1842 / 308 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Stimme dies fortwabrende Tremuliren bei getragenen Toͤnen. Sey es nun ein Bebenlassen oder ein unwillkuͤrli⸗ ches Beben, so ist doch ersteres, ohne Unterschied angewandt, gewiß dem aͤstbetischen Gefuͤhle nicht erfreulich, und letzteres ließe nur be⸗ klagen, daß uns nicht fruͤher der Genuß wurde, die geschaͤtzte Saͤnge⸗ rin zu hoͤren. b b. s 8

Von den darstellenden Herren ist vorzugsweise Herr Mantius zu nennen, der in der Partie des Ottavio, die weder Heroismus der Erscheinung noch des Vortrags verlangt, ganz an seiner Stelle ist, und seine Arien, besonders die im ersten Akte, vortrefflich vortrug.

Herr Boͤttcher kann sich noch immer nicht die liebenswuͤrdige Leich⸗ tigkeit und das jugendliche Feuer zu eigen machen, welche Mozart seinem Don Juan so unvergleichlich verliehen hat, obwohl Fortschritt

im Sviel und Vortrag nicht zu verkennen ist. Mit solcher Gestalt

und Stimme, wie Herr Boͤttcher sie besitzt, muͤßte sich ja diese

Rolle fast von selbst geben; nun thue aber auch der Besitzer als

Kuͤnstler dazu das Seinige. Am wenigsten konnte der Leporello des

Herrn Fischer zusagen, der in dem Bestreben, komisch seyn zu wol⸗

len, ohne diesen Zweck zu erreichen, die Gesangs⸗Partie entwerthet.

Statt sich behaglich auf den Plattituͤden des Deutschen Dialogs zu

bewegen, moͤge Herr Fischer lieber die komischen Feinheiten auf⸗

zufassen suchen, welche die Musik so reichlich in dieser Rolle darbietet. F2 9 4 Is 6— E111““ 111“

Hohenschwangau.

qoldene Chronik von Hohenschwangau, der Burg der Welfen, der Hohenstauffen und der Scheyren. Durch Joseph Freiherrn von Hormayr⸗ Hortenburg. Muͤnchen 1842.

Mit dem lebhaftesten Interesse werden Alle, denen ein guͤnstiges Ungefaͤhr diese neueste Schrift des Freiherrn von Hormayr, die durch den Buchhandel noch nicht zu beziehen ist, in die Haͤnde liefert, die⸗ selbe durchfliegen. Vor Allem freilich nimmt sie das patriotische Ge⸗ fuͤhl der Bayern in Anspruch; aber wie sie als Festgeschenk zu der gluͤckreichen Vermaͤhlung, die jetzt aufs neue die Kronen Preußens und Bayerns verbunden hat, dargebracht ist, und wie sie in naͤchstem Bezug auf jene stattliche Burg steht, die jetzt die geliebte Prinzessin umfaͤngt, die wir so lange die Unsere nennen durften, wird jene Schrift auch unter uns einer großen Theilnahme sich erfreuen. Schon das prachtvolle Aeußere verkuͤndet in der goldenen Chro⸗ nik von Hohenschwangau eine kostbare Festgabe. Das stattliche For⸗ mat, der hoͤchst sorgsame und splendide Druck, die schoͤnen Stahlstiche von Schloß Schwangau, Anduchs, Landsberg, Schongau, Fuͤssen und Kloster Stams, die sorgsamen Abbildungen der im Dext behandelten Antiquitaͤten, das in Gold und Silber srablende Titelblatt, alle diese Zierden der Ausstattung sind Deutschen Werken noch immer so selten eigen, daß man, wo man solche findet, wohl auf eine besondere feier⸗ liche Veranlassung schließen muß. 1 Hohenschwangau hat eine eigenthuͤmliche bedeutende Lage an den Marken Schwabens, Bayerns und Tyrols, die Namen der wich⸗ tigsten Fuͤrstengeschlechter, der Welfen, Hohenstauffen und Scheyren knuͤpfen sich an den Boden, auf dem es emporragt; so heften sich denn auch vielfache Erinnerungen an die alte Burg, die ihr eine ungewoͤhnliche historische Bedeutung geben, abgesehen von dem In⸗ teresse, das sie der Gegenwart darbietet, als der herrlich geschmuͤckte Sitz eines geistreichen und kunstliebenden Fuͤrsten, der neues Leben in den alten Mauern verbreitet bat. „Hohenschwangau, sagt der Verfasser in der Vorrede, vereinigt so viele und zugleich so große Erinnerungen unserer Vorwelt und unserer Heldenstaäͤmme auf einem so kleinen Raume, wie gewiß kein anderer Fleck der Deutschen Erde und nicht allzuviele des gesammten mittelalterlichen Europa! In Wahrheit lassen sich an diesem Schwangau, wie an einer golde⸗ nen Spindel, alle wichtigen Geschicke der drei Laͤnder abwinden, deren Graͤnz⸗ und Hochwarte es ist.“ Dies unternimmt dann der Verfasser in der ersten und Haupt⸗Abtheilung der Schrift, der Chro⸗ nik selbst, indem er die Geschichte vom Jahre 102 vor Christi Ge⸗ burt bis auf das laufende Jahr, wo in der Burg der Minnesang, der einst von dem liederreichen Hiltebold dort ertoͤnte, „eben jetzt am innigsten wiederklingt, wie auch die alten Heldenbilder am hell⸗ sten erglaͤnzen zur heiligenden Weihe der langersehnten, allen treuen Bayern bocherfreulichen, allen echten Deutschen bedeutsamen Ver⸗ maͤhlungsfeier!“ Es bedarf kaum der Erwaͤhnung, daß nicht Alles, was der Ver⸗ fasser beruͤhrt, in dem naͤchsten, unmittelbaren Bezug auf Hohen⸗ chwangau steht; dieses bildet nur den Mittelpunkt, um den sich bald im naͤheren Feld, bald im ferneren Kreise die Darstellung dreht. „Begreiflich, sagt der Verfasser selbst, und verzeihlich das Etreben,

einer freien

Die

8 1

2212

Die Art und Weise, wie Herr von Hormayr seinen Gegenstand zu behandeln pflegt, ist hinreichend bekannt; wir sinden ach hier 58 nen apboristischen, sich am Ungewohnlichen erfreuenden Styl, der einer bereits entschwundenen Periode der Geschichtsschreibung ange⸗ hoͤrt, jenes ploͤtzliche Abspringen von einem eeanhe zu einem anderen, ganz entlegenen, wie es lebendigen Geistern, wie Herr von Hormayr, wohl eigen ist, wir finden endlich jene fasi seltsame Mischung vereinzelter Notizen mit den allgemeinsten, weit abschweifenden Reflectionen, die diesem Autor seinen ganz besonde⸗ ren Charakter giebt. Schon seit einer Reihe von Fabren ist man es gewohnt, in Herrn von Hormayr den Herold Bayerischen Glan⸗ zes und Ruhmes zu sehen, unermuͤdlich ist er im Preise des Landes, „das im Herzen Deutschlands, wie Deutschland im Herzen Eu⸗ ropa's gelegen ist.“ 11

Die zweite Abtheilung der Schrift bietet dem Geschichtsforscher ein nicht minder großes Interesse dar als die erste; er trifft hier eine bedeutende Zahl von historischen Dokumenten vereinigt, von denen manche uͤberdies den Reiz der Neuheit haben. Zuerst findet sich eine Sammlung von 64 urkundlichen Zeugnissen, die auf Schwangau und die Umgegend Bezug haben. Dann folgt eine Darstellung des Mon⸗ golenzuges im Jahre 1241 mit zwoͤlf sehr werthvollen, hierauf bezuͤg⸗ lichen Urkunden, die dem Ver⸗ von Heren Dr. Boͤhmer in Frank furt mitgetheilt wurden. In dritter Stelle finden wir eine Abhand⸗ lung uͤber die Wittelsbacherin Elisabeth, die Mutter des ungluͤcklichen Conradin, und die von Elisabeth e. Cistercienser⸗Abtei Stams. Endlich schließt das Werk mit historischen Notizen uͤber das am Lech einst maͤchtige Geschlecht der Freiberge am Eisenberge und mit hier⸗ auf bezuͤglichen Regesten. Sechs genecalogische Tafeln sind eine dankenswerthe Zugabe des Werkes.

Ref. glaubt dem Augenblicke genuͤgt zu haben, wenn er so im Allgemeinen auf die Veranlassung, Tendenz und den Inhalt dieser in jeder Beziehung so reichen Schrift hingedeutet hat; der größte Gewinn wird sich erst in der Folge aus genauerem Studium des Werkes ergeben koͤnnen. Rt.

Meteorologische Beobachtungen.

Nachmittags Abends 2 Ubr.] 10 Upr.

Nach eiumwmaliger Beobachtung.

Morgens

1842. V 6 Uhr.

3. Nov.

Luftdruck... 335,42“ Par. 335,47 Par. 335,87“ Par. quellwärme 7,609 . + 1,6° kR. + 4,6 °h. + 1,9° n. Flusswrme 4,9° h. 0,0° n. + 0,9 n. 0,3° h. hodenwärme 8,6° ,R. Dunstsöättigung 87 pct. 73 pct. 81 pct. Ausdüustung 0,9021 Rb. Wetter halbbeiter. trübe. Niederschlag 0,011 Rb. Wind N. N. NXNW. Wrörmewechzel + 4,9˙ N. 0,9 R. Tagesmittel: 335,59 Par... + 2,7° R.. + 0,20 k. 80 pcCt. N.

Luftwärme. Thaupunkt...

Wolkenzug...

Berliner Börse. Den 4. NNovember 1842.

Pr. Cour. Heief. 16l4.

Pr. Cour.

Actien. Brief.] Geld.

Fonds. 1

104

103 ½ 102 ½

102

123 ¾ 102 ¼ 121

Brl. Potsa. Kiaenb. do. do. Prior. Obl. Mgd. Lpz. Eiseub. do. do. Prior. Obl.

St. schuald-Sch.*) 8 ½ Pr. Eugl. 0bl. 30. Praäm. Sch. der

Scebandlung.

103

90½

alle großartigen Erinnerungen auf den geliebten Stoff zu haͤufen.“

102 Brl. Aub. Risenb. 103 ½ do. do. Prior. Obl. Düas Klb. Kisenb. do. do. Prior. Obl. Rbein. Kisenb.

do. do. Prior. Obl.

Berl.-Frankf. Bis.

Kur- u. Nrumärk.

Xchuldverschr. Berl Stadt-Obl.*) Danz. do. in Th.

Westp. Pfandbe. 83¾ 4 3

104 103 60 ½

101 192 48

102 ½

105 102 ½

101 ½

.

80

97 101

13¾

Grossh. Pos. do

.2299eöSnn

102 103 ½

do. do. 3 ½ Ostpr. Pfandbr. 3 ½ Pomm. do. 103 ¾ Kur- u. Neum. do. 3 ½ 104 ¾ Schlesische do. 3 ½ 102 ½

Friedrichsd'or

Audere Eoldmün- znen à 5 Th. 10 ½¼

Disconto. 3

*) Der Käufer vergütet auf den am 2. Jauuar 1843 falligen Coupon †¼ pCt.

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 31. oOkt. Niederl. wirkl. Sch. 52 ½.

Kanz-Bill. —. 5 ½ Span. 15 ⅞. 3 do. 21 ½l. Pass. —. Preuss. Sehb. Pol. —. Oesterr. 108

58, a40. 101 ¼. Ausg. —. Zinal. 3 ⅞. Präm.

Antwerpen, 30. Okt. Zinal. —. Neue Aual. 15 §⅞. Hambu rg, 2. Nov. Hank-Aetien 1640. HRagl. Rss. 108 ½. Petersburg, 28. 0kt. Lond. 2 Met. 3734. HMamb. 34 ½. Poln. à Paris 300 Fl. 77. do. 500 Fl. 78. 40. 200 H. 26 ½. Wien, 30. 0kt. Bank-Actien 1622. Aul. de 18299 110 9½.

Kshnigliche Schauspiele. Sonnabend, 5. Nov. Im Opernhause: Faust. sches Gedicht von Goͤthe, in 6 2* Ouvertuͤre, Entre⸗Akts und die sonst zur Handlung gehoͤrende Musit ist theils von dem vere⸗ wigten Fuͤrsten Radziwill, theils von dem Kapellmeister Lindpaintner. Im Schauspielhause: Une avanture de bal masqué, comé- die 3 actes, pee

„Sonntag, 6. Nov. Im Opernhause: Die Puritaner. (Herr Pischek, vom Stadttheater zu Fr. : Ri 1 ehrehe h zu Frankfurt a. M.: Richard Forth,

m Schauspielhause: Wallenstein's

Marx Piccolomini, als Gastrolle.) Iaseen

Montag, 7. Nov. Im Schauspielhause: Vokal⸗ und In⸗ strumental⸗Konzert. 1) Ouvertüͤre. 2) Arie: „Adolf by het Graf van Mariab, von L. B. van Beer, gesungen von Herrn Tuyn, Tenorist aus Amsterdam. 3) Duett aus der Oper: „Andronico“, von Mercadante, Fenpen von Mad. Sophia Schoberlechner und deren Schuͤlerin Dlle. Laroche. 4) Konzert fuͤr die Violine, von David, vorgetragen von Herrn Ferdinanz Griebel. 5) Duett aus der Oper: „Armide“, von Rossini, gesungen von Mad. Schober⸗ lechner und Herrn Tuyn. Hierauf: Michel Perrin, Lustspiel in 2 Abth., nach Melesville, von L. Schneider. I

(Herr Rohde:

1 8 Königsstädtisches Theater. Sonnabend, 5. Nov. (Zealienische Opern⸗ Vorstellung. La Sonnambula. Opera in 2 Atti. Musica del Maestro Bellini

Preise der Plaͤtze. Ein Platz in den Logen und im Bal kon des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc.

haben. Sonntag, 6. Nov. Muttersegen, oder: Die neue Fanchon Montag, 7. Nov. (Italienische Opern⸗Vorstellung.)

puleti ed i Montecchi.

Marktpreise vom Getraide. 8— Berlin, den 3. November 1842. g Zu Lande: Weizen 2 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf., auch 2 Rthlr 2 Sgr. 6 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 23 Sgr. 9 Pf., auch 1 Rthle 21 Sgr. 3 Pf.; große Gerste 1 Rthlr. 11 Sgr. 3 Pf., auch 1 Rehlr 8 Sgr. 9 Pf.; kleine Gerste 1 Rthlr. 8 Sgr. 9 Pf., auch 1 Rtbl. 7 Sgr. 6 Pf.; Hafer 1 Rthlr. 6 Sgr., auch 1 Rthlr.; Erbsen 2 Rthl. 10 Sgr., auch 2 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf.; Linsen 4 Rthlr. Eingegan gen sind 152 Wispel 12 Scheffel. Zu Wasser: Weizen 2 Rthlr. 10 Sgr., auch 2 Rthlr. 2 Sar 6 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf., auch 1 Rthlr. 17 Sar

auch 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf. Eingegangen sind 370 Wispel. Mittwoch, den 2. November 1842.

Centner Heu 1 Rthlr. 10 Sgr., auch 1 Rthlr. ase

Kartoffel⸗Preise. Der Scheffel 27 Sgr. 6 Pf., auch 20 Sgr.

vH 8 Branntwein⸗Preise. e vuu nns

Die Preise von Kartoffel⸗Spiritus waren am 29. Oktober 18 ½ Rthlr.,

am 1. 18 Rthlr. und am 3. November 18 ½ 18 ¼ Rthlr. pro 200 Quart

à 54 „Ct. oder 10,800 pCt. nach Tralles. Korn⸗Spiritus: ohne Geschaͤft.

Berlin, den 3. November 1842.

Die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin.

Veerantwortlicher

e.*““

11

mmmenen. Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.

Paris 402.

.

Dramati⸗

Textbuͤcher, in, Italienischer und Deutscher Sprache, sind im Billet⸗Verkaufs⸗Buͤreau und Abends an der Kasse 2 5 Sgr. zu

1 Ca-

6 Pf.; kleine Gerste 1 Rthlr. 5 Sgr.; Hafer 1 Rthlr. 3 Sgr. 9 Pf.,

Das Schock Stroh 10 Rthlr., auch 9 Rthlr. 20 Sgr. Der

3 IIIII14“ 8 Hta N. Entb h mubs iug

Bekanntmachungen. mins

I Auszug. Alle und jede, welche aus irgend einem Rechts⸗ runde 1) an die im Besitze der unlaͤngst hierselbst verstor⸗ benen Pastorin Sparmann, geb. Heiderich, als Fiduciar⸗Erbin ihrer Schwestern, der verstorbe⸗ nen Ulrike und Julie Heiderich, gewesene Ver⸗ lassenschaft der Letzteren, in specie an das dazu gehdrende, in der Domstraße unter Nr. 1 hier⸗ selbst belegene Wohnhaus c. p., und 2) an die Nachlaßmasse der verstorbenen Pastorin Sparmann, Rebecca, geb. Heiderich, desgleichen 3) an eine zum Nießbrauch der Letzteren verstellt gewesene, zum Nachlasse ihres Ehemannes, des weiland Pastors Sparmann zu Kenz gehdrende, diesem von dem von Kiehlden auf Neclade un⸗ u T90. Juni 4790 uͤber ein Darlehn von 8 Verschreibunas gestellte, jetzt vermißte Schuld⸗ Forderungen und Ansprüche haben und geltend ma chen zu koͤnnen vermeinen, werden, auf eingekomme nen Antrag des Bevollmaͤchtigten der Heiderichschen und Sparmannschen Erbberechtigten, zu deren An meldung und Beglaubigung in termind . . Rovemver 1842, rgense „vor dem bniagli nEa b2 bei Vermeidung der in 1r.— den Praͤklusion und resp. Mortisizirung der gednah⸗ ten Schuldverschreibung, hiermit aufgefordert Datum Greifswald, den 27. September 1842 Konigl. Preuß Hofgericht von Pommern und

LEWTI11

gez. v. Moͤller, Praeses.

ee Berlin⸗ Stettiner Eisenbahn. Taͤgliche Dampfwagen⸗Fahrten zwischen Berlin und Neustadt⸗Eberswalde.

Abfahrt von Neustadt 8* 5 g.,2 8* und

Abfahrt von Berlin sn⸗ 8 2 und

Außer diesen taͤglichen Personenzuͤgen wird jeden und Sonntag eine

Mittwoch, Sonnabend 3te Fahrt stattfinden, und zwar:

Ruͤgen.

Abfahrt von Berlin 12½ Uhr Mittags, Abfahrt von Neustadt 5 Uhr 40 Min. Abends. Das Direktorium der Berlin⸗Stettiner Eisenbahn Gesellschaft.

Dampfschifffahrt zwischen Magdeburg und Hamburg. Vom 1. November an.

Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag geht ein Dampfschiff mit Passagieren und Guͤtern von hier ab. Außerdem werden woͤchentlich zwei Schlepp⸗Trans⸗ porte von hier nach Hamburg expedirt. Naͤhere Aus⸗ kunft und Fahrbillets ertheilen in Berlin die Herren Herrmann & Meyer, Werderschen Markt Nr. 4.

Magdeburg, den 23. Oktober 1822I.

Inab. irm Holtzapfel. 889 meh1

Nach den Bestimmungen der Wohlldblichen Direc⸗ tion der Berlin⸗Anhalt und Magdeburg Leipziger Ei⸗ senbahn sollen fortan nur Frachtguͤter mit den von denselben ausgegebenen Frachtbrief⸗Formularen, die in den Guͤter⸗Expeditionen zu haben sind, angenom men werden, bei Benutzung anderer Frachtbriefe aber ausdruͤcklich bemerkt seyn:

„unter Anerkennung der von der Direc⸗ tion zuletzt veroͤffentlichten Bestimmun⸗ gen fuͤr den Guͤter⸗Transport“.

Wir machen dies dem resp. Publikum zur gefaͤlli⸗ gen Nachachtung hierdurch 21.5

1E zi 10 Herrmann & Meyer. 11“* ö1I11“

Bekanntmachung.

Das zum Nachlaß des verstorbenen Rentier He .,8 18 rrn 8 Fchnackenburg gehoͤrende, hier am Haus⸗ noign 2 at Nr. 7 belegene Grundstuͤck, soll aus 12 verkauft und kann in den Tagen vom sien. - d. M., taͤglich von 2 bis 4 Uͤhr, be⸗

gt werden. Die Beschreibung desselben und die

ßerdem bei dem U 8.

Verkaufs⸗Bedingungen liegen ebendaselbst und au⸗ nterzeichneten, Vormittags von

1 Allgemeiner Anzeiger für die Preußischen Staaten.

9 12 und Nachmittags von 3 bis 5 Uhr, zur Ein⸗

sicht bereit. Kauflustige werden eingeladen,

am 14ten d. M., Nachmittags um 4 Uhr,

ihre Gebote bei dem Unterschriebenen abzugeben. Berlin, den 2. November 1842.

Bode, Fusttgratb, als Testaments⸗Exekutor. Konigsstraße Nr. 62. (Eingang Heiligegeistraße Nr. 26.)

Bekanntmachung.

Durch Urtheil des Koͤnigl. Landgerichts zu Aachen vom 6. August 1838 ist die Veroͤffentlichung des nach⸗ stebenden Gesuchs verordnet worden:

An Ein Hochloͤbliches Koͤnigl. Landgericht hierselbst. Am 12. Februar d. J. starb zu Dreiborn im Kreise Schleiden der pensionirte Franzoͤsische Douanier und Ackersmann Joseph Gennotte in einem Alter von 79 Jahren. Derselbe ist zu Herzogenrath geboren und war bei seinem Tode bereits seit 45 Jabren zu Dreiborn ansaͤssig. Im Jahre 1823 war Gennotte mit der Anna Carolina Berners zur zweiten Ehe geschrit⸗ ten. Weder aus dieser, noch aus der ersten Ehe des ꝛc. Gennotte mit Maria Gertrud Berners sind Kin⸗ der vorhanden, und hat derselbe ebenfalls keine ent⸗ ferntere Erben, wenigstens keine der uͤberlebenden Wittwe bekannten, hinterlassen. Die genannte Anna Carolina Berners, Wittwe zweiter Ehe des ge⸗ dachten ꝛc. Gennotte, bittet daher, unter Vorlegung eines nach Abnahme der Siegel unter Beobachtung der gesetzlichen Formalitaͤten uͤber den Nachlaß ihres Ehegatten aufgenommenen Inventars, sie, nachdem die vorgeschriebenen Publicationen und Affichen wer⸗ den stattgefunden haben, in den Besitz der Nachlas⸗ senschaft ihres verstorbenen Ehegatten Joseph Gen⸗ notte einweisen zu wollen.

Aachen, den 28. Juli 1838.

ez. Koenen, Advokat⸗Anwalt.

Literarische Anzeigen.

Neue Franzoͤsische Sprachlehre. In der Enslinschen Buchhandlung zu Berlin, Breitestr. 23, und in Ferd. Muͤller's Buchhand⸗ lung in Stargard ist zu habe:

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Grammaire 22 . ELEW1““ a 812 française àd usage q d e s 1E1I ar

Eugéne Borel.

Preis 1 Thlr.

Eine Rezension im Literaturblatt des Morgenblat⸗ tes hat dieser geistvollen Arbeit bereits durch den

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Wald von Franzoͤsischen Lehrbuͤchern, die in den letz

ten Jahren erschienen sind, Bahn gemacht. Moͤge es den Herren Lehrern der Franzoͤsischen Sprache ge⸗ fallen, sich durch eigene Pruͤfung von ihren Vorzuü⸗ en zu uͤberzeugen. Alle Buchhandlungen Deutsch⸗ ands, der Oesterreichischen Staaten und der Schweiz haben sie von uns zugesandt erhalten.

Stuttgart, im Herbst 1842.

Die Verlagshandlung von P. Neff.

Dem vielsach ausgesprochenen Wunsche der resp. Subskribenten auf unsere Ausgabe der

Sammlung klassischer Alt-Gesänge zu genügen, die Anzeige, dals wir ginen zweiten Cy- klus von 25 Arien eröffnen, in welchem Compositio- nen von Martini, Bach, Sarti, Bertoni, Hasse,

Pergolese, Haydn, Righini, Galappi, Majo,

Sacchini u. Piccini enthalten seyn werden. Preis. und Ausstattung dem ersten Cyklus gleichlautend. FHEFEad. Bote G. Bock, IthH a nn Jäger-Str. No. 42. 5 I1I1I1I1“

LEE1“

Preicherabsetzung von à 5 aul à2 2 Thlr. der vollst. Klavier-Auszüge mit Deutsch. u. Text der Opern von Gluck: Iphigenie in Tauris, Orpheus u. Armide. Das Arrangement von Klage, Schmidt u. Hell- wig ist als das beste bekannt, Schönheit des Druk-

Franz.

kes und Korrektheit zeichnen diese Ausgaben aus; billige Preis der vorräthigen Exemplare

der überaus ist darch Konkurrenz herbeigeführt.

34 Linden. Schlesingersche Buch- u. Musikhdlg.

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Amtliche Nachrichten.

Portugal.

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Inhalt.

General Pajol. Zur Polemik uͤber den suchung:⸗Vertrag. Deputationen fuͤr und wider den Bel⸗ 1b Zeagchsuchn .mee 8 Statistik der Waͤhler. Vermischtes. Großbritanien und Irland. London. Verhandlungen uͤber die Zusammenberufung des Parlaments. Abrathen von einer In 88,— in V2g Ueber den Opiumhandel und den Krieg in na. Vermischtes. Belgene Srsen” Der mit Holland abgeschlossene Vertrag. Deutsche Bundesstaaten. Muͤnchen. Prinz und Prinzessin Wilhelm von Preußen. Italien. Rom. Verhaͤltnisse zu Rußland. Tpanien. Madrid. Briefe aus Madrid. (Die Volljaͤhrigkeit

Frankreich. Paris.

und die Vermaͤhlung der Koͤnigin nach den verschiedenen Ansichten der

Parteien und ihrer Organe in der Presse.) und Paris. (Zur

bano und Lefebvre; Protestation des Ayuntamiento von Barcelona

wegen Schließung der Cigarren⸗Fabrik; die Schwarzen auf Kuba duͤrfen keine Waffen tragen.)

Schreiben aus Paris. Verhältnisse zum Roͤmischen Hofe; Anleihe⸗Bemuͤhungen.)

Türkei. Von der Tuͤrkischen Graͤnze. Konstantinopel. Dem Sultan eine Prinzessin geboren.

Mexiko. Schreiben aus Paris. (Einnahme von Lagung und Krankheit unter der Flottenmannschaft; Vertheidigungs Maßregeln zu Campeche; angebliche Ausgleichung mit den Vereinigten Staa⸗ fen; Vorbereitung neuer Expeditionen gegen Teras; uͤber die Po⸗ litik der Mexikanischen Regierung.) 1

EChina. Schilderung der Chinesen auf Tschusan; Tadel der Briti⸗ schen Kriegfuͤhrung; Verkehr mit den Chinesen.

Inland. Berlin. Zolltarif fuͤr 1843, 1844 und 1845. Halle. Geh. Ober⸗Regierungsrath Dr. Delbruͤck †. Stettin. Remonte⸗ Maͤrkte.

ur Charakteristik der religids⸗kirchlichen Zustaͤnde der Schweiz.

8 Nacional uͤber die Geldmangel und vergebliche

1.“

s Kronik des Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht: Dem Magazin⸗Rendanten Proviantmeister Bergmann zu Düsseldorf den Charakter als Kriegsrath zu verleihen.

Frankreich. u6“ E1“

Paris, 31. Okt. Es ist jetzt entschieden, daß der General Tiburtius Sebastiani als Commandeur der ersten Militair⸗Division an die Stelle des General Pajol tritt, welcher Letzterer in Dis⸗ ponibilitaͤts⸗Zustand versetzt worden ist. Der Kriegs⸗Minister, Marschall Soult, hat dem General Pajol seine Entlassung in folgender ungewoͤhnlicher Weise angezeigt: „General! die Ehre, Ihnen anzuzeigen, daß der Koͤnig durch Verfügung vom 29. Oktober d. J. Sie von der Commandeurschaft uͤber die erste Militair⸗Division entbunden und in Disponibilitaͤts⸗Zustand ver⸗ setzt hat. Indem ich Sie von dieser Bestimmung in Kenntniß setze, muß ich Ihnen mein Bedauern daruͤber ausdruͤcken, daß Sie nicht durch Ihre Einwilligung meinen Wunsch unterstuͤtzt haben, Sie in einer Stellung zu sehen, welche Se. Majestaͤt geneigt war, Ihnen zu bewilligen. Ich wuͤrde gluͤcklich gewesen seyn, wenn Sie der Gegenstand eines besonderen Beweises der e Zufriedenheit des Koͤnigs mit Ihren ehrenvollen und langjaͤhrigen Diensten gewe⸗ sen waͤren. Sie werden das Kommando über die erste Divi⸗ sion dem General⸗Lieutenant, Grafen Sebastiani, uͤbergeben, der zu Ihrem Nachfolger ernannt worden ist. Ich ertheile die noͤ⸗ thigen Befehle, damit Ihnen das Gehalt, auf das Sie Anspruch haben, in Paris, Ihrem Aufenthaltsorte, gezahlt werde. Geneh⸗ migen Sie u. s. w.“

Mit vermehrter Lebhaftigkeit dringt der groͤßte Theil der hiesigen Journale darauf, daß die Franzoͤsische Regierung die fruͤ⸗ heren Conventionen uͤber das Durchsuchungs⸗Recht nicht erneuere, sondern bei dem naͤchsten Termin die Unterzeichnung der Voll⸗ machten fuͤr die Englischen Kreuzer verweigere. Nur uͤber die Zeit, wann in dieser Hinsicht Maßregeln getroffen werden muͤß⸗ ten, herrscht einige Meinungs⸗Verschiedenheit. Die radikalen Blaͤtter, namentlich der National, verlangen die augenblickliche Erledigung dieser Angelegenheit, während die besonneneren Jour⸗ nale, insbesondere die Presse, wuͤnschen, daß man den Zusam⸗ mentritt der Kammern abwarte, welcher gerade mit dem Ablaufe der Vollmachten fuͤr die Englischen Kreuzer zusammentraͤfe. „Ist es zu befuͤrchten“, sagt das letztgenannte Blatt, „daß das Ministerium, um dem gerechten Eisftusse der Kammern auszu⸗ weichen, sich beeilen wird, die Vollmachten zu erneuern? Man ann alle Fehler voraussetzen, wenn man kein Vertrauen zu der Einsicht und dem Patriotismus eines Ministeriums hat; aber dieser wuͤrde doch zu grob seyn, als daß wir glauben koͤnnten, ein Minister wuͤrde denselben begehen, besonders wenn er sich der grausamen Verlegenheiten erinnert, in die ihn die Unterzeichnung des Traktates vom 20. Dezember 1841 versetzte. Wenn die Auf⸗

echthaltung der Conventionen vor zehn Jahren vielleicht noch eoͤglich war, so ist sie es jetzt nicht mehr. England hat durch den Mitzbrauch, der mit ihnen getrieben wurde, und durch seinen Traktat mit den Vereinigten Staaten Frankreich in die Un⸗ moͤglichkeit versetzt, den Grundsatz des gegenseitigen Durchsuchungs⸗ Rechtes aufrecht zu erhalten. England hat sich selbst in die Un⸗ moͤglichkeit versetzt, den einzigen plausiblen Grund jenes Rechtes, daß naͤmlich

Ich habe

enn'es nicht llusorisch seyn soll, alle Flaggen dast] tion von 1840.

November

selbe anerkennen muͤßten, fernerhin anzurufen. Die Brutalitäͤt der Englischen Matrosen hatte die Conventionen zerrissen, die

Diplomatie Englands hat den Grundsatz derselben ausgeldscht.

Moͤgen die Staatsmaͤnner, welche zu unserem Leidwesen in Be⸗ tre essen und den Gesinnungen des Landes zuwider ist, dies wohl be⸗

denken! Das Land und die National⸗Ehre verlangen nicht mehr eine

halbe, sondern eine vollstaͤndige Genugthuung, eine gaͤnzliche Aus⸗ rottung des Prinzips des Durchsuchungs⸗Rechts. Man schmeichle sich nicht damit, daß es bei Eroͤffnung der Session genuͤgen werde, den Kammern anzuzeigen, daß das Protokoll geschlossen und von dem Traktat vom 20. Dezember nicht mehr die Rede sey. Ganz Frankreich wuͤrde sich erheben, um dem Ministerium zu sagen, daß es sich darum gar nicht mehr handle, und daß seine Interessen und Gesinnungen jetzt so wenig verstanden wuͤrden, als vor einem Jahre. Frankreich wuͤrde hinzufuͤgen, daß es Zeit sey, aus seinem See⸗Kodex ein gehaͤssi es und verderbliches Prinzip zu streichen, welches in den Haͤnden Englands nur ein Werkzeug der Spionirerei und der Tyrannei seyn koͤnne. Moͤge das Ministerium uns glauben! Es wird gut thun, eine solche Lehre nicht abzuwarten; vergebens wuͤrde es gegen eine National⸗lUleberzeugung ankaͤmpfen!“ Am Schlusse dieses Artikels fordert die Presse, zur Vermeidung jedes Mißver⸗

staͤndnisses, die ministeriellen Journale auf, folgende Fragen zu

beantworten: 1) Ist es wahr, daß, dem dritten Artikel der Con⸗ vention vom 30. November 1831 gemaͤß, die Zahl der mit dem Durchsuchungsrechte beauftragten Schiffe jaͤhrlich durch eine be⸗ sondere Convention zwischen Frankreich und England festgesetzt werden soll? 2) Ist es wahr, daß in Gemaͤßheit desselben Artikels, die den Englischen Kreuzern ertheilten Vollmachten alljaͤhrlich er⸗ neuert werden sollen? 3) Zu welcher Zeit des Jahres findet diese Erneuerung statt, und wann laufen die gegenwaͤrtigen Vollmachten der Englischen Kreuzer ab?

Man zaͤhlt in diesem Augenblick in Paris uͤber 15 Deputa⸗ tionen, die von verschiedenen Handels⸗Kammern hierher gesandt worden sind, um gegen den Zoll⸗Verein mit Belgien zu protesti⸗ ren. Andererseits erwartet man einige Deputationen aus den Staͤdten des Suͤdens, und namentlich aus Lyon und Bordeaux, welche beauftragt sind, den in Rede stehenden Plan zu unterstuͤtzen. Eine Deputation der Stadt Elbeuf ward gestern vom Koͤnige em⸗ pfangen, und der Praͤsident der Deputation verlas eine Adresse, in welcher gegen den Zoll⸗Traktat protestirt ward. Man versi⸗ chert, daß der Koͤnig in Ausdruͤcken geantwortet habe, die augen⸗

scheinlich darthaäͤten, daß er den Abschluß des Traktats sehnlich

wuͤnsche.

Aus einer so eben erschienenen vergleichenden Uebersicht der Wahlen von 1842 mit den fruͤheren Wahlen entnehmen wir fol⸗ gende Details: Im Jahre 1831 belief sich die Zahl der einge⸗ schriebenen Waͤhler auf 166,583; im Jahre 1834 stieg die Zahl derselben auf 171,015; im Jahre 1837 auf 198,386; im Jahre 1839 auf 201,271 und im Jahre 1842 auf 220,040. Es geht aus diesen Zahlen hervor, daß der Wahlkoͤrper auf eine sehr bedeut⸗ same und schnelle Weise zunimmt. In einem Zeitraume von 10 Jahren stieg die Zahl der Waͤhler um 53,457, welche Vermehrung der natuͤrlichen Entwickelung des Eigenthumes zu danken ist. Im Jahre 1831 nahmen 125,000 Wähler an den Operationen der

Wahl⸗Kollegien Theil; im Jahre 1834, 129,000; im Jahre 1837

151,000; im Jahre 1839 164,000 und im Jahre 1842 173,000. Man findet also bei der Entwickelung des oͤffentlichen Geistes dasselbe Gesetz des Fortschritts, dem man bei der Entwickelung des Eigenthums begegnet ist. Bei der -8, *. Zusammen⸗ setzung der neuen Kammern findet man folgende eraͤnderungen: In der Kammer von 1831 saßen 222 Wiedererwaͤhlte und 202 neue Deputirte; in der Kammer von 1834 392 Wiedererwaͤhlte und 142 neue Deputirte; in der Kammer von 1837 310 Wieder⸗ erwaͤhlte und 138 neue Deputirte; in der Kammer von 1839 381 Wiedererwaͤhlte und 76 neue Deputirte; in der Kammer von 1842 356 Wiedererwaͤhlte und 94 neue Deputirte.

5 1 beite estern den ganzen Abend uͤber mit Herr Guizot arbeitete geste ganzen A Chinesen wieder zu erobern versuchten.

Lord Cowley in dem Ministerium der auswaͤrtigen Angelegen⸗ heiten. 1“ 3 1 Der Constitutionnel zeigt jetzt an, daß Herr Thiers in den ersten Tagen des November nach Paris zuruͤckkehren werde.

Boͤrse vom 31. Oktober. Die heutige Praͤmien⸗Erklaͤ⸗ rung fand zu erniedrigten Coursen statt, und es kamen deshalb bedeutende Quantitaͤten Franzöͤsischer Renten zum Verkauf. Die Course der 3proc. gingen deshalb auf 79.85 und die der 5 proc. auf 118. 35 zuruͤck.

b Großbritanien und Irland.

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London, 29. Okt. In diesen Tagen soll, wie verlautet, die Zeit der Wiederversammlung des Parlaments definitiv festge⸗ setzt werden. Sir J. Graham will, dem Vernehmen nach, daß das Parlament, wegen der im Lande herrschenden Noth, schon vor Weihnachten einberufen werden solle, Sir R. Peel aber wuͤnscht nicht von der gewoͤhnlichen Regel abzuweichen und die Eroͤffnung erst im neuen Jahre stattfinden zu lassen.

Der Morning Herald, der unter den Torvblaͤttern eine eigene Stellung zur auswaͤrtigen Politik einnimmt und fortwaͤh⸗ rend mit Herrn Urquhart in Verbindung stehen soll, fragt: „Wer⸗

den die Großmaͤchte sich in die Angelegenheiten Serbiens ein⸗ Will England, ungewitzigt durch die Erfahrung, sich

mischen? noch einmal thaͤtlich mit den inneren Angelegenheiten des Osma⸗ nischen Reichs befassen? Werden wir abermals thoͤricht genug

seyn, den Fall der Tuͤrkei durch Vermittelung zwischen der Pforte und ihren Serbischen Unterthanen zu befoͤrdern? Eine bejahende Antwort auf diese Fragen ist keinesweges eine Unwahrscheinlich⸗:

keit. Sir Stratford Canning, ruͤhmt man, habe den Sturz des vorigen Tuͤrkischen Ministeriums nerde hinr Aber, sagt man uns, Sir Stratford ward durch die gefährliche Tendenz der Hand⸗ lungen der Tuͤrkischen Regierung seit dem Juli 1840 veranlaßt, eine Veraͤnderung des Ministeriums zu bewirken. Warum waren ihre Handlungen gefaͤhrlich? Wegen der Europaͤischen Interven⸗

dieses Punktes eine Politik befolgt haben, welche den Inter⸗

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V Dder Commandeur Bingham, der als erster Lieutenant der

Fregatte „Modeste“ in Gefechten mit den Chinesen schwer verwun⸗ det worden und zur Heilung seiner Wunden vor kurzem nach England gekommen ist, aͤußert sich uͤber die Opium⸗Frage und den

Krieg gegen China folgendermaßen: 8

wie derselbe gewoͤhnlich genannt worden ist weil die Chinesen jene Frage als Ursache des Zwistes darstellen und vorgegeben haben, daß der Opiumhandel aus Ruͤcksicht auf die Mo⸗ ral des Volkes durchaus unterdruͤckt werden muͤsse, hat eben durch seine Bezeichnung Vielen die Veranlassung gegeben, die Gerechtigkeit unseres Verfahrens in China zu bezweifeln. Aber weder die Moral noch die Gesundheit des Volkes ist die Ürsache gewesen, vielmehr ist dieselbe viel richtiger in „dem Aussickern des Sycee⸗Silbers aus dem blumigen Lande der Mitte’“ Worte des Gutachtens eines Chinesi⸗ schen Staats⸗Beamten uͤber die Frage zu suchen. Nicht vergessen

„Der Opiumkrieg,

darf man, daß waͤhrend die stindische Compagnie das Monopol des Handels nach China innehatte, zwischen ihr und den Chinesen

mannigfache Zwistigkeiten und Differenzen vorfielen, daß die⸗ selbe aber lieber in allen Stuͤcken nachgab, als daß sie durch trotzigen Widerstand die von ihr genossenen Vortheile auf das Spiel gesetzt haͤtte. Dieses System konnte unmoͤglich beibe⸗ halten werden, nachdem der Handel freigegeben worden war und die Beziehungen zu China einen nationalen Charakter erlangt hat⸗ ten; die Chinesen aber zogen diese Verschiedenartigkeit der Stellung niemals in Betracht, und daher die lange Reihe von Insulten, welche wir zu ahnden hatten und unter denen hervorzuheben, daß auf unsere Flagge gefeuert, der Repraͤsentant unserer Regierung nebst unseren Kaufleuten ins Gefaͤngniß geworfen, ihre Habe weg enommen, konfiszirt und vernichtet, ihre Denkschriften und Vor⸗ szellungen mit barbarenbhafter Unwissenbeit behandelt und sie selbst aus Canton verjagt worden sind. Dessenungeachtet waren die Chi nesischen Behoͤrden sich so voͤllig der großen Vortheile bewußt, welche China aus seinem Handel mit dem Auslande zieht, daß ich der Meinung bin, sie wuͤrden niemals Schritte gethan haben, welche zu einer Kollision zwischen den beiden Nationen fuͤhren mußten, wenn sie auch nur einen Augenblick den Gedanken gehegt haͤtten, ihr Verfahren koͤnne zum Kriege Veranlassung geben; da wir aber fruͤher nachgegeben hatten, so bildeten sie sich ein, wir wuͤrden immer Nachgiebigkeit zeigen. Kurz vor dem Beginn des gegenwaͤrtigen Jahrhunderts wurde das Opium als Arznei, gegen eine Abgabe von 50 Cents für das Pfund, in China zugelassen; aber wie es scheint, wurde es damals noch nicht allgemein als Leckerei enossen, wiewohl in dem oͤstlichen Archipelagus und in vielen Thei⸗ en von Ostindien der Opiumhandel zu dem Zwecke immer schon weit ausgedehnt gewesen war. Vermuthlich ist das Opiumessen zuerst aus diesen Inseln oder aus Cochin⸗China in China eingefuͤhrt wor⸗ den, denn wir finden, daß im Jahre 1781, als die Ostindische Com⸗ pagnie wegen der durch die Franzoͤsischen Kreuzer in den Ostindischen Gewaͤssern herbeigefuͤhrten Unsicherheit ein Schiff fuͤr eigene Rech nung mit Opium fuͤr den Chinesischen Markt befrachtete, Singua, einer der Hong⸗Kaufleute, zwar die Ladung zu dem maͤßigen Preise von 210 Dollars fuͤr die Kiste kaufte, den groͤßten Theil derselben aber wieder nach der Malayischen Halbinsel verschiffte. An erst im Jahre 1793 die Opiumhaͤndler an, bei den Chinesischen Be⸗

doͤrden auf Hindernisse zu stoßen, worauf in Folge der immer wieder⸗ kehrenden Belaͤstigungen, und weil die Chinesischen Sceraͤuber immer

beschwerlicher wurden, die Opiumhaͤndler in der Lark's Bai, wo der Opiumhandel lange betrieben worden war, im Jahre 1794 eines ihrer Schiffe ausschließlich mit diesem Artikel beluden und furchtlos nach Whampoa hinaufsegelten, wo sie, ohne von den Mandarinen oder Anderen im mindesten belaͤstigt zu werden, beinahe 1 ½ Jahre blieben, und von jener Zeit an wurde der Opiumhandel in Whampoa in immer groͤßerer Ausdehnung bis zum Jahre 1819 betrieben.“

Ueber die Art der Fuͤhrung des jetzigen Krieges bemerkt der

Commandeur Bingham:

„Die Verluste der Chinesen seit dem Beginn der Feindseligkei⸗ ten koͤnnen in runden Zahlen auf 15,000 bis 20,000 Mann und ungefaͤhr 1800 Geschuͤtze von jedem Kaliber, nebst einer ungeheuren Masse anderen Kriegsmaterials, geschaͤtzt werden. Ihre Seemacht ist fast vernichtet; aber alle diese Verluste sind fuͤr die Chinesische

1842.

Auch fingen

Nation nur wie ein Tropfen Wassers, und gleich der vielkoͤpfigen

Hoydra schießt sie neue Armeen hervor, sobald die vorherbestehenden Graͤßlich war das Gemetzel in den Straßen von

vernichtet sind.

Ningpo, welche von den Englaͤndern besetzte Stadt bekanntlich die

ruͤckten durch das suͤdliche und westliche Thor vor, und die Wachen zogen sich vor ihnen zuruͤck. Als sie bis auf den Marktplatz in der Mitte der Stadt gekommen waren, wurden sie von unseren in Schlacht⸗ ordnung aufgestellten Truppen mit lebhaftem Feuer empfangen. Dieses ploͤtzliche Hemmniß kuͤhlte ihren Eifer so sehr ab, daß ihr

einziger Zweck nur noch darin zu bestehen schien, so schnell wie moͤg⸗ ommen, wobei sie aber in der engen

lich aus der Stadt hinaus zu Straße in dichten Massen auf einander gedraͤngt wurden. Die Artillerie kam nun herbei, protzte innerhalb hundert Schritten von den Fluͤchtlingen ab und richtete ein fuͤrchterliches Feuer von Trau⸗ ben⸗ und Kartaͤtschen⸗Schuͤssen gegen sie. So furchtbar war die Vernichtung von Menschenleben, daß man die Leichen auf beiden Seiten der Straße aufschichten mußte, um der Artillerie eine Passage zu oͤffnen, worauf dieselbe und das 49ste Infanterie⸗Regiment die Fluͤchtlinge noch mehrere Miles weit verfolgten; 8 9000 Chinesen sollen bei dieser Gelegenheit umgekommen seyn, waͤhrend die Englaͤn⸗ der nur 2 bis 3 Todte und etwa 12 Verwundete hatten. Bei Anninghoy gerieth in aͤhnlicher Weise ein dicht gedraͤngter Haufe von Fluͤchtlin⸗ gen zwischen die das Ufer bestreichenden Kanonen des Linienschiffes „Blenheim“ und die Geschuͤtze einer Reihe von Kanonenboͤten, und eine Menge von wehrlosen Menschen verlor das Leben.“

Es heißt jetzt, daß Lord Lyndhurst den Lord Abinger zum Nachfolger als Lord⸗Kanzler erhalten werde.

Das Unternehmen, auf den gefaͤhrlichen Goodwin Sands einen Leuchtthurm zu errichten, ist fehlgeschlagen. Die darauf errichtete Unterlage wurde waͤhrend des letzten stuͤrmischen Wetters zerstoͤrt,

indem ein mit Bauholz beladenes Schiff daran prallte, welches

mit den drei darauf befindlichen Menschen unterging. b Der Deutsche Gesangslehrer Herr Mainzer, der, wie fruͤhe in Paris, so jetzt in London mit gluͤcklichem Erfolg Tausende von jungen Leuten der unbemittelteren Volksklassen im Gesang unter⸗ richtet und dadurch in weiten Kreisen sittlich bildend und veredelnd wirkt, hat jetzt von Sir Henry Bishop, Professor der in Edinburg, und Sir J. Forrest, dem dortigen Provost a meister), eine Einladung nach der Schottischen Hauptsta 1 ten, um auch dort sein Unterrichts⸗System einzufuͤhren.

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Ungefaͤhr 12,000 Chinesen

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