Menge Menschen Arbeit und Verdienst geben, durch einer bedeutenden Fläche Land hebend auf die Getraidepreise wir en, und welche, nachdem sie sich durch schwierige Leenaberhaltnisse durchge⸗ schlagen, die früher geäußerte Ansicht, daß sie den Keim des Verder⸗ bens mit zur Welt gebracht, genügend Lügen gestraft haben. 8 Zwei Petitionen, die Richtung von Eisenbahnlinien betreffend. Die eine bittet, bei der zu bauenden Thüringischen Bahn die Stadt Weißenfels zu berühren; die andere, die Berlin⸗Hamburger Bahn anstatt durch das Ausland über Ludwigslust lieber Üüber Brandenburg und Genthin und dann auf dem linken Elbufer fort zu legen. Die letztere erlangte vorzugsweise das Interesse der Versammlung, da es hier darauf ankam, den Verdienst und den gesteigerten Verkehr, wel⸗ chen die Eisenbahnen, wo sie durchgehen, verbreiten, aber den Ge genden, welche sie weit seitwärts liegen lassen, entziehen, an⸗ statt ins Ausland zu verweisen, einem inländischen Landstriche, welcher durch die frequente Straße von Berlin nach Magdeburg früher sehr belebt und mit einem, Wohlstand verbreitenden, thätigen Verkehr versehen war, jetzt aber durch die über Deßau und Cöthen nach Leipzig und nach Magdeburg führende Eisenbahn ohnehin schon unglaublich verloren hat und augenfällig in seinem früheren Wohl⸗ stande zurückgekommen ist, zuzuwenden. Eine frühere Verwendung bei der Versammlung der ständischen Ausschüsse in Berlin war er⸗ folglos geblieben, weil sich dieselbe mit der Eisenbahnfrage nur im Allgemeinen beschäftigte, und eine Immediat⸗Vorstellung war eben⸗ falls ohne Erfolg geblieben, obgleich die eventuell vorgenommene Actien⸗Zeichnung eben so schnell als das Nivellement beendet wor⸗ den. Obschon nun vorauszusehen ist, daß die beantragte Linie der vorhandenen Hindernisse wegen kostspieliger werden wird, als die pro⸗ jektirte über Ludwigslust, so glaubte man doch, daß das nationale und national⸗ökonomische Interesse hier vorherrschen müsse und bei der Entscheidung zu berücksichtigen sey. Dem ungeachtet fand es der
Landtag nicht in seiner Kompetenz, spezielle Gesuche in Bezug auf b
die Richtung der Eisenbahnlinien zu formiren; aber einstimmig verei⸗- nigte man sich im Bezug auf beide Petitionen dahin, Se. Majestät zu bitten: im Fall der Konkurrenz zweier Bahnlinien bei Ausführung des projektirten Eisenbahnnetzes oder sonstiger Eisenbahn⸗Verbindungen das Inland vor dem Auslande, so weit dies möglich, berücksichtigen, und die Bahnlinien vorzugsweise über die genannten Städte Aller⸗ gnädigst legen zu lassen.
Den Schluß der heutigen Berathung machte eine Petition, welche vermehrte Selbstständigkeit der Städte, insbesondere eine völlige Be⸗ freiung von dem Einflusse der Landräthe in Kommunal⸗Angelegen⸗ heiten bezweckte, so wie die Befugniß der Stadt Behörden, unmittel⸗ bar, ohne Zwischenbehörde, mit der Königlichen Regierung korrespon⸗ diren zu dürfen. In der mit vieler Lebhaftigkeit geführten Debatte entfalteten sich verschiedene Ansichten. Zur Rechtfertigung der Peti⸗ tion berief man sich hauptsächlich auf die §§. 108 und 139 der Städte⸗Ordnung vom Jahre 1831, so wie auf den in der ganzen Städte⸗Ordnung vorwaltenden Geist, welcher den Magistraten ganz selbststündige Stellung anweise und womit das Einschieben einer Zwischenbehörde in der Person des Landraths durchaus nicht im Ein⸗ klange stehe. Dieses sey durch ein Ministerial⸗ Reskript erfolgt, und es sey nicht zu billigen, wenn klar ausgesprochene Gesetze durch Mini⸗ sterial⸗Reskripte willkürlich abgeändert werden. Es wurde ferner für die
Petition angeführt: daß durch das Dazwischentreten des Landraths oft unnöthige und unnütze Reibungen eutständen; daß die Verpflichtung der Magistrate, ihre Berichte an die Regierung durch den Landrath gehen lassen zu müssen, nachtheilige Verzögerungen in den Geschäften veranlasse; daß die den Landräthen beigelegte Befugniß, die Magistrate in Ordnungs⸗ strafe zu nehmen, eine offenbare Ueberschreitung des Gesetzes involvire, indem §. 24. der Städteordnung die Magistrate, gleich den Land⸗ räthen, als die gesetzlichen Organe der Staatsgewalt in allen Kom⸗ munal⸗Angelegenheiten bezeichne; daß es einen Widerspruch in sich schließe, wenn zu dem aus der Zahl der Rittergutsbesitzer gewählten Landrathe der Magistrat in einem subordinirten Verhältniß stehe; daß der Landrath nur die Interessen des platten Landes und nicht die der Städte zu vertreten habe, und daß es nicht angemessen erscheine, wenn eine Stadt, welche an ihrer Spitze ein Kolle⸗ gium habe, sich den Anordnungen eines einzelnen Mannes fügen solle. Dem wurde entgegengesetzt: daß der Einfluß, welchen die Landräthe auf die Magistrate ausüben dürften, wirklich ein sehr ge⸗
ringer sey, dieser aber auch sein Gutes habe, indem der Landrath als Kreis⸗Polizei⸗Behörde von Allem Kenntniß haben müsse, was im Kreise vorgehe; daß man in den Anordnungen des Ministeriums wegen des qu. Geschäfts⸗Verhältnisses nur eine in den Gränzen sei
ner Befugniß liegende administrative Maßregel, keinesweges aber eine Verletzung der Gesetze finden könne, und daß der Landrath der be⸗ ständige Kommissarius der Regierung sey. Bei der Abstimmung zeig⸗ ten sich 23 Stimmen für und 42 gegen die Petition.
April. Die Pairs⸗Kammer hat in ihrer gestri⸗ gen Sitzung die Erörterung des Gesetz⸗Entwurfs über die Rekrutirung der Armee begonnen. Dieser Gesetz⸗Entwurf wurde bereits im Jahre
1841 von der Deputirten⸗Kammer angenommen, von der Pairs⸗Kam mer aber hernach wesentlich modifizirt. Das Ministerium legte den Entwurf hierauf einer gemischten Kommission, aus Pairs und Depu tirten bestehend, vor und sucht denselben jetzt in seiner ursprünglichen Gestalt durch die Kammern zu bringen. Die Hauptschwierigkeit erhebt sich über die Art, wie die Reserve gebildet werden soll. Ueber die Dauer der Dienstzeit, die auf 8 Jahre festgesetzt ist, scheint man ziemlich einig, aber die Regierung glaubt, daß 4 unter den Fahnen zugebrachte Jahre für die militairische Ausbildung der Leute genü⸗ gen, und will nach diesem Grundsatze die Reserve bilden. Die Kom⸗ mission dagegen ist der Meinung, daß der aktive Dienst in der Armee nicht weniger als 6 Jahre dauern dürfe. Die ersten Artikel des Gesetz⸗ Entwurfs werden zu keiner ernstlichen Debatte Anlaß geben, aber der 30ste und 31ste Artikel, welche sich mit der Bildung der Reserve be⸗ schäftigen, dürften zu interessanten Erörterungen führen.
Ueber die Thätigkeit, oder vielmehr die Unthätigkeit der Depu⸗ tirten⸗Kammer, äußert sich heute die Presse in folgender Weise: „Der größte Theil der Session ist bereits vorüber, und wir suchen vergebens nach dem Resultate der Arbeiten der Deputirten⸗Kammer.
Sie hat ihre Adresse erörtert, sie hat drei oder vier politische Por⸗ schläge der Opposition verworfen, aber darauf beschränkt sich auch so ziemlich ihre Wirksamkeit. Der Präsident zeigte kürzlich an, daß 17 Kommissionen mit der Vorlegung ihres Berichts im Rückstande wären. Es sind seitdem 14 Tage verflossen, und der Eifer unserer
parlamentarischen Fabiusse scheint nicht lebendiger geworden zu seyn. Die Kammer, welche alle drei oder vier Tage zu feiern genöthigt ist, hat schon nichts mehr von jenem Eifer und jener Lebenskraft, durch welche sich neue Legislaturen gewöhnlich auszuzeichnen pflegen. Sie
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scheint schon nach den iu diesem Augenb über die Frage w parlamentarischen Ko Unter allen Kon Zuckergesetzes beauftr 3 Monate prüft si her vorgelegt wurde, und noch thungen ein Ende erreicht richt, aber der Be ten Interessen Augenblick mehr zu
ersten Schritten licke schleppen sich egen des Fr. mmissionen
Schon über:
quierhause Laffitte stattfinden sollte, unterb Alle bei der die Zeit dränge,
daß es für die Regier
richt erscheint nicht
verlieren sey, Kolonieen,
sey, zu wissen, wie die eine selbst schlechte der Dinge, der A
⸗Frage gelöst wird; man stellt ihr Lösung noch immer besser sey, als ein lles unentschieden lasse, der den Uebeln verderbliche Ungewißheit über die Zukt die Kommission ist taub gegen alle diese Bitten mächlichen Schritt und läßt sich durch nichts und aus ihrer Ruhe bringen. dem Werthe der Zeit no Sie verschleudert dieselbe die wichtigen Fragen sich gedrängt haben werden,
prüfen, und Jeder wird sich beeilen, Man muß gestehen,
für die so eben von dem Lande e nstitutionnel liest man: der schon mit einer temporairen definitiv an die Stelle des Herrn von L wird in Paris die se Zahl der nicht aktiven Diplomaten vermehren.
deur Mondes erwähnt eines Gerüchts, an diplomatischem Personal zu dem Ged neue Missionen zu kreiren; unter A einen Botschafter nach Peking zu rüchte keinen Glauben schenken, w der Minister der auswärtigen China noch nicht einmal zum Nothwendigen, nämlich zur von Konsuln, entschlossen hat, Botschaft machen sollte.
der Gegen⸗ inft hinzufüge; aber sie geht ihren ge⸗ aus ihrem Glei Die Kammer scheint in der ch nicht hinlänglich durchdrungen zu seyn. mit einer Menge von Nichts und wenn auf die letzten Tage der Session zusammen dann wird es an Muße fe zu seinen eigenen daß dies ein trauriges Debüt rnannte Kammer ist.“
„Es bestätigt sich, i Mission in Griechenland
zurückzukehren.
Piscatory, beauftragt war, Athen tritt. hon so bedeutende Die Revune des wonach dieser Ueberfluß anken Anlaß gegeben habe, nderem soll die Rede d Wir können diesem Ge⸗ eil es uns unmöglich scheint, daß Angelegenheiten, der sich in Be⸗
Der Letztere
scheinen Französischer, so
den Anfang mit der kostbaren Ueber Weit besser, als einen Bot würde es seyn, wenn man ropäischen Höfen akkreditire
flüssigkeit einer den Samen der Freil schafter nach China zu senden,
Botschafter, die wir bei den Eur auf ihren Posten zu bleiben, oder
n, nöthigte, alle unnützen Gesandtschaften ab Wir haben in diesem Augenblicke drei große diplomatische Posten, die nicht von ihren Inhabern besetzt sind. Petersburg, Herr von Barante, und der Bot⸗
schafter Frankreichs in Madrid, Herr von Salvandy, sind in Paris
und sitzen ruhig in der Pairs⸗ und in der Deputirten⸗Kammer. Der †½ Botschafter Frankreichs in Konstantinopel, Herr von Pontois, reist in läßt sich in Pera durch einen Geschäftsträger vertreten. Thatsachen, um die sich die Kammer bei Erörterung des auswärtigen Angelegenheiten sicherlich beküämmern wird.“ Subscriptionen für Guadeloupe be⸗
Der Botschafter Frankreichs in St.
Italien und Es sind dies Budgets der
Die Gesammt⸗Summe der lief sich gestern auf 1,012,851 Fr
Der Banquier Schickler, der seit längerer Zeit in sässig war, ist gestern Abend hi
Paris an⸗ erselbst mit Tode abgegangen.
Der Anfang der Verhandlungen der as neue Rekrutirungs⸗Gesetz weissagt nichts Lurembourg war theilnahmlos,
I†† Paris, 18. April. Pairs⸗Kammer über d Die Versammlung des PalastL und die Debatte gleichwohl schwerfällig. Behält die Diskussion ihren gestrigen Gang und Charakter bei, auf Reorganisation des Heerwesens auch diesmal schwerlich Zeit haben, die parlamentarischen Stadien durchzumachen.
Der Siele widerspricht heute dem Gerücht, daß Herr Odilon Barrot beabsichtige, einen Gesetz⸗Vorschlag über Au Geldern für die Mitglieder der Sind wir indessen recht berichtet, so ist dieses Pro nur in Erwägung der vorgerückten Sessions⸗Zeit vertagt
so wird der ministerielle Antrag
ssetzung von Tag eputirten⸗Kammer einzubringen. jekt des Chefs der
südlichen Frankreich die schlimmsten die Wirkungen des im Anfange dieses Monats Frühlings⸗Wetter Die Maulbeerbäume und der Wein haben in ver⸗ schiedenen Gegenden, namentlich im Saonethale und in der Coͤte d'or so sehr gelitten, daß man auf die Aussicht einer Aerndte verzichten Die Weinbauer trösten sich so weit als möglich mit der Hoffnung, daß die Kälte auch den Blattwickler (la pyrole) zerstört habe, der seit einigen Jahren die ärgsten Verwüstungen in den Weinbergen einer großen Zahl von Departements anrichtete.
Nachrichten über
tretenen Frostes.
zu müssen glaubt.
= Paris, 18. April. Die Französischen Blätter äußern insgesammt und ohne Unterschied der Farbe ihre Befriedigung über das angebliche Scheitern der Sendung des Herrn Ellis wegen Abschluß eines neuen Handels⸗Vertrages zwischen Großbritanien und Brasilien. Thatsache scheint keinem Zweifel mehr zu unterliegen und soll auch Janeiro von Seiten der Französi⸗ schen Gesandtschaft hier eingetroffenen Mittheilungen bestätigt wer den. Allein die Französischen Blätter scheinen zu vergessen, daß die Sendung des Barons von Langsdorff zu einem ähnlichen Zwecke für Frankreich, eben auch noch nicht die Resultate geliefert hat, welche man eine Zeit laug davon zu erwarten berechtigt schien. — dorff konnte ebhen vorläufig auch noch weiter nichts bieten, als Versprechungen und Zusagen von Vortheilen, mit denen aber Bra⸗ so wenig begnügen Anerbietungen. 3 ein Vertrag zu Stande kommen solle, so sse e licher Gegenseitigkeit beruhen, auf beiderseitiger Gewährung gleich⸗ mäßiger Begünstigungen, auf Thatsachen, nicht blos auf Verheißun⸗ gen, deren Realisirung wohl in Aussicht gestellt werden könne, ohne daß jedoch Garantieen genügenden Belangs dafür geboten würden. Einer der Brasilianischen Minister, Hr. Torres, hat am 6ten Februar den Kammern zu Rio Janeiro die bestimmte Erklärung gemacht, daß kein Handelsvertrag mit irgend einer auswärtigen Regierung werde unterzeichnet werden, wenn nicht dadurch Brasilien wenigstens eben so große Zugeständnisse gemacht würden, als es selbst gewähre. Wenn nun das Zuckergesetz der Regierung nicht von den Kammern hier angenommen wird, so dürfte es schwer seyn, zu Zugeständnisse von irgend einiger Bedeutung Frankreich t bieten im Stande wäre. Und in Ermangelung solcher dürfte sonach der Französische Abgesandte kaum glücklicher seyn, wie der Englische.
Die neuesten Ereignisse auf der Insel Haiti werden hier mit um so größerer Aufmerksamkeit verfolgt, Papiere jener Neger⸗Republik in Französis und noch zahlreiche Familien ehemaliger Pflanzer daselbst die vertrags⸗ lüßig stipulirte Entschädigung für ihre bei der gewaltsamen Eman⸗ cipation der Insel von der Herrschaft des Mutterlandes erlittenen Seit einigen Jahren, ich glaube seit
durch die neuesten direkt aus Rio
silien sich eben zu wollen scheint,
müsse er auf
sagen, welche Brasilien zu
als die meisten Staats⸗ chen Händen sich befinden
Verluste zu g “
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ewärtigen h
müde und erschöpft zu seyn. 1838, war die jährliche Rückzahlung einer Million des hier negozir⸗ die Berathungen mühsam hin 1 Fra⸗ htfuhrwesens, eine Frage, die von den schon seit 3 Jahren erörtert worden sich die, welche mit der Prü⸗ agt ist, durch ihre Langsamkeit aus. Gesetz⸗Entwurf, der ihr als ein weiß man nicht, ob ihre Bera⸗ üglich verkündet man ihren Be⸗ Frage betheilig⸗
9
ten Anlehens von 30 Millionen Franken, so wie die Bezahlung der Hälfte der bei Abschluß desselben festgesetzten Zinsen zu 6 pCt., richtig eingehalten worden. Allem Anscheine nach, wird in diesem Jahre aber wegen der neuen inneren Wirren, welche zwischen der Regierung des Präsidenten Boyer und wie es scheint der Mehrheit der Bevölkerung eingetreten sind, und deren endlicher Ausgang noch durchaus sich nicht
vorhersehen läßt, die Loosziehung, welche am 1. Juli bei dem Ban
jetzt noch nich
fast einzige Hülfsquelle hat, über die Maßen in Anspruch nehmen. Die Hai
tischen Annuitäten, welche vor etwa anderthalb Monaten bereits einen Cours
von 635 Fr. — ihr Nominalwerth
„8 8
auf 515 stehen, und aller Wahrscheinlichkeit zufolge noch weiter zurück⸗
gehen werden, ein unwidersprechlicher Beweis des gesunkenen Vertrau
ens in die Zukunft jener Republik, die noch dazu im vorigen Jahre durch die furchtbare Katastrophe vom 7. Mai, wo ein Erdbeben Cap Haiti in Grund und Boden zerstörte, und im Anfange dieses Jahres abermals durch die Feuersbrunst, welche einen großen Theil der Hauptstadt Port au Prince in einen Aschenhaufen verwandelte, so
hart heimgesucht worden ist.
Die hiesigen ministeriellen Blätter hatten kürzlich die Ueberzeu⸗ gung ausgesprochen, daß der die Französische Station in den Antillen kommandirende Contre⸗Admiral, de Moges, sicherlich einige seiner Schiffe nach Haiti geschickt haben werde, um das Eigenthum und die
Personen der dort sich aufhaltenden Franzosen zu schützen. Die so
wohl direkt als auf dem Wege über England eingetroffenen Berichte erwähnen aber wohl der Anwesenheit Englischer und Amerikanischer Kriegsschiffe an den Küsten jener Insel, aber nichts von dem Er⸗ s daß die neulich gemeldete Absendung einiger Schiffe von Brest aus zu diesem Zwecke durchaus nicht überflüssig
erscheint.
Die Republik Haiti theilt jetzt nur das Schicksal aller Südame⸗ rifanischen Republiken; sie reibt sich in inneren Kämpfen auf, wie diese,
und noch lüßt sich das Ende dieser nicht voraussehen. Die moden
nen Republiken haben dort eine ziemlich klägliche Rolle gespielt, ohne Kraft und ohne Würde, ohne Moralität und ohne Zukunft. Man hat heit auszustrenen geglaubt und fast nur Despo⸗
tismus oder Anarchie geärndtet. —.—
Grossbritanien und Irland. London, 17. April. Mit dem Befinden des Herzogs von üsser bessert es sich; heute früh wurde Se. Königl. Hoheit nur noch
von dem einen seiner drei Leibärzte, dem Dr. Holland, besucht.
Am 3ten sind die vier Pulvermühlen zu Walsham Abbey, welche eine Strecke von London entfernt an der Themse liegen, eine nach der anderen in die Luft geflogen. Die dazu gehörenden Gebäude sind
gänzlich zertrümmert, und etwa sieben Arbeiter haben das Leben ver loren, die übrigen gewannen Zeit, sich zu retten. Einer der Getöd
teten wurde gegen 130 Yards weit weggeschleudert, und die Leichen Aller mit solcher Gewalt in die Höhe geworfen, daß sie sich beim Niederfallen vier bis sechs Zoll tief in die Erde versenkten. In zwei der zerstörten Gebäude befanden sich 4500 Pfund Pulver. Die Ursache
des Unglücks ist noch nicht ermittelt. Das Dampfboot „Solway“, welches zu den Westindischen Paket
böten gehört, ist am 7ten in der Nähe von Corunna untergegangen. Der Capitain und ein Theil der Mannschaft, so wie mehrere Passa⸗ giere, haben dabei das Leben verloren. Die übrigen sind gerektet worden. Ein Französisches Kriegsschiff nahm diejenigen auf, welche sich in die Böte geflüchtet hatten, und brachte sie nach Corunna. Das Schiff hatte erst vor einigen Stunden den Hafen verlassen, wo es Kohlen eingenommen hatte. Es stieß auf einen Felsen und erhielt
einen so starken Leck, daß es auch sogleich sich mit Wasser füllte.
Aus den von der Londoner Polizei veröffentlichten Listen über die 65,704 im vorigen Jahre verhafteten Personen geht hervor, daß 45,438 davon männlichen und 20,206 weiblichen Geschlechts waren.
Die Chronicle macht darauf aufmerksam, daß unter dieser großen Zahl nur 5477 männliche und 987 weibliche Individnen gut lesen und schreiben konnten, während blos 516 der Ersteren und 45 der Letzteren eine bessere Erziehung genossen hatten; fast 20,000 der Verhafteten dagegen konnten weder lesen noch schreiben, und der Rest war in bei⸗
den Fähigkeiten nur sehr unvollkommen bewandert.
Der Morning Chronie le zufolge, herrschen über das Schick⸗ sal der Mission des Herrn Ellis nach Brasilien noch verschiedene
„
Meinungen. In der City ist man der Meinung, daß das Gerücht
8
von seiner bevorstehenden Abreise aus Rio Janeiro voreilig sey. „Aus dem dortigen Journal de Comerecio aber“, sagt das genannte
Londoner Blatt, „sehen wir, daß bereits die Vers
war, was wohl keinen Zweif
läßt. Der Grund davon liegt einfach darin, daß die Brasilianer, wie ihr Minister erklärt hat, die gegenseitige Bewilligung gleicher Vor⸗ theile begehren. So lange aber bei uns die Interessen der Aristo⸗
kratie gegen die der Nation aufrecht erhalten werden, ist es ganz ver
geblich, die Eröffnung ausländischer Märkte für unsere Fabrikate oder
eine Erleichterung der überall herrschenden Noth zu erwarten.“ —.—
Schweden und Uorwegen. n
Stockholm, 14. April. Am Aten d. ist in Mariestad der Reichsherr, vormals General der Infanterie u. s. w., Graf Karl Hen⸗
rik Posse, einer unserer ausgezeichnetsten Krieger, im 77sten Lebens
jahre verstorben, und mit ihm sein gräfliches Geschlecht erloschen. In Nyköping verstarb am Aten d. der durch seine Reisen, vor⸗
züglich in Südamerika, und deren Beschreibungen berühmte Capitain
Lieutenant in unserer Flotte, C. A. Gosselman, im 43sten Lebensjahre.
Die Regierung hat den vom Chef des Ingenieur Corps vorge legten Plan zu Befestigungs⸗Arbeiten für diesen Sommer in den Stock⸗ holmer Scheeren genehmigt und dazu 50,000 Rthlr. auf den Ertra⸗ staat angewiesen.
——
Deutsche Bundesstaaten.
Leipzig, 16. April. (Leipz. Z.) Die allgemeine Berathung des Berichts der ersten Deputation über den durch das Königl. De⸗
kret vom 30. November 1842 zunächst an die zweite Kammer gelang⸗ ten Gesetz⸗Entwurf, die Befreiung der über 20 Bogen im Druck
starken Schriften von der Censur betreffend, wurde in der 57. Sitzung der 2. Kammer (6. April) begonnen und in der 58. (7. April) been⸗
₰.
digt. Nr. 57 u. 58 der „Mittheilungen“ enthalten über die betref
fenden Verhandlungen im Wesentlichen Folgendes. Referent war der
Abg. Todt. §. 35. unsrer Verfassungs⸗Urkunde. „Die An gelegenheiten der Presse und des Buchhandels „werden durch ein Gesetz geordnet ees ge die Freiheit derselben - Berücksichtigung der Vorschriften der Bundesgesetze und unter Bernaschägung der Borshesten der Bumbesgeset
leiben müssen, da man bis hts von dem Eintreffen der dazu bestimmten Fonds gehört hat, auch nicht wohl sich absehen läßt, wie der Präsident Boyer die Mit⸗
tel dazu aufbringen soll, da die inneren Bedürfnisse der Regierung den Haitischen Staatsschatz, der ohnedies nur die Douanen⸗Cinkünfte als
9 1 ist 1000 Fr. erreicht hatten, sind daher allmälig wieder so bedeutend zurückgegangen, daß sie jetzt
1 9 b teigerung der Mö⸗ bel, Tafelgeräthe und Weine des Herrn Ellis öffentlich angekündigt el an dem Scheitern der Mission übrig
der Sicherung gegen Mißbrauch, als Grundsatz aufstellen wird“, war
der Zielpunkt der Berathung, ob nämlich der vorgelegte Gesetz⸗Ent⸗ wurf geeignet sey, die in diesem Paragraphen enthaltene Zusage zu
erfüllen? Die Deputation hielt ihn nicht für dazu geeignet. In ihrem Berichte vom 29. März 1843 erwähnte sie zuerst, daß und warum seit dem ersten constitutionellen, am 27. Januar 1813 eröff neten Landtage, und nachdem ein Gesetz⸗Entwurf, die pro visorische Feststellung der Angelegenheiten der Presse betreffend, vom 19. März 1833, von der Regierung am 19. Juni 1834 zurückgenommen war, die Angelegenheiten der Presse nur provisorisch und polizeilich geordnet worden wären, namentlich durch die „Verordnung über die Verwaltung der Preß⸗Polizei“ vom 13. Oktober 1836, durch die nachträgliche Verordnung vom 20. De⸗ zember 1838, und — nach Zurücknahme des nicht zur Verhandlung gekommenen Gesetz⸗Entwurfs vom 3. Januar 1840 durch eine anderweite Verordnung vom 11. März 1841: „Einige der Presse und dem Buchhandel zu gewährende Erleichterungen betreffend“; dann wandte die Deputation gegen den jetzt vorgelegten Gesetz Entwurf Folgendes ein: er stelle die Freiheit der Presse nicht als Grundsatz fest, sondern lasse die Censur als Regel fortbestehen, und be⸗ schränke die von dieser Regel gewährte Ausnahme durch lästige, weit über die Bundes-Gesetze hinausgehende Bedingungen. Ueberhaupt vermöge ein dermalen zu promulgirendes Gesetz über die Presse die Gesetzgebung über diesen Gegenstand nicht abzuschließen, sondern könne nur provisorische Gültigkeit erlangen, indem die in §. 35 der Verfassungs⸗Urkunde versprochene Freiheit der Presse, so lange die Bundesgesetze die Censur als nothwendig voraussetzen, nicht zur Ausführung kommen könne.
Was den Inhalt des vorgelegten Gesetz Entwurfs betreffe, so hebe derselbe die Nachcensur nicht auf, sondern führe sie sogar in Bezug auf censurfreie Schriften in gewissem Maße wieder ein; er lasse die Entschädigungsfrage unbestimmt und stelle Strafen auf, die in dieser Höhe in keiner anderen Gesetzgebung vorkämen; er unterlasse, alles dasjenige aus unserer dermaligen Gesetzgebung in Sachen der Presse hinwegzuräumen, was noch über die Strenge der Bundesgesetze hinausgehe. Da nun der Antrag der Deputation dahin ging, „den Gesetz Entwurf abzulehnen, dafür aber die Vorlegung eines anderen zu erbitten, der wenigstens alles dasjenige gewähren solle, was die dermaligen Bundesgesetze nicht verbieten“, so legten die Herren Regierungs⸗Kommissarien, damit eine Vereinbarung über den Gesetz⸗Entwurf, die Presse betreffend, statt⸗ finden möge, unter Annahme einiger von der Deputation vorgeschla genen Amendements, eine andere Fassung des Gesetzes vor. In dieser neuen Fassung sollte nunmehr der Gesetz-Entwurf, der als Beilage unter K. dem Berichte beigefügt ist, ein Gegenstand der Prüfung und Begutachtung werden. Dabei erklärte die Deputa— tion, das Preßgesetz selbst könne und solle, so lange die durch die Bundesgesetze angeordnetch Censur bestehe, nur ein provisori- sches seyn; es könne also bei veränderter Sachlage sofort wie⸗ der aufgehoben werden. In der Hoffnung nun, daß die von ihr gethanen Verbesserungsvorschläge allseitige Annahme fänden, wünschte die Deputation zwar gleichfalls, daß eine Vereinbarung über den Gesetz-Entwurf, die Presse betreffend, stattfinden möge, sie könne jedoch nur dazu anrathen: „daß das provisorische Gesetz über die Angelegenheiten der Presse lediglich mit den von ihr vorzuschlagenden Abänderungen und Verbesserungen, aber auch nur mit diesen, die Genehmigung der Kammer erlangen möge.“
Karlsruhe, 17. April. Seine Königliche Hoheit der Groß herzog und Seine Hoheit der Markgraf Maximilian sind heute früh nach Donaueschingen abgereist, um der am 19ten d. M. stattfin denden Feier des 25sten Jahrestages des Ehebündnisses des Fürsten von Fürstenberg mit der Schwester des Großherzogs, Fürstin Amalie Hoheit, anzuwohnen.
Schwerin, 14. April. (Hamb. h Am 27. v, M. versammelte sich hierselbst eine aus drei adeligen und drei bürgerlichen Deputirten bestehende Kommission zur Schlichtung der zwischen der Ritterschaft adeligen und bürgerlichen Standes in Landtags⸗Angele genheiten obwaltenden Differenzen. D as Resultat ist, dem Verneh men nach, jedoch kein erwünschtes gewesen, indem sich beide Theile nicht berechtigt erklärten, auf die von den landesherrlichen Kommissa rien gemachten Vorschläge einzugehen.
Für die Berlin-Hamburger Eisenbahn werden hier gegenwärtig wieder Zeichnungen im Betrage von 250,000 Thlr. angenommen, und sollen in den letzten Tagen von einzelnen Personen bis zu
20,000 Thlr. Actien gezeichnet seyn. Ueberhaupt zweifelt hier an
dem Zustandekommen des Unternehmens Niemand mehr, da man jetzt den Grund der früheren Aufhebung der Actienzeichnung kennt und es weiß, mit welcher Energie sich die betreffenden Regierungen für das Gelingen des für Hamburg und Mecklenburg gleich wichtigen Planes interessiren. 1
Deßau, 22. April. Ihre Durchlauchten der Herzog und die
Herzogin haben folgende Danksagung erlassen:
„Die Vollendung der fünfundzwanzigjährigen Dauer Unseres Ehebun es, durch welche Uns Gottes, des Allmächtigen, Gnade beglückte, hat Vie en Unserer Lieben Veranlassung gegeben, Ihre Liebe und Treue auf eine ben so sinnreiche, als Unseren Herzen wohlthuende Weise Uns an den Tag u legen und durch Ihre mit Herzlichkeit und Innigkeit ausgesprochene Theilnahme zu bethätigen, daß Sie in Unserem Glücke freudig auch Ihr
eigenes finden. Mit gerührten Herzen haben Wir diese Beweise von Ver
hrung und Ergebung empfangen. Indem Wir diesen Gefühlen hierdurch orte geben und zugleich Unseren herzlichsten Dank gegen Sie Alle aus sprechen, slehen Wir den Segen des Höchsten auf Sie herab und versichern e Unserer Fürstlichen Huld und Gnade. Deßau, den 19. April 1843. 8 Leopold Friedrich, Friederike, Herzog zu Anhalt. Herzogin zu Anhalt, geborne Prinzessin von Preußen.“ ee. Der Jahres⸗Ertrag der eidgenössischen Gränz⸗Zölle von 1842 ist nun bekannt. Eingeführt wurden 1 zu der Taxe von 1 Batzen 1,466,283 Centner, 743,454 8 2,200,437 Centner. Hieraus erwuchs der eidgenössischen Kasse ein Rein Ertrag von 264,113 Schweizer Franken. Vergleicht man dieses Ergebniß mit dem vorjährigen, so sfindet man eine Vermehrung von 174,017 Ctru. und einen Mehr⸗Betrag an Geld von 16,741 Fr. 1 88 8 —
Spanien. O Madrid, 11. April. Gestern hat der Kongreß der De⸗
putirten ein schweres Verdammungs⸗-Urtheil über die Wahlen der
Provinz Badajoz, von denen in meinem vorgestrigen Briefe die Rede war, ausgesprochen, und damit zugleich über eine ganze Klasse ein⸗ flußreicher Personen, so wie über ein politisches System, welches aufs neue geltend gemacht werden sollte, abgeurtheilt. Der von dem Gefe
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497 8
Si“ 1““ politico von Badajoz an den Ex⸗Minister Infante gerichtete vertrau⸗ liche Brief war schon vorgestern in einige der unabhängigen Blätter übergegangen, und der Inhalt desselben konnte nicht umhin, auch den Verblendetsten die Augen zu öffnen. Es geht aus den Worten des Gefe politico selbst hervor, daß die Mehrzahl der Wähler gegen die von der Regierung aufgestellten Kandidaten eingenommen war, und daß er deshalb zu dem Mittelschritt, eine Menge unbefugter Personen zu den Wah⸗ len zuzulassen. Dann versichert er, den Herrn Munoz Bueno, dessen Ein⸗ fluß er fürchtete, „unschädlich“ gemacht zu haben. Und auf welche Weise? Der Gefe politico ließ bei Nacht einen Aufruf in republi⸗ kanischem Sinne anheften, und dann jenen Munoz Bueno als muth⸗ maßlichen Urheber in ein abscheuliches Gefängniß werfen, und darin ohne Verhör bis zur Beendigung der Wahlen festhalten. Dann setzte er ihn als unschuldig in Freiheit, obgleich Munoz darauf bestand, vor Gericht gestellt zu werden.
Zu Anfang der Sitzung erschien der Marine Minister, und er⸗ klärte im Namen seiner Kollegen, die Regierung hätte keine Kenntniß von dem Briefe des Gefe politico gehabt, wäre indessen bereit, diesen zur Verantwortung zu ziehen, falls der Kongreß glaube, daß er seine Pflicht verletzt hätte. Darauf entfernte sich der Minister, und, nach dem einige Deputirte die Gültigkeit der Wahlen von Badajoz ange fochten hatten, nahm der Er Minister und erwählte Deputirte dieser Provinz, D. Antonio Gonzalez, an den der Brief ebenfalls gerichtet war, das Wort, um jene Wahlen als rechtmäßig darzustellen. Gewiß mit Recht beschwerte er sich darüber, daß ein Brief vertraulichen Inhalts in die Hände von Personen, an die er nicht gerichtet war, gelangt und durch diese zur öffentlichen Kunde gebracht worden wäre. Ein solches Verfahren bezeichnete Herr Gonzalez als ein Verbrechen, als eine Schurkerei. (Die heute erschienenen Oppositions-Blätten erinnern Herrn Gonzalez daran, daß er als Minister einige zwischen den ausgewanderten Generalen O'Donnell und Urbistondo im Aus lande gewechselte Briefe höchst vertraulichsten Inhalts, in deren Besitz die Regierung sich vermittelst Erkaufung des Bedienten Urbistondo'“ gesetzt hatte, in dem Journal e! Espectador veröffentlichen ließ.) Endlich suchte Herr Gonzalez die Maßregeln des Gefe politico von Badajoz auf Rechnung des Eifers zu setzen, den er zeigen müsse, um die Moderirten, „die Feinde der Institutionen“ im Zaume zu halten. Diese Ausflucht wurde jedoch mit so lautem Mißfallen aufgenommen, daß eine lange Unterbrechung eintrat. Der bekannte Volks Redner Lopez focht darauf mit der ihm eignen Heftigkeit die Gültigkeit der in Frage stehenden Wahlen an, und erklärte, er werde gegen alle auf Anhänger des Ministeriums gefallene Wahlen stimmen, indem man voraussetzen müsse, daß bei ihnen ähnliche Umtriebe statt gefunden hätten. Vergebens suchte Herr Lujan, an den der Brief des Gefe politico ebenfalls gerichtet war, die Rechtmäßigkeit der Wahlen zu vertheidigen. Nachdem die Sitzung sieben Stunden ge dauert hatte, schritt man zur Abstimmung, und 80 Stimmen entschie⸗ den gegen 55, daß die Wahlen von Badajoz ungültig seyn sollten. Als der Infant Don Francisco seine Stimme mit denen der Oppo⸗ sition vereinigte, wurde er mit lautem Beifall begrüßt.
Diese Verhandlung selbst, und der Ausgang derselben, ist ein höchst inhaltschweres Ereigniß, das auf die fernere Haltung, die der Kongreß der Regierung gegenüber einnehmen wird, entscheidenden Einfluß ausüben muß.
Die Herren Infante und Gonzalez, mit denen der Gefe politico von Badajoz sich in Verbindung setzte, um die Wahlen auf gesetz⸗ widrige Weise zu ihren Gunsten zu lenken, waren die hervorragend⸗ sten Mitglieder des Ministeriums, welches vor dem Ausspruch der Cortes am 28. Mai v. J. zurücktreten mußte. Die übrigen von dem Gefe politico aufgestellten Kandidaten, Calatrava und Lujan (Lehrer der Königin), sind die vertrautesten Freunde jener beiden Herren, und allgemein betrachtet man diese als die beständigen geheimen Rathgeber des Regenten. Als Minister verfälschten sie ein wichtiges Aktenstück, indem sie Worte einschalteten, nachdem der Regent es un terzeichnet hatte, und Herr Gonzalez leugnete vor den Vertretern der Nation, daß er mit dem Englischen, EGzesandten Unterhandlungen zum Behufe des Abschlusses eines Handels Vertrages geführt habe, ob⸗ gleich aktenmäßig erwiesen wurde, daß eine solche Verhandlung statt⸗ fand. Dieser Umstand erschwerte zwar dem Herrn Gonzalez den Wiedereintritt ins Kabinet. Desto bestimmter aber rechneten die Herren Infante und Lujan darauf, die gegenwärtigen Minister zu ersetzen. Die Niederlage, welche sie so eben im Koͤngreß und noch entschiedener in der öffentlichen Meinung erlitten, dürfte jedoch selbst dem Regenten einiges Bedenken einflößen. Indessen spricht man heute ziemlich allgemein von bevorstehender Auflösung der Cortes. Aus der gestrigen Abstimmung geht hervor, daß die Reihen der Opposition sich bedeutend verstärkt haben, und noch sind die De⸗ putirten von Barcelona, die zu den entschiedensten Gegnern der Re⸗ gierung gehören, nicht eingetroffen. Einige Beamte, die als Depu⸗ tirte gegen die Gültigkeit der Wahlen von Badajoz sprachen, erhiel⸗ ten wenige Stunden darauf ihre Entlassung, und heute erklärt eine Verfügung des Finanz⸗Ministers, daß alle Beamte, die in ihrer Ei⸗ genschaft als Deputirte unabhängig handeln wollten, falls ihre Ueber⸗ zeugung im Widerspruch mit der der Regierung schuldigen Treue und Anhänglichkeit stände, ihre Entlassung zu verlangen hätten.
Vorgestern statteten der Regent und dessen Gemahlin dem In⸗ fanten Don Francisco den Gegenbesuch Nb.
Paris, 18. April. Seit dem Anfange dieses Monats hatte man in Barcelonag das Gerücht verbreitet, daß die bevorstehen⸗ den Munizipal⸗Wahlen als Gelegenheit zu einem neuen Aufstande und zur Ausrufung der Verfassung von 1812 gemißbraucht werden sollten. So unwahrscheinlich eine solche Angabe auch allen Umstän⸗ den nach war, so machte sie doch einigen Eindruck; viele Einwohner verließen vor Eintritt des Wahltages unter verschiedenen Vorwänden die Stadt, und von den Zurückbleibenden schien wenigstens eine große Zahl entschlossen, sich der Theilnahme an den Wahlen zu enthalten. Diese sind nun am 9ten eröffnet, und zwar untet den günstigsten Aussichten für die Partei der September Revolution, welche bei den seit dem vorigen Dezember schon zweimal angestellten und zweimal von der Provinzial⸗Deputation annullirten Wahlen von der Christi⸗ nischen Opposition besiegt war. Es ist übrigens nicht zweifelhaft, daß bei den früheren Abstimmungen die augenblickliche Erbitterung der Barceloneser einen großen Einfluß geübt, und daß sich in den neuesten Wahlen im Wesentlichen nur eine Rückkehr zu ihren wahren Gesinnungen kundgiebt. Eine ganz ähnliche Erscheinung haben be⸗ kanntlich die Cortes⸗Wahlen dargeboten, bei denen die Majorität in einem Zwischenraume von einigen Wochen von der Christinischen in die exaltirte Opposition hinübersprang.
Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Citadelle sind eingestellt worden, und zwar, wie es scheint, wegen Geldmangels. Der Bau ist übrigens bereits so weit vorgerückt, daß er mit einem Kostenaufwande von 20,000 Piastern beendigt werden kann. — Der wegen des No⸗ vember⸗Aufstandes in Untersuchung befindliche Brigadier Moreno de las Penas, welcher seiner vorläufigen Haft vor einiger Zeit entlassen war, hat Befehl erhalten, sich von neuem auf der Citadelle als Ge fangener zu stellen. — Der General Zurbano hat einen strengen Befehl. gegen den Mißbrauch der Amtsbefugnisse erlassen, die sich manche Alkalden in der Provinz Gerona dadurch zu Schulden kom⸗ men lassen, daß sie Leuten, welche ihnen als Karlistische Parteigän⸗
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ger bekannt oder doch verdächtig sind, Pässe ertheilen, mit deren
Hülfe sich die Straßenräuber von gestern, heute in friedliche Rei⸗
sende verwandeln, so daß sie den gegen sie gerichteten Verfolgungen in den meisten Fällen ohne Mühe entgehen UvFanmca.
8 Portugal.
Lissabon, 11. April Der definitiven Antwort der Britischen Regierung in Bezug auf die Tartf⸗Convention wird hier mit gespann⸗ ter Erwartung entgegengesehen. Man weiß, daß unter den ferne⸗ ren Anerbietungen, welche der Britischen Regierung von Seiten der Portugiesischen anstatt des von England übersandten Ultimatums gemacht worden, der Vorschlag sich befand, die Zölle auf Messing⸗ waaren auf ³ des jetzigen Betrags herabzusetzen. Die Britischen Kaufleute zu Porto haben ihrer Regierung eine Petition gegen Ab⸗ brechung der Unterhandlungen, wenn nicht sehr triftige Gründe dazu vorhanden wären, eingereicht.
Man glaubt, daß die Bill zu Gunsten der Duro⸗Weincom⸗ pagnie, welche in der Pairs⸗Kammer ohne Abänderung durchgegangen ist, nicht eher die Königliche Genehmigung erhalten werde, bis das definitive Resultat der Tarif⸗Unterhandlungen bekannt 1“
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Serhien
Von der Serbischen Gränze, 10. April. (A. Z.) Nachrichten aus Belgrad zufolge befand sich Kiamil Pascha, so wie die Serbische Regierung in der größten Unruhe. Unbestimmte Ge⸗ rüchte von dem bevorstehenden Ausbruch einer weit verbreiteten Revolte, deren Heerd und Mittelpunkt Schabacz und die zu Gunsten des alten Milosch Obrenowitsch angezettelt sey, veranlaßten neue Maßregeln der Strenge und einer verschärften Aufsicht, die sich nun vorzüglich gegen fremde Ankömmlinge äußert. Aber auch im Innern wurden Nachsuchungen angestellt, in Folge deren die Arre⸗ tirung eines Individuums der älteren Gardetruppen Milosch's mit Namen Welitschko und eines Jägers desselben Fürsten mit Namen Vitan stattgefunden. Sie wurden beide auf der früheren Milosch'schen Sommer⸗Residenz zu Toptschidere gefunden und ergriffen. Zugleich meldet man aus Nissa, daß zwei Emissäre in Bulgarien verhaftet worden, die mit vielen Slavischen Christen und ihren Popen in Ver⸗ bindung gestanden seyn sollen. Man erkannte, so heißt es, in diesen Emissären bald genug zwei fremde Offiziere.
Aus Jassy wird geschrieben, daß der neue Preußische General⸗ Konsul für die drei Donaufürstenthümer, Hr. Neugeb uer, daselbst eingetroffen war.
Tunr he i.
Konstantinopel, 4. April. (A. Z.) Rußlands Verlangen hinsichtlich Serbiens besteht in der freiwilligen Abdankung oder im Weigerungsfall in der dekretirten Absetzung des Alexander Georgie⸗ witsch, in der Anordnung einer neuen Wahl nach der von den Gesetzen vorgeschriebenen Form und endlich in der unverzüglichen Zurückberufung Kiamil Pascha's von Belgrad als des Urhebers oder Begünstigers der letzten Serbischen Revolution. Im Falle die Pforte eine Fürstenwahl für Serbien verweigere, habe der Russische Bot⸗ schafter den Befehl von seinem Hofe erhalten, Konstantinopel zu verlassen.
Konstautinopel, 1. April. Das Journal de Constan⸗ tinople versichert, es sey eine abscheuliche Verleumdung, daß, wie zuerst die Augsburger Allgemeine Zeitung verbreitet habe, das neugeborene Kind der verstorbenen Prinzessin Salieh, Schwester des Sultans, auf Befehl des Letzteren getödtet worden. Dieses Kind sey bereits sterbend zur Welt gekommen, habe nur einige Augenblicke gelebt, und die Mutter sey an einer abzehrenden Krankheit, nicht aber aus Gram über das getödtete Kind, gestorben, wie dies aus den Zeugnissen der zahlreichen Aerzte, von denen sie behandelt wurde, er⸗ wiesen werden könne. Die genannte Türkisch⸗ Französische Zeitung nimmt von dieser Widerlegung Anlaß, sich über sämmtliche Deutsche Blätter zu beklagen, die, wie sie behauptet, der Pforte alle sehr feind⸗ lich gesinnt seyen.
Herr Gilbert de Voisins, bisheriger Legations⸗Secretair bei der Französischen Gesandtschaft allhier, ist im Begriff, als Konsul Frank⸗ reichs in der Moldau nach Jassy von hier abzureisen. 11““
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Vereinigte Staaten von NUord-Amerika.
New⸗York, 24. März. Der National Intelligencer theilt die Korrespondenz mit, welche in Bezug auf den mit England abgeschlossenen Vertrag vom 9. August zwischen dem Amerikanischen Gesandten zu Paris, General Caß, und dem Staats⸗Secretair Web⸗ ster stattgefunden hat. Der erstere Theil dieser Korrespondenz berührt die an das Französische Kabinet gerichtete Protestation des Diploma ten zu Paris gegen den Quintupel⸗ Vertrag vom 20. Dezember 1841 zur Unterdrückung des Sklavenhandels. General Caß hatte keine In⸗ struction, die ihn zu einem so entschiedenen Auftreten ermächtigt hätte. Da inzwischen seine Verwahrung in besonnene Ausdrücke ge⸗ faßt war, so fand man zu Washington räthlich, sie nicht zu desavouiren, obschon sich deutlich erkennen läßt, daß der Prä⸗ sident Tyler es lieber würde gesehen haben, wenn Caß ge⸗ schwiegen hätte. Inzwischen trat die Mission Lord Ashburton's nach Amerika ein. Das Einverständniß zwischen England und den Verei⸗ nigten Staaten wurde hergestellt und der Traktat vom 9. August eröffnete eine neue Aera. Sobald die Nachricht davon Paris er⸗ reichte, gerieth General Caß, der in dem Vertrag ein schwaches Nachgeben seiner Regierung sah, sehr in Zorn. Nicht zufrieden, seine Abberufung zu begehren, äußerte er seinen Unwillen unterm 3. Ok⸗ tober v. J. in einem Schreiben an Webster auf eine höchst auffallende Art. Mit ungewählten Worten wirft er dem Präsidenten und dem Staats⸗Secretair vor, daß sie durch Zugeständnisse in dem Ashburton⸗Traktat die Interessen und Würde der Union verletzt hätten. Der Staats⸗Secretair weist die ungeeignete Zuschrift unterm 14. November mit den schärfsten Aeußerungen tief empfunde⸗ nen Mißfallens zurück. Der Präsident Tyler war sehr ungehalten über die Anmaßung des Diplomaten, der sich herausgenommen, eine förmliche Protestation gegen den Ashburton⸗Traktat in eine Depesche an die eigene Regierung einzukleiden. Dennoch hält Webster für nöthig, sich auf ausführliche Widerlegung aller von Caß gegen den Inhalt des Vertrags vom 9. August vorgebrachten Ausstellungen einzulassen, und es befindet sich in dem Schreiben des Staats⸗Secretairs unter anderem folgende bemerkenswerthe Stelle:
„Es ist nicht zu verkennen, daß Ihr Verfahren dem öffentlichen Inter⸗ esse Nachtheil bringen mag. Ihre Meinung ist gegen den Traktat — einen Traktat — der abgeschlossen und ratisizirt ist; um Ihre Ansicht als die rich⸗ tige darzustellen, legen Sie ihn, noch im Dienst der Regierung, ganz an⸗ ders aus, als wir ihn hier auslegen; Sie geben den Bestimmungen des Vertrags einen Sinn, den das aufgeklärte Publikum in Europa nicht darin findet, ja den selbst England, so viel wir bis jetzt wissen, nicht darin sucht, 1— dürfte künftighin nöthig werden, Ihre Depesche mit anderen Urkunden 8* MeShes zu veröffentlichen; obschon nun wohl nicht anzunehmen ist, daß Sie beim
66“] verEterseh d gäseksd sas