aangesten
ber die Kunst zu gefallen, in welcher die Repraͤsentantin der Hauptrolle, Fraͤulein Ch. von Hagn, so besonders excellirt, und wo⸗ durch dieselbe auch diesem Lustspiel den Beifall des Publikums er⸗ hielt, der sonst leicht geschwankt haben moͤchte, — die Kunst zu ge⸗ fallen und so seine Zwecke zu erreichen, näaͤmlich hier in der Komd⸗ die einen Prozeß zu gewinnen, als Duellant ungestraft vrenehen und gluͤcklich zum Ziel seiner Herzens wuͤnschezu gelangen, — in doch dem chevaleresken Vicomte zum groͤßten Theil durch die Toͤlpelhaf⸗ tigkeit und stuüpende Bornirtheit seiner zu gewinnenden und zu besie⸗ genden Gegner etwas gar zu leicht gemacht. Namentlich durch die Schilderung seines Cousins, eines einfaͤltigen Barons, und des Mar⸗ schal; Soubise sfinden wir uns fast in ein Marionettenspiel versetzt, in welchem der Vicomte die Rolle des Arlecchino uͤbernommen hat. Jene beiden Figuren sind völlige Karikatur, aber auch alle andere JPartieen des Stüͤcks tragen den Charakter der Posse, nicht des feine⸗ ren Lustspiels; wenn daber das Ganze, mit Beibehaltung der Akt⸗ Abtheilungen, durch Kuͤrzung des Dialogs und der Situationen etwa auf die Haͤlfte eines Theater⸗Abends reduzirt wuͤrde und sich wie ein 8 fiuͤchtig voruͤberrauschender Karncvalsscherz gaͤbe, so waͤre gewiß viel 8 fuͤr den ferneren Erfolg des Stuͤckes gewonnen. 8.
aeS. d. 9 aü m. & nh Kmt San 8 11 18 ee Französisches Theater.
Die Franzoͤsische Gesellschaft giebt seit langen Jahren ihre Vor⸗ fsellungen auf der Berliner Buͤhne, ohne daß ibre Leistungen ei⸗ 8 gentlich Gegenstand der Kritik geworden. Nun ist es allerdings rich⸗ tig, daß diese zu ihrem wahren und hoͤchsten Zweck, den lebendigen wecken und zu foͤrdern, bei den Erzeugnissen Franzöosischer Dichter, welche jenseits des Rheins ihre Wuͤrdigung empfangen, wenig Anlaß findet. Indeß ein Theater ist nicht allein dazu vorhanden, um ein solches literarisches Beduͤrfniß zu befriedigen, sondern zugleich und vielleicht mehr noch darauf berechnet, dem Pu⸗ blikum eine angenehme und den Gedanken beschaͤftigende Unterhal⸗ tung zu gewaͤhren. Insofern duͤrfte es sehr geeignet seyn, im Interesse des Haͤblikums dasjeniqe kritisch zu beleuchten, was ihm als eine gei⸗ stig hoͤhere Unterhaltung geboten wird. Um so mehr aber wird eine solch Besprechung zur Seees e; weil nicht zu laͤugnen, daß das Französische Theater, so ganz sich selbst uͤberlassen, es mit seinem Fleiße eben nicht sehr genau genommen und keinesweges immer seinem Zwecke entsprochen, dem naͤmlich, das biesige Publikum stets mit den esseren Novitaͤten, welche in Paris Beifall erhalten, in fortdauernde Bekanntschaft zu setzen. Da es groͤßtentheils Abonnenten sind, welche en Franzöoͤsischen Vorstellungen beiwohnen, so muß der eingerissene Schleichgang, mit dem eine zu haͤufig wiederkehrende Auffuͤhrung ein und desselben Stuͤckes natuͤrlich zusammenhaͤngt, denselben hoͤchst laͤstig werden. Wir halten es daher fuͤr angemessen, auch diesem Institut ine referirende und kritisirende Aufmerksamkeit zu widmen, um wo moͤglich etwas zu einer groͤßeren Lebendigkeit desselben beizutragen. Wir beginnen mit der letzten Neuigkeit: „Les mémoires du diable. Vaudeville nouveau en trois actes, imité du roman de M. Frédẽric Sou- i6, par. MM. Aragoet Vermond“. Nach einer einleitenden Scene, welche den Aberglauben erwaͤhnt, daß im Schloß von Ronguerolles bei jedesmaligem Eintreffen eines neuen Besitzers der Teufel erscheine, beginnt die Exposition der Intrigue. Die Baronin von Ronguerolles, von den Verwandten ihres verstorbenen Gemahls einer unehelichen Verbindung mit diesem beschuldigt und, da sie, in Deutschland ge⸗ traut, keine Gegenbeweise hat, gerichtlich ihres Wittwen⸗Erbes de⸗ raubt, will mit ihrer Tochter Marie nach Deutschland fliehen. Die Bitte, ein ihr gehoͤriges Portrait ihres Gatten ihr nicht vorzuent⸗ halten, wird gleichfalls gögeschlagen. So ganz huͤlf⸗ und trostlos, erhaͤlt sie von einem ploͤtzlich erscheinenden Unbekannten, der sich kurz Robin nennt, das Versprechen, ihre Ehre und Vermoͤgen wieder zu erwerben, wenn ihm dagegen die Hand ihrer Tochter wuͤrde. Auf den Wunsch dieser Letzteren geht die Mutter diese Bedingung ein, und, nachdem Robin ihr zu diskreter Bewahrung ein Paͤckchen Schrif⸗ ten uͤbergeben, verlaͤßt er sie, um nach Paris zu gehen. Neugierig esen die Damen die Aufschrift der Papiere; sie lautet: „Mémoires du iable!“ Dies der erste Akt, welcher in lebendigem Scenengang die Exposition der abentenerlichen Intrigue vollstaͤndig giebt und dennoch urch den geheimnißvollen Schleier, der Person und Vorhaben Ro⸗ in’s umhuͤllt, lebhafte Spannung fuͤr das Folgende erweckt. Aber der zweite Akt wird viel matter. Die Verhandlungen Robin's mit den Gegnern der Baronin in Paris, wenn auch in das bewegtere Treiben eines Maskenballes versetzt, auf dem jener als Teufel erscheint, ermuͤden durch Laͤnge und zu gleichmaͤßige Anlage. Sie gehoͤren mehr in den Roman als in ein Drama. Der Dialog ist hier uͤbrigens nicht ohne pikante Wendungen, namentlich in der Unterhallung Ro⸗ bin's mit Marien, welche in ihrer Maske unerkannt bleibt. Hier aber haͤtte, um es zur Wirkung zu besngen⸗ von Seiten der darstel⸗ jenden Dame ein launigeres, lebhafteres Nuͤanziren stattfinden muͤssen. Marie ist mit der Baronin nach Paris gekommen, weil diese dem jungen Fremden noch nicht rechtes Zutrauen schenkt und zu⸗ gleich das ihr gehoͤrende Portrait sich verschaffen will. Sie ontwendet dasselbe und wird, als der Diebstahl entdeckt ist, und
n
Geist der Literatur zu
-Aii üTaAa Iümmnn
aur Wiemmnsen H128 1“ EöI Bekannt Steckbrief. 74 32
Der wegen Falschmuͤnzerei in Untersuchung befind⸗ iche Mechanikus Martin Friedrich Lindholm hat Gelegenheit gefunden, am 18. Oktober d. J. mittelst gewaltsamen Ausbruchs aus der Gefangenen⸗ Station des Charité⸗Krankenhauses zu entweichen. Saͤmmtliche Behoͤrden des In⸗ und Auslandes wer⸗ den dienstergebenst ersucht, auf den unten naͤher sig⸗ alisirten Entwichenen vigiliren, im Betrekungsfalle aber ihn verhaften und unter sicherem Geleite an die Erpedition des Stadtvoigtei⸗Gefaͤngnisses hierselbst abliefern zu lassen. Wir versichern die ungesaͤumte
Erstattung der dadurch entstehenden Kosten.
Berlin, den 17. November 1842. Kdnigliches Kriminalgericht hiesiger Residenz. Bonseri. Martin Feia⸗ dan gi vhs nk.
1 ri indholm ist aus 8 hagen gebuͤrtig, 20 Jahr alt, 5 Fuß 4 8,1 es. hen. — Seeen Nenfegne Augen, dunkelblonde
u . freie Stirn, ovase Gesichtsbi und spricht gebrochen Deutsch. e enee gen Bei seiner Entweichung hat er folgende Klei⸗ dungsstuͤcke mitgenommen: 1) einen gruͤnen Tuch⸗ uͤberrock, 2) ein Paar blau und weiß gestreifte lei⸗ nene Hosen, 3) eine dergleichen Jacke, 4) ein Paar kurze schadhafte Stiefeln (Halb⸗Vorschuhe), 5) eine schwaͤrzblaue Muͤtze mit ledernem Schiem. „ 2 2 ö11“A*“ Am 10ten d. Mts. miethete ein Mann, der sich Fnlch 9n nannte und angeblich in der Heiligen Geist⸗ ra
2 ug
oß 19f 9
eine Stute mit Hinterfuͤßen, 8 Geschirre der
Henningsdorf, Am anderen Morgen fuhr derselbe mit dem gemietheten Fuhrwerk ab, und er ist nach
sie Robin’s Schutz gerettet. 3 Auch hat der Verf. die Personen, mit welchen Robin unterhandelt, sehr absichtlich mit solchen scandaldsen Geheimnissen in Verbindung hesett⸗ wie er sie gerade gebrauchen kann, um sie gegen Verschweigung ution des Vermoͤgens zu zwingen. Der dritte Akt spielt wieder in Ronguerolles. Die Gegner der Baro⸗ nin finden sich nach Robin's Bestimmung daselbst ein und suͤchen die „Mé- moires du diable“, welche die Beweise jener fuͤr sie wichtigen Geheimnisse enthalten, in ihre Gewalt zu bringen. Da erscheint ben nach im Duell getoͤdtete Robin unter ihnen. — c einem befriedigenden Ende zuneigen zu wollen, da werden die wichti⸗ gen Memoiren der Baronin entrissen und verbrannt. Wiederum ein recht absichtlicher Theater⸗Coup, damit die Rettung durch einen weiten Theater⸗Coup recht frappant erscheine. ebt, der nach dem Inhalt der nachgelassenen Papiere des Barons Aus⸗ kunft uͤber seine rechtmaͤßige Verbindung mit der Baronin zu geben weiß: der alte Gauthier. Diesem aber sollen nur drei vom sterbenden Baron vorgeschriebene Worte die Zunge loͤsen. nicht, doch um das Publikum nicht laͤnger aufzuhalten, ein freundlicher Zufall zu Huͤlfe und legt sie ihm in den Mund. Nun loͤst sich auch das Geheimnißvolle seiner Person: er ist Advokat, und hat durch seinen Lehrer, den Notar Marcillad, dem Rechtsge⸗
erselben zur Rest
zur vbestimmten Stunde sich weigert, sich zu demaskiren, nur du ch siecht, es
Man
lehrten der Familie Ronguerolles,
laͤßt es sich erzaͤhlen. wie auch die
neigt. Uebertuͤ
Ha
von Verwickelungen und Wechsel kann ohnedies weder unserem Ge⸗ fuͤhl noch unseren Anforderungen an die Kunst genuͤgen.
Es ist dies trotz seiner Laͤnge nur eine Uebersicht des Stuͤckes, das in seinem Bau so viel Unmotivirtes enthaͤlt, daß, wer den Ro⸗ man nicht kennt, gar nicht recht klar wird uͤber Alles; viel weniger Aus dem Angesuͤhrten ergiebt sich aber wohl, hatsache beweist, daß das Suͤjet mehr fuͤr die Form des Romans als die des Drama's paßt. Einzelnheiten, die zum Theil selbst Episode, waͤhrend die Handlung im Ganzen sich in ihrer beabsichtigten Wirkung mehr zum Ernsten Wenigstens ist dies im Roman der Fall und die humoristische nchung des Dialogs konnte es im Drama nicht verwischen. Der Roman entsagt in seiner Abentheuerlichkeit der Wahrheit zu Gunsten des Wirksamen, aber er hat die Unterhaltung fuͤr sich, welche im Drama, wo wir eine in die lebendige Realikaͤt tretende
ndlung verlangen, ermattet.
2 2
Herr Pschena gab den Robin in geeigneter Sicherbeit der Tournuͤre, doch durfte dieselbe nur, den Gegnern gegenuͤber, in eine Art von Fatuité uͤbergehen, nicht so durchweg damit gefaͤrbt seyn. Denn jene Sicher⸗ heit soll mehr auf edlem Selbstgefuͤhl beruhen. 6 h. wie stets mit vieler Waͤrme des Gefuͤhls. Vortrefflich in Durchfuͤh⸗ rung ihrer Rollen waren die Herren Baron („Chevalier de la Rapi⸗ nière“) und Francisque („Gauthier“). 1 „Alle“ hoͤrten wir am Schluß rufen; der Gesammt⸗Darstellung laͤßt sich auch in der That nur Lob ertheilen. b
Man gab uns in der letzten Saison Sceibe's ziemlich werthlosen „Oscar“, werden wir nicht eines seiner besten Werke: „L'Ambitieux in diesem Winter sehen? Herr Saint⸗Aubin wuͤrde gewiß die Titel⸗
eht etwas excentrisch zu.
der ihrem Glau⸗ Alles scheint sich
Nur ein Mann
Robin kennt sie kommt ihm
jene wichtigen Dokumente erhalten.
Die Komik beruht nur in
Die erküuͤnstelte Zusammenstellung
Uebrigens sprach er
Die drei Genannten und
Rolle uͤbernehmen.
Meteorologische
Beobachtungen.
18. Nov.
1842. Morgens
6 Ubr.
Nachmittags 2 Uhr.
Abends 10 Ubr.
Nach einmaliger Beobachtung.
Luftdruck. . 339,80 Par. 339,78 Par. 340,89 Par.
Luft Tba-
Dunstsättigung
Wolkenzug... Tagesmittel: 338Tar.. *†+ 1 5 9 n. — 0,7‧n.. 85 pct.
1,4° R. +
2,60 R. + 90 pct. neblig.
wärme..
Supunkt... 0,1°
trübe.
WNW.
3,4 °R. +
76 vct.
quellwärme 7,4° RK. 2,00 R. Flusswärme 1,60 R. R. + 0,5°9 R. Bodenwärme 5,7° „R. 88 pct. Ausdünstung 0,012, Rb. balbheiter. Niederschlag 0,001 Rb. NNW. Wärmewechsel + 3,6“ NNW. — 0,0° n.
Kauz-Bill. —. Preuss. Präm. Sch. —.
i e 3 ½. Ausg. Sch. 95. 2 ½ 5 Moll. 52 ½. 5 ⅛ 100 ½. 5 ⅜ Port. 38 ½. 3 ⅛½ 32 ⅛. Engl. Russ. —. Paris, 14. Nov. 5 % Rente fin cour. 119. 15. 3⁰ Rente fn cour. 80. 35. Anl. de 1841 —. 5 % Neapl. au compt. 108. 60. 5 ½ Span. Rente 23 ⅞. Pass. 3 ⅔ Petersburg, II. Nov. Lond. Poln. à Paris 300 Fl. 78. do. 500 Fl. 78 ½. do. 200 Fl. 26 ½. Wien, 14. Nov. 5 ½ Met. 108 2.
— 6e““
Amsterdam, 15. Nov. 5 G% Span. 18 %. 3 % do. Antwerpen, 14. Nov. IIamburg, 17. Nov. London, 12. Nov. Cons. 3⁰
Bras. 63 ½. Chili —
Bank-Actien 1616. Anl. de
Auswärtige Börsen. Niederl. wirkl. Sch. 52 %. 5 % do. 101 ⁰†. Pol. 145 ½. Oesterr. 108.
Zinsl. 4 5. Bank-Actien 1640.
Zinsl. —.
19 * 9*
Pas-
—. Pass. —. Ausg. —. Neue Anl. 18 ½. Engl. Russ. 108 ¼.
91. Belg. —. Neue Aul. 17 ½.
Mex. 32 ½¼. Peru 17.
Columb. —.
3 Met. 37 ½. Hamb. 34 ½. Paris —. 4⁰, 100 ½. 35 77 ½.
1834 141 ½. de 1829 109 ¼.
nab er 1 i ner Börs 46 SsKtsg. Den 19. November 1842. Pr. Cour. Brief. [ Geld.
0.29 22729 9
Pr. Cour. Brief.] Geld.
Fond’s. etien.
Zf.
104 ½ 102 ¼
90⁰%
102 102 48 102 ½ 105 ½ 102 ½ 103 103 ⅔ 104 102
103¾ 101¾
90 ¼ 101 ½
125 ½ 103 ⅞ 123
106
103 58 ½ 81¾ 97
100
13 ½ 10⁄¾% 3
Brl. Pots. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Mgd. Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Brl. Anh. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Düss. Elb. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Rbein. Eisenb.
do. do. Prior. Obl. Berl. Frankf. Eis. do. do. Prior. Obl.
Friedrichsd'or. And. Gldm. à 5 Th. Disconto.
auf den am 2. Januar 1843 fälligen Coupon xX yct.
Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr.
Brief.] Seld. 139 ⅔ 139 ¾ 151 150 ¼ 6 24 ½ 79 8
103 ⅔ 98, 172 99 ½
102
St. Schuld-Sch.*) ² Pr. Engl. Obl. 30. Präm. Sch. der Seebandlung. Kur- u. Neumärk. Schuldverschr. s Berl. Stadt-Obl. *) * Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grossh. Pos. do. do. do. Ostpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Schlesische do.
102 ½ 122 102 ½
102
102
üe.hneUbeTen
13
9 %
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*) Der 1 Kaufer vergü
Wechsel- Cours.
Kurz
2 Mt. Kurz
2 Mt. 3 Mte. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 8 Tage 2 Mt. 3 woch.
Amsterdam do. Hamburg do.
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S
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Augsburg
Breslau
Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss.. Frankfurt a. M. WZ.
Petersburg
100 Thlr. 100 Thlr. 150 Pl.
——— 2—
—
Königliche Schauspiele.
Sonntag, 20. Nov. Im Opernhause: Belisar. Oper in 3 Abth. Musik von Donizetti. (Mad. Schoberlechner: Antonina und Herr Pischek: Belisar, als Gastrollen.)
Im Schauspielhause: Menschenhaß und Reue. Schauspiel in 5 Abth., von Kotzebue. (Neu einstudirt.)
Montag, 21. Nov. Im Schauspielhause: Zum erstenmale wiederholt: Vicomte von Létorières, oder: Die Kunst zu gefallen, Lustspiel in 3 Abth., frei nach Bayard, von C. Blum.
Dienstag, 22. Nov. Im Opernhause: Mit Allerhoͤchster Ge⸗ nehmigung. Zum Benesiz der Dlle. Fanny Elßler: Der Gott und die Bajadere, Oper in 2 Abth., Musik von Auber. Ballets und Pantomime von Ph. Taglioni. (Dlle. Fanny Elßler: Zoloé.) Hierauf: Huvertuͤre aus der Oper: „Die Stumme von Portici.“ Und, zum Schluß: „El Jaleo de Xeres“, ausgefuͤhrt von Dlle. Fanny Elßler.
Die zu dieser Vorstellung eingegangenen Meldungen um Billets sind, so weit dies der Raum gestattet, beruͤcksichtigt wor⸗ den, und wird ersucht, dieselben, so wie die Abonnements und re⸗ servirten Plaͤtze, bis Sonntag, den 20sten d. M., Mittags 2 Uhr, abholen zu lassen, nach welcher Zeit die nicht abgeholten Billets anderweitig verkauft werden muͤssen.
Zu dieser Vorstellung sind nur noch Parterre⸗Villets à 20 Sgr., Billets zum dritten Rang à 15 Sgr. und zum Amphitheater à 10 Sgr. zu haben.
Die Abonnements und freien Entreen sind ohne Ausnahme
nicht gültig Im Schauspielhause: Der Sohn der Wildniß. SaricaAbiaüekal EEa Königestädtisches Theater.
Sonntag, 20. Nov. Zum erstenmale wiederholt: Nacht und Morgen. Drama in 5 Akten, mit freier Benutzung des Bulwer⸗ schen Romans, von Charlotte Birch⸗Pfeiffer.
Montag, 21. Nov. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Auf Hoͤchsten Befehl: Belisario. 16“
Verantwortlicher Redackeur Dr. J. W. Zinkeisen. Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.
* “ 19
ö . e.
swwwieder zuruͤckgekehrt. Es entsteht nun der dringende mach ungen. Vervacht, daß der angebliche Fischer sich mit dem (Fuhrwerk in betruͤglicher Absicht entfernt hat. Alle Civil⸗ und Militair Behoͤrden werden dienst⸗ ergebenst ersucht, auf den unten naͤher signalisirten angeblichen Fischer gefaͤlligst zu vigiliren, im Be⸗ trekungsfalle aber ihn zu verhaften und mit dem gleichfalls unten naͤher beschriebenen Fuhrwerk und den bei ihm sich vorfindenden Effekten unter sicherer Begleitung an die hiesigen Stadtvoigtei⸗Gefaͤngnisse abliefern zu lassen. Wir versichern die ungesaͤumte Erstattung aller baaren Auslagen und eine gl. aͤhnlichen rechtlichen Gegendiensten. Berlin, den 17. November 1842. Koͤnigliches Kriminalgericht hiesiger Residenz.
leiche Bereitwilligkeit zu
Bonseri.
SeIignalement. Der angebliche Fischer ist von mittlerer Statur, etwas pockennarbig, hat ein rundes volles Gesicht, ein gesundes Ansehen und ist einige 40 Jahre alt. Bekleidet war derselbe mit einem gruͤnen Mollrock, hellen Beinkleidern und einer hohen gruͤnen Muͤtze ohne Schirm. Das Fuhrwerk besteht aus einem ge⸗ woͤhnlichen Kaleschwagen, dunkelgruͤn angestrichen und an den Seiten mit durchflochtenen Leitern, die Hinterwand bildet ein bloßer Korb, worin viereckige Löͤcher eingeflochten und zwei Riemen zum Festhalten des Korbes angevracht sind.
Die beiden Pferde sind braun. Das eine ist ein 2 Wallach ohne Abzeichen, 15 Jahr alt, das andere grauen Mahnen und schwarzweißen Stern und Schnebbe, 7 Jahr alt. Die ebli Pferde sind von schwarzem Leder mit hje Nr. 49 wohnte, bei einem hiesigen Schmiede⸗ gelden Beschlaͤgen, auf welchen ein Lateinisches P.
v 7. - p eingegraben ist, an den meister ein zweispaͤnniges Fuhrwerk zur Reise nach me singene Ketten.
Zaͤumen besinden sich kleine
ten Erkundigungen auch wahrscheinlich in SHehe an gewesen, von wo er seinen Weg nach
Berlin⸗S Marwit (die alte Straße nach Hamburg) eingeschla⸗- Der Betrieb auf gen, seit jener Zeit aber mit dem Fuhrwerk nicht wird vom 16ten d. M
tettiner Eisenbahn.
der Berlin⸗Stettiner Eisenbahn
ab auf die Station von Neu⸗
Allgemeiner Anzeiger für die Preuftischen Staaten. stadt⸗-Eberswalde bis Angermuͤnde ausgedehnt und
vom gedachten Tage ab fuͤr die Wintermonate 182 der nachfolgende Fahrplan beobachtet werden.
Abfahrt kashl bib
von Angermuͤnde Meg. 6 Uhr 302 2 Neustadt... 2 2 25 ⸗ „ Biesenthal. ⸗ 7 ⸗ 45 ⸗ „ Bernau. ⸗ 8 ⸗10 ⸗
Ankunft in Berlin Morgens 8 Uhr Nachmittags 4 ⸗
1
von Berlin
⸗ Bernau Biesenthal
⸗ Neustadt
Abfahrt taͤglich Vorm. 10 üUhr — M. Ab 10 ⸗ 40 ⸗
41 —=⸗ 11 25 ⸗
Abends
und Freienwalde coursirende
herige Post⸗Verbindung bestehen,
Beichaise genau an die ßen und h — in Stettin regulirt werden.
Von Angermuͤnde nach
dieselbe in der Art befoͤrdert, daß
ds. Ankunft in Angermuüͤnde Mittags 12 Uhr In Neustadt⸗Ebersw. schließt sich an die Dampf⸗ waͤgenzuͤge eine zweimal taͤglich zwischen Neustadt d 8 Pe saüfnbose söt die bis wischen Angermuͤnde und Stettin bleibt die bis⸗ zwisg 8 und ” weimal taͤglich coursirende Personenpost und Extra⸗ — d Dampfwagenfahrten anschlie⸗ ernach Abgang und Ankunft dieser Posten
Prenzlau wird eine zwei⸗ mal täͤglich courstrende Personenpost eingerichtet und
ie an die Dampfwagenzuͤge, n,egests nen⸗ und Schnellposten zwischen Prenzlau, ) Anklam, Greifswald und Stralsund genau anschließt.
el ““
sen und auf ihrer Angehoͤrigen Plaͤtze ihre Stelle mitfinden, erfolgt keine Zahlung. 8 Stettin, den 10. November 1842.
2 Uhr 30 M. Gesellschaft. ⸗ 25 ⸗ IrA8. Kh t AK r4c14 An die Besitzer von Rheinischen (Koͤln⸗
Min. Aachener)
3 3 4 45 45
und Duͤsseldorf⸗Elberfelder Eisenbahn⸗ Stamm⸗Aectien. —
Uhr 30 M. In Folge der Annonce vom 2ten d. M. (im In⸗
28 teligenzblatte Nr. 264. Seite 9291) haben sich meh 8 rere Besitzer von den obengenannten Actien zur Wahr⸗ 22 ⸗ nehmung ihrer Gerechtsame vereinigt. — iejenigen, 10 Min. welche an den Berathungen und gemeinsamen Maß⸗ 20 „ fregeln noch Theil zu venen wuͤnschen, werden ein⸗ geladen, ihre Adresse (Name, Stand und Wohnung) schleu nig im Koͤniglichen Intelligenz⸗Comtoir unter — H. 104. — abzugeben, demnäaͤchst Ort und Zeit der naͤchsten Zusammenkunft wird angezeigt werden. Berlin, den 16. November 1842.
Literarische Anzeigen. Bei W. Einhorn in Leipzig ist so eben erschie⸗ nen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen, in Berlin durch die Enslinsche Buchhandlung (Ferd. Muͤller), Breitestr. 23:
ich einerseits an die Perso⸗ Pasewalk,
16
Befbrderungs⸗Preise fuͤr Personen.
Meistersang unserer Zeit. 8*
—
Wagenklasse.
Far jede der 3 Stationen Ber⸗. J.
mü I. Sorgfaͤltig gewaͤhlte “
Declamationsstacke
lin bis Bernau, Bernau bis Reustadt, Neustadt bis Anger⸗ muͤnde Sgr. 17 Bemerkung.
3 192 8 Der bei jeder Wagen
ter Kolonne mit kleineren Zahlen ver ere Preis gilt fuͤr Kinder bis 12 Jahren. Fuͤr Kin⸗ er unter 2 Jahren, die noch getragen werden muͤs⸗
Sg aus neueren Dichtern. WW
17³ʃ4 lasse in zwei- eichnete gerin-
Sinnes bei der reiferen Jugend. Eleg. brosch. X Thlr.
n- ii. Pichg. 813
Das Direktorium der Berlin⸗Stettiner Eisenbahn⸗
9* 5
I Deutschen Zoll⸗Vereins. —
und der Deutsche Zoll⸗
d daaerT 988 n06800 n; ern zicsze
. runad ee beeeee .⸗ ]
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e111“]
IIE “ “ † Amtliche Nachxrichten. 1I“ Rustland und Polen. Frankreich. Paris.
t. Petersbuvg. SAs.vaan⸗. geren den neuen Tarif des Zur Statistik der Jury. e Ge⸗
d el e Zoll-Verein; die Pariser J. 2e.n ,Hen aisch Prozeß uͤber die von den Arabern erbeuteten Ochsen. — Die Syrischen Angelegenheiten und der Courrier francais.)
roßbritanien und Irland. London. Hof⸗Nachrichten. — Gansctge Snekadgöfar die Beendigung der Unterhandlungen mit Portugal. — Schiffbruͤche. — Nachrichten aus Mexiko. —
Vermischtes.
Niederlande. Haag. Vertrag mit Belgien.
Belgien. Bruͤssel. Eroͤffnung einer neuen Eisenbahnstrecke. — Schreiben aus Bruͤssel. (Adreß⸗Debatten; Handels⸗Vertrag mit Spanien; Steuer⸗Erhoͤhung; die parlamentarischen Verhandlungen uͤber den Zoll⸗Verein mit Frankreich.)
Dänemark. Kopenhagen. Periodische Presse in Daͤnemark. — Thorwaldsen's Kunstwerke. 1
Deutsche Bundesstaaten. Rastatt. Festungsbau. — Weimar. Bekanntmachung des Großherzogs.
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. Schreiben aus Paris. (Lokal⸗Wahlen in den Staaten und Erfolge der demokratischen
Partei; Spaltungen in den beiden Haupt⸗Parteien; Einweihung der New⸗Yorker Wasserleitung.)
La Plata⸗Staaten. Schreiben aus Paris. (Invasion eines Argentinischen Corps in der orientalischen Republik; Unterdruͤckung der Insurreection in Brasilien.)
Inland. Knigsberg. Feier des Geburtstages Ihrer Maiestaͤt der Koͤnigin.
rando †. — Vermischtes. — Brie
Siirr Robert Peel's Zoll⸗Tarif und Korngesetz. (Zweiter Artikel.)
118
Amtliche Uachrichten.
8 Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht:
. Dem evangelischen Prediger Dr. Becer zu Quedlinburg, dem emeritirten katholischen Pfarrer Wiza zu Kozsmin, den Pfar⸗ rern Richter zu Göorka duchowna, Regierungs⸗Bezirks Posen, und Leonhard Ploum zu Wesberg, Kreises Erkelenz, den Ro⸗ then Adler⸗Orden vierter Klasse; so wie dem evangelischen Schul⸗ lehrer Rothe zu Kladau, Glogauer Kreises, das Allgemeine Eh⸗ renzeichen zu verleihen.
Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Karl ist nach Schloß Fal⸗ kenstein, und
Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz August nach Meisdorf im Halberstaͤdtschen abgereist.
Ihre Durchlauchten die Prinzen Friedrich und Julius ban “] sind,
r er * 4 j 2
öbee „Letzterer von rttesden hier einge⸗ v1““
Der bisherige Ober⸗Landesgerichts⸗Assessor Loos ist zum Justiz⸗Kommissar bei dem Land uns ö zu e. an⸗ burg und zugleich zum Notar in dem Departement des Ober⸗ Landesgerichts zu Halberstadt bestellt; und
Der Landgerichts⸗Referendarius Herrmann Wilhelm Lautz zu Koͤln auf den Grund der bestandenen dritten Pruͤfung zum Advokaten im Bezirke des Königlichen Appellationsgerichts⸗ hofes zu Koͤln ernannt worden.
“
.
8 88 83
8 RNußland und Polen. St. Petersburg, 12. Nov. Am 6ten d. M. war das
Eis auf der Newa bei Oranienbaum zum Stehen gekommen, am
Morgen des 7ten wurde durch einen heftigen Suͤdwestwind jedoch das Fahrwasser wieder frei, so daß die Post⸗Verbindung zwischen Petersburg und Oranienbaum wiederhergestellt ist.
1 Frankreich.
288 Paris, 15. Nov. Gestern empfing der Handels⸗Minister, Herr Cunin⸗Gridaine, die Abgeordneten derjenigen Pariser Hand⸗ lungshaͤuser, welche Ausfuhr⸗Geschaͤfte nach Deutschland machen. Dieselben uͤberreichten eine Bittschrift, in welcher die Regierung ersucht wird, sich in Bezug auf die neuliche Tarif⸗Erhohung von Seiten des Zoll⸗Vereins bei den betreffenden Deutschen Staaten zu verwenden. Die Eingangs⸗Zoͤlle auf Bronze⸗Waaren und an⸗
ddere Pariser Artikel waͤren um das Doppelte erhoͤht worden;
Zur Bildung eines 2 und reinen poetischen
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richts verfaͤlscht wuͤrde.
mman vermuthe, es sey dies eine Repressalien⸗Maßregel, veranlaßt
durch Anordnungen der Franzoͤsischen Regierung, und man bitte deshalb um reifsiche Erwaͤgung und baldige Abhuͤlfe. Der Mi⸗ nister ertheilte die Versicherung, daß bereits Unterhandlungen in Velug auf die gedachte Tarif⸗Abaͤnderung angeknuͤpft worden
Man erinnert sich der lebhaften Eroͤrterungen, die in der letz⸗ ten Session der Deputirten⸗Kammer uͤber 88 Pusommenseßung der Jury stattfanden. Es wurde den Behoͤrden, weiche die jedesma⸗ lige Jury aus den Wahllisten zusammenzusetzen haben, vorgewor⸗ fen, daß bei dieser Operation eine große Ruͤcksicht auf Partei⸗Mei⸗ nungen genommen und so die Institution des Geschwornenge⸗ Der National hat, um jene Verdaͤch⸗
tigung durch Zahlen zu unterstuͤten, nachfolgende Untersuchung
Berlin, Montag den 2lfen November
uͤber die Liste der Geschworenen, welche wäaͤhrend der ersten vier Monate d. J. in Paris fungirten, angestellt: „Auf dieser Liste, welche 318 Namen in sich begreift, finden wir 9 Pairs oder De⸗ putirte, wovon 5 b;offentliche Beamte sind; 49 ;ͤͤffentliche Beamte, 128 Fabrikanten oder Kaufleute, 69 Hausbesitzer, 9 Advokaten, 9 Avoués, 13 Notare, 8 Wechsel⸗Agenten oder Maͤkler, 12 Aerzte, 8 Apotheker, 3 Architekten, 7 Lehrer und 3 pensionirte Militairs. Von diesen 318 Geschworenen sind 239 eifrige Konservative und als solche in ihren resp. Arrondissements bekannt; 10 von ihnen gehoͤren der gemaͤßigten Opposition an; die politische Gesinnung der uͤbrigen 69 ist unbekannt. — Die Liste der Geschworenen, welche in den folgenden 4 Monaten fungirt haben, zaͤhlt 554 Na⸗ men. Darunter befinden sich 8 Pairs oder Deputirte, 74 öoͤffent⸗ liche Beamte, 216 Fabrikanten oder Kaufleute, 10 Banquiers, 12 Wechsel⸗Agenten, 142 Hausbesitzer, 10 Advokaten, 13 Avoués, 5 Huissiers, 22 Notare, 17 Aerzte, 12 Architekten, 12 Lehrer und 1 pensionirter Militair. Von diesen 554 Geschworenen gehoͤren 433 der konservativen Partei und nur 28 der Opposition an.“
Gestern fand das Leichenbegaͤngniß des vor wenigen Tagen verstorbenen Baron de Gérando, Pairs von Frankreich, Mitgliedes der Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften u. s. w., statt, dem fast alle politischen und literarischen Notabilitaͤten der Hauptstadt beiwohnten. Frankreich verliert in ihm einen seiner ausgezeichnetsten Geister, der sich als tiefdenkender Gelehrter und aufgeklaͤrter Menschenfreund namentlich durch seine unausgesetz⸗ ten Bemuͤhungen, das Wohl der leidenden Menschheit durch Wort und That zu foͤrdern, unsterbliche Verdienste erworben hat.
Der Praͤfekt des Seine⸗Departements, Graf Rambuteau, ward gestern in die Tuilerieen beschieden, woselbst er lange in Kon⸗ ferenz mit dem Koͤnige blieb.
Herr Alphons Rocca, Schwiegersohn des Grafen Rambuteau und der letzte Sohn der Frau von Statl, ist gestern hierselbst mit Tode abgegangen.
Nach den neuesten brieflichen Mittheilungen aus Madrid erhäͤlt sich dort das Geruͤcht, der Herzog von Aumale werde auf seiner Reise von Lissabon nach Algier auf einige Zeit inkognito nach der Hauptstadt Spaniens kommen.
Von verschiedenen Seiten erhaͤlt man Berichte uͤber See⸗ Unfaͤlle waͤhrend der letzten Stuͤrme. In der Bay von Cadix litten mehrere Franzoͤsische Schiffe Schiffbruch, und unfern Bou⸗ logne ist in der Nacht auf den 12. November der Englische Dreimaster „Reliance“, aus China kommend, mit einer bedeuten⸗ den Ladung Thee untergegangen. Von der Mannschaft und den Passagieren haben 109 den Tod in den Wellen gefunden; nur 7 Personen konnten gerettet werden.
Man hat uͤber Havre Nachrichten aus Rio Janeiro vom 10. September. Die Rebellen, 3300 Mann stark, sind geschlagen eg und haben 500 Mann an Todten und Verwundeten ver⸗ oren.
Es soll gewiß seyn, daß die Spanische Regierung uͤber die Bedingungen einer neuen, von England zu garantirenden Anleihe einig geworden ist. Dieselbe wuͤrde, wie es heißt, gleichzeitig mit dem schon lange berathenen Handels⸗Traktat zum Abschluß kom⸗ men. Dieses Geruͤcht wirkte heute nachtheilig auf die Course der Franzoͤsischen Renten.
„*, Paris, 15. Nov. Die Versammlungen der Industriel⸗ len waͤhren noch immer fort; gestern fand die der Buchhaͤndler statt. Entgegengesetzt der Ansicht vieler anderen Industriezweige, verlangt der Buchhandel die Zoll⸗Union mit Belgien, weil er darin ein Mittel sieht, dem Nachdruck ein Ende zu machen. Es ist dem Kabinet eine in diesem Sinne verfaßte Petition uͤberreicht worden. Der Franzoͤsische Buchhandel befindet sich seit sehr langer Zeit in einer traurigen Lage, und dieser Umstand hat den beklagenswerthe⸗ sten Einfluß auf die Wissenschaften. Seit zehn Jahren beschaͤf⸗ tigt man sich fast ausschließlich damit, alte Werke wieder zu druk⸗ ken. Diese Wiederabdruͤcke sind im Allgemeinen schlecht ausge⸗ fuͤhrt worden und dadurch auch diese Unternehmungen ohne Erfolg geblieben. Die Juli⸗Revolution hat die Buchhaͤndler⸗Patente ab⸗ geschafft, oder, besser gsage⸗ es hat sich seitdem in Bezug auf die⸗ sen Gegenstand eine Nachsicht eingeschlichen, welche die Verleger bis ins Unendliche vermehrt hat. Jeder glaubt, er koͤnne Buch⸗ haͤndler seyn, und Leute ohne Kenntnisse, ohne Erfahrungen, ohne Kapitalien und ohne Kredit haben Werke unternommen, die sehr haͤufig unvollendet geblieben sind. Diese Thatsachen, so wie einige andere derselben Art, haben den Buchhandel in großen Mißkredit gebracht. Die zahllosen Verleger sind ebenfalls den Autoren und den wahren Buchhaͤndlern verderblich geworden. Diese Letzteren sind gezwungen gewesen, ihre Geschaͤfte zu beschraͤnken und jener Fluth von gehaltlosen Schriften, welche die improvisirten Verleger in die Welt schicken, zu weichen. Wenn man nicht ein frivoles Werk hat, so haͤlt es sehr schwer, unter billigen Bedingungen und die einen Schriftsteller von einigem Rufe befriedigen koͤnnen, einen tuͤchtigen und anstaͤndigen Buchhaͤndler zu finden, der sich mit einem Manuskripte zu befassen geneigt ist. Nicht der Bel⸗ gische Nachdruck hat den Franzoͤsischen Buchhandel ruinirt, son⸗ dern die Anarchie, welche seit etwa funfzehn Jahren in diesem Industriezweige herrscht. Eine Buchhandlung ist ein Handlungs⸗ haus, wie jedes andere; sie hat ihre Verbindungen, ihre Korrespon⸗ denten und ihre Absatzwege, und mit Huͤlfe derselben verkauft sie die Buͤcher, und zwar in mehr oder weniger langer Zeit. Ein Verleger (Editeur) hat keines jener Elemente des Erfolgs fuͤr sich; er kann seine Buͤcher nur durch aͤußerst kostspielige Annoncen be⸗ kannt machen. Da er keine eigenen Kapitalien besitzt, so muß er seine Verlagswerke sehr schnell abzusetzen suchen, und haͤufig sieht er sich gezwungen, um seine Verpflichtungen zu erfuͤllen oder
um den gerichtlichen Verfolgungen zu entgehen, dieselben zu einem
niedrigen Preise zu verkaufen. Auf diese Weise sehen wir eine ungeheure Masse von Buͤchern ploͤtzlich auf 98 von Paris erscheinen, wo sie haͤufig unter dem Kosten⸗Preise verkauft werden. In Frankreich ist der ganze Buchhandel in der Haupt⸗ stadt konzentrirt, und mit Ausnahme einiger Staͤdte, wie Lyon und Besangon, wo man Andachtsbuͤcher fabrizirt, werden alle Werke von einiger Wichtigkeit in Paris gedruckt, Um dem Buch⸗
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handel Leben und Konsistenz zu geben, muͤßte man ihn neu orga⸗
nisiren und ihn von jenen parasitischen Zweigen befreien, die ihn
in einen krankhaften Zustand versetzen. Das ist schwierig, aber
keinesweges unmbglich, und nur durch eine Ruͤckkehr zu den alten Traditionen wird man diesen Industriezweig zum Besten der Wissenschaften und der Literatur, und folglich der Civilisation,
wieder beleben koͤnnen.
Die Abgeordneten der Pariser Industrie sind gestern bei dem Handels⸗Minister gewesen, nicht um mit ihm von der Bel⸗ gischen Union zu sprechen, sondern um seine Aufmerksamkeit auf den neuen Tarif des Deutschen Zollvereins zu lenken, der, wie sie sagten, einem Verbot der meisten Artikel der Pariser Industrie gleichkomme. Bekanntlich bestehen diese Artikel hauptsaͤchlich aus Bronze⸗, Goldschmieds⸗ und Bijouterie⸗Waaren, buntem Papier, Parfuͤmerieen, verarbeiteten Häuten, Mode⸗ und plattirten Waa⸗ ren, Leinenzeug, Kleidungsstuͤcken u. s. w. Die Aussuhr dieser Ar⸗ tikel betraͤgt im Durchschnitt 50 Millionen Francs jaͤhrlich; davon erhaͤlt der Deutsche Zollverein jaͤhrlich 6 — 7 Millionen. Nach den Bestimmungen des neuen Tarifs wuͤrde die Einfuhr dieser Artikel in Deutschland große Hindernisse sinden, und hierge⸗ gen haben die Abgeordneten der Pariser Industrie bei dem Han⸗ dels⸗Minister reklamirt. Herr Cunin⸗Gridaine hat ihnen geant⸗ wortet, daß man bereits Unterhandlungen uͤber diesen Gegenstand enzeknuͤpft habe, und daß man die Interessen der Pariser Indu⸗ strie beruͤcksichtigen werde. Wir wissen nicht recht, was man von den Unterhandlungen, deren der Minister erwaͤhnt, hoffen darf; denn er weiß eben so gut wie wir, daß der Tarif des Zoll⸗Vereins fuͤr drei auf einander folgende Jahre guͤltig ist, und daß er nicht ohne die Zustimmung der dabei betheiligten Staaten modifizirt werden kann. Uebrigens wuͤrde Deutschland, wenn es einige Zugestaͤndnisse in dieser Beziehung machte, nothwendigerweise auch seinerseits dafuͤr Entschaͤdigungen fordern. Und wie weill man diese Entschaͤdigungen bei der gegenwaͤrtigen Stimmung der Gemuͤther in Frankreich bewilligen? Drei Viertel der großen Produzenten verlangen Pro⸗ hibitiv« und Schutz⸗Zoͤlle. Die Presse, welche sich im Allgemeinen sehr stark zu der Handels⸗Freiheit hinneigte, hat sich auch in die Reactions⸗Bewegung geworfen. Das Commerce, welches ehe⸗ mals ein Anhaͤnger eines liberalen Systems war, hat sich zu einem eifrigen Vertheidiger der Prohibitiv⸗Zoͤlle aufgeworfen. Die Presse, welche vor anderthalb Jahren die Prinzipien von Adam Smith und J. B. Say gewaltig herausstrich, unterwirft sich gegenwaͤrtig der Strenge des Merkantil⸗Systems, sucht die Nothwendig⸗ keit der Schutzzoͤlle darzuthun und bringt zu diesem Zwecke alle veraltete Argumente der merkantilischen Schule wieder zum Vor⸗ schein. Der Constitutionnel befolgt ein gemischtes System. Nur der Courrier frangais spricht sich ohne Ruͤckhalt fuͤr die Handels⸗Freiheit mit allen ihren gegenwaͤrtigen und zu⸗ kuͤnftigen Folgen aus. Das Auffallende ist, daß die Presse, welche die Schutz⸗Zoͤlle verlangt, zugleich die Regierung beschul⸗ digt, daß sie nichts fuͤr den auswaͤrtigen Handel thue. Aber die Regierung kann nichts weiter thun, als daß sie Handels⸗Vertraͤge abzuschließen sucht. Diese Handels⸗Vertraͤge schließen immer ge⸗ genseitige Konzessionen in sich. Da nun aber die meisten Indu⸗ striellen keine Konzessionen machen wollen, so ist es klar, daß die fremden Regierungen uns nicht gewisse Vortheile fuͤr unseren Handel bewilligen werden, ohne entsprechende fuͤr den ihrigen zu erhalten. Das Alles ist sehr einfach und elementarisch, und wenn die Journale, von denen wir sprechen, klar daͤchten, so wuͤrden sie einsehen, daß ihre Vorliebe fuͤr das Prohibitiv⸗System und ihre Beschuldigungen gegen die Regierungen durchaus unvereinbar sind.
Der Prozeß Hourdequin geht seinen Gang und bringt taͤglich neuen Skandal ans Licht. Es giebt in diesem Augenblick einen anderen Prozeß, der eben so merkwuͤrdig ist, wie jener, aber we⸗ niger Aufsehen macht, naͤmlich der Prozeß des Fabius in Betreff der Algierischen Angelegenheiten. Es handelt sich hierbei um Och-⸗ sen, und wenn man das Unmoralische dabei aus dem Spiele laͤßt, so wird es eine ziemlich lustige Geschichte. Seit zwoͤlf Jahren haben wir den Arabern eine unzaͤhlbäare Menge von Schlachtvieh abgenommen. Es findet keine Razzia statt, wobei nicht von einer Wegnahme von 1000 — 2000 Ochsen und mehreren tausend Scha⸗ fen die Rede waͤre. Herr Etienne, Sohn des Deputirten und Mitglied der letzten Rechnungs⸗Kommission, hat sich ein Vergnuͤ⸗ gen daraus gemacht, aus den offiziellen Buͤlletins eine Uebersicht aller den Arabern geraubten Ochsen zusammenzustellen. Er hat, wie man wohl denken kann, eine so fabelhafte Anzahl erhalten, die hinreichend waͤre, Frankreich ein ganzes Jahr hin⸗ durch zu ernaͤhren. Mit dieser Zusammenstellung hat er sich an den Kriegs⸗Minister gewendet, um zu erfahren, was aus dieser Menge Ochsen geworden sey und was man nach Beendigung einer jeden Expedition mit denselben gemacht habe. Es war un⸗ moͤglich, hierauf eine genuͤgende Antwort zu geben, und es schwebt noch immer ein Dunkel uͤber dem Schicksal jener Tausende von Ochsen, die wir den Arabern rauben. Die Prozesse und die Auf⸗ klaͤrungen wuͤrden in Algier stattfinden muͤssen. Es gehen dort unglaubliche Dinge vor, und man verkauft dort oft Gegenstaͤnde an die Regierung und an Privatpersonen, die niemals vorhanden gewesen sind. Der Tag der Enthuͤllungen ist vielleicht nicht sehr fern, und dann werden wir gewiß wunderbare Dinge erfahren.
†. Paris, 15. Nov. Die hiesigen Blaͤtter mißbrauchen den Vor⸗ theil, welchen ihnen die Wendung der Dinge in Syrien che und znr so sehr, daß sie Gefahr laufen, ihn voͤllig zu verscherzen. Sie ziehen naͤm⸗ lich aus den Ereignissen im Libanon als praktische Folgerung den Satz, daß nichts uͤbrig bleibe, als die Wiederherstellung des Zustandes der Dinge, wie er vor dem 15. Juli 1840 war, das heißt ein neuer Austausch der Tuͤrkischen Herrschaft uͤber Syrien gegen das Joch Mehmed Ali's. Zumal der Courrier frangais zeichnet sich aus durch die unerschrockene Sophistik, mit welcher er diese Behauptung durchzufuͤhren versucht. Die Unabhaͤngigkeit Sy⸗ riens, sagt er, ist nicht moͤglich, denn ihre Proklamirung wuͤrde ja der Anfang der großen orientalischen Katastrophe, der Zerstuͤckelung des Tuͤrkischen Reiches seyn, uͤber deren Hintanhaltung die Europaͤische Politik mit sich einig ist; da nun aber die Pforte offenbar unfaͤ⸗ hig ist, Syrien mit eigenen Kraͤfte zu behaupten, so muß sie noth⸗