—
——————
veütn
ESpanien.
8 6 78 2 ½ n allen Theiec 58
49
8
8 8
58 1“
dc-
Alle Königl. Preussischen Post- Anstaiten nehmen Bestellung an, in Berlin die Expedition der Slaats-Zeitung: Friedrichsstrasse Mr. 72.
Amtliche Nachrichten. 1“ Frankreich. Paris. Vermischtes. — Briese aus Paris. (Die Op⸗ position und die Enichtung des Conscil privé; der 2 eutsche Zoll⸗ Tarif. — Admiral Duperré soll das Ministerium verlassen; Neujahrs⸗ Cour. — Nachrichten aus Algerien; der Triumphbogen von Dschimillah.) — aus Bordeauxr. (Versammlung der Weinbauer des Departements der (Gironde.) 88 Großbritanien und Irland. London. Keine weitere Aenderung der Korn⸗Gesetze. — Nlländischer Leinenhandel. Genügende Recht⸗ fertigung des Herrn Lesseys. — Beschwerde der weree Spanischer Schatzscheine.
Niederlande. Haag. Ankunft der Prinzessin Alt Preußen. Generalstaaten. Ausgabe- und Einnahme Budget.
Dentsche Bundesstaaten. Hannover. Königliches Patent, die Verlängerung der Verträge mit dem Zoll Verein betreffend. — Staats⸗ Rath. — Kicl. Holstein⸗Lauenburgisches Bundes⸗Kontingent.
Schweiz. Bern. Der Vorort zur Vermittelung des Badisch⸗Aar⸗ gauischen Konfliktes aufgefordert. — Die Jesuiten in Luzern.
Italien. Rom. Anlunft des Herzogs und der Herzogin von Leuch⸗ tenberg.
1 Paris. Telegraphische Depesche. Madrid. Hestige
Sprache der Oppositionsblätter. — Barcelona.
Griechenland. Athen. Deftzit in den Finanzen. Schreiben aus Athen. (Fortdauernde Vakanz des Finanz⸗Ministeriums; Gerichtliches; Bauten; Theater.)
Aegypten. Schreiben aus Paris. (Differenz mit dem Sardinischen
Konsul zu Alexandrien; Vermischtes.)
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. Schreiben aus Paris. (Die Bestrebungen der Abolitionisten und die Hartnäckigkeit der Sklaven⸗ Besitzer in den südlichen Staaten; Texas und Mexiko.) “
Die Messen zu Leipzig und Frankfurt a. d. O.
Wissenschaft, Kunst und Literatur. Zur Kunst⸗Archäologie.
Kronik des Tages.
Se. Majestat der Kyntg habrn Allregnädigst geruht:
Dem Kreis⸗Kassenboten Gaida zu Ratibor das Allgemeine
Chrenzeschen; so wie den Kanonieren Sangalli der 2ten und He⸗ gewald der Aten Artillerie⸗Brigade die Rettungs⸗Medaille mit dem Bande zu verleihen;
Dem Regierungs⸗ und Baurathe Mandel in Berlin, bei Ge⸗ egenheit seiner Versetzung in den Ruhestand, den Charakter als
Geheimer Regierungs Rath beizulegen;
Den Charakter als Geheimer Regierungs⸗Rath den Regierungs⸗
Räthen Freiherr von Düring zu Koblenz, Arndts zu Düsseldorf
und Freiherr von Münch⸗Bellinghausen zu Köln, so wie den
Landräthen Freiherr von Fürth zu Geilenkirchen und von de Mosel zu Kleve;
Den Charakter als Rechnungs⸗Rath dem Ober⸗Buchhalter Polch zu Trier, den Regierungs Secretairen Kutzbach ebendaselbst
und Wiedenfeld zu Aachen; so wie
Den Charakter als Registratur⸗Rath den Regierungs⸗Secretai⸗ ren Brewer und Scholl zu Düsseldorf zu verleihen;
Den Land⸗- und Stadtgerichts Direktor Vogels ug zu Dülmen zum Direktor des Land- und Stadtgerichts zu Mind und
Den Kammergerichts Assessor Ebert bei dem d. v⸗ und Stadt⸗
gericht in Greifenberg zum Rath bei dem Land vod Stadtgericht in Swinemünde zu ernennen.
Se. Königl. Hoheit der Prinz Karl ist von
1 ßelow hier wie⸗ der eingetroffen. 8
Paris, 26. Dez. Ein großer Theil der hiesigen beute wegen des Weihnachtsfestes nicht erschienen.
Man glaubt, daß bereits morgen oder doch spätestens übermor⸗ gen eine Königliche Ordonnanz erscheinen werde, welche die Ernen⸗ nung einer großen Anzahl von Staats⸗Ministern veröffentlichen soll. Man fragt sich, ob das Ministerium den Ernannten einen Gehalt
bewilligen werde, ehe die Kammern den sinanziellen Punkt erörtert
haben. Man versichert, daß Herr Thiers wegen der Bildung des Ge⸗
heimen Rathes mehreremale um seine Meinung befragt worden sey.
Wir vernehmen von einer durchaus glaubwürdigen Person, daß der Gesundheits⸗-Zustand des Grafen von Paris der günstigste ist, und daß seine geistigen Fähigkeiten sich mit einer überraschenden Schnelligkeit entwickeln. 8
Der Courrier de la Gironde theilt, zufolge eines Schrei⸗ bens aus Paris, mit, daß die Regierung ihre Ansicht wegen der Zuckerfrage ganz geändert habe. Die Majorität hat sich für die Aufhebung gegen Entschädigung ausgesprochen. In diesem Sinne wird der Gesetz⸗Entwurf redigirt werden.
Das Ministerium bereitet in diesem Augenblicke einen Gesetz⸗ Entwurf in Bezug auf die Pensionen des Civil⸗Ctats
Anm 7. November ist das Kolonial⸗Conseil von Martinique durch den Gouverneur, Admiral Val d'Aillv, eröffnet worden.
Die Diamanten der Madame Leotaud, die bekanntlich den Ge⸗ meinden von Tulle und Brive, jeder zur Hälfte, gehören sollten, sind vor einigen Tagen in Tulle angekommen und sollten eben ihrer Bestimmung übergeben werden, als der Kurator der Madame Laffarge biergegen unter dem Vorwande Protest einlegte, daß einige dieser Diamanten das Eigenthum seiner Klientin wären. 3
Die Verwandten und Freunde des Er⸗Notars Lehon haben darauf angetragen, daß derselbe, unter Bericksichtigung seiner ange⸗ griffenen Gesundheit, aus der Conciergene entlassen und in ein Hospital der Hauptstadt gebracht werden möge. Dieses Gesuch wird unnbezweifelt bewilligt werden. 4 Ein prächtiges sechsstöckiges Haus steht jetzt auf dem Boulevard du Temple an der Stelle des Gebändes, von welchem aus Fieschi sein Attentat verübte.
Meyerbeer ist von hier nach Berlin gbgereist und wird erst in—
Monat April nach Paris zurückkehren, um die Proben des „Proph ten“ zu beginnen und den Crociato in Egitto, für welchen der be⸗ rühmte Komponist mehrere *er Stücke geschrieben hat, neu einzu⸗ studiren. ““
Eve u ö 1.“ 1 8 „ Paris, 26. de. SOppositionsgeist in Frankreich ist ein seltsgmes Ding. Die N. ⸗ung kann keine Maßregel ergreifen, ohne sich Tadel zuzuziehen. Die Wiederherstellung der Staats⸗Mi⸗ nister war seit langer Zeit, selbst von der liberalen Presse und von den parlamentarischen Comités, in denen die Oppositions⸗Mitglieder dominten, verlangt worden. Die Regierung entscheidet sich dafür, gleichviel aus welchen Gründen; sie ruft die Institution der Staats⸗ Minister wieder ins Leben und bildet ein geheimes Conseil, und plötz⸗ lich werden viele Leute anderes Sinnes, und diejenigen, welche die neue Schöpfung nicht von Grund aus tadeln, finden sie wenigstens in der Form schlecht. Den Einen sind die Kategorieceen zu ausgedehnt; sie wollen keine General⸗Prokuratoren, weil die⸗ selben nichts mit der Politik zu thun hätten. Andere fin⸗ den die Kategorieen völlig unnütz. Gewisse radikale oder legiti⸗ mistische Blätter, wie der National, der Commerce, die Ga⸗ zette de France, bestreiten gänzlich die Nützlichkeit der Staats⸗ Minister und überlassen sich bei dieser Gelegenheit ihren gewöhnlichen Declamationen über die Verschwendung der Regierung. Dies ist eine banale Beschuldigung. Ein Land, das ein Ausgabe⸗Budget von mehr als 1300 Millionen Fr. hat, kann wohl noch 500,000 bis 600,000 Fr. mehr ausgeben, um die Würde und Unabhängigkeit derjenigen Männer zu erbalten, welche die höchsten Staats⸗Aemter bekleidet haben. Und selbst, wenn Mißbrauche bei den Ernennungen vorkommen sollten, was wohl unvermeidlich seyn dürfte, so wäre dies noch kein Beweis für die Nutzlosigkeit der Institution, sondern nur ein Zeichen der Schwäche der Gewalt.
Der neue Tarif des Deutschen Zoll⸗Vereins, welcher für die Jahre 1843, 1844 und 1845 gültig ist, hat einige unserer Industrie⸗ zweige in große Unruhe versetzt. Wir haben bereits gesagt, daß eine große Anzahl Fabrikanten Reclamationen und Beschwerden an den Handels⸗Minister gerichtet hat. Das Munizipal⸗Conseil von Paris hat seinerseits dem Ministerum Bemerkungen überreicht, indem es dasselbe auffordert, die Zurücknahme der der Pariser Industrie we⸗ sentlich nachtheiligen Maßregeln zu bewirken. Das Munizipal⸗Conseil von Straßburg und mehrere Handels⸗Kammern haben sich in dem⸗ selben Sinne an die Regierung gewendet. Das Central⸗Comité der Irndustriellen, unter dessen Mitgliedern sich Eisenhüttenbesitzer, Tuch⸗ Fabrikanten, Eigenthümer von Spinnereien u. s. w. befinden, widersetzt aus allen Kräften diesen Forderungen und den Schritten, welche das NZ zu thun scheint. Dies Comité fühlt sehr wohl, daß man keine Modificationen des Deutschen Tarifs erlangen kann, wenn man nicht ebenfalls einige Konzessionen mache. Nun will es aber unter keiner Bedingung das System der Konzessionen annehmen; seine Erklärun⸗ gen in dieser Beziehung sind sehr bestimmt, und es wird sich seines ganzen Einflusses bedienen, um den Französischen Tarif in einer völligen Unbeweglichkeit zu erhalten. Die Erhöhungen des Deutschen Zoll⸗Tarifs, worüber die Pariser Industrie sich beklagt, sind allerdings wesentlich. Vergleicht man sie aber mit den Zöllen an den Gränzen der anderen Länder, so ergiebt sich, daß der Tarif des Zoll⸗Vereins sich noch innerhalb der Gränzen einer großen Mäßigung erhält, und daß die Erzeugnisse der Pariser Industrie in einigen anderen Ländern, namentlich in England, weit höher besteuert sind. Es ist klar, daß, wenn man einige Konzessionen von Deutschland erhalten will, man die allgemeine Ermäßigung seines Tarifs als eine Gunst wird anse⸗ ben müssen. Denn nichts wäre leichter, als einige 8 Erzeug⸗ nisse noch weit stärker zu besteuern, ohne dadurch die Handels⸗ Interessen des Zoll⸗Vereins im geringsten zu beeinträchtigen. Es scheint übrigens gewiß, daß der Handels⸗Minister den Kammern meh⸗ rere Gesetz⸗Entwürfe vorlegen wird, die den Zweck haben, gewisse üibertriebene Zölle herabzusetzen. Es ist nur die Frage, ob der in⸗ dustrielle Konvent es dulden wird, daß man die Hand an die Bundeslade, d. h. an das Schutz⸗System, legt.
O Paris, 26. Dez. Die von der Revue de Paris gestern gegebene Nachricht, daß der Mmiral Duperré darauf bestehe, aus dem Kabinet zu treten, sbeint begründet zu seyn. Nicht etwa Meinungs⸗Verschiedenheit zwischen dem Marine⸗Minister und seinen Kollegen, sondern bloße Gesundheits⸗Rücksichten veranlassen ihn, dem öffentlichen Leben für immer zu entsagen. Schon am Ende der Session von 1841 — 42 fand sich Admiral Duperré so erschöpft, daß er während mehrerer Monate nur pro forma seinem Departement vorstand. Die Aerzte hofften von der besseren Jahreszeit eine gün⸗ stigere Wendung seines Jufkndes, aber so wie der Winter heran⸗ naht, leidet der Admiral so gewaltig an seinen Wunden, daß er kaum an dem Kabinets⸗Conseil theinehmen kann. Die Aerzte rathen ihm daher, die Beschwerden und Strapatzen einer stürmischen Session, wie die bevorstehende seyn dürfte, zu vermeiden. Admiral Duperré scheint entschlossen, diesem Rath zu folgen. Nur seine Kollegen, welche fürchten, daß durch den Austritt eines Ministers das ganze Kabinet erschüttert werde, wünschen, daß er die Ausfüh⸗ rung seines Entschlusses noch vertage, wozu indessen der Admiral
sich nicht verstehen möchte. As etwaigen Nachfolger des Herrn
—+¼
— 1 9 Duperré nennt man bereits den Vice⸗Admiral Mackau, „. den Ruf eines eben so tapferen Seemannes als geschickten Diplomaten besitzt.
Bei dem feierlichen Empfang, welchen der König am Neujahrs⸗ tage in den Tuilerieen abhalten wird, erscheint diesmal die Deputir⸗ ten⸗Kammer nur durch ihren Präsidenten und die Büreaus vertre⸗ ten. Die Büreaus bestehen aus den vier Vice⸗Präsidenten und den vier Secretairen. Da die Kammer erst am 9. Januar eröffnet wird, darf dieselbe sich nicht früher in corpore versammeln, um die große Deputation, welche sonst am Neujahrstage die Glückwünsche der Kammer dem König darbrachte, zu ernennen. Dies hindert nicht, daß die in Paris anwesenden Deputirten sich den Büreaus anschließen können, und eben weil diesmal keine große Deputation in den Tuilerieen erscheinen wird, gedenken die meisten Deputirten den Präsidenten am nächsten Sonntag nach den Tuilerieen zu begleiten.
Das diplomatische Corps wird, wie sonst am nämlichen Tage, geine Aufwartung in den Tuilerieen machen und um vier Uhr Nach⸗
ag vom König empfangen werden. Die Damen des diplomati⸗ Corps pflegen ihre Aufwartung am Vorabend des neuen Jah⸗ der gesammten Königlichen Familie zu machen, weshalb an jenem Abend großer Zirkel bei Hofe stattfindet. Die übliche Anrede des di⸗ plomatischen Corps am Neujahrstage wird Graf Appony, Oesterrei⸗ chischer Botschafter, halten. Der neue Päpstliche Nuntius, Mon⸗ signor Fornari, wird erst in der ersten Hälfte des Monats Januar auf seinem Posten in Paris erwartet. So ist vor der Hand die Etiketten⸗Differenz, deren ich in einem früheren Schreiben erwähnte, zwischen ihm und dem Grafen Appony beseitigt.
* Paris, 26. Dez. Aus Algier sind offizielle Nachrichten vom 15ten angelangt. Ende November hatte die Expeditions⸗Ko⸗ lonne die Berggegend von OQuanseris erreicht. Die Kabylen nahmen, wie bei allen Streifzügen, der Uebermacht weichend, die Flucht, um wieder eine günstige Gelegenheit zum Guerillas⸗Krieg abzuwarten. Ueberdies ist die Aerndte überall längst beendet. Die Expeditions⸗ Kolonne verbrannte die von den Arabern verlassenen Dörfer, elende Hütten! Der Kalifa M'Barek⸗Ben⸗Allal wurde von all den Sei⸗ nigen verlassen. Von den regulairen Truppen Abd el Kader's sind aber keine Deserteurs noch Abtrünnige eingetroffen. Es hat sich zwar das Gerücht verbreitet, Abd el Kader selbst habe einen Ver⸗ trauten zum General Bugeaud mit Friedens⸗Vorschlägen und der Bitte gesandt, ihm den Oberbefehl eines Theiles der Algierischen Provinzen unter Französischer Hoheit zu überlassen. Daß sich aber Abd el Kader schon jetzt unterwerfen sollte, wird hier aus politi⸗ schen und militairischen Gründen bezweifelt. Daß er sich bereit zeigt, nach Mekka zu ziehen und den Kriegsschauplatz zu verlasse ist eine Ersindung, um die Araber in Afrika in Schrecken zu jag Daß dagegen Abd el Kader sucht, Zeit zu gewinnen, deshalb auch aller⸗ lei Anknüpfungspunkte zu Unterhandlungen sucht, liegt ganz im Ara⸗ bischen Charakter.
Ein kürzlich aus Afrika nach Paris zurückgekehrter Künstler, Na⸗ mens Roubaud, hat alle bekanntesten Offiziere der Algierschen Armee, auch die Arabischen Notabilitäten, vortreff lich an Ort und Stelle im National⸗Kostüm und mit sprechender Aehnlichkeit gezeichnet. Selbst Abd el Kader soll ihm zur Portraitirung gesessen haben. Unter den bereits heftweise erschienenen Portraits dieser pittoresken Algierschen Gallerie sind auch die Arabischen Kostüme und Physiognomieen in⸗ teressant.
Am Transport des sogenannten Triumphbogens von Dschimillah wird bereits in Afrika gearbeitet. Der General⸗Lieutenant Galbois entdeckte dieses alterthümliche Bauwerk zuerst auf seinem Streifzuge am 14. Dezember 1838. Als ein Jahr später der Marschall Vallée und der Herzog von Orleans die Expedition nach den sogenannten eisernen Pforten unternahmen, entschied sich der Herzog sogleich zur Aufbewahrung dieses wohlerhaltenen Monuments und grub selbst mit seinem Degen seine Chiffre in die Steine ein. Jetzt wird der alte Triumphbogen zu Lande bis Philippeville geschafft und dort auf einem Dampfschiffe nach Marseille gebracht werden. Von Marseille aus soll die Steinmasse die Rhone benutzen, um so durch die Kanäle in die Seine und nach Paris zu gelangen. Die Aufstellung des Monu⸗ ments soll, wie bis jetzt die Absicht ist, am Eingange der Straße Faubourg St. Antoine nahe am Bastillen⸗Platze geschehen, und zwar auf Kosten des Staates und nicht der Stadt. Die Kammern wer⸗ den die nöthigen Gelder gewiß bewilligen. Als Kunstwerk hat die⸗ ser Bogen von Dschimillah indeß wohl wenig Werth. Eine militai⸗ rische Feier soll die Aufstellung dieses Triumphbogens begleiten.
X Bordeaux, 23. Dez. Die Versammlung der Dele girten der Weinbauer, nicht blos unseres Departements, sondern auch von acht anderen, hat gestern in einem der Säle des Kasino unserer Stadt stattgefunden. Ich habe Ihnen schon neulich berichtet, daß fast in allen Gemeinden unseres vorzugsweise mit dem Weinbau sich befassenden Departements eigene Comités zur Vertretung ihrer In⸗ dustrie auf von hier ausgegangene Anregung sich gebildet und mit dem hier bestehenden Central⸗Comité sich in Verbingung gesetzt haben. Von allen diesen Spezial⸗Comités waren nan ebenfalls Abgeordnete erschienen, und so wird es begreiflich, daß die Versamm⸗ lung gestern nicht weniger als gegen siebenhundert Theilnehmer zählte. Unter den Anwesenden bemerkte man auch Herrn Theodore Ducos, Deputirten unseres Departements. 8
Um 2 Uhr Nachmittags eröffnete Herr Duperier de Larsan die Sitzung mit einer Rede, in welcher er über die Arbeiten des seit zwei Jahren zu Bordeaux bestehenden permanenten Comités Rechen⸗ schaft gab, die von den Delegirten und von den Deputirten der Gi⸗ ronde gethanen verschiedenen Schritte auseinandersetzte, die Hoffnun- gen schilderte, die man fassen dürfe, aber auch die Schwierigkeiten nicht verhehlte, die noch zu überwinden seyen, um das vorgesteckte Ziel zu erreichen, nämlich unseren in so hohem Grade gefährdeten Interessen endlich die gebührende Anerkennung, einen legitimen Triumph zu verschaffen. Herr Duperier empfahl am Schlusse seiner Rede der Versammlung das Beispiel unserer Gegner, der Industriellen des Nordens, zur Nachahmung an.
„Unermüdlich in Intriguen wie im offenen Kampfe“, äußerte er in dieser Beziehung, „haben die Privilegirten des Nordens alle Zugäng zur Gewalt so zu sagen belagert, Organe in der Presse auf jed Weise zu gewinnen gewußt, wie ein Mann in den Pagsskigtitsn