1843 / 35 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

warh die Französische Brigg „Voltigeur“ im Jahre 1836 e bung des Stlavenhandels aufgebracht. Aber, wenn man will, gebe ich es zu, daß der Sklavenhandel nur noch durch Spanische, Portugiesische, Bra⸗ sillanische Schiffe betrieben wird. Mussen wir aber dann nicht gemeinschaftlich

mns England dahin wirken, dem Handel jener Schiffe ein Ende zu machen 2 Man sagt allerdings, Amerika stehe außerhalb unserer Verträge mit Eng⸗

land und dadurch werde die Unterdrückung unwirksam. Das ist ein Irr⸗ thum, m. H., die Vereinigten Staaten haben, bei Abschluß eines besonde⸗ ren Traktates mit England, die Unterdrückung des Sklavenhandels ausge⸗ sprochen und die Negerschiffe in die Unmöglichkeit versetzt, sich der Durch suchung zu entziehen. Ich habe an den Verträgen von 1831 und 1833 nur zu tadeln, daß sie noch nicht strenge genug sind. Wenn sie strenger wären, wenn sie besser ausgeführt würden, so würde dem Sklavenhan del bald ein Ende gemacht werden. Der Beweis für meine Be⸗ hauptung liegt in den folgenden Thatsachen: Wenn ein Negerschiff durch H⸗ Marine angehalten und nach der Havana gebracht wird, so wird er Capitain allein verfolgt, oder vLielmehr nicht verfolgt. Am Tage nach seiner Ankunft in der Havana bringt man den Capitain des gekaperten Schiffes nach dem Hospital . . . . drei Tage darauf ist er todt (Gelächter und Murren); drei Tage darauf ist er todt. (Lautes Gelächter.) Dieses Lachen wundert mich; dergleichen Thatsachen müßten Ihren Unwillen erre⸗ gen. (Beifall im Centrum.) Ich sage also, jeder Capitain eines Neger⸗ schiffes, der verhaftet wird, ist drei Tage nach seiner Ankunft in der Ha vana todt. Man fügt dem Dokumente, welches sein Ableben feststellt, das Certifikat des Geistlichen hinzu, der ihn beerdigt hat. Auf diese Weise sind in der Havana 5 oder 6 Capitaine gestorben, die gegenwärtig noch am Le⸗ ben sind. Diese Thatsachen beweisen Ihnen, daß der Sklavenhandel noch immer betrieben wird, und daß das Durchsuchungs⸗Recht nicht im Stande ist, ihn vollständig zu unterdrücken. Wie würde es nun erst seyn, wenn die Verträge von 1831 nnd 1833 nicht mehr eristirten? Ich verhehle mir da bei nicht, daß die Ausübung des Durchsuchungs⸗Rechtes einige Uebelstände nach sich zieht; aber man muß sich hüten, dieselben zu übertreiben. Man hat gesagt, das Durchsuchungs⸗Recht gebe England die Mittel an die Hand, die Bestimmung unserer Handelsschiffe kennen zu lernen; aber hat man denn vergessen, daß sich England eine solche Auskunft in allen Häfen für die Summe von 6 Fr. verschaffen kann? Man sagt, unser Handel, der allgemeine sowohl, als der spezielle, leide unter dem Durchsuchungs⸗Rechte; aber bedenkt man denn nicht, daß sich unser Handel seit der Erxistenz des Durchsuchungs⸗Rechtes um das Zehnfache vermehrt hat? Der Frieden der Welt soll bei Fortsetzung des Durchsuchungs⸗Rechtes gestört werden können.

Meines Erachtens ist für den Frieden der Welt mehr zu fürchten, wenn die Durchsuchung ohne Traktat und ohne Uebereinkommen stattfindet. Ist es endlich wahr, daß das Durchsuchungs-Recht weder unter der Kaiserlichen Regierung, noch unter der Restauration eristirte? Unter der Kaiserlichen Regierung, meine Herren, wurde der Sklavenhandel wieder eingeführt, und für die Einbringung eines Negers in unsere Kolonieen eine Prämie von 1000 Fr. bewilligt. Unter der Restauration war das Durchsuchungs⸗Recht nicht durch Verträge festgestellt; die Durchsuchung fand aber dennoch statt, und zwar auf eine gewaltsame Weise, die zu häufigen Kollisionen Anlaß Feben ionnte. (Beifall im Centrum.) Wir haben durch das gegenseitige Durchsuchungs⸗Recht eine Bürgschaft für beide Theile, und zugleich ein großes Prinzip der Menschlichkeit aufgestellt. Bleiben wir demselben treu und lassen wir uns nicht durch dir falschen Strupel der öffentlichen Mei⸗

nung irre machen.“ (Beifall im Centrum.)

Außerdem ließen sich in der heutigen Sitzung noch Herr von Toc que ville gegen, und Herr St. Marc Girardin für den Adreß⸗Entwurf vernehmen. Ersterer sprach hauptsächlich über die Stellung Frankreichs zu

England, und behauptete, daß die letzten allgemeinen Wahlen so entschie⸗

den im anti⸗Englischen Sinne ausgefallen wären, daß Verträge wie die über das Durchsuchungs⸗Recht nicht mehr zwischen den beiden Nationen bestehen könnten. Die Verträge hätten sich übrigens auch als ohnmächtig.

zur Unterdrückung des Sklavenhandels erwiesen, denn die Zahl der ver handelten Sklaven sey gegenwärtig größer als vor Abschluß der Verträge; sie belaufe sich jährlich auf 300,000. (Lebhafte Bewegung.) Herr

St. Marec Girardin suchte darzuthun, daß die Abneigung ge

gen die Durchsuchungs⸗Verträge eine Folge des Traktats vom 15. Juli sey. nach und nach verschwinden, und mit ihr der Haß gegen das Durch⸗ suchungs⸗Recht. Es sey daher weise und vorsichtig gehandelt, wenn man sich nicht leichthin auf Unterhandlungen einließe, die ein ungünstiges Re⸗ sultat liefern könnten. Die Kammer müsse der Regierung die Sorge üben assen, auf dasjenige, was zu thun sev, Bedacht zu nehmen, und ihr nicht Verpflichtungen auferlegen, die für die Zukunft jede Unterhandlung mit England gefährden könnten.

Paris, 29. Jan. Gestern fand die vorbereitende Versamm lung der Wähler des hiesigen dritten Bezirks statt, die am 7ten k. M. an die Stelle des Herrn Billault einen neuen Deputirten zu wählen haben. Es traten drei Kandidaten auf: Herr Legentil für das Ministerium, Herr Decan für die legitimistische Partei und Herr Taillander für die Opposition. Die Wahl des Letzteren scheint ziem⸗ lich gesichert.

O Paris, 28. Jan. Man war allgemein darauf gefaßt, daß die Diskussion der Adresse zu stürmischen Debatten Anlaß geben würde, doch erwartete man nicht, daß schon am ersten Tage die Op position so energisch gegen das Kabinet auftreten würde. Ich wohnte

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stellt.

Die durch jenen Traktat hervorgebrachte Wirkung werde aber

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Dies sind im Wesentlichen die Gründe, womit Herr von Lamartine seine Trennung von der ministeriellen Partei. recht fertigen will. Er hat dabei laut erklärt, daß er damit seine frä⸗ heren Grundsätze nicht im mindesten abzuschwören gedenke. Im Gegentheil hat er sich vorbehalten, jederzeit wie in den Reihen der Conservateurs die Aufrechthaltung des Friedens zu vertheidigen, und das revolutionaire Prinzip zu bekämpfen. Wenn es also dem Herrn von Lamartine schon jetzt gelungen ist, der sonst so kriegerischen und eroberungssüchtigen Linken friedlichere Ge⸗ sinnungen einzuflößen, so könnte man hoffen, daß er mit der Zeit die⸗ selbe auch mehr gouvernemental machen dürfte.

rung den Handschuh zugeworfen, den er ihr schon lange mit drohen⸗ der Gebehrde gezeigt hatte. War die gestrige Rede des ehrenwerthen Deputirten von Macon der endliche Ausbruch einer lange zurückgehaltenen Ueberzeugung, oder war sie der leidenschaftliche Schrei eines ungeduldigen Ehrgeizes? Die Meinungen über diese Frage sind getheilt, und es mag schwer seyn, die wahre von der falschen zu unterscheiden. Viel⸗ leicht vertheilen sich die Motive der gestrigen Kriegs⸗Erklärung des Herrn Lamartine gegen die herrschende Politik zu gleichen Hälften auf Grundsätze und auf selbstsüchtige Wünsche. Herr Lamartine kündigt sich als den Träger einer ganz neuen politischen Fahne an. Indem er zu der Opposition übergeht, verwahrt er sich förmlichst gegen eine Solidarität der Ansichten, welche die individuelle Freiheit seines parlamentarischen Handelns irgendwie beschränken könnte. Herr. Lamartine hat sich von der Regierung entschieden losgesagt, sich aber gleichwohl keiner der verschiedenen Abtheilungen der Opposition posi⸗ tiv angeschlossen. Mehr noch, Herr Lamartine, hat eine Erklärung über die, seiner Ueberzeugung nach, gegen das Ausland zu beobach⸗ tende Politik abgelegt, welche ihn in einen schroffen Gegensatz mit den bedeutendsten Bruchtheilen der sogenannten freisinnigen Opposition „Frankreich“, sagt Herr Lamartine, „nimmt glücklicherweise eine Stellung in der Welt ein, kraft deren es kein ernstliches Inter⸗ esse hat, das mit den großen Europäischen Interessen unvereinbar wäre, mit welchen wir uns zu vergleichen und in Uebereinstimmung zu setzen haben. Die Juli⸗-Regierung hat vom ersten Tage ihres Entstehens an den Frieden gewollt. Ich rechne ihr das zur ewigen Ehre an. Auch ich bin stets ein Freund des Frie⸗ dens gewesen und werde immer ein Freund des Friedens bleiben. Ich habe nie den erlogenen Liberalismus getheilt, und ich werde ihn auch nie theilen, der sich stellt, als ob er die Freiheit nur im Kriege sähe, und der durch Ruhm und Pul— verdampf hindurch dem Militair⸗Despotismus zueilen würde, wenn wir jemals ohne Nothwendigkeit und unseren Pflichten zum Trotz den Krieg erklärten.“ Ein solches friedliches Glaubensbekenntniß zieht eine scharfe unüberschreitbare Scheidelinie zwischen Herrn Lamartine und den Männern des National, der Partei Odilon Barrot's und selbst

½ Paris, 28. Jan. Herr Lamartine hat gestern der Regie⸗

einem Theile des linken Centrums.

Welche Differenzpunkte in den Ansichten es nun aber sind, die Herrn Lamartine zu dem Bruche mit der konservativen Partei ver⸗ anlaßt haben, den er selbst für unheilbar erklärt? Er faßt am Ende seiner Rede die Beweggründe, denen er seinen Entschluß zuge⸗ schrieben wissen will, in folgenden Worten zusammen: „Ueberzeugt, daß die Regierung sich mehr und mehr verirrt, daß der Grundge

danke der herrschenden Politik (de tout le règuc) ein falscher ist; überzeugt, daß die Regierung sich alle Tage mehr von ihrem eigenen Ursprunge und von den Folgerungen, welche für das innere Wohl⸗ seyn und für die äußere Macht des Landes aus demselben hervor⸗ gehen sollten, entfernt; überzeugt, daß Frankreich seit acht Jahren nur Rückschritte gemacht hat; überzeugt, daß die Zeit der Nachsicht vorüber ist, daß längere Nachsicht verderblich werden würde; über⸗ zeugt von diesen Dingen, stimme ich gegen die Adresse, gegen den Geist, in welchem sie abgefaßt ist, gegen den Geist der Regierung, welche sich dieselbe gefallen läßt, gegen diesen Geist, den ich bekämpfe, bekämpft habe und bekämpfen werde.“ Der große Vorwurf, den Herr Lamartine der herrschenden Politik macht, trifft den Widerstand, den dieselbe den demokratischen Tendenzen der Zeit und der Nation geleistet. Herr Lamartine gesteht zu, daß die Regierung in ihrem Rechte war, und daß sie ihre Pflicht erfüllte, als sie in den ersten Jahren nach der Juli⸗-Revolution den durch dieses Ereigniß wild auf⸗ geregten politischen Leidenschaften einen starken Damm entgegenstellte; aber er beschuldigt sie, daß sie, nachdem sich die Aufregung gelegt, in ihrem Systeme der Reaction beharrt, und dasselbe weit über die Gränzen der wahren Staats⸗Klugheit hinaus verfolgt habe. Die Septembergesetze und die Befestigung von Paris sind die beiden

schwersten Anklagepunkte, welche Herr Lamartine gegen die Regierung geltend macht. Jene sind ihm eine Zwangsjacke des Geistes, wie die

der gestrigen Sitzung bei, und ich kann Sie versichern, daß mich die um Paris in die Höhe wachsenden Citadellen eine Zwangsjacke des

Debatten derselben in die stürmischtesten Tage der Juli⸗Negierung zurück versetzten. Herr Villemain, welcher, wie es scheint, an der Stelle des Herrn Guizot, zuerst das Wort gegen Herrn von Lamar⸗ tine nahm, beschränkte sich darauf, ihm mit einigen witzigen und geistreichen Bemerkungen, anstatt mit einer eigentlichen politischen Rede, zu antworten; denn er wollte sich offenbar unter dem Eindrucke der Rede des Herrn von Lamartine nicht in einen politischen Wett kampf einlassen, da die Kammer in diesem Augenblick von einer feind⸗ seligen Stimmung gegen das Kabinet eingenommen seyn mochte.

Zur Erläuterung der gegenwärtigen Stellung des Herrn von Lamartine diene noch Folgendes. Es ist bekannt, daß bei der Bil dung des Kabinets vom 29. Oktober der Marschall Soult dem Herrn von Lamartine ein Portefeuille angeboten hatte. Der Deputirte von Maͤcon schlug es damals aus, versprach indessen, das neue Ministe rium redlich zu unterstützen, wenn dessen Programm den Be⸗ dürfnissen der damaligen politischen Situation entsprechen würde. Kaum war das neue Kabinet gebildet, so hatte Herr Guizot mit Herrn von Lamartine eine lange Konferenz, um sich mit ihm in Betreff der Grundzüge des ministeriellen Programms zu verstän⸗ digen. Herr von Lamartine begehrte für die auswärtige Politik die Erhaltung des Friedens, und die Einstellung der unnöthigen, von Herrn Thiers angeordneten Kriegsrüstungen. Was die innere Poli⸗ tik anbelangt, so verlangte er die Zulassung der zweiten Jury⸗Liste bei den Wahlen für die Deputation der Kammer. Herr von Lamar⸗ tine meinte, die Wahl⸗Reform werde das Streitroß der Opposition fortwährend bleiben, wenn die Regierung sich nicht dazu verstehen wolle, durch einige wohl berathene Zugeständnisse eine radikale Wahl⸗ Reform zu verhüten. Herr Guizot soll damals mit Herrn von La⸗ martine ganz der nämlichen Meinung gewesen seyn und ihm ver sprochen haben, daß das Kabinet vom 29. Oktober jene Maßregel in Ausführung zu bringen beabsichtige. Als aber vor einem Jahre um diese Zeit die Zulassung der Kapazitäten in der Kammer diskutirt wurde, erhob sich Herr Guizot dagegen. Von diesem Augen blick datirt eigentlich der Entschluß des Herrn von Lamartine, sich von der Sache des Kabinets vom 29. Oktober zu trennen. Das Regentschafts⸗Gesetz und die Ordonnanz vom 23. Dezember, welche ein Privat⸗Conseil der Krone einführt, während nach der Charte es in Frankreich keine andere als verantwortliche Rathgeber der Krone geben darf, scheinen Herrn von Lamartine in seinem Entschlusse, ein Regierungs⸗System anzugreifen, welches die Dynastie käläc unpopulair mache, bestärkt zu haben. A

Leibes der Französischen Nation. Statt den demokratischen Regun⸗ gen des Zeit- und Volksgeistes Spielraum und angemessene Beschäf⸗ tigung zu geben, sagt Herr Lamartine, ist die ganze Politik der Juli⸗ Regierung seit 1834 nur darauf ausgegangen, die moralischen Be⸗ dürfnisse der Nation zu ersticken und der neuen Gesellschaft die Gesetze und Gewohnheiten der gestürzten alten Verfassung Frank⸗ reichs wieder aufzudringen. Herr Lamartine nimmt gar kei⸗ nen Anstand, Ludwig Philipp als die eigentliche Quelle die⸗ ser seiner Behauptung nach verfehlten Politik zu bezeichnen und daran die Folgerung zu knüpfen, daß dem Könige der vorherrschende Einfluß aus den Händen gewunden werden müsse. Herr Lamartine will übrigens in dieser Operation, welche den Zweck ausmacht, in dessen Interesse er seine neue parlamentarische Stellung angenommen, nichts anderes sehen, als eine Erfüllung des Geistes der Verfassung, für welche er in seiner Rede die größte Verehrung zur Schau stellt, eben so wie für den Thron und die herrschende Dynastie. Die gestrige Rede des Deputirten von Maͤcon wird Paris und die Kammer einige Tage, vielleicht einige Wochen lang beschäftigen, aber sie wird schwerlich ernstliche politische Folgen haben. Herr La⸗ martine ist nicht der Mann, welcher eine neue Partei stiften könnte; er wird künftig in der Kammer allein stehen, und sein Verlust wird dem Ministerium eben so wenig gefährlich werden, als sein Beistand demselben von wesentlichem Nutzen war.

8 Grossbritanien und IJrland.

London, 25. Jan. Ueber Maec Naughten werden in den hie⸗ sigen Blättern täglich noch eine Menge Notizen, namentlich aus Glasgower Zeitungen, beigebracht. Sein Alter wird jetzt auf 33 Jahre angegeben. Er soll sich, als er eine eigene Drechsler Werkstelle etablirt hatte, durch seine Sparsamkeit in der Zeit von etwa sechs Jahren eine Summe von mehr als 1000 Pfd. zurückge⸗ legt haben, die er aber nachher, als er sein Geschäft aufgab und zuerst bei einer alten Frau in Glasgow sich einmiethete, ein paarmal Reisen nach Frankreich machte und zuletzt in London bei einer Wittwe als Miether wohnte, vermuthlich zum Theil wieder durch⸗ brachte, bis auf die 750 Pfd., worüber man einen Bankschein bei ihm gefunden. Indeß scheint er auch in diesen letzten Jahren, wo er müßig ging, sehr sparsam gelebt zu haben, da er noch

mehr

im Besitz einer solchen Summe sich befindet. Eine Erbschaft, wie es

früher hieß, hat er nicht gemacht, da sein Vater noch lebt. D hatte übrigens erst im verflossenen November, seiner Aussage zufolge, von dem Sohn erfahren, daß derselbe ein so bedeutendes Ersparniß bei der Glasgower Bank deponirt habe. Letzterer ersuchte ihn näm lich von London aus, dort 10 Pfund für ihn zu erheben und ihm zu zuschicken, worauf der Vater ihm gleich 20 Pfund schickte, um nicht bald wieder dieselbe Mühe zu haben, da der Sohn ihm schrieb, er wolle in London bleiben, wo es ihm besser gefalle, als in Glasgow. Dies Alles hat Mac Naughten der Aeltere, den Glasgower Blättern zufolge, vor dem Polizei⸗Beamten ausgesagt, der von London dorthin abgeschickt worden ist, um sich nach den Le⸗ bens-Umständen des Delinquenten zu erkundigen. Auch erfuhr man von der dortigen Hauswirthin des Letzteren, daß derselbe seit der Zeit seines Müßiggehens, wenn er in Glasgow gewesen, einen großen Thei des Tages im Bett zugebracht und alles Mögliche durch einander ge⸗ lesen, auch zuweilen geschrieben habe. Unter den wenigen Schreibereien, die man in seiner Wohnung gefunden, wa ren einige Notizen über medizinische Vorlesungen, die er be sucht hatte. Seiner Wirthin, welche ihm mitunter über seine Unthätigkeit ausschalt, und die ihm auch Vorwürfe darüber machte daß er, was schon damals geschah, Pistolen mit sich umhertrug, sol er gesagt haben, daß er von Teufeln verfolgt und gemartert werde denen er eine Kugel durch den Kopf jagen wolle, wenn sie ihn nich in Ruhe ließen. Aehnliches hatte er im vorigen Sommer dem Lor Provost von Glasgow, Sir John Campbell gesagt, den er um ein Audienz gebeten. Er erklärte diesem Magistrats⸗Vorstand ganz ernst lich, daß er von gewissen Leuten, welche Böses gegen ihn im Schild führten, fortwährend beobachtet und belauert werde, daß nieder trächtige Intriguen ihn aus seiner Wohnung vertrieben und ge zwungen hätten, auf dem Felde und in den Vorstädten eine Zufluch zu suchen. Nach dem Glasgow Constitutional soll Mae Naugh ten sich auch sehr lebhaft mit Politik abgegeben haben und seinen Gesinnungen nach ein heftiger Radikaler seyn; auch soll er sich of fast wüthend gegen die Tories von Glasgow und insbesondere gegen einen Herrn Lamond, den er als den Haupt-Agenten derselben be⸗ zeichnete, geäußert haben. Auch der Glasgow Courier, welche angiebt, daß Mac Naughten vor etwa 14 oder 15 Jahren sich dre Jahre lang mit einer wandernden Schauspieler⸗Truppe herumgetrieben habe, behauptet, er sey ein heftiger Radikaler, habe sich indeß eben so wenig an jene politische Partei wirklich angeschlossen, wie er über haupt auch nur persönlichen Umgang mit irgend Jemand gepflogen habe. Als er vor etwa vier Monaten Glasgow verließ, soll er so wohl die bei ihm gefundenen Pistolen als sein Geld mitgenommen haben.

Herr Drummond hat auf seinem Sterbelager sehr wenig gelitten und mehr Unbehagen als eigentlichen Schmerz gefühlt. Er ist als Christ gestorben. Als der Arzt ihm sein nahe bevorstehendes Ende ankündigte, sagte er: „Nun, ich habe gesucht, so rechtlich zu leben und so viel Gutes zu thun, als ich konnte, und ich setze, was meine Seligkeit betrifft, mein Vertrauen in Gottes Barmherzigkeit.“ Was ihn am meisten schmerzte, war die Trennung von seiner Schwester mit welcher er lange und glücklich gelebt hatte. Der Verstorbene war ein Neffe des jetzigen Viscount Strathallan, Baron Drummond von Cromlin, Pairs von Schottland. Seine Familie hatte sich in früheren Zeiten immer durch ihre Anhänglichkeit das Haus Stuart ausgezeichnet. Er selbst wird als ein guter Arbeiter gerühmt, der schon seit 20 Jahren mehreren Ministerien seine Dienst gewidmet hatte. Die Times macht bei Veranlassung des Mordes bittere Bemerkungen über die Entartung des Englischen National Charakters und hofft, daß, wenn nicht hinlängliche Beweise der wirk lichen Geistes⸗-Verwirrung Maec Naughten's beigebracht werden könn ten, weichherzige Seelen nicht darauf bedacht seyn würden, dergleichen aus unbedeutenden Umständen zu konstruiren.

Vor einigen Tagen ist, wie verlautet, zwischen Frankreich und England die Convention wegen Herabsetzung des Briefporto's abge⸗ schlossen worden. 6

In dem Bericht über die Versammlung von Grundbesitzern in Buckingham, welche sich, wie bereits erwähnt, durch ihre entschiedene Feindseligkeit gegen die weitere Ausdehnung der Handelsfreiheit aus zeichnete, haben die Oppositions-Blätter, die Freunde der Handels freiheit, vorzugsweise den Ton der Unzufriedenheit mit dem jetzigen Ministerium bemerkenswerth gefunden, der sich unter jenen Anhängern des Monopols ganz unverholen kundgegeben. Der Vorsitzer, Herzog von Buckingham, sagte geradezu, daß die Minister völlig im Unrecht gewesen seyen, als sie eine Aenderung in den Korngesetzen, weshalb er aus dem Ministerium ausschied, veranlaßten, und daß man jetzt nur hoffen dürfe, sie würden stehen bleiben und in den verderb lichen Neuerungen nicht weiter gehen; er wenigstens werde ge⸗ gen jeden ferneren Versuch, die Rechte und Vorrechte des Ackerbaues anzutasten, den äußersten Widerstand leisten. Der Standard erklärt denn auch nochmals, daß die Minister wirklich nicht gesonnen seyen, weitere Fortschritte auf dem Wege des freien Getraidehandels zu machen, ein Entschluß, den sie nach den gemachten Konzessionen um so leichter auszuführen vermöchten, da eben diese Konzessionen ihre Stellung in der betreffenden Frage sicherer gemacht hätten, als sie zuvor gewesen sey. Im Verlauf jenes Banketts wurde auch die Gesundheit der Minister ausgebracht; der Toast schien indeß bei den Ultra's wenig Anklang zu finden, und die Stimmung gegen die Minister gab sich noch unverholener kund, als selbst der anwesende Unter⸗Staats⸗Secretair im Schatz⸗Amte, Sir Thomas Freemantle, der, dem Brauche gemäß, den Toast zu erwiedern hatte, ge⸗ radezu erklärte, er wisse nichts von den Plänen der Minister, auch seyen ihm die Grundsätze, nach denen sie handelten, nicht in ihrer ganzen Bestimmtheit bekannt, indeß dürfe man erwar⸗ ten, daß, wenn jene Pläne Zeit gehabt, sich zu entwickeln, sie dem Interesse des Ackerbaues angemessen erscheinen würden. Diese unbe stimmten Aeußerungen eines Beamten schienen einen noch übleren Eindruck zu machen, und ein Herr Dargyll wies geradezu darauf hin, wie viel weniger Anklang der Name Sir Robert Peel's jetzt finde, da er an der Spitze des Ministeriums stehe, als früher, da er nur Leiter der Opposition gewesen. Endlich trat noch Lord Orkney auf, der in der Minorität der konservativen Partei gegen die liberaleren Maßregeln der Minister gestimmt hatte, und sprach sich so tadelnd über diese Maßregeln aus, utle sic laßt sah, noch eine vermittelnde Rede zu halten. Die Morning Post behauptet, daß dieselbe Stimmung, die bei dieser Versammlung vorgewaltet, überhaupt unter denjenigen, welche das Interesse des Ackerbaues bisher vertreten haben, vorherrsche. 1

Einem Schreiben des Agenten von Lloyds zufolge, bestätigt sich die Wegnahme zweier Spanischen Schiffe durch eine Haittische Kriegs⸗Korvette vollkommen. Sie wurden nach St. Domingo auf gebracht, sogleich aber auf Anhalten des Französischen Konsuls vom Präsidenten Boyer wieder freigegeben und den Capitainen Schaden⸗ ersatz zuerkannt.

Die Zoll⸗Einnahmen in Liverpool haben letztes Jahr, gegen das vorige gerechnet, um mehr als 700,000 Pfd. St. abgenommen, was der Globe als einen neuen Beweis der Handelsnoth betrachtet, in⸗ dem er beifügt, daß der Ausfall in den Zöllen zu Liverpool haupt⸗ sächlich von dem gedrückten Zustande des Handels⸗Verkehrs mit Nord⸗ Amerika und den Einwirkungen des dortigen neuen Tarifs herrühre.

Nammern wünschen sehnlichst, daß der Traktat ratifizirt werde; wir betrachten teressen. Auf beiden Seiten sind die Opfer gering und die Hoffnungen groß und gesichert; dies ist die Ansicht eines Jeden, der loyal und aufgeklärt denkt.

Kammern beschlossen, dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten

tenz verworfen werden wird.

votirt wird, denn im entgegengesetzten Falle würde sich die Diskussion außerordentlich verlängern und Amendements herbeiführen, die Bel⸗

an aufgeworfen, ob die Erörterung bei verschlossenen Thüren stattfinden

würde; man wird darüber abstimmen.

spricht, den man vergebens als nachtheilig für diejenigen Häuser, die

eindringen zu können. negau erstrecken, welches auf diese Weise, mittelst der Schelde, den Holländischen Märkten nahe gebracht wäre und sich kostspielige Um ladungen ersparte. sen

fahrts Convention die Ergänzung aller früheren, im Interesse beider Völker entworfenen und angenommenen Verträge bilden; sie müssen die Revolution von 1830 definitiv beendigen und einem Jeden geben, was ihm gebührt.

Kammer der Abgeordneten vom 28. Januar wurde beschlossen: „Für

können statt der Schuldscheine auf den Namen auch dergleichen auf den Inhaber ausgestellt werden, und es können die auf den Namen

in Scheine auf den Inhaber und die neuen Scheine dieser Art gleich

daß Sir Thomas Freemantle sich veran

Zugleich beklagt sich das genannte Blatt bitter über Frankreich, wel⸗ ches, den liberalen Antraägen Englands gegenüber, auf seiner Be⸗ schränkungs⸗ und Prohibitiv⸗Politik beharre.

Mit 18,000 Pfund Pulver ist vorgestern die ganze Rounddowe⸗ Klippe, ein Fels bei Dover, der 375 Fuß über dem Spiegel des Meeres erhaben war und einer anzulegenden Eisenbahn im Wege stand, ver⸗ mittelst dreier galvanischer Batterieen in die Luft gesprengt worden. Die Masse stürzte ins Wasser. Eine große Menschenmenge sah in der Entfernung dem imposanten Schauspiel dieser Sprengung zu, die sehr glücklich von Statten ging.

Der Irländische Lord Lismore hat für seine Pächter in den Grafschaften Cork, Limerick und Tipperary den Pachtbetrag um

20 pCt. vermindert und sich dadurch eine jährliche Einbuße von 5000

Pfd. St. auferlegt. Die Zahlungs⸗Einstellung des Hauses Parker, Shore und Com⸗

pagnie in Sheffield wird von der Sheffield Iris dem Verfall

des gesammten Handels⸗Verkehrs in jener Stadt zugeschrieben, aus welchem Grunde die von dem Hause genommenen Hypotheken zum Theil entwerthet worden sind. Die Aktiva der Handlung werden nominell auf 725,000 Pfd., die Passiva auf 600,000 Pfd. angegeben. EEͤ3

Allus dem Haag, 29. Jan. Der König und die Königin, so wie Se. Majestät der Graf von Nassau und die Prinzen Alerander

und Heinrich, wohnten heute dem Gottesdienst in der Klosterkirche bei,

D

wo ein allgemeines Dankgebet für die glückliche Wiederherstellung des

Königs verrichtet wurde.

G Aus dem Limburgischen, 28. Jan. Die beiden durch

die Revolution von 1830 getrennten Länder, die Niederlande und Belgien, diskutiren das große Projekt, welches ihre freundschaftlichen Beziehungen wiederherstellen und ihre Interessen und ihren Handel wieder befestigen

soll. Die Petition der Amsterdamer Kaufleute gegen den Traktat hat die⸗ jenigen beunruhigt, welche die Annahme desselben durch die legislativen wünschen. Wir Bewohner des Herzogthums Limburg

hn in unserer Lage als die Rettungsbarke für unsere materiellen In⸗

202

In der Sitzung vom 23. Januar haben die Niederländischen die Amsterdamer Petition zurückzusenden. Dieser Beschluß ist von Ber größten Wichtigkeit für die Freunde des Traktats und für das . 7 r.,F Ur⸗ 2 1 A 22⁷

Resultat der Diskussion; denn es leidet nun keinen Zweifel mehr, daß die Kammern sich aussprechen, und daß die Idee der Inkompe

Wird nun der Traktat im Ganzen oder jeder einzelne Artikel

Frörtert werden? Es ist wahrlich zu wünschen, daß er im Ganzen

gien vielleicht nicht annähme, so daß man auf diese Weise niemals zu Ende kommen würde. Man hat in beiden Ländern die Frage

Es ist dies jedoch nur noch eine Sache der Parteien, welche die Verfahrungsweise gut oder schlecht finden werden; die Hauptsache ist, daß man schnell weiß, woran man sich zu halten hat. Was auch geschehen mag, alle diese Verzögerun gen und Zwischenfälle haben noch nicht nachtheilig auf die Holländi schen Fonds eingewirkt, ein Umstand, der zu Gunsten des Traktats

mit Deutschland Handel treiben, darzustellen sucht.

Unsere Nachbarn, die Lütticher, petitioniren für die schnelle Ra tisizirung und betrachten dieselbe als eine Sicherung wirklicher Vor theile für ihren Steinkohlen⸗Bergbau, für den ganzen Handel und

die Flußschifffahrt des Belgischen Limburgs, für die Wald und Land wirthschaft, die lebhaft wünschen, bis in das Innere von Holland Diese Vortheile würden sich bis in das Hen⸗

Endlich müssen dieser Traktat und die Schiff⸗

SGRgi Brüssel, 29. Jan. Die Repräsentanten⸗Kammer hat den zeschluß gefaßt, ihre Berathungen über die Genehmigung des letz ten Belgisch-Niederländischen Vertrages bei geschlossenen Thüren zu

Bundesstaaten. In der Sitzung der

Deutsche

Stuttgart, 29. Jan. (Schw. M.) die zum Bau der Eisenbahnen aufgenommenen Kapitalien und eben b für die bereits bestehende Staatsschuld können Schuldscheine, welche auf den Inhaber lauten, mit beigelegten Zins⸗Coupons ausgestellt werden. Es kann jedoch eine Umwandlung dieser Papiere nur ein mal stattfinden.“ Dagegen wurde der Kommissions⸗-Antrag: „Unver zinsliche Kreditpapiere (Kassenscheine) für drei Millionen Gulden, jedoch nicht unter 5 Fl. das Stück, auszugeben“ mit 60 gegen 18 Stimmen bgelehnt. Die zu kreirende Eisenbahnschuld ist hiernach ganz nach em Staatsschulden-Zahlungs⸗Statute von 1837 zu behandeln, nur

lautenden Scheine sowohl der bisherigen als der neuen Staatsschuld

falls in Scheine auf den Namen umgewandelt werden; es darf aber diese Umwandlung nur einmal stattfinden.

Karlsruhe, 17. Jan. Mit dem 14. April⸗ soll der Dienst auf der Eisenbahn von hier nach Heidelberg in der Art beginnen, daß das Dienstpersonal durch den Transport der für die obere Bahn be⸗ timmten Schienen von Mannheim bis hierher eingeübt wird. Für das Publikum soll die Personenfahrt mit dem 1. Mai beginnen.

* Frankfurt a. Münch⸗Bellinghausen wird erwartet.

8 Man erfährt nun bestimmt, daß auch zwischen Oesterreich und Thurn und Taxis eine neue Convention wegen Aufhebung des Fran kirungszwanges und Herabsetzung des Briefporto's zu Stande ge fommen ist, und somit Herr Hofrath Baron Nell von Nellenburg nach längerem Aufenthalt unsere Stadt verlassen wird. Es unter⸗ liegt keinem Zweifel, daß diese Uebereinkunft dem korrespondirenden

M., 31. Jan. Der Herr Graf von nicht vor dem Frühjahre von Wien hier

Publi große Bequemlichkeit gewähren wird.

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Seit einigen Tagen sind in Karlsruhe Unterhandlungen wegen der Ausführung einer Eisenbahn von Heidelberg durch die Berg⸗ straße über Darmstadt hierher eröffnet, bei welchen Frankfurt von dem Senator Dr. Souchay vertreten wird. Da die drei betheilig⸗ ten Regierungen schon früher wegen des Baues einer solchen Eisen⸗ bahn unterhandelt hatten und zu einer Uebereinkunft gelangt waren, wird die diesmalige Uebereinkunft, die von der früheren darin ab weicht, daß die Bahn nicht, wie früher von Mannheim, sondern von Heidelberg ausgeht, um so rascher erzielt werden können. Die Un⸗ terhandlungen wegen des Baues der Kassel⸗Frankfurter Eisenbahn sind dagegen ins Stocken gerathen.

Es hatten sich heute mehrere günstige Umstände vereinigt, um die Abrechnung der Börse für den Monat Jauuar zu einer der besten zu machen. Die große Geldabondanz erleichterte die Abrechnung sehr; es zeigte sich viel Bedarf in den Fonds, und diese stiegen um so mehr, da zugleich von den auswärtigen Börsen höhere Course eingetroffen waren. Der Umsatz war überaus lebhaft, und besonders in Oester reichischen und Polnischen Loosen und Integralen, die sämmtlich fühl bar höher gingen. Die Taunusbahn⸗Actien stiegen auch bei lebhafter Nachfrage. Die Gerüchte, daß eines der einflußreichsten Mitglieder

des Verwaltungs⸗Rathes der Bahn, austreten wolle, sind durchaus G hn,

ungegründet.

bbbhh.

O Wien, 25. Jan. und den seitdem so wesentlich geänderten technischen Verhältnissen nicht mehr entsprechende Mühlen-⸗Ordnung wird einer neuen Organisation unterzogen. Den Unterbehörden ist zu diesem Behufe die Frage ge stellt worden: ob nicht, da ohnehin kein Mühlzwang besteht, und zu den im Laufe der Zeit vermehrten Wasser⸗ und Windmühlen neuer⸗ lich auch die Dampf-Mahlmühlen hinzugekommen sind, der bisherige Mahllohn⸗Tarif ganz aufzuheben und dem Einverständnisse der Par teien zu überlassen sey, oder ob und welche Aenderungen in der Be stimmung des Mahllohns, mit Berücksichtigung der seit dem Jahre 1814 geänderten Erwerbs und Preis⸗Verhältnisse einzutreten habe? Gleichzeitig ist die Vorlegung eines Ausweises über die jetzt be stehenden Mahlmühlen jeder Art, im Vergleiche zu den im Jahre 1814 bestandenen angeordnet worden.

Das durch die Mainzer Industrie⸗Ausstellung angeregte Projekt, im nächsten Sommer hier eine allgemeine Deutsche Industrie⸗Aus⸗ stellung zu veranstalten, wird wohl schwerlich zur Ausführung kommen. Man verkennt die Schwierigkeiten nicht, die diesem Unternehmen durch die Zoll⸗Vorschriften entgegenstehen, und scheint überhaupt zu der Ansicht gelangt zu seyn, daß um solchen wiederkehrenden allgemein Deutschen Ausstellungen die nöthige Theilnahme der Industriellen zu sichern und durch zahlreiche Sendungen ein vollständiges Bild Deut scher Gewerbsamkeit zu erzielen, selbige fürs erste in jenen größeren Städten veranstaltet werden müssen, die mehr in der Mitte Deutsch lands liegen und mehr von den Endpunkten entfernt sind, als dies wie bei Mainz gewesen, so auch bei Wien der Fall wäre.

Triest, 24. Jan. Das Journal des Oesterreichischen Lloyds meldet: „Mit Allerhöchster Entschließung vom 10. Dezem⸗ ber 1842 wurde der Dampfschifffahrts⸗Gesellschaft des Oesterreichi schen Lloyd die Berechtigung ertheilt, auf ihren den Postdienst ver⸗ sehenden Böten die Kaiserl. Königl. Postflagge und die Schiffs⸗ flamme am Hauptmast zu führen, wie auch den Capitains, den Offizieren und der Mannschaft dieser Schiffe gestattet, Uni form zu tragen. Vorgestern in der Mittagsstunde wurde dem nach unter dem Donner des Geschützes auf dem Dampf boot „Baron Eichhof“ die neue Flagge auf sämmtlichen im Hafen befindlichen Dampfböten der Gesellschaft aufgehißt. Die Zuschauermenge, welche diese Freudenschüsse auf den Molo S. Carlo herbeigerufen hatte, wurde gleichzeitig von dem Anblicke der Kaiserl. Königl. Fregatte „Bellona“ überrascht, die beinahe eben so schnell wie die Nachricht ihrer Abfahrt von England hier eintraf, und unge achtet des frischen Nordost, der ihr den Eingang wehren wollte, als⸗ bald vor Aller Augen Anker warf. Vor der feierlichen Einweihung der Kaiserl. Königl. Post-Flagge fand auf Anregung des Verwal⸗ tungs-Raths des Oesterreichischen Lloyd die Eröffnung eines freien Lehr⸗Kurses statt, welchen Herr Tonello, Professor der hie⸗ sigen nautischen Akademie über Dampfmaschinen und deren Anwen dung auf die Schifffahrt jeden Sonntag in einem Saale der Anstalt halten wird, um, wie der Professor in seiner gediegenen Eröffnungs Rede entwickelte, Theorie und Praris dieser hochwichtigen Zeitfrage vermitteln zu helfen und Allen, die dieser Berufsrichtung folgen, jede wünschenswerthe Belehrung im Fache darzubieten. 8

Vereinigte Staaten von Uord-Amerika.

New⸗York, 3. Jan. In der Einleitung der im Senat von Herrn Linn eingebrachten Bill, deren Zweck die definitive Besitznahme von dem Oregon⸗Gebiet jenseits der Felsengebirge ist, wird erklärt, daß der Rechtstitel der Vereinigten Staaten auf das Eigenthum an dem Oregon⸗Gebiete unbestreitbar sey und nicht werde aufgegeben werden. Als Hülfs⸗Maßregeln der definitiven Besitz-Ergreifung wird dann in der Bill unter Anderem die Bewilligung von 640 Acres an jeden Auswanderer, der über 18 Jahre alt ist und das ihm bewilligte Land fünf Jahr lang bebaut, so wie die Ausdehnung der Jurisdiction der Gerichtshöfe des Staates Jowa auf das Oregon⸗Gebiet, in Vorschlag gebracht. Die Bill wurde am 30. Dezember im Senate im allgemei nen Ausschusse diskutirt, und es kam bei Gelegenheit des Einganges gleich zu einer Debatte über die Britischen Ansprüche auf den nörd lichen Theil des Oregon⸗-Gebiets. Einige Mitglieder des Senates, insbesondere die Herren Tappan und Archer, wiewohl gleich allen Uebrigen mit der Bill an sich zufrieden, fanden doch den Eingang derselben unnöthig und unzweckmäßig und veranlaßten dadurch Herrn Linn und mehrere Andere nicht nur zu der Erklärung, daß ein Aus spruch des Kongresses über das Eigenthums⸗Recht zur Sicherung der Kolonisirung nöthig sey, sondern auch zur Darlegung des Rechtstitels der Vereinigten Staaten, welcher auf dem Rechte der früheren Ent⸗ deckung des Flusses Columbia oder Oregon durch den Amerikanischen Capitain Gray beruht, so daß über das Eigenthum des Flußgebietes des Columbia, von dem ein Theil von den Engländern in Anspruch genommen wird, kein Zweifel obwalten könne. Die Vereinigten Staaten nehmen das Land von 42° bis zu 49° N. Br. in An⸗ spruch, und dieses enthält nach einem der Redner, Herrn Mac Ro berts, 200 Millionen Acres, ein Raum für vier neue Staaten genügend. Herr Mac Roberts berechnete, daß, wenn sich die Bevölkerung des Oregon⸗Gebiets, jetzt nur aus nomadisirenden Indianern bestehend, in eben dem Maße vermehre, wie die Bevölkerung der Vereinigten Staaten bisher, dieselbe im Jahre 1880 auf 52 Millionen und zu Ende des Jahrhunderts auf 92 Millionen gestiegen seyn werde. Mit Genehmigung des Herrn Linn wurde die Bill nach längerer Debatte pro forma angenommen und soll, um den Gegnern des Einganges Zeit zu lassen, erst nach der Vakanz reglementsgemäß diskutirt wer⸗ den. Der New York Herald bezweifelt die Annahme der Bill nicht.

Unsere seit dem Jahre 1814 bestehende

Herr Johnson, der im vorigen Jahre im Repräsentantenhause den Vorschlag machte, die Schulden der einzelnen Staaten durch eine Anleihe der Union zu liquidiren, publizirt die aus amtlichen Quellen herrührenden Angaben über die Schulden der einzelnen Staaten, welche sich auf 186,110,233 Dollars 97 Cents am 25. Juni 1842 beliefen. Zur Abtragung projektirt er eine Anleihe von 200 Millionen Dollars.

Es wird eine Herabsetzung des Porto in der Art beabsichtigt, daß für jede Entfernung unter 100 Englischen Meilen 5 Cents für den Brief und für jede weitere Entfernung 10 Cents bezahlt werden sollen.

Die Untersuchung über die Meuterei am Bord des „Somers“ ist noch nicht beendigt.

IJuland.

Berlin, 3. Febr. Se. Majestät der König haben Allergnä⸗ digst geruht, dem Geheimen Ober⸗Bergrath und Direktor der Por⸗ zellan-Manufaktur Frick in Berlin, die Erlaubniß zur Anlegung des ihm verliehenen Ritter⸗Kreuzes des Königl. Hannoverschen Guelphen⸗ Ordens zu ertheilen.

Berlin, 3. Febr. Das Justiz-⸗Ministerialblatt enthält folgende allgemeine Verfügung vom 24. Januar 1843, das Schul⸗ denmachen der Justizbeamten betreffend:

„Se. Majestät der König haben aus Veranlassung einzelner Fälle zu 8

befehlen geruht, daß dem höchst nachtheiligen Schuldenmachen der Beam⸗ ten fortwährend möglichst entgegengewirkt werden soll.

Zur Befolgung dieses Allerhöchsten Befehls werden auch die sämmtli⸗ chen Gerichtsbehörden angewiesen,

1. einen Jeden, der im Königlichen Zustizdienst als Auskultator oder im Subalternfach angestellt seyn will, zur Erklärung aufzufordern: ob er Schulden habe und worin diese bestehen?

Des Herrn Kriegs-Ministers Ercellenz hat die Militair⸗Behörden an⸗ gewiesen, den Civil⸗Behörden über das Schuldenwesen der zum Civildienst geeigneten Militairs die nöthigen Notizen mitzutheilen, und Individuen, welche durch unregelmäßigen Lebenswandel in Schulden gerathen sind, den Civil Behörden gar nicht zur Anstellung vorzuschlagen oder zu empfehlen.

2. Sind die Schulden so bedeutend, daß deren Tilgung nicht binnen Jahresfrist erfolgen kann, so ist dem Imploranten die Annahme in der Justizdienst zu versagen.

3. Sind sie nicht von dieser Bedeutung, so ist demselben zwar die Annahme nicht zu versagen, ihm jedoch zu eröffnen, daß er keine definitive Anstellung erhalten könne, als bis er seine Schulden vollständig getilgt haben werde. 8

4. Bei jeder ersten Anstellung mit Gehalt ist diese Aufforderung (§. 1.) zu wiederholen.

5. Betragen die Schulden des mit Gehalt Anzustellenden mehr als das Jahres⸗Gehalt, was ihm zu Theil werden könnte, so ist er nicht an⸗ zustellen.

6. Betragen sie weniger, stellen. 7. Eine definitive Anstellung findet nur erst statt, wenn er seine Schul⸗ den getilgt haben wird. j

8. Ueberhaupt muß dem Schuldenmachen der Beamten durch Ermah⸗ nungen zu einer sparsamen, dem Einkommen entsprechenden Lebensweise und durch sonstige angemessene Vorhaltungen sowohl bei der Diensteinführung der neu angestellten Beamten, als besonders dann entgegengewirkt werden, wenn die Vorgesetzten bemerken, daß der Beamte die ihm ertheilten Ermah⸗ nungen nicht beachtet und Schulden gemacht hat.

9. Gegen unverbesserliche und leichtsinnige Schuldenmacher ist nach der ganzen Strenge des Gesetzes ohne Nachsicht einzuschreiten und es ist ihre Entfernung aus dem Justizdienst einzulenten.

10. Wenn dagegen Justizbeamte ohne ihr eigenes Verschulden durch Unglücksfälle und andere ungewöhnliche Ereignisse in Schulden ge⸗ rathen sind, so ist von ihren Vorgesetzten darauf zu halten, daß diese Schulden nach und nach bezahlt und die Beamten dabei möglichst erleich⸗ tert werden. Dies wird besonders dadurch geschehen können, wenn durch einen zu ernennenden Kommissarius eine außerordentliche kostenfrei zu be⸗ arbeitende gütliche Vereinigung zwischen den Gläubigern und dem Schuld⸗ ner über deren Befriedigung durch freiwillige Gehalts⸗Abzüge versucht, und falls diese Vereinigung gelingt, die Befriedigung der Gläubiger in Quar⸗ tal⸗Raten durch den Kommissarius bewirkt und dadurch die Einleitung eines förmlichen gerichtlichen Gehalts-Abzugsverfahrens vermieden wird.

Berlin, 24. Januar 1843.

so ist der Beamte nur provisorisch anzi

Der Justiz⸗Minister .“ Mühler. An sämmtliche Gerichtsbehörden.

Berlin, 3. Febr. Das Amtsblatt der Königlichen Regie⸗ rung zu Potsdam und der Stadt Berlin enthält folgende Bekannt⸗ machung:

„Höherer Bestimmung zufolge, soll wegen der bisherigen Unerheblichkeit des Verkehrs mit Fabrikaten des Zoll⸗Vereins auf den Messen in Lüneburg, im Einvernehmen mit der Königlich Hannoverschen Regierung, die Abord⸗ nung einer Kommission von Zoll-Vereins⸗-Beamten zu diesen Messen nicht weiter stattfinden. 1

Demgemäß treten die in den Bekanntmachungen vom 9. Januar 1838 Amtsblatt pro 1838 S. 18 und vom 5. März 1829 Amtsblatt pro 1839 S. 99 enthaltenen Bestimmungen, so weit sie die Abordnung einer Meß⸗Kommission und die derselben übertragen gewesenen Abfertigungs⸗ Functionen betreffen, in Bezug auf Lüneburg außer Anwendung, und es sind sonach für den gedachten Meßverkehr künftig wiederum lediglich die Bestimmungen des Ministerial⸗Regulativs vom 31. August 1825 Amts blatt pro 1825 S. 237 bis 244 maßgebend, wovon das bende Publikum hierdurch in Kenntniß gesetzt wird.

Potsdam, 26. Januar 1843.

Königl. Regierung.

Abtheilung für die Verwaltung der indirekten Steuern.“

Wissenschaft, Kunst und Literatur. „Berlin. Der 6sste Geburtstag des großen Philosophen, wir nunmehr ganz

welchen

hr ganz den unsrigen nennen, Schelling’'s, hatte eine an⸗ sehnliche Gesellschaft zu einer Feier vereinigt, die eben so herzlich als bedeutsam war. Die Zuhörer Schelling's, welche neben den Studirenden seinen Vorlesungen beiwohnten, hatten für diesen Tag eine Denkmünze mit seinem Bildnisse anfertigen lassen, welche ihm, nebst einem von Allen unterzeichneten Dankschreiben dargebracht wurde. Zu dem Festmahle hat⸗ ten sich diesen Zuhörern, selber meist Professoren der Universität, andere Freunde angeschlossen, und auch des Herrn Ministers Eichhorn Excellenz wollten dasselbe; mit ihrer Gegenwart beehren. Herr Konsistorial⸗Rath Professor Neander hielt die Anrede an den Gefeierten, und wünschte mit innigen und einfachen Worten der Wissenschaft und zunächst der Universität Glück zu dem hohen Heile, welches Schelling's Lehre bewahre und wirke. Schelling erwiederte in einer kräftigen Rede, wie er vor allem sich glücklich schätze, nunmehr auch dem erhabenen, überall vorleuchtenden Könige anzugehören; er sprach seinen festen Entschluß aus, ungeachtet des vorgerückten Alters, in seinem Berufe auszuharren, und hoffe mit solchen Verbündeten, als er hier gefunden, und mit Gottes Hülfe das Feld zu behaupten. b diesen Jugendmuth. Hierauf erinnerte Herr Prof. v. d. Hagen an Schelling's frühestes Verdienst um würdige Verkündigung und treue Ueber⸗ setzung der göttlichen Komödie des Dante, zur Einleitung eines Festgedichts in Terzinen, welches den Gefeierten im höheren Sinne als sicheren Fuüß⸗ rer durch die sichtbare und unsichtbare Welt verkündigte. Es versteht

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Ein kurzer kerniger Trinkspruch von Herrn Kopisch bestärkte