15 Haͤuser; die uͤbrigen, darunter das Prediger⸗Wittwenhaus und ein Schulhaus,
Allgemeiner
Bekanntmachungen. Berlin⸗Anhaltische Eisenbahn.
EA11“
Die Einloͤsung der bis Johannis 1842 faͤlligen HOstpreußischen Pfandbriefs⸗Zins⸗Coupons geschieht vom 18. August bis 3. Sept., Vormittags von 9 bis 12 Uhr, in der Neuen Schoͤnhauser⸗Str. Nr. 9, ge⸗
Anzeiger für die Preußischen Staaten. Literarische Anzeigen. 8
In Unterzeichnetem ist so eben erschienen, in Ber⸗praktischen Chirurgie, Geburtshülfe, Au- lin zu haben bei E. H. Schroͤder, U. d. Linden 23,
Das Publikum wird darauf aufmerksam gemacht, gen nach den Kapitals Betraͤgen zu ordnende Ver⸗ Jagorsches Haus:
daß jede Beschwerde, welche in die zu diesem Be⸗ zeich nisse hufe in den Empfangs⸗Lokalen auf allen Stationen 4 ausliegenden Buͤcher eingetragen wird, sofort zur
uͤber deren Erledigung in das Beschwerdebuch ver⸗ erkt werden wird. Wo der kurze Aufenthalt auf en Stationen die Benutzung des Beschwerdebuches nmoͤglich macht, wird die Direction Jedem, der
Berlin, den 9. August 1842.
Cognition der Direction gebracht und der Beschluß Der Ostpr. General⸗Landschafts⸗Agent, Kommer⸗ zien⸗Rath F. W. Behrendt.
Das in einer der schoͤnsten Gegenden Ober⸗Schle⸗
Der Nibelungen illustrirt Hol
mit
.818 Neureuther.
liegen mit ihren
schnitten ““ 88 nach Zeichnungen von FZluliusSchnorr von Caroldsfeld und Eugen 75 Bogen in Taschen-Format. Preis: Engl. karton.
gegruͤndete Beschwerden mit Angabe der erforderli⸗ chen Beweismittel unmittelbar zu ihrer Kennniß bringt, es Dank wissen und solche schleunigst zu er⸗ ledigen bemuͤht seyn.
Hinsichtlich des Fahrgeldes fuͤr Kinder ist an⸗ geordnet:
1) Nur Kinder, welche noch nicht gehen koͤnnen,
werden frei beföͤrdert.
2) Bei Kindern unter zehn Jahren werden in jeder
Wagenklasse zwei auf ein Billet befoͤrdert.
3) Fuͤr ein Kind ist in ister Wagenklasse ein Bil⸗ “ let in zweiter Wagenklasse ein Bil⸗ wsg let dritter zu loͤsen, und in dritter Wagenklasse
88 koͤnnen ein Erwachsener und ein Kind zusammen auf ein Billet zweiter Klasse fahren. GE“ 1842. irection der Berlin⸗Anhaltischen Eisenbahn⸗ (L. S.) Gesfelschagi
NNiieder⸗Schlesische Eisenbahn.
siens im Neustaͤdter Kreise gelegene freie Allodial⸗ Rittergut Muͤhlsdorf soll in freiwilliger Subhasta⸗ tion, wozu den 3. November a. c. beim Koͤnigl. Ober⸗Landesgericht zu Ratibor Termin ansteht, Ecb⸗ halber verkauft werden. Dieses Gut hat eine Flaͤche von 724 Morgen, worunter 650 Morgen durchweg Weizenboden, 30 Morgen Wiesen (wobei ein reichhaltiges Mergel⸗Lager) und 44 Morgen Holz. Das Wohnhaus, so wie die uͤbrigen Wirthschafts⸗ Gebaͤude, sind seit 4 Jahren neu erbaut.
Die naͤheren Verkaufs⸗Bedingungen sind entwe⸗ der in der Registratur des Koͤnigl. Ober⸗Landesge⸗ richts zu Ratibor oder bei dem Wirthschafts⸗Amte e Kunzendorf, Neustaͤdter Kreis O. S., einzu⸗ sehen.
Die Herren Buchdrucker, Schriftgießer und Buch⸗ haͤndler werden benachrichtigt, daß saͤmmtliche Stem⸗ pel und Matrizen des Ritters Bodoni, so wie eine große Anzahl der von diesem beruͤhmten Drucker
6 4 2 8 ¹ Die Herren Aectionaire der Nieder⸗Schlesischen veranstalteten Ausgaben, bei den Erben der Wittwe
Eisenbahn⸗Gesellschaft werden hierdurch
fammlung auf den vierten September d. J., ein Uhr, und noͤthig enfalls die folgen den Tage in den Saal des hiesigen ng lischen Hauses, Moh renstraße Nr. 49,
mit dem Bemerken eingeladen, daß Gegenstaͤnde der Mosaske nach dem Ecce homo von Guido, welche
Berathung seyn werden: g e des Vorstandes,
2) Entscheidung einiger die Verwaltung betreffen⸗Pius VII. dem heruͤhmten Drucker gegeben wurde.
den Fragen, welche vorgelegt werden sollen. Berlin, den 27. Juli 1842
De fuͤr Berlin konstiruirte Verwaltungsrath in Parma zu wenden.
der Nieder⸗Schlesischen Eisenbahn.
Lehmann. Jannowitz C. g. Priem.
8 u einer Bodoni in Parma zu annehmbaren reisen zu ver⸗ boͤchst noͤthigen außerordentlichen GSehehe een 5 sim 9 - b Preisen z
Mittags und andere Kunstgegenstaͤnde aus dem Nachlasse des
1
Bei denselben Erben stehen auch mehrere Gemaͤlde
⸗Ritters Bodoni zu verkaufen. Darunter besinden ssich eine dem Schidone zugeschriebene Kopie des St. Hieronymus von Correggio und die bekannte
fruͤher der Galerie im Louvre, spaͤter der Congrega⸗ tion de Propaganda gehoͤrt hatte und vom Pavbste
Um alle gewuͤnscht werdende Auskunft zu erhal⸗ ten, beliebe man 1 2 anbal;
Parma, den 1. Juli 1842. 8 8 —
von
Sechste Lieferung.
vorliegt, sich den Beifall derjenigen welche, echter
kommen heißen; mit der
ten, ehrwuͤrdigen National⸗Epos
lichen, alten Denkmals
echtfertigung und Bewaͤhrung
festigen beitragen.
lich folgen werden.
Im Verlage der Stahelechen
Wäürzburz ist erschienen:
Die Bearbeitung des Textes
Dr. Gustav Pfizer. Preis 1 Fl. oder 17 ½ Sgr. Wir uͤbergeben das sechste Heft des Nibelungen⸗ belangt, de den Erfahrungen der Liedes mit der zuversichtlichen Erwartung, daß das 1.“ 2-lgengzon wohl die meisten wich- edle Gedicht in der Form und Gestalt, worin es hier tigen Lehrsätze entnommen und die Resultate nach
r.
Das Ganze wird in 8 Lieferungen à 1 Fl. Rhein. j⸗t, bieräber Mittheilungen zu machen. Die oder 14 Gr. brscheinen, welche sich so rasch als moͤg⸗ haltigkeit des Werkes bira wohl einleuchten, wenn
Stuttgart und Tuͤbingen, Jult 1842. J. G. Cottascher Verlag.
1842. 16. August.
Abends 10 Uhr.
Nachmittags 2 Uhr.
Nach einmaliger hBeobachtung.
Morgens
6 Uhr. 339,20“ Par. 338,24 Per. 338,27 Par. + 12,9 ° n. + 24,3 hn. + 16,2° n. 9,22 n. + 9,3 n. + 7,8° n. Dunstsöttigung 75 pCt. 33 pCt. 51 pCt. Wetter beiter. beiter. beiter. 0. 0. 0. Wrrmwewechsel +† 26,1° Wolkenrug... — — 0. 12,89*
Tagesmittel: 338,57 Par.. +† 14,4 ° hR. † 8,70 h. 53 pcCt. 0.
Quellwürme 8,8° h.
Pluasswäürme 18,7 h. Bodenwi rmne 8 1 Ausdünatung er
Niederschlag
Luafrldruck... Luftwürme..
Thaupunkt —+
Auswürtige Börsen.
Amsterdam, 13. Aug. NIedesl. wiebl. Sebald 52 ½. 5 8 40. 101 . Kans-Hill. —. 5 % Span. 17 ½. Pass. —. Ausg. —. Ziual. —. Preuee. Prüäm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. —.
Hambu rg&, 15. Aug. Bank-Aetien 1650. ERogl. Russ. 109 ½. 8
Paris, 12. Aug. 5 % Rente dn cour. 119. 40. 3 % Reute da cour. 78.75. Anl. de 1841 —. 6 8 Neapl. —. 5 ½ Span. Rente 22. Pass. 4.
Petersburg, 9. Aug. Lond. 2 Met. 371 %. HMamb. 34 . Pri 402. Poln. à Paris 300 Fl. 75 ½¼. do. 500 Pl. —. do. 200 Fl. 25 ½.
Wien, 12. Aug. 5 % Met¹. 108 ½. 4 ¼ 100 ½. 3 ¼ 76 ½ 2 ½ ½ —. 18 —. H.nb-Actüen 1627. Anl. 4 1824 138 ½. 4 1899 107 ½.
Königliche Schauspiele.
Donnerstag, 18. Aug. Im Schauspielhause: Verirrungen, Schauspiel in 5 Abth., von E. Devrient. (Dlle. Broͤge, vom Stadt⸗Theater zu Riga: Mariane, als Gastrolle.)
Freitag, 19. Aug. Im Opernhause: Die Krondiamanten. (Dlle. Tuczeck wird vor ihrer Urlaubsreise zum letztenmale hierin auftreten.)
Sonnabend, 20. Aug. Im Schauspielhause: Zum ersten⸗ male wiederholt: Industrie und Herz, Lustspiel in 4 Akten, von Bauernfeld. Hierauf: Der Kapellmeister aus Venedig. 1““
4 8 “ Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Taschen- Encyklopädie der
gen- und Ohren-Heilkunde für Aerzte, Wundärzte und Studirende
von 8 Dr. MARTELI. FRANK, praktischem Arzte in Würazhurt.
Noth,
5 Fl. 24 Kr. — 3 Thlr. 5 Sgr.
Der Versasser suchte Praktikern im Felde der Chi- rurgie und Geburtshülse, Augen- und Ohren-Heil. kunde durch vorstehendes Werk eine chnelle und konzise Uebersicht zu verschaffen. Was das Prak-
11
gewinnen werde, zem neuesten Standpunkte der Wissenschaft mitge-
oesie und wuͤrdiger Kunst zugethan, theilt. Obgleich der praktischen Tendena weten. die eine harmonis e Verbindung beider zum er oͤhten, n hatte, wurden dennoch die befriedigendsten Genuß ü. z und will⸗ offnung Grundsaͤtze, welche die kuͤnstlerischen und sprachlichen kuragg. d 81 1 Bearbeiter geleitet haben, und welche dahin gingen, 19, sn geburtsbülflicher Fall dem großen, reinen und einfachen Charakter
Anforderungen der Schule nicht übergangen. Durch 3
„es werden die Vermeidungen unnützer Wiederholungen war es mö konzentriren, da
es al⸗ ücksichtigt geblieben wäre, obgleich der Ver- in keiner Weise Üeesn eeg 2 8. durch nur oberflächliches
Gewalt anzuthun, sich ihm mit sorgfaͤltigster, treue⸗ Berühren der einzelnen Gegenstände zu erreichen- ster Auffassung seiner Eigenthuͤmlichkeit anzuschlie⸗ E, wurden namentlich einzelne Kapitel, deren na- ßen und seine Originalitaͤt in Ton, Haltung und ere Prkenntnils erst das Resultat neuerer Erfahrun- Gestalten eben so sehr einerseits schonend zu bewah⸗ gen geworden, mit aufgenommen, da diese Sachen in ren, als andererseits zur lebendigen Anschauung zu bringen, in der Billigung der zum Uriheile Befaͤ⸗ ’ higten, der fuͤr Ehre und Neiner lene8 86,8, herr⸗ Sehnen beim Klumpfusse, schiesen Halse, bei Rück-
von r oesie, Sitte und Kraft Antheil Nehmenden, ihre
den gewöhnlichen Handbüchern noch nicht aufgeführt zind, z. B. die subkutanen Durchschneidungen der
Sprache, rats-Verkrümmungen, Ankylosen, die Operationen 3 ge⸗ Stotterns, Schielauges, die Inoculation bei Syphi- finden; es werde jis etc., wo der Versasser absichtlich die lehrreichen
das in dieser neuen Gestalt unentstellte Alte die blei⸗und frappanten Aufschlüsse der neueren Zeit mit auf- bende Liebe zu echter, volksthuͤmlicher Kunst und zefährt hat, um denen, welchen die Bekanntschast Poesie in vielen Gemuͤthern zu erwecken und zu be⸗ 5
er Entdeckungs-Geschichten eines Stromeyer’'s, Diesfenbach's, Ricord's u. A. selbst ent 2* eich-
man bemerkt, dass über 460 Artikel abgehandelt wur-
den, die ausserdem durch noch etwa Citate ver-
Buchhandlung in
Niederlande.
Deutsche Bundes aaten.
mehrt sind. Die äussere Ausstattung ist sehr eleg- 9
EEEEEöE ebet am ..
1““
Amtliche Nachrichten.
Frankreich. Paris. Verhalten der Legitimisten in Betreff des eee. — Nachrichten aus Afrika. — Briefe aus Paris. (Zur Genesis des Regentschafts⸗Gesetzes. — Der König, die Herzogin von Orleans und der Herzog von Nemours; Verur⸗
theilung der Gazette de France.) Kani 1— nb. London. Ankunft des Herzog
von Sachsen⸗Koburg. — Bericht uͤber den Schatzkammerschei Betrug. — Demonstrations⸗Geschwader. — Belagerung von N caragua. — Ruͤstungen des Diktators Rosas. — Rochdale un
Manchester. Die Arbeiter⸗Unruhen. . Amsterdam. Das Limburger Bundes⸗Konti
ent. — Haag. Die Finanz⸗Differenzen zwischen Holland u
Belgien. Muͤnchen. Erfindung einer neu
Art zu malen. — Leipzig. Die Altenburger Eisenbahn. — Jen
Der Bentincksche Prozeß. — Karlsruhe. Abgeordneten⸗Kamm
Penstons⸗Fonds fuͤr Schullehrer. —Altong. Holsteinische Staͤn
Zerhandlungen. — Antrag auf Oeffentlichkeit derselben. Oesterreich. Wien. Amtlicher Artikel in Bezug auf die Staat
Eisenbahnen.
Schweiz. Bern. Tagsatzung. — Handels⸗Verhaͤltnisse der Schwe Verein gre Staaten von Nord⸗Amerika.
Naͤheres uͤber Ausgleichung des Englisch⸗Amerikanischen Graͤnzstreites. — Fr lassung der in Mexiko gefangen genommenen Amerikaner.
Ostindien. Pollocks und Sale's Berichte uͤber die Ereignisse
schellalabad. Inland. Koͤln. Die bevorstehenden Manoͤver. — Bresla
Differenzen in der juͤdischen Gemeinde.
Das Gesetz uͤber den Elementar⸗Unterricht in Belgien.
Amtliche Uachrichten.
Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben Allergnäͤdigst geruht: Die Mitglieder des Land⸗ und Stadtgerichts zu Luͤbben, Ge⸗ richts⸗Amtmann Muͤller und Kammergerichts⸗Assessor Gro⸗ schuff, zu Land⸗ und Stadtgerichts⸗Raͤthen zu ernennen.
Der Justiz⸗Kommissarius Mangelsdorff zu Fuͤrstenwalde . sein Ansuchen in gleicher Eigenschaft an das Land⸗ und tadtgericht zu Salzwedel, mit der Befugniß zur Praxis bei dem Kreisgerichte zu Beetzendorf und den Patrimonialgerichten zu Wolfsburg und Tylsen, versetzt worden.
Frankreich.
Pearis, 13. Aug. Die mit Prafun des Regentschafts⸗Ge⸗
setzes beauftragte Kommission hat den Marschall Sebastiani zu ihrem Praͤsidenten, den Herrn Hebert zum Secretair und Herrn Dupin zum Berichterstatter ernannt. Am kuͤnftigen Dienstag wird der Bericht der Kammer vorgelegt werden. Am Donnerstag kann alsdann die Eroͤrterung beginnen, und man hofft, die Session am 25sten d. M. schließen zu koͤnnen. — Die mit Pruͤfung des Odi⸗ lon⸗-Barrotschen Vorschlages beauftragte Kommission hat Herrn Pascalis zum Praͤsidenten und Herrn von Corcelles zum Secretair ernannt.
Gestern versammelten sich die Deputirten der legitimistischen Fraction, um uͤber das bei Eroͤrterung des Regentschafts⸗Gesetzes zu beobachtende Benehmen zu berathen. Es ward einstimmig be⸗ schlossen, die muͤtterliche Regentschaft aus allen Kraͤften zu unter⸗ stuͤtzen, vorher aber die Kompetenz der Kammer zur Eroͤrterung einer solchen Frage zu bestreiten und gegen das Gesetz zu stimmen, wenn es nicht in ihrem Sinne amendirt wuͤrde.
Der Moniteur algérien vom öten d. enthaͤlt ein Resumé der neuesten Berichte aus den Mittelpunkten der Kolonie. Der große Stamm der Krachna hatte sich unterworfen. Der Han⸗ dels⸗Verkehr Algiers mit dem Innern nahm mehr und mehr zu. Abd el Kader war, vor dem General Lamoricière fliehend, mit einigen Truͤmmern seiner ehemaligen Heeresmacht zu dem Kalifen Ben⸗Allal Sidi Embarrak an der suͤdlichen Gränze des Kalift von Milianah ee Diese beiden Chess machten nun Versuche, die Staͤmme jener Gegenden, welche sich in der letzten Zeit der Franzoͤsischen Herrschaft unterworfen hatten, fuͤr sich zu
ewinnen; allein auf dringendes Ansuchen jener Staͤmme ist der
eneral Changarnier mit einer kleinen Kolonne nach jenen Ge⸗ genden aufgebrochen, um die Verbuͤndeten zu schuͤtzen und den Emir zu noͤthigen, sich wieder in die Waͤste zuruͤckzuziehen, wo Mangel an Wasser und Lebensmitteln seine kleine Schaar zwin⸗ gen wird, sich aufzuloͤsen.
O Paris, 13. Aug. Man hat verschiedene Geruͤchte uͤber die eigentlichen Ansichten Ludwig Philipp's in der Regentschafts⸗ Frage ausgestreut. Die Einen behaupten, der Koͤnig habe im Grunde die weibliche Regentschaft zu Gunsten der Herzogin von Orleans gewuͤnscht, habe aber durch die Vorstellungen seiner Mi⸗ nister sich bewegen lassen, die dem Salischen Gesetze und dem Charakter des Franzoͤsischen Volkes mehr angemessene maͤnnliche Mgentschaft *,ue Andere versichern, das Beispiel der
Panischen Regentschaft unter der Koͤnigin Marie Christine habe den Koͤnig auf die Gefahren der weiblichen Regentschaft zu auf⸗ merksam gemacht, um sein Reich ähnlichen Gefahren bloszu⸗ stellen, und darum habe er sich vom Anfang an kategorisch gegen die weibliche Regentschaft ausgesprochen. Ich bin heute
im Stande, Ihnen hieruͤber die zuverläaͤssigsten Aufklaͤrungen zu geben, die um so interessanter sind, als sie darthun, daß der Ge⸗ setz⸗Entwurf uͤber die Regentschaft, welcher dermalen der Deputir⸗ ten⸗Kammer vorliegt, vom Koͤnige selbst und nicht von seinen Ministern ausgegangen ist.
Gleich am Tage nach dem Tode des Herzogs von Orleans forderte der Koͤnig den Großsiegelbewahrer, Herrn Martin du Nord, auf, in das TConseil vom 15. Juli einen Gesetz⸗Vorschlag in Betreff der Regentschaft mitzubringen. Herr Martin du Nord versammelte sogleich seine Divisions⸗Chefs und bearbeitete waͤh⸗ rend der Nacht mit ihnen den verlangten Gesetz⸗Entwurf, nach welchem die Herzogin von Orleans, von einem Regentschafts⸗Rath unterstuͤtzt, der Minderjaͤhrigkeit ihres Sohnes, des Grafen von Paris, die Regentschaft uͤbernehmen sollte. Als dieser Gesetz⸗Vorschlag am Morgen des 15. Juli im vNe unter dem Vorsitz des Koͤnigs in Neuilly vorge⸗ legt wurde, theilte sich das Kabinet in zwei Parteien, wovon die eine, an deren Spitze Herr Guizot sich befand, die maͤnnliche und die andere die weibliche Regentschaft vertheidigte. Der Koͤnig hoͤrte ruhig die Gruͤnde der einen und der anderen an und ver⸗ sprach, in der naͤchsten Sitzung am folgenden Morgen seine eige⸗ nen Ansichten dem Conseil schriftlich mitzutheilen. In der That brachte er Tags darauf ein von ihm waͤhrend der Nacht aufgesetztes Memoir in den Minister⸗Rath, dessen Gruͤndlichkeit und Scharfsinn alle Minister um so mehr in Erstaunen setzte, als es der Koͤnig unter dem ersten schmerzhaften Eindrucke des Todes seines aͤltesten Sohnes verfaßt hatte. In diesem Memoir wurde die weibliche Regentschaft als die natuͤrlichste und zweckmaͤßigste lndee. wenn die Freiheit der Presse nicht bestaͤnde. Nichts, oll der Koͤnig gesagt haben, ist fuͤr eine Regentin mehr zu fuͤrch⸗ ten als die Verleumdung, die taͤglich durch hundert und hundert Organe der Presse gegen sie verbreitet werden koͤnnte, um ihre Ehre und ihr Ansehen zu untergraben und dadurch den Thron des min⸗ derjaͤhrigen Koͤnigs zu erschuͤttern. Zwar koͤnne ein maͤnnlicher Regent von der Oppositions⸗Presse eben so hartnaͤckig angegriffen werden, aber dessen persoͤnliche Ehre bleibe bei den groͤßten Ver⸗ leumdungen unversehrt, waͤhrend die Ehre einer Frau durch den leisesten Hauch der Bosheit Schaden leiden koͤnne.
Durch diese und aͤhnliche Beweggruͤnde suchte Ludwig Philipp
en Vorzug der maͤnnlichen vor der weiblichen Regentschaft unter den obwaltenden Umständen in Frankreich darzuthun. Dies gelang ihm so vollkommen, daß von diesem Augenblick das Kabinet ein⸗ stimmig sich fuͤr die maͤnnliche Regentschaft entschied und alle vom Könige angedeutete Grundzuͤge des betreffenden Gesetz⸗Entwurfes annahm. So wurde ohne ernsthafte Diskussion das vom Koͤnig selbst entworfene Gesetz von saͤmmtlichen Ministern gutgeheißen und unveraͤndert der Kammer vorgelegt.
= Paris, 13. Aug. Heute ist ein Monat seit der traurigen Katastrophe verflossen, welche den Herzog von Orleans so fruͤh⸗ zeitig zur Gruft fuͤhrte. Seitdem hatte der Koͤnig sich ganz auf seinen Familienkreis beschraͤnkt und nur den Ministern und einigen wenigen hoͤheren Beamten und Diplomaten Audienz ertheilt. Von morgen an wird nun nach einer ausdruͤcklichen Anordnung Ludwig Philipp's die fruͤhere, gewoͤhnliche Ordnung der Dinge wieder ein⸗ treten, und schon sind fuͤr morgen mehrere Einladungen zu der Koͤniglichen Tafel nach Neuilly ergangen. Die Herzogin von Or⸗ leans war seit ihrer Ruͤckkehr aus den Baͤdern von Plombieères nicht mehr nach den Tuilerieen gekommen, die fuͤr sie der Ort so vieler freudiger Tage und Hoffnungen waren. Vorgestern setzte sie zum erstenmale wieder den Fuß in dieselben, und als sie die Gemaͤcher betrat, welche einst Zeugen ihres Gluͤckes waren, und die jetzt fuͤr sie nur schmerzliche Erinnerungen und das Be— wußtseyn des unersetzlichen Verlustes erwecken, der sie getroffen, konnte sie der uͤberwaͤltigenden Macht des tiefen Schmerzes nicht laͤnger widerstehen: sie brach in einen Strom von Thraͤnen aus. Nur der Blick auf ihre beiden Kinder, die Anwesenheit ihrer er⸗ lauchten Mutter und die zaͤrtlichste Aufmerksamkeit, deren Gegen⸗ stand sie von Seiten des Koͤnigs und aller Glieder der Koͤniglichen Familie ist, uͤben einen heilsam lindernden Einfluß auf das von schwerem Kummer daniedergedruͤckte Gemuͤth der edlen Frau aus, die fortwaͤhrend der allgemeinsten Theilnahme sich zu erfreuen hat.
Der Herzog von Nemours faͤngt an, sich mehr und mehr bemerkbar zu machen, wozu sich ihm zahlreiche Gelegenheiten und Anlaͤsse darbieten. In diesem Augenblicke ist er mit den zu tref⸗ fenden Anordnungen fuͤr das im naͤchsten Monat stattfindende La⸗ ger von Chalons beschaͤftigt, zu dessen Ober⸗Befehlshaber ihn der
Koͤnig nach dem Tode des Herzogs von Orleans ernannt hat. Man
sieht jetzt taͤglich Generale und Stabs⸗Offiziere der Truppen⸗ Corps, welche an diesem militairischen Schauspiele Theil neh⸗ men werden, im Pavillon Marsan bei dem Prinzen er⸗ scheinen, der mit ihnen das Noͤthige bespricht und dabei einen Takt und eine Kenntniß des niederen und hoͤheren Militair⸗Dien⸗
stes entwickeln soll, die selbst alte Soldaten aus der Kaiserzeit,
die ihr Handwerk durch lange und schwere Erfahrungen in einer ereignißvollen Zeit vor dem Feinde erlernt, in Erstaunen setzen soll. Uebrigens hatten schon laͤngst Maͤnner, die mit dem Prin⸗ zen, besonders in den Feldzuͤgen in Afrika, in naͤhere Beruͤhrung u kommen Gelegenheit hatten, ihm, was Muth, Entschlossenheit,
charfblick, Kaltbluͤtigkeit und Entschiedenheit nach einmal erkann⸗ eer Lage der Dinge betrifft, die schuldige Gerechtigkeit widerfahren
ssen. Bis jetzt hatte es nicht den Anschein gehabt, daß er auch eine politische Rolle zu spielen haben werde.
Aus der besonders auch in den ;. immer deutlicher hervortretenden guͤnstigen Stimmung und Gesinnung fuͤr die be⸗ stehende Dynastie darf man zum Theil wenigstens gewiß auch die Strenge herleiten, mit der seit einiger Zeit die Geschworenen hier zund anderwaͤrts uͤber Angriffe eines kleinen Theils der Presse auf den Koͤnig, auf seine Familie, auf die Charte und die Regierung hre Urtheile faͤllen. Die gestrige Verurtheilung der Gazette de
rance zu 12,000 Fr. Geldstrafe und einem Jahre Gefaͤngniß uͤr den Géranten, wegen Artikel, die noch keinesweges zu den hef⸗ igsten gezaͤhlt werden koͤnnen, und trotz des beredten Portes des errn Mauguin, der sogar so weit ging, die Doktrinen der Ga⸗
zette fast zu seinen eigenen zu machen, liefern ein neues schlagen⸗ des Beispiel hierven. Herr Mauguin en. auch gestern ager. wie immer; aber aller Zauber seiner Worte vermochte so wenig ein zahlreiches Auditorium herbeizulocken, als die Geschworenen, brave Buͤrger von Paris, in ihrer Ueberzeugung zu erschuͤttern; sie sprachen uͤber alle Anklagepunkte ihr „Schuldig“ aus. In einem anderen Prozesse war die Gazette gestern gluͤcklicher. Der Cassa⸗ tions⸗Hof hat die Berufung des General⸗Prokurators von Bor⸗ deaurx gegen das freisprechende Urtheil des Koͤniglichen Gerichts⸗ Hofes von Bordeaux in der Diffamations⸗Klage des Handlungs⸗ hauses Ducos daselbst, gegen den Abbé de Genoude und sein Blatt, als unzulaͤssig erklaͤrt, wobei nun die Sache ihr Bewenden hat. 3
Großbritanien und Irland.
London, 13. Aug. Der regierende Herzog von Sachsen⸗ Koburg, der, wie erwaͤhnt, gestern dem Schluß des Parlaments beiwohnte, war r. vee. Abend in Woolwich gelandet und in der Nacht im Buckingham⸗Palast eingetroffen.
Diie hiesigen Zeitungen veroͤffentlichen jetzt den Bericht, den
die vom Parlament ernannte Untersuchungs⸗Kommission uͤber den Schatzkammerschein⸗Betrug erstattet hat. Es ergiebt sich daraus, daß zur Zeit der Entdeckung des Betrugs 377 falsche Schatz⸗ kammerscheine, jeder uͤber 1000 Pfd. St. lautend, also fuͤr mehr als 2 ½ Millionen Rthlr., gegen Anleihen als Pfand niedergelegt waren. Von diesen Anleihen hatten zwei Banquierhaͤuser jedes uͤber 160,000 Pfd. St. geliefert, und waͤhrend der Zeit dieses Be⸗ trugs von 1836— 1841 kam es vor, daß 60,000 Pfd. St. auf einmal und bei einem einzigen Banquier angeliehen und dafuͤr falsche Schatzkammerscheine zum Pfande niedergelegt wurden. Die Art, wie der Betrug ausgefuͤhrt wurde, war folgende. Beau⸗ mont Smith fertigte aus richtigem Papiere falsche Schatzkammer⸗ scheine an, machte die Unterschrift des Controleurs nach, gab ihnen die Nummern von echten Schatzkammerscheinen und ließ sie durch Rapallo mittelst Sensale gegen Anleihen deponiren, damit sie nicht in Circulation kammen und mit den echten, also gleiche Nummer fuͤhrenden Scheinen zusammentreffen und dadurch als falsche erkannt werden koͤnnten. Wenn die Zeit zu der jaͤhrlich zwei⸗ mal stattfindenden Einloͤsung oder Umtauschung der im vorigen Jahr ausgegebenen Schatzkammerscheine herankam, machte Beaumont Smith neue Faͤlschungen, ließ Geld darauf anleihen, löͤste die verpfaͤndeten Scheine ein und verhinderte so, daß sie dem Schatzkammer⸗Amte selbst zur Einloͤsung oder zur Umtau⸗ schung vorgelegt werden und dabei durch Vergleichung mit den Couponsbuͤchern, von denen die echten Schatzkammerscheine abge⸗ schnitten worden, als Faͤlschungen erkannt werden koͤnnten. Das angeliehene Geld wurde zu Boͤrsen⸗Speculationen verwendet, die im Namen des Herrn Rapallo im groͤßten Maßstabe betrieben wurden. Den beiden Banquierhaͤusern, welche die bedeutendsten Summen darliehen, scheint keine Mitwissenschaft schuldgegeben zu werden, obwohl das eine einmal aufmerksam wurde, weil die Zinsen-Berechnung der falschen Schatzkammerscheine unrichtig war, das andere hingegen einigen von den Schatzkammerscheinen, die es aus Versehen in Umlauf gesetzt hatte, mit großer Muͤhe nachspuͤren, sie wieder einloͤsen und dem Auffinder derselben 50 Pfd. St. zur Belohnung geben ließ. Rapallo, der bekannt⸗ lich als Koͤnigszeuge straflos gelassen wurde, um Beaumont Smith mittelst seiner Aussagen uͤberfuͤhren zu koͤnnen, lebt jetzt in Calais, stellte sich jedoch, der von ihm uͤbernommenen Verbind⸗ lichkeit gemaͤß, sogleich, als die Untersuchungs⸗Kommission ihn zu verhoͤren wuͤnschte. Beachtenswerth ist auch die Aussage des Lord Strangford, der mit Unrecht bei dieser Gelegenheit verdaͤchtigt worden war. Der Betrag der geschmiedeten Scheine betraͤgt 377,000 Pfd., die in vier Klassen vertheilt sind. Die erstere, 117,000 Pfd. betragend, wird wohl entschaͤdigt werden muͤssen, die beiden anderen von 89,000 und 93,000 Pfd. erheischen wenig⸗ stens eine schaͤrfere die vierte, zum Belauf von 78,000 Pfd., wird wohl keine Entschaͤdigung erhalten, da die In⸗ haber offenbar Schwindelei betrieben.
Der Globe enthaͤlt ein ziemlich kriegerisch lautendes Schrei⸗ ben aus Portsmouth vom 6. August, nach welchem dort ein De⸗ monstrations⸗Geschwader von 12 Linienschiffen, außer anderen Kriegsschiffen in Plymouth, ausgeruͤstet werden soll, uͤber dessen eigentlichen Zweck noch nichts Zuverlaͤssiges verlautet. Das Schrei⸗ ben hofft, diese Ruͤstung werde gerade dadurch, daß sie England zum Kriege geruͤstet zeige, den Krieg verhindern.
Aus Buenos⸗Ayres wird vom Ende Mai's gemeldet, daß
Rosas eine große Armee gesammelt hatte und Rivera nebst seinem Anhange schon Anstalten traf, Montevideo bei Annaͤherung der .- unter Anfuͤhrung des Oribe und anderer Generale zu raͤumen. Der Vice⸗Admiral Sir Charles Adam hat den Hafen San Juan de Nicaragua in Central⸗Amerika in Belagerungs⸗Zustand erklaͤrt. Als Grund werden die Erpressungen angefuͤhrt, welche sich die Behoͤrden von Central⸗Amerika gegen Britische Untertha⸗ nen haben zu Schulden kommen lassen, und wogegen Letztere ver⸗ gebens reklamirt haben.
Rochdale, 11. Aug. (B. H.) Sie werden ohne Zweifel schon von dem weitverbreiteten Aufstande der Arbeiter in den uns naheliegenden Staͤdten gehoͤrt haben. Gestern waren zahlreiche Geruͤchte daruͤber verbreitet, daß auch wir heute fruͤh heimgesucht werden wuͤrden. Ich glaubte, es wuͤrde nichts daraus werden, indeß sah ich heute Morgen zwischen 9 und 10 Uhr auf einmal eine große Menge Menschen hin und herlaufen und hoͤrte rufen: „Sie kommen!“ Ich ging auf die Straße, und, siehe dae! Tau⸗ sende von Menschen zogen in die Stadt ein. Die Fabriken wurden sofort zum Stillstande gebracht, aber damit waren die Leute noch nicht zufriedengestellt; sie machten sich uͤber die in den Fabriken ebrauchten Dampfkessel her, zogen die Haͤhne aus denselben ee und leerten dieselbe auf diese Weise in kurzer Zeit. Einzelne Abtheilungen des Haufens durchstreiften darauf die Umgegend in einem Umkreise von vier Englischen zu 8 chem Zwecke, und man darf annehmen, daß in der ganz
gend heute Nachmittag keine einzige Fabrik mehr in rbeit seyn