18 Cent. pro 100 Kilogr., waͤhrend das im Steinkohlenfeuer ge⸗ häͤmmerte Englische Eisen in unseren Haͤfen nur 22 Fr. 88 Cent. kostete, also ein Unterschied von 25 Fr. 30 Cent. stattfand; aber dafuͤr betrug der Eisenzoll, der vorzuͤglich auf dem Englischen Ei⸗
sen lastete, 113 pCt. 1 Nach einer eben so gewissenhaften als gruͤndlichen Pruͤfun fand die betreffende Kommission diesen Zoll zu hoch. Sie riet
daher der Regierung, den Zoll auf das Gußeisen um ein Drittel . tabeisen um ein Fuͤnftel zu reduziren, doch fuͤr das letztere den bestehenden Zolltarif noch durch fuͤnf Jahre Dieser Rath wurde nur theilweise befolgt. Man vertagte jede Art von Zollverminderung auf das Gußeisen und schlug den Kammern vor, die von der Kommission angerathene Verminderung eines Fuͤnftels auf das im Steinkohlenfeuer ge⸗ haͤmmerte Eisen in zwei Fristen einzutheilen, naͤmlich: 1 Zehntel mit Anfang Januar 1835 und das zweite Zehntel am 1. Januar
nunnd den auf das
dauern zu lassen.
1840 eintreten zu lassen.
Diese Modificationen wurden in den Gesetz⸗Entwurf vom 17. Mai
1829 gebracht, der aber nicht zur Diskussion kam, bekanntlich weil er in Folge eingetretener politischer Ereignisse vertagt und Aber anstatt diese Re⸗ duction, wie der Gesetz⸗Entwurf vom Jahre 1829 vorschlug, in zwei Fristen vorzunehmen, fuͤhrte sie die Ordonnanz vom 10. Oktober 1835 mit einemmale aus und verminderte zugleich Diese Maßregel wurde mit einiger Ausdehnung durch das Gesetz vom 2. Juli 1836 be⸗
erst im Jahre 1835 angenommen wurde.
den Zoll auf Gußeisen um einen Fr.
staͤtigt, welches Gesetz noch jetzt in Wirksamkeit ist und demzu⸗ folge die Verminderung des Zolls auf Gußeisen auf 2 Fr. und des Zolls auf Stabeisen auf ein Viertel festgesetzt ist. Demnach betragen die gegenwaͤrtigen Zoͤlle 7 Fr. pro 100 Kilogr. auf das rohe Gußeisen und 18 Fr. 75 Cent. auf Stabeisen. — Diese Maßregeln, die den allgemeinen Industrie⸗Interessen gaͤnstig sind, scheinen nicht im mindesten die inlaͤndische Metall⸗ Industrie beeintraͤchtigt zu haben. Zur Zeit, als die Kommission voon 1828 niedergesetzt wurde, gab es in Frankreich: 3 Gußeisen Stabeisen Metr. Ctr. Metr. Ctr. 393 Hochoͤfen, mit einer Production von 2,209,177 1295 Hammerwerke H n Im Jahre 1834 zaͤhlte man Sen 502 Hochoͤfen mit einer Production von 2,690,636 1687 Hammerwerke Im Jahre 1839 zaͤhlte man 14 569 Hochoͤfen mit einer Production von 3,502,000 gi⸗ 2022 Hammerwerke 2,318,000 Also in einem Zeitraum von eilf Jahren hat sich die Production des Gußeisens um 58 pCt. und die des Eisens um 53 pCt. ver⸗ mehrt. Der Betrag der Einfuhr dieser Artikel war in den naͤm⸗
ichen Epochen folgender: h8 8 Gußeisen Stabeisen
. Metr. Ctr. Metr. Ctr. Im Jahre 1829 wurden zum Verbrauch ein⸗ gefuͤhrt
77,996 55,421 Im Jahre 1834 103,32 64,329 Im Jahre 1839. 160,456 55,910
Daraus ergiebt sich also, daß, wenn im Verbrauch fremden
Gußeisens eine Vermehrung eintrat, die Einfuhr des Stabeisens
dagegen beinahe fortwaͤhrend die naͤmliche blieb, und daß uͤbrigens
die gesammte Einfuhr des Eisens nicht 4 pCt. der inlaͤndischen
Production betrug.
Was den Preis anbelangt, so giebt ihn der Bericht der Kom⸗ nission vom Jahre 1828 folgendermaßen an: lhar Gußeisen 18 Fr. 64 Cent. pro 100 Kilogr.
1 Stabeisen 48 ⸗ 18 ⸗ ⸗ 100 ⸗
Die amtlichen Berichte, die von der Bergwerks-Verwaltung
fuͤr den Markt von Paris im Jahre 1839 hieruͤber geliefert wur⸗
den, waren 8
fuͤr das Gußeisen 15 Fr. 44 Cent. pro 100 Kilogr.
8 fuͤr das Stabeisen 37 ⸗ 73 ⸗ ⸗ 100 ⸗
Im Jahre 1841 ergaben sich folgende Preise:
fuͤr das Gußeisen 14 Fr. 92 Cent. pro 100 Kilogr.
fuͤr das Stabeisen 33 ⸗ 37 ⸗ ⸗ 100 ⸗
also zwischen beiden Jahren findet man eine Preis⸗Verminderung
von 20 pCt. auf das Gußeisen und 28 ½ pCt. auf das Stabeisen.
Die Franzöoͤsischen Eisenhaͤmmer haben in der neuesten Zeit vielfache und bedeutende Verbesserungen erfahren, wovon unten gesprochen werden soll. Die Regierung hat nach Kraͤften diesen Aufschwung unserer Metall⸗Industrie beguͤnstigt, und es ist bekannt, was sie thut und zu thun vorhat, um durch die Erleichterung der Wasserstraßen und Verminderung der Wegesteuer den dringendsten Beduͤrfnissen dieser Industrie zu entsprechen. Wohl ist es wahr, daß mittlerweile auch die Englischen und Belgischen Eisenhaͤmmer sich vervollkommnet haben; um sich davon zu uͤber⸗ zeugen, braucht man nur die Vermehrung ihrer Ausfuhr zu be— trachten, woruͤber wir offizielle Dokumente besitzen; denn Bel⸗ gien, welches im Jahre 1831 nur kaum 27,325 metrische Centner Gußeisen ausfuͤhrte, hatte im Jahre 1838 an 62,000 ausgefuͤhrt; und England, welches im Jahre 1829 174,000 metr. Ctr. Guß⸗ eisen und 637,000 metr. Ctr. Stabeisen ausfuͤhrte, hat im Jahre 1839 552,000 metr. Ctr. Gußeisen und 1,386,000 metr. Ctr. Stabeisen ausgefuͤhrt.
‚Nichtsdestoweniger sind die Preise in England nicht besonders gewichen. Im Jahre 1828 waren sie fuͤr das Gußeisen von 989 Fr., in demselben Jahre fuͤr das gehaͤmmerte Eisen 16 Fr. 25 Cent. bis 17 Fr. 50 TCent., waͤhrend das rohe Gußeisen heut⸗ zutage zu 10 Fr. 50 Cent. und das Stabeisen zu 17 Fr. verkauft wird. In Velgien steht der Mittelpreis des Gußeisens auf 12 Fr.
5 Cent. und der des Stabeisens auf 23 Fr., obwohl eine niedere E1“ 1h 5 1c Cent. 95 und ₰ verkauft wird.
88 en bestehenden Tarif, der 70 pCt. auf das Guß⸗
eisen und 110 pCt. auf das gehaͤmmerte Eisen beipage ner
lassen, oder ihn zum großen Vortheil der industriellen, landwirth⸗ schaftlichen und Handels⸗Interessen einer neuen Verminderung un⸗ terziehen? Zu bemerken ist noch hierbei, daß das Schywedische Eisen, welches 2x der Einfuhr in Frankreich bildet (von den 56,000
netr. Centnern, die im Jahre 1840 eingefuͤhr 9 eingefuͤhrt wurden, waren nicht weniger als 51,000 Schwedisches Eisen), im Jahre 55 C w eisen), im Jahre 1834 in Stock⸗
25 Fr. — Cenc. koßte 11““
Im Falle eine Verminderung des Eisen⸗Tariss r .
u welcher Epoche muͤßte sie in Lbekn enFariss 1178 89 eressen der inlaͤndischen Industrie zu gefaͤhrden?
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schmiede⸗Waaren erwaͤhnt werden. Diese fuͤnf Handels⸗Artikel sind von der Zoll⸗Verminderung, welche das Stabeisen und Gußeisen im Jahre 1835 und 1836 erfuhren, ausgeschlossen worden; dem⸗ nach besteht zwischen ihnen und den beiden letzteren ein merklicher Unterschied in dem gegenwaͤrtigen Zoll⸗Tarif. Das Eisenblech, welches auf Franzoͤsischen Schiffen eingefuͤhrt wird, zahlt 40 Fr. pro 100 Kilogr., natuͤrlicher Stahl 60 Fr. und Poslener das Doppelte davon; eiserne Handwerkszeuge zahlen nach erschiedenheit der Gattung 50 — 200 Fr. Naͤgel und Messer⸗ schmiede⸗Waaren sind durchaus verboten. Es entsteht daher die Frage, ob dieser Zoll⸗Tarif mit dem gegenwaͤrtigen Stand und den Beduͤrfnissen der Fabrication im Einklang sieht oder nicht, und ob derselbe nicht eine verhaͤltnißmaͤßige Verminderung, wie der des Stabeisens und Gußeisens im Zahre 1835 und 1836, erfahren sollte, und im Falle beide letztere Artikel eine neue Be⸗ guͤnstigung erhielten, ob diese dann nicht verhaͤltnißmaͤßig auf das Eisenblech, Stahl, Handwerkszeuge, Naͤgel und Messerschmiede⸗ Waaren zuruͤckwirken muͤßte? Die vorzuͤglichsten Verbesserungen, welche seit funfzehn Jah⸗
ren die Eisen⸗Industrie in Frankreich erfuhr, sind folgende: Brennmaterial. zact-
1826— 1827. Erster Versuch um zur Laͤuterung des Gußei⸗ sens Steinkohlen anstatt der Holzkohlen zu verwenden. Erfindung der sogenannten Laͤuterung der Champagner, die spaͤter in Bur⸗
gund, Perigord, Normandie ꝛc. eingefuͤhrt wurde. 1828. Anwendung der Kohlenblende zum Guß des Eisens.
Dieser Versuch gelingt nur schwach, und erst im Jahre 1837 wird
dieser Brennstoff mit vollkommenem Erfolg benutzt.
1830 — 1835. Anwendung des Torfes in den Eisenhaͤmmern des Departements des Landes und in den Kupfer⸗ und Zinkhaͤm⸗ mern des Departements de l'Eure.
1835. Anwendung des gruͤnen Holzes statt der Holzkohlen in vielen Eisenhaͤmmern der Departements Haute⸗Saoôone und Doubs, so wie des getrockneten Holzes. Daraus entsteht eine große Ersparniß fuͤr gewisse Fabricationen.
Kuͤnstliche Vorrichtungen.
Seit 10—15 Jahren Umbau der meisten Hochoͤfen, die nicht nur hoͤher als fruͤher gebaut wurden, sondern zwei Luftroͤhren statt einer erhielten. Neu angelegte Blasbaͤlge, die jetzt eine vier⸗ bis fuͤnfmal groͤßere Quantitaͤt Luft in die Hochoͤfen treiben. In vielen Ortschaften wurden Dampfmaschinen als treibende Kraft statt des Wassers eingefuͤhrt.
1832. — Anwendung der warmen Luft (was seit 1829 in Schottland eingefuͤhrt wurde) bei den Hochoͤfen des Departements Isere. Dieses Beispiel ward bald in anderen Gegenden befolgt, der Erfolg davon ist verschieden, doch im Ganzen gluͤcklich.
1836—1838. Verbrauch der verlorenen Flamme. Die⸗ ses Verfahren ist das wichtigste unter allen, die zur Vervoll⸗ kommnung der Metall⸗Industrie bsgeg dge haben. Es besteht darin, in eigenen Roͤhren das aus dem Behaͤlter sich verlierende Gas aufzufangen und es zur Laͤuterung des Gußeisens, oder zur Beleuchtung der Werkstaͤtten, zu verwenden. So z. B. heitzt zu Fourchambault, Chaͤtillon u. s. w. die Flamme der Oefen mit Reverberir⸗Feuer die Kessel gewaltiger Maschinen.
1836— 1837. Wiederherstellung der Schmiedhaͤmmer im Departement Ariege. ¹ Zahl der vom Jahre 1800 — 1839 in Frankreich neu errich⸗ teten oder neu hergestellten Hochofen. Neu errichtet. Hergestellt. 1800 — 1811 7 1““ 1811—1830 E11“ 1830 — 1839 112 ECö “ Tota 232 15 11“ Wenn man dazu 400 Hochdͤfen, die Frankreich im Jahre 1800 besaß, zaͤhlt, so findet man fuͤr das Jahr 1839 eine Gesammtzahl von 648 Hochoͤfen.
Aus den offiziellen Tabellen geht noch hervor, daß seit 15 Jahren (1825— 1839) 208 Hochoͤfen errichtet wurden, waͤhrend in den vorangehenden 25 Jahren nur 40, worunter 12 mit Torf⸗ Feuerung, berechtigt wurden.
Man hat zu gleicher Zeit sich bemuͤht, mittelst neuer Vorrich⸗ tungen die Masse der Production zu vermehren. Im Jahre 1825 lieferte jeder Hochofen in Frankreich im Durchschnitt 4200 metr. Ctr. Gußeisen. Im Jahre 1837 war die Mittelzahl schon 7100 metr. Ctr.
Zum Schluß fuͤgen wir noch eine tabellarische Uebersicht der Production, der Einsuhr und des Verbrauchs des Gußeisens in Frankreich waͤhrend der letzten 20 Jahre, von 1821 bis 1841, nach offiziellen Dokumenten hinzu.
Gan⸗
Einfuhr
Jahr. Verbrauch.
Production. aus
aus 5 anderen England. Laͤndern.
aus Belgien.
8 Waͤre es vielleicht nicht besser, anstatt eine all t 2 Verminderung auf das fremde Eisen einzufuͤhren, 8. eeen. Begüͤnstigungen in Folge voͤlkerrechtlicher Vertraͤge einzelnen Laͤn⸗ dern und fuͤr einzelne Artikel, wie z. B. Eisenschienen fuͤr Eisen⸗ bahnen, einzuraͤumen?
Dies sind die Fragen, welche jetzt zur Entscheidung vorliegen. Zum Schluß muß noch der Industrie des Eisenbleches, des Stah⸗ jes, der eisernen Handwerkszeuge, der Naͤgel und der Messer⸗
Metr. Etr. Metr. Ttr. Metr. Ftr.
27,284 32,182 25,405 34,307 32,610 30,496 17,991 34,261 5,460 23,888 25,843 33,848 2,279 35,895 ⁊26,197 .38,700 30,508 29,626 55,107 29,336 17,529 256,309 28,582 31,590 44,795 34,721 46,708 38,457 85,494 56,658 85,349 93,036 119,582 53 862 115,315 36,374 98,790 31,113 113,209 50,864
82,622 “ 78,222 72,295 74,226 113,534. 77,945
87,601
“
2,048,294 2,059,891 2,171,965 2,242,157 2,296,778
77,996 2,249,345
93,282 2,356,890
47,481] 2,295,535
67,999 2,318,351
81,399 2,440,397 103,362 2,793,998 167,992 3,115,889 199,617 3,283,617 177,592 3,494,592 162,793 3,640,793 160,456 3,662,456 160,945
1,975,999 1,985,665 2,058,43
2,164,212 2,209,177 2,171,249 2,263,608 2,248,054 2,250,352 2,360,998 2,690,636 2,947,997 3,084,000 3,317,000 3,478,000 3,502,000
104,8900 64,120 191,600
Berlin-Potsdamer Eisenbahn.
In der Woche vom 18. bis incl. den 24. October c. sind auf der Berlin-Potsdamer Eisenbahn gefahren 11“ ¹) zwischen Berlin und Potsdam 9129 Personen Da. rbhne - Steglitz 79 4 ““
E11““
Meteorologische Beobachtungen
üF. mah er e vna 182 12218 B st gürplh
1842. M. n 24. Okt. 6 Re.
Abends 10 Uhr.
Naecbmittags 2 Ubr.
Nach einmaliger Beobachtung.
Luftdruck.. 329,01“ Par. 331,10“ Par. QAuellwärme 7,3° h. Luaftwärme.. + 3,6° h. .+ 4,8° h. Flasswärme 5,5° h. Thaupunkt — 0,0° h. ö— 0,1° n. Bodenwärme 9,1°9 h. Dunstsättigung 73 pct. 70 pct. Wetter beiter. beiter.
Niederschlag 0.
2 + 1,7 R. Tagesmittel: 330,10 Per. + 6,20 n. — 0,4 °h.. 76 pct. s8s0.
Ausdümstung 0,026 nb.
Wüirmeweecbsel + 9,9
DBerliner Börs e. h vgns Den 25. Oktober 1842. r 18]
Pr. Cour. Beief.
Pr. Cour. Erief. Geld.
Fonds. 8
8 Actien.
82 Geld. 8
103 ⅞
St. Sebuld-Sch.*) 102 ¾⅔
Pr. Eungl. Obl. 30. Präm. Seb. der Seebandlung. Kur- u. Neumüärk.
Schuldverschr. 1 Berl. Stadt-Obl.*) * Danz. do. in Th. Westp. Pfandbr. Grossh. Pos. do. Ostpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Schlesische do.
103 ⅞ 102
89 ½
102 101½ 48 — 103 102 ½
106 — — 102 ¾ 103 ½ 103 ⅔ 104 ½ 103 ½ 102 ⅔ —
122 102 120 ¾
Brl. Potsa. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Mgd. Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Brl. Aub. Kisenb. do. do. Prior. Obl. Düss Elb. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Rhein. Kisenb.
do. do. Prior. Obl. Berl.-Frankf. Eis.
Priedrichsd'or Andere Goldmün-
zen à 5 Th. Disconto.
102 ¼ 1032 103 58 ¾ 96 79 98½ 101
13 ½
90 ½⅔ ₰ 102 ⅔
,ene bAn
SS —2
— 1
10¾ 93 3 4
*) Der Käufer vergütet auf den am 2. Januar 1843 fülligen Coupon †¼ pct.
Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr. Brief. Geld.
1304
150 ½
149 ½ 6 24 ½
79;
1037
102¾
99 ⁄2
102 1 1¾
Wechsel-Cours.
Amsterdauemm 82. 2250 rI.
do. 250 Pl. Hamburg 2
Kurz * 2 Mt. 139 ½ Kurz 150 ⅞ 2 Mt. 150 ½ 3 Mt. 6 24 ½ 2 Mt. 79 ½ 2 Mt. 103 ⅔ 2 Mt. —
2 Mt. 99 ¼ 8 Tage — 2 Me. — 3 Wocb. —
Breslau Leipzig in Courant im 14 Tbl. Pnss. 100 Thlr. Frankfurt a. M. W .. .* 150 PI.
Petersburgg 2*₰* 1 Shhl.
Auswärtige Börsen. Amsterdam, 21. Okt. Niederl. wirkl. Sch. 52 ½. 5 % do. 1014⁄%. Kanz-Rill. —. 5 % Span. 15 %. 3 % do. —. Pass. —. Ausg. —. Zinal. —. Preuss. Präm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 108 ¾.
Antwerpen, 20. Okt. Zinsl. —. Neue Anl. 15 ⅛ Br.
Paris, 20. Okt. 5 Rente ün cour. 119 5. 3 x½ Rente fin cour. 80. 25.
Anl. de 1841 —. 5 Neapl. fin cour. 108. 45. 5 ½ Span. Rente 22. Pass. —. Wien, 20. o0L. 5 ⅛6 Met. 109. 41 100 ¾. 3 8½ 76 ½. 25½2, —.
15 —. Bank-Actien 1621. Aul. de 1834 140 ¾. de 1839 109 ¾.
“ E“ Schauspiele.
ittwoch, 26. Okt. Im Schauspielhause: Auf Allerhoͤ Befehl: Antigone, Tragoͤdie von husbs ne Anfang der Vorstellung um 7 Uhr. Donnerstag, 27. Okt. Im Opernhause:
2 Die Erholungsreise. Hierauf: Der hinkende Teufel. (Dlle. Fanny isi6⸗ g als Gastrolle.) 16
Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen des er
Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc. - 9 Im Schauspielhause: 1) Clémence, ou: La fille de Pavocat. 2) Le tyran d'une femme. v 1I1II“
Königsstädtisches Jheater.
Mittwoch, 26. Okt. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) La Sonnambula. (Die Nachtwandlerin.) Opera in 2 Atti. Plusica del Maestro Bellini.
Preise der Plaͤtze. Ein Platz in der Fremden⸗Loge: 1 dg⸗Segr. ꝛc. 1b- 8 4 vert uͤcher, in Italienischer und Deutscher Sprache, sind im u“ und Abends an der Kasse 8 5 Sgr. zu haben. Der Anfang der Italienischen Opern⸗Vorstellungen ist um halb 7 Uhr. Die Kasse wird um halb 6 Uhr assnes. b Donnerstag, 27. Okt. Prinz und Apotheker, oder: Der Der Muttersegen, oder:
letzte Stuart.
Frreitag, 28. Okt. Zum erstenmale: Die neue Fanchon. Schauspiel mit Gesang in 5 Abth., nach dem Franzoͤsischen des G. Lemoine. Musik von Proch. (Erste Ab⸗ theilung: Muttersegen. — Zweite Abtheilung: Das Leiermaͤdchen. — Dritte Abtheilung: Die Entfuͤhrung. — Vierte Abtheilung: Der Treubruch. — Fuͤnste Abtheilung: Die Heimkehr.) Personen: Die Marquise von Sivry, Mad. Adami. Hektor, Achilles Bouicard, Commandeur einer befestigten Citadelle in Savoyen, der Marquise Bruder, Herr Beckmann. Andrée, Herr Stoͤlzel. Das Fraͤulein von Elbée, Mad. Eichenwald. Marcell, Pastor des Dorfes, Herr Haͤnsel. Loustalot, Paͤcher, Herr Eichenwald. Martha, seine Frau, Mad. Urbaneck. Marie, ihre Tocher, Dlle. Kindler. Chonchon, Savoyardin, Mad. Beckmann. Pierre, Jaquot, Charlotte, Fanchette⸗ Savoyarden, Herr de Marchion, Herr Grobecker, Herr Bartsch, Dlle. Bartsch. Laroque, Verwalter auf dem Gute der Marquise, Herr Mannsberg. Lafleur, Bedienter, Herr Helbing. Ein Diener des Marquis, Herr Nachly. Eine Kammerfrau, Dlle. Radmann.
Marktpreise vom Getraide. * Berlin, den 24. Oktober 1842. 8
Zu Lande: Weizen 2 Rthlr. 10 Sgr., auch 2 Rthlr.; Rog⸗ gen 1 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf., auch 1 Rthlr. 21 Sgr.; große Gerste 1 Rthlr. 11 Sgr. 11 Pf., auch 1 Rthlr. 9 Sgr.; kleine Gerste 1 Rthlr. 10 Sgr., auch 1 Rthlr. Regr. Hafer 1 Rthlr. 5 Sgr., auch 1 Rthlr. 1 Sgr. 3 Pf..; Erbsen 2 Rthlr. 20 Sgr., auch 1 Rthlr. 28 Sgr. 9 Pf. Zu Wasser: Weizen 2 Rthlr. 10 Sgr., auch 2 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf.; Raggen 1 Rthlr. 23 Sgr. 2 Pf.; große Gerste 1 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf.; kleine Gerste 1 Rthlr. 5 Sgr.
Sonnabend, den 22. Oktober 1842. Das Schock Stroh 10 Rthlr. 5 Sgr., auch 9 Rthlr. 15 Sgr. Der Centner Heu 1 Rthlr. 10 Sgr., auch 1 Rthlr. 1 1 E111“*“ Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
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Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.
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Berlin, Donnerstag den 27sten Oktober
1113“
Amtliche Nachrichten. Ständische Lcheschten.. Sitzung vom 21. Oktober. Annahme der vorgeschlagenen Vermehrung der Salzverkaufs⸗Stellen. 82* Nußland und Polen. St. Petersburg. Ruͤckkehr des Kai⸗
.-Me r gen⸗ in Kasan.
Frankreich. aris. und Durchsuchungs-Traktat. — Gas⸗Beleuchtung. — Gerichtlicher Permischtes. — Brief aus Paris. (Der Widerstand gegen die Zoll⸗Vereinigung mit Belgien; Kanada.)
Großbritanien und Irland. London. Ihre Maiestaͤt in ge⸗ segneten Umstaͤnden. — Klagen uͤber die fremden Tarife. — Samm⸗ lung Haͤndelscher Manuskripte. — Vermischtes. — Schreiben aus London. (Der Durchsuchungs⸗Vertrag.)
Niederlande. Haag. Die Generalstaaten und die Provinzial⸗ stände. — Der Vertrag mit Belgien abgeschlossen.
Schweden und Norwegen. Stockholm. Schwedische Handels⸗ schiffe in allen Russischen Haͤfen mit den dortigen gleichgestellt. — Neue Handelsstadt in Angermanland. 88 b
Deutsche Bundesstaaten. Regensburg. Worte Sr. Majestaͤt bei dem Feste in Kelheim. 8
Italben. Padua. Die Versammlung der Italienischen Natur⸗
orscher.
Spanien. Briefe aus Paris. (Das Geburtsfest der Koͤnigin; die Vormundschaft; Geldnoth. — Carnerero; die Tabacks⸗ Fabrik in Santander geschlossen.) 1“
Serbien. Schluß der historischen Darstellung der Ereignisse in
Serbien. Türkei. Konstantinopel. Mehmed Ali's Wuͤnsche. — Sir
111“
Stratford Canning und Riza Pascha in der Syrischen Angele⸗ b
genheit. Inland. Berlin. Allerhoͤchste Kabinets⸗Ordre, die Censurfreiheit der uͤber 20 Bogen starken Druckschriften betreffend. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Auffuͤhrung von Meyer⸗ beer's Robert der Teufel. — Jubel⸗Vorstellung der Madame Schroͤck.
Amtliche Nachrichten. “ Kronik des Tages.
Se. Durchlaucht der Landgraf und Ihre Koͤnigl. Hoheit die Frau Landgraͤfin Wilhelm zu Hessen und Hoͤchstderen Tochter, die Prinzessin Auguste, sind nach Stralsund ab⸗
gereist. Der Notariats⸗Kandidat Johann George Backes ist zum
Notar fuͤr den Friedensgerichts⸗Bezirk 86aS im Landgerichts⸗
Bezirk Koblenz, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Luͤtzerath,
ernannt worden.
Ständische Ausschüsse.
Berlin, 22. Okt. In der Sitzung vom 2lsten d. M. war zunaͤchst die Angelegenheit wegen Realisirung des, von des Koͤnigs Majestaͤt Allerhoͤchst verheißenen Steuer⸗Erlasses durch Herab⸗ setzung der Salzsteuer, zum Vortrage bestimmt.
Vor dem Beginn dieser Berathung that sich der Wunsch der Versammlung kund, die Gesinnungen des Dankes fuͤr die huld⸗ reichst verfuͤgte Einberufung der vereinigten Ausschuͤsse in einer besonderen Adresse an des Koͤnigs Majestaͤt auszudruͤcken. Auf die Bemerkung des praͤsidirenden Finanz⸗Ministers aber, daß der Geschaͤftsordnuͤng gemaͤß, seine Leitung sich nur auf die Berathung uͤber Gegenstaͤnde seines Dienst⸗Ressorts beschraͤnke, beschloß die Versammlung auf den Antrag eines ihrer Mitglieder, die Dank⸗ sagung fuͤr die Gabe des Koͤniglichen Vertrauens in dem Proto⸗ kolle uͤber die Tages⸗Sitzung niederzulegen.
Nach Anleitung der bereits in der Allg. Preuß. Staats⸗ Zeitung abgedruckten Denkschrift gelangte sodann die Frage we⸗ gen des Steuer⸗Erlasses und zunaͤchst die zur Begutachtung der Versammlung gestellte Frage uͤber die ö zur Er⸗ zielung eines maͤßigen Salzpreises im leinverkauf zur ausfuͤhrlichen Eroͤrterung.
Es wurden mehrere, von dem in der Denkschrift angedeute⸗ ten Verfahren abweichende, Vorschlaͤge gemacht, wovon derjenige die meiste Unegrstshung fand, daß, anstatt die Salzfaktoreien zu vermehren und die fuͤr den Zweck disponibel Jhe Summe von 180,000 Rthlr. hierauf zu verwenden, es wirk samer seyn duͤrfte, den Detaillisten einen angemessenen Rabatt beim en gros⸗Einkaufe zu bewilligen, mit der Verpflichtung, das Salz beim Klein⸗Ver⸗ kaufe an die Konsumenten genau zum festgesetzten Durchschnitt der Faktorei⸗Preise abzugeben. Man ging hierbei von der An⸗ sicht aus, daß ohne diese Maßregel, wenn auch den Detail⸗Ver⸗ kaͤufern der Bezug des Salzes noch so sehr erleichtert werde, die ihnen unentbehrliche Provision doch immer nur von den Konsu⸗ menten in kleinen Quantitaͤten allein getragen werden muͤsse, also gerade der aͤrmere Theil der Bevoͤlkerung hoͤher besteuert bleibe, als der wohlhabende, welcher den unmittelbaren Einkauf seines Bedarfs in der Faktorei bewerkstelligen koͤnne.
Diesem Vorschlage ward jedoch entgegengestellt, daß die Be⸗ willigung eines Rabatts entweder zu dem Mißbrauch fuͤhren wuͤrde, denselben unter dem bloßen Vorwande des Wiederverkaufs en detail von solchen Salzkaͤufern in Anspruch genommen zu sehen, welche nur den eigenen Bedarf damit zu decken beabsichtigten, oder daß der Rabatt nur auf einzelne privilegirte und unter Kontrolle zu stellende Detaillisten wuͤrde beschraͤnkt werden muͤssen, was eine Uebertragung des Monopols auf einzelne Privat⸗Personen in sich schließen wuͤrde, ohne Buͤrgschaft dafuͤr, daß der kleine Konsument fuͤr den fixirten Preis auch wirklich richtiges Gewicht und unge⸗ faͤlschte Qualitaͤt erhalte. Da bei der Erhebung der Salzsteuer zugleich eine Waare abgegeben werde, so sey ein Unterschied zwi⸗ schen dem en gros- und dem Detailpreise, wie bei jedem anderen
Verbrauchs⸗Arkikel, unvermeidlich, und zur moͤglichsten Verringe⸗
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Die Verhandlungen mit Belgien und der
St. Petersburg, 20. Okt.
rung dieses Unterschiedes erscheine eben nur die vF Transportkosten durch vermehrte und gehoͤrig vertheilte Salz⸗ faktoreien und die Freiheit der Konkurrenz beim Kleinverkauf das geeignete Mittel.
Dabei aber ward der Wunsch, ausgesprochen, daß durch den Verkauf möglichst kleiner Quantitaͤten von Salz auf den Fakto⸗ reien, der armeren Klasse der Konsumenten die Anschaffung zu den gesetzlichen Preisen erleichtert und der Zwischenhandel beschraͤnkt werden moͤge. 1 —
Die demnaͤchst durch namentlichen Aufruf bewirkte Abstim⸗ mung uͤber die Frage:
ob die Versammlung mit der in der Denkschrift vorgeschlagenen Maßregel, durch Vermehrung der Salzverkauf⸗Stellen auf die Erzielung eines maͤßigen Salzpreises eee einverstan⸗ den sey, ergab 87 bejahende und 11 verneinende Stimmen, und der An⸗ trag: daß Vorsorge getroffen werden moͤge, um das Salz auf den Fak⸗ toreien in möͤglichst kleinen Quantitaͤten kaͤuflich zu machen, ward einstimmig beschlossen.
Zeitungs-Nachrichten.
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Rlußland und Pole Se. Majestaͤt der Kaiser ist am 17ten d. M. wohlbehalten in Zarskoje⸗Selo eingetroffen. Laut offiziellen Berichten aus Kasan koͤnnen wir jetzt anzei⸗ gen, daß außer dem Hauptgebaͤude der Universitaͤt und dem Kli⸗ nikum, noch folgende Baulichkeiten der Hochschule erhalten wor⸗ den sind: 1) das Gebaͤude, in welchem sich das physikalische Ka⸗ binet und das chemische Laboratorium befinden; 2) das angto⸗ mische Theater; 3) das Bibliothek⸗Gebaͤude; 4) der oͤstliche Fluͤgel
fuͤr die Dienerschaft; 5) die Badestube fuͤr die Studenten und das Waschhaus. Außerdem sind unversehrt erhalten worden: alle Ka⸗ binette, die Bibliothek und sogar alle astronomische und magne⸗ tische Instrumente. Abgebrannt sind: 4 Gebaͤude, und zwar: das astro⸗ nomische Observatorium, das Haus des Rektors, das Haus in welchem die Beamten der Universität wohnten, und der westliche Fluͤgel fuͤr die Dienerschaft. — Die Rettung des groͤßten Theiles der Uni⸗ versitaͤts⸗Gebaͤude, die Erhaltung der vielen und kostbaren wissen⸗ schaftlichen und Kunstschaͤtze, Instrumente, Buͤcher, Minera⸗ lien u. s. w. verdankt die Universitaͤt dem ausgezeichneten Eifer und der musterhaften e des Rektors der Univer⸗ sitaͤt, Wirklichen Staatsraths Lobatschewßkij, des Inspektors Achmatow, der Chefs der verschiedenen Anstalten, so wie der Beamten und Studenten, welche saͤmmtlich unter der persoͤnlichen Leitung des Kurators des Kasanischen Lehrs⸗Bezirks, Geheimen Raths Mußin⸗Puschkin, von 10 Uhr Morgens bis 11 Uhr in der Nacht, d. h. bis zu der Zeit, wo fuͤr die erhaltenen Universi⸗ taͤts⸗Gebaͤude nichts mehr zu fuͤrchten blieb, rastlos thaͤtig waren.
Frankreich.
Paris, 21. Okt. Der Koͤnig der Belgier wird bis zum 13ten k. M. im Schlosse von St. TCloud bleiben und sich dann mit dem Herzoge von Nemours nach der Graͤnze begeben, um der feierlichen Erbffnung der Eisenbahn von Tourcoing beizuwohnen. Man glaubt, daß der Koͤnig Leopold alsdann nach Paris zuruͤck⸗ kehren wird, um sich neuerdings mit dem Handels⸗Traktat zu be⸗ schaͤftigen, da die Unterhandlungen vor der Ruͤckkehr des Herrn Teste zu keinem entscheidenden Resultate fuͤhren koͤnnen.
Der Courrier de la Gironde, der durch seine Mitthei⸗ lungen aus Paris jetzt mehr als je die Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, enthaͤlt in seinem neuesten Blatte Folgendes: „Die Bel⸗ gische Angelegenheit ist bis zur Ruͤckkehr des Herrn Teste vertagt. Man versichert, daß einige Mitglieder des Kabinettes, und na⸗ mentlich Herr Guizot, den die Schwierigkeiten, welche sich dem Zoll⸗Vereine entgegenstellen, erschrecken, anfangen zu schwanken. Herr Duchatel hat sich jetzt den Gegnern des Traktates zugesellt. Der Graf Molé, mit dem der König Leopold kuͤrzlich eine lange Unterredung hatte, ist durchaus guͤnstig gestimmt fuͤr die Union, zu der unter seinem Ministerium der erste Plan entworfen wurde. Indeß hat er dem Koͤnige der Belgier nicht verhehlt, daß der Zoll⸗ Verein nur etwas auf Kosten der politischen Individualitaͤt Bel⸗ giens zu Stande kommen koͤnne. Herr Thiers haͤlt mit seiner Meinung zuruͤck, was auch Herr Rossi in der Revue des deux Mondes sagen moͤge. Seine Neigung und seine Antecedentien sprechen nicht zu Gunsten der Union, aber da er gern seine oko⸗ nomistischen Grundsaͤtze seiner politischen Stellung aufopfert, so wird er sich nicht aussprechen, bevor nicht der passende Augenblick gekommen ist. Was die Kammern betrifft, so ist die Ansicht der Deputirten-Kammer vielleicht ungewiß, aber die Pairs⸗Kammer wird feindselig gegen den Zoll⸗Verein gesinnt seyn. — Man be⸗ schaͤftigt sich im Ministerium der auswaͤrtigen Angelegenheiten ernstlich mit der vollstaͤndigen Abschaffung des Durchsuchungs⸗ Rechtes. Herr Guizot bietet als Ersatz fuͤr die Aufloͤsung der Vertraͤge von 1831 und 1833 einen Handels⸗Traktat an. Da⸗ durch wuͤrde die Schwierigkeit auf eine fuͤr beide Laͤnder nuͤtzliche Se geloͤst werden. Wir wuͤnschen Herrn Guizot den besten Erfolg.“
m Commerce liest man: „Ein Journal meldet, daß die Deputirten der Departements, deren Interessen sich durch den Plan eines Zoll⸗Vereins mit Belgien so sehr bedroht finden, sich
zu Paris versammeln, und sich zu berathen beginnen, um einen
Widerstand gegen die Plaͤne des Hofes und des Herrn Guizot zu organisiren. Wir bringen diese Nachricht zur Kenntniß ihrer Kollegen, welche ohne Zweifel sich gleich bereitwillig zeigen wer⸗ den, eine Pflicht zu erfuͤllen, welche ihnen die Interessen des Lan⸗ des wie ihrer Kommittenten auflegen. Es ist uͤbrigens die Sache der Waͤhler selbst, bei diesem wichtigen Umstande dse Saumseligen
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1842.
anzuspornen. Dringend ist es, daß die Deputirten das Kabinet vor der doppelten Hinreißung, vor dem Einflusse des Hofes und der Presse des Herrn Thiers, bewahren.“ Im Jahre 1836, als Herr Gabriel Delessert die Polizei⸗Praͤ⸗ fektur von Paris uͤbernahm, existirten in der ganzen Stadt erst 300 Gaslampen. Herr Delessert ließ es eine seiner Hauptsorgen seyn, diese Beleuchtungsart auszudehnen, und die Munizipal⸗Be⸗ hoͤrde unterstuͤtzte ihn dabei nach besten Kraͤften. Die Zahl der Gasflammen ist jetzt schon auf 4813 gestiegen. Die Zahl der Straßen, Plaͤtze und Quai's, welche auf diese Weise erleuchtet werden, belaͤuft sich auf 640, welche eine Laͤnge von 168,000 Me⸗ tres repraͤsentiren. Um ganz Paris mit Gas zu erleuchten, muͤs⸗ sen noch ungefaͤhr 4900 Gaslampen eingerichtet werden. Man hofft, in nicht gar zu langer Zeit diese Aufgabe zu loͤsen. Die gestrige Sitzung des hiesigen Kriegsgerichts enthuͤllte ein seltsames Beispiel von einem juridischen Irrthume, und es hat bis jetzt noch nicht aufgeklaͤrt werden koͤnnen, durch welchen ge⸗ heimnißvollen Umstand ein Individuum sich wegen eines Verbre⸗ chens, das es nicht begangen hatte, absichtlich verurtheilen ließ. Aus den Debatten geht Nachstehendes hervor. Im Laufe des Jahres 1841 verurtheilte das Kriegsgericht in Lyon einen Mann, der sich Didier nannte, zu fuͤnfjaͤhriger Zwangsarbeit. Derselbe war beschuldigt, von dem 12ten Linien⸗Regimente desertirt zu seyn. Didier widersprach der Anklage auf keine Weise, sondern raͤumte seine Schuld ein, und erklaͤrte, daß er das Regiment zu der in der Klage angegebenen Zeit verlassen habe. Die vorgefor⸗ derten Zeugen bestaͤtigten die Anklage, und Didier, der uͤbrigens niemals beim 12ten Regiment gedient hatte, ward verurtheilt. Trotz dieser Verurtheilung beharrte er bei seinem Entschlusse, trug nicht auf Cassation an und ward wenige Tage darauf abgefuͤhrt. Im Monat November v. J., als das 12te Linien⸗Regiment im
Begriff war, die Garnison von Lyon zu verlassen, verhaftete die
Gendarmerie ein Individuum, dessen Signalement genau mit dem des Deserteurs uͤbereinstimmte. Es war dies der wirkliche Didier, der den Instructions⸗Richter in große Verlegenheit setzte, da we⸗ gen des angefuͤhrten Vergehens schon ein Individuum desselben Namens verurtheilt worden war. Die beiden Didiers wurden konfrontirt, und es ergab sich bald, daß die Verurtheilung des Ersteren auf einem Irrthume beruhte. Da das 12te Li⸗ nien⸗Regiment jetzt in Paris garnisonirt, so ward der echte Didier hierher gebracht, um als Deserteur verur— theilt zu werden. Er ward gestern vor Gericht von seinem fruͤ⸗ heren Schlafkameraden im Regimente rekognoszirt, und auch von einigen anderen mit Bestimmtheit fuͤr den wirklichen Deserteur er⸗ kannt. Der erstgenankte Zeuge erwiederte auf die Frage des Praͤ⸗ sidenten, ob er nicht bei dem fruͤheren Prozesse als Zeuge vorge⸗ laden worden sey: „Nein, mein Oberst. Aber ich erfuhr durch einige Kameraden, daß der andere Didier, den man verurtheilt hatte, diesem nicht sehr aͤhnlich saͤhe. Er war groͤßer. An dem Tage, wo der in Lyon verurtheilte Didier vor dem Regimente de— gradirt wurde, sah ich wohl, daß es nicht der rechte Didier war.“ — Der Praͤsident: „Warum setzten Sie denn nicht Ihren Capitain von diesem Umstand in Kenntniß?“ — Antwort: „Ich dachte nicht daran, und uͤbrigens ging es mich auch nichts an.“ — Der Präͤsident zu dem Angeklagten: „Auf welche Weise hat denn Didier, der in Lyon verurtheilt wurde, euren Namen und Vornamen und alle naͤheren Umstaͤnde eurer Angelegenheit erfahren?“ — Der Angeklagte: „Ich habe jenen Didier in dem Gefaͤngnisse von Lyon gesehen, als er mit mir konfrontirt wurde. Er sagte, daß er von meiner Lage habe sprechen hoͤren und die eingezogenen Erkundigungen benutzt habe, um sich verurtheilen zu lassen. „„Sie haben mich als Deserteur verurtheilen wollen““, fuͤgte er hinzu, „„und ich habe ihnen ihren Willen gelassen.““ Ich habe jenen Menschen fruͤher niemals gekannt und weiß nichts von ihm.“ — Der An⸗ geklagte wurde zu dreijaͤhriger Zwangs-Arbeit verurtheilt. Da nun 2 Personen wegen desselben Vergehens verurtheilt worden sind, ohne daß man bis jetzt die Beweggruͤnde des falschen Didier hat erforschen koͤnnen, so wird in dieser Beziehung eine neue Un⸗ tersuchung eingeleitet werden, die wahrscheinlich zur Freisprechung des falschen Didier fuͤhren wird.
Die Fregatte „Belle Poule“, an deren Bord sich der Prinz von Joinville und der Herzog von Aumale befinden, hat am 16ten d. M., begleitet von der Korvette „La Coquette“ und dem Dampfboote „Asmodé“, den Hafen von Brest verlassen.
In Folge der mehrfach erwaͤhnten Broschuͤre, worin von der angeblich indirekten Theilnahme des Prinzen Louis Bonaparte bei der Ausgabe falscher Englischer Schatzscheine besprochen wird, soll der Justiz⸗Minister jetzt einige seiner Beamten nach dem Fort Ham abgeschickt haben, um den Prinzen Louis zu verhoͤren. Diese Maßregel heißt es, waͤre Wirkung einer Note, die Lord Cowley unmittelbar nach seiner Ruͤckkehr aus London dem Herrn Guizot zugestellt haͤtte. Es ist uͤbrigens bekannt, daß der Prinz Louis bereits gegen die in jener Broschuͤre enthaltenen Behauptungen reklamirt und Vorkehrungen getroffen hat, um den Verfasser ge⸗ richtlich zu belangen.
Der Graf Alexander Delaborde, Adjutant des Koͤnigs, Mit⸗ glied der Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften, vormaliger Deputirter, ist gestern in Paris mit Tode abgegangen.
An der Boͤrse herrscht vollkommener Stillstand in den Ge⸗ schaͤften. Die Spekulanten scheinen sich auf keine neue Operation einlassen zu wollen, bevor nicht die Frage ber einen Zoll⸗Verein mit Belgien irgend eine entscheidende Wendung genommen hat.
Paris, 21. Okt. Die durch den Plan eines Franzoͤsisch⸗ Belgischen Handels⸗Vereins bedrohten Fabrik⸗Interessen organisi⸗ ren in aller Stille einen maͤchtigen Widerstand gegen dieses Pro⸗ jekt. Die Deputirten der Departements, welche durch die Ver⸗ wirklichung desselben am meisten gefaͤhrdet werden wuͤrden, stellen sich auf getroffene Verabredung schon jetzt sehr zahlreich in Paris ein, um sich uͤber die Maßregeln zur Vereitlung der Bemuͤhun⸗ gen der Anhaͤnger der Vereins⸗Idee zu verstaͤndigen. Wahrhaft komisch ist der Zorn, den man von gewissen Seiten uͤber diese Taktik
der Gegner des Zoll⸗Vereins laut werden laͤßt. Politiker, die ihre