— * Ritterschaft.
Landrath Freiherr von Hilgers auf Rotzerhof. al auf Gruͤnland. 8 von Hompesch⸗Rurich auf Ruhrich.
Freiherr von Ri
Gra — Kayser auf Nieder⸗Trierweiler,
Staͤdte. b ommerzien⸗Rath von der Heydt zu eiberfeld. — Hasenklever zu Ehringhausen. Kaufmann Brust zu Boppard. Kaufmann Flemming zu Geilenkirchen. Landgemeinden. Kanonikus Lensing. Landrath a. D. von Haw. Gutsbesitzer Kamp. Rath Karl Cetto.
Zeitungs-Nachrichten. Alusland.
Rußland und Polen.
Warschau, 11. Okt. Vorgestern Abends traf Se. Maje⸗ staͤt der Kaiser in erwuͤnschtem Wohlseyn hier ein und stieg im Palast Lazienki ab. Sogleich wurden alle Haͤuser erleuchtet, und eine große Volksmenge erfuͤllte bis in die spaͤte Nacht die Stra⸗ ßen der Hauptstadt. Der Feldmarschall Fuͤrst von Warschau war Sr. Majestaͤt bis Iwanogrod entgegengefahren und kehrte vor⸗ gestern mit dem Monarchen hierher zuruͤck. Gestern Vormittags begab der Kaiser sich nach der Dreifaltigkeits⸗Kirche, wo der Erz⸗ bischof, umgeben von zahlreicher Geistlichkeit, Hoͤchstdenselben empfing. Unterweges wurde Se. Majestaͤt von dem Volk mit freudigem Zuruf begruͤßt. Nach Verrichtung des Gebets besuchte der Monarch die Citadelle und sodann die Gemahlin des Fuͤrsten Statthalters im Schloß. Abends war wieder glaͤnzende Illumi⸗
nation. Im Gefolge Sr. Majestaͤt befinden sich die General⸗ Adjutanten Graf Orloff und Adlerberg und der Franzoͤsische Ma⸗ ler Horace Vernet. 2
Frankreich.
Paris, 10 Okt. Der Koͤnig empfing vorgestern Abend in St. Cloud den See⸗Minister, den Freiherrn Alexander von Hum⸗ boldt und den Grasfen von Mornay, Franzoͤsischen Gesandten am Schwedischen Hofe. — Gestern um 1 Uhr versammelte sich der Minister⸗Rath unter dem Vorsitze des Koͤnigs. — Der Koͤnig und die Koͤnigin der Belgier werden heute in St. Cloud er⸗ wartet.
Der Prinz von Joinville und der Herzog von Aumale sind vorgestern von Paris abgereist, der Erstere nach Brest, um von dort seine Reise nach Lissabon und Rio Janeiro anzutreten, der Zweite nach Toulon, von wo er sich nach Algter einschiffen wird.
Dieser Tage ist das Linienschiff „Scipio“ von Brest nach Martinique abgesegelt; naͤchstens wird das Linienschiff „Trident“ eben dahin und die Fregatte „Calypso“ nach Guadalsupe abgehen. Diese Absendung dreier großen Kriegsschiffe nach dem Franzoͤ⸗ sischen Westindien erregt einiges Aufsehen.
Aus Toulon wird unterm 4ten d. geschrieben: „Auf der Ruͤckfahrt von Tunis, wohin es den Franzoͤsischen General⸗Konsul gebracht hatte, ist das Dampfschiff „Lavoister“ durch einen Sturm, unweit Ajaccio, auf die Kuͤste geworfen worden. Unsere See⸗ Behoͤrde hat auf die Nachricht von diesem Unfall sogleich zwei Dampfschiffe mit dem Auftrage abgeschickt, das gestrandete Schiff, 8 viel Wasser im Schiffsraum haben soll, wieder flott zu machen.“
Herr von Lamartine hat, wie man mit Bestimmtheit ver⸗ sichert, das ihm gemachte Anerbieten, die Redaction des Opposi⸗ tions⸗Blattes la Patrie zu uͤbernehmen, angenommen. Dieses Jeurnal ward bisher von Herrn Pages vom Arriège⸗Departement redigirt, ohne einen bedeutenden Leserkreis zu gewinnen. Dies daͤrfte sich aͤndern, wenn wirklich der beruͤhmte Deputirte von Macon an die Spitze eines Blattes traͤte, welches als Organ der linken Seite der Deputirten⸗Kammer dient.
Das Droit publizirt den Bericht der Kommission, welche beauftragt war, die Ursachen des Ungluͤcks zu ermitteln, welches sich am 8. Mai auf der Paris⸗Versailler Eisenbahn, linkes Ufer, ereignete. Die Kommission ist im Wesentlichen der Meinung, daß der fehlerhafte Bau einer der Lokomotiven, verbunden mit der uͤbertriebenen Schnelligkeit der Bewegung, jene beklagenswerthe Katastrophe veranlaßt haben kann. Das Eil'nbahn⸗Ivurnet er⸗ klaͤrt, daß es diese Ansichten der Kommission bekaͤmpfen werde. Am 7ten d. M. wurde im Schlachthause von Grenelle ein interessantes Experiment gemacht, dem der Seine⸗Praͤfekt, der Freiherr Alexander von Humboldt und viele Maänner vom Fache beiwohnten. Es handelte sich darum, die Kraft des Artesischen Brunnens neuerdings zu messen. Durch fruͤher angestelkte Ver⸗ suche hatte man ermittelt, daß die Quelle auf dem Niveau des Bodens stuͤndlich 240 Kubik⸗Metres lieferte, und daß sich diese Masse auf 108 Kubik⸗Metres verminderte, wenn man die Quelle 21 Metres hoch leitete; spaͤter erhoͤhte man die Roͤhre noch um 5 Metres, und der Ertrag des Wassers war dann 90 Kubik⸗Metres pro Stunde. Aber der provi⸗ sorische Apparat, dessen man sich bei jenen Experimenten bedient hatte, war so mangelhaft, daß man die Resultate nicht als sehr. vichtig betrachten konnte. Jetzt nun ist die eiserne Roͤhre Fvv des Bodens auf eine sehr dauerhafte und sollde Weise hags hecen⸗ res 12 geleitet worden. Oben wird das Wasser in einem Röͤhre von ecken aufgefangen und von dort durch eine andere Apparats eleern ange in den Behaͤlker am Fuße des . 3 im Messen des Wassers eingerichtet ist.
Es wurde ermittelt, daß in dieser Hd 24. ee de2. dhe von 32 Metres innerhalb 24 Stunden 1325 Kubik⸗Metres Wese ewonnen wird. e
Temperatur der Quelle war Das Wasser ist fortwaͤhrend von 5 he fast unveraͤndert. Eine große Anzahl der hier wohnenden S gestern bei einem Bankett versammelt, um 82eeen 9 7. Oktober zu feiern. Don Pablo Alvarez, der an -en. des jener Nacht thaͤtig betheiligt war, führte den Vorsden Freignissen in lebhafter Rede der bamals von der Madrider eaeeee geleisteten Dienste. Fuͤr die in Paris wohnenden darfes 8. 2 nier wurden unter den Gaͤsten Beisteuern gesammelt 9 pa⸗ Boͤrse von 10. Oktober. Der Umfatz in Franzbstschen Renten war an der heutigen Boͤrse sehr beschraͤnkt und die Course derselben wichen um eine Kleinigkeit. Auch in den uͤbrigen Effek⸗ ten war wenig Geschaͤft, und die politischen. Ereignisse sind ebenfalls nicht geeignet, in den oͤffentlichen Fonds irgend eine Bewegung
hervorzubringen.
4 = Paris, 9. Okt. Am 29. September Morgens rückten die noch zu Algier befindlichen Truppen unter Trommelschlag zu
folgte das Corps der Millitair⸗Aerzte, die Ambulanzen, die Admi⸗ nistration, das Gepaͤck, die Pferde, die Maulthiere u. s. w. Dies dauerte so fort bis Nachmittags 2 ½ Uhr, wo auch der General⸗ Gouverneur Bugeaud selbst zu Pferde stieg, nachdem er noch die besten Wuͤnsche der Chefs der Civil⸗Verwaltung empfangen hatte, die bis zum leßten Augenblicke bei ihm blieben. General Bugeaub trug seinen gewoͤhnlichen Campagne⸗Anzug, einen bis oben zuge⸗ knoͤpften Ueberrock, sein Fernglas an einer Schnur am Halse haͤn⸗ gend und mit dem mit schwarzen Franzen besetzten Generalshute bedeckt. Die Fahne oder Flagge, das Zeichen des Hauptquartiers, wurde hinter ihm hergetragen. Der General⸗Gouverneur hielt bei der Maison Carré, wo er die erste Nacht blieb, Musterung üͤber das ganze versammelte Armee⸗Corps, und am 30sten fruͤh mit Tages⸗ Anbruch traten dann saͤmmtliche Kolonnen ihren Marsch an. Mit guten Glaͤsern konnte man von den hoͤchstgelegenen Punkten von Algier aus den Operationen der Truppen an diesem Tage folgen. Um 5 Uhr waren sie, ohne einen Schuß zu thun, zu Fon⸗ douc angekommen, wo auch der Park eintraf. Man glaubte, die Armee werde zu Cara⸗Mustapha Halt machen, waͤhrend das Corps, das dem Meere am nächsten kommen soll, sich links gegen die Straße von Delys ziehen wird.
Ueber die Plaͤne des General⸗Gouverneurs wußte man nichts, außer daß das Land in dieser Richtung kreuz und quer durchstreift werden soll. Kolonnen, die von Geti und von Philippeville aus⸗ ruͤcken werden, sollen an zum voraus bestimmten Punkten ihre Vereinigung bewerkstelligen, so daß die Araber von allen Seiten sich angegriffen sehen werden. Eines ihrer Corps, einmal geschla⸗
en, soll so nothwendigerweise auf eine der anderen Divisionen der Französischen Operations⸗Armee zuruͤckgeworfen und dort auf die⸗ selbe Weise gebuͤhrend empfangen werden. Zu Algier hegte man die beste Hoffnung fuͤr das Gelingen; nur die Rauhheit des uͤber⸗ all durchschnittenen und zerrissenen Bodens floͤßte einige Besorg⸗ nisse ein, da die Kabylen wahrscheinlich in ihrem Widerstande daraus Vortheil zu ziehen wissen werden. Auf diese Weise werden die Franzoͤsischen Truppen die meisten Verluste zu beklagen haben. General Bugeaud genießt fortwaͤhrend das Vertrauen und die Liebe des Soldaten im vollsten Maße. Vor seiner Abreise hatte er noch einmal mehrere der bedeutendsten Kolonisten um sich versammelt, um ihre Ansichten uͤber die Kolo⸗ nisirung zu vernehmen, und ihnen versprochen, daß er dieselben, so weit das allgemeine Interesse mit dem der Privaten sich ver⸗ einigen lasse, beruͤcksichtigen werde. Die Rathschlaͤge und Mei⸗ nungen, welche sie ihm aussprachen, fanden den vollkommensten Beifall des General⸗Gouverneurs, der ihnen seinen Dank fuͤr ihre patriotische Gesinnung aussprach, sie versicherte, daß er ganz so denke wie sie, und sie ersuchte, noch die Meinungen einer groͤßeren Anzahl ihrer Mitbuͤrger in Algier zu vernehmen und einen Ent⸗ wurf darnach abzufassen, den der Direktor des Innern bei seiner Ruͤckkehr ihm vorlegen solle.
Man erwartete zu Algier den Herzog von Aumale als zur Verfuͤgung des General⸗Gouverneurs gestellten General; die ver⸗ zoͤgerte Ankunft desselben aber glaubte man vielleicht einem von dem General⸗Gouverneur dessalls ausgesprochenen Wunsche zu⸗ schreiben zu duͤrfen. Da die Expedition bereits abgegangen ist, noch ehe der Prinz den Afrikanischen Boden betreten hat, so wird
Y der Expedirion im Osten aus. Unmitkelbar nach den Truppen
er jedenfalls derselben nicht beiwohnen. Doch scheint gewiß, daß fuͤr einige Zeit wenigstens der Herzog von Aumale der Armee in Afrika wird beigegeben werden, und daß er zu Algier wohnen wird, um nach dem Wunsche seines Koͤniglichen Vaters unter der unmittelbaren Leitung des Generals Bugeaud zu bleiben. Der General Baraguay d'Hilliers war zu Algier eingetroffen und so⸗ gleich an Bord des Dampfbootes „Vautour“ nach Bona weiter gesegelt, wo er den General Rampon, der mit Urlaub in Frank⸗ reich bleibt, im Kommando der Unter⸗Division Bona ersetzt.
Ein Offizier, der erst am 30sten Algier verlassen hat, giebt eine neue Version uͤber die Schlappe, welche der General Chan⸗ garnier neulich erhalten hat. Waͤhrend seines Ruͤckzuges wurde die Kolonne desselben von den Berg⸗Kabylen, nicht von den Beni⸗ Menasser, wie andere Berichte sagten, angegriffen. Diese waren auf einem Berge, der nur schwer zuganglich ist, verschanzt, und feuerten auf einige Compagnieen des Franzoͤsischen Nachtrabs, die ungluͤcklicherweise die Sache allzu ernstlich nahmen. Sie wollten sich raͤchen und eine Stellung mit dem Bajonnette nehmen, zu welcher man nur gelangen konnte durch muͤhsames, gefaͤhrliches
Klettern, indem man sich an Gestraͤuche und vorspringende Fels⸗
stuͤcke anhalten mußte. Waͤhrend dies nun natuͤrlicherweise lang⸗ sam von Statten ging, hatten die Kabylen Feit, ihre Schuͤsse ge⸗ nau zu richten, und so roͤdteten sie den Stuͤrmenden sechs Offi⸗ ziere und verwundeten eine Anzahl Leute, und der Versuch, so auf die Hoͤhe su gelangen, mußte aufgegeben werden. Man mußte sich entschließen, die Stellung zu umgehen, was natuͤrlich mehr Zeit erforderte. Uebrigens hat General Changarnier diese Kaby⸗ len hart gestraft.
Die Gemahlin und die Familie des General⸗Gouverneurs Bugeaud sollten sich am 7ten auf dem Dampfschiffe „Phare“, das ihnen zur Disposition gestellt ist, zu Toulon nach Algier einschiffen.
Zu den vorgestern Ihnen mitgetheilten Nachrichten aus dem Oriente, kann ich Ihnen heute noch einige weitere hinzufuͤgen. Als der Ferman des Großherrn zu Alexandrien verlesen wurde, wodurch Mehmed Ali die Wuͤrde eines Großwesirs erhaͤlt, hat⸗ ten alle Europaͤischen Konsuln ihre Flaggen aufgezogen, nur der Oesterreichische und der Russische nicht; man wußte nicht, aus wel⸗ chen Motiven. Man hatte von der Absicht der Aegyptischen Ver⸗ waltung gesprochen, dem Sardinischen Konsul fuͤr die ihm wider⸗
ahrene Beleidigung eine Genugthuung zu geben, aber es kam zu in foh gs 6 6 8 F sehr viel geringer katastrirt ist, naäͤmlich zu 9 Sb.
keiner Entscheidung, und Aslan Aga, der abgesetzt worden war, hatte seinen Posten wieder eingenommen. die Befehle seiner Regierung, beobachtet aber inzwischen ein eben so festes als wuͤrdiges Benehmen. Ibrahim Pascha's Ankunft zu Alexandrien 87 nur den Verkauf seines Getraides zum Hauptzwecke; er
zu 85 Piaster verkauft. Es gelang ihm nicht, sein Getraide zu dem Preis abzusetzen, wie er es gewuͤnscht hatte. Man sprach allgemein davon, daß er sich durchaus geweigert habe, mit Meh⸗ med Ali von Staatsgeschaͤften zu sprechen. Er sollte in wenigen Tagen, also gegen Ende des September, zu einem Besuche nach Unter⸗Aegypten abgehen, waäͤhrend Mehmed Ali den Ramadan zu Kahira zuzubringen und erst im April wieder nach Alexandrien zuruͤckzukehren gedachte. Artim Bey war mit den als Geschenk fuͤr den Koͤnig Ludwig Philipp bestimmten Pferden nach Frank⸗ reich auf dem Dampfschiffe „Nil“ abgereist. Er wird als kuͤnfti⸗ ger Nachfolger von Boghos Bey, der an Altersschwaͤche zu leiden beginnt, betrachtet. Artim Bey soll mit Unterhandlung eines An⸗ lehens fuͤr Mehmed Ali beauftragt seyn; es ist aber kaum glaub⸗ lich, wenn dies wahr ist, daß die Banquiers ohne die Genehmi⸗ gung und Garantie der Pforte auf eine solche Operation mit Mehmed Ali einehen werden. Die Pforte aber wird ihre Garan⸗ tie schwerlich geben, wenn ihr nicht die Hätfte des Anleheno selbst
Der Konsul erwartet
atte am 23. September wirklich 16,000 Ardebs, zu 91 Piaster, zahlbar nach Ablieferung, und 6000 Ctr. Leinsaamen,
1.“
zu gute koͤmmt. Unter dem Vieh herrschte eine außerordentli
Sterblichkeit in Aegypten. Ibrahim Pascha hatte Doͤrfer *
— lassen muͤssen, wo kein einziger Ochse mehr sich fand, um
das Feld zu pfluͤgen. Man rechnet 30,000 Ochsen, die zu Grunde Hangen sind, und fuͤrchtet die Folgen davon fuͤr die naͤchste erndte.
= Paris, 10. Okt. Daß Koͤnig Leopold seine Anwesenheit hier zu Besprechung und Befoͤrderung der obschwebenden Unter handlungen wegen der kommerziellen Verhaͤltnisse zwischen Frank⸗ reich und Belgien benutzen wird, ist außer allem Zweifel. So 8 Schwierigkeiten auch mit dieser Angelegenheit verknüpft
ind, so hofft man doch, dieselben uͤberwinden und Beziehungen r zu koͤnnen, die fuͤr beide Laͤnder wesentliche Vortheile zu ringen vermoͤchten. Das Haupthinderniß liegt nur in den Fran⸗ zoͤsischen Kammern, „wo das Ministerium auf eine der Sache nichts weniger als guͤnstige Stimmung selbst unter den Mitglie⸗ dern der Majoritäaͤt zu szeßen besorgt, in deren Mitte sich eine große Anzahl von Eisenhämmer⸗Vesthzern befindet, die nun ein⸗ fuͤr allemal von Gestattung von Konzessionen an die Belgische Eisen Industrie, welche eben der Hauptpunkt und die Grundlage der schwebenden Unterhandlungen seyn sollen, nichts hoͤren will. Auch die Franzöͤsischen Sn,.. fuͤrchten die Konkurrenz der Belgischen im hoͤchsten Grade und bieten, so viel an ihnen ist, Alles auf, ihr Interesse zu wahren, welches, und 82 vorzugswelse in diesem Falle, nichts weniger als jenes der llgemeinheit ist, die schon lange gegen das unnatuͤrliche Monopol protestirt, welches diese Herren zu alleinigen Vortheil, aber um großen Nachtheil der Konsumenten, die fuͤr schweres Geld schlechte Waare und oft diese nicht zur rechten Zeit und in zu⸗ reichender Quantitaͤt erhalten, auch fuͤr alle Zukunft auszubeuten Lust haͤtten.
Frankreich ist nun einmal das Land der Monopole. Auch die Viehzuͤchter wollen das ihrige aufrecht erhalten wissen, und je⸗ desmal, wenn die Regierung, durch die allseitigen Klagen und Re⸗ clamationen uͤber die Theuerung und Seltenheit des Schlachtvie⸗ hes und also auch des Fleisches angetrieben, nur die geringste Miene machte, Hand an den bestehenden Zustand zu 21. und die Einsuhr von Schlachtvieh aus dem Auslande, naͤmlich vorzüͤg⸗ lich Belgien, Rhein⸗Preußen und den uͤbrigen Deutschen Landen etwas zu erleichtern, erhoben sich von Seiten der Betheiligten in und außer der Kammer, auch in der Presse laͤrmende Stimmen, heftige Angriffe, ja selbst mit Drohungen begleitete Vorwuͤrfe, als ob sie die einheimische Industrie der fremden zum Opfer bringen wolle. Die Regierung soll nun wirklich die Absicht haben, der Kammer in ihrer naͤchsten Session Vorschlaͤge zu Re⸗ formen der bestehenden Gesetzgebung zu machen, nach wel⸗ cher bekanntlich der Eingangszoll vom fremden Schlacht⸗ vieh nach Koͤpfen erhoben wird, ohne Ruͤcksicht auf das Gewicht und die Groͤße der Thiere, die natuͤrlicherweise sehr verschieden sind. Trotz der von den Konsumenten unausgesetzt vorgebrachten Klagen ist aber noch sehr wenig Aussicht vorhanden, daß es ge⸗ lingen werde, eine Reform in dieser Hinsicht durchzusetzen, so dringend diese auch gerade jetzt waͤre, wo wegen des Futterman⸗ gels in Folge der außerordentlichen Trockenheit des Sommers der Viehstand uͤberall vermindert wurde und die Fleischpreise da⸗ her in stetem Steigen begriffen sind. Fuͤr die arbeitenden Klassen, fuͤr die arme Bevolkerung von Paris, insbesondere wird daraus im kuͤnftigen Winter fast die absolute Nothwendigkeit entstehen, dem Genusse von Fleisch groͤßtentheils entsagen zu muͤssen.
Großbritanien und Irland.
London, 8. Okt. Lord Cowley, der Englische Gesandte am Hofe der Tutilerieen, ist gestern hier angekommen. 1
Der Malta⸗Korrespondent der Times versichert, uͤber Bag⸗ dad die Nachricht erhalten zu haben, daß der General Pollock die Festung Kabul schon erreicht habe, und daß die Afghanen geschla⸗ en worden seyen, indessen will die Times die Wahrheit dieser Fachricht nicht verbuͤrgen. Man glaubt uͤbrigens, daß General Nott am 6. September vor Kabul haͤtte eintreffen koͤnnen.
Nach einem dem Unterhause in der letzten Session vorgeleg⸗ ten statistischen Bericht ist der jaͤhrliche Gesammtwerth des Real⸗ Eigenthums in England, wie es Behufs der Armensteuer abge⸗ schätzt ist, 59,685,412 Pfd., wovon 30,448,991 Pfd. auf Laͤnde⸗ reien, 22,991,572 Pfd. auf Wohnhaͤuser und 6,244,949 Pfd. auf sonstige Liegenschaften kommen. Middlesex, wiewohl mit Ausnahme Rutlands die kleinste Grafschaft, ist doch die reichste des ganzen Landes, indem es den groͤßeren Theil Londons, am noͤrdlichen Ufer der Themse, umfaßt. Die Realitaͤten von Middlesex sind zu 7,293,369 Pfd. geschaͤtzt, wovon 6,680,202 Pfd. auf Wohnhaͤuser kommen. Das Feld steht 28 am hoͤchsten im Preise: 1 Pfd. 14 Sh. durchschnittlich der Acre, waͤhrend in der Grafschaft West⸗ moreland, wo das Feld am niedrigsten im Preise ist, der Acre durch⸗ schnittlich nur 9 Sh. 1 Pee. gilt. Die reichste Grafschaft nach Middlefex ist Yorkshire, an Flaͤchenraum zugleich die größte von allen; dann folgt Lancashire. Der Durchschnittswerth des Feldes in England ist 19 Sh. 2 Pce. der Acre. Im Jahr 1841 betrug die Armensteuer in England 6,009,564 Pfd., durchschnittlich 2 Sh. auf das Pfd. Einkommen. Bemerkenswerth ist, daß nicht dieje⸗ nigen Grafschaften am hoͤchsten besteuert sind, in denen die groͤßte Noth zu herrschen pflegt. Yorkfhire steuert z. B. nur 1 Sh. 11 Pee., Lancashire nur 1 Sh. 8 Pce. vom Pfund; Buckingham⸗ shire, Suffolk und Surrey dagegen 2 Sh. 9 Pce., und Wiltshire vollends 3 Sh. Das Fuͤrstenthum Wales ist in der Armensteuer hoͤher angelegt als England, denn dort koͤmmt im Durchschnitt 2 Sh. 5 Pce. auf das Pfund, wiewohl der Werth des Grund⸗
ce. im Durchschnitt. 1* In dem am 5. Januar 1842 abgelaufenen Jahre wur e 8 Vereinigten Koͤnigreich Großbritanien und Irland eeSeen gebrannt: in England 5,919,207 Gallonen (eine Gallone — 2 in Schottland 8,504,333; in Irland 6,359,124 Gallonen; im Gan⸗ zen 20,782,664 Gallonen. Diese Summe wurde 177 eliss kleinen Rest behufs des Verbrauchs besteuert und trug 5,161,6 Pfd. Accise ein. Vom Ausland und aus den bccee. er. fuͤhrt: in England 3,344,922; in Schottland 814; in Irland 30,338 Gallonen; Zoll: 2,417,166 Pfd. St. Der Verbrauch im
1 1 Lande vertheilt sich also: gameheer. — VBeg.Nerbeana. les.15,911,725 11,511,907 Gall.
Ferand a8. Teee.. 2828,185 60978718 „
Irland Eüas 8,205,382 6,515,781 8 Hiernach kam in England auf jeden Kopf 2 Quart (Vlertel⸗ maaß)] und 1 Gill (Viertelnoͤßel), in Schottland 2 Gallonen 1 Quart und 1 Gill, in Irland 3 Quart und 1 Gill. Dieses Verhaͤltniß muß insofern auffallen, als es zeigt, daß die Schotten — nach allgemeiner Anerkennung der tugendhafteste und ordnungsliebendste Theil der ganzen Landes⸗Bevoͤlkerung — bei weitem am meisten Branntwein trinken, waͤhrend doch auf Rechnung des Brannt⸗ weintrinkens immer viele der in England und namentlich in Ir⸗
3
Mluünchen, 10. Okt.
dhen land haben kommenden Verbrechen gesebt wurden. In Ir , — bekannt, die Maͤßigkeits⸗Vereine den Verbrauch der Spirituo⸗
sen sehr vermindert. — gerees S88. 2 Fen liche Wirkung der Einkomm G 5n. vaß — 2 ahl achtbarer Fabrikanten zu Glasgow und
ils nach dem Kontinent ausge⸗ Palsley theils nach merika, the EEE
t ihre Fabrike 1 Bree Se ee ech oangee Blat⸗ behauptet, daß es ine cuterz den so hart bedraͤngten Baumwollen⸗Fabrfkanten unmog⸗ esondere a Sir R. Peel aufgebuͤrdete Last zu tragen,
ee vene gapitalten und vielen Gewerbfleiß aus dem Lande
8 Tevehdegan t mehrerer Blaͤtter, daß das große Banquier⸗
xj und Compagnie sein Netto⸗ inkommen waͤh⸗ F Fennn Jahre auf weniger als 150 Pfd. St. jährlich
8 habe, wird von der Times fuͤr eine Erdichtung er⸗
8 Liverpool ist die vorlaͤufige Untersuchung gegen den Ir⸗
„der beschuldigt wird, das letzte roße Feuer dnder Parr no dehin ausgefallen, daß derselde fbrmich vor Gericht gestellt und bis dahin nur gegen eine Buͤrgschaft von 400 Pfd. St. auf freien Fuß gesetzt werden soll.
Pfß Russische Graf Pahlen ist von einer Reise in Aegypten, die beinahe ein Jahr dauerte, in London eingetroffen.
Belgien. ü 1 ii 11. Okt. Der Fuͤrst Paul von Aremberg hat au 2.ö bei einem Deutschen Künstler bestellte Skulptur⸗Arbeit erhalten, die eine artistische Zierde Bruͤssels wird, da sie in dem neuen Arembergischen Hotel aufgestellt werden soll. Das Kunstwerk stellt einen Christus am Kreuze dar, welchen Herr Achtermann aus Muͤnster, ein Schuͤler des Professor Rauch in Berlin, gearbeitet hat. Auch der Papst hat diese Arbeit gesehen und ihr seinen vollen Beifall zu Theil werden lassen.
Deutsche Bundesstaaten.
Der zur Ueberbringung des Traurings aus Berlin hierhergesandte Koͤnigl. Preußische General Graf von Rostitz wurde gestern zur Koͤniglichen Tafel gezogen. b
Se. Kaiserl. 2*₰ der Herzog von Leuchtenberg ist diesen Mittag hier 19* en. 89 22
Der am hiesigen Hofe akkreditirte Koͤnigl. diederlaͤndische Gesandte Graf von Bentinck hatte gestern die Ehre, Sr. Majestäaͤt dem Koͤnig sein Kreditiv zu uͤberreichen.
Der Herzoglich Nassauische Dienst⸗Kaͤmmerer Freiherr von Breidbach⸗Buͤrresheim ist hier angekommen, um die Gluͤckwuͤnsche seines Hofes darzubringen.
Aus allen Kreisen des Konigreichs befinden sich bereits hohe Civil⸗Beamte, Generale und Stabsoffiziere, so wie adelige Guts⸗ besitzer und Vasallen, in unserer Stadt, und ihre Anzahl mehrt sich mit jeder Stunde. Auch mehrere unserer Gesandten an aus⸗ waͤrtigen Hoͤfen sind hier eingetroffen, darunter der in St. Peters⸗ burg Graf von Jenison⸗Wallworth und der Gesandte am Bun⸗ destage Freiherr von Lerchenfeld. Der Kron⸗Oberst⸗Kaͤmmerer, Fuͤrst von Oettingen⸗Spielberg, ist gestern hier angekommen, und der Kron⸗Oberst⸗Pestmeister, Fuͤrst von Thurn und Taxis, wird heute erwartet.
München, 10. Okt. Bei der 2. Ankunft Ihrer Königl. Hoheit der Kronprinzessin, welche Mittags zwischen 1 bis 2 Uhr erfolgen duͤrfte, wird der erste Empfang Hoͤchstderselben und ihrer erlauchten Eltern von Seiten der Koͤnäglichen Familie in dem nahen Schlosse Biederstein stattfinden, von wo aus die Aller⸗ hoͤchsten und hoͤchsten Herrschaften die hohe Braut bei ihrem Ein⸗ zug durch die Triumphpforte bei Schwabing und durch die Lud⸗ wigsstraße, in der die saͤmmtlichen Zuͤnfte mit ihren Standarten und drei Musikchbre aufgestellt werden, in die Koͤnigliche Resi⸗ denz begleiten werden, woselbst erst der foͤrmliche Empfang statt⸗ findet. Ein zahlreicher Adel wird, dem Vernehmen nach, aus allen Kreisen des Koͤnigreichs der Allerhoͤchsten Einladung zur ho⸗ hen Vermaͤhlungsfeier Folge leisten, und ein Theil davon ist schon hier angekommen.
Kiel, 8. Okt. (C.⸗Bl.) Durch den unterm 14. Februar 1842 von dem Regierungsrath Freiherrn von Heintze und dem Land⸗Commissair Etatsrath Prehn von Holsteinischer und dem Hof⸗ rath Freiherrn von Berg von Oldenburgischer Seite abgeschlosse⸗ nen, unterm 9. und 11. Maͤrz d. J. ratifizirten und unterm 16. Sep⸗ tember d. J. publizirten „Vertrag uͤber die Gebiets⸗Graͤnzen und Graͤnz⸗Verhaͤltnisse zwischen dem Herzogthum Holstein und dem Fuͤrstenthum Luͤbeck“ werden vom 1. Januar 1843 an vom Her⸗ zogthum Holstein an das Furstenthum Luͤbeck abgetreten:
JI. Aus dem Amte Ahrensboͤck: 1) der Holsteinische Antheil des Kirchspiels Ratekau mit dem Patronate der Kirche, den kirch⸗ lichen Gebaͤuden und den dazu gehoͤrigen Grundstuͤcken; 2) der bisherige Amts⸗Antheil des Kirchdorfs Gleschendorf mit der Kirche, den kirchlichen Gebaͤuden und Ländereien, und dem Kirchen⸗Pa⸗ tronat, ferner die zu diesem Kirchspiel gehorigen Kommunen Schulendorf, Garkau und dem Holsteinischen Antheil von Schuͤrs⸗ dorf, jedoch unter Vorbehalt einer Stimme auf den Wahl⸗ und Kirchen⸗Konventen fuͤr den unter Holsteinischer Hoheit verbleibenden Theil dieses Kirchspiels; 3) die zum Kirchspiel Suͤsel gehoͤrende Dorfschaft Fassensdorf mit dem Doͤbelsee und den zu Mittelbur⸗ ger Hufenstellen gelegten Wiesen⸗Parzelen. 4) Die zum Kirch⸗ spiel Eutin gehoͤrende Dorfschaft Gothendorf.
II. Aus dem Amte Reinfeld die im fuͤrstlichen Dorfe Cas⸗ hagen belegenen fuͤnf Holsteinischen Kathenstellen.
III. ie Landeshoheit und Oberherrlichkeit uͤber den bisher mit gutsherrlichen Rechten unter Holsteinscher Souverainetaͤt vom Großherzog von Oldenburg besessenen Theil des Kirchspiels Gle⸗ schendorf, naͤmlich die andere Haͤlfte dieses Kirchdorfs, das Dorf und den Hof Scharbeutz und eine Hufe in Wulfsdorf, so wie uͤber die bisher in gleichem Verhaͤltnitz stehende Dorfschaft Roͤbel, Kirchspiels Suͤsel; die Souverainetaͤt uͤber Scharbeutz, jedoch nur unter dem Vorbehalte, daß auch nach etwaiger Aufloͤsung des Zoll⸗Verbandes Holsteins mit dem Fuͤrstenthum Luͤbeck das Aschen und Laden an der Scharbeutzer Seekuͤste nicht geskatter und die daselbst eingerichtete Ladestelle also nach wie vor allein zur Aus⸗ fuhr des in den dortigen herrschaftlichen Forsten geschlagenen Hol⸗ zes unter Zoll⸗Aufsicht benutzt werde.
Dagegen wird vom Fuͤrstenthum Luͤbeck an das Herzogthum Holstein abgetreten:
I. Die unter dem Namen Kollegiatstift befaßten Doͤrfer Rathjensdorf, Kirchspiel Heiligenhafen, Nanndorf, Altgalendorf, Techelwitz, Teschendorf, Klein⸗Wessel und Rellin im Kirchspiel Olvenurg.
Aus dem Amte Großvogtey: 1) das Kirchdorf Hamberge dem Patronate der Kirche und allen kirchlichen Gebaͤuden 88 ndereien, so wie die zu diesem Kirchsplel gehoͤrige Kommune
noselde, jedoch unter Aufrechthaltung des am 29. Oktober 1836
mit der Stadt Luͤbeck abgeschlossenen Vertrags uͤber den in diesem Bezirk ausgefuͤhrten Chausseebau; 2) die Dorfschaften Groß⸗ und Klein⸗Barnitz, Kirchspiels Klein⸗Wesenberg; 3) die Dorfschaft Tankenrade, Kirchspieis Prohnsdorf; 4) die Dorfschaft Traven⸗ horst, Kirchspiels Gnissau; 5) die Dorfschaft Giesselrade, Kirch⸗ spiels Sarau.
III. Die bisher unter Koͤnigl. Landeshoheit besessene Pro⸗ prietaͤt sammt gutsherrlichen Rechten an der Dorfschaft Kesdorf, Kirchspiels Gleschendorf.
Das Gebiet des Fuͤrstenthums Lübeck wird hierdurch in zwei arrondirte, nur durch einen Theil des Holsteinischen Amts Ahrens⸗ bock geschiedene Bezirke vereinigt, deren Graͤnzen in dem Vertrage genau beschrieben sind. 1
In Betreff der Forderungen des Bank⸗Instituts dauern die 1 bisherigen Verpflichtungen der von der Holsteinischen unter die fuͤrstlich Luͤbecksche Landeshoheit gelangenden Grundbesitzer zwar bis zum vblligen Abtrage der Schuld fort; es sollen aber hin⸗ sichtlich dieser Zahlungen die direkten Beziehungen zu den Holstei⸗ nischen Behoͤrden mit dem Uebergange der Landeshoheit sofort aufhören und die Bankzinsen gleich den Landessteuern und allen sonstigen Abgaben an die Großherzogliche Hebungs⸗Behoͤrde einge⸗ zahlt werden, welche dieselbe direkt an das Bank⸗Institut zu Al⸗ tona abzuliefern hat.
ehenden zang 884 errlichen und grundherrlichen Einkuͤnfte und Nutzungen soll nach Maßgabe einer desfalls zuzulegenden schließlichen Liquidation
Revenue decken, bewirkt werden. Die dem Betrage nach wech⸗ selnden Staats⸗Einnahmen werden nach dem Durchschnitte der letzten zehn Jahre, der Ertrag der herrschaftlichen Pachtstuͤcke wird
schafts⸗Rotationen berechnet.
mit dem Betrage eines dreifachen Simplums in Berechnung ge⸗ bracht ꝛc. Die“heiizungen werden abgeschaͤtzt. Die Ueberlassung der Grundstuͤcke und Baulichkeiten des Zoll⸗Etablissements in Hans⸗ felde werden mit 5000 Rthlr. C. vergüͤtet. 8
Um die beiden Haupttheile des Fuͤrstenthums mit einander und mit dem suͤdlichen Nachbarstaate, so wie Eutin und Neustadt durch eine Kunststraße zu verbinden, wollen Se. Majestaͤt den Chausseebau der Wegestrecke uͤber das zwischenliegende Gebiet spaͤtestens bis zum Jahre 1845 zur Ausfuͤhrung bringen lassen; auf diesen Kunststraßen sollen in Holstein und im Fuͤrstenthum gleiche Tarifsaͤtze und sonstige Vorschriften gelten. Auch die uͤber die beiderseitigen Territorien fuͤhrenden Nebenstraßen sollen gleich⸗ artig unterhalten werden; namentlich soll die Post⸗ und Fracht⸗ straße von Plbön uͤber Ahrensboͤck nach Luͤbeck der behufigen In⸗ standsetzung unterzogen und so unterhalten werden, daß sie zu jeder Jahreszeit leicht und sicher befahren werden kann. Gleiche Ver⸗ besserung, wo es deren bedarf, soll auch den gemeinschaftlichen Straßen zwischen Plön, Preetz, Luͤtjenburg und Eutin zu Theil werden.
Sollte eine Eisenbahn von Neustadt nach dem suͤdwestlichen Holstein dereinst von der Holsteinschen Regierung ausgefuͤhrt oder gestattet werden, so verbindet sich die Großherzogliche Regierung, den erforderlichen Terrainstreifen auf dem fuͤrstlich Luͤbeckschen Ge⸗ biete gegen Ersatz der Grundbesitzer nach den Normen des Expro⸗ priations⸗Verfahrens bei Straßenbauten wiederum mit der Lan⸗ deshoheit an die Krone abzutreten, jedoch soll dieser wieder an das Fuͤrstenthum zuruͤckfallen, wenn die Eisenbahn⸗Anlage wieder auf⸗ gegeben werden oder eingehen sollte.
Endlich folgen noch Normen hinsichtlich des Uebergangs fuͤr Kirchen⸗, Armen⸗, Gerichts⸗ und Militairwesen.
Welchen Administrativ⸗ und Gerichts⸗Behoͤrden ꝛc. die neu⸗
sondere gesetzliche Verfuͤgungen zu erwarten seyn.
Hamburg, 13. Okt. Bis zum 30. September sind bei der hiesigen Unterstuͤtzungs⸗Behoͤrde im Ganzen 4,200,000 Mark Banco (ungefaͤhr 2,100,000 Rthlr. Preuß. Cour.) fuͤr die Abge⸗ brannten eingegangen. Im verflossenen Monat sind unter Ande⸗ rem 500 Fl. von Sr. Durchlaucht dem Herzoge von Sachsen⸗ Meiningen und 1424 Mark 12 Schill. Bco. als Ertrag der in Luxemburg durch Herrn Bischof Laurent veranstalteten Sammlung eingegangen. 1 4 8 “
Bei einer Berathung des Tolnaer Komitats, ob Israelitische Juͤnglinge, welche die Rechte studirt haben, bei den Komitats⸗
obgleich macht
Zutritt zu den Gerichts⸗Sitzungen als Zuhoͤrer zugestanden. Schweiz.
Von der Neuß, 7. 8 2 ist die vom Großherzogthum Baden dem Stande Aargau ange⸗ drohte Graͤnzsperre wirklich in Vollziehung gesetzt worden, nen Schweizer⸗Produkten ist der Eingang total verschlossen, wie z. B. dem Kaͤse, Obstmost, Essig. Daß der Stand Aargau sei⸗
feln, als der Regierungs⸗Rath bers den Großherzogl. Ministertam notifizirte: „daß wenn ohne die hiersei⸗ tige Ruͤckaͤußerung abzuwarten die angedrohten Maßregeln ver⸗ wirklicht werden sollten, man sich hierorts sofort durch Repressalien zu erwehren suchen wuͤrde und zwar auf eine Weise, welche fuͤr Badische Angehoͤrige wohl eben so empfindlich seyn duͤrfte.“ — Zur
Angelegenheiten mit Schreiben vom 20. August der Aargauischen
den fortwaͤhrend bestehenden Hindernissen gegen die Vollztehung des Vertrages vom 6. Oktober 18360 sich in die Nothwendigkeit versetzt, das Projekt der Errichtung einer fliegenden Bruͤcke bei Kadeiburg zur Zeit aufzugeben, wogegen aber auch die Errich⸗ tung fliegender Bruͤcken bei Koblenz und Rheinheim nicht ge⸗ stattet werden koͤnne. Die dem Bruͤckenbau in den Weg ge⸗
lung der zollamtlichen Abfertigungs⸗Befugnisse zur Folge haben, eine solche Gleichstellung erscheine foͤrmlich unthunlich, nur von mehrerer Beschraͤnkung, nicht aber von Erweiterung der Abfer⸗ tigungs⸗Befugnisse zu Fahraus und Rheinheim koͤnne die Rede seyn. — Hinsichtlich der von Aargau bei Anlaß der Viehseuche getroffenen Maßregeln, welche den Ausbruch der Mißhelligkei⸗
ten beschleunigten, erklaͤrt der Schweizerbote (Organ der Re⸗ gierung): „Gewiß wurde nicht von fern daran gedacht, die jensei⸗
Die vollständige Ausgleichung des Betrags der nach den be⸗ Verhaͤltnissen mit dem Uebergange zu uͤberweisenden
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tigen Graͤnznachbarn zu necken; allein wenn die Großherzoglich Vadische Regierung nach ihrer Konvenienz handelte, indem sie Kadelburg zur Haupt⸗ und Ausgangs⸗Station erhob, so kann man es den diesseitigen Behoͤrden nicht mehr veruͤbeln, wenn sie bei einer ohnehin nur voruͤbergehenden Verfuͤgung auch ihre Kon⸗ venienz im Auge hatten.“ — Der Schweizerbote thut sich uͤbrigens groß damit, daß diesmal „die luftdichte Graͤnzsperre (blocus hermetique) nicht von dem maͤchtigen und großen Frank⸗ reich (wie zur Zeit der Conseil⸗Geschichte), sondern von dem klei⸗ neren und bescheideneren Großherzogthum ausgehe;“ er verkennt dabei aber keinesweges, „daß mit dem Anschlusse Badens an den Deutschen Zoll⸗Verein fuͤr die Graͤnz⸗Bewohner ein sehr hem⸗ mender Zustand eingetreten sey.“ veus mrugmr 9
IFemzeit ng, 1 977
Spanien.
2½ Paris, 10. Okt. Nach den neuesten Berichten aus Catalonien herrschte in Barcelona am 3ten und 4ten vollkommene Ruhe, und da 1 Million Realen fuͤr die Armee aus der Haupt⸗ stadt angekommen war, so war es auch nicht ndthig gewesen, das Cirkular zur Ausfuͤhrung zu bringen, wonach die Regiments⸗Kom⸗ mandanten vom General⸗Capitain angewiesen waren, die zum Un⸗ terhalte der Soldaten noͤthigen Geldmittel von den Gemeinden zu requiriren. In Hoch⸗Catalonien hatten die Contrebandiers sogleich wieder mit neuem Muthe ihr Handwerk beginnen zu koͤnnen ge⸗ hofft, als sie von der wahrscheinlichen Absetzung Zurbano's sprechen hoͤrten. Aber auch ihre neuesten Versuche dazu sind mißlungen,
durch Zahlung oder anderweitige Verguͤtung eines Kapitals, dessen 82 899 C. den sich ergebenden Unterschied in der Netto⸗
nach dem Durchschnitte der letzten drei Verpachtungen oder Wirth⸗: 4 81 Die Landsteuer wird mit dem um
die Haͤlfte ermaͤßigten Betrage, die fuͤrstlich Luͤbecksche Klassensteuer
acquirirten Ortschaften beigelegt werden, daruͤber werden noch be⸗ 1 vermoͤgen.
deshald auch ununterbrochen fort, und der gegenwaͤrtige Praͤsident,
Sitzungen erscheinen, sonach auch beeidet werden koͤnnen „wurde, auf diese bisher beispiellose Ausnahme aufmerksam ge⸗ worden war, endlich doch die Frage bejahend entschieden und dem zufolge ein Israelitischer Rechts⸗Praktikant auf gleiche Weise mit den uͤbrigen Praktikanten beeidet und ihm somit der
Okt. (A. Z.) Mit dem 1. Oktober
Einzel⸗
nerseits Repressalien ergreifen werde, ist um so weniger zu bezwei⸗ s p sse g schon vor Anfang Oktobers dem
Vervollstaͤndigung des Thatbestandes muß noch angefuͤhrt wer⸗ den, daß das Großherzogl. Badische Ministerium der auswaͤrtigen
Regierung die Anzeige machte: die Badische Regierung sehe bei
legten Hindernisse wuͤrden aber auf keinen Fall eine Gleichstel⸗
und haben nur dazu gedient, nicht unbetraͤchtliche Waarenmassen den Zoll⸗Beamten in die Haͤnde zu liefern. Auch die Raͤuber kamen wieder aus ihren Schlupfwinkeln hervor und haben am 30. September einen jungen Advokaten aus Berga, Namens Mantoll, zu Rabantes uͤberfallen und fortgefuͤhrt. Geine Familie zu Puycerda, die ein bedeutendes Vermoͤgen besitzen soll, wurde zur Erlegung eines Loͤsegeldes von 800 Goldunzen aufgefordert; im Weigerungsfalle solle der Gefangene erschossen werden. Man hat sogleich eine Abtheilung Truppen von Puycerda gegen sie ausgesendet. “ IüeEʒKhemtauntt
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Konstantinopel, 27. Sept. (L. A. Z.) Am 22. Sep⸗ tember wurde eine Sultanin von einem Prinzen entbunden, wel⸗ cher den Namen Abdul⸗Hamid (so hieß der Vater Sultan Mah⸗ mud’s) erhielt. Die Stadt wurde waͤhrend einer vollen Woche jeden Abend illuminirt und fuͤnfmal jeden Tag, bei den verschie⸗ denen Gebetsstunden, salutirten alle Batterieen des Bosporus und die der Flotte. Morgen schon wird der Sultan seinen Sommer⸗ Palast in Tschiragan verlassen und sich nach der Winter⸗Residenz in Dolmabaktsche begeben.
Am 25. September kam der Russische Gesandte, Herr von Butenieff, auf einem Russischen Kriegs⸗Dampfboote in Bujukdere an. Den Tag nach seiner Ankunft hatte er schon eine Konserenz mit Sir Stratford Canning.
Brasilien.
Nio Janeiro, 30. Juli. (Koln. Z.) Die Regierung hat einen Sieg uͤber sich selbst errungen und den nach Portugal verbannten politischen Verbrechern einen jaͤhrlichen Gnadengehalt von 600 Milreis angewiesen. Diese Maßregel ist verschieden beurtheilt worden, macht aber dem gegenwaͤrtigen Kabinet sehr viel Ehre. 4
Von Rio Grande ist die Nachricht eingelaufen, daß Jose Gonzales, Bruder des Anfuͤhrers der Rebellen, Bento Gonzales, nebst mehreren anderen Raͤdelsfuͤhrern gefangen genommen wurde. Die dortigen Unruhen sind gleichsam in sich selbst erstickt, und wir leben der Hoffnung, daß entweder General Caxias oder Andrea die Ordnung wieder herstellen werde. Die Rebellen haben nun einen so beschraͤnkten Wirkungskreis, und ihre Macht ist so herab⸗ gekommen, daß sie nichts mehr von Bedeutung zu unternehmen Die materiellen Verbesserungen des Landes schreiten
Dr. Saturnine, hat sich in der letzten Zeit manches Verdienst um die Provinz erworben.
Schon laͤngst hat die Schifffahrt nach Rio Grande einen Leuchtthurm an den dortigen Kuͤsten erheischt, der nun auch voll⸗ det ist. Er wird 24 brennende Lichter enthalten und 4 bis 5 Le⸗ goas weit sichtbar seyn. Im Jahre 1841 sind in Rio Grande 263 Schiffe ein⸗ und 264 ausgelaufen, welche zusammen 77031 Ton⸗ nen fuͤhrten, gegen 443 Schiffe und 65,517 Tonnen im Jahre 1840. Unter den im Jahre 1841 eingelaufenen Schiffen befanden sich 361 einheimische und 90 fremde, nebst 15 Kriegs⸗ und 51 Dampf⸗
iffen. 8 18. der Naͤhe von Porto⸗Alegre und in der Richtung der Serra geral ist nun auch ein Steinkohlenbett entdeckt worden, das als eine abgesonderte Lagerung von den noͤrdlichen Adern in Santa⸗Catharina zu betrachten ist und wahrscheinlich ein neues Becken bildet, welches mehr oder weniger die Provinz Rio Grande do Sul durchstreicht.
In Rio Grande und Porto⸗Alegre sind zwei schoͤne Maͤrkte theils bereits gebaut, theils noch im Werden, und ein botanischer Garten zur Erzielung der meisten Medizinal⸗Pflanzen, die gewoͤhn⸗ lich uͤber Rio Janeiro aus Europa bezogen werden und in Rio Grande den geeigneten Boden gesunden haben, wird angelegt. Im Innern des Landes wird besonders an der Herstellung von Straßen und Bruͤcken gearbeitet, und von den letzteren sind jetzt fuͤnf im Bau begriffen.
Am 2. ZJuli ist Herr van Lede, welcher zur Untersuchung der Provinz Santa Catharina behufs der Einwanderung aus Belgien hierher gekommen war, uͤber England nach seinem Vaterlande ab⸗ ereist, wo er nun seine Berichte erstatten wird. Der bei der hie⸗ igen Regierung angestellte Rechtsgelehrte, Pereira da Silva, wel⸗ cher eigentlich die Stelle eines General⸗Advokaten bekleidet, hat kuͤrzlich ein anonymes Werk herausgegeben, unter dem Titel: „Kriminelle Geschichte der Englischen Fegletung.” Es besteht aus zwei Baͤnden, und die Vorrede ist mit besonderem Feuer ge⸗ schrieben.
Ein Kaiserliches Dekret beschraͤnkt die Noten⸗Ausgabe der hiesigen Bank auf den dritten Theil ihres Schatzes; eine Ver⸗ ordnung, an welcher die Nord⸗Amerikaner sich spiegeln koͤnnen.
Peru. Lima, 15. Junk. (B. H.) Von besonderer politischer Wich⸗ tigkeit ist die gestern hier eingetroffene Nachricht von dem Ab⸗ schlusse des Friedens zwischen Peru und Bolivien, welcher durch Vermittelung und unter Garantie von Chili am 7. Juni in — stattgefunden hat. Heute wird demzufolge das Dekret 2 2 sammenberusung des Kongresses publtzirt, um einen 181 Hpovem⸗ denten zu waͤhlen, da dieser Posten durch den K* ee ber v. J. in der Schlacht von Jucabue erxfosgag bt höchst Fabr⸗ rals Gamarra erledigt ist. Es wird 88 Hrhe Uaort durch scheinlich zu neuen Unruhen Veranlassung g⸗ en, 9
e daß man die Rivalitaͤt der verschiedene Praͤtendencen, jedoch ohn