1843 / 3 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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gleichmäßigeres Gewebe, sondern vollendet dies auch in kürzerer Zeit als der Handstuhlweber. Das Fabrikat ist besser und größer. In den Fabriken also, wo jener in Anwendung kommt, muß dieser zu Grunde gehen, wenn er seine Arbeit nicht billiger liefern kann. Die Folge davon ist, daß mit jeder Verbesserung des Dampf⸗Webestuhls, welche das Fabrikat entweder billiger oder die Dampfkraft in neuen Zweigen anwendbar macht, der Begehr nach der Arbeit des Hand⸗ stuhlwebens abnimmt und endlich aufhören muß. Sein einziges Ret tungsmittel ist, bei den Maschinen Arbeit zu suchen, die er auch in vielen Fällen wohl sinden würde; aber ein gewisser Widerwille gegen den Fabrikzwang und eine Abneigung gegen eine Aenderung des bis⸗ her Gewohnten, die, je nachdem die Erziehnng mangelt, stärker oder schwächer ist, fesselt den größten Theil an den Handwebestuhl und läßt ihn im Elend. Unter dem alten Armengesetze waren diese Leute der gänzlichen Hülflosigkeit noch nicht preisgegeben, da der zu ihrem Unterhalte nicht ausreichende Arbeitslohn damals aus der Armen⸗ Kasse ergänzt wurde; gegenwärtig jedoch sind sie es, da im vorigen Jahre schon in Ashton, jenem Orte, wo der Aufstand ausbrach, alle Weber⸗Familien durchschnittlich nur 4 Sh. 4 Pee. wöchentlich ver⸗ dienten und mit der Stockung im Handel in diesem Jahre ihre Ar⸗ beit vollends ganz aufgehört hat. Folgende Schilderung eines Augen⸗ zeugen, des Dr. Taylor, der die nördlichen Fabrik⸗Distrikte zur Zeit

der Unruhen bereiste und seine Beobachtungen in einer Reihe von Briefen an den Erzbischof von Dublin veröffentlicht hat *), mag von

der Lage tausend Anderer ein ungefähres Bild geben.

„Auf meinem Wege nach Colne wurde ich von einem Haufen Arbeiter aufgehalten, die ihr Elend in bestimmten, aber ehrerbietigen Worten offenbarten und Abhülfe verlangten. Einer von den Leuten fesselte vorzüglich meine Aufmerksamkeit; es war das lebendige Ge⸗ rippe eines Riesen. Seine Geschichte war bald erzählt; er war ein Mousselin de laine Weber gewesen und hatte in glücklichen Zeiten 30 bis 40 Sh. wöchentlich verdient; er hatte ein Weib und 4 Kin⸗ der, die ihm bei seinen Arbeiten beistanden, und die er lange in ziem⸗

lichem Wohlstande erhalten hatte; die Arbeit begann zu stocken, er

hoͤffte, die Zeiten würden sich bessern und war unzufrieden, daß seine Familie die Bequemlichkeiten, an die sie gewöhnt war, jetzt verlieren sollte; er zog aus der Sparbank das kleine Kapital, das er dort de⸗ ponirt hatte; das Geld war bald verthan und die Arbeit flauer denn je. Er begann sich einzuschränken und einen Theil seines Hausraths zu verkaufen ꝛc. ...., bis zu Weihnachten v. J. Alles verschwunden war, ja selbst seine, seines Weibes und seiner Kinder Sonntagsklei⸗ der. Seit jener Zeit war er 17 Wochen ohne Arbeit gewesen und hauptsächlich durch die Barmherzigkeit seiner Nachbarn erhalten wor⸗

den. Als ich ihm einen Shilling anbot, verweigerte er ihn anzuneh⸗ men, bis ich ihm nicht meinen Namen und Adresse gesagt hätte,

damit er ihn mir in besseren Zeiten einst zurückerstatten könnte.“ Dr. Taylor p. 68.

Doch die Maschinen sind es am wenigsten, welche die Schuld an dem Elende der Handstuhlweber tragen; ihre eigene Anzahl, die man auf 800,000 schätzt, steht in keinem Verhältniß zu dem Begehr nach ihrer Arbeit, und die niedrige Bildungsstufe, auf der sie stehen, macht

sie unfähig, andere Beschäftigung zu wählen. Das Weben ist das

am schnellsten zu erlernende Geschäft, und eine Person von 13 bis 17

Jahren, gleichviel ob Frauenzimmer oder Mannsperson, kann mit we⸗ nigen Wochen Uebung so gut weben, wie der stärkste und erfahrenste Weber. Wer sich einige Shillinge zusammengebettelt hat, miethet sich auf eine Woche einen Webestuhl und wird Weber. Die Unabhän⸗ gigkeit, in seiner eigenen Behausung arbeiten zu können, gefällt besser als der Fabrikzwang. Um sein Einkommen zu erhöhen, heirathet der junge Weber so bald wie möglich, da die Frau so viel verdienen muß wie er. Die Kinder müssen mit dem 6ten Jahre und noch früher schon Hülfe leisten, und so frühzeitige Arbeit hemmt natürlich alle Geistes⸗ und Herzensbildung; die Familie wächst auf, eine Art mensch⸗ licher Maschinen, mit keiner anderen Zukunft, als in der Eltern Fuß⸗ tapfen zu treten, zu heirathen, ehe sie mannbar sind und einer gleich unreifen Nachkommenschaft das Daseyn zu geben. Ein solcher Zu⸗ stand der Dinge verursacht eine unnatürliche Zunahme der Bevölke⸗ rung, durch Unwissenheit, Gewohnheit und Armuth Fesseln, so stark wie die der Kasten Hindostans an ihre Beschäftigung, das Weben, gekettet. Kein Wunder also, wenn diese Leute durch aufrüh⸗ rerische Reden der Chartisten und geheime Umtriebe der Anti⸗corn⸗ law⸗league aufgehetzt, zu offener Gewalt schritten, um ihrem Elend ein Ziel zu setzen; kein Wunder, wenn ihre Unwissenheit sie in dem Wahne bestätigte, daß sie durch das Abstehen von aller Arbeit dies bewirken könnten.

Die drei geschilderten Klassen von Arbeitern waren in dem letz⸗ ten Aufstande die Rebellen. Wir sehen, ihr geistiger wie physischer Zustand konnte wohl geeignet seyn, sie auf diesen Abweg gerathen zu lassen, aber dennoch möchten wir fast mit Gewißheit behaupten, sie wären nicht darauf gekommen, wenn die Machinationen der Anti⸗ corn⸗law⸗league und der Chartisten sie nicht im Geheim dazu gereizt hätten. Es ist wahr, das Elend besteht und ist groß, aber für den Engländer ist es allein noch kein Element zur Rebellion. Dieser ist von Natur zu Umwälzungen nicht geneigt; das Bestehende übt eine wunderbare Kraft auf sein Gemüth aus, und kein Volk der Erde er⸗ duldet vielleicht mit mehr Ergebung und Standhaftigkeit sein Elend. Wenn aber schlaue und ränkevolle Chartisten und Anti⸗corn-law-lea⸗ guers dies Volk in seinem elenden Zustande aufhetzten und seine Lei denschaft weckten, dann konnte es freilich nicht anders seyn, als daß eben die vielen Entbehrungen und die Noth ein thätiges und an⸗ feuerndes Element zu Wuth und Aufruhr wurden. Wir wollen des⸗ halb noch keinesweges sagen, der Chartismus ist die Ursache des Auf⸗

Verbindung, mit der Anti⸗corn CCCI“ hewis 88 1 8 beitete zuerst die Massen in zusanamkezdel ftas gangen. r ahse 8 durch Reden, Pamphlets Hand⸗Bills öffentlichen Meetings chen, sie gingen eine rettungs lte ihnen glauben ma⸗ n, sie gingen einem rettungslosen Untergange entgegen, daß die Korngesetze die Schuld daran trügen, daß die Regierung sich um sie nicht kümmere, und daß sie, um Gerechtigkeit Fesiheit zu 8 zwingen, von jeder Arbeit abstehen müßten. Die Kegqners 8 88 nen selbst viele Fabrikbesitzer gehörten, brachten schon im Bunde 1 den Chartisten endlich die drohende Herabsetzung des Urbeitsiohnes vor, und das gab den Ausschlag. Von da trat die Peague zuriich und überließ den Chartisten, als einem schon organisirten Körpen Leitung des wirklichen Aufstandes. D. er Aufstand ward unterdtückt die Chartisten wurden der Strafe der beleidigten Gesetze übergeben 5 die League blieb verschont. 1

Wir kommen nunmehr wieder auf die Haupt⸗Aufgabe unserer Darstellung zuͤrück, den Zustand der Arbeiterklassen in England zu erörtern, als dessen vorübergehende Folge wir die jüngsten Bewegung gen bezeichnet haben. Diese sind vorüber, aber jener ist noch ziemlich in seiner alten Gestalt geblieben; er verdient es deshalb besonders, daß man seine unmittelbaren Ursachen sich klar zu machen sucht. In dem ersten Artikel ist im Allgemeinen gezeigt worden, daß der zügel⸗ lose Industrialismus den Pauperismus erzeugt habe; hier liegt es

*) Notes ol a Toue in the Mannfacturing Districts in a Series of

Letters to the Archbishop of Dublin. By Dr. W. C. Taylor 1842.

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uns ob, die speziellen Folgen jenes Industrialismus zu erörtern, um die gegenwärtigen so eben geschilderten Zustände der Arbeiter zu motiviren.

Wir sehen in England eine Million Menschen, d. h. Arbeiter, die vor zwanzig Jahren vielleicht sich noch in ziemlichem Wohlstande befanden, jetzt zum Theil ganz brodlos, zum Theil nahe daran, es zu werden, und fragen warum? Die einfache Antwort darauf, weil ein Mißverhältniß sich in dem Begehr nach Arbeit zu dem Vorrath der vorhandenen Arbeitskräfte herausgestellt hat, läßt uns dieselbe Frage wiederholen, warum dies? Man kommt immer auf den In⸗ dustrialismus zurück, der die Menschen entstehen ließ (nicht das Elend, wie der Dr. Malthus mit seiner unheimlichen Lehre meint, läßt die Volkszahl anwachsen) und der. in seiner Folge jenes Miß verhältniß mit sich brachte, unter dem die Menschen Hunger leiden. In England und gewiß in jedem Lande, das einen gleichen Weg in der Industrie geht, sind es vorzüglich drei Haupt-Ursachen, die den Begehr nach Arbeit, gegenüber den reichlich vorhandenen Arbeits⸗ kräften, vermindern: die Neuheit eines Geschäfts mit der Abnahme des Verbrauchs, die fremde Konkurrenz, und die Komplotte der Ar⸗ beiter gegen ihre Fabrikherren.

Wenn ein neuer Artikel eingeführt wird, so erhält der Arbeiter bei Fabrizirung desselben immer hohen Arbeitslohn, weil der Fabri⸗ kant, noch ohne Konkurrenten, viel gewinnt. Seine Gewerke werden bedeutender, die Anzahl der Arbeiter größer. Aber dies Glück trägt schon den Keim frühen Verfalls in sich. Andere Kapitalisten und andere Arbeiter werfen sich in das neue Geschäft. Das Interesse jedes Fabrikanten erfordert es, den Preis des neuen Artikels herab⸗ zusetzen, um den Verkauf desselben auszudehnen, das Interesse des Arbeiters fordert es, so lange niedrigeren Arbeitslohn zu nehmen, als dieser noch den, welcher in anderen Geschäften gezahlt wird, über⸗ steigt, bis endlich der Preis des Artikels, der Gewinn des Fabrikanten und der Arbeitslohn des Arbeiters auf ihren natürlichen Standpunkt sinken. Schon dies verursacht eine Minderung in dem Begehr nackh Arbeit gegen anfangs; sie wird aber bedeutender, je nachdem der Verbrauch des Artikels, welcher der Mode unterworfen oder für fremde Märkte gearbeitet ist, deren Standpunkt man schwer voraus⸗ sehen kann, abnimmt.

Bedeutender noch als dies wirkt auf den Begehr nach Arbeit die fremde Konkurrenz. Es ist ein wohlbekanntes Gesetz in der Manunfaktur⸗Industrie, daß caeteris paribus mit jeder Zunahme der fabrizirten Quantttät die Kosten der Fabrication sich mindern, und was dasselbe ist, daß mit jeder Abnahme derselben die Kosten wachsen. Sobald deshalb eine Klasse Fabrikanten spürt, daß ihre Konkurrenten sie zu überholen anfangen, sobald sie auf den Märkten dieselben Waa ren, welche sie fabriziren, zu niedrigeren Preisen finden, alsobald müssen sie erkennen, daß sie in einem Kampf verwickelt sind, der, wenn seine Elemente dieselben bleiben, verderblich für sie enden muß. Können sie diese Elemente ändern, können sie die Fabrications⸗ weise ihrer Konkurrenten annehmen oder ähnliche lokale Vortheile sich verschaffen, so könnten sie ihr Feld vielleicht behaupten; wenn sie aber unfähig oder nicht Willens sind, diese Mittel zu ergreifen, so muß mit jedem Jahr ihre Inferiorität größer werden. Je weniger sie fabriziren, desto größer ist der Kostenpreis der Waare, während ihre Rivalen durch die Mehr⸗Fabrication an diesem gewinnen. Zuerst zeigt sich dann eine Verminderung des Ertrags, dann eine Herab setzung des Arbeitslohns, dann unregelmäßige Beschäftigung bei her⸗ abgesetzter Löhnung, bis endlich der Kapitalist ruinirt oder gezwungen ist, sein Geschäft aufzugeben, und der Arbeiter seinem Beispiele fol⸗ gen, und in der Regel, da er nicht so bald ein neues findet, weil er zu unwissend ist, von der Barmherzigkeit seiner Mitmenschen leben muß.

England ist in der Lage, einen solchen Kampf mit dem Auslande bestehen zu müssen. Sechsundzwanzig Friedensjahre haben das Ka⸗ pital seiner gefährlichsten Rivalen, der Völker des nordöstlichen Euro⸗ pa's und der Vereinigten Staaten von, Amerika bedeutend erhöht. Die innere Communication in Amerika übertrifft schon die Englands, enn dies hat nichts der inländischen Schifffahrt und den 4000 Eng⸗ lische Meilen langen Eisenbahnen jener zu vergleichen. Das mittlere Europa hat langsamere Fortschritte gemacht, aber Belgien ist doch schon mit einem Eisenbahnnetz bedeckt, und neben den vielen vollen⸗ deten Bahnen in Deutschland sind hier noch mehr im Fortbau be⸗ griffen. Der Fortschritt in Bau und Anwendung von Maschinen ist noch bedeutender. 1824 wurden die Amerikaner als noch 30 Jahre gegen England zurück angesehen und 1833 waren ihre Baumwollen⸗ Maschinen im Allgemeinen schon eben so gut, und zur Verarbeitung der gröberen Stoffe noch besser als die Englischen, so daß ihnen die neuesten Verbesserungen entlehnt wurden. 1824 fing Frankreich als Nebenbuhler Englands an, Deutschland, die Schweiz und zum Theil auch Belgien mit Maschinen zu versorgen, und 1839 war Belgien nicht allein unabhängig von Frankreich, sondern auch ein gefährlicher Rival Englands geworden.

Deutschland hat in mancher Hinsicht sogar bessere Mittel zur Fabrication aufzuweisen als England, was selbst von Engländern ein⸗ gestanden wird. D)r. Bowring sagt in dieser Beziehung: „Die Kunst des Zeichnens und ihre Anwendung in verschiedenen Fabriken wid dort (in Deutschland) besser verstanden, die Metalle werden besser ver— arbeitet, chemische Kenntnisse in allen ihren Zweigen sind weiter vor⸗ geschritten als bei uns. Ueberall findet man Dampfmaschinen, und mechanische Verbesserungen haben dem eigenthümlichen Deutschen Forschungsgeiste ein weites Feld eröffnet, der, wenn er auch nicht so sehr in der Erfindung ausgezeichnet ist, sich doch vorzüglich mühsamer und schwieriger Anwendung und unverdrossenem Streben nach dem Ziel, welches ihm vorschwebt, hingiebt.“ 8.

Eine solche Erhebung der fremden Industrie muß vorzüglich auf den Handel ihre natürliche Wirkung äußern, und wir haben nicht weit zu suchen, um ein eklatantes Beispiel dafür beibringen zu können. In unserer Residenz Berlin gab es in der Spandauerstraße und Umgegend einen Distrikt, den man häufig Klein⸗Manchester nannte, weil dort bedeutende Waarenlager Englischer Baumwollen⸗Manufakte, meist direkt von Manchester eingeführt, sich befanden; sie sind gegen⸗ wärtig fast gänzlich verschwunden. Die Eigenthümer haben ihre Kapitalien aus einem mit Verlusten verknüpften Handel zurückgezo gen und einige von ihnen sie sogar in Manufakturen angelegt, um mit England zu wetteifern, so daß ihr ganzer Einfluß, der einst auf Seiten möglichst freier Einfuhr gewesen war, sich jetzt zu Gunsten hoher Schutz⸗ und Prohibitiv⸗Zölle geltend machen möchte. Auch können gewebte Englische Baumwollenstoffe hier fast gar nicht mehr verkauft werden, da der Zoll von 50 Rthlr. pro Centner sie aus schließt; rohe und halb rohe Artikel, namentlich das dort besser ge⸗ sponnene Garn, finden allein noch offene Häfen.

Ar Wir kommen zu dem dritten Hauptpunkt, der den Begehr nach Arbeit mindert, den Komplotten der Englischen Arbeiter gegen ihre 1“”“ Der Zweck derselben ist im Allgemeinen Erhöhung des 6 ei Aber din er enrch diese Verbesserung des Zustandes der Arbei⸗ gentheil, Verschle vfahrung hat gelehrt, daß dadurch gerade das Ge⸗ genthen;, Verschlechterung des Arbeitslohns und der Lage nicht allein der in diesen Verbündungen betheiligten, sondern aller auch davon g .heafn Ke bewirkt wird. Die Arbeiter konstituiren sich 68b 8 n rchen Komblehe zu folgenden Zwecken: Den

Herrn zu entziehen, den Arbeitslohn aller

Klassen gleichzustellen, nicht von dem Fleiß, der Kraft oder der Kunst⸗

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fertigkeit abhängig seyn zu lassen, das Sinken des Arbeitslohns zu und endlich zu Erreichung dieser Zwecke die Zahl der an esten bezahlten Klassen zu beschränken. Ihr Hauptmittel, de⸗ Zwecke zu erreichen, besteht in der Einschüchterung des Fabrikherrn durch Verweigerung der Arbeit, oft durch gewaltthätige Verletzung seines Eigenthums. Diese Mittel sind von bedeutendem Gewich: Gesetzt, eine Spinn⸗Fabrik besteht aus 700 bis 800 Arbeitern, so erfordert sie nicht mehr als nur 50 bis 60 Spinner; das darin an gelegte Kapital kann 100,000 Pfd. St. betragen, von welchen 75,000 Pfd. St. in Gebäuden und Maschinen stecken. Ein Komplott dieser 60 Spinner macht die ganze Masse von Arbeits⸗ und Geld Kapital nutzlos. Wenn nun, wie es häufig der Fall ist, eine Dampf⸗ webstuhl⸗Faktorei mit einer solchen Spinn⸗Fabrik in Verbindung steht, so ist der Einfluß des Komplotts noch bedeutender, und 60 Spinner bestimmen oft über das Loos vieler tausend Arbeiter und über Hun⸗ derttausende von Kapital. Derartige wirklich vorgekommene Exempel kann man unzählige anführen. Aber erreichen die Arbeiter mit den Verbündungen ihren Zweck? Gewiß nicht. In jedem Falle ist das Resultat Arbeitslosigkeit, also Minderung des Begehrs nach Arbeit, denn sie zerstören die Kapitale oder machen sie nutzlos. Dringen sie mit ihren Anforderungen so weit durch, daß der Fabrik herr nachgiebt, wie es an manchen Orten der Fall gewesen, so wird jener ruinirt und die Arbeiter befinden sich nur etwas später in nah rungslosen Zustand; sind ihre Bestrebungen fruchtlos, so bleiben sie ohne Arbeit und bringen andere Geschäfte ins Stocken. Der aus der dreiwöchentlichen Geschäftslosigkeit während des letzten Aufstandes hervorgegangene Total⸗Verlust für die Arbeiterklassen wird auf weit mehr als 500,000 Pfd. St. geschätzt.

Der Englischen Regiernng liegt die schwere und große Auf gabe ob, das aus diesen drei Haupt⸗Ursachen resultirende Miß verhältniß in dem Begehr nach Arbeit zu dem Vorrath der vorhandenen Arbeitskräfte durch entsprechende Maßregeln zu be⸗ seitigen. Wir zweifeln durchaus nicht an dem Vorhandenseyn zweckmäßiger Heilmittel für das tief eingreifende Uebel. Denn kein anderes Land hat solch ein Kapital, im Allgemeinen solche Maschinen, solchen Reichthum an Mineralien, wie Eisen und Kohlen, und vor Allem solche Menschen, was Kunstfertigkeit und Betriebsam keit anbelangt, aufzuweisen. England kann mit jedem Lande der Welt konkurriren, nur müssen weise Gesetze seine Industrie regeln. Tüchtige Bildung des Volkes ist eine der ersten Bedingungen einer heilsamen Reform des Zustandes der arbeitenden Klassen. Bildung giebt thätigen und geschickten Arbeitern die Mittel an die Hand, andere Beschäftigungen für sich und ihre Familien zu sinden, sobald die alten stocken, veranlaßt die Familien zu dem kleinen Opfer, ihre Kinder besser zu erziehen und schützt sie gegen die Theilnahme an jenen unheilvollen Komplotts, weil sie ihre Interessen besser verstehen lernen. Schule und Kirche sind die stützenden Pfeiler der Volks⸗ wohlfahrt. Sie fehlen in England noch an vielen Orten. Wo abe. das Volk, an die bloße vergängliche Materie gekettet, nicht lebt, son dern nur vegetirt, da fällt es mit dem Untergang dieser Materie oder dient verbrecherischen Absichten zum Werkzeug.

lMetceorologische Beobachtungen.

1842. 31 Dez2.

Abends 10 Uhe.

Morgens Nach einmaliger

6 Uhr.

Nachmittags

2 Ubr. Beobachtung.

Luftdrack.. 333,38 Par. 332,5 7* Par. 330,19“ Par. uellwürme 7,12 u. Luftwärme .. + 8,4 ° R. + 8,8° n. + 5,1 °9 R. Flusswüärme 2 5 ⁰9 K. Thaupunkt 1“ + 7 + vveö + 0,6 ° R. Bodeuwärme 4,4 „H Dunstsäüttigung 91 pCt. 87 pCt. 68 pCt. Ausdüustung 0,011, Hh. Wetter.. regnig. reguig. beiter. Niederschlag 0,091 nb W. 5 NNW. Wärmewechsel + 9,2 Wolkenzug... NW. + 0,8° n.

Tagesmittel: 332,04“ Par... + 7,4 n.. †. 4,90 n.. 82 pct. WW.

Auswärtige Börsen.

Niederl. wirkl. Sch. 52 ¼. 5 ½

Kanz-Bill. —. 5 ½ Span. 19. 3 ½ do. 24. Pass. —. Ausg. —. Antw erpen, 27. Dez. Zinsl. 4 ½. Neue Aul. 19. Hamburg, 30. Dez. Bauk-Actien 1635. Bugl. Russ. 108. London, 27. Dez. Cons. 3 93 ⁄. Belg. 102.

Amsterdam, 28. Dez.

Zinsl. —.

Rugl. Russ. 113. Bras. 71. Cbili 74. Columb. 21 ½⁄. Mex. 31 ½¼. Peru 18 Paris, 27. Dez. 5 ½ Rente ün cour. 119 35. 88 Rente ün cour. 78. 90.

Aul. de 1841 —. 5 Neapl. fin cour. 106. 75. 5 ½ Span. Rente 24. Pass. IWien, 27. Der. 8 NMe. 109 3. 4 101. 3. 77.

16 —. Rank-Actien 1617. Anl. de 1834 143 ¼. de 1839 110 ¼.

Königliche Schauspiele.

Montag, 2. Jan. Im Opernhause: Voltaire's Ferien, Lustspiel in 1 Akt. Hierauf, zum erstenmale wiederholt: Die Tarantel, pan tomimisches Ballet in 2 Akten, von Scribe und Coralli. Musik von Casimir Gide. Für das Königliche Theater eingerichtet von Dlle. Fanny Elßler. Die neue Decoration im zweiten Aufzuge ist von C. Gropius. (Dlle. Fanny Elßler: Lauretta.)

Preise der Plätze: Ein Platz in den Logen des ersten Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc. 8

In Potsdam: Die Schwestern von Prag, komisches Singspiel in 2 Abth., von W. Mühller.

Dienstag, 3. Jan. Im Opernhause: Der Herzog von Olonna.

Im Schauspielhause: gulière. 2) La première représentation de: Une visite nocturne, ou: Cartouche, vaudeville nonveaun en 1 acte, du théâtre du Gymnase, par Mr. Théaulon. 3) La reprise de: Moiroud el Compagnie, vaudeville en 1 acte, par Mr. Bayard.

v“ v1 8 Rönigsstädtisches Theaater.

Montag, 2. Jan. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Zum erstenmale wiederholt: Maria, ossta: La f'iglia del Reggimento. (Marie, oder: Die Tochter des Regiments.) Opera bufsfa in 2 Atti. Musica del Maestro Donizetti.

Dienstag, 3. Jan. Vorstellung der Kaiserlich Russischen Pan tomimisten, Herren Gebrüder Lehmann. Zum erstenmale: Der Bar bier von Pekin. Englische Pantomime in 1 Akt, arrangirt von W. Seymour. Hierin kommt vor zum erstenmale: Die Japanische Messe. Vorher, zum erstenmale wiederholt: Der dicke Lord Plum pudding. Komische Pantomime in 2 Akten. Vor Anfaug der Pan tomime: Vetter Benedict. Lustspiel in 1 Alt, von L. Angely. (Neu einstudirt.)

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Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. in

Gedruckt in der Deckerschen Gehe

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49 101 ½.

1— Neue Aul. 18 ½. Pas- 1 sive 4 ½. Ausg. Sch. 10 ½. 2 ½9 IIoll. 52 ½⅔. 56½ 100 ½⅔. 5 Port. 39 ¼. 3⁰ 238

1) L'höôtel garni, ou: La leçon sin-

2 Uthlr. für 4 Rthlr. —⸗ 8 Rthlr. in allen Theilen der Monarchie

ohne Preiserhöhung.

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Alle Post-Anstalten des In⸗- und Auslandes nehmen Bestel- lung an, für Berlin die Erpedition der Staats-Zcitung: Friedrichsstrasse Mr. 72.

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2

1 Inhalt.

Frankreich. Paris. Vorbereitungen zur Sitzung. Vermischtes. Schreiben aus Paris und Bordeaux. (Die ministerielle Entschei⸗ dung in der Zucker⸗Frage. Verein der Weinbauer.)

Großbritanien und Irland. London. Verzögerung der Rückreise

des Oberst⸗Lieutenant Malcolm. Der Englische Konsul in Barce⸗ longa. Vermischtes. Schreiben aus London. (Zur Charakteristik dder Partei Stellung; Dr. Thirlwall.)

Niederlande. Haag. Denkmal Wilhelm's von Oranien.

Dentsche Bundesstaaten. München. Rheinschanz⸗Berbacher Eisen⸗ bahn. Stuttgart. Aufhören des Deutschen Conriers. Altona. Besitznahme⸗Patent der vom Oldenburgischen Fürstenthum Lübeck eingetauschten Landestheile.

Spanien. Schreiben aus Paris. (Die gegenwärtige Stimmung in Bezug auf die Ereignisse in Barcelona; Zurbano; Oberst Prim.)

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. Fortsetzung der Bot⸗ schaft des Präsidenten. Schreiben aus New⸗York. (Die wichtig⸗ sten Punkte der Botschaft.) 1

Inland. Neuß. Königl. Geschenk zur Herstellung des St. Münsters.

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Quirin⸗

Der christliche Staat.

2

Paris, 28. Dez. Die Deputirten sind bereits in ziemlicher Anzahl anwesend, doch haben sie noch keine vorbereitenden Versamm⸗ lungen gehalten, um sich über ihr Verfahren bei Eröffnung der Session zu besprechen. Man weiß noch nicht einmal genau, ob eine Thron⸗Rede wird gehalten werden, denn die Minister scheinen sich erst in der nächsten Woche definitiv darüber entscheiden zu wollen, damit die verschiedenen Oppositions⸗Nüancen nicht Zeit haben, sich zu verständigen. Es finden indeß täglich Privat⸗Zusammenkünfte

bei den Herren Molé, Thiers, Odilon Barrot und Lafitte statt. Man versichert, die Opposition der Linken und die Nüance des Herrn von Lamartine seyen auf dem Punkte, sich zu verständi⸗ gen, um gemeinsam auf den Sturz des Kabinets vom 29. Oktober hinzuwirken. Die Pairs ihrerseits haben in diesen Tagen zahlreiche Versammlungen gehalten, wie es heißt, im Interesse des Herrn Molé, den man an die Stelle des Herrn Guizot zu setzen wünschte. Vor etwa einem Monat soll Herr Molé von einer gewissen Seite her aufgefordert worden seyn, in dieser Beziehung Schritte zu thun. Er machte sich auch sofort ans Werk, um eine ministerielle Combina⸗ tion vorzubereiten, allein bekanntlich sind seine Versuche bei den bedeutendsten Männern, denen er seine Portefeuilles zu übertragen wünschte, gescheitert, indem sie sich scheuten, sich dem ehemaligen Chef des Kabinets vom 15. April anzuschließen. In Folge des Mißlingens der Bemühungen des Herrn Molé hat man beschlossen, das Ministe⸗ rium Soult⸗Guizot ferner zu unterstützen.

Dem Vernehmen nach werden den Kammern in der nächsten Session folgende Gesetz⸗Entwürfe vorgelegt werden: 1) Ankauf des Museums von Versailles durch den Staat; 2) Vollendung des Louvre; 3) Dotation des Herzogs von Nemours; 4) Dotation des Grafen von Paris; 5) Genehmigung des Witthums der Herzogin von Orleans; 6) Das Gesetz in Betreff der Staats⸗Minister; 7) Das Gesetz über die Civil⸗Pensionen; 8) Das Gesetz über die Vermehrung des Gehalts der Bramten; 9) Das Budget⸗Gesetz; 10) Das Gesetz über die Subventionen für die Befestigung von Paris.

em Vernehmen nach soll für die neuen Staats⸗Minister fürs erste ein Kredit von 3100,000 Fr. verlangt werden und die Zahl der Ernennungen sich auf 20 beschränken. Das Gehalt wird 10,000 Fr. betragen, mithin die Zahl der Staats⸗Minister 30 nicht übersteigen.

Dem Moniteur parisien zufolge hat das Ministerium den Beschluß gefaßt, sogleich beim Beginn der Session die Unterdrückung der Fabrication inländischen Zuckers gegen eine Entschädigung zu beantragen.

Der ehemalige General⸗Prokurator, Herr Plougoulm, ist zum General⸗Prokurator am Königlichen Gerichkshofe zu Nismes ernannt worden.

Der Baron Thénard, Pair von Frankreich und Vice⸗Präsident des Conseils für den öffentlichen Unterricht, ist zum Großoffizier der Ehren⸗Legion ernannt worden.

Börse vom 28. Dezember. Die Französischen Renten waren heute, in Folge der höheren Notirung der Consols, während der ganzen Dauer der Börse sehr fest. Die Botschaft, welche der Präsident der Vereinigten Staaten an den Kongreß in Bezug auf die Nothwendigkeit, den Amerikanischen Tarif zu modifiziren, gerichtet hat, macht allgemein einen günstigen Eindruck. X“ 8»„„ Paris, 28. Dez. Das Ministerium hat in Betreff des Zuckergesetzes, welches den Kammern in den ersten Tagen der Ses⸗ sion vorgelegt werden soll, endlich einen Entschluß gefaßt. Man wird das System der Ablösung der einheimischen Fabrication annehmen, und dies soll die Basis des Gesetz⸗Entwurfes bilden. Man kennt noch nicht die näheren Bestimmungen, die übrigens nur eine untergeordnete Wichtigkeit haben. Der Entwurf hat in dem Mini⸗

er⸗Conseil eine sehr bedeutende Majorität gehabt; es scheint indeß, daß die Herren Martin (du Nord) und Villemain demselben nicht ihre Zustimmung gegeben haben. Die inländischen Zucker⸗gabrikanten haben eine Erilärung an das Ministerium gerichtet, worin sie die Unterdrückung der inländischen Zucker⸗Fabrication mittelst einer Ent⸗

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2 82

Fangen

schädigung fordern. Sie verlangen jedoch, daß, ehe man zu diesem Aeußersten schreite, die Gesetzgebung von 1840, als äußerste Gränze der möglichen Existenz für die noch nicht ruinirten Fabrikanten, beibe halten werde. Mit der Beibehaltung dieser Gesetzgebung, wenn man ihr eine lange Dauer geben wollte, würde man zugleich die Nachsteuer von ausländischem Zucker erheben und mehrere wichtige Reformen bei der Erhebung der Abgaben von inländischem Zucker würden zwecklos werden. „Ohne dies“, sagen die Fabrikan⸗ ten des Runkelrüben⸗Zuckers, „gehen wir unserem unvermeidlichen Untergange entgegen. Irgend eine Vermehrung dieser Steuer, die nur durch die geheime Absicht, uns zu vernichten, ohneuns zu entschä⸗ digen, motivirt ist oder motivirt werden könnte, würde eine verstellte, aber wirkliche Konfiszirung der in unseren Fabriken angelegten Ka⸗ pitalien seyn.“ Wenn man sich auf die Worte der Erklärung ver⸗ lassen darf, so hätten die Fabrikanten vor Allem den Wunsch, ihre Industrie auf ehrenvolle Weise fortzusetzen und nur wenn Staats⸗ gründe und politische Rücksichten die Unterdrückung des Runfelrüben⸗ Zuckers gebieterisch forderten, würden sie sich einer gezwungenen Ex⸗ propriation gegen Entschädigung unterwerfen.

Die Abgeordneten der Kolonicen haben ebenfalls dem Minister⸗Con⸗ seil ein Memoir überreicht, worin sie, wie gewöhnlich, die Noth der Kolo⸗ nieen, den Verlust der Pflanzungen, die Abnahme der überseeischen Schiff⸗ fahrt und den nahe bevorstehenden Ruin aller Niederlassungen schildern; sie unterwerfen die Gesetzgebung von 1840, deren Beibehaltung die inländischen Fabrikanten wünschen, einer scharfen Kritik, und erklären, daß man den beabsichtigten Zweck nicht erreicht habe. Die Ab—⸗ geordneten der Kolonieen behaupten, es sey möglich, ein Gleich⸗ gewicht zwischen zwei Steuern herzustellen, dies könne aber nicht bei Judustriezweigen geschehen, deren Erzeugnisse dieselben, deren Ursprung und deren Bedingungen der Existenz jedoch verschieden seyen. Der geringste Fortschritt des einen von beiden werde das Gleichgewicht aufheben. Dadurch würden abwechselnde Krisen, unaufhörliche Kon⸗ vulsionen bis zum Tode des einen oder des anderen Industriezweiges entstehen. Die Abgeordneten der Kolonieen bestehen auf Gleichheit zwischen beiden nationalen Zuckerarten. Diese nach dem gemeinen Recht von den Kolonieen verlangte Gleichheit würde umfassen: 1) Gleichheit des Tarifs; 2) gleiches Recht für beide Industriezweige, ihre Erzeugnisse dem Konsumenten in gleichem Grade der Vollkom⸗ menheit zu überliefern; 3) gleiche Befähigung, ihre Erzeugnisse nach allen Märkten und unter allen Flaggen auszuführen; 4) gleiche Befähigung, die fremden Erzeugnisse innerhalb der Grän⸗ zen und unter den Bedingungen der Zoll⸗Gesetzgebung der Hauptstadt zu konsumiren. Außerdem verlangen die Abgeord⸗ neten im Namen ihrer Kommittenten ausdrücklich noch die Unterdrückung des Runkelrühben⸗Zuchres gegen Entschädigung.

In dem Svystem der Gleichheit der Bedingungen würden die Art. 3 und 4 das Kolonialwesen von Grund aus umgestalten; selbst der Art. 2 würde dasselbe verändern. Denn bei dem gegenwärtigen Zustande der Dinge ist den Koloniecen nicht nur das Raffiniren des Zuckers untersagt, sondern der Rohzucker ist auch, sobald er eine gewisse Weiße hat, bei seiner Einfuhr in Frankreich einer höheren Steuer unterworfen. Die Befähigung, die fremden Erzeugnisse innerhalb der Gränzen unter den Bedingungen der Zollgesetze der Hauptstadt zu konsumiren, würde den Fabrif⸗Preis des Kolonial⸗Zuckers erniedrigen. Die Befähigung, die Kolonial⸗Produkte zu vervollkommnen und sie nach allen Märkten und unter allen Flaggen auszuführen, würde den Kolonial⸗Produzenten einen dreifachen Vortheil darbieten. Zuerst würden die Kolonisten ihre Erzeugnisse im Auslande abzusetzen suchen, wenn der National⸗Markt damit überfüllt wäre. Sie würden direkt und unter weniger lästigen Bedingungen allen raffinirten Zucker liefern, den Frankreich ausführt. Zweitens würde der unter fremder Flagge verschiffte Kolonial⸗Zucker weniger hohe Fracht zahlen und auch von den Diffe⸗ renzial⸗Zöllen frei seyn, die überall zur Begünstigung der National⸗

Endlich würde der Zucker, womit die Kolonieen

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Schifffahrt bestehen. die Artikel, welche sie empfingen, bezahlten, den fremden Spekulan⸗ ten, die ihre Waaren zu einem geringeren Preise verkaufen könnten, Rückfracht geben. Wollte man dergleichen Bedingungen annehmen, so würde man sich merklich dem in den Spanischen Kolonieen üblichen System nähern. Allein die Regierung wird niemals diesen Weg ein⸗ schlagen und wird, wie bereits oben erwähnt, den Runkelrüben⸗Zucker unterdrücken, um der Kolonial⸗Krisis ein Ende zu machen. Es ist dies eine Operation, die 40 —50 Millionen Fr. kosten und doch viel⸗ leicht die tropischen Niederlassungen nicht retten wird; nur die Eman⸗ cipation der Stlaven, die unstreitig in der nächsten Zeit eintreten muß, wird diese Kolonicen gänzlich umgestalten.

&X Bordeaux, 24. Dez. In der gestern in dem Saale des Kasino gehaltenen General⸗Versammlung der Abgeordneten der Weinbauer, in welcher die förmliche Konstituirung ihres Vereines statt⸗ fand, verlas Herr Princeteau den Entwurf zu einer Adresse an den König, der schon während der Verlesung mehrere Male mit allge⸗ meinem Beifall aufgenommen und endlich mit Acclamation angenom⸗ men wurde. Die Fassung dieser Adresse ist eben so ehrerbietig als würdig und fest, und dieselbe wendet sich an die Gerechtigkeit des Königs zu Gunsten der Weinbau⸗Interessen. Es wurde beschlossen, daß diese Adresse durch eigens dazu abgeordnete Commissaire dem Monarchen überreicht werden solle, denen sich anzuschließen die De⸗ putirten der Gironde gebeten werden sollten. Ein Mitglied der Ver⸗ sammlung drückte dabei das Bedauern aus, daß gestern nur ein einziger (Herr Ducos) der sämmtlich eingeladenen Deputirten bei der Versammlung erschienen sey. Darauf wurde über die Mittel berathen, wie man den Beschlüssen des Weinbau⸗Vereins in der Pariser und der Departe⸗ mental⸗Presse Nutzen verschaffen könne. Die Versammlung fand in der Begründung eines Journals, das demnächst zu Paris erscheinen soll, alle erwünschbaren Bürgschaften, und sprach sich einstimmig zu Gunsten dieses Unternehmens aus. Ein Abgeordneter von Pautllac ging noch weiter, indem er den Vorschlag machte, allgemein das Abonnement auf die Blätter abzubestellen, welche die Weinbau⸗In⸗ teressen bekämpfen, oder die Veröffentlichung der Arbeiten des Ver⸗ eins verweigern würden. Auch dieser Vorschlag wurde mit Enthu siasmus angenommen, und alle Anwesenden verpflichteten sich au Ehrenwort, sich streng an diesen Beschluß zu halten. Um 4 useh genf die Sitzung unter wiederholten allgemeinen Acclamationen.

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London, 28. Dez. Oberst⸗Lieutenant Malcolm wird mit den für China bestimmten Depeschen erst im nächsten Monate zugleich mit der alsdann zu expedirenden Ostindischen Post von hier ab⸗ gehen. b

Herr Penleaze, der jetzige Britische Konsul in Barcelona, ist lange Zeit Parlaments⸗Mitglied für Southampton gewesen und ge⸗ hört der liberalen Partei an.

An der Fondsbörse ist die Rede von dem Projekt einer neuen Anleihe für Spanien, das indeß nicht vielen Anklang zu finden scheint. Es sollen nämlich 1 Million Pfund gegen Verpfändung der Revenüen von den Kolonieen und der Tabacks⸗Pacht aufgenommen und eine Subsidiar⸗Hypothek durch Ausgabe von 5 Millionen Pfund Zproc. Fonds geschaffen werden.

Der Schaden, den das letzte Feuer in Liverpool verursacht hat,

Grossbritanien und Irland.

wird jetzt auf 45,000 bis 47,000 Pfund angegeben. In Blackwall sollen 5 große Dampf⸗Fregatten für Rechnung der Russischen Regierung erbaut werden. 1 Das große Handelshaus Dunn in Wakefield hat sich für in-⸗ solvent erklärt. Die Passiva sollen an 300,000 Pfund vab.

II London, 27. Dez. Schon vor einigen Monaten lenkte ich Ihre Aufmerksamkeit auf den Zustand der Fariecen in England und da die politische Session herannaht, so möchte es nicht unpassend seyn, einige Hauptzüge beider Lager zu mustern. Ich erinnere mich keiner Parlaments⸗Ferien, wo die Opposition so wenig Anstrengungen gemacht hätte, ihre Organisation jals Partei wiederherzustellen oder ihren verlorenen Einfluß auf die Nation wieder zu gewinnen. Die eigentlich sogenannten Whigs oder wenigstens die Führer, welche diese alte Benennung noch in Ehren halten, kehrten frühzeitig nach ihren Landsitzen oder zu ihren literarischen Beschäftigungen zurück. Sie haben an der durch den Verein gegen die Korngesetze veranstalteten Auf⸗ regung keinen Antheil genommen, und während sie kluger Weise es verschmähten, sich mit dem Auswurfe der demokratischen Partei zur Verbreitung falscher Angaben und übertriebener Prinzipien im Lande zu verbinden, haben sie nicht einen einzigen Punkt der Politik, der das Vertrauen des Volkes anziehen oder den Gang der Regierung angreifen könnte, ins Leben gerufen. Ich wage zu behaupten, daß die Opposition der Whigs gegen das jetzige Englische Ministerium eine rein per⸗ sönliche ist und daß sie in Bezug auf politische Prinzipien weit mehr unter sich selbst abweichen, als ihre Führer von Sir Robert Peel. So steht oder liegt vielmehr die Partei, die vor zehn Jahren über die ganze Stärke und Energie des Englischen Volkes disponirte, nunmehr zu Boden geworfen und überwältigt durch ein Unternehmen, das auszuführen, sie nicht Stärke genng besaß, ohne Führer, ohne Glaubensformel, ohne Enthusiasmus und ohne Vertrauen zu einander. Das einzige Lebenszeichen geht von dem unruhigen Geiste Lord Palmer⸗ ston's aus. Die Heftigkeit der angeblich von Palmerston inspirirten Morning Chroniele hat seit kurzem eine solche Höhe erreicht und ist als so nachtheilig für die Partei erkannt worden, daß etwa acht oder neun Personen, deren Namen die höchsten unter den Whigs und vielleicht die höchsten im Lande sind, neuerlich beschlossen haben, dieser⸗ halb eine schriftliche Vorstellung an Lord Palmerston zu richten. Diese Mittheilung, welche dem ehemaligen Secretair für die auswärtigen Angelegenheiten den unvermeidlichen Bruch schilderte, den seine Hef⸗ tigkeit in der Partei zuwege bringen müsse, versetzte ihn anfangs in Zorn. Einiges Nachdenken überzeugte ihn jedoch bald, dasi es klug sey, nachzugeben. Er kündigte daher an, daß er die Absicht habe, nun seine persönliche Meinung gegen die auswärtige Po⸗ litik des gegenwärtigen Ministeriums im Unterhause auszusprechen,

und zeigte sich bereit, derjenigen allgemeinen Politik, die man für die beste halten möchte, beizutreten. Unterdessen ist die M orning Chroniele so kriegerisch, wie gewöhnlich. Wenn das Parlament eröffnet worden ist, wird Lord Palmerston mit großer Heftigkeit sprechen; Lord John Russell wird schweigen, und die Whigs werden sich mehr und mehr der Führung Lord Palmerston's faktisch unter⸗ worfen sinden. 1

Als die Tories wieder zur Gewalt gelangten, rühmte sich die Opposition, daß sie die Regierung durch die Citelkeit ihrer Angriffe und durch die Menge der Fragen, welche gegen dieselbe aufgestellt werden könnten, in jedem Umfange ermüden könne. Damals schien etwas Plausibles in dieser Taktik zu liegen. Ein höchst wichtiges Element, ja, das wichtigste, war indeß vergessen worden. Ich meine die Konzentrirung. Die Leichtigkeit, womit die Opposstion ver⸗ schiedene Angriffe und plötzliche Demonstrationen macht, ist unverein⸗ bar mit dem standhaften und unwiderstehlichen Vordringen kombinirter Operationen. Sie sind eine Armee von Voltigeurs, die nicht von Artillerie oder einer Phalanx von Infanterie unterstützt wird. Eine so leichte Art der Kriegführung kann die Citadelle der politischen Gewalt in England nicht wieder erobern. Große Aufmerksamkeit hat die Pastoral⸗Rede des Dr. Thirlwall, Bischofs von St. David's, an die Geistlichen seiner Diözese erregt. Dieser Prälat, obgleich einer der jüngsten auf der Bischofs⸗Bank ist unstreitig der gelehrteste, wie er der liberalste und vielleicht einer der kräftigsten Redner seines Standes ist. Er verdient besondere Auf⸗ merksamkeit in Deutschland, da er seine literarische Laufbahn mit der Uebersetzung von Niebuhr's Römischer Geschichte und Schleiermacher's Kommentar zum Lukas begann. Seine Ernennung zum Bischof von St. David's war eine der letzten und besten Handlungen von Lord Melbourne’s Verwaltung. Innerhalb weniger Monate nach seiner Einführung hatte er sich dem Studium der Walischen Sprache mit solchem Erfolge gewidmet, daß er in dieser Sprache in der Kathe⸗ drale von St. David's predigte, indem die Englische Sprache dem Volke von Carmarthenshire und jener Diözese fast ganz unbekannt ist. Die oben erwähnte Rede wurde auch in Walischer Sprache gehalten; indeß hat ihr Inhalt mehr Aufmerksamkeit erregt, als ihre Form, denn obgleich sie von einem Manne gehalten wurde, der zu den frei⸗ sinnigeren Prälaten der Englischen Kirche gehört und eine Zeit lang

wegen der Vorrede zu seiner Uebersetzung von Schleiermacher's Kom⸗

mentar zum Lukas der Heterodoxie verdächtig war, so zeigt er sich doch als ein Anhänger derjenigen theologischen Schule, welcher die Minorität der Universität Orford angehört. Ohne ehen allen Stitzen und Observanzen, welche in den „Tracts sor the Times angenonmn-