b abl von 660 freien Arbeitern ward 1840 schon aus Cata⸗
3 8 * eingeführt. Die öffentliche Presse auf der Insel nimmt sich der Sache der Freiheit an, und „ein dem Sklapen⸗ handel feindseliger Geist waͤchst zu immer groͤßerer Macht uͤber die Insel.“
Was veranlaßte England zu dem Schritt, die Sklaverei in
einen Kolonieen aufzuheben? War es reine Humanitaͤt, Gefuͤhl fuͤr die unterdruͤckten Menschenrechte der Neger, die es wiederher⸗ zustellen beschloß? Gab es deshalb die 20, Millionen Pfd. St. den Kolonieen als Entschaͤdigungs⸗Summe? Oder gebot eine be⸗ rechnende Politik, ein materielles Interesse diesen chritt? Es ist schwer und am Ende doch falsch, das Eine oder das Andere al⸗ lein geltend scheinen zu lassen. Weder reiner Humanitaͤtssinn, wenn er auch bei Einzelnen sich zeigte, noch eine engherzige den Vortheil im Auge haltende Politik gebot ihn. Es war vorzuͤglich die Nothwendigkeit. Schon die ersten Sklavenfreunde, welche nur die Abschaffung des Sklavenhandels bezweckten, Wilberforce, Pitt, Fox, Burke, Canning, Lord Grenville, hatten ausgesprochen, daß es damit nicht abgethan sey, daß die Abschaffung des Sklaven⸗ handels die der Sklaverei unmittelbar zur Folge haben werde. Die Regierung erkannte das jetzt; sie sah voraus, daß die auf den Kolonieen in druͤckender Sklaverei gehaltenen Neger ohne Ver⸗ saͤrkung durch den Sklavenhandel kein hinreichender Stock fuͤr ewige Zäiten seyn, daß sie selbst aber durch ihre Freilassung in einer neuen Generation treue und arbeitsame Unterthanen ge⸗ winnen koͤnne; sie fuͤhlte ihr Recht und das erhebende Bewußt⸗ seyn, eine große Wohlthat gegen eine ganze Menschen⸗Race aus⸗ zuuͤben, und kannte auch ihre Kraft, zur Sicherung des eigenen Handels⸗Interesses die uͤbrigen Nationen zu einem gleichen Schritt bewegen zu koͤnnen. So entwarf sie den Plan zur Aufhebung der Sklaverei in allen Britischen Kolonieen, den Lord Stanley am 14. Mai 1833 vor das Parlament brachte, und der schon am 28. August desselben Jahres, nachdem er durch beide Haͤuser ge⸗ gangen war, Gesetzeskraft erhielt.
Die Gegner dieser Maßregel von 1833 prophezeiten bei ihrer Ausfuͤhrung in Westindien Aufstand und Verwirrung, als ihre Folgen Verderben und Elend. Aber die gaͤnzliche Endschaft der G selbst die in Gestalt des Lehrlings⸗Zustandes (der unge⸗ loͤhnten Arbeit) fand im ganzen Britischen Westindien schon zwel Jahre vor dem in der Akte von 1833 bestimmten Termine, am 1. August 1838, statt, und die von den hoͤchsten dortigen Behoͤrden eingesandten Verichte erwiesen, daß die Emancipation in allen Ko⸗ lonieen ohne ein einziges Beispiel von Tumult und Unordnung oder von Einschreiten milttairischer Gewalt vor sich gegangen war. 8 ,9 Berichte erzaͤhlen, daß die Freude der Ndhen am 1. August 1838 Ordnung, Nuͤchternheit und Froͤmmigkeit begleiteten.
waren in allen Kolonieen Versammlungen zum Gottesdienst an jenem g. angesagt, um Gott fuͤr seine Gnade zu danken sind Nach U teren Berichten kommen die Neger gut fort und rn DS ee. Lebensart verbesert, ihre Bequem⸗ die Geseze sind leichter und wemeer hehns engen degen geworden; die Ehe ist bei ien.n weger haufig, ihre Siitten besser se sind fär soraene. wnen statt des Konkubinats eingefuͤhrt;
2ge . ,ige Erziehung eingenommen, schreiten rasch in ihre- Weistesbildung vorwaͤrts, und auf ihre Herzen und ihre Fuͤhrung hat die Religion einen uͤberwiegenden Einfluß.
Es ist nicht zu leugnen, daß die Waaren⸗Ausfuhr aus den Inseln sich verringert hat und die Besitzer großer Grundstuͤcke durch die Verminderung des Ertrags derselben gelitten haben, aber man muß nicht vergessen, daß das Mutterland bei der Bewilli⸗ gung der Entschaͤdigungs⸗Summe von 20 Millionen Pfd. diesen eventuellen Verlust wohl berechnet hat.
Von den Farbigen sind: Sklaven. 498,000 8 Freie. 162,000
Summa. 600,000 440,000 502,5050
1 Freie Farbige 1 Summa der Freien
Es stellt sich also das Verhaͤltniß der Farbigen zu den Weißen
wie 3 zu 2; der Freien zu den Sklaven wie 6:5; der freien Farbigen zu den farbigen Sklaven wie 1:3.
Allgemeiner Anzeiger für d
3isten Oktober d. J. bis Abends 7 Uhr 1 in unserm Geschaͤfts⸗Lokale (Johannis Des Herrn Staats-Ministers und General⸗Post⸗ berg⸗Straße Nr. 1) an die Gesellschafts⸗
Bekanntmachungen.
meisters von Nagler Excellenz haben den hier gestif⸗ b teten Pastoral-Huͤlfs⸗Gesellschaft die Portofreiheit fuͤr zu entrichten ist.
die an sie eingehenden Gelder und Briefe bewilligt, Auswaͤrtige Actien⸗Inhaber koͤnnen, wenn sie sich nicht eines hiesigen Vermittlers bedienen wollen, die
jedoch nur unter der Bedingung, daß: 1) diese Briefe und Gelder unter der Adresse der Zahlung Gesellschaft, und 4
2) die Briefe, wenn sie unbeschwert sind, entweder
8 1 oder unter Kreuzband zur Post befoͤrdert erden.
diejenigen, welche sie durch Geld oder Nachrichten sendung zu unterstüͤtzen beabsichtigen, diese Bestimmungen be⸗
Adresse der Gesellschaft, wenn auch mit Bezeichnung des bestimmten Mitgli sind, richten zu . 153 W“ 1842. gelische Pastoral⸗Huͤlfs⸗Gesellschaft. 8 8 not⸗ — an der Perseft⸗rlcschaftgee. werden wird. frr. 66. mann, Prediger an der Louisenstaͤdt⸗ tungsbogen, schen Kirche, Alte Jakobsstr. 113. Braͤunig, Pre⸗ diger an der Jerusalems⸗Kirche, Kochstr. 39. Dr.
in Halberstadt an die Herren Gebruͤder Wrede oder an Herrn Karl
Direktoriums uͤber die geleistete Zahlung
2010
Die Berichte uüͤber den Zustand aller Kolonieen sind natuͤrlich nicht gleich guͤnstig; sie kommen aber alle darin uͤberein, daß die Neger nicht faul geworden sind, sondern es vorziehen, auf kleinen zinsfreien Grundstuͤcken fuͤr sich zu arbeiten, die sie dann mit ih⸗ ren Ersparnissen an sich zu kaufen suchen. So hat sich die An⸗ zahl dieser kleinen zinsfreien Pachtungen in Jamaika nach offiziel⸗ len Berichten in der Zeit von 1838 bis 1840 von 2014 bis auf 7848 vermehrt. Auf Barbados, nach Jamaika der bedeutendsten Bri⸗ tisch Westindischen Insel, ist der Anbau des Landes und der Werth der Grundstuͤcke unverändert geblieben. Der Wohlstand Antigua's wird als ungeschwaͤcht geschildert und von Trinidad in densllben günstigen Ausdruͤcken gesprochen.
uch auf die Bevoöͤlkerung hat die 79„ der Neger vortheilhaft gewirkt. Das Uebermaß der Todesfaͤlle uͤber die Ge⸗ burten ist schon von 5 auf 2 pCt. gefallen, und man kann aus der Erfahrung einer so kurzen Zeit schon die beste Hoffnung von einem spaͤteren Wachsthum und Wohlstand der Kolonieen hegen.
England aber ist nicht mehr die einzige Macht, die sich der Sache der Neger annimmt. Sein Beispiel hat gewirkt. Frank⸗ reich, Schweden und Holland nehmen eine allmaͤlige Verbesserung des Zustands ihrer Sklaven vor und beabsichtigen ihre endliche Emancipation. Dies, so wie die bessere Behandlung, welche die Sklaven in den uͤbrigen fremden Kolonieen jetzt erfahren, kann man als eine wohlthaͤtige Folge des im Jahre 1833 durch das Britische Parlament gegangenen Gesetzes ansehen. Dies Gese macht jeden Sklaven, der Britischen Boden betritt, wo es gn immer seyn mag, frei. Die Sklaven in fremden Kolonieen wissen das sehr wohl, und ihre Herren wissen es auch. Da jene nun bei schlechter Behandlung haͤufig entlaufen, so fordert es schon das der Herren, sie nicht zu der Verzweiflung zu treiben, die ie zur Flucht versuchk.
So arbeitet Großbritanien unermuͤdlich auf sein großes Zlel hin; seine Gesetze sind immer wohlbedacht und durchgreifend, eine Reihe gluͤcklicher Folgen herbeifuͤhrend, seine Maßregeln immer energisch, auf einen Punkt gerichtet. Es ist nicht in Westindien und Amerika allein, daß sich diese guͤnstigen Folgen seiner Bemuüͤ⸗ hungen, Sklavenhandel auszurotten und Sklaverei abzuschaffen, ezeigt haben, auch in Afrika, der Quelle des Handels, 282 der
ifer und die kräftigen Maßregeln der Britischen See⸗Offiziere, so wie die ernstliche und verstaͤndige Weise, in der die Gouver⸗ neure der Britischen Kolonieen die Regierung unterstuͤtzen, † naturgemaͤßen Folgen offenbart. Hier sehen wir jetzt ganze Laͤn⸗ derstriche an der Westkuͤste von diesem Gewerbe befreit, die Skla⸗ ven⸗Gefaͤngnisse geoͤffnet, und zahllose Ausgangs⸗Haͤfen fuͤr diesen Handel geschlossen. Der Britischen Regierung kommt hier ein dem Handel feindseliger Geist unter den Eingebornen und ein wachsendes Verlangen nach Freiheit unter den Sklaven selbst ent⸗ gegen. Auf den Inseln Bulama, den Coriscos und an anderen Drten der Westkuͤste sind die Baracken oder Sklaven⸗Speicher der Europaͤischen Sklaven⸗Faktoreien zerstort, und die Eingebornen haben bereitwillig den Handel aufgegeben, um statt dessen sich auf den in Waaren⸗Produkten zu legen.
Auf Gallinas waren die eingeborenen Haͤuptlinge kuͤrzlich selbst bei der Zerstoͤrung der Sklaven⸗Faktoreien thaͤtig, und durch sie hauptsaͤchlich wurden sie niedergerissen. Der Strom Nunez, sonst der Haupt⸗Versammlungsort der Sklavenhaͤndler, wird fer⸗ ner nicht mehr von ihnen besucht.
Aber was weit mehr Beachtung verdient, ist der entschlossene Sinn fuͤr Freiheit, der in den zwei letzten Jahren sich in Afrika unter den Sklaven selbst gezeigt hat.
Man hat fruͤher vielfaͤltig behauptet, die Sklaverei sey mit der Natur der Afrikaner innigst verwebt, und das Gefuͤhl eines freien Mannes finde keinen Platz in der Brust eines Negers. Die Berichte der Commissaire in Sierra Leone erzaͤhlen nun, daß am Flusse Pongos eine große Menge Sklaven, welche dem dortigen verstorbenen Koͤnige gehoͤrten, sich nach dessen Tode im Jahre 1839 fuͤr frei erklaͤrten, daß eben so 1840 ein bedeutender
Sklavenhaufe, der einem Sklavenhaͤndler Osmond gehoͤrte, bei dessen
Tode die Gelegenheit wahrnahm und dem Beispiele der Sklaven des Koͤnigs von Pongos folgte. Auch sie erklaͤrten sich fuͤr frei, zo⸗ gen sich an die Graͤnzen von Foulah zuruͤck, bauten hier ein Dorf, umgaben es mit Laufgraͤben und Pallisaden⸗Verschanzungen und
blieben hier frei. Die Britischen Gouverneure in Afrika haben von der Regierung Befehle erhalten, bei jeder günstigen Gelegen⸗ heit mit den eingebornen “ in Unterhandlung zu treten, um die Unkerdruͤckung des Sklavenhandels an solchen Orten, wo diese ihren Einfluß ausuͤben koͤnnen, zu sichern.
So wurden im Laufe des Jahres 1841 Vergleiche geschlossen mit den Haͤuptlingen der Timmancer, mit denen am Flufe Bamy, mit dem Koͤnige von Cartebar, den Haͤuptlingen am Camerons, dem Koͤnige von Abri oder Pbo und dem von Egarra, des Lan⸗ des von Idda.
So st schon Vieles geschehen, was endlich zu einer ganzli⸗ chen Ausrottung des Afrikanischen Sklavenhandels fuͤhren muß, aber es bleibt doch noch immer Vieles zu thun uͤbrig. Der Han⸗ del ist bereit, sich sogleich an vielen Orten wieder zu erheben, so⸗ bald England in seinen Arbeiten nachlaͤßt. Es mag mit Recht bezweifelt werden, ob die Menschheit sicher vor den Graͤueln die⸗ ses barbarischen Handels seyn kann, so lange die Sklaverei selbst nicht gaͤnzlich aufgehoben ist; denn die Erfahrung aller Zeiten hat gelehrt, daß die Ausüͤbung des einen die Ursache des anderen ist*).
A.
*) Die hier mitgetheilten Nachrichten sind aus einer kuͤrzlich in London bei Longman & Comp. erschienenen, Lord Aberdeen dedizir ten Schrift von James Bandinel Esg. entlehnt. Sie fuͤhrt den Titel: „SJome account of the trade in slaves from Africa as connee ted with Europe and America; especially with reference to the ef- sorts made by the british governement sor its extinction.“ Eine Deut sche Uebersetzung derselben wird in kurzem hier zu Berlin erscheinen.
Meteorologische Beobachtungen.
Nach einmaliger Beobacbtung.
Abenda
Nachmittags 10 Unr.
2 Uhr.
Morgens⸗ 6 Ubv.
338,4 12 Par. 337 ,5 8 Par. Laftwürme.. + 10,7° h. + 17,22 n. 4 10,32 n. Thanponkt. + 9,5 hn. + 5,72) n. †+ 6,/1° n. Dunstsüttigung 91 pct. 11 pcet. 71 pcCt. beiter. beiter. beiter.
0. 0. 0. Wüirmewechsel †+ 18,99 Wolkenrug.. — 0. — 7,02 R.
Tagesmittel: 337,92 Tar... + 12,/7*9 .. † 7,12h.. 68 rc¹*. o.
Quellwürme 9,0° n. Plasswürme 13,99 h. Bodenwürme 12,3 ° R. Ausdünstuang 0,085 Rb. Niederschlag 0 Rh.
22— 2 Luftdruck 337,78 Par.
Auswärtige Börsen. Amsterdam, 14. Sept. Niederl. wirkl. Sch. 52 l. Kanz-Bill. —. 5 % Span. 17. 3 ⅔ do. —. Pass. —. Ausg. —. Preuss. Präm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 108. Antwerpen, 13. Sept. Zinsl. —. Neue Anl. 16 ⅞. Ha mburg, 16. Sept. Bank-Actien 1650. Engl. Russ. 109 London, 12. Sept. Cons. 3 ½ 93. Belg. —. Neue Aunl. 16 ½. 8 sive —. Ausg. Sch. —. 2 ½ ¼ Holl. 52 ½. 5 % 102 ½. 5 ½ Port. 35 ½¼. 3 20 Engl. Russ. —. Bras. 68. Chili —. Columb. —. Mex. 35 ½. Peru 15. Paris, 13. Sept. 5 % Rente fin cour. 119. 15. 3 % Rente fin cour. 80. 40 Anl. de 1841 —. 5 % Neapl. ün cour. 106.60. 5 % Span. Rente 22. Wien, 13. sept. 5 % Met. 109. 4 ⁰ 100 ½. 3 % 77. „ —. BanbL Actien 1630. Aawl. 4 1894 139 ⅛. 4e 1829 109 ½.
5 % 40. 102
Zinsl. —
Pass. —. 232 —.
Königliche Schauspiele. Montag, 19. Sept. Im Opernhause: Wilhelm Tell, Schau⸗ spiel in 5 Mch., von Schiller. 8 Dienstag, 20. Sept. Im Opernhause: Iphigenia in Tauris Mittwoch, 21. Sept. Im Schauspielhause: Das Glas Wasser. (Dlle. Clara Stich: Anna, als Gastrolle)
v1“1“
Königsstädtisches Theater. Montag, 19. Sept. Einen Jux will er sich machen, Posse⸗ Gesang in 4 Akten. i geeg; Dienstag, 20. Sept. Der Scheiben⸗Toni. 8
“
mit
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.
Kasse gelegene
Neuhausen,
„G 4 9 „ 9 Kur sen. und in Braun⸗ (Gesammt⸗Areal von 5760
Dritter, verkauft werden.
stehen in hoher Kultur, haben ein
leichlautenden Designationen, „ 8 nrichtete Brauerei und Brennerei. FAlchm ganzen Bogen geschrie⸗ Gebaͤude befinden sich in
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ie Preußischen Staaten.
Guts⸗Verkauf. Zur besseren Auseinandersetzung der betheiligten
Erben soll das im Koͤnigreich Preußen, eine Meile g * Z 94 von Kdnigsberg an der9rach. Fübkenden Chausfee, ren. Die Wohn und Wirthschafts⸗Gebaͤude sind imn
Allodial⸗Rittergut und
bestehend aus den Vorwerken Reuhausen, Kleinheide, 1— Trausitten und den dazu “ ““ oder brieflich zu schweig AAE an die Preußisch, aus freier Hand, jedoch ohne Einmischung Die unterzeichnete Gesellschaft ersucht daher alle leisten, wogegen Einzahlungen mittelst brieflicher Ueber⸗ nicht angenommen werden.
zu unterf 1 Jeder Einzahler hat mit dem Gelde die betreffen⸗ ruͤcksichtigen und die Zusendungen nur unter der den Quittungsbogen, nebst 8 nach der Reihefolge
derselben geordneten, von denen die eine au
Die eben so vortheilhafte als angenehme Lage der Guͤter ist in der Provinz allgemein bekannt.
lebendes und todtes Inventarium und eine neueinge⸗
. Pee utem baulichen Zustande, bom ]. e des, a neg chgcehhn. ant und der neuausgebaute Fluͤgel des Schlosses enthaͤlt tung des Empfaͤngers versehen, sofort zuruͤckgegeben
Einige Zeit spaͤter koͤnnen die Quit⸗ auf welchen inzwischen ein Mitglied des reichen Einscniis. F 1 8 3 . 1 Jede sonstige naͤhere Auskunft uͤber die Guͤter, so wird, gegen die Interimz⸗Quittungen wieder einge⸗ - . die Kaufbedingungen, ertheilt der Unter⸗
sind geschont und gewaͤhren einen hohen Ertrag. Der Verkauf erfolgt mit dem diesjaͤhrigen sehr
Couard, Prediger zu St. Georgen, Lands
str. 40. Kober, Prediger an der Denimasberger Kirche, Kanonierstr. 4. Kunte, Prediger am Gr Friedrichs⸗Waisenhause, Wallstr. 11. 8
loͤst werden. Wenn auf eine Actie die Theilzahlung bis zum 31. Oktober d. J., Abends
v. Roͤder,
Wilhelmsstr. 78.
Geisistr. 6ö. Wilcke, Justiz⸗Kommissarius, Kom
mandantenstr. 27.
Vierte Eintablga6 auf die Actien er
Magdeburg⸗Halberstaͤdter Eisenbahn⸗ Gesellschaft.
Nach §. 3 des Gesellschafts⸗Statuts wird hiermit auf jede Actie der Magdeburg⸗Halberstaͤdter Eisen⸗ babn⸗Gesenschaft eine vierte Einzahlung von
ehn
halern Preuß. Courant
ausgeschrieben, die vom 28sten Oktober a
spaͤtestens aber am
rendt, Kommerzien⸗Rath, Neue Schee eb. 7 Uhr, nicht eingegangen ist, so wird nach §. 6 des
Regierungs⸗Assessor 8 9 1bö E. v. Voß, Wletliches Gehener Herobcensterc. “
Dr. L. Wiese, Professor, Heilige Strafe von
Gesellschafts⸗Statuts der Eigenthuͤmer derselben von
und außerdem eine Conventional⸗ b uͤnf Thalern Preuß. Courant, zusam⸗ men also Funfzehn Thaler, spaͤtestens am 13. Dezem⸗ ber d. J. an die Gesellschafts⸗Kasse zu entrichten, 1n⸗ buͤßt er, wenn er dieser Aufforderung nicht puͤnkt⸗ ich und vollstaͤndig Genüge leistet, die fruͤheren
Zahlungen, so wie jedes kegee Vg auf die Actie nach §. 7 des Statuts, zur Entrichtung der ausgebliebenen Rate angehalten
ein, deren Zeichner dann,
werden wird.
Magdeburg, den 13. September 1842. Direktiorium der Magdeburg⸗Halberstaͤdter Eisenbahn⸗Gesellschaft.
Mellin, Stellvertreter des Vorsitzenden.
jetzt ausgeschriebene 5
zeichnete auf portofreie Anfragen.
von Batocki,
“
Ritterguts⸗Besitzers Johann
leddin hart an der Elbe gele fah Sanderschen und Kannes⸗
Ritterguͤter auf
tags 10 Uhr, in meiner Wohnung anberaumt.
cüt
1“”
hen Ueberschwemmungen voll
Kbnigsberg in Preußen, im September 1842. Justiz⸗Kommissarius.
Ritterguts⸗Verkauf.
ie Erben des am 5. Mai d. 2 Hecgse hann Friediich Kretzschmar beabsichtigen die zu dem Nachlasse desselben gehdri⸗
chen Wittenberg und Pretzsch in dem Dorfe Vie esghen mei dentes Pretzsch in dneester⸗
en Antheils zu verkau⸗
en, und habe ich deshalb im Auftrage der Kretzschmar⸗ chen Erben Termin zum Verkaufe der bezeichneten
den 29. September dieses Jahres, Vormit⸗
Das zu diesen Ritterguͤtern gehorige Land ist ge⸗ 8 ndig sicher gestellt,
esteht ausschließlich aus Raps⸗ und Weizenboden
und umfaßt 400 Morgen Acker und 120 . Wiese, wird sich auch durch die bereits eingeleitete Separation noch um 200 bis 300 Morgen vermeh
bestem Zustande. Die Uebergabe mit veess zas as Inventar kann sogleich erfolgen. Ein großer Theil der Kaufgelder kann hypothe arisch auf den Guͤtern stehen bleiben. Genauere Nachweisungen erbiete ich mich vor dem Termine in meinem Geschaͤfts⸗Lokale eben, auch wird der jetzige Admi⸗ nistrator der beiden Ritterguͤter, Herr Amtmann Ieb in Bleddin, jede gewuͤnschte Auskunft er theilen. 1 Wittenberg, den 11. August 1842.
Der Justiz⸗Kommissarius und Notar
Rostosky.
Schloß
Sie sehr vollstaͤndiges
Die Wirthschafts⸗ Literarische Anzeigen.
In allen 9682e ,e880 u en in Berlin S. Mittler techbahn 3): n; s Dr. e. Hirsch, ö“ Rabbiner, “ Das System der religidsen Anschauung der Juden
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Bertel Thorwaldsen, Alexander des Grossen Einzug in
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Nach Zeichnungen von Fr. Overbeck und Ande- ren, gestochen von S. Amsler. Mit Erläuterungen von v es Schorn. München. Liter.-art. An- stalt. Grölstes Quer-Folio-Format. Preis 6 ½ Thlr. Berlin, vorräthig in der Gropiusschen Buch- und Kunsthandlung, Königl. Bauschule Laden Nr. 12.
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“ 1141“ St. Petersburg. Taufe der neugebo⸗
Amtliche Nachrichten. Rußland und Polen.
Broßfuͤrstin. Frasteczs Paris. Die Koͤnigliche Familie. — Vermischtes.
roßbritanien und Irland. London. Ueber die Reise der SShbae — Ankunft des erberze s Friedrich in England. — Maͤn⸗ el in der Englischen Polizei-⸗Einrichtung. — Resultate des Penny⸗ orto's. — Ueber das Madrider Bank⸗Projekt. — Wahrscheinlich⸗ keit des Rackzugs aus Afghanistan. — Akvar Chan's Behandlung der Englischen Gefangenen. — Vermischtes.
Deutsche Bundesstaaten. Muͤnchen. Der Herzog von Leuch⸗ tenberg. — Schreiben aus 8e gei. (Gustav Adolph's⸗Stiftung.) — Weißenfels. Gemeinschaftliche Mandover der Preußischen und der Sachsen⸗Weimarschen Truppen. — Schwerin. Hof⸗ Nachrichten.
Schweiz. Bern. Die Prinzessin von Preußen in Interlaken. — Vorbereitungen in Reuchatel. — Das eidgenoͤssische Lager in Thun.
Portugal. Deckung des Desizits. — Verhandlungen uͤber den Ta⸗ rif. — Mhranesai Septembristische Umtriebe. — Terminzahlung an Englische Offiziere.
Serbien. Von der Tuͤrlischen Graͤnze. Neuere Berichte uͤber die Insurrection. 8
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. Schreiben aus Pa⸗
ris. (Urtheile uͤber die Vertraͤge mit England; Kommissions⸗ Berichte uͤber die Tarif⸗Bill; die drei Parteien der Union; das Veto des Praͤsidenten; Stand der Tarif⸗Frage.)
La Plata⸗Staaten. Montevideo. Negoziirung einer Anleihe zum Krieg gegen Buenos⸗Ayres. — Angebliche Kriegs⸗Erklaͤrung Chili's. — Unterhandlungen Englands mit Paraguay.
Inland. Godesberg. Das Fest der Rheinischen Ritterschaft. — Bonn und Koblenz. Aufenthalt Ihrer Koͤnigl. Majestaͤten. — Der neugewaͤhlte Bischof von Trier. — Duͤsseldorf. Abreise des Koͤnigs von Hannover.
Wissenschaft, Kunst und Literatur. Sitzung des wissenschaft⸗ lichen Kunst⸗Vereins. — Das gymnastisch orthopaͤdische Institut.
B vhh
— Kvronik des Tagees.
Jhre Durchlauchten die Prinzen Georg und Ernst von Sachsen⸗Altenburg sind, von Dobberan kommend, nach Leip⸗
zig hier durchgereist.
Angekommen: Se. Erlaucht der Graf von Schoͤnburg⸗ Glauchau, von Cuxhaven.
Der General⸗Major und Commandeur der 2ten Garde⸗Ka⸗ vallerie⸗Brigade, Graf von Waldersee, von Bonn.
Der Koͤnigl. Großbritanische Admiral Robert Mackey, von Dresden.
Abgereist: Se. Excellenz der General⸗Lieutenant und Com⸗ mandeur des Kadetten⸗Corps, von Below, nach Kulm.
Der Bischof der evangelischen Kirche und General⸗Super⸗ intendent der Provinz Pommern, Dr. Ritschl, nach Stettin.
Zeitungs-Uachrichten. Ausland.
Rußland und Polen.
St. Petersburg, 13. Sept. Vorgestern hat in der Schloß⸗Kapelle von Zarskoje⸗Selo die . der neu⸗ gebornen Großfuͤrstin Alexandra Alexandrowna stattgefunden. In Petersburg wurde dieser Tag durch eine große Prozession mit dem Kreuze von der Kathedrale unserer lieben Frau von Kasan nach dem Alexander⸗Newsky⸗Kloster gefeiert.
Frankreich.
Pearis, 14. Sept. Der Koͤnig wird zu Ende dieser Woche vom Schlosse Eu nach St. Cloud zuruͤckkehren und, nachdem er einige Tage hier verweilt, nach Fontainebleau gehen. Der Mar⸗ schall Soult und Herr Gutzot sind bereits hier angekommen, und Letzterer hatte gestern mit dem Englischen Gesandten eine lange Konferenz.
Der Prinz von Joinville wird, dem Vernehmen nach, laͤnger als ein Jahr abwesend bleiben, indem er China und die Ostindi⸗ schen Inseln besuchen soll.
Es ist jetzt in den finanziellen Kreisen viel davon die Rede, daß das Ministerium genoͤthigt seyn werde, im Laufe des Jahres 1813 eine neue Anleihe zu machen; man glaubt jedoch nicht, daß es ihm gelingen werde, dieselbe, wie die vom Jahre 1841, zu 3 pCt. zu negoziiren, da die Kapitalisten, welche dies letztere Anlehen von 150 Millionen uͤbernommen, viel Muͤhe gehabt haben, ihre In⸗ scriptionen hen h ngep. und noch mit einer bedeutenden Summe im Ruͤckstand geblieben sind.
Einem Privat⸗Schreiben aus Algier zufolge ist zwischen Abd el Kader und dem Kaiser von Marokko ein Zwist ausgebrochen. Der Emir b seit einem Monat weder Munition noch anderwei⸗ nige Unterstuͤtzung von dorther erhalten und befindet sich gegen⸗ waͤrtig in einer verzweifelten Lage; seine treuesten Anhaͤnger wer⸗ den muthlos und sind geneigt, sich der Franzoͤsischen Autoritaͤt zu unterwerfen.
Der Admiral Duperré wird noch vor dem Ende dieses Mo⸗ nats nach Toulon reisen, um die Entwuͤrfe zur Vergroͤßerung des Hüsen⸗ und der Marine⸗Etablissements an Ort und Stelle zu pruͤfen.
Der Constitutionnel giebt nach offiziellen Dokumenten nachstehende Liste des Offizier⸗Corps der Franzoͤsischen Marine, wie we 12. September 1842 bestand, ühn erklaͤrt die vor einiger Zeit in anderen Blaͤttern enthaltenen Angaben fuͤr⸗falsch:
* in Friedenszeiten ... Admirale in Kriegszeiten Vice⸗Admirale Contre⸗Admirale Linienschiffs⸗Capitaine Korvetten⸗Capitainln.. Linienschiffs⸗Lieutenants... Schiffs⸗Faͤhnrichs.. Kadetten erster Klasse Kadetten zweiter Klasse, deren Zahl in jedem Jahre durch eine besondere Ordonnanz festgesetzt
EIWIIIn S ie Marine Ge genwartiger soll zahlen:
Außerdem
8 6 in dem Re⸗ Eße thxann⸗ adre. 8
21 6- 1“
Der Moniteur enthaͤlt heut eine Adresse, welche die in New⸗ York wohnenden Franzosen wegen des Todes des Herzogs von Orleans an den Koͤnig gerichtet haben.
Gestern hat in der Umgegend von Paris die Weinlese be⸗ gonnen.
Die auf dem Hofe des Louvre aufgestellte Marmor⸗Statue Heinrich's IV. wird noch in dieser Woche nach ihrem Bestim⸗ mungsorte Pau abgesandt werden.
Ein Mechanikus in Brest, Namens Huan, hat der Akademie das Modell eines sehr sinnreichen Apparats uͤbersandt, mit dessen Huͤlfe er allen bisher so haͤufigen Unfaͤllen auf Eisenbahnen glaubt vorbeugen zu koͤnnen. Das Modell und die Beschreibung sind einer besonderen Kommission zur Pruͤfung uͤbergeben worden. Die Er⸗ findung besteht in einer neuen Construction der Achsen, so daß vüshes ohne den geringsten Nachtheil fuͤr den Zug zerbrechen oͤnnen.
Der Fuͤrst Lichnowski ist auf der Fregatte „Venus“ aus Bar⸗ celona in Toulon angekommen.
Großbritanien und Irland.
London, 14. Sept. Am Sonnabend sind Ihre Majestaͤt und Prinz Albrecht gegen Abend von Taymouth Castle zu Schloß Drummond bei Gies in den Schottischen Hochlanden eingetrof⸗ fen und von Lord Willoughby d'Eresby an der Spitze des gan⸗ zen, mit Schlachtschwerdtern und Aexten bewaffneten Clans empfangen worden, so wie fruͤher auch in Dunkeld der Herzog von Atholl seinen Clan in Parade den hohen Herrschaften vorge⸗ fuͤhrt hatte. In Taymouth Castle empfing Hoͤchstdieselben das 92ste Regiment Hochlaͤnder, dessen Offiziere fast saͤmmtlich Campbell's sind, ebenfalls in National⸗Uniform. Ueberhaupt wird die Schot⸗ tische Nationaltracht bei allen Festlichkeiten und Empfangs⸗Cere⸗ monien auf der Reise der Koͤnigin angewendet. Der Caledonian Mercury beschreibt auch eine Schottische National⸗Ceremonie, welche im Palaste von Dalkeith stattgefunden hat. Der Herzog von Buccleuch hat naͤmlich, gekleidet in die Uniform der fuͤr den Dienst der Koͤnigin errichteten Trabanten⸗Garde der Koͤniglichen Bogenschuͤtzen, derselben knieend, und waͤhrend sie auf dem Throne saß, ein Paar schoͤne silberbefiederte Pfeile uͤberreicht, als Huldi⸗ gungsgabe, welche nach der Charte der Koͤnigin Anna die Bogen⸗ schuͤzen dem Souverain darzubringen gehalten sind, wenn sich derselbe in Schottland befindet. In Scone besuchte die Koͤnigin unter Anderem einen aus der Schottischen Geschichte bekannten, neben dem Schlosse belegenen Huͤgel, welchen die Schottischen Ba⸗ rone durch Beitraͤge von Erde von ihrem eigenen Grund und Boden gebildet haben sollen, damit, wenn sie auf jenem Huͤgel ihre Versammlungen hielten, sie immer auf ihrem Grundgebiete staͤnden. Es wird von Schottischen Blaͤttern angefuͤhrt, wie er⸗ freulich es sey, wahrzunehmen, daß bei Gelegenheit der Reise der Koͤnigin die Tories und Whigs allen Parteigeist bei Seite setzen. So habe man z. B. Sir R. Peel und Herrn For Maule in Ge⸗ sellschaft reiten und Letzteren dem Ersteren das Pferd halten sehen. Der Magistrat von Edinburg, ganz aus Liberalen bestehend, will” den Prinzen Albrecht bei seiner Ruͤckkehr zu einem prachtvollen Bankett einladen.
Der Erzherzog Friedrich von Oesterreich ist mit der von ihm kommandirten Fregatte „Bellona“ von Lissabon in Plymouth an⸗ gekommen und vorgestern bei Devonport vor Anker gegangen. Er hat die Absicht, sich mehrere Tage zur Besichtigung der Werfte und Arsenale von Portsmouth in diesem Kriegshafen aufzuhalten.
Die Unordnungen in den Kohlen⸗ und Fabrik⸗Distrikten ha⸗ ben die Aufmerksamkeit auf den hoͤchst mangelhaften Zustand der Polizei gelenkt. „Irgendwo“, sagt die Morning Chronicle in dieser Hinsicht, „findet ein Aufstand statt; der Haufe begiebt sich in einen benachbarten Distrikt, dieser wird vollstaͤndig uͤber⸗ rascht, und wie ein Schneeball, der am Boden gewaͤlzt wird, nimmt die Menge zu, je, weiter sie sich fortbewegt, bis sie am Ende eine uͤberwaͤltigende Macht erlangt. Keine Lokal⸗Behoͤrde scheint zu rechter Zeit irgend eine Kenntniß von dem zu haben, was ringsum vorgeht. Die Art, wie es geduldet wurde, daß der Zusammen⸗ lauf in Lancashire mehrere Tage lang von Ort zu Ort zog, die Arbeiter die Fabriken zu verlassen und die Zahl des Haufens zu vermehren zwang, bis er am Ende in Manchester eindringen konnte, ist ein so schlagen⸗ des Beispiel, wie man nur eins sehen kann. Das Englische Po⸗ lizei⸗System ist ein Schoͤnwetter⸗System. Wenn Alles ruhig ist, sind die Beamten ohne Gehalt voll Laͤrm und voll Thaͤtigkeit; sobald aber irgend etwas Ungewoͤhnliches vorkoͤmmt, fuͤhlt sich Niemand verbunden, zu handeln. So ließ man die Arbeiter⸗Un⸗ ruhen im Jahre 1830 von kleinen Anfaͤngen in Ost⸗Kent sich uͤber den ganzen Suͤden von England verbreiten, und sie wurden erst unterdruͤckt, als sie die Westgraͤnze von Suͤd⸗Wiltshire erreicht hatten. Ueberall waren die Beamten in Bestuͤrzung, und zwar uͤberall aus voͤlligem Mangel an einem Systeme. Wir zweifeln jedoch nicht, daß das Uebel sich jetzt fuͤhlbar genug gemacht hat, um die Grundherren im Parlamente zu bewegen, 8a sie zu einer besseren Organisation der Polizei oder der Konstablermacht im Land ihre Einwilligung geben.“
Seit Einfuͤhrung des Pennyporto's hat sich die Briefzahl von 80 Millionen auf 200 Millionen vermehrt und ist fortwaͤhrend
n Zunehmen, f im Zunehmen, was besüttttbtsi aath von der Einnahme gilt, die
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waͤhrend der ersten 7 ½ Monate dieses Jahres 381,000 Pfd. St. oder 102,000 Pfd. St. mehr betrug, als im gleichen Zeitraume von 1841. Da indessen das fruͤhere Briefporto durchschnittlich 9 Pee. betrug, so belaͤuft sich der Jahres⸗Ausfall vorlaͤufig noch auf beinahe eine Million Pfd. St., die jedoch, wie man hofft, in einigen Jahren bei der wachsenden Korrespondenzlust gedeckt werden duͤrste. Was die Herabsetzung der Gebuͤhr auf Geldan⸗ weisungen betrifft, die von der Post bis zum Betrage von 5 Pfd. Sterling ausgezahlt werden, so hat sich die Zahl derselben seit 4 Jahren, wo der ermaͤßigte Satz eintrat, um das Zehn⸗ bis Acht⸗ zehnfache vermehrt.
Das aus Madrid gemeldete Projekt der Errichtung einer Spanisch⸗Britischen Bank in Madrid veranlaßt den Standard, in seinem Boͤrsen⸗Artikel vor dem Unternehmen zu warnen und die Freunde desselben aufzufordern, sie moͤchten zuvoͤrderst unter⸗ suchen, ob der Oberst⸗Lieutenant Bristow, welcher das Projekt ein⸗ geleitet hat und sich als den Agenten mehrerer Britischen Kapita⸗ listen darstellt, nicht etwa derselbe Bristow sey, der im Jahre 1836 eine Anleihe fuͤr Guatimala in England abzuschließen versucht und dadurch manche Leute um ihr Geld gebracht habe.
Am 11. Maͤrz, als die ersten Nachrichten von der Ermor⸗ dung Sir W. Mac Naghten's in London angekommen waren, erklaͤrte Sir R. Peel im Parlament, die Regierung werde Alles thun, um die Unfaͤlle wieder gut zu machen. Jetzt liest man in der Morning Post: „Wir halten es fuͤr sehr unvorsichtig, aus den wenigen Worten, welche Sir R. Peel im Unterhause eben in dem Augenblicke, als die Nachricht von dem ungluͤcklichen Ereignisse ankam, aͤußerte, feste Schluͤsse zu ziehen. Jedermanns Gemuͤth war damals in einer sehr schmerzlichen Aufregung, und es war unmoͤglich, daß die Regierung solche Beschluͤsse und solche Vor⸗ saͤtze fassen konnte, welche eine so momentane Veranlassung ver⸗ langen konnte. Sir R. Peel aͤußerte damals die Gefuͤhle, welche in Aller Herzen brannten, aber ihn beim Wort zu halten, als ob dasselbe das Unterpfand einer Politik waͤre, welche damals noch nicht erwogen seyn konnte, ist eines vernuͤnftigen Kommentators uͤber oͤffentliche Angelegenheiten unwuͤrdig.“ So wird also die
Nachricht von dem beabsichtigten Ruͤckzuge aus Afghanistan im⸗ mer mehr durch die ministeriellen Blaͤtter bestaͤtigt.
Ein hiesiges Blatt theilt Auszuͤge aus einem Schreiben der Lady Sale mit, in welchem diese das Benehmen Akbar Chans ge⸗ gen die Englischen Damen sehr ruͤhmt. Das heroische Betragen der Lady Sale scheint ihm Achtung gegen das weibliche Geschlecht eingefloͤßt zu haben. An Bequemlichkeiten leiden die Gefangenen freilich großen Mangel, an Lebensmitteln laͤßt es Akbar Chan da⸗ gegen durchaus nicht fehlen. Uebrigens soll General Sale schon v Rupien fuͤr Frau und Tochter geboten haben, aber ver⸗
Nach Berichten aus Manchester hofft man dort, die Sache zwischen den Fabrikherren und Arbeitern werde sich endlich dahin ausgleichen, daß beide Theile etwas von ihren Anforderungen nach⸗ geben und daß ein mittleres Maß des Lohnes wuͤrde angenommen werden, naͤmlich ein Lohn um etwas hoͤher, als der im Fruͤhling dieses Jahres bezaͤhlte, und etwas niedriger, als der von den Ar-— beitern als Normalmaß aufgestellte Lohn von 1839. In der Umgegend von Manchester machen sich jetzt nur noch Afhton, Stockport, Hyde und die Nachbarschaft von Godley durch die Widerspenstigkeit ihrer Arbeiter bemerklich.
Nach der United Service Gazette ist die Ansicht ziem⸗ lich allgemein verbreitet, daß der Herzog von Wellington seine Stellung als Ober-Befehlshaber des Heeres benutzen werde, um von der Koͤnigin ein Ehrenzeichen fuͤr die Offiziere auszuwirken, welche unter ihm auf der Halbinsel gefochten haben und denen es, so weit die Subalternen in Betracht kommen, bis jetzt noch an aller Decoration fehlt.
Die Handels⸗Kammer zeigt an, daß sie dem Premier⸗Minister empfohlen habe, die Einfuhr von Spinn-Maschinen freizugeben, mit Ausnahme der Maschinen fuͤr das Flachsspinnen und das Weben von Leinen und Spitzen.
Das Bankers Circular vom 10ten d. M. aͤußert im Wesentlichen Folgendes uͤber die Zahlungs⸗Einstellung des Hauses T. W. Smith und Compagnie: „Man schreibt dieses Ereigniß irrthuͤmlicherweise Korn-Speculationen zu. Die Firma hat bereits im Jahre 1836 und spaäͤter durch Baumwollen⸗Consignationen und durch die dabei geleisteten uͤbermaͤßigen Vorschuͤsse bedeutend gelitten. Durch Familien⸗Konnexionen wußte sie sich indeß zu hal— ten, und ihr Kredit im Auslande blieb unbeschaͤdigt. Diesen Kre⸗ dit benutzte Herr Henry Baker, der Chef der Firma, zum Ankauf von Getraide in Europa und den Vereinigten Staaten. Dadurch entstanden Passiva von ungefaͤhr 60,000 Pfd., gegen welche indeß 10,000 bis 12,000 Pfd. in guten Wechseln und 22,000 Quarter Weizen valediren.“ In Bezug auf diese Auseinandersetzung des Circula r macht indeß ein Blatt bemerklich, daß, wenn die Ver⸗ haͤltnisse wirklich so gut staͤnden (die 10,000 bis 12,000 Pfd. in guten Wechseln und die 20,000 Quarters zum jetzigen Marktpreise wuͤrden naͤmlich ungefaͤhr 58,300 Pfd. werth seyn), die vorer⸗ waͤhnten Familien⸗Verbindungen, unter denen man die Verbin⸗ dung mit dem Hause Overend, Gurney und Compagnie verstehen zu muͤssen glaubt, wohl die Zahlungs⸗Einstellung selbst verhindert haben wuͤrden.
Unter den Passagieren, welche das Dampfboot von Lissabon gebracht hat, befand sich auch ein Afrikanischer Haͤuptling, Na⸗ mens Baradda. Er versteht kein Wort Englisch, hat auch keinen Begleiter, der ihm zum Dolmetscher dienen koͤnnte. Eben so we⸗ nig scheint er einen Arabischen Brief lesen zu koͤnnen, der an ihn adressirt war. Der Capitain nahm ihn mit nach Southampton, um ihn dort ans Land zu setzen, zugleich hatte er den wunderli⸗ chen Auftrag, auf seinen Ruͤcken einen Zettel zu heften und ihn so auf der suͤdwestlichen Eisenbahn hierher zu befoͤrdern.
Deutsche Bundesstaaten.
München, 14. Sept. Zufolge gestern hier aus St. Peters⸗ burg angekommener Briefe vom neuesten Datum (2. September neuen Styls) war Se. Kaiserl. Hoheit der Herzog von 2— berg gesonnen, als gestern, den 13ten, mit seiner Gemahlin, der