1 Schi in unseren Gewässern und in jetzt, weil zwei Spenische, chst weggenommen worden sind, und geringer Enisernung Meit n weit fahren ließ, um sich von der Gültigkeit weil man sie einigee⸗ 9e. zu verschaffen, sollen wir nun Tausende von ihrer Papiere Ueberzeugang, nr von Kanonenschüssen zu Ehren der Spa⸗ Piastern bezahlen und 8 Man weiß also nicht, was wir seyn können nischen Flagge abfeuenand? Man hat also vergessen, was wir gewesen mit den Waffen e vanische Regierung dies bedenken und übertriebene An⸗ ind 7 Eenne Ein sehr schmaler Kanal trennt uns von Cuba; in einer 8. dort seyn, seine Kolonie in Feuer und Flammen setzen b uns rächen, zugleich die Befreier unserer Kaste werden, die dort noch in der Sklaverei vegetirt. 8 1 8 b
Die Pflanzer auf Cuba mögen sich dies zur Warnung dienen lassen und auf ihrer Hut seyn, denn die Haitier haben gewissermaßen den Blitzstrahl in ihrer Hand, der, losgeschleudert, unfehlbar zünden mußte. Hören wir nun, wie sich der Patriote vom 21. Dezember über dieselbe Frage ausspricht:
„Am verslossenen Mittwoch ist auf unserer Rhede die Dampfkorvette „Congreso“, Capitain Pontivillo angekommen. Dieser Offizier ist von dem General⸗Capitain der Insel Cuba abgeschickt, um über die auf die Anhal⸗ tung zweier Spanischen Schiffe bezüglichen Thatsachen Erkundigungen ein⸗ zuziehen. Als er vernahm, daß sie bereits ihren Eigenthümern zurückge⸗ stellt und nach Havana abgegangen waren, schrieb er, wie man sagt, einen Brief an den Präsidenten von Haiti, um ihn für diesen Akt der Gerechtig⸗ keit zu danken und ihn um Mittheilung einer Abschrift der auf die Sache sich beziehenden Aktenstücke zu ersuchen, welche ihm auch gewährt ward. Als er ferner vernahm, daß eine Protestation auf der Kanzlei des Franzö⸗ sischen Konsulates von den Spanischen Capitainen abgefaßt worden war, nahm er davon Kenntniß und schrieb einen zweiten Brief an die Haitische Regierung, worin er auf denselben Grundlagen, wie die Protestation, eine Genugthuung und Schaden⸗Ersatz von ihr ver⸗ langte, nämlich 2000 Piaster Schadloshaltung für die Capitaine und eine Genugthuung für die Spanische Flagge. Da diese beiden Forderungen von der Haitischen Regierung nicht angenommen wurden, so hat die Korvette am darauf folgenden Freitag absegeln müssen, um über ihre Sendung Be⸗ richt zu erstatten, und nicht weil sie dazu gezwungen worden ist, wie man gesagt hat. Je unangenehmer diese Sache ist, desto mehr ist es unserem Interesse und unserer Würde angemessen, nur mit der größten Zurückhaltung und mit der größten Mäßigung davon zu sprechen, und ohne zu Bravaden uns verleiten zu lassen, die nur als neue Herausforderungen betrachtet wer⸗ den könnten.“ “ Man sieht, der Patriote, als ministerielles Organ, geht mit
etwas größerer Umsicht zu Werke, als das in unabhängiger Stellung befindliche Manifeste; allein die Worte des letzteren dürften doch im Allgemeinen mehr die wahre Stimmung der Bewohner von Haiti und vielleicht selbst der Regierung dieser Republik aussprechen. —.,—
öö1“
Bombay, 2. Jan. Ueber die Stimmung des Maharadscha
Schir Singh vom Pendschab gegen die Engländer lauten die Berichte sehr widersprechend. Nach einer früheren Angabe hätte er selbst um Besetzung seines Landes und dessen Verwandlung in einen Subsidien⸗ Staat der Compagnie gebeten, auch sich gegen Lord Ellenborough anheischig gemacht, alle Kosten des Reserve⸗Heeres zu tragen, indem er sich wegen der Umtriebe Radscha Dhyan Singh's und der meute⸗ rischen Stimmung seiner Soldateska keinesweges sicher auf seinem Throne fühle; nach anderen Angaben dagegen betrachtete er die Zu⸗ sammenziehung der Englischen Truxppen an der Gränze seines Reichs mit Eifersucht, und der Besuch des General⸗Gouverneurs wäre ihm sehr ungelegen.
Die weitere Bestimmung des jetzt am Sutledsch versammelten Reserveheeres, welches in Vereinigung mit den Armee⸗Corps der Ge⸗ nerale Pollock und Nott sehr beträchtlich ist, ist noch nicht entschieden. Dem Bombay Courier zufolge, sollte, nach beendeter Triumph⸗ feier in Firozpur, das ganze Heer am 3. Januar den General⸗Gou⸗ verneur nach Delhi zurückgeleiten. I1
6““ 11“ 8 I Macao, 10. Nov. Das Kaiserliche Antworts⸗Schreiben auf den Bericht der Commissaire über die Friedens⸗Präliminarien ist in ziemlich nachgiebigem Tone gehalten. Der Kaiser willigt unterm 1. September in die Vorschläge seiner Mandarinen ein, jedoch nicht ganz ohne Widerstreben, weil er, wie er offen gesteht, dazu gezwungen sey. „Indessen“, setzt er hinzu, „eine Zeit der Bitterkeit und Un ruhe geht vorüber, hingegen Wohlbehagen, Friede und Ruhe wird dauernd bestehen. Was die in euerem Bericht enthaltenen Punkte über den Handel betrifft, so sind diese ungehörig und erfordern wei⸗ tere Ueberlegung. Da die Barbarenschiffe willens sind, den Tschang⸗ Fluß zu verlassen, so mag ihnen die erbetene Erlaubniß zum Handel mit unseren Reichen ertheilt werden; aber von den genannten fünf Häfen ist Futscheufu auszuschließen; dahin zu handeln, kann den Barbaren auf keine Weise gestattet werden, aber es läßt sich wohl ein anderer Hafen an dessen Stelle setzen; den Barbaren soll erlaubt seyn, kommend und gehend, in den vier Häfen Canton, Emoy, Ningpo und Schinghai Handel zu treiben.“ Uebrigens wird den Friedens⸗Kommissarien die Weisung ertheilt, sie sollten den Eng⸗ ländern sagen, daß das Steigen oder Fallen der Waarenpreise und ihr hoher oder niederer Stand für den Kaiser eine sehr klein⸗ liche und geringfügige Angelegenheit sey. Nach einer Bemerkung über die Schuld der Hong⸗Kaufleute, in Bezug auf welche den Kommissarien bedeutet wird, sich den Engländern gegenüber nach den Umständen zu richten, sagt der Kaiser: „Was die sechs Millionen . (die erste Fristzahlung), so ist es geziemend, daß ich sie gebe, 8 soneaus 1 man und Treue erkennen; und Faalkassen 88 “ en C ls⸗Kommissaeirn und aus den Provin⸗ Febxres 1 rei Provinzen Tschekiang, Kiangsu und Gahwai ent⸗ des Arme rden, denn es ist recht, da der Reiche für den Mangel 4 Hnisehe., Trotz aller Freundschafts⸗Versicherungen, hat
Kaiser einen Befehl zur Conscription von 20,000 Mann
Kaum war die Ur 11 EI“ tragse nüi dens g s Urkunde der Kaiserlichen Bestätigung des Ver⸗
serlichen Insiegel 15. September He⸗ chwader v Insiegel am 15. September auf dem Ge sch Abmiral Nauvking angekommen und die erste Frist ausgezahlt, als und die Schiffe den evollmächtigte die Stadt Nanking verließen kiangfu wurde am Z3. Schühnians hinabzugehen anfingen. Tschin letzte der Englischen Schssse vor häume. 8” 8 vie Sczifn ein⸗ oder zweimal aufgefahren, jedoch aung Lin. Fa alle Schiffe waren Gegen Mitte Oktob * jicvh es feheblichen Schaden zu leiden. allgemeine Kränklichkeit; n und Matrosen eine sehr
von den Sold ; 7 3 Spital, an Bord der „Blonde“ standen 8 aag der Besan Fäütta er -88 ☚
58 Mann auf der Krankenliste. Au x mal einige Cholerafälle gejeini⸗ Eüschasan Fcce sich zum ersten⸗ gestorben. Gegen Ende Oktobers kamen vom e hee Epidemie 8* Schiffe „Belleisle“ und „Jupiter“ nebst eilichen bord⸗Erpedition port⸗Fahrzeugen mit vielen Kranken zu Hong⸗Kong anzig Trans⸗ In einem der letzten Kaiserlichen Edikte, welche die Peki
Staats⸗Zeitung veröffentlicht, vom 7. August, sagt Se⸗ Masn Fer „Als unsere Familie (die Mandschu⸗Dynastie) China eroberte 88 das Fundament unserer Herrschaft auf die Waffen gestützt. Als ich den Thron meiner Ahnen bestieg, wendete ich meine Sorge und Auf⸗
sirung des Opiumhandels in China erwirken werde oder nicht. Maßregel sagt der Friend of China, sey unerläßlich nöthig, wenn
merksamkeit den Staats⸗Angelegenheiten zu, und die Dinge wurden geordnet mit der Schnelligkeit eines Pfeils, den ein Reiter abschießt.“ Sofort aber beklagt der Kaiser die Ausartung seiner Soldaten an Mannszucht und Tapferkeit, fügt hinzu, sein Volk werde von den Englischen Barbaren grausam und tyrannisch behandelt, was seinen erhabenen Zorn erregt habe, und schließt mit der Warnung: „Wenn noch mehr Städte verloren gehen, so sollen die betreffenden Statt⸗ halter und Vice⸗Statthalter zu strenger Verantwortung gezogen werden.“
Die definitive Feststellung des Handels⸗Vertrags mit seinen Ta⸗ rifbestimmungen scheint übrigens bis Ende des Jahres hinausgescho⸗ ben zu seyn. Die Verhandlungen darüber sollen in Canton geführt werden, wo die Kaiserlichen Kommissarien zu Anfang Dezembers er⸗ wartet wurden. Die Verladung des neuen Thees hat schon ange⸗ fangen. Mit dem Fortgang der Unterhandlungen ist man zufrieden. Man glaubt, ein beträchtlicher Theil der Entschädigungs⸗Summe werde den Hong⸗Kaufleuten aufgebürdet werden. Die zweite Ter⸗ minzahlung wird, wie man erwartet, zu Anfang Frühjahrs erfolgen, und es sollen dann alle in China befindliche Britische Streitkräfte bei Hong⸗Kong versammelt werden.
Die Chinesen arbeiten eifrig an der Befestigung der Bocca Tigris. Unter guter Leitung ließe sich diese Wasserstraße so fest machen wie die Dardanellen, aber die Chinesen verstehen sich schlecht auf die Kriegs⸗Baukunde.
Die Engländer in Macao und auf Hong⸗Kong wissen bereits, daß die Vereinigten Staaten einen Bevollmächtigten zum Schutz ihres Handels in China beglaubigen wollen. Ihre Absicht, glaubt man, sey, einen Gesandten in Peking selbst zu akkreditiren.
Was die Speculation der Englischen Kaufleute in China beson⸗ ders beschäftigt, ist die Frage, ob Sir Henry Pottinger die Legali⸗ Diese
der Friedens⸗Vertrag irgend Bestand haben solle. Auch dürfe der Zoll nicht über 5 pCt. betragen, denn eine Erhöhung desselben bis auf 15 pCt., wie man sie angerathen, würde nur dazu dienen, das
jetzige Schmuggel⸗System 8G zu erhalten, für welches die Insel Hong⸗Kong nach
8
Haupt⸗Emporium zu werden scheint.
hgerade das Frie⸗
7
Der Friend of China vermuthet, daß eine Folge des
dens und des stipulirten diplomatischen Verkehrs auf dem Fuße der
Gleichheit wohl auch die Zurücknahme des Verbots seyn werde, welches jetzt den Chinesen bei Strafe untersagt, Ausländern ihre Sprache zu lehren; auch werde hoffentlich für die Erlaubniß zollfreier Einfuhr von Büchern, Landkarten und dergleichen in China gesorgt werden.
Inland.
Münster, 10. Febr. Der hiesige Magistrat veröffentlicht im Westphälischen Merkur eine Uebersicht des Stadthaushaltes pro 1843 und stellt damit zur Vergleichung die Budgets der Nachbar⸗ städte Düsseldorf und Bonn zusammen. In Münster betragen die Einnahmen und Ausgaben 23,470 Rthlr. (Armenpflege findet sich un⸗ ter den Ausgabe⸗Titeln nicht) in Düsseldorf 79,978 Rthlr. 25 Sgr. 9 Pf. und in Bonn 30,943 Rthlr. 19 Sgr. 3 Pf. In beiden letztgenannten Städten sind bedentende Zuschüsse zur Armenpflege im städtischen Haushalt aufgeführt.
Jubiläum des Geheimen Ober⸗Bergraths Martins.
Am 1. Februar beging zu Halle der Königliche Berg Hauptmann und Direktor des Niedersächsisch- Thüringischen Ober-Berg⸗Amts, Geheime Ober⸗Berg⸗Rath Martins die Feier seines funfzigjährigen amtlichen Wir⸗ fens und selten dürfte eine gleich allgemeine Theilnahme einem ähnlichen Feste zu Theil geworden seyn. Schon am frühen Morgen begrüßten die Bergsaͤnger und Berg⸗Hautboisten des Eislebener Reviers den Jubilar durch eine feierliche Musik, und bald versammelte sich die zahlreiche Familie des Gefeierten, deren Glieder zum Theil aus weiter Ferne herbeigekommen waren, glückwünschend um ihn, der nun in ihrer Mitte die Deputationen empfing, welche sich nach und nach einfanden. 1
Zuerst erschienen nämlich die Kommissarien des Königlichen Finanz⸗ Ministeriums, von denen der Königl. Geheime Bergrath von Oeonhausen mit den Insignien des von des Königs Majestät dem Jubilar Allerhöchst verliehenen Sterns zum Rothen Adler⸗Orden 2ter Klasse mit Eichenlaub ein Glückwünschungs⸗Schreiben Sr. Excellenz des Finanz⸗Ministers von Bodelschwingh und der Königl. Ober⸗Bergrath Khün ein gleiches des Di⸗ rektors, der Mitglieder und der sämmtlichen Beamten der Abtheilung für Bergwerks⸗, Hütten⸗ und Salinenwesen im Finanz⸗Ministerium nebst einem von diesen dem Gefeierten gewidmeten prachtvollen silbernen Gefäße aus der kunstfertigen Hand des Hof⸗Goldschmieds Hossauer als ein Zeichen der Erinnerung an die Zeit, in welcher der Jubilar selbst Mitglied der Mi⸗ nisterial⸗Behörde gewesen ist, überreichte. Den genannten Kommissarien hatte sich der Königliche Ober-Berg⸗Rath Müller von Halle angeschlossen, welcher die Freude des Jubilars bis auf den höchsten Grad erhob, als er, gleich nachdem der Geheime Berg⸗Rath von Oeynhausen das Schreiben des Finanz-Ministers übergeben hatte, ein ihm aus dem Kabinet zur Ab⸗ gabe anvertrautes Königliches Handschreiben überreichte, dessen huldvoller Inhalt den Jubilar auf das innigste rührte und gleiche Gefühle bei allen Anwesenden erregte, denen das Allerhöchste Schreiben, welches wörtlich lautet: “ 8 jaiährigen
„Ich kann es Mir nicht versagen, Ihnen am Tage Ihrer funfzigijã hriger Dienstfeier, außer der Anerkennung, welche Ihnen nach e geg vom 18. Januar durch den Finanz Minister zugehen wird, Meinen Hlück⸗ wunsch unmittelbar auszusprechen. Mit Zufriedenheit können Sie bei die⸗ sem bedeutenden Abschnitt Ihres Lebens zurückblicken auf das, was Sie lei⸗ steten und auf den Erfolg Ihres Wirkens. Sie haben in sehr schwierigen Zei⸗ ten durch Geschäfts⸗Kenntniß und Patriotismus dem Staate wesentliche Dienste geleistet und eine musterhafte Treue in allen ihren Lebensver⸗ hältnissen bewiesen. Empfangen Sie dafür jetzt Meinen aufrichtigen Dank und den herzlichen Wunsch, daß es Ihnen vergönnt seyn möge, in Ihrem Familien⸗ und Geschäftskreise die Freuden zu genießen, welche dem geachteten Staatsmanne und Familienvater als die reinsten erschei⸗ nen müssen und Sie nach Meinem Wunsche bis zum spätesten Ziele menschlichen Lebens begleiten sollen. 8
Berlin, den 24. Januar 1843.
(gez.) Friedrich Wilhelm. An den Berg⸗Hauptmann Ma rtins in Halle.“
vorgelesen wurde. Hiernächst erschienen die Mitglieder und Beamten des Königl. Nieder⸗ sächsisch⸗Thüringschen Ober⸗Berg⸗Amts und überreichten mit dem ihrem ver⸗ ehrten Chef dargebrachten Glückwunsche in ihrem und der sämmtlichen Beamten des Niedersächsisch⸗Thüringschen Haupt Berg⸗Distrikts⸗-Namen eben⸗ falls ein in der rühmlichst bekannten Werisan des Hof⸗Goldschmieds Hos⸗ auer gefertigtes kunstreiches silbernes Gefäß. — defenighePeensach Eacst von Berlin hatte sich als Organ der Beam⸗ ien des ehemaligen Brandenburg⸗Preußischen Haupt⸗Berg⸗Distrikts, dessen Direktor der Gefeierte während eines vierundzwanzigjährigen Zeitraumes ge⸗ wesen war, eingefunden, um deren Glückwunsch auszusprechen und als ein Andenken an das langjährige wechselseitige Dienstverhältniß ein gleichfalls von Hossauer gefertigtes silbernes Thee⸗Service zu überreichen. Der Letztere selbst, in dankbarer Erinnerung an die mannigfachen Unterstützungen, welche der Jubilar in der obenerwähnten früheren amtlichen Stellung ihm beim
1“
Beginn seiner künstlerischen Wirksamkeit hatte gewähren können, hatte sich noch persönlich eingefunden, um dem Gefeierten einen galvanisch vergol⸗ deten mit besonderer Beziehung auf das gedachte Verhältniß kunstvoll ge⸗ arbeiteten Becher selbst zu übergeben.
„Es erschienen ferner unter den Glückwünschenden der Regierungs⸗Rath Dörrien und Stadtrath Seeburg von Leipzig, als Deputirte der Manns⸗ feldschen Gewerkschaften, welche in deren Namen als die Erstlinge des von diesen neu errichteten Amalgamirwerkes einen werthvollen Silberkuchen darbrachten, so wie eine Deputation der Halleschen Pfännerschaft unter Ueberreichung einer seltenen Silberstufe aus der Sammlung des verstor⸗ benen Königlich Sächsischen Ober⸗Berghauptmanns von Herder; auch von den Braunkohlen⸗Gewerkschaften Neu⸗Glück⸗Verein bei Nietleben und Al⸗ wine bei Bruckdorf, und von der Gewerkschaft der Friedrich⸗Wilhelms⸗Grube bei Eisdorf, hatten sich Deputationen eingefunden, von denen erstere ein in der Königlichen Porzellan⸗Fabrik gefertigtes prachtvoll gemaltes Porzellan⸗ Service, letztere einen kunstreich gearbeiteten Sessel mit ihren Glückwünschen überreichten und die Halloren übergaben durch Deputirte aus ihrer Mitte ein mit Bildern auf ihre Beschäftigung bezüglich bemaltes Deckelglas.
Aber nicht allein auf die Bergwerks⸗Partie beschränkte sich die Zahl der Glückwünschenden. Die Universität, vertreten durch ihren zeitigen Pro⸗ rektor, Professor Bernhardy, schloß sich denselben an und besondere Depu⸗ tationen der juristischen sowohl als der philosophischen Fakultät, welche beide dem Jubilar die Ehrendoktorwürde ertheilt hatten, überbrachten die darüber ausgefertigten Diplome, indem die beiden Dekane, Professor Laspeyres und Eiselen, die Uebergabe durch passende Anreden einleiteten.
Auch die Militair⸗Behörden, die Geistlichkeit, die Justiz⸗ und Steuer⸗ Behörden, der Magistrat und die Stadtverordneten und das Direktorium der Frankeschen Stiftungen hatten Deputationen abgeordnet, um dem Ju⸗ bilar ihre Glückwünsche darzubringen, noch viele andere, dem letzteren be⸗ freundete Personen hatten sich von nah und fern eingefunden und der durch Krankheit am persönlichen Erscheinen verhinderte Königl. Ober Post⸗Direk⸗ tor Göschel zu Halle hatte sich schriftlich den Glückwünschenden beigesellt.
Wie groß aber die Zahl der letzteren, die persönlich sich eingefunden hatten, auch seyn mochte, so war die Zahl derjenigen, welche theils mit Rücksicht auf die Amtsverhältnisse, in welchen sie mit dem Jubilar stehen, theils als persönlich ihm Befreundete ihm Glückwünsche schriftlich darge⸗ bracht haben, noch um vieles größer.
Unter diesen waren von Sr. Excellenz dem Königl. Ober⸗Präsidenten der Provinz Sachsen, von den Königl. Regierungen zu Magdeburg, Merse⸗ burg und Erfurt, von den Königl. Ober⸗Berg⸗Aemtern zu Bonn und zu Brieg, von dem Königl. Berg⸗Hauptmann und Direktor des Westphälischen Ober⸗Berg⸗Amts von Mielegki, von dem Königl. Sächsischen Berg⸗Haupt⸗ mann von Freiesleben zu Freiberg und von vielen anderen Behörden und Personen Glückwünschungs⸗Schreiben eingegangen, welche sämmtlich Zeug⸗ niß abgeben von der allgemeinen Theilnahme, welche die seltene Feier er⸗ regt hatte, und von der Achtung, welche der Gefeierte sich in allen Ver⸗ hältnissen seines Lebens erworben hat. “
Den Rest des Tages brachte der Jubilar im Kreise seiner Familie zu, und erst am folgenden Tage versammelte sich der bei weitem größte Theil der Bergwerks⸗, Hütten⸗ und Salinen⸗Beamten des Niedersächsisch⸗Thürin⸗ gischen Haupt⸗Berg⸗Distrikts zu einem Festmahle von 140 Gedecken, welches sie in dem dazu festlich geschmückten Saale des Gasthofes zum Kronprin⸗ zen veranstaltet, und zu welchem sie den Jubilar und dessen anwesende Fa⸗ milien⸗Mitglieder, so wie die von außerhalb eingetroffenen Königlichen Bergwerks⸗Beamten eingeladen hatten. Unbegränzt war der allgemeine Jubel, als der Jubilar unter Aeußerung des ehrfurchtsvollsten Dankes für die Allerhöchste Gnade in tiefer Rührung den ersten Toast auf das Wohl⸗ Sr. Majestät des Königs und Ihrer Majestät der Königin ausbrachte, und endete erst, als der Geheime Bergrath Dunker das Wort ergriff, um einen zweiten, von Freundes Hand eingesandten Toast, der unter Erwähnung der mannigfaltigen amtlichen und persönlichen Verdienste des Gefeierten diesem geweiht war, auszubringen. ““ 8
Noch viele andere Toaste, unter denen der Sr. Excellenz dem Finanz⸗ Minister von Bodelschwingh und der dem Ober⸗Berg⸗Hauptmann Grafen von Beust dargebrachte in der fast nur aus Berg⸗Beamten bestehenden Versammlung den allgemeinsten Anklang fanden, erhöhten die Freude des Festes, welches erst am späten Abend endete.
Meteorologische Beobachtungen.
Nach einmaliger Beobachtung.
Abends 10 Uhr.
1843. II. Februar.
336,5 1Par. 336,32 Par. 336,0 48 par.] Quellwärme 7,0“0 R. 2,40⁰ n. + 1,3⁰ R. Flasswärme 0,929 R. 0,00 R. 8* 0,20 R. Bodenwürme 1,929 „R Dunstsättigung 88 pCt. 81 pCt. 91 peLt. Ausdünstung 0,010 Rhb. Wetter trüb. trüb. trüb. Niederschlag 0. bu Wind NO. No0. NO. Würmewechsel +† 2,60* Wolkenzug. .. No. S + —,x n Tagesmittel: 336,29“ Par. +† 1,80 R. + 0,1° R. 87 pct. NO.
Morgens
6 Uhr. 2
p Nachwittags ’ Uhr.
Luftdruck.... Luftwürme ... + 1,— R. + Thaupunkt... + 0,20 M. +†
Auswärtige Börsen. 7. 5⁰ 13⸗ Amster dam, 8. Febr. Niederl. wirkl. Sch-. 54 16 5 % do. 101*c. Kanz-Bill. —. 5 % Span. 17 5. 3 % do. 24 ⅞. “ Ausg. E“ — Preuss. Präm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. —. 4 % Russ. E 89 ¼. Antwer Pen, 7. Febr. Zinsl. Neue Anl. 17 16 * 61 IIamburg, 10. Febr. Rank-Actien 16 35. Engl. Russ. 109 ½. Paris 8. HIebz. 5 % Rente fin cour. 120. 75. 3 % Kente fin cour. 79.80. 6 z. 6 % Span. Rente —’- Pass. —. 5 % Neapl. au compt. 106. 60. 5 % 5 8 “ 8 5 W ien 7 Fehr. 5 % Met. 110 ¾. 4 % 101 ¼. 3 %. 77 ½ 2 ½ % —. 2 8 . Bank-Actien 1622. Anl. de 1834 144. de 1839 113 ½.
1 % “
Königliche Schauspielc. Montag, 13. Febr. Im Schauspielhause: Zum erstenmale: Elisabeth, historisches Drama in 5 Akten und einem Nachspiele von Charlotte Birch⸗Pfeiffer. v““ Dienstag, 14. Febr. Im Opernhause: Iphigenia in Tauris. Im Schauspielhause: Spectacle demandé. La seconde repré- sentätlion dec: IL2Ambitieux, comédie historique en 5 actes et en prose, du théaàtre français, par Secribe.
Königsstädtisches Theater. Montag, 13. Febr. (Italienische Opern Vorstellung.) II Bar biere di Seviglia. Im Lensane 8 Theodor Döhler. Pianisten Sr. Hoheit des Herzogs von Lucca. EA“ Febr. Zum letztenmale: Vorstellung der Pan⸗ tomimisten Herren Gebrüder Lehmann. Luecifer und der Küper. Hierauf: Canova's Atelier, oder: Klassische Statuengruppen auf beweglichem Piedestal. Hierzu: Intermezzos. Dem folgt: List und Phlegma. Zum Schluß: Pierot's Luftreise. a
Oeffentliche Aufführungen
Montag, 13. Febr., Abends 7 Uhr, im Saale der Sing⸗Aka⸗ demie: Zweite Soiree des zweiten Symphonieen⸗ Cyklus der Königl. Kapelle. 1) Symphonie von R. Schumann. 2) Ouvertüre zu „Leo⸗ nore“ von Beethoven. 3) Pastoral⸗Symphonie von Beethoven. 8
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Deckerschen Geheimen Ober⸗Hoft
D“
4 Rthlr. ¼ Jahr. in allen Theilen der Monarchie
ohne Preiserhöhung.
a8 g E
— 4 nman2d susm 4 . ere Alle Posk-Anslalten des In- Wund Auslandes nehmen Bestel⸗- lung an, für Berlin die Expedition der Staats-Zeitung:
Friedrichssltrasse Mr. 72. IasH ,e kA“
—
f HRagmn Fnngkerer
Amtliche Nachrichten.
Frankreich. Paris. Admiral Duperré giebt das Porteseuille der Marine ab. — Das Journal des Debats über den Stand der Dinge in Afrika. Briefe aus Paris. (Austritt des Marine⸗Mini⸗ sters aus dem Kabinet; Gesetz über das Notariat. — Vermehrung der Konsular⸗Agenten.)
Großbritanien und Irland. Oberhaus. Antwort der Königin auf die Adresse. — Unterhaus. Wiederholte Erklärung Peel's über die Korngesetze. — Interpellationen über Handels⸗Fragen und Verträge. — London. Auszeichnung der in China beschäftigt gewesenen Regimen⸗ ter. — Neue Sheriffs. — Antrag auf Untersuchung der Landesnoth. — Vermischtes. Briefe aus London. (Zur Charakteristik der ersten Parlaments⸗Debatten. — Lord Brougham.)
Deutsche Bundesstaaten. Hamburg. furt a. M. (Börse; Eisenbahnen.)
Desterreich. Triest. Ankunft des Grafen von Aquila. — täten⸗Konslikt in Ungarn und Croatien.
Schweiz. Luzern. Das Verfahren des neuen Vororts in der Aar⸗ gauischen Kloster⸗Angelegenheit.
Spanien. Briefe aus Paris. (Steigende Gährung in Barcelona; die Munizipal⸗Wahlen daselbst.) — und Madrid. (Wahl⸗Manifest der Coglition; Barcelona; Verbindung der Eigenthümer.)
Türkei. Konstantinopel. Näheres über die Differenz des Oesterrei⸗
schischen Geschäftsträgers mit der Pforte.
China. Aktenstück in Bezug auf den Frieden mit England.
Inlaud. Bonn. Bevölkerung. — Saarbrücken. Eisenbahnen.
Die Stellung des Ministeriums Peel in der diesjährigen Parlaments⸗ Session.
Inhalt.
Schreiben aus Frank⸗
Nationali⸗
Amtliche Uachrichten.
Kronik des Tages.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:
Allerhöchstihren Geheimen Justizrath Johann Ferdinand
Neigebaur zum General⸗Konsul für die Moldau und Wallachei, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Jassy, zu ernennen; und
Dem Archivarius Kersten zu Münster den Charakter als Archiv⸗ Rath beizulegen.
Die Ziehung der 2ten Klasse 87ster Königl. Klassen⸗Lotterie wird den 2lsten d. M. Morgens 8 Uhr im Ziehungs⸗Saal des Lotterie⸗ Hauses ihren Anfang nehmen.
Berlin, den 14. Februar 1843.
Königl. General⸗Lotterie⸗Direction “
Abgereist: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Rath und Ober⸗Präsident der Provinz Sachsen, Flottwell, nach Magdeburg.
Der Ober⸗Präsident der Provinz Pommern, von Vonin, nach Stettin.
Der Ober⸗Präsident der Provinz Preußen, Bötticher, nach
Königsberg in Pr.
Zeitungs-Nachrichten. Ausland.
—.‚— Kr a eeri ch
Paris, 8. Febr. Der heutige Moniteur enthält eine Kö⸗ nigliche Ordonnanz vom gestrigen Tage, durch welche der Admiral Roussin an die Stelle des Admiral Duperré, der seine Entlassung eingereicht hat, zum See-Minister ernannt wird. Das offizielle Blatt bemerkt zu dieser Ordonnanz: „Der Gesundheits⸗ Zustand des Admiral Duperré bewog ihn seit einiger Zeit dazu, auf die Last der Geschäfte zu verzichten, und er hatte dem Könige zu verschiedenen⸗ malen den Wunsch ausgedrückt, sich zurückziehen zu dürfen. Der König hatte die Entlassung lange Zeit verweigert; aber er hat end⸗ lich mit lebhaftem Bedauern den wiederholten Bitten des Admirals, der in sein Privatleben die Achtung des Königs, wie die des Landes mitnimmt, nachgegeben.“ — Die Oppositions-Journale machen be⸗ merklich, daß der Admiral Roussin der einzige von den höheren See⸗ Offizieren sey, der günstig für die Verträge von 1831 und 1833 gestimmt wäre.
Das Journal des Débats enthält heute über die Afrika nischen Angelegenheiten folgenden Artikel: „Es finden in diesem Augenblicke in Algier ziemlich ernste Ereignisse statt, deren Wichtig⸗ keit man sich weder verhehlen, noch sie übertreiben darf. Abd el Kader ist in den letzten Tagen des Januar plötzlich in die Linie von Cherchell nach Milianah eingebrochen, mitten unter die Agaliks von Brag und Beni⸗Menasser erschienen, und hat die pacifizirten Stämme neuerdings aufgeregt oder verwüstet. Der Oberst Saint Arnault, Commandeur von Milianah, der die erste Nachricht von seinem Marsche erhielt, setzte sich sogleich mit einer Kolonne von 1100 Mann in Bewegung, um den unterworfenen Stämmen zu Hülfe zu eilen. Aber die heftigen Regengüsse und das Anwachsen aller Flüsse, erlaubten ihm nicht, seine Operationen sehr weit auszu⸗ dehnen und er sah sich gezwungen, nach Milianah zurückzukehren. Seine Truppen hatten viel durch das schlechte Wetter gelitten, und obenein mußte man bedauern, den Zweck der Expedition nicht erfüllt zu haben. Der General Changarnier, Ober⸗Befehlshaber des gan⸗ zen Landes, südlich von Algier, brach darauf von Blidah auf, um nach den bedrohten Punkten zu marschiren. Aber auch er ward in seinen Bewegungen durch das Wetter gehemmt. Alle diese Hinder⸗ nisse waren Schuld, daß Abd el Kader mehrere Tage lang freies Feld behielt. Er rückte weiter vor, verbreitete überall einen Schrecken, der sich bis nach dem kleinen Atlas und bis nach der Ebene von Metidschah hin
Berlin,
Dienstag den 14 “u Februar
ausdehnte. Schon war er in den mächtigen und sehr unzuverlässigen Stamm der Beni⸗Menasser, welcher Cherchell beherrscht, als der Oberst Ladmirault, Commandeur dieser Stadt, mit 600 Mann aus⸗ rückte, um das sich bildende Corps aus einander zu treiben. Da mehrere Fractionen jenes großen Stammes neuerdings Partei für Abd el Kader ergriffen hatten, so war der vormalige Aga von Me⸗ deah, der alte Barkani, dorthin gekommen, um die Empörung im Namen des Emir zu leiten. Von dem Oberst Ladmirault geschlagen, entfloh Barkani, aber Abd el Kader zwang mit überlegenen Streitkräften den Oberst, nach Cherchell zurückzukehren. — Der General Bugeaud beeilte sich, den General von Bar mit 3 Bataillonen abzusenden, und ertheilte ihm den Befehl, mitten unter den Beni⸗Menasser zu lagern, um sie im Zaum zu halten. Abd el Kader wendete sich darauf dem Oued⸗Bedda zu, mit der
von Algier zu machen. Aber der General Changarnier, immer wach sam und thätig, immer gut unterrichtet, bricht trotz eines furchtbaren Regenwetters von Milianah auf, in der Hoffnung, den Emir zu über⸗ fallen. Aber dieser erhielt Nachricht von unserer Annäherung und wich aus, getreu seiner Taktik, die darin besteht, jede größere Schlacht zu vermeiden und sich nur auf plötzliche Handstreiche einzulassen. Wenn die Jahreszeit weniger ungünstig gewesen wäre, so würde ihn der General Changarnier auf das Aeußerste verfolgt und ihn vielleicht auf die Kolonne des General von Bar geworfen haben. Aber das Wetterwar furchtbar, und er mußte sich entschließen, nach Milianah zu⸗ rückzukehren. — Abd el Kader seinerseits wendete sich wieder nach Cherchell. Er ließ den General von Bar ruhig in seinem Lager mitten unter den Beni-Menasser, brachte den übrigen Theil des Stammes zum Aufstande, berief Barkani zu sich und blokirte nun Cherchell mit einer Masse von Kabaylen. In Cherchell, welches sich auf diese Weise belagert fand, glaubte man den General von Bar ebenfalls umringt und berief einen Kriegs⸗Rath, um die zu ergrei⸗ fenden Maßregeln zu erwägen. Man hatte dem Feinde nur ein ein⸗ ziges Bataillon und schwache Mauern entgegenzusetzen. Am 27. Ja⸗ nuar trafen diese Nachrichten in Algier ein, und der General Bugeaud bestieg sogleich ein Schiff, um sich nach Cherchell zu begeben, wo er noch in derselben Nacht mit zwei Bataillonen eintraf. Er f
fand das Uebel weit weniger groß, als man es ihm geschildert hatte. Indessen scheint es, daß das so plötzliche und so kräftige Wieder⸗ erscheinen Abd el Kader's den verderblichsten Einfluß auf die Stämme geäußert hat, und daß man die Oras, die Beni Menasser und die Kabaylen von Tenez als im vollen Aufstand befindlich betrachten kann. Am Losten befand sich der General⸗Gouverneur bereits im Felde, um die Beni⸗Menasser zu züchtigen, und den Emir in der Richtung von Tenez zu verfolgen. Eine Reserve des Generals von Bar blieb in Cherchell; der Herzog von Aumale schlug sein Lager westlich von Medeah auf, und der General Changarnier marschirte auf den Cheliff zu; man scheint auf diese Weise vollkommen im Stande, sich in einem Umkreis von 25 Stunden um Algier vor jedem Angriffs⸗Versuch Abd el Kader's sicher zu stellen. Indessen hat sich in der Ebene von Metidschah und bis in die Stadt Algier eine ziem lich lebhafte Unruhe verbreitet. Alle disponiblen Truppen sind eiligst aufgebrochen, um zu dem General⸗Gouverneur zu stoßen, und die Miliz muß den Dienst in der Stadt versehen.“
An die Stelle des verstorbenen Herrn Double ist Herr Andrae zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften gewählt worden. Börse vom 8. Februar. Die Spekulanten schienen heute in Betreff der Angelegenheiten mit Spanien ganz beruhigt. Es hieß, die Regierung habe sehr günstige Depeschen aus Madrid erhalten und das Madrider Kabinet nähme die Vermittlung Englands in Anspruch. Die Zproc. Rente stieg auf 80. 20.
O Paris, 9. Febr. Herr Guizot schlägt in seinem besonde ren Budget für 1844 mehrere Aenderungen und Einrichtungen in unserer Diplomatie vor, deren Gründe in kommerzieller und politi scher Hinsicht gekannt zu werden verdienen.
Der östliche Staat von Uruguay, sagt Herr Guizot in seinem Berichte an die Kammer, und vorzüglich Montevideo, welches die Hauptstadt und den vorzüglichsten Hafen jener Provinz bildet, nehmen seit einigen Jahren an Bevölkerung und National⸗Wohlstand bedeu⸗ tend zu. Die Handels-Bewegung von Montevideo allein beträgt jährlich über 60 Millionen Franken, wovon 17 auf den Verkehr mit Frankreich kommen. Die fremde Schifffahrt wird daselbst vorzüglich
Absicht, einen Einfall in das Agalik der Hadjuten und in die Ebene
unter Französischer Flagge betrieben. Im Jahre 1842 wurden dazu 83 Französische Kauffahrteischiffe mit einem Tonnengehalte von 17,000 Tonnen verwendet. Die Bevölkerung von Montevideo zählt 45,000 Einwohner, wovon 9000, also über den sechsten Theil, zur Französi⸗ schen Nation gehören. Aus diesen Gründen verlangt Herr Guizot, daß dort ein Französisches General⸗Konsulat statt eines bloßen Kon⸗ sulats errichtet werde, mit einem jährlichen Gehalte von 36,000 Fr. Die Französische Legation in Buenos⸗Ayres vereint in sich, wie die in Mexiko und Rio⸗Janeiro, zu gleicher Zeit die Functionen eines General⸗Konsulats. Die Anhäufung und Vermehrung der Geschäfte machen die Ernennung eines Konsulats⸗Kanzlers nothwendig, dem eine Besoldung von 6000 Fr. bewilligt werden soll.
Es wurde im Budget von 1843 die Errichtung eines Französi⸗ schen Konsulats zu Canton in China angenommen. Man vergaß jedoch, daß auf diesem Posten ein Dolmetscher unumgänglich nöthig ist. Das Budget von 1844 füllt diese Lücke aus und schlägt einen Dolmetscher mit einem Gehalt von 6000 Fr. vor.
Seit einigen Jahren bemüht sich der Europäische Handel, Ver⸗ bindungen mit den Ländern, welche dem Iman von Muscat unter⸗ worfen sind, anzuknüpfen. Die Engländer und Nord⸗Amerikaner ha ben bereits Konsuln dahin abgesendet und Handels⸗Verträge mit jener Regierung geschlossen. In neuester Zeit versuchten auch Fran⸗ zösische Kauffahrer, nach Muscat und Zanzibar Fahrten anzustellen, welche sehr ersprießlich aussielen. Die Regierung glaubt durch die Gegenwart eines Französischen Agenten dergleichen Versuche unter⸗ stützen und begünstigen zu müssen, zu welchem Ende ein Konsul be⸗ 178 werden wird, dessen Gehalt vorläufig auf 10,000 Fr. festgesetzt bleibt. .
Bereits im Budget von 1843 schlug die Regierung die Errich⸗ tung eines Konsulats zu Janina (Albanien) vor. Die Budget⸗Kom⸗ mission vertagte die Ausführung dieser Maßregel auf unbestimmte Zeit. Herr Guizot wiederholt abermals seinen Antrag im Budget
„
1843.
von 1844 und stützt denselben auf folgende Gründe. Unter den Türkischen Provinzen, sagt Herr Guizot, verdient Albanien die meiste Aufmerksamkeit der Französischen Regierung, denn es fällt nichts von Bedeutung im Türkischen Reiche vor, was nicht sogleich eine Rück⸗ wirkung auf Albanien zur Folge hätte. Die kriegerische und unruhige Bevöl⸗ kerung jener Provinz strebt unermüdet nach Unabhängigkeit und macht sich durch häufige Empörungen der Pforte sehr gefährlich, um so mehr, als von Außen nichts gespart wird, um die allgemeine Aufregung der Gemüther zu unterhalten und anzufachen. Die auswärtigen Mächte haben seit langer Zeit diese Provinz einer besonderen Beachtung werth gefunden. Großbritanien unterhält in Ober⸗ und Unter⸗Albanien nicht weniger als vier besoldete Konsular-Agenten, darunter einen General⸗Konsul zu Janina. Die Nothwendigkeit der Gegenwart eines Französischen Agenten in dieser Stadt ist also erwiesen, damit das Kabinet der Tuilerieen von dort sichere und authentische Berichte über Alles, was die auswärtige Politik anbelangt, erhalten könne. Vor der Hand soll daselbst ein Französischer Konsular⸗Agent zweiten Ranges mit 10,000 Fr. Besoldung ernannt werden.
Ein ähnlicher Agent erscheint in Susah erforderlich. Susah liegt in dem fruchtbarsten Theile der Regentschaft von Tunis, und ist der Stapelplatz des Ausfuhrhandels dieser Provinz. Die Dazwischenkunft eines Französischen Agenten würde mehrere Handels⸗Niederlassungen, die von Franzosen dafelbst errichtet wurden, beschützen, und wesentlich dazu beitragen, die Streitigkeiten zwischen den Eingeborenen und Aus⸗ ländern zu schlichten. Bisher mußten dieselben vor die Gerichte von Tunis gebracht werden, was zu zahlreichen Reibungen zwischen den Lokal⸗Behörden und der Französischen Regierung Anlaß gab. Der Französische Konsul in Susah hätte nebenbei den Schleichhandel zu überwachen, welcher von hier aus dem Abd el Kader Kriegs⸗Muni⸗ tionen nach Algerien herein liefert. Der Französische General Konsul beklagt sich, daß sein Gehalt mit den Repräsentations⸗Ausgaben nicht im Einklange steht. Der Hafen von Tunis wird von zahlreichen Schiffen und darunter von Zeit zu Zeit von kleinen Geschwadern besucht. Der General⸗Konsul muß die See⸗Offiziere und Schiffs⸗Ca⸗ pitaine bewirthen, was am Ende des Jahres mehr als seinen Ge⸗ halt aufzehrt. Darum wünscht Herr Guizot, daß der Gehalt des General-Konsuls von 20⸗ auf 24,000 Fr. erhöht werde.
Alles dies wird im besonderen Budget der auswärtigen Angele⸗ genheiten für 1844 eine Vermehrung von 120,000 Fr. nach sich ziehen, und die Gesammt-⸗Ausgaben des Departements auf 8,573,291 erhö⸗ hen, welche sich folgenderweise vertheilen:
Budget 1844. Budget 1843.
Fr. Fr.
529,122 529,12:
162,000 162,000
Personal Material
Besoldung der politischen Agenten.. 2,699,800, der Konsular⸗Agenten ... 2,340,0009 der Agenten in Nicht⸗Aktivitaäͤt..... Einrichtungs⸗Ausgaben Reisekosten und Couriere Dienst⸗Personal Diplomatische Geschenke Entschädigung und Unterstützung Geheime Ausgaben .“ Außerordentliche Sendungen... Zeitliche Entschädigung 1 6,869 Beitrag zur Pensions⸗Kasse .105,000 8
Zusammen 8,573,291
Unterschied 120,000 Fr. mehr für “ das Budget von 1844.
I½ Paris, 8. Febr. Der Entschluß des Admirals Duperré, aus dem Kabinet zu treten, war seit mehreren Wochen zu allgemein bekannt, als daß die gestern wirklich erfolgte Niederlegung seines Portefeuille irgend ein Aufsehrn hätte erregen können. Man wußte, daß der Gesundheits⸗Zustand des Admirals Duperré so beschaß⸗ war, daß er ihm die Theilnahme an den politischen Geschatten s ordentlich erschwerte, und daß der Marine⸗Minister sich nh 87 großer Selbstüberwindung dazu entschlossen hatte, bis zur Beendi 89 der Adreß-Debatten im Amte zu bleiben. Weniger gefaßt alen au die Entlassung des Herrn Duperré, war man auf dessen Ersetzun durch den Admiral Roussin. Die Opposition giebt vor, in der 8— nennung dieses Mannes eine Beleidigung der öffentlichen Meinun⸗ zu sehen, weil der Admiral Roussin sich öffentlich auf der Uehn. bühne zum Vertheidiger der Verträge über das gegenseitige Durch⸗ suchungs⸗Recht aufgeworfen, gegen welches sich die Nation so einstim⸗ mig erklärt habe. Indessen diese und ähnliche Versuche, die Frage von den Traktaten von 1831 und 1833 von neuem an die ve .— zu sibningen, 1ä- nothwendigerweise an der öffentlichen Theilnahmlosigkeit für diesen durch Mißbr ölli b h ßbrauch völlig abgenutzten
Das Ministerium hat der Deputirten⸗Kammer einen Gesetz⸗Vor⸗ schlag über das Notariat vorgelegt, der für eine unermeßliche Menge von Privat⸗Interessen von der höchsten Wichtigkeit ist. Es handelt sich darum, die Regelmäßigkeit der Notariats⸗Urkunden gesetzlich fest⸗ zustellen, welche unter Nichtbeobachtung gewisser, zwar vorgeschriebe⸗ ner, aber seit unvordenklichen Zeiten vernachlässigter Förmlichkeiten ausgestellt sind. Solche, streng genommen, mangelhafte Urkunden, waren immer als gültig angesehen, bis in neuester Zeit die Juris⸗ prudenz des Cassationshofes Zweifel über deren Rechtsgültigkeit in manchen Fällen angeregt hat. Diese Zweifel zu beseitigen, bezweckt das neue Gesetz über das Notariat, welches die Regierung ausarbei⸗ ten lassen. .
5,039,800
30,000 300,000 600,000 918,000
50,000
52,500 650,000 100,000
4,979,800
30,000 300,000 600,000 888,000
50,000 1
ee
6250,000 100,000 6,869 105,000 8,453,291
Grossbritanien und Irland.
. u1s. Sitzung vom 5. Februar. Der Ober⸗Haus⸗ hofmeister der Königin theilte heute dem Hause folgende Antwort Ihrer Majestät auf die ihr übersandte Adresse mit: „Mylords, J danke Ihnen für Ihre loyale und pflichtschuldige Adresse und verlasse Mich mit gerechtem Vertrauen auf Ihre eifrigen Bestrebungen, die öffentliche Wohlfahrt zu fördern, und auf Ihren Beistand zur Er⸗ haltung der Ehre und des hohen Charakters des Lanbes.“ 8