it zu kadeln, in welchem die Mittheilungen Lord Ashbu
kon's an Herrn Webster von Anfang bis zu Ende gehalten und geschrieben sind. Es wuͤrde vielleicht der diplomatischen Waͤrde nichts benommen haben, wenn man den Wunsch angedeutet haͤtte, zu einer freundschaftlichen Ausgleichung gewisser streitiger Punkte zu kommen; aber eben dies muß als eine sehr uͤberfluͤssige
giebigke
Versicherung von Seiten Lord Ashburton's angesehen werden,
denn die Regierung wuͤrde ihm keine Mission anvertraut haben,
wenn man es nicht fuͤr wuͤnschenswerth gehalten haͤtte, den Zweck
derselben zu erfuͤllen. Nicht zufrieden jedoch, seinen ernstlichen Wunsch zu erklaͤren, daß alle Zwistigkeiten beendigt werden moͤch⸗ ten, aͤußerte Lord Ashburton in seiner ersten Mittheilung an Herrn Webster solche Gesinnungen, welche, wenngleich hoͤchst ehrenvoll
8 2 — e. 8 fuͤr einen alten Herrn, der ein Freund der Zuruͤckgezogenheit „ 1 ü Die Einziehung der öͤlteren Billets erfolgt im
und ein Feind von Zank ist, doch keinesweges fuͤr einen außerordentlichen Botschafter geziemend waren, dessen Sen⸗ dung eine Ausgleichung uͤber einen streitigen Punkt bewirken sollte, und der die Interessen einer großen Nation zu vertreten hatte. In einem Schreiben vom 13. Juni, welches das erste
uͤber die Graͤnzfrage zu seyn scheint, bezieht Lord Ashburton sich
auf eine Konferenz, in welcher er den ernstlichen Wunsch einer freundschaftlichen Ausgleichung aͤußerte, und, damit man seine ge⸗
sprochenen Worte nicht mißverstehe, wiederholt er schriftlich seinen
Wunsch, die Sache freundschaftlich abzumachen, und selbst unter
Bedingungen, nach welchen England sehr viel von demjenigen en . 2 1 Zehnt⸗Schulden⸗Tilgungs⸗Kasse fuͤr 1840—1841 und das zweite
aufgab, worauf es immer mit Recht bestehen konnte.“ Eben so
mißfaͤllig bleiben die Aeußerungen der Morning Chronicle
uͤber den Traktat.
macht, den frißt der Wolf.“ Nun sey freilich keine Gefahr vor⸗ handen, von den Vereinigten Staaten aufgefressen zu werden, doch koͤnne Niemand leugnen, daß sie England bei dieser Unterhand⸗ lung das Fell uͤber die Ohren gezogen haͤtten.
e.
die Ausdruͤcke der Times uͤber diesen Gegenstand, die indessen
nicht umhin kann, die Offenheit und Freimuͤthigkeit des Englischen
Unterhaͤndlers auf Kosten des Amerikanischen hervorzuheben. Am
die jetzt fuͤr immer entschieden sey, die von Lord Ashburton ge⸗ machten Konzessionen nicht bedaure.“
So bedeutend auch die Verluste sind, welche die Manufaktu⸗ risten sowohl als die Arbeiter durch den Stillstand der Fabriken erlitten haben (fuͤr Stockport allein wird derselbe zu 75,000 Pfd. angeschlagen), so sind dennoch die Blaͤtter der Manufaktur⸗Di⸗ strikte der Meinung, daß keine schlimme Wirkung fuͤr die Folge daraus hervorgehen werde. Im Gegentheil bemerkt ein Stock⸗ porter Blatt, daß diese Unterbrechung der Production zu einer Zeit, wo die Vorraͤthe bedeutend und die Preise niedrig waren, dem beim Baumwollenhandel betheiligten Kapital, so wie der Arbeit, von großem Nutzen durch den Einfluß seyn muͤsse, den sie auf den allgemeinen Markt habe. Auch der Birmingham Advertiser bemerkt uͤber das Feiern der Kohlengraͤber, daß es in kommer⸗ zieller Hinsicht von Nutzen gewesen sey. Vor dem Aufstand sey der Markt mit Eisen uͤberfuͤhrt gewesen, und die Preise waͤren mit jedem Tage mehr gewichen. Jetzt aber sey lebhafte Frage da⸗ nach, und die Preise besserten sich bedeutend.
Deeutsche Bundesstaaten. 8 ““ Dresden, 9. Okt. (L. A. Z.) Die zur Ueberreichung des
Hosenband⸗Ordens an unseren Koͤnig von London abgesendete außer⸗
ordentliche Ambassade war im Laufe voriger Woche hier eingetrof⸗ fen und bestand aus folgenden Personen: dem außerordentlichen Gesandten und bevollmaͤchtigten Minister Graf Wilton, dem Oberst⸗ Lieutenant Wellesley, dem Gesandtschafts⸗Secretair Mellish, dem
Gibbon, York, Royl und Anthropus, Wappen⸗Herolden. dem bereits am 4. Oktober der Graf von Wilton bei beiden Majestaͤten Audienz erhalten hatte, und mit seinen beiden erst⸗ genannten Begleitern zur Tafel gezogen worden war, auch am 3. Oktober in Moritzburg eine große Jagd nebst Tafel stattgefunden hatte, erfolgte gestern die Uebergabe der Insignien. Vom Hotel de Saxe ab, wo der Gesandte abgestiegen, wurde eine Haie von Infanterie bis ans Schloß gebildet, durch welche sich der Zug um 12 ½ Uhr
in Bewegung setzte. Dieser bestand aus vier Gallawagen, bespannt
mit je zwei Rappen. In den drei ersten Wagen befanden sich die oben gedachten Herren, mit Ausnahme des Grafen Wilton und Sir A. Young, theils in Ordentracht, theils in Staats⸗Uni⸗ formen, und wurden in denselben von ihnen die Insignien auf Seidenkissen mitgefuͤhrt. Die letztgenannten beiden Herren saßen im vierten Wagen nebst dem zu ihrer Begleitung abgeordneten Oberst⸗ Hofmeister. Dieser Wagen zeichnete sich durch seine Eleganz und reiche Vergoldung, so wie durch die Pracht der Pferdegeschirre aus, uch war derselbe von einem Bereiter und zwei Vorreitern, imgleichen wei berittenen Bedienten und zwei Laͤufern umgeben. Die Feierlichkeit elbst fand in dem kleineren Schloßsaale statt. Hier befand sich er Koͤnig auf einem Thron, ihm zur Seite der Prinz Johann nd die Minister, auf der rechten Seite die Koͤnigin mit der Fa⸗ zilie, der Großherzogin⸗Wittwe von Mecklenburg und Gefolge; uf der linken Seite eine Tafel fuͤr den Ordens⸗Apparat, der Englische Gesandte Forbes und die hoͤchsten Hoschargen. In das hierdurch gebildete offene Carré trat die Gesandtschaft ein, und der Gesandte, Graf Wilton, uͤberreichte unter einer Anrede in Franzo⸗ sischer Sprache das Diplom, und nachdem der Koͤnig geantwortet, wurde von den Ordens⸗Dignitarien die Einkleidung des Koͤnigs vorgenommen. Die Insignien bestanden in der am Knie des Koͤ⸗ * zu 1-ben. Decoration, einem großen Bande, einem Zewande, einer schweren goldenen Kette, einem reich mit Sammetmantel, einem Schwert und einem Ba⸗ SSensden Uebeerescens der einzelnen Stuͤcke wurde nach Köͤnig sei nisch verhandelt, gegen das Schwert uͤbergab der nig seinen Degen, der vom Wappenkoni — 2 uͤckgefuͤhrt wird dni penkonig mit nach England zuruückg . Der Koͤnig selbst w 8 eee eeeee sedee ase be⸗ ar in Saͤchsischer General⸗ Struͤmpfen. Nachdem die Proclamation 8 Schußen und 1 olgten Investitur von Seiten des Gesandten beendet war, wobei 8 — , . 8 . ei bei Nennung der Titel der Koͤnigin von England und des Kdni dnigs Trompeten einfielen, auch der Graf Wilton aus des Koͤnigs H ein Empfangs⸗Bekenntniß erhalten hatte, endete si 98 Hand die Gesandt ich die Feier⸗ lichkeit, und die Gesandtschaft kehrte nach Verlauf von ka einer Stunde in ihr Hotel zuruͤck. Des Nachmittags fuh 80 selbe zur Tafel wieder ins Schloß, welche in dem oroßen Fhr le⸗ saale, unter Benutzung des goldenen Service, gehalten —— und wobei von Seiten des Konigs, der Koͤnigin von England 8 den Ordensrittern, von Seiten des Gesandten dem Kbnig und der Koͤnigin Toaste ausgebracht wurden; bei dem ersten Toaste erfolgten 21 Schuͤsse von den auf der Neustädter Seite aufge⸗ stellten Kanonen. Bei der Tafel selbst waren, eben so wie bei der Haupt⸗Feierlichkeit, nur sehr wenige zu den beiden ersten Klas⸗ sen der Hof⸗Rang⸗Ordnung gehoͤrige Personen zugegen. bes.
.“
Das Franzoͤsische Spruͤchwort sage, bemerkt dies Blatt am Schlusse einer langen Kritik: „Wer sich zum Schaf
Gemaͤßigter sind
hier zuruͤck. Schlusse fuͤgt sie hinzu, daß sie, in Betracht der wichtigen Frage,
gaͤnstig, und heute, wie in den letzteren dischen Fonds zu hoͤheren Preisen begehrt. Miittheilungen unterrichteten Haͤuser in Amsterdam Glauben schen⸗
Pae. ob9 11 einige Tage in unserer Stadt und hat Wappen⸗Koͤnig Sir A. Noung und den Mrs. Pulman, Richmond,
Nach⸗
2102
Dresden, 9. Okt. Die Ausgabe der neuen Kassen⸗Billets
Ferfolgt nach dem 14ten Stuͤcke des Gesetzblattes am 1. November
in den bereits fruͤher genannten Appoints von 1, 5 und 10 Rthlrn. Die Grundfarben des Papiers sind bei den Lit. A. (zu 1 Rthlr.)
lichtgrau, bei denen Lit. B. (zu 5 Rthlrn.) lichtgrauroth, bei denen
Lit. C. (zu 10 Rethlrn.) hellschwefelgelb. Alle drei Sorten haben mehrfarbigen Ueberdruck, gepreßte Bildnisse des Koͤnigs und son⸗ stige Stempel und Wasserzeichen. Die Groͤße der Lit. A. ist um etwas bedeutender als die der Preußischen einthalerigen Kassen⸗ Anweisungen, die der Lit. B. gerade so wie die der fuͤnfthalerigen Kassen⸗Anweisungen, die der Lit. C. ziemlich so wie die der funf⸗ zigthalerigen Kassen⸗Anweisungen. Offenbar hat man alle Erfin⸗ dungen neuerer Zeit in Schrift⸗ und Farbendruck zu vereinigen gesucht, um Fälschungen zu begegnen. Das Papier ist sehr gut.
ahre 1843 und soll wegen deren voͤlliger Außercourssetzung spaͤter noch weitere Verfuͤgung erlassen werden.
Karlsruhe, 4. Okt. Das Badische Staats⸗ und Re⸗ gierungsblatt enthaͤlt ein Großherzogl. Reskript, wodurch Fi⸗ nanz⸗Minister von Boͤckh und Staatsrath Wolff zu Regierungs⸗ Kommissaren ernannt und der Praͤsident und die gewaͤhlten Mit⸗ glieder des staͤndischen Ausschusses eingeladen werden, sich am 17. Oktober in Karlsruhe einzufinden und die gesetzlich vorge⸗ schriebene Pruͤfung der Rechnungen der Amortisations⸗Kasse und
Halbjahr von 1841 vorzunehmen.
* Frankfurt a. M., 8. Okt. Die politische Stille, die dadurch erfolgte Stagnation der auswaͤrtigen Boͤrsen, hatte in den letzteren Monaten den Handel an unserer Boͤrse als un⸗ bedeutend erscheinen lassen muͤssen. Die Spekulanten wurden von auswaͤrts zu keinen Operationen aufgemuntert, und wenn von einer fremden Boͤrse auch einmal ein Impuls zum Steigen der Fonds gegeben worden, hielt es die geringe Abondanz des Geldes Ohne daß gerade Geldmangel vorhanden waͤre, hat sich der Geldstand noch nicht sehr gebessert, was daher zu kom⸗ men scheint, daß namentlich ein großes Haus, im Hinblick auf die abzuschließenden Anlehen, besonders fuͤr den Bau der Eisen⸗ bahnen, sein Geld zuruͤckhaͤlt und im Wechselhandel wenig macht. Seit der letzteren Abrechnung zeigt sich das Geld indessen doch etwas Fasiges und der Boͤrsenhandel faͤngt an belebter zu wer⸗ den. unaͤchst wirkt die bessere Svrre Amsterdamer Boͤrse
agen waren die Hollaͤn⸗ Wenn man aber den
ken darf, wird die bevorstehende Eroͤffnung der Session der Ge⸗ neral⸗Staaten wenig geeignet seyn, dem Steigen der Hollaͤndischen Fonds einen neuen Impuls zu verleihen. Ramentlch wird die Koͤnigliche Thron⸗Rede dem Lande die Beendigung der finanziellen Unterhandlungen mit Belgien noch nicht anzeigen koͤnnen. Die Oesterreichischen Effekten find auch wieder im Steigen begriffen, halten sich aber immer fest. Selbst die 1 ½ proc. Portugiesischen waren gestern und heute gesuchter und besonders auch die Polni⸗ schen 500 Fl. Loose, natuͤrlich auf ihr Steigen zu Berlin. Auf die Spanischen Ardoins fangen nun auch die tollkuͤhnsten Speku⸗ lanten an, das Vertrauen zu verlieren. Groͤßere Kauflust zeigt
sich wieder in Taunus⸗Eisenbahn⸗Actien, die heute fast 133 Fl.
uͤber pari (383 Fl.) stehen. Staͤnde der Diskonto nicht noch 3 ⅜ pCt., wuͤrden die Actien weit hoͤher gehen. Die Pariser Post
kommt jeßtzt taͤglich erst nach der Boͤrsenstunde hier an und bleibt
deshalb fuͤr denselben Tag ohne Einfluß auf die Boͤrse.
Se. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog von Oldenburg verweilte
sic an den Rhein begeben.
Der Bundes⸗Praͤsidial⸗Gesandte, Herr Graf von Muͤnch⸗ Bellinghausen, ist heute Morgen von hier nach Wien abgereist, wo er bis zum naͤchsten Fruͤhjahr verweilen wird. Mehrere an⸗ dere Bundestags⸗Gesandte haben auch unsere Stadt verlassen.
Von der Launitz ist in der Modellirung des Gutenberg⸗Fust⸗ Schoͤfferschen Monuments schon bis zur Vollendung der zweiten Hauptfigur des Gutenberg, welche dieser Tage ausgestellt werden soll, gekommen. Das Monument wird eine große Zierde unserer Stadt, und es steht deshalb um so mehr zu erwarten, daß die an dem Kostenbetrag noch fehlende Summe durch fernere freiwillige Beitraͤge gedeckt werden wird.
Fuͤr die aus unserer Buͤrgerschaft in die gesetzgebende Ver⸗ sammlung zu waͤhlenden 45 Mitglieder sinden anfangs der naͤch⸗ sten Woche die Urwahlen statt.
Hamburg, 9. Okt. Der in Folge der Sprengung des ab⸗ gebrannten Petrithurms im Monat Juni d. J. hierselbst verster⸗ bene Koͤnigl. Preuß. Garde⸗Pionier Robel hat eine zu Verlin in duͤrftigen Umstaͤnden lebende alte Mutter hinterlassen. Nachdem der Senat hiervon Kenntniß erhalten, hat er nicht unterlassen wol⸗ len, der Mutter die Dankbarkeit und Theilnahme zu beweisen, die sich der Sohn hier erworben und die sich auch bei der Bestattung desselben allgemein ausgesprochen. Demgemaͤß hat er der Wittwe Robel eine lebenslaͤngliche, jaͤhrliche Pension von achtzig Thalern Preuß. Courant ausgesetzt, was der genannten Frau in ihren be⸗ draͤngten Umstaͤnden eine sehr erfreuliche Aushuͤlfe gewaͤhrt.
Oesterreich. Wien, 3. Okt. (A. Z.) Fuͤrst Milosch hat dem Etablisse⸗
ment der hiesigen Tuͤrkischen Botschaft ein Ehrengeschenk von 2000 Dukaten gemacht.
Wien, 5. Okt. Se. Durchlaucht der Fuͤrst v nich ist heute vom Johannisberg hier eingetroffen.
Schweiz.
Neuchatel, 4. Okt. Hier ist folgende amtlich machung erschienen:
„Se. Majestaͤt der Koͤnig haben, um ein Merkmal Ihrer Anwesenheit im Fuͤrstenthume Neuchatel und Valangin zuruͤckzu⸗ lassen, beschlossen, daß von jetzt ab die in Ihrem Namen von dem obersten Gerichtshofe des Staates geuͤbte Rechtspflege in den vier gewoͤhnlichen Sessionen gratis ertheilt werden, v SSn daß die plaidirenden Parteien keinerlei Kosten mehr fuͤr die Assisen des Gerichtshofes zu tragen haben, und zwar in allen Sachen, die in diesen vier Sessionen vorgebracht werden, sey es durch Appellation oder in Revisions⸗Gesuchen, sowohl in Civil⸗ als in Strafrechts⸗Angelegenheiten und in Ehesachen; indem Se. Maje⸗ staͤt hinfuͤhro saͤmmtliche Kosten decken wollen, welche die richter⸗ lichen Assisen des obersten ö verursachen.
Gegeben im Schlosse zu Neuchatel, am 27. September 1842.
Der Gouverneur, von Pfu el.“
Die vier Ministralen der Stadt Neuchatel haben eine Pro⸗ clamation an die Einwohner der Stadt und Umgegend 9 worin sie ihnen fuͤr das musterhafte Benehmen danken, das Alle
Majestaͤten beobachtet haben. zusammengestroͤmt waren, hat doch nicht die geringste Unordnung
stattgefunden; uͤberall hat sich vielmehr die groͤßte Begeisterung, ouverain
so wie die ungeheuchelte Liebe des Volkes zu seinem
an den Tag gelegt. — 1 1 Spanien.
Der Moniteur parisien enthaͤlt Folgendes: „Wir er
halten von Bayonne auf außerordentlichem Wege die Nachricht, . daß durch ein Dekret des Regenten vom 30sten v. M. die Cortes
auf den 14. November zusammenberufen worden sind.
O Madrid, 29. Sept. die Fensgae wenigstens fuͤr den Augenblick einige Huͤlfsmitte e en gehofft hatte. Auch diese Hoffnung ist gescheitert
estern war naͤmlich als der Tag angesetzt, an welchem die Ka⸗
pitalisten, die gesonnen seyn moͤchten, der Regi 7. R 4 erung 40 Millionen Realen auf den Ertrag der Quecksilber⸗Minen von Almaden, von
1844 an zu rechnen, vorzuschießen, ihre Anerbi b im maweis chen. Allein, obgleich man aus dem vor eeeegen aenen treffen des hiesigen Vertreters des Rothschildschen Hauses, welchem ein reicher Spanischer Kapitalist, der sich in London aufhielt, fast
auf dem Fuße folgte, schließen wollte, daß eine der Reglerung guͤnstige Konkurrenz stattfinden wuͤrde, hat sich Niemand gefunden, der ein Anerbieten thaͤte. Indessen hat die Regierung hunderttau⸗
send Piaster zusammengerafft und nach Catalonien geschickt, um dem von dem General van Halen angekuͤndigten Ausgeinanderlau⸗ Die Aussichten truͤben sich im Allgemeinen immer mehr, indem die Unternehmer, an welche die
fen der Truppen vorzubeugen.
Regierung die eintraͤglichsten Quellen der Staats⸗Einkuͤnfte ver
pachtet hat, durch die Gewalt der Umstaͤnde verhindert werden, die ihnen obliegenden Leistungen zu erfuͤllen. So ist das Salzmonopol
verpachtet. Seit einiger Zeit aber macht das Volk in verschiedenen Ge⸗ genden gewaltsame Angriffe auf die Salzmagazine, und da diese Verlez⸗
zungen des Eigenthums ungestraft geblieben sind, so hat der Unfug In der Nacht vom 19ten uͤberfielen
weiter um sich gegriffen.
—
500 bewaffnete Landleute die Magazine von Villena 8α b e Isa⸗
Murcia) und raubten daraus, unter dem Ausrufe „es le bella II.“, 6000 Fanegas (Scheffel) Salz, das sie auf 300 berei stehende Lastthiere luden und wegfüͤhrten. Der Gefe politico von
Murcia eilte zwar mit einigen Truppen herbei, allein die Land⸗
bewohner machten so ernsthafte Anstalten zum Widerstand, daß er sich gendthigt sah, bis zum Eintreffen hinlaͤnglicher Verstaͤrkunger auf halbem Wege stehen zu bleiben. Der Regent hat bereits be⸗
fohlen, daß ein Truppen⸗Corps nach jenen Gegenden abmarschi⸗
ren soll. Unterdessen eroͤffnen sich der Regierun
sondern auch vermittelst einer nicht zu berechnenden Ausfuhr von Bauholz große Baarsummen in das Land zu ziehen. Ein Italie⸗ ner, der, wie er sich in einer Druckschrift ruͤhmt, eine bedeutende Rolle in den politischen Bewegungen seines Landes spielte, und dort zum Galgen verurtheilt wurde, hier aber den Namen Mis ley angenommen hat, bot bereits im Jahr 1830 der Spanischen Regierung ein Anlehen von 250 Millionen Fr. an, von denen Frankreich 60 Millionen garantiren, und dagegen den Hafen von Rosas als Pfand erhalten sollte. Dies, so wie eine Legion von 25,000 Mann, die Misley auszurüͤsten sich erbot, wiesen die Spanischen Minister zuruͤck. Seitdem hat Misley hier eine Gesellschaft auf Actien gebildet, welche den Ebro von Saragossa bis zu seiner Muͤndung schiffbar machen will, und dagegen das Privilegium verlangt, diesen Fluß und die See bis Barcelona mit Dampfschiffen zu befahren. Nun aber hat Misley im Na⸗ men einer ungenannten und unbekannten Gesellschaft der Regi rung einen Plan zur Wiederherstellung der Spanischen Mar uͤberreicht, den der Marine⸗Minister ernstlich unterstuͤtzt, obgleich die dffentliche Meinung, vorzuͤglich wegen des Mangels aller Ga⸗ rantieen von Seiten Misley’s, sich mit Entruͤstung dagegen aus⸗ spricht. Der Artikel 2 der Vorschlaͤge Misley's lautet so; „Die Gesellschaft erbietet sich, der Regierung auf eine lange Reihe von Jahren die zur Erbauung und vollstaͤndigen Ausruͤstung von sieben Kriegsschiffen jaͤhrlich erforderlichen, und die Mittel 72 Bemannung derselben zu lieserh, wogegen die Gesellschaft eine verh ltnißmaͤßige An
zahl von Baͤumen erhaͤlt, die die Regierung ihr zu den Preisen, die an Ort
und Stelle gelten, abtreten wird.“ Die Gesellschaft denkt jaͤhrlich zwei bis drei pCt. der dazu geeigneten Baͤume zu faͤllen und verheißt da⸗ gegen der Regierung binnen 14 Jahren eine Flotte von hundert Kriegsschiffen zu liefern, ohne jedoch anzugeben, ob diese Schiffe 10 oder 80 Kanonen fuͤhren sollen. 8
Jahre verspricht die unsichtbare Gesellschaft, vierzehn vollkomme ausgeruͤstete, in der Fremde erbaute Kriegsschiffe zu stellen. Die Gesellschaft verlangt ein Truppen⸗Corps, um die Holz⸗Magazine zu schuͤtzen und das Recht, alles Holz, dessen sie hier nicht bedarf,
aus dem Lande zu fuͤhren u. s. w. Waͤhrend nun hier alle Sach⸗ b
verstaͤndigen den unausbleiblichen Untergang der Spanischen Wal⸗ dungen foͤr den Fall, daß die Regierung auf die Antraͤge eingehe, voraussagen, hat diese eine Kommission zur weiteren Pruͤfung derselben niedergesetzt, und die ministeriellen Blaͤtter verkuͤnden, daß Spanien nach kurzer Zeit den ausschließlichen Holzhandel uͤber alle Theile der Erde fuͤhren werde.
2- Paris, 6. Okt. Der Constitucional von Barcelona meldet vom 30sten, daß am 2ysten allerlei Geruͤchte in jener Stadt verbreitet waren, die theilweise bis ans Lacherlinge gingen, wie er sagt. In Madrid haͤtten sich zwei Bataillone empoͤrt und eins in Torkosa. Aber diese Notiz sey nur wenige Schritte von ihrem Erfinder gestorben. Dann faͤhrt er fort: „Ein anderes boͤswilli⸗ geres Geruüͤcht ist verbreitet worden. Dieses besteht darin, daß man die Constitution vom Jahre 1812 proklamiren wolle; man nannte sogar die Namen von achtzehn Patrioten, und eben diese waren es, die am meisten sich bemuͤhten, aͤhnliche Thorheiten zu verhindern, und die verschiedenemale die Zielscheibe der Verleum⸗ dungen der Gegenpartei gewesen sind. Werden wir denn nie⸗ mals aus diesen Erbaͤrmlichkeiten herauskommen? Sind die er⸗ baͤrmlichen Erfinder solches Geschwaͤtzes noch immer nicht ent⸗ taͤuscht? Das sind Hiebe ins Blaue gefuͤhrt, die nur dazu die⸗ nen, ihre Urheber in Mißkredit zu bringen. Das Publikum kennt sie, und selbst die Regierung muß sie verachten, wie sie eine Zeit lang an dieselbe geglaubt hat. Wir machen unsere Mitbuͤrger darauf aufmerksam, daß alle diese Schwaͤtzereien kein anderes Ziel haben, als Uneinigkeit und Mißtrauen unter den Einwohnern ven Barcelona zu erregen. Gluͤcklicherweise besitzt das Land einen festen gesunden Sinn, an welchem diese 98 Bemuͤhungen einiger wenigen Menschen schon in. ihrem Entstehen scheitern wer⸗ den, einiger Menschen, die eine verlorene Stellung wiedergewinnen wollen, aber nicht koͤnnen.“
Zurbano war mit seiner Gattin und seinem Adjutanten von Barcelona wieder nach Gerona abgereist. Der General⸗Capitain van Halen hatte die Resultate der Untersuchung uͤber den Vorfall
“ v “ r. unvergeßechen Zeit der Pnsvesenhete Ihrer Koͤnigl. 1 mit dem Franzoͤsischen Kaufmann Lefebvre nach Madrid an die
Obwohl an 25,000 Menschen hier
Gestern war der Tag, an welchem
voorzunehmen.
toͤdtlich war.
Aussichten, binnen kurzer Zeit nicht nur eine zahlreiche Kriegs⸗ Larine zu erwerben,
innen der beiden ersten
ckt, wo nun uͤber die Reclamation des Franzb⸗ aͤgers und des Konsuls zu Barcelona ein Be⸗
An der Französischen Graͤnze soll es abermals 8* Wißear. gnuͤgten wimmeln, sagt der Constitucional, und de⸗ Tagen habe man in aragossa rfaheen, daß wersc ene Christi⸗
C in Ober⸗Aragonien angekomm. — afce. e g. nane vheine man mit Plänen I der im vorigen Oktober niedergerissenen inneren Waͤlle der Festung nach der Stadtseite zu umzugehen. Wenigstens sah — nge⸗ nieure und Zimmerleute daselbst auf den esch ftigt. Die oͤffentliche Neugierde war dadurch nicht wenig angeregt. — Portugal. eaens *1 g . 9 . be 2i 26. Sept. Nach der Ruͤckkehr des neuen Mi⸗ nüsrec le auaszefigen Angelegenheiten von Porto wurden haͤu- fige Berathungen üder die finanziellen Angelegenheiten gepflogen, im denen alle jetzigen Minister sehr bewandert sind, wobei sie von Silva Carvalho unter verden. Dem Vernehmen nach, ge⸗ denkt man zu einer Steuer⸗Erhoͤhung zu schreiten und innerhalb 6 Wochen bedeutende Reductionen mit den bffentlichen Ausgaben Uebrigens findet die Regierung bei den Behoͤrden
ehorsam, und ein Cirkularschreiben des Ministers Costa Cabral ist von mehreren Beamten gar nicht beantwortet worden.
Von allen Seiten gehen Deputationen und Bittschriften gegen jede Reduction der Zoll⸗Abgabe von Britischen Manufaktur⸗Waa⸗ ren ein, und es wird versichert, daß neunzehn Zwanzigtheile der
Portugiesischen Nation jene Ansicht theilen. Besonders scharf hat b p⸗ dis Deputatiom von Porto gegen die Englaͤnder ausgesprochen. Die Letzteren beschweren sich auch aͤber die unhofliche Art und
Weise, wie die Zoll⸗Beamten die Britischen Reisenden am Vord
dder Dampfschiffe untersuchen.
In Lissabon und der Umgegend sind wieder einige Mordtha⸗ ten und Gewaltthaͤtigkeiten vorgekommen. Unter Anderem wurde ein Bruder des Visconde Sa da Bandeira wegen eines Liebes⸗ handels auf offener Straße von vier Menschen uͤberfallen und erhieit mehrere Dolchstiche; durch einige herbeieilende Soldaten wurde ihm aber noch das Leben gerettet, da keine dit aden Konstantinopel, 21. Sept. (A. 3.) Am 15ten d. hatten Sarim Efendi, Riza Pascha, Halil Pascha und Selim Bey eine große Konferenz mit den Repraͤsentanten Großbritaniens, Frank⸗ reichs und Rußlands. Sarim hielt einen langen Vortrag uͤber die Lage Syriens uͤberhaupt und des Libanons insbesondere, worin er nach den von Selim Bey erstatteten Berichten und nach den von diesem aus Syrien mitgebrachten Erklaͤrungen und Gesuchen der Maroniten eine vortheilhafte Schilderung des jetzigen Zustandes jener Provinzen machte. Hierauf erklaͤrte Sarim, daß die Pforte den von den hohen Europaͤischen Maͤch⸗ ten ausgegangenen Vorschlag hinsichtlich der neuen Konstitui⸗ rung des christlichen Libanons reiflich erwogen, aber mit der der⸗ maligen Lage der Dinge, die natuͤrlich vor vielen Wochen, wo je⸗ ner Vorschlag entworfen worden, in London nicht habe be⸗ rüͤcksichtigt werden koͤnnen, nicht wohl vertraͤglich gefunden habe. Die Pforte schlage daher, durch die ausdruͤcklichen Bit⸗ ten der unermeßlichen Mehrheit des Maronitischen Volkes hierzu bewogen, eine Modification des Londoner Projekts vor. Diese wuͤrde darin bestehen, daß fuͤr die Drusen und Maroniten zwei Chefs aufgestellt werden, beide Tuͤrken. Chefs sollten einem Tuͤrkischen Gouverneur untergeordnet wer⸗
den. Dieser Gouverneur sey bereits designirt uud die Pforte hode vanien, New⸗Jersey und theilweise Maryland, von wo aus die
habe nicht ermangelt, einen gemäaͤßigten durch lange und vielfaͤltige Erfahrungen bewaͤhrten Moslim, Essaad Pascha von Saidah, zu
dieser Stelle zu waͤhlen, der das Wohl der Christen Syriens in jeder Angelegenheit wahrnehmen werde. Das Ganze, fuͤgte der Reis⸗ Efendi hinzu, sey im Grunde der Wunsch der Maroniten und die
Pforte gebe darin nur dem durch tausend Petitionen ausgedruͤckten Verlangen der Christen seine Erfuͤllung. Hier wurden die Riesen⸗Peti⸗ tionen des Libanon produzirt. Doch, fuhr Sarim fort, um den Maroni⸗ ten jede moͤgliche Garantie zu gewaͤhren, sey die Pforte geneigt, ihnen — der pfiffige Tuͤrke glaubte jetzt die schwache Seite der Europaͤer zu treffen — eine Art Constitution zu verleihen. Alle Gebirgs⸗Kantone soll⸗ ten Deputirte waͤhlen, welche an einem noch zu bestimmenden Orte jaͤhrlich zusammenkommenp, sich uͤber die oͤffentlichen Angelegenheiten des Landes berathen und ihre Beschluͤsse der hohen Pforte zur Bestaͤ⸗ tigung vorlegen sollten. — Der Vortrag des Reis⸗Efendi's brachte, wie es heißt, die Diplomaten, die wesentlichere Dinge als den blauen Dunst einer Tuͤrkischen Constitution im Auge haben, in großem Allarm; sie erwiederten, der Libanon sey neuerdings der Schauplatz von Unru⸗ hen und Blutvergießen; augenblickliche Ruhe, die seit der letzten Umwaͤlzung daseldst zu Zeiten geherrscht habe, sey nur durch die Hoffnung, daß die Maͤchte sich des Maronitischen Volks in Kon⸗ stantinopel mit Erfolg annehmen, bedingt gewesen; von dem Augen⸗ blicke an, wo sich die Maroniten preisgegeben saͤhen, wuͤrde die Ruhe, angenommen, daß wirklich Ruhe unter ihnen herrsche, auf⸗ hoͤren und ein wilder und erbitterter Kampf neuerdings sich ein⸗ stellen zum Schaden und zur Entkraͤftung des Tuͤrkischen Reichs. Wie die Pforte die Petitionen, auf die sie sich berufe, zu Stande gebrofgt, sey bekannt und bedüͤrfe keiner weiteren Eroͤrterung; die
epraͤsentanten saͤhen sich daher genoͤthigt, gegen den von Sarim entwickelten Plan zu protestiren.
In Rumelien werden fortwaͤhrend Truppen konzentrirt. Die 4000 von Said Pascha in Adrianopel unter die Waffen gerufenen Retife marschirten vor einigen Tagen nach Philippopoli ab. Man erschoͤpft sich in Vermuthungen uͤber diese ungewoͤhnlichen Trup⸗ pen⸗Anhaͤufungen in jenen Gegenden. Die am meisten verbreitete Meinung ist, daß es dabei abermals auf Griechenland abgesehen sey. Allein es ist dieses gerade am unwahrscheinlichsten. Jene Truppenmassen sind vielmehr fuͤr Serbien, Bulgarien, Albanien und Montenegro aufgestellt, wo ihre Verwendung jeden Augenblick nothwendig werden kann, waͤhrend ihr Dortseyn vielleicht ihre ak⸗ tive Verwendung unnoͤthig macht. Alle jene Provinzen durch⸗ zuckt der Geist des Aufstandes, und nur eine imposante Militair⸗ macht ist im Stande, ihn niederzuhalten, waͤhrend ein Einfall in Griechenland nur die Verlegenheiten der Pforte in jenen Provin⸗ zen vermehren wuͤrde. — Der abgesetzte Groß⸗Wesir scheint keine große Lust zu haben, sich aus der Hauptstadt zu entfernen. Er ließ mehrere Aerzte zu sich berufen, um ihren Rath einzuholen, ob der Zustand seiner in Syrien erhaltenen Wunde ihm gestatte, nach Adrianopel abzureisen. Die verneinende Antwort derselben war hm sicher hoͤchst willkommen, indem sie ihm einen Vorwand giebt, um die Erlaubniß anzuhalten, seinen Aufenthalt in Konstantinopel u verlaͤngern. — Sir Stratford Canning hat sein fruͤheres Be⸗ nehmen gegen die Tuͤrkischen Großen durchaus geaͤndert: er steht etzt auf sehr freundschaftlichem Fuße mit Riza Pascha, und be⸗ ginnt auch sich Halil und Fethi Achmed Pascha zu naͤhern. h 8
Diese beiden
— L
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.
New⸗York, 16. Sept. Der neue Tarif scheint in den Vereinigten Staaten im Allgemeinen einen sehr guͤnstigen Ein⸗ druck gemacht zu haben; man verspricht sich davon die besten Re⸗ sultate. „Handel und Gewerbe“, sagt der New⸗York⸗Herald, „haben sich bedeutend wieder erholt. Seit der Annahme des neuen Tarifs sind viele Baumwollen⸗Spinnereien wieder in Thaͤtigkeit versetzt und Tausende von Arbeitern beschaͤftigt worden. Da die Getralde⸗Aerndte sehr reichlich ausgefallen ist und wahrscheinlich auch die Baumwollen⸗, Zucker⸗ und Tabacks⸗Aerndte bedeutend seyn wird, so werden wir ohne Zweifel besser durch den bevorste⸗ henden Winter kommen, als wir durch den vorigen kamen.“
Die neue Anleihe ist in den Vereinigten Staaten noch nicht zu Stande gekommen, da man noch immer hofft, daß die Engli⸗ schen Kapitalisten den Geld⸗Beduͤrfnissen der Amerikaner zu Huͤlfe kommen wüͤrden.
Die hiesigen Zeitungen heben mit großer Genugthuung die von Herrn Webster im Laufe dieses Briefwechsels an den Tag gelegte Geschicklichkeit hervor. Uebrigens hieß es in Washington, Herr Webster gedenke sein Amt als Staats⸗Secretair aufzugeben und werde entweder Herrn Cushing oder Herrn Upshur zum Nach⸗
aben. seh he Texas reichen die letzten Nachrichten bis Ende August. Sie deuten die Hoffnung an, daß es den Bemuͤhungen der Unter⸗
haͤndler Englands und der Vereinigten Staaten gelingen duͤrfte, zwischen Texas und Mexiko den Frieden zu vermitteln. Aus
letzterem Lande wird gemeldet, daß die Expedition zur Wieder⸗ eroberung Yucatans fehlzuschlagen drohte, da das schwarze Erbre⸗ chen unter den Truppen grassirte.
1 —
aoE1“ 80216 vs 7z N 5hs24,0 1 o d. Ie14 öa
Koblenz, 7. Okt. Ein wuͤrdiger Ve⸗
teran der Preußischen Armee, Se. Excellenz der General⸗Lieute⸗
nant, Herr von Bardeleben, feiert heute sein 50 jaͤhriges Dienst⸗ Jubilaͤum. Eingeleitet wurde das Fest durch ein großartiges Fackelstaͤndchen, das gestern Abend dem Jubelgreise von der hier garnisonirenden Artillerie gebracht wurde, wobei die Musik der reitenden Artillerie mit dem Gesange kraͤftiger Maͤnner⸗Choͤre wechselte, die mehrere passende vaterlaͤndische Lieder vortrugen. Lauter Lebehochruf begruͤßte wiederholt den Gefeierten, der sich in seiner langen Krieger⸗Laufbahn die Huld des Fuͤrsten wie die Liebe und Achtung seiner Waffengenossen und Untergebenen in hohem Grade zu erringen verstanden hat.
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8 Zur Statistik der Vereinigten Staaten von 8 . . 8 v Iöön 11u““
1 Zweiter Artikel.
. (Vergl. Nr. 278 der Staats⸗Zeitung
8 .⸗ “
Veredelnde Industrie.
Die veredelnde Industrie hat in den Vereinigten Staa⸗ ten mit der produzirenden nicht gleichen Schritt gehalten, obgleich ihre Zunahme gleichfalls sehr bedeutend ist. Das Manufaktur⸗ und Fabrikwesen fand, die groͤßte Pflege in den nordoͤstlichen Staaten, namentlich in Massachussetts, New⸗ Hampfhire, Connecticut, Rhode⸗Island, New⸗York, Pennsyl⸗
Speculation einzelne Fabrications⸗Zweige uͤber alle Theile der Union verbreitete. Eine der tuͤchtigsten Deutschen Quellen uͤber die Vereinigten Staaten stellt die Befaͤhigung des Landes und sei⸗ ner Bewohner zur fabrizirenden Industrie in sehr guͤnstigem Lichte dar, wenn es dort heißt: Von der Natur besonders gesegnet, be⸗ sitzt Amerika alle Erfordernisse eines Manufaktur⸗Staates: Was⸗ serkraͤfte, Steinkohlen und eine arbeitsame, geschickte, erfinderische Bevölkerung. Zwar ist der Arbeitslohn hier hoͤher und Kohlen und Eisen theurer als in England, doch sind die Abgaben niedri⸗ ger, die gewoͤhnlichen Lebensbeduͤrfnisse wohlfeiler und das rohe Material, besonders Baumwolle, Hanf, Flachs, Alkalien fuͤr Glas, Haͤute und Gerbestoffe billiger und im Lande selbst zu bekommen. Die Wasserkraft der Vereinigten Staaten uͤbertrifft die aller an⸗ deren Laͤnder und ist ein wohlfeiles Substitut fuͤr Dampf; mit jeder Woche werden neue Kohlenlager entdeckt, aͤhrlich neue Ei⸗ sen⸗Minen aufgeschlossen, und wie sich deren etrieb vermehrt, wachsen auch die Manufakturen und Fabriken.
Der Erfindungsgeist der Nation unterstuͤtzt das Emporkom⸗ men der Manufakturen außerordentlich: die taͤglichen Verbesserun⸗ gen in den Maschinen und in den Gewerben uͤbertreffen die aller uͤbrigen Länder, und der hohe Preis der Arbeit setzt eine natuͤr⸗ liche Praͤmie auf dieselben. Der Amerikaner besitzt eine ange⸗ borene Faͤhigkeit, sich in Zahlen und Rechnungen zurechtzufinden, und hierin besteht das praktische, mathematische Talent des Ame⸗ rikaners, welches er „durch Intuition“ besitzt, und welches ihn gleichsam instinktmaͤßig zum kalkulirenden Kaufmann, kuͤhnen See⸗ fahrer, geschickten Gewerbsmann oder erfindungsreichen Manufak⸗ turisten macht. Er ist bestaͤndig mit neuen Plaͤnen und Unter⸗ nehmungen beschaͤftigt und entdeckt durch seine angestammte Liebe zum Rechnen jeden Tag neue Mittel, um Kapital zu schaffen oder das vorhandene zu vergroͤßern, sein S verbessern oder Maschinen zu erfinden, durch welche er in den Stand gesetzt wird, den theuren Tagelohn der Handarbeiter zu ersparen.
Der Glaube, daß der hohe Arbeitslohn in den Vereinigten Staaten noch auf lange Zeit das Emporkommen der Mant turen hindern werde, ist schon praktisch durch die große Zahl . hender Fabriken widerlegt und noch mehr durch den Gewinn, den sie ihren Unternehmern abwerfen, die große Anzahl Arbeiter, welche durch sie beschaͤftigt werden, und den allgemeinen Wohlstand de⸗ rer, welche dabei mittelbar oder unmittelbar betheiligt sind. Der früͤhere hohe Tarif war nicht die Ursache, daß die Manufakturen in den Vereinigten Staaten sich hoben, wie selbst einige der suͤd⸗ lichen Staaten irrigerweise vermutheten und dadurch einige Zeit hindurch die Union selbst in Gefahr brachten, denn der Zoll⸗Tarif ist seitdem herabgesetzt worden, und statt zu sinken, vermehrte sich die Production, und die Fabrikanten 9 5 zu Wohlstand zu einer Zeit, in welcher jede Art Handel und C ewerbe in Stockung gerieth. Die Amerikanischen Manufakturen sind nicht mehr allein auf ihren eigenen Markt angewiesen und beschraͤnkt, son⸗ dern werden nach Suͤd⸗Amerika, nach Ost⸗ und Westindien und selbst nach China ausgefuͤhrt, und ihr Fortkommen ist gesichert durch die zunehmende Schifffahrt der Bereinigten Staaten und durch die Thaͤtigkeit und den Unternehmungsgeist der Kaufleute.
Bei Gelegenheit des Census von 1810 hat eine Erforschung
des Quantums der jaͤhrlich erzeugten Fabrikate und des Werthes
derselben nach Klassen stattgefunden, deren Resultate in der nach
folgenden Uebersicht zusammengestellt sind, denen wir, nach den uns vorliegenden Materialien, einige spaͤtere Angaben vergleichungs⸗ weise hinzufuͤgen wollen. Denn bei den spaͤteren Zaͤhlungen sind Ermittelungen dieser Art entweder nicht geschehen oder nicht ver⸗ oͤffentlicht worden, da selbst Pitkin's vortreffliche Handels⸗Statistik (Rewhaven 1835) nicht dergleichen enthaͤlt. 8
Die Zahl der Fabriken zur Verarbeitung des Eisens war
schon 1810 auf 530 gestiegen, welche 24,771 Tons, im Werth von 14,364,525 Dollars, produzirten. Im Jahre 1832 lieferten 200 Huͤttenwerke 118,620 Tons Gußeisen und 36,728 Tons Schmiede⸗ eisen. Der Werth der Ausfuhr an inlaͤndischem Eisen und Eisen⸗ waaren betru G Dollars, im
von 1830 — 1834 durchschnittlich jaͤhrlich 285,000 ahre 1840: 1,104,455 Dollars. Der Werth von Gold⸗ und Silber⸗Fabrikaten, Bijouteriee
u. s. w. betrug 1810 2,483,912 Dollars; im Jahre 1836 4,900,000
Dollars. Der Werth der Ausfuhr von gemuüͤnztem Gold und Silber wurde von 1830—34 durchschnittlich jaͤhrlich auf 1,200,000,
im Jahre 1840 auf 2,235,073 Dollars geschäͤtzt.
Die Blei⸗, Zinn⸗ und Kupfer⸗Fabrikate, mit Einschluß der Messingwaaren, beliefen sich im Jahre 1810 auf SnChlaß der
lars; im Jahre 1836 auf 3,000,000 Dollars.
Die Arbeiten in Marmor und sonstigen Steinen, auch Schie⸗ ser, wurden 1810 auf 462,115 Dollars geschaͤtzt. Der Werth der Ausfuhr betrug 1830 — 34 ungefaͤhr 4000 Dollars jaͤhrlich; 1840 35,791 Dollars.
Glaswaaren wurden im Jahre 1810 gefertigt fuͤr 1,047,004 Dollars; im Jahre 1831 lieferten 21 Glashuͤtten mit 140 Oefen und 2000 Arbeitern fuͤr 2,600,000 Dollars Waare. Im Jahre 1840
gab es 48 Glashuͤtten. Der Werth der Ausfuhr betrug 1830 — 34 durchschnittlich jaͤhrlich 95,000 Dollars; 1840 56,688 Dollars.
An Toͤpferwaaren wurden im Jahre 1810 fuͤr 259,720 Dol⸗ lars produzirt. Porzellan- und Steingut⸗Fabriken gab es 300.
Durchschnittswerth der Ausfuhr 1830 — 34 7000 Dollars, 1840
10,959 Dollars.
Im Jahre 1810 wurden fuͤr 500,382 Dollars Droguerien, Farben u. s. w. geliefert.
Fuͤr Zeuge von Baumwolle, Wolle, Flachs, Hanf und Seide, Streuͤmpfe, die auf Stuͤhlen verfertigt sind, betrug der Gesammt⸗ werth im Jahre 1810 39,497,057 Dollars. Im Jahre 1803 gab es nur 4 Baumwoll⸗Spinnereien; 1809 schon 87; 1811 waren 80,000 Spindeln vorhanden, die 3,600,000 Pfund Garn im Werth von 720,000 Dollars lieferten. Im Jahre 1831 dagegen gab es 795 Baumwoll⸗Fabriken, welche mit 40,800,000 Dollars Kapital ar⸗ beiteten; Arbeiter: 18,600 Manner, 39,000 Frauen, 4700 Kinder. Spindeln 1,217,000, Webestuͤhle 33,500; 230,462,000 Yards Zeug, wozu 77,758,000 Pfund Baumwolle gebraucht wurden. Im Jahre 1835 belief sich der Werth der Baumwollen⸗Fabrikate auf 47,500,000 Dollars, bei 80 Millionen Dollars Kapital in den Fabriken. Wollspin⸗ nereien fanden sich 1805 nur 10 mit 3600 Spindeln, welche fuͤr 650,000 Dollars an Werth verfertigten. Im Jahre 1810 lieferten die Wollspinnereien schon 2,880,000 Pfund Garn, an Werth 3,240,000 Dollars; die Zahl der Webestuͤhle war auf 330,000 gestiegen, die Zahl der Walkmuͤhlen auf 1630; 12,000,000 Pfund Wolle wur den verbraucht. Im Jahre 1836 verarbeiteten 1549 Wollenwaa⸗ ren⸗Manufakturen zwischen 50 und 60,000,000 Pfund Wolle.
Der Betrag der Zeuge, deren Materialien mit den Haͤnden gesponnen sind, wurde 1870 auf 2,052,120 Dollars angegeben.
Der Werth von dergleichen Fabrikaten, die durch Maschinen hervorgebracht sind, wurde 1810 auf 6,144,466 Dollars geschaͤtzt; im Jahre 1836 auf 250,000,000 Dollars. Der Durchschnitts⸗ Ausfuhrwerth der einheimischen Fabrikate war von 1830 — 34
von Baumwolle 1,500,000 Dollars; 1840 3,549,607 Dollars; Flachs und Hanf 8500 Dollars; 1840: 8212 Dollars. Die Zahl der mit dem Zeugdruck sich beschaͤftigenden Fabriken betrug 1840: 36, welche uͤber 100 Millionen Yards, 11,667,000 Dollars werth, machten.
Seile und Tauwerk wurden 1810 fuͤr 4,243,168 Dollars ge⸗ fertigt; 1836 uͤber 5,000,000 Dollars. Durchschnitts⸗Ausfuhr⸗ werth von 1830 — 34: 12,000 Dollars; 1840: 43,510 Dollars.
Die Papier⸗Fabrikate ergaben 1810 einen Werth von 1,939,28 Dollars; im Jahre 1836 von 6,000,000 Dollars. Bei 400 Pa⸗ pier-Fabriken betrug die Durchschnitts⸗Ausfuhr an Werth von 1830 — 34: 52,000 Dollars; 1840: 76,957 Dollars.
Raffinirter Zucker wurde 1810 gewonnen fuͤr 1,415,724 Dol⸗ lars. Im Jahre 1816 wurden 5,000,000 Pfd. produzirt; 1840 gab es uͤber 1200 Fabriken, und der Werth der Ausfuhr von 1830 — 34 betrug durchschnittlich 106,000 Dollars; 1840: 1,214,658 Dollars.
Die Fruchtbranntwein⸗Brennerei hatte, bis zu den letz⸗ ten Jahren, außerordentlich in den Vereinigten Staaten zu⸗ genommen, neuerer Zeit haben aber die Maͤßigkeits⸗Ver⸗ eine dem Geschaͤfte bedeutenden Eintrag gethan. 1801 wurde die Menge des gewonnenen Branntweins auf 10 Mil⸗ lionen Gallonen eschaͤßt Nach den Eingaben der Mar⸗ schaͤlle, enthaltend Berichte uͤber die Manufakturen der Vereinig⸗ ten Staaten im Jahre 1810, betrug die Menge des in diesem Jahre erzeugten Sprits mehr als 23 Millionen Gallonen, zu ei⸗ nem Werth von mehr als 16 ½ Millionen Dollars. Der groͤßte Theil desselben, wenigstens ¼, war aus Frucht gebrannt, und rech⸗ net man, daß ein Bushel Roggen oder Mais durchschnittlich 2 ½ bis 3 Gallonen probehaltigen Branntwein liefert, so wurden im Jahre 1810 zwischen 5 und 6 Millionen Bushels Roggen oder Mais in Branntwein umgewandelt. In Pennsylvanien allein be⸗ standen in diesem Jahre 3334 Branntwein⸗Brennereien, welche nicht weniger als 6,552,284 Gallonen Branntwein im Hande’ lie⸗ ferten. Das Ganze, oder wenigstens der groͤßte Theil, wurde in den Vereinigten Staaten selbst konsumirt, und rechnen wir dazu den im Lande aus Melassen (Syrup) gewonnenen Spiritus und die von auswaͤrts eingefuͤhrten geistigen Geträaͤnke, so finden wir, daß der jaͤhrliche Verbrauch geistiger Getraͤnke in jener Zeit sich auf nicht weniger als 31,725,417 Gallonen belief, oder beinahe 4 ½ Gallonen fuͤr jeden Kopf der damaligen Bevoͤlkerung. Nach den Ermittelungen bei Gelegenheit des öten Census 1840 wur⸗ den in 9657 Fabriken 36,343,236 Gallonen gewonnen, zu einem Werth von 18,000,000 Dollars.
Schon im Jahre 1770 wurden an Weizenmehl und Brod 458,680 Barrels ausgefuͤhrt, welche nach Suͤd⸗Europa und West⸗ indien gingen; zwischen 1791 und 1802 durchschnittlich 820,000 Barrels; von 1803 bis 1811 durchschnittlich jaͤhrlich 850,000 Barrels; von 1811 bis 1821 durchschnittlich jährlich 1,045,600 Barrels; von 1822 bis 1835 durchschnittlich jaͤhrlich 960,500 Barrels; seitdem 1,200,000 bis 1,500,000 Barrels 8 bis 9,000,000 Dollars an Werth. Westindien, Mittel⸗ und Suͤd⸗Amerika, Spa⸗ nien, Portugal, gelegentlich auch Großbritanien, sind die Hauge⸗ Maͤrkte des Mehls der Vereinigten Staaten. enann⸗ ten Theilen Amerika's dominirt dasselbe noch und zur Zeit des Mangels in Europa tritt⸗
8 enz. Im Jahre auch dort in gluͤckliche iesrac v2 84
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