“ Ctr. Reis zum Mittelpreise von 4 Rthlr.
DSDie Vereinigten Staaten fuͤhlten die Nothwendigkeit, wirk⸗ same Schritte zur Sicherung und Vermehrung des Absatzes hrer Erzeugnisse zu thun; um die fortwaͤhrend rasch steigende Einfuhr moͤglichst auszugleichen und den sͤdlichen Staaten die
Glruͤnde zur Anfechtung des Tarifs zu 1—— Sie richteten
eshalb ihre Blicke auf ihre Abnehmer in Europa und glaubten in Deutschland am leichtesten mit ihren Wuͤnschen durchdringen u koͤnnen, weil die Handels⸗Politik des großen Deutschen Zoll⸗ Vereins die mildesten Verkehrs⸗Grundsaͤtze gegen das Ausland aufstellte. Seit dem Jahre 1835 sind Abgeordnete der Vereinig⸗ ten Staaten unablaͤssig bemuͤht gewesen, den verschiedenen Regie⸗ rungen Deutschlands die unberechenbaren Vortheile einer merkan⸗ tilischen Annaͤherung an die Union darzulegen; es ist von den Einzelnheiten dieser Verhandlungen bis jetzt nicht viel mehr ver⸗ oͤffentlicht, als was gelegentlich in Bowring's Bericht uͤber den Deutschen Zoll⸗Verein und in einem weniger bekannt gewordenen Berichte eines der Amerikanischen Unterhaͤndler vom 31. August 1839 mitgetheilt worden ist. Die wichtigsten Notizen aber enthalten drei (ihrer Zeit confidentielle) Memoriale vom 22. April, 4. und
22. Juli 1838, aus denen wir hier Einiges entnehmen, um darzulegen,
wie sehr man absichtlich bemuͤht gewesen ist, die Wichtigkeit und Lbbe⸗ ralitaͤt der Vereinigten Staaten als Abnehmer Deutscher Erzeug⸗ nisse und auf der anderen Seite die unbillige Behandlung der erheblichsten Export⸗Artikel der Union durch die Zollsaͤtze des großen Deutschen Zoll⸗Vereins, in gehoͤriges Licht zu setzen. —
Die Vereinigten Staaten verlangen eine Ermaͤßigung der Ein⸗
gangs⸗Abgaben des großen Deutschen Zoll⸗Vereins auf ihren rohen
Taback und auf ihren Reis. Der rohe Taback, sagen sie, ist
mit Zollsaͤtzen belegt, welche 75 pCt. des Mittelwerths der Ame⸗
rikanischen Blaͤtter und mehr als 150 pCt. des Mittelwerths der
Stengel betraͤgt. Dieses sey um so weniger zu vertheidigen, weil
nach den Grundsaͤtzen des Zoll⸗Vereins die Einfuhr von Rohstoffen
zur Fabrication beguͤnstigt werden soll. Ursache der Unbilligkeit sey die gleiche Besteuerung der Tabacke der Vereinigten Staaten mit den Tabacken Westindiens und Suͤd⸗Amerika's, weil letztere einen zwei⸗ bis dreimal so hohen Werth haben als erstere. Weil nun eine allgemeine Herabsetzung des Tabackzolls aus finanziellen
Ruͤcksichten vielleicht nicht thunlich sey, sollen Differenzial⸗Zoͤlle
zu Gunsten der Vereinigten Staaten aushelfen. Aehnliche Be⸗
wandtniß habe es mit dem Reis, welchen eine Eingangs⸗Abgabe von 75 pCt. treffe.
Bei .. Ss obiger Unterhandlungen ist ferner eine Be⸗ rechnung des Werths der gegenseitigen Exporten versucht, und an⸗ statt hinsichtlich der Ausfuhren der Vereinigten Staaten nach Deutschland sich an die Einfuhrlisten des großen Deutschen Zolls⸗Vereins oder an die Ausfuhrlisten ihres eigenen Staats zu halten, haben die Unterhaͤndler der Vereinigten Staaten fuͤr ihre drei wichtigsten Exporten nachstehende Betraͤge berechnet:
300,000 Ctr. roher Taback, wovon ² als Blltter, 5 als Stengel angenommen und ein Mittelpreis von 6 ½ Rthlr. pro 11114“*“ 1,850,000 Rthlr.
120,000 Ctr. Baumwolle zum Mittelpreise von b pro Ter. 16 Rechle. . . .. . . ..... 1,920,000
A& Ip Wer. . . 1ö“ 300,000
2188 z aller Leinen⸗Fabrikate geschaͤzt auf 1,526,250 Rthlr. 8 aller Seidenstofffe.. 778 ,1⸗b b. 2.92 1,017,500 ⸗ aller Fabrikate aus Wolle . 508,750 ⸗ Glaswaaren e-r.Kergel. 7öv⸗SS.Le. 508,750 verschiedener Waaren z. B. Getraide, Quin⸗ caillerieen, Strumpfwaaren u. s( w.. 508,750 ⸗
Zusammen auf 70770,000 Rehir. und die Zoll⸗Einnahme der Vereinigten Staaten von diesen Arti⸗ keln soll nicht mehr als 5 ½ pCt. betragen haben. Zufolge einer Schaͤtzung ergiebt sich indessen, daß nach einem Durch⸗ chnitt der Jahre 1835 bis 1840 die Vereinigten Staaten aus Deutschen Haͤfen Waaren zum Werthe von jaͤhrlich 6,221,000 Rthlr. oder, mit 25 pCt. Zuschlag fuͤr deren hoͤheren Werth am Be⸗ stimmungsorte, vielmehr fuͤr etwa 7,776,000 Rthlr. an Werth em⸗ pfangen haben. Ferner steht fest, daß von allen Deutschen Im⸗ porten, gegenwaͤrtig nur Flachs, Haͤute, Wolle und Haderlum⸗ pen eingangsfrei, acht andere Artikel dagegen einem hoͤheren Zolle als 20 pCt. des Werthes unterworfen sind: man kann da⸗ her ohne Zweifel behaupten, daß die Vereinigten Staaten von den dort eingehenden Erzeugnissen Deutschlands im Durchschnitt min⸗ destens 20 pCt. des Werthes erheben.
In einem uns vorliegenden Nord⸗Amerikanischen Manuskripte wird behauptet, die Durchschnitts⸗Ausfuhr Deutschlands sowohl direkt als durch Holland und Frankreich nach den Vereinigten Staaten habe einen Werth gehabt: in den Jahren vom 1. Okto⸗ ber 1834 bis Ende September 1836 von 9,895,000 Rthlr. (7,420,096 Dollars); im Jahre 1836—37 von 11,600,000 Rthlr. (8,700,000 Dollars). Woher ein Amerikaner die Notizen zu die⸗ sen Berechnungen haben kann, ist uns nicht erklaͤrlich, weil die von uns nachgesehenen Ausfuhrlisten Frankreichs und Hollands einen Unterschied nach Bestimmungsorten nicht machen. Jedenfalls aber sind diese Angaben zu hoch, denn will man auch zugeben, daß der Werth der Ausfuhren Deutschlands durch Vermittelung fremder Haͤfen (z. B. von Seidenwaaren uͤber Havre, von Wolle uͤber England) den Werth der Ausfuhr fremder Erzeugnisse aus Deutschen Haͤfen uͤbersteigt; so kann der Ueberschuß doch so be⸗ deutend nicht seyn, um z. B. fuͤr die Jahre 1834—36 fast 3,000,000 Rthlr. zu betragen. Man wird nach alle diesem sich von der Wahrheit nicht weit entfernen, wenn man den Gesammt⸗ werth aller Deutschen Erzeugnisse, welche nach den Vereinigten Staaten ausgefuͤhrt werden, auf jaͤhrlich durchschnittlich 8,500,000 Rthlr. an Werth, den Werth aller Einfuhren an Erzeugnissen der Union in Deutschland (also auch der durch Vermittelung frem⸗ der Haͤfen zu uns Gelangenden, welche obige Angaben nicht ent⸗ halten) auf 17,000,000 Rthlr. schaͤtzt.
Dagegen belief sich der Werth des Ein- und Ausfuhrhandels der Vereinigten Staaten mit den Britischen Reichen in Europa
und Frankreich, in den Jahren: Ausfuhr nach den Einf. von d. Verein. Staaten. Verein. St.
“
I Zusam̃men 7,070,000 Rrhir. wovon die Zoll⸗Einnahme auf 1,875,000 Rthlr. veranschlagt ist (Taback 5 ½ Rthlr., Reis 3 Rthlr., Baumwolle frei), welches einer Auflage von etwa 46 pCt. des Werths gleichkommen wuͤrde. Fuͤr den gegenwaͤrtigen Augenblick duͤrfte der Betrag und Werth des von obigen Ausfuhr⸗Artikeln der Vereinigten Staaten nach dem gesammten Deutschland gelangenden Theils (nach den Einfuhrlisten der einzelnen Deutschen Haͤfen und den Aus⸗ fuhrlisten der Union) etwa folgendergestalt zu berechnen seyn: 504,000 Ctr. roher Taback werth in Deutschland durchschnittlich
“ 4 Rthlr. Rthlr. 1830 Großbritanien und Irland: 32,692,000 34,000,000 Franlnesch.. 10,296,000 15,266,000 1840] Großbritanien und Irland: 44,984,000 72,252,000 849/ Frankreich 23,431,000 25,217,000
Die vorenthaltenen Zahlen geben uns wenigstens annaͤhernd einen Maßstab zur Beurtheilung des Interesses sowohl der Nord⸗ Amerikanischen Union als der Staaten Deutschlands, hinsichtlich des gegenseitigen Verkehrs. Thorheit wuͤrde seyn, wegleugnen zu wollen, daß Deutschland ein lebhaftes Interesse, na⸗ mentlich beim Absatze mancher seiner Erzeugnisse nach den Vereinigten Staaten hat; allein eben so irrig ist, wenn selbst Deutsche Schriftsteller und oͤffentliche Blaͤtter, verleitet durch aus der Luft gegriffene Behauptungen solcher Personen, die ein sehr lebhaftes Interesse dabei haben, die Wichtigkeit der Verei⸗ nigten Staaten fuͤr Deutschland in ein moͤglichst guͤnstiges Licht zu stellen, durch Ueberschaͤtzung der Wichtigkeit der Vereinigten Staaten fuͤr unseren Export, zur Verdunkelung der Wahrheit mitgeholfen haben. Sehr richtig ferner ist, das kein Land Euro⸗
Staaͤten, ungeachtet der Konkurrenz anderer Tropenlaͤnder, niemals werden entbehren koͤnnen, vielmehr deren fortdauernd gesteigerte Einfuhr zu erwarten ist.
Die Wichtigkeit, welche Nord⸗Amerika als neues Vaterland vieler Deutschen fuͤr uns hat, wird aber, wie fast mit Bestimmt⸗ heit vorherzusehen ist, nicht dauernd seyn; wenn die dorthin ausgewanderten Deutschen (wie bis jetzt mit der Mehrzahl we⸗ nigstens in zweiter Generation geschieht) zu Anglo⸗Amerikanern werden. Will Deutschland die Vortheile sich bewahren oder viel⸗ mehr erwerben, welche fuͤr den Verkehr allerdings aus Deutschen Etablissements in anderen Welttheilen sehr bedeutend hervorgehen koͤnnen, so muͤssen Deutschlands Regierungen dahin wirken, daß die Auswanderung nach den Vereinigten Staaten einigermaßen werde. Daß solches weder durch Zwang noch durch Ge⸗ etze geschehen kann, liegt zu Tage, allein es giebt noch manches andere Mittel, wodurch auf die Bildung von Gemeinden, Distrik⸗ ten, Staaten, in denen die Deutschen Ansiedler uͤberwiegen, hin⸗ gewirkt werden kann; selbst beim Abschlusse von Vertr gen zur Erleichterung des Verkehrs mit den Vereinigten Staaten sollte man dieses hoͤchst wichtige Ziel nicht aus den Augen verlieren. Dergleichen Vertraͤge Deutschlands (oder vorerst des großen Deut⸗ schen Zoll⸗Vereins) mit der Nord⸗Amerikanischen Union sind fuͤr beide Theile hoͤchst wuͤnschenswerth, und deshalb wuͤrde ihr Zu⸗ standekommen durch alle thunlichen Zugestaͤndnisse unsererseits zu erleichtern seyn. Allein man lasse sich nicht durch Repressalien⸗ Drohungen einschuͤchtern, vorzuͤglich jetzt nicht mehr, wo die Ver⸗ einigten Staaten durch dergleichen Maßregeln immer am meisten verlleren wuͤrden. Im Jahre 1838 wurden Amerikanischerseits erhoͤhte Einfuhr⸗Zoͤlle auf Deutsche Leinen, Glaswaaren und Sei⸗ denstoffe, als Retorsions⸗Maßregeln gegen die Einfuhr⸗Abgaben des Zoll⸗Vereins auf rohen Taback und Reis, vorgeschlagen. Der Reis ist dann um 33 ½ pCt. herabgesetzt und dennoch ist die Ame⸗ rikanische Zoll⸗Erhoͤhung erfolgt, sedoch nicht als Repressalie, son⸗ dern als Maßregel finanzieller Nothwendigkeit. Dieselbe Finanz⸗ Ruͤcksicht ist auch fuͤr Beibehaltung des Taback⸗Zolls von 5 ½ Rthlr. ein Grund gewesen, und in den Vereinigten Staaten moͤge man nicht uͤbersehen, daß der Deutsche Zoll⸗Verein ihre Stapel⸗Aus⸗ fuhr⸗Artikel bei weitem besser behandelt, als die uͤbrigen großen Staaten Europa's.
Traurige wiederholte Erfahrungen haben gelehrt, daß bei dem bisherigen Bank⸗Systeme, bei den jetzigen Bankerott⸗Gesetzen, bei den Schwierigkeiten, welche sich dem Einziehen von Forderungen
von Amerikanischen Buͤrgern taͤglich mehr entgegenstellen, ein solider Verkehr mit den Vereinigten Staaten nur schwer gefuͤhrt werden kann. Bevor die Bundes⸗Gesetzgebung diese Hindernisse nicht be⸗ friedigend beseitigt, verlohnt es sich kaum, dem Verkehr durch Ver⸗ traͤge foͤrderlich seyn zu wollen; denn Rechts⸗Sicherheit und Ver⸗ trauen sind vnentbehlliche Grundlagen jedes Verkehrs.
Stettin, im September 1842.
1
Meteorologische Beobachtungen.
72 Sgr. 11 Pf. bestehr⸗ 3) Joseph alias Anton Ferdinand Machner, Sohn [II. die unbekannten Erben des J
““ W1“ 5,040,000 Rthlr. (der dritte Theil des Gesammt⸗Ex⸗ EE11“1“ 495,000 Ctr. Baumwolle, in Deutschland durch⸗ scchnittlich werth 20 Rthlr.. .39,900,000 ⸗ (etwa der 10te bis 12te Theil der Ge⸗ 8 sammt⸗Ausfuhr.) “
190,000 Etr. Reis, in Deutschland werth durch⸗ 8 ttetec, 7 Rethtr... ... 1,330,000 ⸗
8 Gesammtwerth dieser Exporten 75,270,000 Rehlr. Da die Eingangs⸗Abgaben auf obige Artikel jetzt wie folgt bestimmt sind pro Zoll⸗Centner: Taback: im großen Deutschen Zoll⸗Vereine 5 Rthlr. 15 Sgr., in Oesterreich 8 Rthlr. 12 Sgr., im Nordwest⸗Deutschen Zoll⸗Vereine 1 Rthlr. 1½ Sgr.; Baum⸗ wolle: resp. frei, 1 Rthlr. 5 Sgr. und frei; Reis: resp. 2 Rthlr. 15 Sgr. und 1 Rthlr. 1 ½ Sgr.; im uͤbrigen Deutschland aber unbedeutenderen Abgaben unterworfen sind: so ergiebt sich, daß die von den Deutschen Staaten fuͤr jene Erzeugnisse der Vereinigten Staaten erhobenen Eingangs⸗-Abgaben, im Mittel 17 pCt. des Werths derselben nicht uͤbersteigen. Der Werth der Ausfuhren der Erzeugnisse der Vereinigten Staaten nach Deutschen Haͤfen hat nach offiziellen Listen betragen: G EEEEE11ö““ 1,567,387 Dollars
1111“*““ 1,682,978
8 11“ EI* 1892. “““ ke1““ 1,158,226 L““ 111“ 1,007,829 . 11“ 1,745,157 . Zobb11“ 1,938,99bb ⸗ 18ööööö 2,421,875
Dex Werth der Deutschen Er 1 Uelches diin
8, der zeugnisse, welche die Verei⸗ E1ö“ saͤhrüich durchschnittlich empfangen, ist in den oben⸗ 9 üngaben der Amerikanischen Bevollmaͤchtigten wie
nachsteht geschäͤtzt:
pa's auch nur entfernt so viele Aussichten fuͤr dauernden und sich steigernden Export darbietet als die Nord⸗Amerikanische⸗Union; sehr richtig auch, daß das Zoll⸗System der Vereinigten Staaten, im Vergleiche mit den Zoll⸗Systemen Rußlands, Frankreichs, Englands u. s. w., noch fortwaͤhrend maͤßig genannt werden kann. Sodann muß unbedingt zugestanden werden, daß schon die 1 ½ Millionen Deutsche, welche in den Vereinigten Staaten seit den letzten 25 Jahren sich angesiedelt haben, falls solche und ihre Nachfolger Deutsche Sprache, Sitte und Gesinnung bei⸗ behalten, jenem Staate eine besondere Wichtigkeit fuͤr uns ge⸗ bei, welche durch fortwaͤhrende Auswanderung dorthin gesteigert wird. Allein der Export Deutscher Artikel nach den Vereinig⸗ en Staaten wird ungeachtet der raschen Vermehrung der Bevoͤl⸗ kerung hoͤchst wahrscheinlich nicht zunehmen, wenigstens nicht er⸗ heblich. Der Einfuhr⸗Zoll, welcher z. B. die Deutschen Leinen jetzt trifft, wird die meisten Sorten um so mehr von den Maͤrkten der Union ausschließen, weil Maschinen⸗Gespinnst und Gewebe der Handarbeit ohnehin schon eine sehr gefaͤhrliche Konkurrenz berei⸗ ten, und weil Irlaͤndische und Schottische Leinen die unsrigen schon hart bedraͤngen. Auf Getraide⸗ oder Mehl⸗Ausfuhr ist nur nach besonders unguͤnstigen Aerndten der Vereinigten Staaten etwas zu rechnen; denn von der Durchschnitts⸗Production kom⸗ men auf jeden Bewohner jetzt schon fast 4 ½ Bushel Weizen, 30 Bushel der uͤbrigen Getralde⸗Arten und gegen 6 ½ Bushel Kar⸗ toffeln. Die rasche und bedeutende Vermehrung der eigentlich industriellen Betriebe, so wie die verhaͤltnißmaͤßig bereits be⸗ deutende Zahl der durch die veredelnde Industrie beschäaͤftigten Per⸗ sonen (Landwirthschaft zur Fabrication wie 8 zu 2), lassen fast mit Gewißheit voraussehen, daß der jetzige Schutz⸗Tarif viele Deutsche Waaren in naher Zeit schon uͤberfluͤssig machen wird; waͤhrend wir den Taback und die Baumwolle der Vereinigten
Bekanntmachungen.
Oeffentliche Vorl Es werden adung.
nigen unbekannten Erben: Florian Kl
1) Jacob Hahn, angeblich aus Bayern vormals Uhrmacher in Silberberg, ecnnn, 5) 18145 in sein Vaterland zuruͤckgekehrt seyn soll, 7. 89. dessen Vermoͤgen in 114 Thlr. 11 Sgr. be⸗ steht, 2) Franz und Florian Gebruͤder Langer aus Protzan, des Hauslers Franz 85age- Soͤhne, schon vor 1801 latitirend, deren Vermoͤgen in 32 Thlr.
sen Vermog
ar von Olbersdorf, verschollen seit belsze dessen Vermogen in 7 Thlr. 15 Sgr. 5 Pf.
Heinrich Autenrieth aus Stuttgart Ul v giment v. Sanitz, an hiesiger Gerichtsstelle auf dem Rathhause vor brschollen um 18 sen Hehrn Ditektor mesfei anberaumten Termine vanpthingen 40 8 riftlich oder persoͤn zu melden und weitere An⸗ ; 3 ; 42. weisung zu gewaͤrtigen, widrigenfalls die Verscholle⸗ Berliner Kunst-Ausstellung im J. 1842 d nen fuͤr todt erklaͤrt, die Vermoͤgensmassen aber, un⸗ wesend seit 1831, des⸗ ter Ausschließung der unbekannten Anspruchs⸗Be⸗ rechtigten, den sich legitimirenden Erben oder dem Koͤniglichen Fisrus werden zugesprochen und nach
150 Thlr. bet 6) Franz Biatear 2
aus Heinersd Bittner, Tis Leife unchelicher Sohn der Barbara
en 61 Thlr. 19 Ige. betraͤgt;
ohn des Haͤuslers
06 — 7, dessen Vermöͤgen circa dem
ittner, auch Steiner genannt,
1842. Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger 29. Okt. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
Luftdruck.. 334,00“ Par. 334,34“ Par. 334,87 Par. Quellwärme 7,70 R.) Luftwärme +- 4,0° R. + 8,1° Rn. + 2,80 R. Flusswärme 4,89 R. Thaupunkt + 2,1 ° R. + 1,9 h. + 0,20 R. Bodenwärme 9,02 ,R. Dunstsättigung 85 pct. 60 pcCt. 80 poCt. Ausdünstung 0,022, Rb. Wetter.. regnig. heiter. beiter. Niederschlag 0,007 Rb. Wind.. Wsw. wsw. WSW. Wuärmeweobeel + 8,70 Wolkenzug... WSW. + 0,7° ü.
Tagesmittel: 334,40 Par.. + 5,00 R.. — 1/,4 h.. 75 pct. Wwsw.
Auswärtige Börsen. Amsterdam, 26. Okt. Niederl. wirkl. Sch. 52 ½. 5 % do. 101 ¾.
Kanz-Bill. —. 50 Span. 15 9%. 3 6 do. —. Pass. —. Ausg. —. Zinsl. —. 2* Preuss. Präm. Sch. 160. Pol. —. Oesterr. 108. dr f
Antwerpen, 25. Okt. Zinsl. —. Neue Anl. 15 ¼.
Hamburg, 28. Okt. Bank-Actien 1635. Rngl. Russ. 108 ½8. London, 25. Okt. Cons. 3 ½ 93 ⅞. Belg. 103 ½. Neue Anl. 17 ¼. Pas sive 3 5. Ausg. Sch. 9 ⅞. 2 ½ 3% Holl. 52 ½. 5 % 100 ½. 5 ⅛ Port. 38. 3¼ 22 ⅛. Engl. Russ. 113. Bras. 63 ½. Chili 82. Columb. 20 ½¼. Mex. 32 ½. Peru 15 ⅞. Paris, 25. Okt. 5 % Rente üin cour. 118. 80. 3 Rente fin cour. 80. 10.
Anl. de 1841 —. 5 x⅔ Neapl. au compt. 108. 45. 5 ½ Span. Rente —. Pass. —. Wien, 25. 0kt. 5 6 Met. 108 ½. 4 ½ 100 ½. 3 i 76 ½. 2 ½ —. 1 6 —. Bank-Actien 1619. Aunl. de 1834 141 ¾. de 1839 109 ½.
AFznigliche Schauspileet. Montag, 31. Okt. Im Schauspielhause: Clavigo, Trauer⸗ spiel in 5 Abth., von Goͤthe. Dienstag, 1. Nov. Im Opernhause: Die Hochzeit des igaro.
5 Im Schauspielhause: Spectacle demandé: La Calomnie. (Mlle. Destrée continuera ses débuts par le roͤle de Madame
4
Königsstädtisches Theater. Montag, 31. Okt. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) I Ca- puleti ed i Montecchi. Opera in 4 Atti. Musica: i primi 3 Atti del Maestro Bellini, utimo Atto del Maestro Vaccai. Textbuͤcher, in Italienischer und Deutscher Sprache, sind im Billet⸗Verkaufs⸗Buͤreau und Abends an der Kasse à 5 Sgr. zu haben.
Dienstag, 1. Nov. Muttersegen, oder: Die neue Fanchon.
—ͤ.——— Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Allgemeiner Anzeiger für die Preußischen Staaten. win Gaüstbsnler gon wer cs gsitkende hnen
Vermoͤgen in 36 Thlr. 9 Sgr. 6 Pf. besteht I. die nachbenannten Verschollenen und ihre etwa⸗ ¹) Carl Franz Joseph Klar, j
Reichenau, unehelichen Sohnes der Theresia ge⸗ naͤheren Maßgaben der Gesetz borenen Kahler, nachher verehelichten Bauer Geis⸗Frankenstein in Schlesien, den 11. Oktober 1842. ler, welcher am 21. April 1832 als Schuhmacher⸗(L. S.) Koͤnigl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht. Lehrling zu Reichenstein 18 Jahr alt verstorben ist und circa 177 Thlr. Vermoͤgen hinterlassen hat, aufgefordert, sich vor oder spaͤtestens in dem auf
den 31. Juli 1843
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.
A11“ verabfolgt werden.
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Literarische Anzeigen. Bei mir ist so eben erschienen und in allen Buch⸗
nden: Bericht uͤber die
Elegant broschirt 10 Sgr. Carl J. Klemann, Burgstr. 8 (2 Treppen).
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Dienstag den 1sien November
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Inhalt.
rankreich. Paris. Guͤnstige Nachrichten aus Algier. — Ver⸗ veeshres — Briefe aus Paris. (Systematischer Widerstand gegen den Zoll⸗Verein mit Belgien; die Reliquien des heiligen Augusti⸗ nus; Literarisches. — Elsenbahnen; Haltung der Presse in der Belgischen Zoll⸗Frage; Stellung der Woll⸗Produzenten in derselben.) Großbritanien und Irland. London. Ueber die Zeit der Par⸗ laments Einberufung. — Abreise des Fuͤrsten Esterhazy. — Bedin⸗ gungen der den Boers bewilligten Amnestie. — O'Connell's Ver⸗ theidigung gegen den Vorwurf des Eigennutzes. — Wieder⸗Ver⸗ sammlung des weiblichen Chartisten⸗Vereins. — Vermischtes. Schweden und Norwegen. Stockholm. Zunahme von Schwe⸗ dens Handel. — Christiania. Die Mannschaft des „Inger⸗ manland”. — Norwegisches Budget. 4 2 Deutsche Bundesstaaten. Muͤnchen. Buͤrgerschafts⸗Fest zur Feier der Vermaͤhlung des Kronprinzen. — Leipzig. Feuers⸗ brunst. — Neu⸗Strelitz. Offizielle Anzeige von der Verlobung des Erbgroßherzogs. — Darmstadt. Eisenbahn nach Frank⸗ furt a. M. und Baden. — Brief aus Frankfurt a. M. (Boͤrse; neue Opern; galvanoplastische Arbeiten.)
Oesterreich. Wien. Der Tuͤrkische Gesandte. Spanien. Brief aus Madrid. (Die Sendung des Herrn Carne⸗ rero; die Volljaͤhrigkeit und die Vermaͤhlung der Koͤnigin; Ver
Fö
Portugal. Differenzen in den Verhandlungen mit Rom. — Finanz⸗ und Handels⸗Angelegenheiten, 2 3 ü 1 Aegypten. Alerxandrien.
Zusatz zu der Nachricht in Nr. 287 der Allg. Preuß. Staats⸗
Zeitung vom 16ten d. M. uͤber den artesischen Brunnen zu Paris im Schlaͤchthause von Grenelle. sich d⸗
Beilage. Stähndische Ausschüsse. setz⸗Entwurf wegen Benutzung der Kunst und Literatur.
er Privatfluͤsse. Wissenschaft Eine wichtige Entdeckung. w
be 6 . 1 5 1 m. Nei 82 an ZBeitungs-Nachrichten. 7912 2
Ausland.
E Frankreich.
Paris, 26. Okt. Die ganze Koͤnigliche Familie wird sich in der ersten Haͤlfte des naͤchsten Monats nach Dreux begeben, um daselbst am 13. November, als an dem Tage, wo die Trauer fuͤr den Herzog von Orleans abgelegt wird, einem Gottesdienst in der Grab⸗Kapelle des Hauses rleans beizuwohnen.
Der Kriegs⸗Minister hat von dem General de Bar, dem in⸗ terimistischen Gouverneur von Algier, zwei vom 15ten d. datirte Depeschen erhalten. In der einen meldet er, daß er von der Ex⸗ pedition des General⸗Gouverneurs Nachrichten erhalten habe. Dieser hatte am 13ten sein Lager am Isser aufgeschlagen. Gene⸗ ral Bugeaud schreibt, daß er die Truppen unter Ben⸗Salem an⸗ gegriffen und nach allen Richtungen hin zerstreut habe. Dieses Ereigniß macht, wie er sagt, alle bis jetzt stattgehabten Unterwer⸗ fungen dauernd und vernichtet gaͤnzlich die Macht und den Ein⸗ fluß Ben⸗Salem's. Der General⸗Gouverneur wollte am 17ten nach Algier zuruͤckkehren, und die Truppen sollten am 18ten dort ankommen. — In der zweiten Depesche meldet der General de Bar, daß durchaus guͤnstige Nachrichten aus Maskara und Mostaganem angekommen seyen. Die vom General Lamoricière verfolgten Staͤmme sind angegriffen und all ihres Besitzthums beraubt worden. Das Haus des Kalifa Ben Thamy und des Emir sind von den Truppen in Besitz genommen und gepluͤndert worden. Abd el Kader soll mit 300 regulairen und 700 irregu⸗ lairen Truppen den Weg nach Tekedempt eingeschlagen haben, nachdem er benachrichtigt worden, daß Schedif, der Haupt⸗Chef der Wuͤste, mit all seiner Kavallerie zu den Franzosen uͤbergegan⸗ gen waͤre.
Der Moniteur algerien vom 2osten d. meldet, daß der General Bugeaud schon am 16ten wieder in Algier eingetroffen sey.
Gestern gab Herr Guizot ein großes diplomatisches Diner zu Ehren des Herrn von Ribeaupierre.
Der Neapolitanische Geschaͤftstraͤger hat heute einen Courier an seine Regierung abgesandt, um, wie es heißt, zu melden, daß der Prinz und die Prinzessin von Capua von hier nach Malta abgereist waͤren.
Boͤrse vom 26. Oktober. Bei etwas lebhafterem Ge⸗ schaͤfte wichen heute wiederum die Course der Franzoͤsischen Ren⸗ ten, ohne daß man einen bestimmten Grund fuͤr diese ruͤckgaͤngige Bewegung anzugeben wußte. Die 3Zproc. schloß zu 79. 95.
†† Paris, 26. Okt. Gestern Abend haben einige zwanzig Deputirte bei ihrem Kollegen, Herrn Fulchiron, eine Versamm⸗ lung gehalten, um uͤber die Mittel zu berathen, durch welche der Franzoͤsische Gewerbfleiß gegen die Gefahr eines Zoll⸗Vereins zwischen Frankreich und Belgien vertheidigt werden koͤnne. Ueber die Frage, ob ein solcher Verein den wohlverstandenen Interessen Frankreichs vortheilhaft oder schaͤdlich seyn wuͤrde, war man von vorn herein einig, und es erhob sich keine Stimme, die nicht den Gedanken an eine fiskalische Gleichstellung der Belgischen Pro⸗ duction mit der Franzöͤsischen, als eine Bedrohung des Franzöoͤsi⸗ schen Wohlstandes, unbedingt verworfen haͤtte, als eine Bedro⸗ hung, deren Verwirklichung jedenfalls die einheimische Industrie zu Grunde richten wuͤrde. Die Versammlung beschloß vorlaͤufig, daß jedes ihrer Mitglieder diese ihre Ueberzeugung so laut als moͤglich geltend mache, und daß man sich in Verbindung mit den natuͤrlichen Vertretern der verschiedenen Interessen setzen muͤsse, welche von dem Handels⸗Vereine mit Velgien eine mehr oder weniger große Beeintraͤchtigung zu fuͤrchten Latem Hierauf vertagte man sich bis zum 2. Nogenüber. Dieser erste Schritt zur Organisation des systematischen Widerstandes gegen die Zoll⸗Propaganda wird wei⸗ tere Folgen haben, von denen sich schon jetzt mit ziemlicher Wahr⸗ scheinlichkeit voraussagen laͤßt, daß das Geli -
8
esimmn woe insn ils uümn rahaum 1811 1 8 „ EE“ 1
den Unternehmern alle Lust zu benehmen.
Projekte, auch unter der Voraussetzung, daß alle uͤbrigen Um⸗ staͤnde sich so guͤnstig als moͤglich gestalteten, zu einer sehr schwie⸗ V
rigen Aufgabe machen werden. V
Am 22sten Abends ist der Bischof von Algier, Herr Dupuch,
mit den aus Pavia geholten Reliquien des heiligen Augustinus in
Toulon eingetroffen. Diese en wurden von einer zahlreichen Versammlung Geistlicher, un⸗ ter denen viele hohe Wuͤrdentraͤger der Kirche, empfangen und in feierlicher Prozession unter Fackelschein in die Kirche geleitet. Am 23sten sollte die Haupt⸗Ceremonie zu Ehren der Ueberreste
des heiligen Bischofs von Hippone vorgenommen werden und einige V Tage spater der Transport derselben nach ihrem Bestimmungs⸗
V
ziemlich kraͤftige Unterstuͤtzung im Kabinet finden, wollen, wie ge⸗ sagt, daß der Staat die Ausfuͤhrung der Nordbahn uͤbernehme. Man wüͤrde, wie es -boschlossen worden, sectionenweise bauen, nur
wuͤrde man von der Belgischen Graͤnze, statt von Paris, anfan⸗ gen, und der Staat wuͤrde alle seine Huͤlfsmittel aufbieten, um
fuͤr Algier bestimmten Reliquien die Vollendung einer jeden dieser Sectionen zu beeilen und so bald
wie möͤglich die Thore der Hauptstadt zu erreichen. Man be⸗ trachtet 8 als L- Vortheil, den auf der Seite von Bel⸗ gien bereits im Bau begriffenen Sectionen neue, diesseits der Franzoͤsischen Graͤnze, Pinsufägen zu koͤnnen. Dies System, welches das Corps der Bruͤcken und Chausseen geltend zu machen sucht, wuͤrde uns fuͤr den naͤchsten Sommer etwa funfzehn Lieues
orte stattsinden. Zu diesem Zwecke hat die Regierung ein Dampf⸗ Eisenbahnen geben, allein es wuͤrde mehr den Belgischen Interessen,
boot eigens einrichten lassen und an alle Praͤlaten des Landes
als denen der Hauptstadt dienen, deren Bevoͤlkerung große Eile
die Einladung gerichtet, einen Platz auf diesem Schiffe einzuneh⸗ hat, die innerhalb des Rayons von Paris projektirten Bahnen zu
men, um die große Feierlichkeit in Algier durch ihre Gegenwart noch imponirender zu machen. Es scheint, daß sich eine ansehn⸗ liche Zahl von Erzbischoͤfen und Bischoͤfen angeschickt hat, dieser Einladung zu folgen. — Alle diese Anstalten werden von manchen Seiten her als wirksame Werkzeuge zur Vervollstaͤndigung der moralischen Eroberung Algeriens angesehen. Nachdem Religion, Kultus und Kirche in den ersten Jahren der Franzoͤsischen Nie⸗ derlassung in Afrika gaͤnzlich hintangesetzt worden, glaubt man diese Vernachlaͤssigung als eine Haupt⸗Ursache der bisheri⸗ en unbefriedigenden Resultate der auf Algerien verwendeten Aesgenemzen betrachten 68 muͤssen, und um das Versaͤumte wie⸗ der gut zu machen, begnuͤgt man sich nicht mit der Herstellung einer kirchlichen Organisation, wie die moralischen Beduͤrfnisse der Europaͤer in Afrika sie erheischen moͤgen, sondern man schickt auch Moͤnche und Reliquien nach Algerien hinuͤber. Ob diese Mittel den Erfolg haben werden, den man davon zu hoffen scheint, wird die Zukunft lehren. Der Toulonnais geht schon jetzt weiter
benutzen. Man hatte geglaubt, daß, wenn das Gesetz uͤber die Eisenbahnen nur einmal votirt waͤre, die Ausfuͤhrung desselben keine weitere Hindernisse finden wuͤrde; allein nun ergiebt sich im Ge⸗ gentheil, daß die Schwierigkeiten sich vermehren, und daß die Aus⸗ fuͤhrung auf unbestimmte Zeit vertagt worden ist. Dieser Stand der Dinge wird in der bevorstehenden Session zu lebhaften Re⸗ clamationen Anlaß geben, und die Deputirten, welche am eifrigsten fuͤr die Eisenbahnen gesprochen haben, werden nun auch am hef⸗ tigsten die Ausfuͤhrung derselben verlangen. . Da wir einmal von den Eisenbahnen sprechen, so wollen wir Einiges uͤber die vor acht Tagen in dem Ministerium der oͤffent⸗ lichen Arbeiten stattgehabte Zuschlagung der Schienen mittheilen; es duͤrfte dies unter den gegenwaͤrtigen Umstaͤnden von Interesse seyn und zugleich eine Idee geben von dem, was unsere Eisen⸗ huͤtten leisten koͤnnen. Es handelte sich um eine zweite Bahn von Montpellier nach Nismes. Drei Gebote waren eingegangen, naͤm⸗ lich eines von der Eisenhuͤtte von Decazeville, worin 347 Fr.
und tritt mit dem ganz im Geiste der erwaͤhnten Maßregeln 49 Cent., ein zweites von Creuzot, worin 340 Fr., und ein drittes
aufgefaßten Vorschlage hervor, daß die Regierung die Stif⸗ tung eines geistlichen Ritter-Ordens gegen die unglaͤubigen
Feinde der Franzosen in Afrika veranlassen solle. Hat man aber
in Algerien Trappisten und moderne Malteser⸗Ritter, so, raisonnirt
von der Huͤtte von Alais, wöorin 320 Fr. fuͤr 1000 Kilogr. gefor⸗ dert wurden. Das von der Huͤtte von Alais wurde als das vortheil⸗ hafteste angenommen. Diese Huͤtte hat, ihrer groͤßeren Näͤhe wegen, einen bedeutenderen Rabatt bewilligen koͤnnen, als ihre Konkurrenten.
der Toulonnais, wird es auch bald kriegerische Moͤnche geben, Die Lieferanten fuͤr die Eisenbahn von Orleans haben 386 Fr. welche als Vorposten des Christenthums 88 der Civilisation in 73 Cent. fuͤr 1000 Kilogramms Schienen erhalten, also 39 Fr.
den Atlas eindringen und dort feste Kloͤster bauen, in denen sie der ohnmaͤchtigen Wuth der Unglaͤubigen Trotz bieten koͤnnen.
Ein niederschlagendes Beispiel von dem Geiste des Industria⸗ lismus und der niedrigen Speculation, der sich der hiesigen Litera⸗ tur bemaͤchtigt hat, liefert der in diesem Augenblicke schwebende
Streit zwischen der Gesellschaft der dramatischen Schriftsteller und
dem Direktor des Gymnase dramatique. Die genannte Gesell⸗ schaft hat dieses Theater, nach Schuͤler⸗ oder Studentenweise, in Verruf erklaͤrt, so daß keines ihrer Mitglieder bei 6000 Fr. Con⸗ ventionalstrafe ein Stuͤck auf demselben spielen lassen darf. Die Ursache dieser Maßregel sind Differenzen uͤber die zu stellenden
24 Cent. mehr als das hoͤchste Gebot vom 18. Oktober und 66 Fr. 73 Cent. mehr als das in demselben Termin angenommene Ge⸗ bot. Die fuͤr die Eisenbahn nach Valenciennes und Lille vom Staate gelieferten Schienen sind auf 405 Fr. 80 Cent oder 58 Fr. 31 Cent. theurer zu stehen gekommen, als das Gebot der Huͤtte von Decazeville; 64 Fr. 20 Cent. theurer, als das Gebot von Creuzot und 84 Fr. 20 Cent. theurer, als das Gebot der Huͤtte von Alais. Obgleich die Preise, welche die drei Gesellschaften bei dem letzten Termin stellten, vergleichungsweise sehr vortheilhaft sind, so sind sie doch um mehr als ½ hoͤher, als die von der Belgischen Regierung fuͤr die Schienen ihres ausgedehnten Eisenbahn⸗Netzes
Honorar⸗Bedingungen, Differenzen, bei denen die Gesellschaft der gezahlten Preise.
dramatischen Schriftsteller die Billigkeit auf ihrer Seite haben mag, ohne daß dadurch ihr Verfahren gerechtfertigt wird, welches auf eine unertraͤgliche Tyrannei hinauslaͤuft. Der Entschluß, kraft dessen ein dramatischer Schriftsteller der fraglichen Gesellschaft bei⸗ tritt und sich allen ihren Beschluͤssen bei 6000 Franken Strafe unterwirft, ist uͤberdies nicht einmal ein freiwilliger, sondern diese literarische Zunft, im schlechtesten Sinne des Worts, erzwingt den Beitritt aller dramatischen Autoren durch die unwuͤrdigsten Mit⸗ tel, in deren Besitz sie sich zu setzen gewußt hat. Es steht zu hof⸗ fen, daß die Justiz des Landes, welche sich gegen jedes ungesetz⸗ liche Associationswesen so streng zu zeigen pflegt, diesem Unfuge ein Ende machen werde.
+, Paris, 26. Okt. Die Regierung hat eine Maßregel ergriffen, um den provisorischen Betrieb der Eisenbahn von Lille und Valenciennes nach der Belgischen Graͤnze, deren Eroͤffnung am 6. November stattfinden wird, auf Staatskosten zu reguliren. In dem der Koͤniglichen Ordonnanz angehaͤngten Tarif sind die Preise niedriger als die, welche die konzessionirten Gesellschaften auf unseren uͤbrigen Bahnen zu erheben ermaͤchtigt sind. Dieser Vortheil wird jedoch einigermaßen durch die laͤstigen Bedingungen in Bezug auf den Gepaͤck-Transport wieder aufgehoben. Das auf 20 Centimen festgesetzte Wiegegeld ist hoͤher, als auf den mei⸗
sten der Privat⸗Eisenbahnen; eben so das Minimum fuͤr die Ueber⸗
Man hatte gesagt, die Abwesenheit des Herrn Teste werde die Konferenzen in Bezug auf die Zoll⸗Vereinigung mit Belgien unterbrechen; es ergiebt sich jedoch, daß die vorbereitenden Arbei⸗ ten mitten unter den Oppositionen und unter einer Menge von Hindernissen fortgesetzt werden. Einer von den Punkten, welche die meisten Schwierigkeiten darzubieten scheinen, ist die Errichtung von Franzöͤsischen Zoll⸗Aemtern an der Belgischen Graͤnze. Man glaubt, die Regierung werde niemals die Annahme einer solchen Maßregel von den Kammern erlangen, weil dies die Neutralitaͤt kompromittire, die Belgien durch Vertraͤge zugesichert worden ist.
Mit Ausnahme des Journal des Débats haben sich die ministeriellen Blaͤtter noch nicht uͤber das Projekt eines Zoll⸗Ver⸗ eins mit Belgien ausgesprochen. Die Presse unterstuͤtzt zwar Herrn Guizot, hat aber ihre Sympathieen fuͤr Herrn Molé be⸗ wahrt und wird dem Impuls folgen, den ihr dieser Staatsmann geben wird, sobald der Augenblick zu handeln gekommen ist. Ein anderes ministerielles Blatt, welches Herrn Guizot ergeben ist, aber kein sehr großes Ansehen genießt, der Globe naͤmlich, hat angefangen, sich mit der Frage zu beschaͤftigen und giebt eine sechs Spalten lange Exposition, die nichts als Gemeinplaͤtze, bekannte Thatsachen und nichtssagende, in den Journalen aller Farben zusammengelesene Phrasen ent⸗ haͤlt. Dies Alles ist ohne Schluß geblieben und hat daher nicht die mindeste Bedeutung. Zu den bereits fruͤher erwaͤhnten
fracht. Auf der Eisenbahn von Orleans z. B. kostet die Einschrei⸗ Kommissionen ist noch ein neuer Kern von Reklamanten gegen
bung, wodurch die Verwaltung verantwortlich wird, nur 10 Cen⸗ timen.
Einige Journale hatten angezeigt, daß ein neuer Zuschlags⸗ Termin fuͤr die Nordbahn stattfinden wuͤrde. Dies scheint nicht der Fall zu seyn. Die Unternehmer sind abgeschreckt oder haben die Lust verloren, und selbst wenn man ihnen bessere Bedingun⸗ gen stellte, wuͤrden sie sich wahrscheinlich nicht entschlossener zeigen als fruͤher. Der Minister der oͤffentlichen Arbeiten ist nicht einer⸗ lei Meinung mit dem Conseil und den Ingenieuren der Bruͤcken und Chausseen. Herr Teste wollte mit den Gesellschaften sowohl
uͤber den Bau als uͤber den Betrieb der Bahnen unterhandeln,
die Ingenieure dagegen wollten, daß die Arbeiten auf Rechnung des Staats ausgefuͤhrt wuͤrden. Das Resultat hiervon war, daß nichts geschah, und daß die Langsamkeit und Unentschlossenheit zum großen Nachtheil des allgemeinen Besten immer mehr zunehmen. Seit vier Monaten sind nun bereits die Eisenbahnen votirt, und seit dieser Zeit ist nichts fuͤr die Nordbahn geschehen. Man hat viel Papier vollgeschrieben, Beschluͤsse gefaßt, das Personal orga⸗ nisirt, Vorarbeiten vorgenommen, allein man hat den Boden nicht beruͤhrt, und man hat Alles auf eine solche Weise angeordnet, um Seitdem Herr Teste das Portefeuille der öͤffentlichen Arbeiten uͤbernommen hat, ist die Eisenbahn⸗Frage so verwickelt geworden, daß es fast nicht mehr moͤglich ist, sich herauszufinden. Zuweilen mischt sich das ganze Kabinet hinein, und angesehene Finanziers moͤchten die ganze Sache uͤbernehmen und der Regierung ungeheure Opfer auferlegen. Die Ingenieure der Bruͤcken und Chausseen, welche anderer Meinung sind Minister der oͤffentlichen Arbeiten und
den Belgischen Zoll⸗Verband hinzugekommen, näaͤmlich die Woll Produzenten, die sich am 24sten zu Compiègne versammeln woll⸗ ten. Sie fordern schon seit langer Zeit eine Abaͤnderung der Gesetzgebung vom Jahre 1836, welche den Einfuhr⸗Zoll auf fremde Wolle herabsetzte. Einige von ihnen schreiben ihren an⸗
gen Zoll⸗Tarif zu. Eine Schrift des Herrn von Tocqueville ent⸗ haͤlt Details, aus denen vielmehr hervorgeht, daß die Production hinsichtlich der Qualitaͤt den Beduͤrfnissen der Consumtion nicht zu entsprechen und den Umgestaltungen der Wollen⸗Industrie nicht zu wuͤrdigen gewußt hat. Seit langer Zeit hatten die Manufakturen extrafeine Wolle, wie sie die Spanische Rage liefert, von dem Fran⸗ zöͤsischen Landbau verlangt, und da dieser sie nicht zu liefern vermochte, so wandte man sich an das Ausland. In Folge dieser Forderung trugen die Anstrengungen der Landbauer und die offiziellen Unter⸗ stuͤzungen dazu bei, die Erzeugung der feinen Wolle zu entwickeln, und noch jetzt schreitet man auf diesem Wege, der bereits ziemlich guͤnstige Resultate ergeben hat, vorwaͤrts. Allein die Umgestaltun⸗ gen, welche die Industrie seitdem erfahren hat, haben die Bestre⸗ bungen der Landbauer zum Theil unnuͤtz gemacht. Die Fabriken, welche lange Zeit hindurch seine und kurze Wolle verlangten, koͤn⸗
Tuch, ohne so feine Wolle anzuwenden, wie ehemals, und die Ap⸗ pretur durch Dampf giebt demselben einen Glanz, wie man ihn sonst von dem feinsten Stoffe verlangte. Diese Veraͤnderung ist, wie sich aus Herrn von Tocqueville's Schrift ergiebt, nicht die
einzige gewesen. Vor dreißig Jahren hat Süüs mheasges schernstttch
geblichen oder wirklichen Nothstand ausschließlich dem gegenwärti⸗
nen dieselbe jetzt entbehren und gebrauchen sie jetzt nur noch aus⸗- nahmsweise; denn bekanntlich verfertigt man jetzt sehr schoͤnes