1842 / 360 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Coke erst seit wenigen Monaten todt ist) mit Herrn Ellis, einem ßährer der Whig⸗Partei, waͤhrend der junge Lord Leicester, Sohn dder genannten Lady und noch nicht ganz volljaͤhrig, sich mit Miß MWMhitbread, einer Enkelin des Freundes von Sheridan und Fox, vermaäͤhlen wird. In England ist bei den Heirathen der politische Parteigeist eben so thäͤtig wie bei allen anderen Dingen.

2 London, 23. Dez. Die Preise des Schlachtviehs sind wieder etwas gestiegen; im Ganzen aber sind die Produkte jeder Art so wohlfeil, daß alle Paͤchter, welche einen bestimmten Grund⸗ zins ohne Rüͤcksicht auf den jedesjaͤhrigen Preis des Getraides zu entrichten uͤbernommen, in Noth gerathen, wenn nicht ihre Guts⸗ herren ihnen gnaͤdig einen Nachlaß schenken. Aber dieses vermoͤ⸗ een die meisten, deren Guͤter verschuldet sind, nicht, wenn auch die

rachtliebe, welche sich besonders dieses Standes so sehr bemaͤch⸗ tigt hat, ihnen die Freiheit ließe, großmuͤthig oder selbst nur gerecht zu seyn. Die Paͤchter suchen sich demnach durch Verminderung ihrer Arbeiter oder des Taglohns derer, die sie nicht entbehren koͤnnen, schadlos zu halten, und die Tagloͤhner auf dem Lande stehen auf dem Punkte, von derselben Armuth und Brod⸗ losigkeit heimgesucht zu werden, worunter die Fabrik⸗Ar⸗ beiter so lange gelitten haben. Die unmittelbaren Folgen davon sind, daß sich uͤberall die Armenhaͤuser fuͤllen, und Gutsherren und Paͤchter in Gefahr schweben, durch Armen⸗ Steuer zu Grunde gerichtet zu werden, und hier und da Feuer⸗ Anlegungen nur zu deutlich ankuͤndigen, daß ein verhungerndes Landvolk fuͤr die oͤffentliche Sicherheit eben so bedrohlich ist, als

eein brodloses Fabrik⸗Gesindel. Ja, es duͤrfte um so gefaͤhrlicher

werden, da es im Ganzen weit unwissender und gedankenloser, und folglich den Einfluͤsterungen uͤbelgesinnter Menschen weit zugaͤng⸗ licher ist.

Deswegen bemuͤhen sich denn auch die kluͤgeren und wohl⸗ habenderen Gutsherren in vielen Gegenden, dem Uebel entgegen zu arbeiten, indem sie es entweder den Paͤchtern erleichtern, die

Arbeiter mit ertraͤglichem Lohn beizubehalten, oder Arbeiten unter⸗ ehmen, um den Muͤßigen Beschaͤftigung zu verschaffen. Nur wenige wagen es freilich, sich oder Anderen Hoffnung zu machen, daß außer in Fehljahren, hoͤhere Preise fuͤr den Paͤchter zu er⸗ warten stehen, als jetzt oder selbst diese sich erhalten wuͤrden. Der ins aber soll so hoch bleiben als bisher, und zwar zum Besten des Haͤchters selbst. Denn wenn dieser zwischen hohem Zins und niedrigen Preisen so recht muͤrbe gedruͤckt wuͤrde, muͤßte seine Halsstarrigkeit gegen Neuerungen und Verbesserungen nachgeben, und durch Kunst und Fleiß wüͤrde er nicht nur alle seine eigenen Schwierigkeiten uͤberwinden, sondern auch so viel mehr dem Boden abgewinnen, daß die Nation des Auslandes gar nicht mehr be⸗ duͤrfen wuͤrde, um sich reichlich zu naͤhren. iese Vorstellungen bringen dann immer mehr das Verlangen nach Pachtbriefen fuͤr 19 oder 21 Jahre auf, wodurch allein dem Paͤchter die Hoffnung gegeben werden kann, seine Auslagen zu der Verbesserung des Bodens wieder zu bekommen. Und diejenigen Blaͤtter, welche gern einen Theil der Gutsherren zum Widerstand gegen jede weitere Ermaͤßigung in den Zoͤllen aufregen moͤchten, sind eifrig beflissen, diese Miethweise als die bittere Wahl hervorzuheben. Denn die Gutsherren, welche durch das Vermiethen ihrer Laͤndereien von Jahr zu Jahr den Paͤchter zu ihren politischen Zwecken bei den Parlaments⸗Wahlen ganz und gar in ihrer Gewalt haben, wollen nicht gern von einem solchen Vorschlage hoͤren.

Diese Mißstaͤnde benutzt nun die League aufs eifrigste, ihren Keil zwischen Gutsherren, Paͤchter und agloͤhner einzutreiben, und das Interesse der beiden letzteren von jener Vortheile zu tren⸗ nen. Drei Preisschriften, die sie so eben in einer Brochure her⸗ ausgegeben, haben einzig diesen Zweck. Es wird dem Paͤchter ge⸗ zeigt, daß keines der Getraide⸗Gesetze, welche man seit 1815 gege⸗ ben, ihm habe die Preise sichern koͤnnen, welche man jedesmal habe erzielen wollen, außer in Mißjahren, daß er aber dadurch von den Gutsherren, welche die Gesetze gemacht, verleitet worden, sich zu einem Pachtzins zu verstehen, welcher ihn zu Grunde gerichtet, jenen aber bereichert haͤtte. Dem Arbeiter aber wird bewiesen, daß sein wahrer Vortheil niedrige, und zwar beständig niedrige Preise seyen; daß keine Gefahr vorhanden, daß er durch Abschaffung aller Kornzoͤlle Mangel an Beschaͤftigung leiden wuͤrde. Auch sollen ihre Vorstellungen bei beiden Klassen Eingang finden, was wohl so seyn muß, da man nirgends mehr von baͤuerischen Miß⸗ handlungen der gedungenen Redner der League liest, im Gegen⸗ theil nur von vollen Saͤlen zustimmender Hoͤrer, und zwar oft in dem abgelegensten Marktflecken, wo man sonst kaum eine Zei⸗ tung zu sehen bekam. Hieruͤber darf man sich aber um so weni⸗ ger wundern, da man sieht, welche schnelle Fortschritte die neuen Prinzipien unter den Gutsherren machen.

Die Controverse mit den Franzͤsischen Blaͤttern uͤber das gegenseitige Verfahren des Englischen und Franzoͤsischen Konsuls zu Barcelona hat heute die Times dem Gestaͤndniß gebracht, was die Entfremdung zwischen dem Britischen Kabinet und dem Franzoͤsischen Hofe hervorgebracht, sey die von Frankreich gegen Spanien eingeschlagene Politik und dessen Abweichung von den Grundsaͤtzen, welche die Quadrupel⸗Allianz hervor⸗ gerufen, gewesen: die Begebenheiten in Bezug in Syrien häͤtten blos Gelegenheit zum Ausbruch jener Mi helligkeit gege⸗ ben. Dieses widerlegt denn auf einmal alle die Beschuldigungen, welche besonders auch genanntes Journal so oft gegen Lord Pal⸗ merston erhoben, daß jener Bruch mit Frankreich sein Werk ge⸗ wesen. Aber Palmerston behandelte die Spanische Revolution als vollendete Thatsache und durfte als Britischer Minister keine andere Politik befolgen, als eine solche, wodurch Spanien am schnell⸗ sten beruhigt, seine neue Regierung befestigt, seine inneren Huͤlfs⸗ mittel friedlich entwickelt und es am ehesten in den Stand gesetzt ward, ohne an Frankreichs Politik gefesselt zu seyn, wieder eine Achtung Fessge⸗ Stellung im Europaͤischen System einnehmen konnte. Lord Aberdeen, wenn ihn auch seine Ansicht mehr auf die Seite der Legitimitat hinneigen macht, befolgt entschieden dieselbe Politik. Unsere Bläͤtter von allen Farben haben den Barceloner Aufstand verdammt und bezeichnen fortwaͤhrend die Franzoͤsische Einmischung, welche dabei stattgefunden haben soll, mit den gehaͤssigsten Namen. darf auch 1

ehen, Engli

ern man irgend einen Krie e, daß sie einstimmig die Regierung auffordern wuͤrde, fuͤr Spanien zu ergreifen, im ugenblick, wo ein Heer die Pyrenäaͤen uͤberschritte.

. n Belgien. Briüsssel, 23. Dez. Die Repraͤsentanten⸗Kammer mehrere Berichte uͤber Gesetz⸗Entwuͤrfe und unter Indhat gesttrn den, wescher bestimmt ist, den Einfuhr⸗Zoll auf Reis, Taback ic. zu erhoͤhen, erhalten. Eine Debatte entspann sich uͤber die Epoche der Diskussion dieser Berichte. Die Kammer beschloß, sie nach den Entwuͤrfen, die schon an der Tagesordnung sind, zu eroͤrtern. Hierauf beschloß sie, sich am 24sten d. bis zum 10. Januar zu

Die Diskussion der Artikel des Budgets des Innern wurde nun wieder vorgenommen und beendigt. schläge des Ministers wurden angenommen. hren wurden 4000 Fr. für die iolin⸗Klasse beim Konservatorium der Musik zu Bruͤssel bewil⸗ ligt, um Herrn Beriot dem Lande zu erhalten. 000 Frs. wurde fuͤr die Unter sel dem Staat abgetretenen Geb Die als erste Subsidie fuͤr die E von Bouillon geforderten 12,500 Frs. wurde Graf von Merode zeigte die Absicht an, Gabe von 3000 Frs. zur Errichtung dieser Eine Summe von 16,000 Frs. wurde endlich fuͤr Penstonen der mit dem September⸗Kreuz Dekorirten, die beduͤrftig sind, votirt. Diese verschiedenen Amendements erhoͤheten um 45,000 Frs. den Gesammt⸗Betrag des Budgets des Innern, welches einstimmig angenommen wurde.

Brüssel, 20. Dez. (Nürnb. K.) Deutsche ben sich durch die Klagen des Amsterdamer Hand taͤuschen lassen, indem sie berichten, daß „waͤhrend die Belgische Presse den Schluß⸗Vertrag mit Holland im Gan nimmt, in der Hollaͤndischen immer groͤßerer W ihn laut werde.“ In der T keine solche Komoͤdie gespielt ter, namentlich das Handelsblad, uͤber von Belgien eine auffuͤhren. nur mit dem Vertrag sehnlicher, als daß er d den Belgischen Kammern erhalte. hat in dieser Angelegenheit weit gezeigt, als die Belgische, higkeit, welche den. Wohl a waͤre, die Ratification der machen, als ein vorzeitiges Triumphgeschrei. Handelsblad das Or⸗ Auftrag erhalten, schlossenen Vertrag Kriegslist jedoch bald fernt, nach dem Wunsche des Minister

cation ent

Alle Vor⸗ Auf sein Be⸗ ichtung einer besonderen

Ein Kredit von altung der durch die Stadt Bruͤs⸗ ude und Sammlungen bewilligt. rrichtungleiner Statue Gottfried's n genehmigt. durch eine persoͤnliche Statue mitzuwirken.

Blaͤtter ha⸗ elsblattes

en guͤnstig auf⸗ derspruch gegen hat ist in der Journalistik lange Zeit worden, wie die Hollaͤndischen Blaͤt⸗ in diesem Augenblick gegen⸗ Man ist in Holland nicht ufrieden, sondern man wuͤnscht nichts fication so rasch als möglich von Die Hollaͤndische Diplomatie mehr Geschick und Kenntniß der weder die Erfahrung noch die Faͤ⸗ ene als ein angeerbtes Gut besitzt, zur Seite stan⸗ in dem Haag, daß nichts geeigneter mern zweifelhaft zu

Das Amsterdamer gan der Regierung! hat daher den gegen den von seinen eigenen Goͤnnern abge⸗ pposition zu machen. Hiesigerseits ist diese und der Vertrag, weit ent⸗ iums schnell seiner Ratifi⸗ gegen zu gehen, wird nicht nur in der Repraͤsentanten⸗ ch in dem Senat einen schweren Sturm zu

er weiß man Belgischen Kam

bemerkt worden,

sondern au bestehen haben.

Deutsche Bundesstaaten.

Die Gesetz⸗Samml

Hannover, 24. Dez. den Bundes⸗Beschluß vom 15. September

folgende Verordnung, 1842 betreffend:

August, v Koͤniglicher Prinz von G berland, Herzo

diesjaͤhrigen Sitz schluß gefaßt hat:

„Da es in sammlung zukor⸗ den zu entscheiden, Art. 14 der Bundes ligen Rechtsan Art, wie solche stimmte, den re Vorschriften zu

on Gottes Gnaden Koͤnig von Hannover, roßbritanien und Irland, Herzog von Cum⸗ zu Braunschweig und Lüneburg e Deutsche Bundes⸗Versammlung in ihrer 26sten g am 15. September d. J. den nachstehenden Be⸗

Folge des Art. 63 der Schluß⸗Akte der Bundes⸗Ver⸗ 7uͤber den Grund oder Üngrund von Beschwer⸗ welche im Rekurswege in Betreff des durch ⸗Akte zugesicherten Rechtszustandes der vorma⸗ hoͤrigen an sie gelangen, und demnächst uͤber die 1 erbeizufuͤhren seyn werde, be⸗ chtlichen Anspruͤchen der Betheiligten angemessene geben; so wird auf das diesfalls mebrerer vormaligen Reichsstaͤnde festgestellt: „4) Bei Reclamationen, welche von mittelbar gewordenen ehe⸗ gen Reichsstaͤnden oder von Gliedern des vormaligen unmittel⸗ baren Reichs⸗Adels, auf den Grund des Art. 63 der Schluß⸗Akte, des Art. 14 der Bundes⸗Akte erlassenen en, insofern diese nicht auf Vertrag be⸗ 1b obene Beschwerde in unbestrittener Wirk⸗ bei der Bundes⸗Versammlung angebracht werden, bei Reclamationen gegen spaͤtere e tive Erklaͤrungen der durch die Bundes⸗ oft das Beduͤrfniß dazu sich zeigt, er Reklamanten zustaͤndigen Landesg Bundes⸗Versammlung durch die betreffend nicht abzulehnende Auftrag ertheilt werden, den Streitfall in seinem r eine desinitive Entscheidung, nach der von dem oder gemeinrechtlichen n Frist zu instruiren. chst nach den Umstäaͤn⸗

ntscheidung jedesmal

eingebrachte Gesuch

egen die zur Vollziehung ndesherrlichen Verordnun ruhen oder ohne dagegen er samkeit bestehen, soll jedesmal und nseitige legisla⸗ Akte ihnen zugesicherten Rechte, dem in anderweiten Rechtssachen zweiter Instanz von der e Landes⸗Regierung der

ganzen Umfange f Gerichtshofe uͤberhaupt beobachteten partikular⸗ Prozeß⸗Ordnung, innerhalb der kuͤrzest moͤgliche

„2) Die desinitive Entscheidung ist hiernaͤ den von der Bundes⸗Versammlung oder auf einen durch Stimmen⸗ luß von einer richterlichen Instanz, so U von der Bundes⸗Versammlung zuge⸗ und Namen nz wird fuͤr jeden einzelnen Fall da⸗ die Bundes⸗Versammlun uͤr dieselbe aus der Liste der Spruch⸗ edsgericht erwaͤhlt und in Abgangs⸗ so wie, daß von diesen erwaͤhlten vier Mitgliedern oder, bei Stimmen⸗Gleichheit unter ihnen, von der ein fuͤnftes Mitglied als Obmann aus der⸗

mebhrheit zu fassenden Besch weit derselben der Streitfa wiesen wird, in deren Auf⸗ „„3) Diese richterliche Insta ebildet werden, da

menmehrheit vier Mitglieder maͤnner fuͤr das Bundes⸗Sch oder Sterbefaͤllen ersetzt,

durch Stim⸗

Bundes⸗Versammlun selben Liste gewaͤhlt wird.

„4) Von dieser Instanz ist jedesmal von welcher Seite oder in die Kosten des richterlichen

zugleich daruͤber zu erkennen, welchem Maße von beiden Seiten antheilig Verfahrens zu tragen seyen.

„5) Alle Bestimmungen des Bundes⸗Beschlusses vom 30. Oktober gericht, mit Ausnahme derjenigen, mirte Bildung und die Kosten des und auf nur zwischen Regierungen und gkeiten beziehen, sollen auch bei dieser n Ausspruͤchen eintreten.“

1834 uüͤber das Bundes⸗Schieds welche sich auf die anders nor Bundes⸗Schiedsgerichts Staͤnden vorkommende richterlichen Instanz und ihre

so lassen Wir solchen, in Gemaͤßheit des §. 2 des Landes⸗Ver⸗ 6. August 1840, hiemit zur öͤffentlichen

en 19. Dezember 1842. Ernst August. . G. Frhr. von Schele.

Hamburg, 23. Dez. An die Stelle des verstorbenen Buͤr⸗ h ist in der heutigen Raths⸗Versammlung Kellinghusen I. U. D. zum Buͤrgermeister Derselbe ist seit dem 4. Juli 1831 Mitglied des

hiest 8 572 Be esigen Koͤnigl. Preu vollmaͤchtigt

Staaten All ersterer mit

fassungs⸗Gesetzes vom Kenntniß gelangen. Hannover,

germeisters Dr. Abendrot der Senator Heinrich erwaͤhlt worden.

stuͤtzungs⸗Verein zu Berlin sind durch den ßischen außerordentlichen Gesandten und be⸗ Herrn von Haͤnlein, heute der Unter⸗ r etrag der in den Koͤnigl. Preußlischen erhoͤchst angeordneten Haus⸗ und 165,221 Mark 5 Sh. Bco., und 1 Sh. Beo., mit 3428 Mark 9 S zugestellt worden.

ben Minister,

ehoͤrde der B Kirchen⸗Kollekten, etzterer mit 47,870 so wie noch andere wohlwollende Beitraͤge

h. Beo., in Summa 216,520 Mark 8 Sh.

. Desterreich.

v Aus Böhmen. Ende Dezember. Die häͤufigen Mißaͤrnd⸗

ten dieses Jahres haben zu der Besorgniß Veranlassung gegeben, daß es der arbeitenden Klasse an dem zur Frhalung der Existenz noͤthigen Erwerbe gerade zu der Zeit mangeln koͤnnte, wo durch die gewoͤhn⸗ lich groͤßere Theuerung der Lebensmittel die Subsistenz ohnehin erschwert wird. Die 2 auch hier bewaͤhrende Fuͤrsorge unseres Landeschefs hat daher saͤmmtlichen Kreishauptleuten die Weisung gebracht. durch die Bezirks⸗Commissaire und andere verlaͤßliche

okal⸗Beamte den Stand der Dinge aufs genauste zu erforschen, und fuͤr den Fall, daß die gehegte Besorgniß als gegründet er⸗ schiene, sofort die Anzeige zn erstatten, in welchem Wintermonate, oder ob erst gegen das Früͤhjahr, ein Mangel an Erwerb zu be⸗ fuͤrchten sey, fuͤr welche Zeit dann den Arbeitsfaäͤhigen Erwerb verschafft werden soll, dadurch, daß die Obrigkeiten und Gemein⸗ den vermocht werden, zur Subsistenz ihrer huͤlfsbeduͤrftigen Un⸗ terthanen, solche oͤffentliche Arbeiten beginnen zu lassen, welche ohne die gegenwaͤrtigen außerordentlichen Verhaͤltnisse nur der Zu⸗ kunft vorbehalten worden waͤren, wie z. B. die Herstellung von Vineinalstraßen u. dgl. Auch wurde den Kreishauptleuten aufge⸗ geben, in allen ihnen zu Gebote stehenden Wegen dafuͤr zu sor⸗ gen, daß auch Private, Unternehmer von industriellen Gewerken, Fabrikanten u. s. w. fuͤr die fortwaͤhrende Beschaͤftigung der Tag⸗ Arbeiter mitwirken und ihre Etablissements in dem möoglichst aus⸗ gedehnten Betrieb erhalten. Fuͤr den Fall aber, daß nach den eroͤrterten Daten alle diese Mittel nicht genüͤgen sollten, die Sub⸗ sistenz der arbeitenden Klassen zu sichern, ist das Gouvernement entschlossen, durch die Vornahme öͤffentlicher Bauten in der Naͤhe Prags, dann durch Abtragung steiler Strecken auf den nach Schlan und Tabor fuͤhrenden Chausseen, und Bestreitung derselben aus oͤffentlichen Fonds, dem Nothstande der Bevoͤlkerung zu Haͤlfe zu kommen. ba seguu90 56571997.

11“] Spanien.

Madrid, 17. Dez. Herr Marllani, welcher von London hier angekommen ist, uͤberbringt, wie es heißt, von Seiten Eng⸗ lands neue Vorschlaͤge in Bezug auf die Anleihe. Das Britische Kabinet soll den Abschluß des Handels⸗Traktats dringend wünschen. Herr Marliani hat seit seiner Ankunft bereits zahlreiche Unterre⸗ dungen mit mehreren Cortes⸗Mitgliedern gehabt, die er fuͤr das Projekt eines Traktats zu gewinnen sucht.

Es heißt, der Regent werde nicht vor Neujahr hierher zu⸗ rüͤckkehren.

Der Heraldo enthaͤlt Folgendes: „Vierzehn Bataillone blei⸗ ben als Garnison inz Barcelona. Zwei Divisionen aus 17 Bataillo⸗ nen, unter dem Befehl Zurbano's, sollen zwischen Gerona und Urgel und 34 Bataillone zwischen Barcelona und der Graͤnze von Aragonien en échelon aufgestellt werden; 8 Schwadronen und 2 Compagnieen Tirailleurs werden das Plateau von Taragona bewachen und 5—6 Bataillone nach Tortosa gesandt werden.“

Der General Seoane ist in großer Eile von hier abgereist, um an van Halen's Stelle das Kommando in Catalonien zu uͤbernehmen.

Man behauptet, die Regierung wolle mit allen Nationen, die irgend dazu geneigt waͤren, Handels⸗Traktate abschließen.

Im Journal des Pyrénées orientales liest man: „Zurbano ist am 12. Dezember mit vier Bataillonen in Gerona angekommen. Sogleich nach seiner Ankunft ließ er die Thore schließen, und als dieselben nach zwei Stunden wieder geoͤffnet wurden, gab er den Befehl, daß Niemand ohne einen von ihm selbst unterzeichneten Erlaubnißschein die Stadt verlassen duͤrfe. Diese Maßregel waͤhrt noch fort. Am 14ten ließ er die Civil⸗ Behoͤrden der Stadt zu sich kommen und verlangte die Namen derjenigen Personen zu wissen, die an der Spitze der Bewegung gestanden. Als die Behoͤrden sich weigerten, die Namen zu nen⸗ nen, rief er aus: „„Nun gut! Ihr werdet jetzt die ganze Miliz versammeln und mir die Namen nennen, denn nicht die Waffen derselben, sondern ihre Koͤpfe will ich haben.“ Da er nichts er⸗ fahren konnte, drohte er, die Mllizen dezimiren und ihre Anfuͤh⸗ rer erschießen zu lassen.“

/ Paris, 23. Dez. Der Aufstand des ganzen Fuͤrsten⸗ thums Catalonien, welcher, Franzoͤsischen Nachrichten zufolge, durch die Kanonen des Forts Monjuich hervorgebracht seyn sollte, redu⸗ zirt sich in der Wirklichkeit, nach den jetzt vorliegenden amtlichen Berichten uͤber die Catalonischen Ereignisse waͤhrend der ersten Haͤlfte dieses Monats, auf einige tumultuarische Scenen, die in zwei Staͤdten der Provinz Gerona, in Olot und Figueras vorge⸗ fallen sind. An beiden Orten wurde die Ruhe ohne Kampf und ohne Blutvergießen wieder hergestellt. In Gerona selbst ist die oͤffentliche Ordnung seit dem ersten Aufrüuhr⸗Versuche, der im vo⸗ rigen Monate schesterte, nicht mehr gestoͤrt worden. Der Gene⸗ ral Zurbano befindet sich gegenwaͤrtig wieder in dieser Stadt, wo er eine strenge Polizei handhabt, um wo möglich der Auf⸗ ruͤhrer habhaft zu werden, die sich in Geroͤna versteckt ha⸗ ben koͤnnten. Bis jetzt sind indessen seine Nachforschungen voͤllig fruchtlos gewesen. Nur in Hlot ist einer der Anstifter des dortigen Tumults verhaftet und dem ordentlichen Tribunale zur Bestrafung uͤbergeben worden.

Die Verluste, welche die Garnison von Barcelona in dem fuͤr sie ungluͤcklichen Kampfe vom 15. November erlitten hat, sind nicht so groß gewesen, als man anfangs glaubte. Sie belaufen sich nach den offiziellen Tabellen an Todten und Verwundeten auf 46 Offiziere und 178 Soldaten.

Die Barceloneser Blaͤtter, welche die Sprache mehr und mehr wiederfinden, beschweren sich mit großem Nachdrucke uͤber die der Stadt aufgelegte Contribution. Der Constitucional beweist nicht nur, daß dieselbe geradezu verfassungswidrig ist, son⸗ dern er erklaͤrt sie auch fuͤr eine ungerechte Bestrafung der un⸗ schuldigen Masse der Einwohner wegen des von einer Handvoll Ruhestoͤrer begangenen Verbrechens. Dieser letzte Satz moͤchte sich indessen schwer durchfuͤhren lassen. Die Protestation des Ayuntamiento gegen die ausgeschriebene Contribution: als welche mit den ausdruͤcklichen Worten der Verfassung im direkten Wi⸗ derspruche stehe, soll von dem Kriegs⸗Minister unter Verufung auf die Konsequenzen des Belagerungs⸗Zustandes zuruͤckgewiesen eyn. Barcelona wird also zahlen, aber es bleibt zu erwarten uͤbrig, welche Wirkung seine unausbleiblichen Reclamationen bei den Cortes haben werden. Zwar gilt die Aufloͤsung der jetzigen Cortes, die ohnehin in dem letzten Stadium ihrer vesüchen Dauer sind, fuͤr gewiß, aber es ist nicht wahrscheinlich, daß ihre Nachfolger geneigter seyn werden, die schweren Eingriffe in die Constitution, welchenssich die Reglerung bei Gelegenheit der Bar⸗ celoneser Ereignisse erlaubt hat, ungeahndet hingehen zu lassen. Ueber die diplomatischen Ursachen des auffallenden Sinkens der oͤffentlichen Fonds giebt ein Provinzialblatt in einer Korre⸗ spondenz aus Paris folgende Aufschluͤsse. „Der Spanische Ge⸗

schaͤftstraͤger erhielt vor mehreren Tagen von seiner Regierung den

3 Auftrag, gegen das Verfahren des Franzoͤsischen Konsuls in Bar⸗

celona zu reklamiren, welcher sich dem staͤrksten Verdachte ausge⸗ setzt, dem Aufruhre in der Hauptstadt Cataloniens allerlei Vor⸗ schub geleistet zu haben. Da Herr Hernandez von mehreren Agenten der Spanischen Regierung in Frankreich, und namentlich von deren Konsul in Perpignan, Berichte üͤber die Handlungs⸗ weise des Herrn Lesseps erhalten hatte, welche jener Anklage der Spanischen Regierung zu widersprechen schienen, so nahm er es auf sich, dem hierauf bezüglichen Theile seiner De⸗ peschen einstweilen keine Folge zu geben, und er be⸗ schraͤnkte sich darauf, Herrn Vutzat den Wunsch des Ma⸗ drider Kabinets mitzutheilen, daß den Catalonischen Fluͤchtlin⸗ gin der Aufenthalt an der Graͤnze nicht gestattet werden moͤge. Nachdem er auf dieses Verlangen eine durchaus guͤnstige Antwort erhalten, theilte Herr Hernandez dem Lord Cowley den Inhalt seiner Unterredung mit dem Franzöoͤsischen Minister mit, und

sagte demselben außerdem, daß er nicht fuͤr zweckmaͤßig erachtet,

bis auf Weiteres die Beschwerden seiner Regierun gegen Herrn Lesseps anzubringen. Der Englische Gesandte zugece sich sehr unzufrieden uͤber die Zuruͤckhaltung des Herrn Hernandez und eilte sofort persoͤnlich zu Herrn Guizot, um die Spanischen Reclama⸗ tionen, die, seiner Versicherung nach, durch die ihm selbst zuge⸗ gangenen Nachrichten vollkommen gerechtfertigt wuͤrden, geltend zu machen. Herr Guizot hatte die cigte Muͤhe Lorg Cowley einf ermaßen zu beruhigen. Der Englische Gesandte ließ sich nur dadurch beschwich⸗ tigen, daß ihm der Minister des Auswaͤrtigen zuletzt die Korrespon⸗ denz des Herrn Lesseps zu lesen gab. Nachdem indessen der Verdacht einer Einmischung des Franzoͤsischen Konsuls zu Gunsten der 8 surrection bei Lord Cowley zum Schweigen gebracht war, fing der Englische Gesandte an, die Besorgniß von einem etwaigen Projekt der bewaffneten Intervention Frankreichs in Spanien

zu aͤußern. Herr Guizot entgegnete, daß fuͤr jetzt kein Gedanke nz.

wenn die Verhaͤltnisse der Halbinsel sich anders gestalten sollten,

an einen solchen Schritt vorhanden sey, daß Frankreich uͤbrigens,

so gegen dieselbe handeln werde, als es seine eigenen Interessen erfordern. Diese Antwort hatte die ziemlich schneidende Erwiede⸗ rung des Lord Cowley zur Folge, daß England in keinem Falle jemals eine militairische Intervention Frankreichs in die Spani⸗ schen Angelegenheiten zugeben koͤnne und werde, worauf denn die beiden Diplomaten einen sehr steifen und sehr frostigen Abschied von einander nahmen.“ So das Journal du Havre, das in vielen Faͤllen besser unterrichtet zu seyn pflegt, als die Pariser Blaͤtter, dem wir aber die ganze Verantwortlichkeit fuͤr jene Dar⸗ stellung lassen muͤssen.

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.

O New⸗York, 1. Dez. Am naͤchsten Montag wird die Session des Kongresses eroͤffnet. Man erwartet gleich fuͤr die ersten Sitzungen lebhafte Debatten, da die Abolitionisten, deren Staͤrke und 811 bei den letzten Wahlen recht augenscheinlich geworden ist, gleich Anfangs mit Ueberreichung einer Anzahl von Petitionen fuͤr Abschaffung der Sklaverei hervortreten wollen. Herr Adams, dem das Verdienst gebuͤhrt, bei diesen humanitairen Bestrebungen stets einer der eifrigsten Vorkaͤmpfer gewesen zu seyn, wird wohl auch diesmal mit an der Spitze stehen, und der Ver⸗ tretung der mit Fuͤßen getretenen Rechte der Menschheit sein maͤchtiges Wort leihen. Aber die Gegner, diejenigen, welche die Aufrechthaltung der Sklaverei wollen, die in den fruͤheren Ses⸗ sionen es fast sar ein Verbrechen erklaͤrten, fuͤr die schmaͤhlich un⸗ terdruͤckten Schwarzen die Stimme zu erheben, die sich nicht scheuten, ehrenwerthe Maͤnner deshalb als Brandstifter, als Mord⸗ brenner zu bezeichnen, ruͤsten auch ihrerseits sich zum Widerstande.

Die Majoritaͤt des Kongresses gehoͤrt, wie in der vorigen Session, noch den Whigs. Aber sie ist durch die letzten Wahlen von einem Volks⸗Urtheile getroffen, das ihr allen wirklichen Ein⸗ fluß, alle moralische Kraft raubt und alle ihre Schritte laͤhmen muß. Die Diskussionen des Kongresses werden wahrscheinlich um drei Hauptpunkte sich drehen: den Finanzplan, der im vori⸗ gen Jahre durch das Stillschweigen der Legislatur zu Grabe ge⸗ tragen wurde, den aber die Herren Tyler und Webster von neuem zur Sprache bringen wollen; die Gruͤndung von Entrepots und die

Modisication des Tarifs. Es ist nicht nur sehr möͤglich, sondern

sogar sehr wahrscheinlich, daß der erstgenannte Punkt diesmal durchgeht, da, obgleich die Majoritaͤt kein besonderes Vertrauen darauf setzt, doch Herr Webster, dessen Einfluß auf sie sehr bedeutend ist, mit aller Macht dafuͤr arbeitet. Eben so viel Aussicht hat das Entrepot⸗System, vom Kongresse an⸗

genommen zu werden, da alle Welt daruͤber einverstanden

zu seyn scheint, daß es besonders seit Festsetzung der baaren Zahlung der Zollgebuͤhren zur unerlaͤßlichen Nothwendigkeit gewor⸗ den sey. In Bezug auf den Tarif soll vorgeschlagen werden, auf der einen Seite seine Anforderungen herabzusetzen, auf der anderen dagegen sie zu erhoͤhen, indem nun Thee und Kaffee besteuert werden sollen als natuͤrliche Quellen fuͤr die Staats⸗Einkuͤnfte, die man aber bisher aus Furcht vor der Unpopularitaͤt dieser Auflage ganz frei hatte ausgehen lassen. Aber es hat alle Wahrscheinlichkeit, daß diese entgegengesetzten Reform⸗Versuche in Folge der neu aus⸗ gebrochenen Mißhelligkeiten zwischen der Partei van Buren's und dem Praͤsidenten Tyler scheitern werden. Die Unbesonnenheit, mit welcher die Partei van Buren's uͤber den Sieg der Demo⸗

eraten bei den Wahlen in eine Art Taumel gerathen, mit dem Haupte der jetzigen Verwaltung, dem die Locofoco⸗Par⸗

tei do auptsaͤchlich ihren Triumph zu danken hat, bre⸗ chen 1 eane Nea, konnte ihre Wirkung nicht ver⸗ fehlen. Herr Tyler, als er sich gerade von denen zuruͤckgestoßen sah, denen er die Hand geboten hatte, ist nicht blos von seinen Gedanken an Personal⸗Aenderungen im Ministerium und anderen wichtigen Staats⸗Aemtern zuruͤckgekommen, sondern hat nun auch durch seine halboffiziellen Organe den Demokraten geradezu bedeu⸗ ten lassen, daß sie auf seine Mitwirkung fuͤr Zuruͤcknahme des Tarifs nicht rechnen koͤnnen. Diese Erklaͤrung, bei welcher beson⸗ ders der Europaͤische Handel interessirt ist, wurde von den Ameri⸗ kanischen Blaͤttern entweder absichtlich unbeachtet gelassen oder wirklich nicht bemerkt, ist aber in einer der letzten Nummern der Union, dem anerkannten Organe der Gedanken des Herrn Tyler, enthalten. Ich theile Ihnen 88 betreffende Stelle wegen ihrer besonderen Wichtigkeit ganz mit: 4

b „Die Svcelatte ist in Bewegung uͤber die Frage“, heißt es dort, „ob der Tarif in der naͤchsten Session des Kongresses einer Revision unterworfen werden wird. Der Praͤsident wird diese Revision in seiner Botschaft nicht anempfehlen. Da er die Bill, so wie sie votirt worden ist, gutgeheißen hat, so wird er ihre Revision nicht eher verlangen, als bis die Erfahrung bewiesen haben wird, daß sie den Erwartungen ihrer Urheber nicht entsprochen hat. Daß diese Bill in viel achen Beziehungen man⸗ gelhaft sey, ist keine Frage; daß die Zöͤlle auf gewisse Waaren uͤber alle Maßen hoch sind, und eben so unmaͤßig niedrig die auf manche andere, ist unzweifelhaft; daß die Anhaͤnger der Handels⸗ freiheit fuͤr ihre unmittelbare Zuruͤcknahme, und entschlossen sind,

einen Versuch zu diesem Ende chen, alle ictsctrtt .

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dies an. Aber wir glauben, der Kongreß wird nicht Hand daran legen Wenn ein hoher Tarif je⸗ mals noͤthig war, um den Lawinen fremder Einfuhren Einhalt zu thun, so ist er jetzt noͤthig. Wir werden er⸗ drückt durch unsere Europaͤische Schuld; unsere Magazine sind efuͤllt, unsere Maͤkler verkaufen zu jedem Preis, und das ga. e Land gleicht einem noch schwachen Genesenden, dessen Wiederher⸗ stellung sehr langsam vor sich geht. Eine Reaction beginnt sich fuhlbar zu machen, das Vertrauen erwacht wieder ein wenig. Nehmt das Tarif⸗Gesetz zuruͤck, kehret zuruͤck zur Handels⸗Freiheit und zu niedrigen Zoͤllen, und wir werden abermals von einer Fluth rulnirender Einfuhr uͤberschwemmt werden, die uns in Schulden stecken wird, bis an den Hals. Die Gegner des Tarifs werden sagen, daß die Einkuͤnfte seit seiner Annahme abgenommen haben, daß er folglich seinen Zweck verfehlt habe. Allein die Einkuͤnfte hatten schon abgenommen in den beiden ersten Vierteljahren, welche dem Votum des Tarifs vorangingen und die Ab⸗ nahme geht stufenweise fort. Das kommt daher, weil den Waaren der Markt fehlt aus Mangel an Verbrauch. Die Einfuͤhrenden verlieren jetzt 20 pCt. an allen ihren Artikeln,

warum sollten sie also fortfahren, einzufuͤhren? Wir Alle fangen jetzt an, Hemden von Baumwolle mit Vorderstuͤcken von Leinwand zu tragen; folglich geht fuͤr den Schatz an der Leinwand allein eine Million verloren. Wir beginnen aus Sparsamkeit und Noth⸗ wendigkeit, Artikel aus unseren nationalen Manufakturen zu kau⸗ fen. Der Tarif hat also in dieser Beziehung keinen Einfluß auf unseren auswaͤrtigen Handel; dieser leidet durch den Mangel an Kaͤufern und durch Ueberfuͤllung der Magazine“..

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Köln, 25. Dez. (Domblatt.) In der letzten Sitzung des Dombau⸗Vereins⸗Vorstandes stattete der Vorsitzende, Herr von Wittgenstein, den Bericht des Verwaltungs⸗Ausschusses ab, in welchem es unter Anderem heißt:

„Die fuͤr heute zur Verhaͤndlung anstehende Frage uͤber die Ver⸗ wendung der Vereinsmittel zum Dombaue im Allgemeinen, und ins⸗ besondere des 8 das Jahr 1843 verfuͤgbaren Betrages, ist von sol⸗ cher Wichtigkeit, daß ich glaube, mich darauf beschraͤnken zu koͤnnen, Ihnen mit wenigen Worten das Wesentlichste mitzutheilen, was in dem Zeitraume vom 28. November d. J. bis heute vorgekommen ist. Die Einnahme zur Vereins⸗Kasse hat in den in Rede stehenden 25 Tagen 2520 Rthlr. 14 Sgr. 1 Pf. betragen, und ist durch dieselbe der Total⸗Einnahme⸗Betrag bis auf 38,715 Rthlr. 11 Sgr. 8 Pf. gebracht worden. Da noch bedeutende Eingaͤnge von auswaͤrtigen Huͤlfs⸗Vereinen fuͤr das ablaufende Dienstjahr zu erwarten stehen, so koͤnnen unbedenklich mindestens 40,000 Rthlr. zur sofortigen Verwendung angewiesen werden, ein Resultat, das gewiß ganz geeignet erscheint, fuͤr die Mitwirkung des Central⸗Vereins bei der kuͤnftigen Bauthaͤ⸗ tigkeit an unserem Dome eine wuͤrdige, großartige Aufgabe ins Auge zu fassen. Durch die foͤrmliche Konstituirung von Huͤlfsvereinen zu Muͤnchen⸗Gladbach, Lindlar und Krefeld ist der Wirkungskreis des Central⸗Vereins auch in der juͤngsten Zeit wieder wesentlich erweitert, und sind in den rege gewordenen Kraͤften tuͤchtiger Dombaufreunde in jenen Bezirken neue Garantieen fuͤr das Gelingen unseres Unter⸗ nehmens gewonnen worden. Die neuesten Mtefocgäͤngen⸗ welche uns von dem Verwaltungs⸗Ausschusse des Bayerischen Vereins fuͤr den Koͤl⸗ ner Dombau geworden, bestaͤtigen es auf die erfreulichste Weise, daß die Theilnahme für die Dombau⸗Sache in jenem Theile unseres Vater⸗ landes unter der hochherzigen Foͤrderung Sr. Majestaͤt des Koͤnigs von Bayern sich immer mehr ausbreitet und befestigt. Wir hoffen zu⸗ versichtlich, daß auch von dieser Seite nicht unerhebliche Mittel zur Erhoͤhung der Bauthaͤtigkeit in der naͤchsten Zeit zufließen werden. Die in unserem letzten Berichte zur Sprache gebrachte An elegenheit wegen der den Huͤlfs⸗Vereinen zu Portofreiheit fuͤr die Korrespondenzen und Geldsendungen im Bereiche ihres Wir⸗ kungskreises hat durch die Geneigtheit des Koͤnigl. General⸗Post⸗ meisters⸗ Staats⸗Ministers Herrn von Nagler, in einem auf unseren Antrag erlassenen Reskripte vom 5ten d. M. die willkommenste Er⸗ ledigung gefunden, indem Se. Excellenz bereits mehreren Huͤlfs⸗ Vereinen die nachgesuchte Portofreiheit bewilligt und die Bereit⸗ willigkeit ausgesprochen hat, auf sesgieges Ansuchen der Huͤlfs⸗Ver⸗ eine auch ferner diese fuͤr ihre Thaͤtigkeit so sehr erwuͤnschte Erleich⸗ terung zu gewaͤhren.“

Demnaͤchst machte die vom Verein ernannte Spezial⸗Kom⸗ mission, nach einer ausfuͤhrlichen Motivirung, den folgenden An⸗ trag: „Es moͤge dem Vorstande gefallen, zu beschließen, daß, unter Vorbehalt der Genehmigung der kompetenten Stelle, die Mittel des Vereins vorzugsweise zur Aufrichtung des noͤrdlichen Quer⸗ schiffes des Domes mit Strebewerk, so wie zur Mithuͤlfe am Baue des noͤrdlichen Thurmes, Beides nach dem urspruͤnglichen Plane, verwendet werden sollen, und daß zu diesem Ende zum Zwecke und unter der Bedingung des sofortigen Angriffs, die Summe von 30,000 Rthlrn. fuͤr das bezeichnete Querschiff, die Summe von 10,000 Rehlrn. aber fuͤr den noͤrdlichen Thurm waͤhrend des Kalenderjahres 1843 der betreffenden Behoͤrde zur Verfuͤgung gestellt werden sollen; demzufolge den Verwaltungs⸗ Ausschuß zu ermaͤchtigen: nach Maßgabe der in dem Art. 113 des Kaiserlichen Dekrets vom 30. Dezember 1809 enthaltenen gesetz⸗ lichen Bestimmung, der hohen erzbischoͤflichen Behoͤrde, behufs der Acceptation, von vorstehendem Beschlusse Kenntniß zu geben.“

Der Dombaumeister, Herr Zwirner, fuͤhrt aus und legt ein besonderes Gewicht darauf, daß der Dom auf mehreren Seiten zugleich in Angriff genommen werde, damit die verschiedenen Ar⸗ beiten in einander greifen koͤnnten, wie solches in seinem Gutachten naͤher entwickelt sey. Insbesondere hebt er hervor, daß nach all⸗ gemein anerkannten Grundlehren der Baukunst es nothwendig sey, bei der Ausfuͤhrung eines jeden Gebaͤudes mit dem Mauer⸗ werke auf allen Punkten gleichmaͤßig vorzuschreiten, damit auch uͤberall gleichmaͤßiges Setzen stattfinde, was hier bei dem Dom⸗ baue um so wichtiger erscheine, als das ganze, auf Kuͤhnheit und Leichtigkeit berechnete Constructions⸗System in jeder Beziehung die zußerste Sorgfalt bei der Bau⸗Ausfuüͤhrung erheische, um na⸗ mentlich die spaͤtere Ueberwoͤlbung sicher zu stellen. Aus diesen rein technischen Gruͤnden muͤsse es demnach wuͤnschenswerth seyn, mit dem Fortbaue auf der Suͤd⸗ und Nordseite gleichzeitig vorruͤcken zu koͤn⸗ nen; denn bekanntlich sey auch das suͤdliche Portal theils auf al⸗ tem, theils auf neuem Fundamente zu errichten, weshalb sein Bau nur langsam fortschreiten duͤrfe, um den Folgen eines ungleichför⸗ migen Setzens moͤglichst vorzubeugen, welches aber in dem Maße nicht der Fall seyn koͤnnte, wenn durch Bewilligung groͤßerer Geld⸗ mittel die Bauthaͤtigkeit an diesem Punkte beschleunigt werden muͤßte. Sollte jedoch nicht der ganze vordere Kirchenraum bis an die Graͤnze des Hoch⸗Chores zu dem baulichen Zwecke eingeraͤumt werden koͤnnen, so wuͤrde man im aͤußersten Falle den bereits be⸗ gonnenen Ausbau der suͤdlichen Seitenschiffe, einschließlich der zum Mittelschiffe gehoͤrenden Fenstergallerie, erst zur Vollendung bringen muͤssen, um hier, unter Anlage verschiedener Nebenwerke, einen Durchgang nach dem hohen Chore, resp. Raͤumlichkeit fuͤr den Gottesdienst, zu gewinnen. Es muͤßte aber alsdann wieder die vs. auf der ’ö so lange eingestellt werden, bis die Nordseite zu gleicher Hoͤhe aufgebaut seyn wuͤrde: ein noth⸗

gedrungenes Verfahren, welches mit den oben angefüͤhrten archi⸗ kektonischen Grundlehren in offenem Widerspruche stehe und dem zweckmaͤßigen Betriebe des Baues zuwiderlaufe. Die Wirksam⸗ keit der Vereine ließe sich hiernach auf keinen anderen abgesonder⸗ ten Theil, als auf den noͤrdlichen Thurm beschraͤnken.

Der Antrag wird schließlich von der Versammlung einstim⸗ mig angenommen.

Zur Statistik des Französischen Seehandels.

& Bordeaux, 18. Dez. Da bei der in kurzem ohne Zwei⸗ fel in den Kammern abermals zur Sprache kommenden Zucker⸗ frage vorzuͤglich das Interesse des Franzoöͤsischen Seehandels be⸗ theillge ist, so duͤrften einige genaue Notizen daruͤber zur richtige⸗ ren Beurtheilung jener Frage wohl wesentlich beitragen.

Nach den neuesten offiziellen Uebersichten des aͤußeren Han⸗ dels von Frankreich, welche die Douanen⸗Verwaltung veroͤffentlicht hat, sind im Laufe des Jahres 1841 in Bordeaux 910 Schiffe eingelaufen mit einer Gesammtladung von 149,425 Tonnen.

Diese Ziffer vertheilt sich in folgender Weise: 1

141423 Franzöͤsische Schiffe mit Ladung 65,116 Tonnen 1““ 8421 2 auf Ballast 1,556 ⸗. 1401 auswaͤrtige mit Ladung 75,613 5 36 - auf Ballast 7,645 Ausgelaufen sind 850 Schiffe, 149,794 Tonnen: 366 davon wa⸗ ren Franzoͤsische mit 64,788 Tonnen, 484 auswaͤrtige mit 85,006 Tonnen.

Die bedeutendsten Punkte fuͤr den Einlauf waren: England, von wo uns 48,700 Tonnen zukamen; Preußen mit 11,900 Ton⸗ nen; die Vereinigten Staaten mit 10,500 Tonnen; Norwegen mit 7600 Tonnen; Rußland mit 5500 Tonnen. Beim Auslauf sind vorzugsweise zu erwaͤhnen die Vereinigten Staaten mit 18,300 Tonnen, die Hanseatischen Staͤdte mit 12,400 Tonnen, England mit 11,900 Tonnen.

Aus den verschiedenen Franzöͤsischen Kolonieen sind in unse⸗ rem Hafen eingelaufen 83 Schiffe mit 17,331 Tonnen; eben da⸗ hin wurden von hier aus expedirt 103 Schiffe mit 23,239 Ton⸗ nen. Ein Schiff wurde auf Ballast nach Bourbon expedirt.

In Havre kamen aus den Franzoͤsischen Kolonieen an 127 Schiffe mit 21,276 Tonnen, und derselbe Hafen versendete dort⸗ hin 100 Schiffe (worunter 17 auf Ballast) mit 36,293 Tonnen.

In Marseille trafen ein aus den Französischen Kolonieen 121 Schiffe mit 17,602 Tonnen, und es wurden von Marseille da⸗ hin expedirt 126 Schiffe mit 27,991 Tonnen.

Unter 67 aus Mexiko gekommenen oder nach dieser Bestim⸗ mung abgegangenen Schiffen kommen auf Bordeaux 33, auf Havre 31, auf Marseille 3.

Unter 166 aus Brasilien gekommenen oder eben dahin abge⸗ gangenen Schiffen kommen auf Havre 77, auf Marseille 48 und auf Bordeauy nur 5.

Von 741 aus den Vereinigten Staaten gekommenen oder dahin abgegangenen Schiffen kommen auf Havre 465, auf Bor⸗ deaux 101, auf Marseille 117.

Unter 87 aus Hindostan oder Java angekommenen Schiffen figurirt Bordeaux mit 45, Marseille mit 17, Havre mit 12.

Die Bewegung der Schifffahrt in die Ferne oder ins Aus⸗ land war:

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Zu Havre 373,800 Tonnen b. Einlauf, 359,200 Tonnen b. Auslauf. 2 Nantes 66,600 2 2 63,600 2

⸗- Bayonne 9,000 . 11,300 2 .

Marseille 581,000 ⸗H 534,000 2⸗ 8

Daraus geht hervor, daß bei einer Gesammt⸗Bewegung, so⸗

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wohl im Einlauf als im Auslauf, von 3,962,000 Tonnen, Fra zoͤsische oder auswaͤrtige, auf Marseille 28,15 pCt., auf Hav 18,57 pCt. und auf Bordeaux 7,53 pCt. kommen.

Am 31. Dezember 1841 besaß die Handels⸗Marine 13,383 Schiffe mit 590,200 Tonnen. Man zaͤhlte 3 Schiffe von 600 bis 700 Tonnen, 207 von 300 bis 500 Tonnen, 1659 von 100 bis 300 Tonnen, 2783 von 30 bis 100 Tonnen, 8727 von 30 Tonnen und darunter.

von 200 Tonnen Tonnen Havre besaß 78 Schiffe u. daruͤb. mit einem Gesammtgeh. v. 56,600 Nantes besaß 32 8 2 2 2 59,300 Bordeaux bes. 50 2 2 2 2 65,300

Die Erhebung vom 31. Dezember 1840 ergab 15,600 Schiffe, 662,500 Tonnen; aber eine im Jahre 1841 vorgenommene genaue Revision hatte die Ausstreichung einer betraͤchtlichen Anzahl von Schiffen zur Folge, die auf den Kontrollen stehen geblieben wa⸗ ren wegen Mangels hinreichenden Beweises gesetzlicher Loͤschung.

Bei der Zahl der Handels⸗Dampfschiffe hat eine Vermehrung stattgefunden; sie betrug am 31. Dezember 1840 naͤmlich 89 Schiffe, 9535 Tonnen; Ende 1841 betrug . 107 Schiffe, 10,783 Tonnen. Dieser Zuwachs faͤllt auf das Mittellaͤndische Meer, wo zu den bereits vorhanden gewesenen Dampfschiffen 11 neue (627 Tonnen) hinzugekommen sind.

Am 31. Dezember 1840 zählte die Handels⸗Marine Englands und seiner Kolonieen 28,962 Schiffe, mit einem Gesammt⸗Tonnen⸗ gehalte von 3,311,538 und bemannt mit einer Equipage von 201,3410 Mann. Man wird also der Wahrheit so ziemlich nahe kommen, wenn man die Franzoͤsische Handels⸗Marine auf ein Sechstheil der Englischen anschlaͤgt.

wWwissenschaft, Kunst und Literatur.

Kbnigliche Schauspiele. ESranzöͤsisches Theater.

8 86 Franzoͤsische Buͤhne hat uns so eben folgende Neuigkeiten ebracht:

8 „Shakespeare amoureux, ou: La pièce à l'’éstude. Drame en un acte et en prose, du thédtre français, par Alexander Duval.“ Shakespeare liebt eine Schauspielerin, welche in seinen eigenen Dra⸗ men stets die bedeutendsten Rollen giebt, und das Feuer, die Wahr⸗ heit seiner Liebe tragen den Sieg uͤber den Reichthum und den Adel eines ebenfalls um Miß Clarence werbenden Lords davon. Dies ist des Stuͤckes Grundgedanke. Mehr aber noch scheint es um einer Seene willen entstanden, in welcher Shakespeare eine neue Rolle mit der Schauspielerin probirt. Von Liebe tief durchdrungen, findet er sie kalt, von gluͤhender Eifersucht gequaͤlt, sindet er die eigene Be

schreibung diefer Leidenschaft schwach und ohne Wahrheit. Indem e

nun in vollem, nicht mehr zu zuͤgelnden Ausbruch derselben sich mi

Worten des Vorwurfs gegen Clarence wendet, glaubt diese, er dicht

seine Seene, und waͤhrend er in heftigstem Zorne süebert, ruft sie ihm ein bedaͤchtiges Bravo zu. Durch die eben so wirkungsvolle als pfy

chologisch wahre Ersfindung und Ausfuͤhrung dieser Scene erhaͤlt das Stuͤck seinen Werth und seinen Beifall. Warum der Verfasser zum Traͤger feines Gedankens gerade Shakespeare gewaͤhlt, bleibt un