1842 / 255 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

8 1.

dert erlitt, verschwunden. Als nämlich das Aachener Rathhaus

b lungen des dort geschlossenen Friedens benuht -8, 1.3; die Saͤulen durch eine ee. 78 legte die suͤdliche Haͤlfte in mehrere Abtheilungen, * lichen zwar einen geraͤumigen Soal bestehen, 8 d 2 888 diesem ein ertraͤgliches Verhaͤltniß der Länge zur Breite zu geben,

zstlichen und westlichen Ende davon ab.

zwei Raͤume an dem oͤs müal die Restau⸗ Gegenwärtig nun handelt es sich vorzuͤglich umg dir Fesöe⸗ ration oder, wenn man will, die Ausschmuͤckung dieses Saa es, er welche verschiedene Stimmen laut geworden und verschiedene Plane in Vorschlag gekommen sind. Es koͤmmt dabei vor Allem darauf an, uͤber das definitive Schicksal eines Gehaͤudes zu entscheiden, das an und fuͤr sich ein wuͤrdiges Denk mal Altdeutscher Baukunst ist, das aber durch seine geschichtlichen Beziehungen eine noch weit hoͤbere Bedeutung erhaͤlt. Gerade das letztere muͤßte bei der Re⸗ stauration oder Ausschmuͤckung des Saales besonders fesigehalten werden. Bekanntlich wurde nun aber vor einiger Zeit der Plan angenommen, den ehemaligen Kroͤnungssaal in seiner jetzigen, durch die spaͤteren Zwischenbauten etwas verstuͤmmelten Gestalt mit Fresko⸗ Gemäͤlden aus der Duͤsseldorfer Schule auszuschmuͤcken. Die auf den Aachener Frieden bezuͤglichen Gemaͤlde, womit der verkleinerte Saal geziert ist, sollten weggeschafft, dieser selbst sollte der Laͤnge des ganzen Rathhauses gleich gemacht, also 30 zu 160 Fuß groß werden, und auf der enormen 7 laͤche sollten Scenen aus dem Le⸗ ben Karl's des Großen, die Schlacht von Roncevall, das Konzi⸗ lium von Frankfurt u. s. w., gemalt werden. So sehr nun auch dieser Plan an sich im Allgemeinen Beifall fand, so erkannte man doch leicht, daß seine Ausfuͤhrung einer etwaigen spaͤ⸗ teren Restauration des Saales in seiner urspruͤnglichen Gestalt die wesentlichsten Hindernisse in den Weg legen, ja sie vielleicht ganz und gar unmoͤglich machen wuͤrde, zumal da die projektirten Bilder weder zu der Geschichte des Saales, noch zu seiner urspruͤnglichen Bestimmung in naͤherer Beziehung standen. Es war daher nur natuͤrlich, daß sich mehrere gewichtige und wohlmeinende Stimmen gegen die beabsichtigte kuͤnstlerische Aus⸗ schmuͤckung des Rathhaus⸗Saales erhoben und darauf hinarbeiteten, dieses wichtige Bau⸗Denkmal fuͤr Aachen und ganz Deutschland so vollständig wie moͤglich seiner urspruͤnglichen Gestalt wieder zu geben. Die Sache wurde bekanntlich Gegenstand einer ziemlich heftigen Polemik in den Rheinischen Blaͤttern und die oͤffentliche Stimme gewann am Ende doch einen so großen Einfluß zu Gun⸗ sten der Vertheidiger einer planmaͤßig durchgefuͤhrten Wiederher⸗ stellung des Seee; in seiner ehemalligen Groͤße, daß sich selbst der Stadt⸗Rath fast einstimmig fuͤr dieselbe erklärte. Indessen war nun einmal die Einleitung zu der zuerst angenom⸗ menen Ausschmuͤckung mit Fresco⸗Gemaͤlden getroffen, und man konnte daher vorlaͤufig der oͤffentlichen Meinung nur insoweit nachkommen, als man die Erneuerung der Grbhe des Saales gelten ließ und dem staͤdtischen Baumeister den Auftrag gab, eine solche Restauration vorzubereiten, welche den auszufuͤhrenden Ge⸗ maͤlden nicht hinderlich seyn wuͤrde. Nun sollen diese, anstatt an der Zwischenwand, an der noͤrdlichen Hinterwand Platz finden. Alle Fenster sollen nach dieser Seite vermauert, ein aͤußeres Trep⸗ penhaus an dem Gebaͤude angebracht und die Treppe, auf welcher die Kaiser hinanstiegen, vermauert werden. Neben den bereits angenommenen Gemaͤlden aus der Geschichte Karl's des Großen, welche die weiten Raͤume schmuͤcken sollen, koͤnnte man vielleicht einen zweiten Cyklus in Vorschlag bringen. Denn da das Ge⸗ baͤude in gar keiner Beziehung zu dem Zeitalter und der Geschichte Karhb's des Großen steht, so wuͤrde man wenigstens der urspruͤng⸗

1086 lichen Bestimmung des Lokals naͤher kommen, wenn man den Kaisersaal mit einem Bilder⸗Cyklus ausschmuͤcken wollte, welcher die Geschichte des Deutschen Reiches, des Koͤnigreichs Preußen und der Stadt Aachen zusammenfaßte. Versuchsweise koͤnnte man etwa folgende Gegenstaͤnde dazu wählen:

I. Diee Reichs⸗Versammlung zu Aachen, auf welcher alle Gro⸗ ßen dem Kaiser Karl nach seiner Kroͤnung zu Rom aufs neue huldigen. Alle Maͤnner, die in irgend einer Weise zu Aachen fuͤr Karl thaͤtig waren, sind anwesend.

II. Die ErN Otto's III., der Aachen nach der Nor⸗ mannischen Zerstorung herstellte und zu einem zweiten Rom erhe⸗ ben wollte. Unter den Umstehenden, der Maler Johannes, den ö. Italien nach Aachen, fuͤr die Ausmalung der Kirche,

erief.

III. Kaiser Friedrich II. nimmt bei seiner Kroͤnung das Kreuz, um nach dem gelobten Lande zu ziehen. Unter den Um⸗ stehenden der Schultheiß A. von Gimnich.

IV. Koͤnig Wilhelm von Holland bewundert, als er zur Kroͤnung in Aachen einzieht, den Heldenmuth der nach langer Belagerung durch Hunger bezwungenen Buͤrger, welche mit bei⸗ spielloser Fgedehn die dem Hause der Hohenstaufen geschworene Treue bewaͤhrt hatten.

V. Koͤnig Rudolph ergreift bei seiner Kroͤnung das Kreuz statt des Scepters vom Altar. Ein wunderbares Kreuz strahlt, wie Dichter und Chroniken des Mittelalters berichten, durch die Kirchenfenster. Unter den Umstehenden Markgraf Otto von Bran⸗ denburg, der das Reichs⸗Scepter haͤlt, und der ungluͤckliche Graf Wilhelm von Juͤlich, der bei einem Ueberfall der Stadt, nachmals, durch die Nothwehr der Buͤrger seinen Tod fand.

VI. Kaiser Karl IV. bestaͤtigt bei seiner Kroͤnung die Pri⸗ vilegien der Stadt. Neben ihm, das Reichs⸗Scepter haltend, der Kurfuͤrst von Brandenburg und der Graf von Juͤlich, welcher dieses Ehrenamt dem Hause Brandenburg streitig zu machen sich angemaßt hatte. An der Spitze des Stadt⸗Rathes, der Buͤrger⸗ meister Chorus, der Erbauer des Rathhauses.

VII. Huldigung der Preußischen Rhein⸗Provinzen zu Aachen. Sie ging theils auf, theils vor dem Rathhause vor sich.

o wuͤrde die Geschichte der Stadt und des Reiches ein Jahrtausend hindurch veranschaulicht von der Karolingischen bis zur Preußischen Huldigung. Erlaubt es der Raum, so ließen sich dann noch leicht einige kleinere Bilder anbringen, die gleichsam den Uebergang zwischen den Haupt⸗Epochen bezeichnen koͤnnten, welche .252 angegebenen Haupt⸗Gemäͤlden charakterisirt und vertreten waͤren.

Meteorologische Beobachtungen.

1842. 11. Sept.

Abenda Nacb eiumaliger

Beobaecbtung.

Naechmittags 2 Uhr. 10 Uhr.

332,58 P.r. 332,76 Pn. 332,91 Pen. + 9,6° n. + 15 1 2) n. + 9,32 n. + 9,2 n. + 9,72 n. + 6,1° n. 97 pct. 66 vpct. 77 pCt. regnig. halbbeiter. balbbeiter. W. W. W. Wurmeweebsel+† 16,0“ Wolkenzug... W. 8,6⁰°.

Tagesmittel: 332,75 Par. + 11,32 n. + 8,30 H. 80 pct. W.

Morgens 6 Uhr.

Quellwärme 9,0* R. Plusswürme 1 4,0* R. Bodenwärme Ausdünstung 8 Niedersehlag 0,071 Rh.

Luftdrack.. Luftwärme.. Thaupunkt... Duustsättigung

Berliner Den 12. September 1842.

928, 81

Smn

Pr. Cour. Hrief. 110°l4.

Pr. Cour. Hrief. Geld.

103 ½

Fond’s. Actien.

104½ 102

85

102

102 8 48

103 ½ 106 ½

103 ¼

127 103

Bel. Pota. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Mgd. Lpea. Eiseunb. do. do. Prior. Obl. Bel. Anh. Kisenb. do. do. Pror. Obl. Düss Rlb. Risenb. do. do. Prior. Obl. Rbein. Kisenb.

do. do. Prior. Obl. Bevl.-Frankf. Eis.

Priedriched'or 13 ½ Andere Goldmün-

nen à 5 Th. 10 ½ Disconto. 3

8t. Sebald-Seb.*) 8 Pr. Kngl. Obl. 30. Prüm. Sch. der Seebandlung. Kur- u. Neumäürk. Schuldverschr. Berl. Stadt-Obl.“*) 3 ¼ Danz. do. in Th. Westp. Pfandbr. 8 Grossh. Pos. do. Oatpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u. Noum. do.* Seblesische do.

11 102

104 ½

79 ½

99

91

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10: 78

88% 100 ¾

13 9 ½ 4

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102 ½

) De⸗ Krxoafer vergütet auf den am 2. Jauuwar 1843 falligen Coupon ½ pct.

Auswürtige Börsen.

E1dwd. wiekl. 89b 414 52 %¾. 5 ¾ 40. 101 b. Ausg. —. Ziouol. Preuse.

Amsterdam, 8. Sept. Koanz -Bill. —. 5 % Span. 16 %. Prsim. Sch. —. Pol. —. Oeaterr. 107 ⁄.

Antwerpen, 7. Sept. Ziwdl. —. Neue Anl. 16 ⁄.

Hamburg, 10. sept. Baak-Aetien 1650. Hagl. He*0. 109 ½.

Paris, 7. Sept. 5 Rente ün ‧⁴nͤ. 118. 50. 32 Rne d8 cous. 80. 15. Al. 4e 1841 —. 5% Meapl. au compt. 107. 5 Span. Ronte 22 ½. P.e.

Wien, 7. sept. 5 ⅛½ .⁴.. 109. 4 ½ 100 ½. 32 77. —. 12, —. Hask-Aetien 1626. Aul. 1824 139*. 1829 109 ½.

5 Königliche Schauspiele.

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Dienstag, 13. Sept. Im Opernhause: Iphigenia in Tauris, große Oper in 4 Abth., von Gluck. Mittwoch, 14. Sept. Im Schauspielhause: Torquato Tasso. Donnerstag, 15. Sept. Im Schauspielhause: Erziehungs⸗ Resultate. (Dlle. C. Stich, vom Großberzoglichen Hof⸗Theater zu Schwerin: Margarethe, als Gastrolle.) Und: Der Sohn auf Reisen. E .4 Königsstädtisches Theater. Dienstag, 11. Sept. Einen Jux will er sich machen. Posse mit Gesang in 4 Akten, von J. Nestroy. Musik von A. Mäͤller. Mittwoch, 14. Sept. Zum erstenmale: Zuruͤcksetzung, Lust⸗ spiel in 4 Akten, vom Dr. Toͤpfer. (Dlle. Bertha Unzelmann: Marie, als Gastrolle.)

——

Verantwortlicher Redacteur Dr. J.

Gedruckt in der Decker schen Gebetmen Ober- Hofwuchdruckerc.

Allgemeiner Anzeiger für die Preußischen Staaten.

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8. Zinkeisen.

Bekanntmachungen.

b S.t eckbrief.

Gegen den fluͤchtig gewordenen hiesigen Kaufmann Adolph Christian Siewert ist wegen Faͤlschung und Betruges die Kriminal⸗Untersuchung erdffnet, und es werden bei der Wichtigkeit, welche die Hab⸗ haftwerdung des Entflohenen hat, alle Behoͤrden des In⸗ und Auslandes dringend ersucht, denselben im

Betretungsfalle anzuhalten und von seiner Ergrei⸗

fung gefaͤllige Anzeige zu machen. Das Signalement, so weit es aufzustellen gewesen ist, ist angefuͤgt, und wird nur noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß der ꝛc. Siewert in Begleitung seiner Frau und zweier kleiner Kinder, deren eines sich noch bei der Amme befindet, reise, und daß er in Hamburg unter dem Namen Siemers aufgetreten sey.

Greifswald, den 5. September 1842.

Das Stadtgericht hierselbst.

9 Dr. Teßmann. 8 bb Signalement.

Familienname: Siewert; Vorname: Adolph Christian; Gewerbe: Kaufmann; Geburtsort: im Mecklenburgischen; bisheriger Wohnort: Greifswald; Religion: evangelisch; Alter: 38 Jahr; Groͤße: 5 Fuß 7 bis 8 Zoll; Haare: hellbraun, auf dem Vorderkopf

etwas duͤnner; Stirn: hoch und frei; Augenbraunen: dunkel; Nase: gebogen; Mund: gewoͤhnlich; Bart: braun; Zaͤhne: vollstaͤndig; Kinn und Gesicht: laͤng⸗ licht und voll; Gesichtsfarbe: gesund; Gestalt: kraͤf⸗ tig; besondere Kennzeichen: nicht bekannt. 8

Wiederholte Kuͤndigungs⸗Bekannt⸗ machung. zugnahme auf unseren Kuͤndigungs⸗Erlaß jahres fordern wir die Inhaber ufenen, aber bisher noch nicht

eingeliefert wienerhofänenig aufe cesasch en Pfandbriefe

dem naͤchsten Wei achte Pfandbriefe, welche in des Rennweneb achts Trrmine durch Baarzahlung

aber werden ebenfalls auf Gefahr und Kosten der Glaͤubiger zum landschaftlichen Depositorio gebracht und die Kosten des Aufgebots aus den zunaͤchst faͤl⸗ lig werdenden Zinsen gedeckt werden. Zu gleicher Einlieferung und unter derselben Warnung haeben wir auch die Inhaber der in fruͤheren Terminen oͤf⸗ fentlich aufgekuͤndigten, bisher aber noch nicht ein⸗ gereichten Pfandbriefe auf. Spezielle Verzeichnisse aller solchergestalt aufgerufenen Pfandbriefe sind bei allen Schlesischen Landschaftskassen und bei den Boͤr⸗ sen zu Breslau, Berlin und Leivzig ausgehaͤngt, auch mit den oͤffentlichen Anzeigern der drei Schle⸗ sischen Regierungs⸗Amtsblaͤtter und mit den beiden hiesigen Zeitungen ausgereicht worden.

Breslau, am 1. Septbr. 1842.

Schlesische General⸗Landschafts⸗Direction.

Fuͤr angehende Feldmesser. Anfangs Oktober d. J. wird ein Privat⸗Kursus eroͤffnet zur Ausbildung solcher jungen Leute, welche das Feldmesser⸗Examen bei der Regierung abzulegen beabsichtigen. Naͤheres alte Jakobstraße Nr. 10 bei Dr. Ringleb.

Von Hamburg nach Helgoland gehen die aufs bequemste und eleganteste eingerichte⸗ ten schnellfahrenden Hamburger Pampfschi e „Patriot“ und „Elbe“ jeden Dienstag, Donnerstag u. Sonnabend bis incl. den 24. September d. J. Weitere Auskunft wie Billette ertheilen in Berlin die Herren Herrmann & Meyer, Wer⸗ derschen Markt Nr. 4.. Hamburg, den 1. Sept. 1812. Julius Kuͤhne.

Die groͤßte Kartoffel⸗Dampf⸗Brannt⸗ wein⸗Brennerei

v bezuͤglich durch Ausreichun slalchhattiger Pfandbriefe von der Landschaft 255.

loͤst werden sollen, 8 27 G ie Einlieferung au neten Verfall⸗ Termäineninch L

Kabinets⸗Ordre vom 6. A XVII. 2116.) mit ihrem Pfandbriefen ausgedruͤckte

1840 (G

Hypothek fuͤr vernichtet erklaͤrt;

denn vorbezeich⸗ 8 den die Inhaber nach Vorschrift der Allerhochsten selben unbeschraͤnkt, keiner Kontrolle unterworfen

. S. 1840. und durchaus Realrechte auf die in den haften) Sen

6 uͤckte Spezial⸗Hypo 4 w 8 dirt und die Pfandbriefe in Arsenahn wehen Cpecln. bn Veslektirende es wird dies in

Landschafts⸗Registern und in den Hypothetenbachden vermerkt und die Inhaber werden mit ihren Anspruͤchen auf Zahlung des Pfandbriefwerthes nur an die Land⸗ schaft verwiesen, die baaren Valuten der zur Baarzahlung gekuͤndigten Pfandbriefe werden nach Bestreitung der Kosten des Aufgebots auf Gefahr und Kosten der Glaͤu⸗ ist biger zum landschaftlichen Depositorio genommen, zu haben, in Berlin bei die Ersatzpfandbriefe fuͤr die zum Umtausch gekuͤndigten b

im Herzogthum Holstein, 7 M. von Hamburg, mit hinreichenden, herrlichen Gebaͤuden und boͤchst ele⸗ gantem herrsch. Wohnhause, benebst vollstaͤndigen bgessen und Inv., so wie auch bedeutenden ndereien (wobei zu bemerken, daß der Betrieb der⸗

Abgaben und Steuern darauf der Hand verkauft werden, und edccrnede e Kecsein enienc en eei

Krahenstein in Hamburg wend 899 en Makler Herrn

Literarische Anzeigen.

In Baumgaͤrtner's Bu G g so eben erschienen und in 21 .

Der Parasit

und Der Neffe als Onkel.

Lustspiele von Schiller. Zum Uebersetzen aus dem Deutschen in das Franzoͤsische, fuͤr bereits vorgeruͤckte Schuͤler, die in den Geist des zuletzt genannten Idioms tiefer eindringen und Fer⸗ tigkeit in der Unterbaltungssprache erlangen wollen. Mit sprachwissenschaftlichen Erlaͤuterungen und ei⸗ nem Woͤrterbuche zum Schul⸗ und Pelvat⸗Gebrauch. Bearbeitet und herausgegeben von C. Schnabel, oͤffentl. Lehrer der Franz. Sprache zu Leipzig, fruͤher Sprachlehrer zu Paris im American Lyceum. 180 Seiten in 8. brosch. Preis 15 Sgr.

71

Im Verlage von Albert Nauck & Comp. in Berlin sind erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben:

Gesetzbücher

für die Preuss. Staaten, in einer Zusammenstellung mit den ergänzenden, abändernden und erläuternden Verordnungen und unter Benutzung der Akten und mit Genehmigung Eines Hohen Justiz-Mini- steriums herausgegeben von A. J. Mannkopff. Allgemeines Landrecht. Erster Supplementband, enthaltend die Ergänzungen etc. seit dem Jahre 1838. Lex.-8. 1842. Preis 3 Thlr. die bisher erschienenen Sieben Bände und Register er en kosten 18 Thlr. 10 Sgr. Kriminalrecht 8 in ähnlicher Bearbeitung. Erster Band: Kriminal-Ordnung. Zweiter Band: Strafrecht. 2 Thlr. serner: Text-Ausgaben des Allgemeinen Landrechts Ausgabe in gr. 8. auf Schreibpapier 7 Thlr. 20 Sgr. Ausgabe in gr. 8. auf Weis⸗ Irlap. 6 - 10 - Ausgabe in 12. mit Latein. Lettern 3 - 15 -

8

1

In der Heinrichshofenschen Buchhandlung in Magdeburg ist so eben erschienen:

Heyse, Dr. K. W. L., Handworterbuch der Deutschen Sprache ꝛc. 2ten Bandes 7te Lieferung. Spalten bis Strauß.

und wird mit dieser Lieferung ausgegeben der Titel, mit welchem die Bogen 1 54 des weiten Theils als Erste Abtheilung des Zweiten Theils in einen Band zu binden sind. Die Beendigung des Ganzen, vom Herrn Verfasser und dem Verleger nicht min⸗ der als vom Publikum gewuͤnscht, wird von Erste⸗ rem, so viel es irgend die Umstäaͤnde gestatten, gefͤr⸗

bahn 3): E. S. Mittler (Stech⸗

in

un .

Im Verlage von Ed. Bote & G. Bock, Jäager-

strasse 42, erschien so eben:

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komponirt von Otto Tiehsen.

Der Name des sehr beliebten Komponisten verbürgt

die gute Auffassung des schönen Gedichts. In dem-

selben Verlage erschien: 7 -

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.8. 1 Thlr. 8 Ledö ng, bei Friedrich Fleischer.

ben erschien: kö.e 14 ueber

Cajus und seine Institutionen, e

mit besonderer Ruͤcksicht u.“ auf die ens ue Preußische Jußiit-Reform 16 un

das Werk der Gesetz⸗Revision wchroratb B Jacobi 8 Stadtger r. Jacobi. ür. 8“ 89 H. Jonas, Werderstr. Nr. 1. Neue Piano-Compositionen von Jacq. Herz Op. 33 35. vese, Rondo e pir brnn een ESlé6égant e ur is e 1 88 8 8 1 Grande Valse sur la eine de Chypre de Halevy, à und Thlr., erschiene o eben. Unter den Dilettanten hat Jacq. Herz qurch seine Fantaisieen über Thema's aus der weissen Dame, Stradella, Stumme von Portici und durch seine 8 Airs de ballet et Choeure de Robert le diable (2 und 4händig) et de la Juive Die Jüdin den ehrenvollsten Ruf erlangt ; schöne Melodieen, so wie leichte und doch brillante Spielart, zeichnen ihn aus.

dert werden. Die Trefflichkeit der Bearbeitung tritt it jedem Bogen mehr hervor. 8

34 Linden. Schlesingersche Buch- u. Musikhdlg.

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reußische Staats⸗Zeitung.

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ten. Fenehe ha Heless⸗ Der Herzog von Nemours. Berryer und die Legitimisten. Briefe aus Paris. (Differenz mit Belgien. Großartige Speculation 821 die Spanischen Waldungen; diplo matischer Rechtsfall; Holzpflasterung. Die Afrikanische Armee; Remontewesen und Pferdezucht. Großbritanien und Irland. Gibraltar. Lord Hill's Armee mentshaͤuser. Vermischtes. 8 Niederlande. Haag. Konigliche Verfuͤgung in Betreff der Staats⸗ Penstonen und Wartegelder. . 1 Belgien. Bruüͤssel. Der Indspendant und die Oppositions⸗ Presse uͤber die Tarif⸗Angelegenheit. Luͤttich. Ruͤckkehr des

Koͤnigs. Deutsche Bundesstaaten. Muͤnchen. Ankunft des Koͤnigs und Schreiben aus Leipzig. (Ver⸗

der Koͤnigin von Sachsen. - sammlung Deutscher Architekten.) Karlsruhe. Schließun der Kammern. Schreiben aus Mainz. (Industrie⸗Aus ellung. Schreiben aus Luxemburg. (General du Moulin.)

Oesterreich. Wie n. Freiberr von Pillersdorf zum Hofkanzler er⸗ nannt.

Schweiz. Die Gletscher⸗Untersuchungen des Professors Agassiz.

Spanien. Madrid. Schreiben aus Paris. (Fuͤrst Lichnowsky; 1ner ne Walten; angebliche Umtriebe der Spanischen Fluͤcht⸗

nge.

Inland. Aachen. Ankunft des Koͤnigs der Belgier. Besuch des Domes. Festmahl im Kaisersaal. Koͤln. Ruͤckkehr Ihrer Majestaͤten nach Bruͤhl. Ihre Maijestaͤt die Koͤnigin in Koͤln. Wittenberg. Grundsteinlegung zu einer steinernen Elbbruͤcke. Trier. itterung; die Bauten an der Mosel und Saar.

ondon. Neuer Gouverneur von Verwaltung. Bau der Parla⸗

Amtliche Uachrichten.

IKgsronik des Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht:

Dem Ober⸗Forstmeister Nager zu Koblenz den Rothen Ad⸗ ler⸗Orden zweiter Klasse mit Eichenlaub und dem Justiz⸗Amtmann Hildebrandt zu Koͤnigsberg in Pr. den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse zu verleihen.

Se. Majestät der Kaiser von Rußland haben dem Konigl.

Wirklichen Geheimen Rath und Gesandten von Liebermann zu St. Petersburg den Weißen Adler⸗Orden Allergnaͤdigst zu ver⸗

leihen geruht. 5 4 . 8 8–8os11““ 1

Frankreich.

Paris, 8. Sept. Der Herzog von Nemours hat am 4ten und 5ten in Compiègne Musterungen abgehalten und ist am 6ten nach Eu abgereist, wo man auch den Koͤnig der Belgier erwartet, und da auch Herr Guizot sich dorthin en. wird, so vermuthet man, daß bei dieser Gelegenheit Schritte geschehen duͤrften, um die Abschließung eines umfassenderen Handels⸗Vertrages zwischen Frankreich und Belgien herbeizufuͤhren.

Die Schritte, welche die Legitimisten thun, um sich der gegen⸗ waͤrtigen Dynastie zu naͤhern, haben die oͤffentliche Aufmerksam⸗ keit erregt, und man nennt bereits eine Menge adeliger Familien des Faubourg St. Germain, die im naͤchsten Winter in den Tuile⸗ rieen 1n wollen. Das Journal des Doöbats hatte bis⸗ her dies Alles scheinbar ignorirt und ein bedeutsames Schweigen in dieser Beziehung beobachtet, wie es immer zu thun pflegt, wenn eine delikate Frage in der politischen Welt besprochen wird. Da

es nun in seiner heutigen Nummer dies Schweigen bricht und

von der gegenwaͤrtigen Stellung der Legitimisten spricht, so glaubt

man daraus folgern zu koͤnnen, daß die Annaͤherung bereits ansehnliche

Fortschritte gemacht habe. Es spricht jedoch nicht von dieser Annaͤhe⸗

rung zwischen den Legitimisten und seiner eigenen Partei, sondern un⸗

tersucht das Benehmen der Royalisten und ihrer Fuͤhrer, namentlich

des Herrn Berryer, seit dem Jahre 1830. Es schont diesen legi⸗

timistischen Deputirten keinesweges und sagt, daß es in dem Leben

desselben zwei Epochen gebe, daß er unmittelbar nach der Juli⸗

Revolution seiner Partei nuͤtzlich gewesen sey, spaͤter aber derselben

geschadet habe. Diese letztere Behauptung verspricht das Jour⸗

nal des Débats in einem zweiten Artikel zu besprechen, deutet jedoch schon an, daß Herr Berryer, statt seine Anhaͤnger isolirt von den uͤbrigen Fractionen der Kammer zu halten, sich von der Linken habe ins Schlepptau nehmen lassen. Dieser Ausfall gegen Herrn Berryer wuͤrde schwer zu begreifen seyn, wenn man nicht wuͤßte, daß ein großer Theil der Legitimisten sehr unzufrieden mit seinem Fuͤhrer ist, und daß diejenigen, welche sich der Juli⸗Dyna⸗ stie anzuschließen geneigt sind, keine Gelegenheit, sich uͤber sein parlamentarisches Benehmen zu beklagen, werden voruͤbergehen lassen.

Paris, 8. Sept. Der Unwille der Oppositions⸗Presse

egen die Belgische Regierung sucht neue Nahrung in einem Ge⸗ Endwurfe der das, uf berechnet ist, den auslaͤndischen Hausir⸗ handel in Belgien,? sich großentheils in den Haͤnden von Fran⸗ osen befindet, zu Gunsten des einheimischen und regelmaͤßigen erkehrs zu beschraͤnten. Das Verlangen nach raschen und nach⸗ drücklichen Repressalien von Seiten Frankreichs wird immer lau⸗ ter und dringender, und die Regierung wird Muͤhe haben, ihm auf die Dauer zu widerstehen. So leicht ein solches Verfahren dar⸗ auf hinauslaufen koͤnnte, die kommerzielle Spannung zwischen bei⸗ den Laͤndern zu vermehren, eben so leicht duͤrfte es das engere

14 :ten

erlin, Mittwoch den

Anschließen Belgiens an das Deutsche Zoll⸗System herbeifuͤhren. Die ruhig und mit Einsicht urtheilenden Französischen Politiker enn. laͤngst begriffen, daß Frankreich diesmal nur durch Nachgie⸗ igkeit und Zuvorkommenheit seinen Vortheil wahren kann.

O Paris, 8. Sept. Ein Franzoͤsisches Blatt hat neulich angezeigt, eine Handels⸗Compagnie habe der Spanischen Regierung den Vorschlag gemacht, auf eigene Kosten sechzig Kriegsschiffe, worunter zwanzig Dampfbdte aus Eisen, zu erbauen und der Spanischen Kriegs⸗Marine zu uͤberlassen, unter der Bedingung, die Erlaubniß zu erhalten, in den Waldungen von Liebana (Pro⸗ vinz Alt⸗Castilien) die zum Umhauen reifen Baumstaͤmme faͤllen zu duͤrfen. Direkten Mittheilungen aus Madrid zufolge, scheint obige Nachricht gegruͤndet, indessen zweifelt man gar sehr, daß die Spanische Regierung einen solchen Kauf eingehen werde, der, so vortheilhaft er fuͤr sie dem Scheine nach ist, der Handels⸗Com⸗ pagnie einen ungeheuren Gewinn abwerfen wuͤrde, den die Regie⸗ rung lieber sich selbst wird vorbehalten wollen. Nach einer nur oberflaͤchlichen Berechnung kann man die Zahl der schlagbaren Baͤume in den Waldungen von Liebana auf wenigstens 30 Millio⸗ nen Stuͤck anschlagen. Schaͤtzt man jedes Stuͤck zu einem Spani⸗ schen Piaster, so wuͤrde die Handels⸗Compagnie bei dem Verkaufe die Summe von 150,000 Millionen Fr. einziehen. Dieser Preis ist, wohl gemerkt, der niedrigste, den man fuͤr gewoͤhnliches Schiff⸗ bauholz einlöst, waͤhrend die Waldungen von Liebana eine ganz vorzuͤgliche Holz⸗Art fuͤr den Schiffbau liefert. Hoch gerechnet, wuͤrden die sechzig Kriegsschiffe, die die Handels⸗Compagnie der Spanischen Regierung als Ersatz dafuͤr anbietet, eins in das andere gerechnet, je eine Million Fr. kosten, folglich wuͤrde die Handels⸗ Compagnie dabei noch immer an 90 Millionen Fr. reinen Gewinn eruͤbrigen. Hoͤchstens waͤren davon eine oder anderthalb Millionen zur Anlegung einer ganz einfachen Eisenbahn, um die gefaͤllten Baumstaͤmme nach der Meereskuͤste zu transportiren, abzuziehen. Die Kosten des Niederhauens der 30 Millionen Baͤume sind bei der Annahme eines Durchschnittspreises von einem Piaster pro Stuͤck schon deduzirt worden. Sie sehen, daß die Handels⸗Com⸗ pagnie keine uͤble Speculation machen wuͤrde, wenn die Spanische Regierung den obenerwaͤhnten Anbot annehmen wollte.

Vor einigen Tagen ist vor der cour royale von Paris ein merk⸗ wuͤrdiger Gerichtsfall entschieden worden. Es handelte sich darum, zu wissen, ob ein von seiner Regierung ernannter Konsul, der aber am Hofe, wo er beglaubigt wurde, das Exequatur noch nicht er⸗ halten hat, als ein diplomatischer Agent in Frankreich betrachtet werden und als solcher die gerichtliche Immunitaͤt, die den Mit⸗ gliedern des diplomatischen Corps in allen Staaten Europa's zugesichert ist, ansprechen koͤnne. Der Betheiligte war ein gewisser Marquis d'Albuanza, der von der Regierung des Uru⸗

uagy zu deren General⸗Konsul und Geschaͤftstraͤger am Hof der

uilerieen ernannt worden ist, der jedoch von letzterer aus besonderen Gruͤnden noch nicht anerkannt wurde. Da er Schul⸗ den halber von einem Glaͤubiger unlaͤngst arretirt wurde, so verlangte er nun, auf seinen diplomatischen Charakter sich stuͤtzend, frei gelassen zu werden, da kein Franzoͤsisches Gericht das Recht habe, uͤber ihn ein Urtheil zu faͤllen. Aber der Koͤnigliche Gerichtshof in Paris, in Erwaͤgung, daß kein diplomatischer Agent die den fremden Gesandten zustehenden Immunitaͤten und Privi⸗ legien in Anspruch nehmen kann, so lange er nicht von der Re⸗ gierung, bei welcher er residiren soll, das erforderliche Exequatur erlangt hat, oder auf irgend eine andere Art von ihr zur Aus⸗ uͤbung seiner Functionen ermaͤchtigt worden ist, hat das Urtheil des Handelsgerichts von Paris bestaͤtigt, wodurch der Klaͤger zum Schulden⸗Arrest verurtheilt worden war.

Nach einer neuesten Anordnung des Munizipal⸗Rathes von Paris soll die Holzpflasterung in allen Straßen der Hauptstadt eingefuͤhrt werden, wo es zu wuͤnschen ist, daß der Wagen⸗ laͤrm so wenig als möͤglich stoͤren moͤge. Zu diesem Ende werden schon mit Anfang des naͤchsten Jahres alle Straßen, die an Krankenhaͤusern, Gerichtshoͤfen, Minister⸗Gebaͤuden und ande⸗ ren Aemtern voruͤbergehen, mit Holz gepflastert werden. Unter den verschiedenen Holzpflasterungs⸗Systemen, die bis jetzt in un—

serer Hauptstadt versucht wurden, scheint das der Rue neuve des petits champs, welches das einfachste und dabei das wohlfeilste ist, den Vorzug zu verdienen. Ungeachtet der unzaͤhligen enge von jeder Art Wagen, die vom fruͤhesten Morgen is in die spaͤteste Nacht in dieser Straße, einer der esuchtesten von Paris, passiren, ist das Holzpflaster daselbst, nach cht Monaten, eben so glatt und unversehrt als am ersten Tage. Es besteht aus sechskantigen, horizontal gesaͤgten Eichen⸗Wuͤr⸗ feln, die genau zusammengestellt und zuletzt mit einer Pechcompo⸗ sition uͤbergossen werden, so daß alle Fugen verschwinden und das Ganze eine glatte, in der Mitte etwas gewoͤlbte Flaͤche darbietet. Bei der Holzpflasterung wird vor Allem erfordert, daß der Boden fest geebnet werde, weshalb, bevor die Holzwuͤrfel darauf kommen, man aus harten Steinen den Grund, wie dies bei den alten Roͤmischen Straßen besonders der Fall war, legt. Es scheint aus⸗ gemacht zu seyn, daß mit der Zeit alle Straßen von Paris nach diesem System gepflastert werden sollen. Die erste Pflasterung kommt zwar etwas hoͤher zu stehen, als die mit Steinen, aber im Lauf der Zeit ergiebt sie sich dennoch als die wohlfeilere, weil sie die kostspieligen Ausbesserungen der Straßen, wie heutzutage mit dem Steinpflaster⸗System, bei weitem nicht so oft nothwendig macht und zugleich durch das schnelle Einsaugen der Fluͤssigkeiten die Straßen reiner und trockener erhaͤlt, ein Vortheil, der bei dem allgemeinen Klagen uͤber die Unreinlichkeit und den Koth der Straßen von Paris eine vorzuͤgliche Beachtung verdient. Man wendet zwar gegen die Holzpflasterung ein, daß die Ungluͤcksfaͤlle des Niederfahrens dadurch vermehrt werden, weil das Heranfah⸗ ren der Wagen dabei nicht so leicht vernommen wird. Allein durch strenge Maßregeln gegen das zu schnelle Fahren in der Stadt kann jenen Ungluͤcksfaͤllen leicht vorgebeugt werden.

* Paris, 8. Sept. Aus Algier gehen von Seiten des Ge⸗ neral Bugeaud fortwaͤhrend Klagen beim hiesigen Kriegs⸗Ministe⸗

rium ein, indem er sich uͤber die zu geringe numerische Staͤrke

September

der Afrikanischen Occupations- Armee beschwert, die in Folge der vielen Maͤrsche, der Strapazen, der Fieberkranken und der abbe⸗ rufenen Regimenter kaum 66,000 Mann Effektivstäͤrke betragen, also b eben so viel wie die einzige Pariser Garnison intra und extra muros.

Auch die Franzöͤsische Kavallerie hat in Algier bedeutend ge litten, und die einheimischen Pferde sind allein fuͤr die Dauer gut zum dortigen Dienst und Klima. Man wird sich erin⸗ nern, daß beim Russischen Feldzuge 100,000 Pferde uͤber den Nie⸗ men zogen und kaum 5000 davon zuruͤckkehrten. Die Franzoͤsi⸗ schen Pferde dauern eben so wenig in Algier, nur aus anderen klimatischen Gruͤnden, wogegen die Sterblichkeit der Arabischen und Berber⸗Pferde selbst bei den groͤßten Maͤrschen und Entbeh rungen nur unbedeutend ist. Auch hat der General Bugeaud zu den Transporten die Pferde fast gaͤnzlich bei Seite gelassen und bedient sich groͤßtentheils der Maulesel, und namentlich einer klei⸗ nen Race von einheimischen Eseln, die am besten in der Hitze und dem Regen ausdauern und mit Wenigem zu ernaͤhren sind.

Vor wenig Tagen hat auch die im Jahre 1840 unter dem

Ministerium Thiers eingesetzte Remonte⸗Kommission dem Kriegs⸗ Minister, Marschall Soult, einen ausfuͤhrlichen Bericht vorgelegt,

in welchem sie alle diejenigen Punkte beruͤhrt, durch welche, ihrer

Ansicht zufolge, dem Remontewesen in Frankreich und dessen schwa⸗ cher Seite, so wie der vernachlaͤssigten Pferdezucht, allmaͤlig abge⸗ holfen werden koͤnnte. Seit der Regierung Ludwig's XIII. nahm die Pferdezucht in Frankreich ab. Mehrere der großen Grund⸗ besitzer waren damals eifrige Pferdezuͤchter und verwandten große Summen auf Gestuͤte. Die langen Kriege Ludwig's XIV. erheisch⸗ ten eine bedeutende Menge von Pferden. Sie fehlten im Lande, es wurden also bereits damals uͤber 100 Millionen Fr. zum Ankauf von 500,000 fremden Pferden gebraucht. Schon Colbert gruüͤn⸗ dete im Jahre 1683 wieder mehrere Gestuͤte; der Kriegs⸗ Minister Louvois suchte sie im Jahre 1690 besonders zu heben, spaͤter widmete der Herzog von Choiseul unter Ludwig XV. diesem Zweige der Verwaltung einige Aufmerksamkeit. Dokumente aus den Jahren 1770 und 1778 aber beweisen, daß die Pferde⸗Racen in Frankreich sich verschlechterten und namentlich der Mangel an Pferden zum Kriegsdienst so bedeutend war, daß man jäͤhrlich im Auslande uͤber 13,000 Pferde kaufen mußte. Im Jahre 1790 wurden die Gestuͤte ganz abgeschafft. Zur Zeit der Kriege von 1792 und 1793 mußte man eine Menge Deutscher Pferde aufkaufen. Die fortdauernde innere Anarchie zur Zeit

der ersten Franzoͤsischen Revolution versetzte die Franzoͤsische

Pferdezucht in die traurigste Lage. Im Jahre 1806 gab Napo⸗ leon endlich den Befehl, die Gestuͤte wieder einzurichken. Das Dekret ist vom 4. Juli 1806. Es fehlte aber an Maͤnnern von Erfahrung und Kenntniß, um diese praktisch zu leiten und gute Fruͤchte tragen zu lassen. Es blieben namentlich anfangs nur unvollkommene Bemuͤhungen. Seit dem Frieden von 1815 sind seltsamerweise sehr wenig gruͤndliche Verbesserungen und Fort⸗ schritte in der Franzoͤsischen Pferdezucht zu erkennen, und so traf es sich denn, daß bei den Kriegsgeruͤchten von 1840 der Zustand der Pferde in der Franzoͤsischen Kavallerie ein hoͤchst mangelhafter war. Mehr als 20 Millionen wurden seitdem zum Ankauf von

Pferden in der Fremde gebraucht, und es ergiebt sich, daß, nach⸗-

dem seit 35 Jahren, von der neuen Grüͤndung der Gestuͤte an ge⸗ rechnet, gegen 80 Millionen Fr. zum Budget der Gestuͤte verwen⸗ det worden sind, dennoch kein ernstes Resultat erreicht den ist.

len nicht verleugnen, es steht nun zu erwarten, ob man jetzt wirk—

an die Reform dieser mangelhaften Zustaͤnde denken

wird. 1 Großbritanien und Irland

London, 7. Sept. Die Koͤnigin hat den General Sir R. T. Wilson an die Stelle Sir Alexander Woodford's, dessen Dienstzeit abgelaufen ist, zum Gouverneur und General⸗Major des Stabes von Gibraltar ernannt.

Die Naval and Military Gazette sagt uͤber die Admi⸗ nistration des Lord Hill, der kuͤrzlich den Ober⸗Befehl uͤber die Armee niedergelegt hat: „Große und auffallende Verbesserungen hat Se. Herrlichkeit, so lange er der Generalitaͤt vorstand, in un⸗ serem Armeedienst nicht eingefuͤhrt; aber er hat ein gerechtes und gleichmaͤßiges Befoͤrderungs-System durchgefuͤhrt, von welchem fortan nicht mehr abgewichen werden kann, ohne daß sich ein all⸗ gemeiner Aufschrei dagegen erheben wuͤrde. Es ist notorisch, daß Lord Hill fast sein ganzes Patronat zu Gunsten der Soͤhne und Waisen alter Offiziere verwandte. Zahllose Beispiele sind uns b kannt, wo die Anspruͤche des Sohnes eines armen, aber verdien⸗ ten Veteranen bei Sr. Herrlichkeit mehr galten als die Empfeh⸗ lung anderer Bewerber durch die einflußreichsten Personen im Reich. Diese schwache Anerkennung sind wir dem edlen Charakter,

dem hohen militairischen Rechtsgefuͤhle Lord Hill's schuldig. Auf

seine Waffenthaten brauchen wir nicht erst aufmerksam zu machen; sie sind mit denen seines Nachfolgers Wellington verschwistert, und wo die Geschichte diesen Namen nennt, wird sie auch den Lord Hill's beifuͤgen.“

Wie man jetzt erfaͤhrt, schreiten die Arbeiten an dem 300 Fuß hohen Victoria⸗Thurme, welcher sich uͤber der mittleren Halle ge⸗ rade zwischen dem Ober⸗ und Unterhause erheben wird, so rasch vorwaͤrts, daß die Grundsteinlegung zu den neuen Parlaments⸗ haͤusern, welche entweder von der Koͤnigin oder ihrem Gemahl vollzogen werden wird, in sechs Wochen bis zwei Monaten vor sich gehen kann.

Die Morning Chroniecle spricht die Ansicht aus, daß sich in den Vereinigten Staaten einige Aussicht zeige, man werde den von den Englischen Staaten⸗Glaͤubigern ausgegangenen Vor⸗ schlag, die noch unverkauften Staats⸗Ländereien zur Bezahlung der Staaten⸗Schulden zu bestimmen, in ernstliche Erwaͤgung zie⸗ hen. Als ein Beispiel, daß man der jetzt vorwaltenden Schwinde⸗ lei doch auch schon in Amerika entgegenzutreten beginne, fuͤhrt das genannte Blatt einen Artikel des Morning Courier an, in welchem Mississippi ein Staat genannt wird, „dessen Verfahren

wor⸗

Die neuernannte Kommission kann diese Thatsachen und Zah⸗

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