ring an der Spitze, eine Com⸗
Es hat sich bicr, 1-e, Meer mit 5 Ghaͤdsee durch pognie dednez, vece Iehmus von Panama verbinden will. Torvistischen Kreifen wird versichert, der hochbetagte Lord Lyndhurst (geb. am 21. Mai 1772) werde das große w abgeben und aus dem Kabinet ins Privatleben zuruͤcktreten, ir . Erward Sugden aber, der jetzige Lordkanzler fuͤr Irland, Lord⸗ 1 kanzler von England werden; an Sugden’s Stelle wuͤrde der
Oberrichter der Irlaͤndischen Queensbench, Herr Pennefather, das
Irlaͤndische Siegel bekommen und seinerseits den Irlaͤndischen
Dber⸗Archivar, Herrn Blackburne, dieser aber Herrn Warren zum lger erhalten.
p * des neuen Bankerott⸗Gesetzes ernannten Kommis⸗
sarien haben gestern im Buͤreau des Lord⸗Kanzlers ihren Antritts⸗
eid geleistet. 8 8 8 1
Trotz der gedruͤckten Lage des Handels sollen mit dem Dampf⸗ schiffe „Great⸗Western“, welches eben abgefahren ist, Bestellungen auf Baumwolle zum Betrage von vielen Millionen Pf. St. nach den Vereinigten Staaten befoͤrdert worden seyn. „Man darf dabei nicht vergessen“, bemerkt der Sun, „daß die Verschiffungen sich uͤber einen Zeitraum erstrecken koͤnnen, der erst mit dem Herbste 1843 endigt. Der Baumwollen⸗Verbrauch in England und die Versendungen aus unseren Haͤfen haben etwa 940,000 Ballen betragen, und wir uͤberschaͤtzen daher schwerlich, wenn wir den Betrag der abgeschickten Bestellungen auf Baumwolle zu 20 Mill. Pf. St. anschlagen, wovon etwas mehr als die Haͤlfte in England verbraucht werden, der Rest aber direkt nach dem Kontinent ge⸗
en wird.
b In den verschiedenen Irrenhaͤusern von London und der Um⸗ gegend: Hanwell, Bethlem⸗Hospital, St. Luke's und County Surrey Asylum bei Wandsworth, befinden sich jetzt zusammen 4332 Geisteskranke. Man berechnet die Zahl der Wahn⸗ und Bloͤdsinnigen in England und Wales auf mehr als 20,000 und in Schottland auf 4500. „In Großbritanien“, bemerkt der Exa⸗ miner, „kommen Geisteskrankheiten haͤufiger vor als in irgend einem anderen Lande Europa's, Norwegen ausgenommen.“
In Folge einer schrecklichen Dampfkessel⸗Explosion zu Middles⸗ borough sind 5 Arbeiter todt geblieben und 30 schwer verwundet worden. Es wurde eine Todtenschau abgehalten; da sich aber erwies, daß der Kessel in gutem Zustande und noch erst vor 10 Tagen reparirt gewesen war, so entschieden die Geschwornen, daß nur eine Toͤdtung durch Zufall vorliege, und legten dem Eigen⸗ thuͤmer blos eine Buße von 10 Shillingen zur Last.
Am 18. Oktober Abends brach auf der Brandstaͤtte in Liver⸗ pool, welche seit drei Wochen noch immer fortgluͤhte, das Feuer zum drittenmale aus und verzehrte ein großes Loager von Baum⸗ wolle und Terpentindl. Die weitere Verbreitung wurde gluͤcklich verhindert.
Thomas Platt, einer der ersten Advokaten Englands und nach einander erster Secretair der Oberrichter Lord Manosfield, Lord Kenyon und Lord Ellenborough, desgleichen Mitherausgeber der in 10 Foliobaͤnden erschienenen Flora graeca Sibthorpiana, ist am 8. Oktober in hohem Alter mit Tode abgegangen.
Belgien. Brüssel, 29. Okt. Durch eine im heutigen Moniteur Belge enthaltene Koͤnigliche Verfuͤgung vom 22ͤten d. M. wer⸗ den alle in die Schelde einlaufende Schiffe der Vereinigten Staa⸗ ten von Nord⸗Amerika einem hoͤheren Tonnen⸗ und Lootsen⸗Gelde unterworfen. Es geschieht dies als Retorsion fuͤr die von den Vereinigten Staaten dem Belgischen Dampfboot „British Queen“ abgenommenen hoͤheren Schiffs⸗Abgaben.
Dänemark. Schleswig, 20. Okt. (Kiel. Korr. Bl.) Die Rede, womit der Koͤnigliche Kommissar, Graf von Reventlow⸗Cri⸗ minil, die Schleswigsche Staͤnde⸗Versammlung am 12ten eroͤff: nete, lautet im Eingange folgendermaßen:
„Hochzuverehrende, achtbare Mitglieder dieser Versammlung! Seitdem sich die Provinzialstaͤnde des Herzogthums Schleswig zum letzten Male in diesem Saale versammelten, sind noch keine zwei Jahre verflossen, allein die erste sechsjaͤhrige Wahl⸗Periode der pro⸗ dinzialstaͤndischen Institution ist abgelaufen, und in Folge Allerhoͤchster Ernennung oder einer neuen Wahl Ihrer Mitbuͤrger sind Sie, meine geehrten Herren, durch Koͤnigliche Einberufung hier vereinigt, um das Wohl des Herzogthums und seine wichtigsten Angelegenheiten freimuͤthig und ordnungsmaͤßig, gewissenhaft und in dem Sinne und der Absicht zu berathen, um die Bande zu befestigen, welche den Lan⸗ desherrn mit seinem Volke verbinden, welche nur in Liebe und Ver⸗ trauen bestehen und nur dadurch das Herz eines vaͤterlich ge- sinnten Koͤnigs, eines treuen Volkes begluͤcken koͤnnen. Zum zweitenmale sind Sie unter der Regierung eines Koͤnigs versammelt, dessen tiefe Einsicht und rastlose Thaͤtigkeit, dessen edler Wille und gereifte Erfahrung sich schon bethaͤtigt, schon manche Reform und Verbesserung in der Verwaltung herbeigefuͤhrt, der Finanz⸗Ver⸗ waltung durch ein im Inlande, wie im Auslande gepriesenes Nor⸗ mal⸗Reglement und Budget die erwuüͤnschte Oeffentlichkeit gegeben haben, und nur mit erhoͤhtem Vertrauen koͤnnen Sie sich Ihrem schoͤnen Berufe widmen. Die bereits erlassenen Verordnungen und Verfuͤgungen haben Ihnen gezeigt, welche Beruͤcksichtigung Ihrem Rathe zu Theil geworden ist, und Sie werden dies noch ferner aus der Ihnen mitzutheilenden Allerhoͤchsten Eroͤffnung und aus den Ih⸗ nen vorzulegenden Gesetz Entwuͤrfen abnehmen, daraus aber auch neue Gruͤnde schdpfen, um die Wichtigkeit und Verantwortlichkeit Ihrer Ühh eheeen 8. erwa en und zu beherzigen.“
J eiteren Verlaufe dieser Rede heißt es dann: „Die Ihnen vorzulegenden Gesetz⸗Entwuͤrfe sind theils in Folge ziadichebnen V traͤge ausgearbeitet, theils um anderweitig bemerkten Maͤngeln und Uebelstaͤnden abzuhelfen, theils mehr vorbereitender und spezieller Na⸗ tur. Sie sind und von so bedeutendem Inhalte, daß Sie, meine Herren, selbst unter Benutzung des Ratbes und der Gutachten der Holsteinischen Provinzial⸗St. nde⸗Versammlung, Ihre Kraͤfte und Ihre Zeit in einem Maße in Anspruch nehmen werden, welche mehr auf Ihren Eifer und Ihre Vaterlandsliebe, als auf die kurze Dauer Ihrer diesmaligen Versammlungszeit berechnet ist.“ 1
„Die Schleswigschen Staͤndezeitungen Nr. 4 bis 7 liefern die ausfuͤhrliche Diskussion uͤber die Ad -
8 F die Adresse, welche selbst weder im ersten Entwurfe noch so, wie d
eli 9 so, wie die Versammlung sie schließlich angenommen hat, mitgetheilt ist. Die Annahme der Adresse erfolgte mit 31 Stimmen gegen 8, und zwar im Wesent⸗ V lichen in Uebereinstimmung mit dem Vorschlage des Comité's, in⸗
dem die große Mehrzahl der gestellten 13 Amendements abgelehnt
wurde. Die Stelle der Adresse, worin der 2
wird, lautet nach einem Amendement des vgvessossuns duch „Moͤge die Entwickelung bald dahin fuͤhren, daß die Landesrechte der Herzogthuͤmer Schleswig und Holstein in zeitgemaͤßer Modisication dergestalt zur Anwendung und Wirksamkeit kommen, daß das Volk zu einer entscheidenden Stimme bei der Erhebung und Verwendung der Steuern und bei der Gesetzgebung gelange.“ Ein darauf gerich⸗ tetes Amendement, daß bei dem Ausdrucke „Deutsche Herzogthäͤ⸗ mer“ (Schleswig und Holstein) das Wort „Deutsch“ weggelas⸗ sen werden moͤge, wurde mit 30 Stimmen gegen 9 abgelehnt. Die Ansicht, daß Schleswig in nationaler und staatsrechtlicher Beziehung kein Deutsches Herzogthum sei, wurde vorzuͤglich von
mit Deutschland verbunden habe.
Augenschein zu
2186
dem Abg. Lorenzen aus Hadersleben verfochten; die von Vielen vertheidigte entgegengesetzte Ansicht wurde darauf gestuͤtzt, daß die fortwaͤhrende Verbindung Schleswigs mit Holstein, ersteres auch „Staatlich“, sagte unter An⸗ derem der Berichterstatter Beseler, „wenn auch nicht formell, sey es als ein Deutsches Land zu betrachten. Aus der Vorzeit jlasse sich nicht ein einziger Vorgang nachweisen, der auf Holstein anders, als auf Schleswig gewirkt habe; die ganze Ent⸗ wickelung deute darauf hin, die ganze Tendenz und die Natur der Dinge draͤnge dahin, daß Schleswig immer mehr an Deutschland
gekettet werde.“ Der Praͤsident glaubte mit mehreren, das Wort „Herzogthuͤmer“ sey bezeichnend genug, im Munde des Volks be⸗
eichne es nichts Anderes, als Schleswig und Holstein. Dagegen estand Abgeordneter Beseler auf die Beibehaltung des im Ent⸗ wurf gebrauchten Ausdrucks, denn nach der Wendung, welche die Diskussion genommen habe, sey es nicht thunlich, eine solche Kon⸗
zession zu machen, wie sie in der Aufgebung des gewaͤhlten Aus⸗ schon so lange man sich noch nicht im vollstaͤndigen Besitze des zer⸗
drucks enthalten sey; es scheine ihm daher eine Abstimmung hier⸗ uͤber durchaus erforderlich. Diese geschah denn auch und hatte das oben angegebene Resultat.
Kopenhagen, 26. Okt.
(Alt. M.) Gestern Nachmitta gegen 6 Uhr erfolgte die Ankunft Thorwaldsen's. sich
Er hatte
von Kiel auf dem Dampfschiff „Friedrich der Sechste“ eingeschifft,
das des starken Sturmes wegen bei Wordingborg anlaufen mußte,
doch sah Thorwaldsen ungeachtet der Reise⸗Strapazen wohl und
ruͤstig aus und begab sich gleich in seine Wohnung, die in aller
Eile zum Empfang des liebenswuͤrdigen Greises in Bereitschaft gesetzt worden war.
Am festlich geschmuͤckten Eingange ward er von den Professoren der Akademie freudig begruͤßt, und spaͤter empfing er die Einladung der Kommunal⸗Verwaltung, heute Mittag um 12 Uhr sein neuerbautes Museum in nehmen. Hier wurde er von den Re⸗ praͤsentanten der Stadt, dem Comité des Museums, dem Sing⸗ verein der Studenten und anderen auf der Westerbruͤcke mit lau⸗ tem Hurrah empfangen und in die Kapelle des Museums geleitet,
die bestimmt ist, seinen Christus und die Apostel aufzunehmen, und
wo ein huͤbsches, von dem Dichter Holst verfaßtes Gedicht von den Studenten abgesungen wurde.
ein Hoch fuͤr ihn aus, in das alle mit Enthusiasmus einstimmten, und das von Thorwaldsen in seiner gewohnten Einfachheit freund⸗ lich beantwortet wurde.
Wie wir vernehmen, ist von der Koͤniglichen General⸗Post⸗ Direction in Folge Allerhoͤchster Autorisation eine Kommission von mehreren Post⸗Beamten niedergesetzt, deren Zweck es seyn soll,
zu erwaͤgen und demnaͤchst an die Direction daruͤber Vorschlaͤge 2 machen, welche Veraͤnderungen zweckmaͤßigerweise mit der
riefpost⸗Taxe, sowohl in ihren einzelnen Theilen, als zugleich im Ganzen vorzunehmen seyn moͤchten und dabei zu untersuchen, nicht blos, ob die Frachtpost⸗Taxe in dem einen oder anderen Punkte noch weiter herabgesetzt werden, sondern auch, auf welche Weise die fuͤr die Postmeister reglementirten Gebuͤhren der Hoͤhe
des Porto mehr angepaßt werden koͤnnen.
Deutsche Bundesstaaten.
München, 25. Okt. Ihre Kdnigl. Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin werden morgen fruͤh 9 Uhr nach Hohen⸗ schwangau sich begeben, woselbst, so wie an mehreren Orten, welche sie auf dem Wege dahin beruͤhren, Anstalten zu ihrem festlichen
Empfang getroffen sind. Die Durchlauchtigsten Aeltern der Kron⸗
prinzessin werden sich im Laufe der naͤchsten Woche gleichfalls nach Hohenschwangau begeben, so wie spaͤter die Erbgroßherzogin Ma⸗ thuͤde von Hessen, deren Gemahl hier erwartet wird.
Der bekannte Archaͤolog Raoul⸗Rochette aus Paris befindet sich dermal in unserer Stadt. Auch Professer Roß aus Athen weilt seit einigen Tagen hier.
Speyer, 22. Okt. Gemaͤß einer Koͤnigl. Verfuͤgung ist der bisher sogenannte „freie Landungsplatz“ Rheinschanze als Frei⸗ hafen nach den Bestimmungen der Rheinschifffahrts⸗Ordnung vom 31. Maͤrz 1831 erklaͤrt worden.
Hannover, 27. Okt. Se. Majestaͤt der Koͤnig haben Sich heute Vormittag 11 Uhr nach Rotenkirchen begeben.
Schweiz.
Zürich, 22. Okt. (O. P. A. Z.) Die Jesuiten⸗Partei im Kanton Luzern giebt ihre Sache keinesweges auf. Alle Anzeichen sprechen dafuͤr, daß sie einen neuen Sturm zu organisiren bemuͤht ist, und es deutet auf ein Einsetzen der aͤußersten Mittel, daß hin und wieder die Berufung der Jesuiten schon als unentbehrlich zur Stuͤtze des neuen politischen Systems empfohlen wird. Dagegen erneuern sich ebenfalls die Demonstrationen der Schwetzerischen Presse. Organe der konservativen Partei in anderen Kantonen kuͤndigen der kuͤnftigen voroͤrtlichen Regierung Luzerns mit kurzen Worten auf den Fall hin das Vüͤndniß auf, daß sie die Jesuiten in ihre Naͤhe zoge. 8 1“
Sopanien. 8.
Madrid, 18. Okt. Das Ministerium hat sich nicht nur eweigert, auf die Reclamationen Frankreichs den General Zur⸗ ⸗ abzusetzen, sondern hat auch den Brigadier Lacarte mit eben
so ausgedehnten Vollmachten, wie sie Zurbano erhalten, nach den
Pprovinzen Toledo und Ciudad Real abgesandt.
Eine wichtige Frage beschaͤftigt gegenwaͤrtig eine große Anzahl der hiesigen Politiker; es handelt sich naͤmlich um das Projekt, die Volljaͤhrigkeit der Koͤnigin auf das vollendete 18te Lebensjahr derselben hinauszuschieben. Herr Olozaga soll dem Regenten ver⸗ sprochen haben, diese Abaͤnderung der Constitution von 1837 durch⸗ zusetzen, ohne daß es noͤthig waͤre, die gegenwaͤrtigen Cortes auf⸗ zulbsen, unter der Bedingung jedoch, daß ihm freie Hand gelassen wüͤrde, nach den von ihm entworfenen Plaͤnen die Finanzen zu reguliren und die Schuld zu liquidiren. ha. 8
Einer der einflußreichsten Deputirten und Politiker, Herr Cortina, hat geglaubt, noch vor Eroͤffnung der Cortes eine Art von politischem Glaubens⸗Bekenntniß veroͤffentlichen zu muͤssen, worin er sich fuͤr einen ergebenen Anhaͤnger der dem Herzog von Vitoria uͤbertragenen Regentschaft und fuͤr einen eifrigen Verthei⸗ diger der National⸗Interessen erklaͤrt.
Der Infant Francisco de Paula ist in Saragossa von den Einwohnern auf glaͤnzende Weise empfangen worden.
Griechenland.
„ 3 Athen, 8. Okt. Ein Spaziergang, der mich neulich nach
Fren Zeit einmal wlieder auf die Akropolis fuͤhrte, erinnerte
mich daran, daß es vielleicht manchem Ihrer Leser nicht unange⸗ nehm seyn wuͤrde, etwas uͤber den jetzigen Stand hiesiger Nach⸗ grabungen und sonstiger archäologischer Bemuͤhungen zu erfahren,
und daruͤber ist denn am Ende weniger Guͤnstiges zu berichten,
Nach dem Gesange aͤußerte noch Holst herzliche Wuͤnsche fuͤr den Wiedergekehrten und brachte
als es mancher Freund des klassischen Alterthums wüͤnschen und
erwarten moͤchte. Der Ritter von Klenze hatte bei seiner Anwe⸗ senheit hierselbst die Kosten der Restauration des Parthenon auf 72,000 Drachmen veranschlagt — ein Kosten⸗Anschlag, welcher bei Sachverstaͤndigen billiger Weise einiges Bedenken erregen mußte; einige meinten sogar, daß selbst das Zehnfache der obigen Summe kaum ausreichen duͤrfte. Indeß wurde sie doch —2 und zwar in der Art, daß sechs aufeinander folgende Jahre hindurch jaͤhrlich 12,000 Drachmen von der Staatskasse für einen Zweck verausgabt werden sollten. Die jaͤhrlichen 12,000 Drachmen wur⸗ den aber im Jahre 1840, glaube ich, aus dkonomischen Gruͤnden auf 6000 herabgesetzt. Mit so geringen Mitteln konnte nun frei⸗ lich an und fuͤr sich nicht viel geleistet werden; noch weiter aber wurde die Erreichung des urspruͤnglichen Zwecks hinausgeschoben, als man sich genoͤthigt sah, die bewilligten Geldmittel vorlaͤufig zum groͤßten Theil auf andere Dinge zu verwenden. Eine Re⸗ stauration des Parthenon naͤmlich erschien vor der Hand unthunlich,
trummerten oder verschuͤtteten Materials befand; vorläͤufige Nach⸗ grabungen auf der Akropolis und insbesondere in der naͤchsten
Umgebung des Parthenon waren also unumgaͤnglich nothwendig.
Aus aͤhnlichen Gruͤnden erwies sich der Ankauf mancher Grund⸗ stuͤcke am Abhange und am Fuße der Akropolis (da die Eigenthüͤ⸗ mer darauf zu bauen beabsichtigten) als sehr rathsam, und so wurde denn der groͤßte Theil der ausgesetzten Gelder auf diese Weise ver⸗ wendet. Wer moöchte die dabei betheiligten Behoͤrden des⸗ halb tadeln? Oder wer moͤchte der Regierung einen Vor⸗ wurf daraus machen, daß sie nicht mehr dafuͤr verausgabt, da sie vor Allem fuͤr die unabweisbaren laufenden Beduͤrf⸗ nisse zu sorgen und sich die strengste Sparsamkeit zur Pflicht zu machen hatte, und zwar eine um so strengere Sparsamkeit, als an den neu erstandenen, noch nicht zehnjaͤhrigen Staat, fast eben so strenge Anforderungen gemacht werden, als an 6 manchen anderen tau⸗ sendjaͤhrigen Staat der Europaͤischen Voͤlkerfamilie. Wenigstens hat man mit dieser Sparsamkeit das erreicht, daß bis jetzt noch nie am Anfang des Monats die Gegenzahlung ausgeblieben ist — ein Fall, der sich wohl anderwaͤrts hin und wieder ereignet, aber bei uns hoffentlich auch fuͤr die Zukunf: nicht eintreten wird.
Genug, die Arbeiten auf der Akropolis, insoweit sie von den Zufluͤssen aus der Staats⸗Kasse abhaͤngen, wuͤrden wohl fuͤr den Augenblick ganzlich aufgehoͤrt haben, wenn nicht die hiesige archaͤo⸗ logische Gesellschaft sich der Sache angenommen haͤtte. Die An⸗ elegenheiten dieser Gesellschaft stehen gü8n unter der sehr thaͤtigen Heiang des Praͤsidenten J. Rhisos Nerulos (dermalen Minister des Auswaͤrtigen und des Kultus) und des Secretairs A. Rhisos Rhangabis (Ministerial⸗Rath im Ministerium des Innern); sie hat eine nicht ganz unbedeutende Anzahl von Mitgliedern, von denen die ordentlichen, außer den deeigig Drachmen fuͤr das Di⸗ plom, jaͤhrlich gewisse Beitraͤge zahlen. Diese Geldmittel werden nun zu archaͤologischen Zwecken verwendet; die dahin einschla⸗ genden Arbeiten leitet und beaufsichtigt zunächst der Konservator der Alterthuͤmer, Pittakis. Die Unternehmungen der seit einigen Jahren bestehenden Gesellschaft sind bis jeht etwa folgende. Zu⸗
erst grub man den bis zur Haͤlfte, mit der Zeit angehaͤuften, im Schutte steckenden Thurm der Winde aus, legte den Fußboden
bloß und umgab das Ganze, um neue Verschuͤttungen zu verhuͤ⸗ ten, mit einer Mauer. Die Resultate dieser Arbeit waren nicht von Bedeutung: an der Suͤdwestseite entdeckte man eine erhoͤhte, aus großen Marmorquadern bestehende Terrasse, dagegen konnte nicht einmal mit Bestimmtheit ermittelt werden, ob wirklich ein Wasserzufluß zu der vermutheten Wasseruhr stattgefunden habe. Andere Antiquitaͤten von einiger Bedeutung wurden bei dieser Ausgrabung ebenfalls nicht gefunden, und so ist man denn im Ganzen nicht weiter gekommen, als schon Stuart war. Sodann nahm man sich vor, das erst waͤhrend der letzten Belagerungen der Akropolis im Revolutionskriege umgestuͤrzte choragische Monument des Thra⸗ syllos (auf der Suͤdseite der Akropolis befindlich) wieder aufzu⸗ richten; einige Pfeiler und Kapitaͤler wurden in Stand gesetzt, aber ich sah sie neulich noch unaufgerichtet an Ort und Stelle, — man hat die angefangene Arbeit aus mir unbekannten Gruͤnden liegen lassen. Inzwischen fand vor etwa zwei Jahren, wenn ich nicht irre, ein Grundeigenthuͤmer, ganz in der Raͤhe des Bacchus⸗ Theaters, beim Graben der Fundamente behufs eines Baues, die interessante, jetzt im Theseus⸗Tempel aufbewahrte Statue des Pan, nicht ganz Lebensgroͤße, mit einem Kinde auf der rechten Schulter,
welches eine Maske haͤlt. Dieser gluͤckliche Fund reizte zu weiteren Nachgrabungen, welche denn auch von der archaͤologischen Gesell⸗
schaft im Bacchus⸗Theater selbst vorgenommen wurden. Ein quer durch dasselbe gezogener Graben lieferte leider keine Ausbeute von irgend einer Erheblichkeit, und so wurde auch dieses Unternehmen, vielleicht etwas zu voreilig, wieder aufgegeben. Man beschloß jetzt, sich, statt auf mehr oder weniger unsichere Ausgrabungen, nunmehr auf eine Arbeit zu verlegen, deren Resultate jedenfalls als im voraus gesichert in die Augen springen mußten: man schritt zur Restauration des Parthenon, wobei man noch im gegenwaͤrtigen Augenblick beschaͤftigt ist. An der technischen Ausfuͤhrung duͤrfte vielleicht Manches auszusetzen seyn, und es koͤnnte, auch mit den hier vorhandenen Mitteln und Kraͤften, etwas Vollkommeneres geleistet werden; dankenswerth ist es jedoch immerhin, daß sich die archaͤologische Gesellschaft der Sache angenommen hat. Die mitten im Parthenon von den Tuͤrken erbaute Moschee ist auf Regie⸗ rungskosten abgebrochen, auf Kosten der Gesellschaft sind bis jetzt uͤberhaupt 22 Saͤulenbloͤcke und 2 Kapitaͤle aufgesetzt worden. Daß fuͤr die Antiquttaͤten im Allgemeinen, namentlich auch von Seiten der Regierung, mehr geschehen sollte, — das leidet wohl keinen Zweifel; ob aber auch mehr, wenigstens viel mehr, geschehen koͤnnte, — das ist eine andere Frage, die nicht so leicht zu beantworten ist, und zwar aus den oben angedeuteten Gruͤnden. Anerkennung verdient es uͤbrigens, daß, ungeachtet der geringen Mittel, doch das Museum gar manche schaͤtzbare Bereicherung er⸗ haͤlt, theils durch Ausgrabungen, die hier und dort auf Kosten der Reglerung gemacht werden, theils durch Ankaͤufe von Privaten So hat man, außer dem oben erwaͤhnten Pan, im Verlaufe des letzten Jahres noch eine ganz vorzuͤgliche Statue acquirirt, welche auf Andros in Palaͤopolis gefunden wurde, und, wie einige mei⸗ nen, einen Apollo vorstellt. Die Arme fehlen (ein Stuͤck des einen Armes ist jedoch vorhanden); die Beine waren abgebrochen, sind aber wieder angesetzt worden. Eben so wurde in einem Damos von Attika ein sch merkwuͤrdiges Relief gefunden, ein Krieger im strengen altheroischen oder aͤginetischen Style, nur sehr wenig beschaͤdigt, und mit gut erhaltenen Farben bemalt. Beide Stuͤcke befinden sich ebenfalls jetzt im Theseus⸗Tempel. Bemerken muß ich noch, daß unser Museum eine so reichhaltige Sammlung von Grabsteinen und Grabsaͤulen (Stelen), und von Reliefs uͤberhaupt besitzt, wie sie wohl sonst kein anderes, auch das reichste, aufzu⸗ weisen haben wird; und diese Sammlungen vermehren sich noch taͤglich. Nur ist wieder der Jammer, daß es durchaus an einem passenden Lokale zur Aufstellung gebricht. Der Theseus⸗Tempel ist uͤber und uͤber vollgestopft, und die uͤbrigen Aufbewahrungs⸗ orte verdienen nicht einmal diesen Namen. Wenn ich nun schließ⸗
lich noch erwaͤhne, daß die archaͤologische Gesellschaft auch eine ar⸗
chaͤologische Zeitschrift in Griechischer Sprache mit lithographirten Abbildungen herausgiebt, so glaube ich Ihnen in Gegenwaͤrtigem eine gedraͤngte Uebersicht der archaͤologischen Bemuͤhungen in Griechenland seit den letzten Jahren, wie sie ein groͤßeres Pu⸗ blikum interessiren kann, gegeben zu haben. In Mittheilung ein⸗ zelner archaͤologischer Notizen werde ich nach Umstaͤnden fort⸗ fahren. ¹ ESerbien. Belgrad, 17. Okt. (A. Z.) Es bestätigt sich die Nachricht von der am 10ten von Seiten des Großherrn erfolgten Bestaͤtigung der von den Serben bewirkten Absetzung Michaels Obrenowitsch, des letzten Bey's von Serbien, und zugleich die großherrliche Bestaͤ⸗ tigung der in Belgrad erfolgten Wahl des Alexander Georgewitsch zum neuen Bey des genannten Landes. Die Kiamil Pascha mit dieser Nachricht zugekommenen Depeschen sind von dem Großwesir Rauf Pascha unterzeichnet und vom 11ten d. datirt, an welchem Tage Abends der Courier von Stambul abging. Im Eingang des großherrlichen Schreibens heißt es: Se. Hoheit der Gultan habe sich alle Berichte aus Serbien vorlegen lassen und die dor⸗ tigen Ereignisse nur nach reiflicher Erwaͤgung gutgeheißen. Das Diplom fuͤr den neuen Fuͤrsten war in Konstantinopel in der Expedi⸗ tion begriffen und duͤrfte in den naͤchsten Tagen hier eintreffen. Ein eigener von dem Großherrn bereits bezeichneter Commissair, der Ueberbringer dieses Diploms (Berat), wird zugleich den Auftrag erhalten, dem abgesetzten Fuͤrsten Michael Siegel und Insignien abzunehmen und sie bei der Belehnung und Installirung dem neugewaͤhlten zu uͤberreichen. Alexander Georgewitsch hat diese Botschaft ohne besondere Bewegung hingenommen, da er seiner Sache so ziemlich gewiß war; desto mehr scheinen einige der hie⸗ sigen Europaͤischen Konsuln dadurch uͤberrascht worden zu seyn. — In Hinsicht auf den Charakter des neuen Fuͤrsten kann ich, obwohl er mir persoöͤnlich bekannt, nicht viel sagen, da ich nie Gelegenheit hatte, ihn in anderen als ganz gewoͤhnlichen Verhaͤltnissen zu beob⸗ achten. Doch glaube ich, daß jene Politiker, die ihm Selbststaͤn⸗ digkeit genug zutrauen, dem Auslande gegenuͤber einige Unabhaͤn⸗ Pgeen zu bewahren, sich stark verrechnen duͤrften. Die politischen esinnungen sind zwar bei einem verschlossenen, stets zuruͤckhal⸗ tenden Mann schwer zu beurtheilen, sie scheinen mir aber mehr Russisch als Serbisch zu seyn.
8 Die Agramer politische Zeitung meldet ebenfalls
„Nachrichten aus Semlin vom 17. Oktober zufolge ist am 16. Ok⸗ tober Abends durch außerordentliche Gelegenheit aus Konstantino⸗ pel die Nachricht eingelangt, daß der Sultan die, vom Staats⸗ rathe gleich gebilligte Fuͤrstenwahl in Serbien bestaͤtigt und den Berat fuͤr den erwaͤhlten Fuͤrsten Alexander Georgievich Czerny eigenhaͤndig unterschrieben hat. Ein Tatar hat diese offizielle Nach⸗ richt aus Stambul in der unerhoͤrt kurzen Zeitfrist von vier Tagen nach Bel⸗ rad uͤberbracht. Der 18. Oktober war in Konstantino⸗ pel zur Abreise des neuen Tuͤrkischen Kommissars Emin⸗Efendi und des Serbischen Abgesandten Alexander Simich bestimmt, welche die Ueberbringer des Berats und des Harwani (Fuͤrsten⸗ mantel) fuͤr den neu erwaͤhlten Fuüͤrsten sind, worauf die Installation in Belgrad unverzuͤglich erfolgen wird, zu der man dort bereits alle Anstalten trifft. Am 15. Oktober ist auch der Schreckensheld Micsics und Suna Jakovich von allen seinen naͤchsten Anverwandten und fruͤheren Anhaͤngern verlassen, nach einer versuchten aber mißlungenen Entweichung nach Montenegro eingesangen und gebunden nach Belgrad eingebracht worden. Mit der Niederlage und Gefangenschaft des Miesics sind nun die letz⸗ ten Hoffnungen des Exfuͤrsten Michael zu einer Revolution im Lande gaͤnzlich verschwunden. Der junge Fuͤrst ist mit seiner Mutter, der Fuͤrstin Ljubicza, und seinem Onkel Johann Obreno⸗ vich noch in Semlin; Jefrem Obrenovich, Protich und Vule Grigorievich haben uns verlassen. Rajevich befindet sich in guter Verwahrung in Belgrad. Radiesevich wollte nach Petersburg, ist aber noch bis zur Stunde mit noch Einigen in Wien. Pera Popovich, Ranos und Nikolico sind nach Konstantinopel gereist.
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Konstantinopel, 12. Okt. auswaͤrtigen Angelegenheiten und nunmehriges Mitglied des Reichs⸗ Conseils, Rifaat Pascha, ist zum Botschafter am Kaiserl. Oester⸗ reichischen Hofe ernannt worden.
Der bisherige Russische Geschaͤftstraͤger an der Ottomanischen Pforte, Herr von Titoff, ist am 8ten d. M. uͤber Kustendsche nach Wien abgereist, von wo er sich nach St. Petersburg zu be⸗ geben gedenkt.
Gestern sind zwei Regierungs⸗Dampfboͤte mit 2000 Mann regulairer Truppen nach Beirut abgegangen, welche bestimmt sind, die von der Pforte aus Syrien zuruͤckberufenen Albanesen abzulboͤsen.
Die Quarantaine fuͤr Schiffe und Reisende aus Syrien ist in Folge mehrerer Pestfaͤlle, die sich in Deir⸗el⸗Kamar, 10 Stun⸗ den von Beirut, ergeben haben, auf 15 Tage festgesetzt worden.
8 b Inland.
30. Okt. Se. Majestaͤt der Koͤnig ha gnaͤdigst geruht, dem Geheimen Staats⸗ und Kabinets⸗Minister, Freiherrn von Buͤlow, die Anlegung des von Sr. Majestaͤt dem Koͤnige von Bayern ihm verliehenen Großkreuzes des Verdienst⸗ Ordens der Bayerischen Krone, zu gestatten.
Magdeburg, 26. Okt. Kuͤrzlich hatten Deutsche Blaͤtter die Nachricht gebracht, eine Gemeinde im Magdeburgischen wolle, durch das Lesen des Straußschen „Lebens Jesu“ dazu veranlaßt, nach dem Ableben ihres alten Predigers keinen neuen mehr an⸗ stellen. Die Magdeburger Zeitung berichtigt dies nun fol⸗ gendermaßen: „Was vor kurzem die Zeitungen uͤber die Lektuͤre einer Landgemeinde des „Lebens Jesu von Strauß“ und uͤber die Felgen dieser Lektuͤre mittheilten, waͤre zu absurd, wenn man es fuͤr eine Verdaͤchtigung halten wollte. Es scheint vielmehr ein ganz gutgemeinter Seusfzer irgend eines besorgten, aber falsch un⸗ terrichteten Gemuͤthes zu seyn, welches vielleicht von dem Lese⸗ Vereine der Bauern zu W. gehoͤrt und bei dem Gedanken: „Wie weit kann es doch noch mit der Aufklaͤrung in der Welt kommen!“ — sich und Anderen die schlimmste Moͤglichkeit hat vormalen wollen. Wir sagen uͤbrigens „total falsch unterrichtet“; denn in der ganzen Mittheilung ist fast jedes Wort eine Unwahr⸗ heit, und kann dem guten Autor zu seiner Beruhigung versichert werden, daß gerade die in Rede stehende Landgemeinde weit und breit als eine christlich fromme Gemeinde von jeher bekannt ist.“
Liegnitz, 24. Okt. (Schles. Bl.) In der Gegend von Se Legnitzer Kreises, fand man vor kurzem aaf freiem elde einige Steine, von gewichtigen Goldadern durchlaufen. Un⸗
Der ehemalige Minister der
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ter anderen enthielt ein Stein in der Groͤße eines Huͤhnereies ein Gewicht von gegen 7 Dukaten reinsten Goldes. wird man nun diesen Steinen nis dem edlen Metallgehalt eifriger nachspuͤren, da sie mehr der Muͤhe lohnen duͤrften, als die Sand⸗ Goldwaͤsche bei Goldberg.
Koblenz, 26. Okt. Die Rhein⸗ und Mosel⸗Zeitun schreibt aus Hochkeppel bei Bensberg: „Herr Nelles hierselbst, welcher in einem benachbarten Walde einige Baͤume faͤllte, fand unter einem derselben einen Topf mit mittelalterlichen Muͤnzen ge⸗ fuͤllt, deren spaͤteste Stuͤcke vom Koͤlner Erzbischofe Wallram von Jülich stammen; die meisten sind Muͤnzen Köͤlnischer Kurfuͤrsten, des Stiftes Deutz und der Krone Frankreich, aus dem 13ten Jahrhundert.“
Düsseldorf, 27. Okt. (D. Z) Am Zsten d. M. wurde von der Verwaltung des Rheinischen Kunst⸗Vereins, nachdem be⸗ reits drei Waͤnde des in Fresko zu malenden Rathhaussaales zu Elberfeld an die Herren Fay, Mucke und Pluͤddemann zur Aus⸗ fuͤhrung uͤbergeben waren, die Konkurrenz der vierten Wand ge⸗ schlossen und der Sieg dem Herrn Lorenz Clasen zu Theil, dem⸗ selben, der vor kurzem durch seine großartigen Transparente sich die vollkommenste Anerkennung erworben hatte.
um so mehr von diesem Kuͤnstler ein gelungenes Werk, als des⸗ sen Talent sich besonders zu dieser Gattung der Malerei eignen
soll. Hoͤchst erfreulich war die Bemerkung, daß saͤmmtliche Kon⸗ kurrenten, worunter sich die bekannten Namen: Karl Clasen,
Schrader, Zimmermann u. A. befanden, ganz Außergewoͤhnliches
geleistet hatten, was die Begeisterung fuͤr diese Arbeit bekunden mag. Die Aufgabe der letzten Wand war, die Segnungen des Gewerbfleißes und des Friedens, als da sind, Reichthum, friedliche
8s 1s
Sitte, Mildthaͤtigkeit und endlich Festlichkeit darzustellen.
Zur Statistik der Vereinigten Staaten von Nord⸗Amerika.
Dritter Artikel.
8
8*
(Vergl. Staats⸗Ztg. Nr. 278 u. 283.)
“ nr ““ Handels⸗Verkehr, vorzuͤglich mit Deutschland. — Ein⸗ und Ausfuhr. — Zoll⸗Verhaͤltnisse und Tarif.
Die fuͤr Deutschland wichtigsten Artikel der Einfuhr in die Vereinigten Staaten sind: Seidenwaaren, Wollenwaaren, Baum⸗ wollen⸗Fabrikate, Waaren aus Flachs und Hanf, Eisen⸗ und Stahl⸗ waaren, Häͤute, Felle und Lederwaaren, Spitzen, Glas und Glas⸗ waaren, Holzwaaren und Strumpfwaaren. Aus den dem Kon⸗ gresse vorgelegten Tabellen laͤßt sich der Werth derjenigen Artikel, welche aus Deutschen Haͤfen nach den Vereinigten Staaten gegangen sind, berechnen, und es ergiebt sich, daß nach einem Durch⸗ schnitte der Jahre 1802— 4 jaͤhrlich dorthin gefuͤhrt wurden fuͤr etwa 6,000,000 Dollars, im Jahre 1830 fuͤr 2,021,941 Dollars.
Davon in Zollfrei. Zollpflichtig. Zusammen. Schiffen der Dollars.
Ver. St. Dollars. Dollars. Dollars. 2,444,035 1,938,119 4,383,054 1,541,207 2,954,249 3,141,971 6,096,220 1,701,921 2 2,459,751 4,309,904 6,769,715 1,364,484 ⸗ 1838 1,631,397 1,594,908 3,226,365 728,222 2 1840 1,271,653 1,582,509 2,854,162 573,569 Hieran schließe sich eine Uebersicht derjenigen wichtigeren Ein⸗ fuhr⸗Artikel der Vereinigten Staaten, zu welchen Deutschland einen namenswerthen Beitrag geliefert hat. Die Aufstellung der⸗ selben ist nicht ohne Schwierigkeit, und dennoch war die wuͤn⸗ schenswertheste Genauigkeit nicht zu erlangen, weil die dem Kon⸗ gresse vorgelegten Einfuhrlisten nicht nachweisen, welche Quantitaͤ⸗ ten Deutscher Produkte oder Fabrikate durch Vermittelung anderer Laͤnder, z. B. Englands, Hollands, Frankreichs, impor⸗ tirt sind. Dagegen ist als Ausgleichungsmittel nicht zu uͤbersehen, daß auch von Deutschen Häͤfen manche nicht Deutsche Artikel eingebracht sind:
2 1836 1837
AN n
Wahr⸗ scheinlicher 8ec ah 2 2 8 ur v. scheinlicherso. —ahrel schnitts⸗ Zurch Im Jahre Iatben hnitts⸗ 1839 — Deutschl. Antheil 1839 — 40 von den Deutschl. betr. Ein⸗ fuhren von 1836 — 40.
Im Jahre 1 . Eingefuͤhrte vom 1. Oktober
Gegenstaͤnde. 1834 — 35. 1835 — 36.
Manufakturen v. Manufakturen v. Wolle Manufakturen v. Baumwolle .15,367,585 16,876,087 Flachs, Hanf und Waaren daraus] 9,772,770 13,746,232 Eisen, Stahl, Eisen⸗ u. Stahl Waaren Zucker.. honw. (außer Porzellan) 1,491,024 1,443,207
Spitzen...
Wolle 1,088,277 Lederwaaren. 987,899 Taback, fabrizirt] 838,120 Glas u. Glasw.] 714,618 Lumpen aller Artt 570,842 Leindl 426,632 Weizen 198,647 493,159 84,000 639 Holzwaaren... 213,213 367,915 79,000% 234,752 80,000 Buͤcher. .177,9806 259,381 13,140 210,704 12,000 Pavier 103,862 131,701 2,¹20 70,269 1,200
Jusammen 87,179,099113,952,841 e 2,331,447
17,201,932 23,502,919 300 011 286,790 325,000
17,492,340 20,115,348] r80,000 9,020,159] 118/000
938,000 6,504,484 724,000
757/,017 7,208,843 325,000
165,000 7,241,407 110,000 ,581,128 50 30,000
8,884,432 12,835,486
2,424,514 1,457,449 1,270,126 1,046,080 1,064,785 1,093,431 707,011 535,036
1,900] 2,176,303 55,5000 4068,425 58,600 846,076 7,075 275,171 3,675 869,833 26,000 297,300% y563,429 218,000 18,340 554,680] 260,000 4,800% y173,830 397
3,300 56,000 33,000
9,500
Bestimmungen des Eingangs⸗Abgaben⸗Tarifs der Vereinigten Staaten, hinsichtlich obiger Artikel. Schon seit Bildung der Union gab es Einfuhr⸗Abgaben, deren Saͤtze aber im Allgemeinen gering waren; denn waͤhrend der Jahre 1789— 93 erhob sich die Netto⸗Einnahme davon nicht uͤber 2,000,000 Dollars. Seit dem Jahre 1816 aber gewann die Ansicht Raum, daß es wuͤnschenswerth sey, zum Schutze der auf⸗ strebenden Fabriken der noͤrdlichen Staaten und, um die Mittel zum schnelleren Abtrag der Staatsschuld zu erlangen, die Zoͤlle zu erhoͤhen. Hieraus ging ein noch immer maͤßiger Tarif hervor, welcher erst im Jahre 1824 eine Abaͤnderung und in vielen Saͤtzen Erhoͤhung erfuhr. Dann wurde die Akte vom 19. Mai 1828 erlassen, durch welche die Vereinigten Staaten eine ganz neue
Wahrscheinlich
Zoll⸗Gesetzgebung erhlelten; allein auch diese hat seitdem mehrere
wesentliche Abaͤnderungen erlitten. Die wichtigsten davon sind enthalten: 1) in der Akte vom 14. Juli 1832, wodurch in den bestehenden Gesetzen üͤber Eingangs⸗Zoͤlle verschiedene Aenderungen und Verbesserungen eingefuͤhrt wurden; 2) in der Akte vom 2. Maͤrz 1833, welche nicht nur das vorige Gesetz, sondern auch den groͤßten Theil der bis dahin uͤber den Eingangs⸗Zoll erlasse⸗ nen Verordnungen abaͤndert; 3) in verschiedenen Cirkularen des Schatzamtes; z. B. vom 12. August 1833, vom 15. Januar 1834, vom Dezember 1835. Das Gesetz vom Fe zans- 1833 enthielt namentlich folgende Bestimmungen. Bei allen auslaͤndischen Waaren, welche einen hoͤheren Eingangs⸗Zoll als 20 pCt. zah⸗ len, erfolgt mit dem 31. Dezember 1833 % Nachlaß; mit dem 31. Dezember 1837 wiederum *%; nach dem 31. Dezember 1839
Man erwartet
noch %; nach dem 31. Dezember 1841 soll die Haͤlfte des dann noch gebliebenen Zolls wegfallen; vom 30. Juni 1842 an der Rest. Allein aus einem Cirkulare des Schatzamts vom 20. April 1833 geht hervor, daß diesen Bestimmungen eine durchaus andere gegeben wird. Danach soll naͤmlich jenes Gesetz nur die Absicht haben, einen gleichfͤrmigen Nachlaß von der Zoll⸗ Abgabe eintreten zu lassen und dieselbe endlich auf ein Maximum zuruͤckzufuͤhren, welches 20 pCt. vom wirklichen (nicht etwa von dem in den Fakturen angenommenen) Werthe betraͤgt. Daraus wird ferner gefolgert, daß der obige stufenweise Nachlaß, lediglich an demjenigen Theile des Zollsatzes, welcher 20 pCt. vom Werthe uͤbersteigt, stattfindet, mithin am 30. Juni 1842 keine Zoll⸗Befreiung, sondern nur eine Herabsetzung auf 20 pCt. ein⸗ tritt: Diese Grundsaͤtze werden auch auf alle Waaren angewendet, wovon die Eingangs⸗Abgabe (obgleich im Tarife nicht nach dem Werthe bestimmt) mehr als 20 pCt. vom Werthe betraͤgt. Um Waaren zu konsigniren, muͤssen die Fakturen uͤber dieselben mit einer eidlichen Bescheinigung des Werths versehen und von dem betreffenden Konsul der Vereinigten Staaten beglaubigt seyn. Schon im Jahre 1839 begannen die Parteien und die Presse in den Vereinigten Staaten mit der Tariffrage sich zu beschaͤftigen, obgleich erst mit dem 1. Juli 1842 der Kompromiß⸗Tarif von 1833 seine geringsten Saͤtze erhalten sollte. Der gedruͤckte Stand des Geldmarktes brachte diese Angelegenheit zur Sprache; die Ur⸗ sachen dieses Zustandes fand man in der uͤbermaͤßig vermehrten Zufuhr fremder Fabrikate, welche, in keinem richtigen Verhaͤlt⸗ nisse mit den Exporten, die einheimischen Fabriken in Gefahr brachte und zu viele Kontanten aus dem Lande zog. Die den Bewohnern der Vereinigten Staaten eigenthuͤmliche Sucht zur Speculation und das Bank⸗System hatten auch eine An⸗ zahl Fabrik⸗Unternehmungen, selbst in den suͤdlichen Staa⸗ ten, nach großem Maßstabe ins Leben gerufen, welchen bei dem hohen Stande des Arbeitslohns es durchaus unmöglich wurde, mit den meisten auslaͤndischen Fabrikaten gluͤcklich zu konkurriren. Das Verfahren der Fabrikanten von Yorkshire und Lancashire,
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große Waaren⸗Quantitaͤten an die Maͤrkte der Vereinigten Staa⸗ ten zu bringen und dort meistbietend zu verkaufen, brachte nament⸗ lich dem Absatze der inlandischen Erzeugnisse eine empfindliche Wunde bei. Dazu kam, daß zur Bestreitung der Staats⸗Beduͤrf⸗ nisse ganz nothwendig neue Einnahme⸗Quellen eroͤffnet werden mußten, welche man in erhoͤhten Eingangs⸗Zoͤllen zu finden hoffte, weil man mit den hohen Tarissaͤtzen vor der epr niß. Ne⸗ 100 Millionen Dollars Kriegsschulden abgetragen hatte, und weil die Resultate der Zoll⸗Reduction und Zollfreiheit fuͤr den Staats⸗ schatz zu unguͤnstig gewesen waren.
In den ersten 5 Jahren nach Annahme des desfallsigen Ge⸗ setzes uͤberstieg der Betrag der zollfrei eingefuͤhrten Waaren den Betrag derselben Einfuhr in den 5 vorhergegangenen Jahren um die Summe von 303,863,330 Dollars. Die Ansichten fuͤr Tarif⸗Erhoͤhung wußten sich immer mehr geltend zu machen, und so erschien im Jahre 1841 die Kongreß⸗Akte, welche namentlich festsetzt, daß ¹) der Einfuhr⸗Zoll fuͤr alle Waaren, welche bis dahin zollfrei oder fuͤr weniger als 20 pCt. vom Werthe eingefuͤhrt werden
konnten, vom 13. September 1841 an 20 pCt. des Werths als Soll erhoben werden sollen; 2) daß der dermalige Zollsatz fuͤr eine
nur kleine Anzahl von Artikeln (worunter keine von Interesse fuͤr Deutschland) beibehalten werden sollte; 3) daß ve fesrr bleiben sollten: a. alle Artikel zum Gebrauche der Union einge⸗ fuͤhrt; b. Artikel zu wissenschaftlichen Zwecken von Corporationen bestimmt; c. Gegenstaͤnde zum wirklichen Gebrauche von Anreisenden bestimmt; d. eine Anzahl Waaren, welche namentlich aufgefuͤhrt
worden sind.
So haben denn auch die Vereinigten Staaten die Erfah⸗ rungen mehrerer Europaͤischer Staaten gemacht, daß Ein angs⸗ Abgaben, sobald sie den Zweck haben, Industriezweige zu schuͤtzen, welche nicht dem Beduͤrfnisse und guͤnstigen Verhaͤltnissen ihr Daseyn verdanken, oder den Zweck, eine unentbehrliche Einnahme⸗ Auelle zu bilden; daß Eingangs⸗Abgaben, welche also uͤber ihren natuͤrlichen Zweck hinausgehen, kein Maß und kein Ziel ha⸗ ben koͤnnen. Die Zoͤlle bis zum Jahre 1824 waren maäͤßig, sie
erfuͤllten ihre Zwecke, denn sie lieferten einen angemessenen Ueber⸗
schuß und glichen die nachtheiligen Ruͤckwirkungen der Zoll⸗Systeme anderer Staaten, mit denen die Vereinigten Staaten verkehrten, einigermaßen aus. Allein damit war man nicht mehr befriedigt, man wollte nicht nur landwirthschaftlichen und Handelsbetrieb, man wollte auch Fabrikstaat werden, weil namentlich Englands Beispiel reizte. Folge davon waren die Tarife von 1824 und 1828, und Folge dieser Tarise, so wie der oben angedeuteren Ur⸗ sachen, das Entstehen einer Menge Fabriken. Als die nachtheili⸗ gen Wirkungen der hohen 88 „& b. sich schon nach meh⸗ reren Jahren gar zu merklich aͤußerten, drangen die suͤdlichen Staaten auf Ermaͤßigung der Zoͤlle; es entstand ein Kampf, welcher an Heftigkeit außer der Sklaven⸗Frage seines gleichen nicht hatte, und nur der Kompromiß⸗Tarif von 1833 fristete die Dauer der Union. Daß dieser Kampf bei Gelegenheit der vorig⸗ jaͤhrigen Tarif⸗Verhandlungen sich nicht in dem Grade wiederholt hat, ist aus den alle sonstigen Ruͤcksichten uͤberwiegenden finan⸗ ziellen Verlegenheiten zu erklaͤren; so wie auch daraus, daß selbst in den ackerbauenden Staaten im Verlaufe der letzten 10 Jahre die Zahl der Fabriken sich nicht unbedeutend vermehrt hat; endlich daraus, daß in dem Gesetze von 1833 ausdruͤcklich die Befugniß vorbehalten ist, die Eingangs⸗Abgaben auf die freien oder minder besteuerten Artikel bis 20 pCt. zu erhoͤhen. Die Vereinigten Staaten koͤnnen schon nicht mehr zuruͤck; ihre Baumwolle⸗, Eisen⸗, Wolle⸗ und andere Fabriken, die vielen Tausende von Handwerkern, welche namentlich durch Einwanderung jaͤhrlich hin⸗ zukommen, die Schrecknisse, welche jeder Versuch direkter Be⸗ steuerung fuͤr Zwecke der Union gegenwaͤrtig noch hervorrufen wuͤrde, — diese und manche andere Ruͤcksichten verlangen ein System hoher Zoͤlle. Die Vereinigten Staaten werden dadurch
auch Fabrikland in ausgedehnterem Sinne werden, und die merkantilischen Ruͤckwirkungen davon auf Europa muͤssen sehr fuͤbt⸗
bar seyn. In Beziehung auf Deutschland wollen wir die be⸗
treffenden Verhaͤltnisse, mit Bezugnahme auf die obigen Süsfpfchen
Mittheilungen, etwas genauer zu eroͤrtern suchen. “