stehen, die Idee ist nichtsdestoweniger vorhanden und gewinnt mehr
und mehr Boden auf beiden Seiten, so daß sie endlich doch durch⸗ dringen dürfte. 111“*“*“ RsSrie “] * I11“ EE“*“ 3 Athen, 12. Mai. Neulich theilte der Aeon die Depesche mit, welche der Graf Nesselrode an den hiesigen Russischen Gesandten schickte, als Antwort auf das Ansinnen der Griechischen Regierung wegen der Anleihe. Diese Publication hat viel Aufsehen gemacht, und die Russische Gesandtschaft beschwert sich bitter darüber. Durch wen die Indiscretion begangen worden, ob durch einen Griechischen Beamten, oder ob die Mittheilung einen diplomatischen Weg gegangen ist — das dürfte nicht so leicht zu erforschen seyn, da unsere Gesetz⸗ gebung nicht hinlängliche Mittel an die Hand giebt, den Redacteur zu zwingen, den Namen des Mittheilenden zu nennen. Ueberdies war die Depesche gleichzeitig auch in einer Smyrnaer Zeitung abge⸗ druckt. Die Zeitungen geben auch die Antwort der Griechischen Re⸗ gierung und machen darüber sehr tadelnde Bemerkungen. — Unter den in letzter Zeit von Seiten der Regierung getroffenen Maßregeln muß ich nachträglich noch einige anführen und besprechen.
Das Gesetz über die Dotation der Phalangiten durch National⸗ Ländereien ist in der Art abgeändert worden, daß sich nun wohl Mehrere entschließen werden, die Dotation anzunehmen, und diese Hoffnung fängt in der That an, sich zu verwirklichen. Den disponi⸗ blen Marine⸗Offizieren ist durch eine andere Verordnung die Dotation unter denselben Bedingungen verheißen, wie den Phalangiten, und auch von ihnen haben sich schon Mehrere darum gemeldet und werden sich wahrscheinlich noch Viele melden. Dadurch wird noch, außer den vorgenommenen Reductionen, bedeutend an Pensionen gespart werden.
Eine andere Maßregel, von der man nur bedauern muß, daß sie nicht schon längst getroffen wurde, betrifft die Zehnt⸗Verpachtung. Der Zehnte wurde bisher nur in größeren Massen an den Meistbie tenden verpachtet und dadurch die Konkurrenz sehr beschränkt. Dies veran⸗ laßte mancherlei Mißbräuche und Uebelstände in einem Lande, wo die Ka⸗ pitalien so selten sind. Einerseits verlor die Regierung, theils wegen der ge ringeren Pacht, theils wegen der bedeutenden Rückstände (sie belaufen sich auf die ungeheure Summe von beiläufig 18 Millionen Drachmen), da die von den Zehntpächtern gesetzlich zu leistenden Garantieen aus mancherlei Gründen meist illusorisch waren und illusorisch seyn muß ten. Andererseits aber waren die Zehntpflichtigen allen möglichen Plackereien ausgesetzt. In der Folge nun soll der Zehnte jeder Ort schaft besonders versteigert und dadurch den Ortschaften die Möglich keit gegeben werden, ihren Zehnten selbst zu pachten. Dadurch wird den angeführten Uebelständen wohl zum größten Theil abgeholfen werden.
8 Endlich ist eine Maßregel im Werke, die freilich nicht in das Ka⸗
pitel der Ersparnisse zu setzen ist, aber doch sehr heilsame Folgen ha
ben wird. Man beabsichtigt nämlich, ein drittes Appellationsgericht zu installiren, und zwar in Patras, für Akarnanien, Aetolien und die
1 westlichen Provinzen des Peloponnes.
In meinem letzten Schreiben erwähnte ich, daß die Gehalte der
Civil⸗ und Militairbeamten einem Abzuge von durchschnittlich 10 pCt.
unterworfen worden sind. Wer die Verhältnisse kennt und weiß, daß das hiesige Leben für einen an die Bedürfnisse, nicht des Luxus, sondern
der Civilisation Gewöhnten nichts weniger als wohlfeil ist, wird zu
geben müssen, daß auf diesem Wege nicht füglich weitere Ersparnisse zu machen sind. Ein Minister bezieht ungefähr 2850 Rthlr. jährlich, ein Ministerialrath (der auch immer Chef einer Abtheilung ist) und wer mit ihm im gleichen Range steht, 1000 Rthlr. und so verhält⸗
nißmäßig abwärts. Der größte Gehalt, den ein Beamter der Pro
vinz bezieht, ist (abgesehen von dem Appellationsgerichts⸗Präsidenten) Dies ist auch Bezirksrichter 570
der des Gouverneurs; er beläuft sich auf 850 Rthlr. der Gehalt des Appellationsrathes, während 2
Ferbien.
Belgrad, 18. Mai. (A. Z.) Noch hat seit der Annahme des Russischen Ultimatums durch die Pforte keine andere Veränderung in Serbien stattgefunden, als daß Hafiz Pascha als Gouverneur der hiesigen Festung eingesetzt worden ist. Noch fungiren Wutsitsch und und die Großherrlichen Verordnungen über die Absetzung dieser drei Männer sind nicht nur nicht vollzogen, sondern man bemerkte überhaupt bis jetzt nicht die
Petroniewitsch neben dem Fürsten Alerander,
mindeste Anstalt zu deren Vollziehung. Bei so bewandten Umständen begab sich der Russische Konsul Watschenko zu Hafiz Pascha, verlangte Erläuterungen über diese unerklärliche Saumseligkeit und forderte, daß Wutsitsch und Petroniewitsch unverweilt von ihren Posten ent⸗ fernt würden. Hafiz Pascha äußerte, daß nur die Besorgniß vor dem Ausbruche von Unordnungen ihn bisher von der Voll ziehung dieser Maßregel abgehalten habe; überdies erblicke er in der jetzigen amtlichen Stellung des Wutsitsch eine Garantie für sein Wohlverhalten; er werde aber, sobald der geeignete Augenblick komme, nicht säumen, seine Pflicht zu erfüllen. Der Pascha fügte noch hinzu, er sey bereit, dem Herrn Watschenko sofort zu willfahren, wenn er die Verantwortlichkeit für Erhaltung der Ruhe übernehmen wolle, was der Russische Konsul ablehnte. Heute traf nun von Konstanti nopel ein Courier hier ein, welcher neue Instructionen für den Pascha brachte, in Folge deren eine Sitzung gehalten wurde, bei welcher Wutsitsch, Petroniewitsch und der Metropolit zugegen waren. Es
„
heißt nun, daß durch die dabei gepflogenen Berathungen Wutsitsch
und Petroniewitsch sich bewogen gefühlt, ihre Entlassung einzureichen,
ja sogar beschlossen haben, sich persönlich in Konstantinopel zu stellen. Die Richtigkeit dieser letzteren Angabe ist jedoch noch nicht zu ver⸗ bürgen. 3
Aus Konstantinopel erfährt man, daß die Rüstung wegen an⸗ geblich bevorstehender Unruhen in Rumelien fortgesetzt werden, und daß die Pforte, wenn ihre Besorgnisse als ungegründet sich erweisen sollten, ein bloßes Lustlager bei Salonich abhalten wor8lle.
—öp—
Türkei. 8
Von der Türkischen Gränze, 19. Mai. (Oest. B.) Die in Bosnien stattgefundenen Unruhen haben ihr Ende erreicht. Am 18ten d. M. waren zwölf von den vornehmeren aufrührerischen Bosniaken im Lager des Statthalters der Provinz vor Bihatsch an elangt, welcher mit ihnen die Uebereinkunft getroffen hat, daß sämmt sche Bewohner des Gränzdistriktes Kraina zur Ruhe und Unterwür⸗ sigkeit zurückkehren und den aufgestellten Mutesellims, so wie dem Statthalter selbst, allen Gehorsam leisten sollen, wogegen Letzterer sich verpflichtet, die Arnauten aus den Bosnischen Schlössern und 8
ren Umgegend zu entfernen, die erhöhte Zollgebühr auf den Rastellen herabzusetzen und die Erhebung einiger Steuern, worüber Beschwerde ge⸗ führt worden war, abzustellen. In Folge dieser Uebereinkunft sind die zwölf Abgeordneten von dem Wesir, mit Ehrenkleidern beschenkt, entlassen worden, und noch an demselben Tage ward die bis dahin von den Aufrührern fortgesetzte Blokade der Feste Ostroschatz aufge⸗ Am 19ten ist der Statthalter mit seinen Truppen von Bi⸗ hatsch gegen Ostroschatz aufgebrochen, von wo er über Krupa nach
hoben.
“ 676 1 Banjaluka zurückzukehren gedenkt. Da nunmehr der Aufstand in Bosnien als beendigt angesehen werden kann, so sind die zur Siche rung des Kaiserlich Oesterreichischen Territoriums an die äußerste Gränze vorgeschobenen Truppen⸗Detaschements wieder in ihre Stand quartiere zurückgezogen worden.
v1““ 1 88
“ . Stettin, 31. Mai. Se. Majestät der König sind so eben, etwa 5 ½ Uhr Abends, nachdem Allerhöchstdieselben von Berlin bis Anger münde auf der Eisenbahn gereist, von dort mit Ertra⸗ Postpferden, hier eingetroffen und im Landhause abgestiegen, wo Se. Majestät von den obersten Militair⸗ und Civil⸗Autoritäten und den Chefs und ersten Beamten der Königl. Civil⸗ und der städtischen Behörden empfangen wurden. Bald nach 6 Uhr haben Allerhöchstdieselben sich nach dem im Bau begriffenen Eisenbahnhofe begeben, um dessen Anlage und die Bauten auf demselben in Augenschein zu nehmen. Breslau, 29. Mai. (Bresl. Z.) Die Oberschlesische Ei senbahn bis Oppeln ist gestern unter Anwesenheit der ersten Civil und Militair-Autoritäten feierlich eröffnet worden. Nachdem sich unsere Stadt der freundlichen Verschwisterung mit Ohlau und Brieg erfreut hat, können wir erst jetzt sagen, daß die Provinz, das reiche, gesegnete Oberschlesien, vor unsere Thore gerückt und der Bund der Städte zu der Bedeutung erhoben worden ist, welche dem großen Werke zu Grunde lag. Um 9 Uhr setzte sich der aus 10, größten theils neuen Wagen bestehende Festzug in Bewegung, und wurde in Lossen, der ersten Station hinter Brieg, von der versammelten Ge⸗ meinde empfangen. Der ganze Platz war mit grünen Reisern geschmückt, aller Orten, namentlich auf den Brücken, welche sich majestätisch über der Bahn wölben, befanden sich die Einwohner der Gegend in dich⸗ ten Massen. Die großartigen hier ausgeführten Erdarbeiten, die ko lossalen Durchstiche, die sich in einer beträchtlichen Strecke hinziehen, die bald durch mächtige Brücken über der Bahn, bald durch Wege unter der Bahn erhaltenen Uebergänge, später die imposanten Brücken, deren Ausführung in dem schwierigen Inundations⸗Terrain nothwen⸗ dig war, fanden die verdiente Bewunderung. In der nächsten Sta⸗ tion Löwen, woselbst sich ein zierlich gebauter Bahnhof befindet, war eine Deputation aus Oppeln, an ihrer Spitze der Chef⸗Präsident Graf Pückler, zum Empfange des Zuges eingetroffen. Nach kurzem Aufenthalte, bei allen Anhaltspunkten von den Einwoh nern freudig begrüßt, kam der Zug um 12 ¾ Uhr in dem interimisti schen Bahnhofe bei Oppeln, der mit wunderbarer Schnelligkeit in wenigen Tagen gleichsam aus der Erde gewachsen ist, an, empfangen von dicht geschaarten Zuschauern und der Bürgergarde der Stadt, mit Musik und Böllerschüssen. Gegen 1600 Personen, unter ihnen viele Gäste aus Oppeln und der Umgegend, nahmen an dem sehr gut arrangirten, vom freundlichsten Leben bewegten Diner Theil. Der Vorsitzende des Verwaltungs Raths, Geheime Kommerzien⸗Rath von Löbbecke, brachte den ersten, mit Begeisterung aufgenommenen Toast Sr. Majestät dem Könige, der Major von Ravenstein Ihrer Majestät der Königin, dem Prinzen von Preußen und dem Königlichen Hause. Graf von Saurma auf Jeltsch brachte sodann ein Lebehoch dem Herrn
Ober⸗Präsidenten, dessen rastlose Fürsorge für die Provinz hervorhe⸗
bend und mit dem Wunsche, daß er recht bald der Eröffnung der
Bahn bis an die Landesgränze beiwohnen möge. Der Ober⸗ Präsi⸗
dent gedachte in seiner dankenden Erwiderung mit großem Lobe des ent i inkenden b gn 1 Vorstandes der Ober⸗Schlesischen Eisenbahn und brachte dem
Vaterlande, den Bewohnern der Provinz und dem Verwaltungs⸗
Rathe und Direktorium ein Lebehoch. Graf von Saurma auf Las⸗
kowitz schilderte die Verdienste des Chef Präsidenten Grafen Pückler,
eines der thätigsten Beförderer des Unternehmens; Graf Pückler dankte sehr verbindlich und entwarf, indem er die Gesellschaft bei
ihrer ersten Ankunft in Ober⸗ Schlesien begrüßte, mit kurzen Worten die Geschichte des Unternehmens, seiner Vergangenheit. Wenn er schon hier Gelegenheit hatte, manche scherzhafte Bemerkung einzu— streuen, und unter Anderen bemerkte, es würden sich die Reisenden bei ihrer ersten Eisenbahnfahrt nach Ober⸗Schlesien nunmehr wohl überzeugt haben, daß sie nicht von wilden Thieren angefallen würden, so war das Bild, in dem er die Zukunft der Eisenbahn zeich⸗ nete, reich an humoristischen Beziehungen und Andeutungen. Er schilderte in lebhaften Zügen die Zeit, in welcher der Welthandel seinen Weg durch Ober⸗Schlesien nehmen und das industrielle England mit der Levante verbinden würde. Am Schlusse seiner mehrfach durch Acclamationen unterbrochenen Rede trank er auf das Wohl der Techniker, welche den Bau geleitet und vollendet. Auf das von dem Kommerzien⸗Rath Kraker ausgebrachte Wohl der Stadt Oppeln dankte der Bürgermeister Goretzki. Der Kommerzien⸗Rath Schiller gedachte in herzlichen Worten der auf opfernden Theilnahme des Königlichen Kommissarius, Ober⸗ Regie rungs⸗-Rathes von Heyden, an dem Gedeihen des Werkes;
in seiner dankenden Erwiderung wies dieser darauf hin, daß
O
die Regierung zu Oppeln jetzt einen Theil der Sorge für das Glück und den Segen des großartigen Unternehmens mit der⸗ selben Freude übernehmen werde, wie die Regierung zu Breslau. Der Geheime Justizrath Graf von Hoverden trank sodann auf das Wohl der Actionaire, der Stadtrath Scharff auf das Wohl des Spezial⸗ Direktors Lewald, des Ober⸗Ingenieurs Rosenbaum und der Gäste und knüpfte daran eine scherzhafte Beschreibnng der Fahrt von Bres lan nach Oppeln, welche großen Anklang fand. Die Rückfahrt wurde um 5 ½ Uhr angetreten und fröhlich und glücklich vollendet, nachdem ein Gewitterregen rasch vorübergegangen war. In Löwen verweilte der Zug etwa eine Stunde, bis zum Eintreffen des Wagenzuges aus Breslau, der von heut ab die regelmäßigen ( täglich dreimal hin⸗ und zurückgehenden) Fahrten eröffnen wird. Auch auf dem Rückwege hatten sich die Bewohner der angränzenden Dörfer versammelt, um dem rasch dahineilenden Zuge ein jubelndes Abschiedswort zuzurufen. Um 9 ½ Uhr langte derselbe in Breslau an.
Düsseldorf, 29. Mai. Die hiesige Zeitung meldet: „Aus zuverlässiger Quelle geht uns die erfreuliche Nachricht zu, daß des Königs Majestät auf die Immediat⸗Vorstellung des Stadt⸗Raths zu Düsseldorf vom 20. März 1843 Allerhöchst zu bestimmen geruht haben, daß für die Eisenbahn⸗Verbindung zwischen Minden und Köln eine Linie gewählt werde, welche die Ruhr in der Nähe von Duis burg überschreiten soll, wobei jedoch die Wiederaufnahme des früheren Planes der für den Lokalverkehr wichtigen Eisenbahn⸗Anlage von Elberfeld nach Witten den Interessenten nicht zu versagen ist, hinsicht⸗ lich der etwa beabsichtigten Fortführung derselben zum Anschluß an die Hauptbahn aber die Beschlußnahme vorbehalten bleiben muß. Die kommissarischen Untersuchungen nämlich, welche in Betreff der für die Eisenbahn⸗Verbindung von Minden nach Köln zu wählenden Richtung veranlaßt worden sind, haben zu dem Ergebniß geführt, daß der Kosten⸗Aufwand für die Richtung über Elberfeld denjenigen für die Richtung über Duisburg jedenfalls um mehrere Millionen übersteigen würde, und daß ungeachtet der großen Kosten in jener Richtung immer nur sehr mangelhafte Betriebs⸗Verhältnisse zu erreichen ständen, bei welchen auf die Sicherung eines regelmäßigen ununterbrochenen
“ 2 1“
gehren: — Gastrolle.) Anfang halb 6 Uhr.
Betriebes, wie solche bei einer den gesammten Verkehr zwischen den östlichen und westlichen Provinzen aufnehmenden Hauptverbindung für ein ganz wesentliches Erforderniß zu erachten ist, verzichtet werden müßte. “ aa,ute-
Zu dem in Nr. 147 der Staats⸗Zeitung gegebenen Schreiben aus Schul⸗Pforte bemerken wir nachträglich, daß die dort erwähnte Denk⸗ münze von dem Medailleur und Lehrer der Gravir⸗ und Steinschneide⸗ Kunst an der Königl. Akademie der Künste, Herrn Karl Fischer, gefer⸗ tigt worden ist.
Meteorologische Beobachtungen.
Abends 10 Uhr.
Nach eiunmaliger Beobachtung.
Nachmittags 2 Uhr.
Morgens 31. Mai. 6 Uhr.
gi⸗ „524* 2 5252 5244% 42 — 0 Luftdruck... 338,19 Par. 336,82 Par. 335,86 Par. Quellwärme 7,5 8 Luftwäüärmo... + 6,72 n + 16,5⁰9 . + 12,0⁰ R. Flusswürme 12,4 R. Thaupunkt + 3,80 K. + 7,00 R. 7,8 R. Bodenwüurme 8,89 „R. Dunstsättigung 79 pCt. 50 pCt. 75 pCt. Ausdüustung 0,011,Rh. Wetter heiter. bezogen. regnig. Niederschlag 0,077 Rh. 5 Wind SW SW. SW. wuͤrmewechsel-†. 16,8 SW. 8 Wolkenzug ... SW. — + 10,4° . TFagesmittel: 336,96 Par. + 11,72 n. † 6,20 R. 68 pCt. SW.
“ B Den I1. Juni 1843.
Pr. Cour.
'r. Cour. hrief.† Geld. [Gem.
2 8 Fonds. s sctien. ’s
Brief. eeld. HBrl. Pots. Eisenb. 5 1“ 138
St. Schald-ch. 3 ⅔ 103 3, do. do. Prior. Obl. 4 egs 103
Preuss. Englise 1e] Mgd. L.,pz. Risenb. — 165 ½ 164 2 Obligat. 30. 4 103 40. d0. Prior. 0 bl. 4 —-— 103 ¾
Prim. Sch. der Brl. Anb. Eisenb. — 130 129
do. do. Prior. Obl. 4 103
Düss. Elb. Eisenb. 5 7* Schuldversche. 3 ½8 102 ¼ do. do. Prior. Obl.*
Berliuer Stadt- Rheiu. Eisenb. Obligationen. % 103 ½ do. do. Prior. Obl.
Danz. do. in Th. — 48 — Berl. Frankf. Bis.
Westpr. Pfaudbr. 102 ⅔ 2 ½ [Sdo. do. Prior. Obl.
(irossh. Pos. do. 106 % — 0 b.-Schles. Eisb.
102 [Lrl.-Stet. B. Jet. A.
10 1 2 HUo. do. do. Lt. B. —
103 ¹ “
103
191 , 101 ¾
Sechandlung. 93 2
Kur- u. Neumärk.
— 12.
8,—
—
do. 8210.
Ostpr. Pfandbr.
2 * Pomm. do. Gold al mwarco. Kur- d. Neum. do.
Schlestsche do.
Friedecichsd'or.
And. GCIdm. à 5 Tb. —
—ö8,ö58.öö—
gS-g- .
Disconto.
Pr. Cour. Thlr. 2 0 Sgr. D5 Thle zu 3 4½ Brief. CGeld.
250 Fl. 2 Mt. 141¾ 300 ML. Kurz 150⅔ 300 Mhb. 2 Mt. 150 ½ 1 LSt. 3 Mt. 6 263 300 Fr. Mt. 80 ½ a“”“ 150 Fl. Mt. 1“ 11.“ 150 2 Mt. 102 ½ 100 Thlr. 2 Mt. 99⁵,½ 8 8 Tage 100 Thlr. nIt.
100 Pl. Mt. 100 3 Woch.] 106 ¾
Amsterdam do. IIamburg do.
A ugsburg. .. Breslau
Leipzig in Courant im 14 Thl. PFuss..
Franbfurt a. M.
Petersburg “ Auswärtige Börsen.
Amsterdam, 28. Mai. Niederl. wirkl. Sch. 53 ½. 5 % Span. 19 12 .
Ant werpen, 27. Mai. Zinsl. —. Neue Anl. 19 ½. 8
Hamburg, 30. Mai. HBank -Actien 1660. Eugl. Russ. III.
Pa ris, 27. Mai. 5 % Rente in cour. 120. 95. 3 % Rente flün cour. 81. 90,
6 7 5 % Neapl. —. 5 % Span. Rente 29. Pass. 1½.
Wien, 27. Mai. 5 % Met. 110 ½. 4 % 101⁄. 3 % 77 ½. 1 % —. Bank-Actien 1646. Aul. de 1834 142 ¼. de 1839 1149.
Königliche Schauspiele. 1“ Freitag, 2. Juni. Im Opernhause: Auf Allerhöchstes Be⸗ ti: Die Hugenotten. (Frau van Hasselt⸗Barth: Valentine, als
Preise der Plätze: Ein Pläatz in den Logen des ersten Ran
ges: 1 Rthlr. ꝛc.
Zu dieser Vorstellung bleiben die zur Oper: Czaar und Zimmer
mann gekauften, mit Sonnabend bezeichneten Opernhaus⸗Billets gül tig; auch werden die zu der Oper: Die Hugenotten noch zu verkau⸗ fenden Billets ebenfalls mit Sonnabend bezeichnet seyn.
Im Schauspielhause: 1) Clermont, ou: Une femme qF'artiste,
vaudeville en 2 actes, par Scribe. 2) Un Monsieur et une Dame, pièce comiquc en 1 acte.
Sonnabend, 3. Juni. Im Schauspielhause: Die Unvermählte.
(Mad. Haizinger: Fräulein Amalie von Seelen, als letzte Gastrolle. Dlle. Neumann: Leopoldine von Schall, als vorletzte Gastrolle.)
Sonntag, 4. Juni. Im Opernhause: Robert des Teufel. (Neu
einstudirt.) (Frau van Hasselt⸗Barth: Isabelle, als vorletzte Gast⸗
8
rolle. Herr Haizinger: Robert und Herr Pfister: Raimbaut, als Gastrollen. Dlle. Marx: Alice.)
Anfang der Oper halb 6 Uhr. Preise der Plätze: Ein Platz in den Logen des ersten
Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr.
zu dieser Vorstellung bleiben die bereits gekauften, mit Freitag
bezeichneten Opernhaus⸗Billets gültig, auch werden die dazu noch zu verkaufenden Billets ebenfalls mit Freitag bezeichnet seyn.
Im Schauspielhause Mademoiselle de Belle⸗Isle. (Dlle. Stich:
Gabriele de Belle⸗Jsle.) 8
Königsstädtisches Theater.
Freitag, 2. Juni. Das Donauweibchen. (Erster Theil.) Ro⸗
mantisch⸗komisches Volksmährchen mit Gesang 3 Akten.
Sonnabend, 3. Juni. Zum erstenmale wiederholt: Die beiden
Brigadiers. Lustspiel in 2 Akten, von B. A. Herrmann. Hierauf: Der Pariser Taugenichts.
Sonntag, 4. Juni.
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. 8 “ 88 I] 98 Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hosbuchdruckerei.
1.ESee i 76182 823 “ 1 1 u““ eree812
Das Donauweibchen. (Zweiter Theil.)
Preis: 2 Rthlr. sfür ½ Jahr. 4 Rthlr. ½ Jahr. 8 Rthlr. ⸗ 1 Jahr. in allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung “ v“
2
Alle Post-Anstalten des In⸗- und Auslandes nehmen Bestel⸗- lung an, für Berlin die Expedition
der Staats -Zeitung: Friedrichsstrasse Mr.
N 72.
EEE111 Amtliche Nachrichten.
Frankreich. Deputirten⸗Kammer. Freiheit des Unterrichts. Paris. Die neuesten Nachrichten aus Algier. Brief aus Paris. (Das Gesetz über die Staats-Minister; Graf Molsc und Herr Thiers.)
Großbritanien und Irland. London. Repeal⸗Abmahnungsschrei⸗ ben des katholischen Erzbischofs von Dublin.— Musikalische Soireen bei dem Preußischen Gesandten. — Herstellung der Ruhe in Manchester.
Niederlande. Schreiben aus Ma stricht. (Neues Oppositions Jour⸗ nal; das Budget und die projeltirten Ersparnisse.) 8
Deutsche Bundesstaaten. D resden. Stände⸗Verhandlungen; Anempfehlung des Schiedsmanns⸗Instituts; Ueberblick über die ständi schen Arbeiten. Emden. Einzeichnungen für die Ems Dampsfschiff⸗ sahrt. — Schreiben aus Fra nkfurt a. M. (Die Holländische Kon⸗ e. e..
Oesterreich. Preßburg. Rede des E tzherzogs Palatin an die Mag⸗ naten bei Eröffnung der Königlichen Propositionen. Redaction und Publication der Reichstags Verhandlungen.
Italien. Rom. Abreise der Frau Furstin von Liegnitz. des Prinzen Friedrich von Preußen. von Baden.
Portugal. Brief aus Lissabon. (Die freie Einfuhr in Madeira; der neue Erziehungs Plan; die Pairs⸗Kammer widersetzt sich dem Vorschlag wegen Ausführung eines Straßennetzes.) 1
Inland. Angermünde und Stettin. Königs. — Breslau. Pferderennen.
— Nᷣ— 8 b
Die politischen Zustände Irlands. (Dritter Artikel.)
“ “
Rückkehr Ankunft der Prinzessin Marie
Reise Sr. Majestät des
Amtliche Uachrichten. Kronik des Tages.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: v Dem Kaiserl. Russischen Wirklichen Staatsrath Panaieff,
Direktor der Kanzlei des Ministeriums des Kaiserl. Hauses, den Rothen Adler⸗Orden zweiter Klasse mit dem Stern; dem Wirklichen Staats⸗ rath von Galämin, Direktor der Kaiserl. Porzellan ⸗Fabrik, den Rothen Adler⸗Orden zweiter Klasse; dem Staatsrath von Jasikoff, Direktor der Kaiserl. Glas⸗ und Spiegel⸗Fabriken, und dem Baron Klodt von Jürgensburg, Mitglied der Kaiserl. Akademie der Künste, den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse zu verleihen; Den Geheimen Ober-Finanz Rath Bornemann zum Staats Secretair zu ernennen und ihm den Charakter eines Wirklichen Ge⸗ heimen Ober⸗Justizraths beizulegen; so wie —
Den Direktor des Allgemeinen Kriegs Departements, General Major von Reyher, zum Mitgliede des Staats Raths zu ernennen.
Ihre Königl. Hoheit die Prinzessin Albrecht und Höchst deren Kinder, die Prinzessin Charlotte und der Prinz Al brecht Königl. Hoheiten, sind nach Kamenz in Schlesien abgereist.
Angekommen: Der Geheime Legations⸗Rath und Minister Resident bei den Vereinigten Staaten von Nord⸗Amerika, von Rönne, von Washington.
Abgereist: Der Königl. Dänische Kammerherr, außerordent liche Gesandte und bevollmächtigte Minister am hiesigen Hofe, Graf von Reventlom, nach Schwerin in Mecklenburg.
Zeitungs-Uachrichten.
Ausland.
6““ JEE16161686“
Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 27. Mai. In der heutigen Sitzung erstattete der Baron von Ladoucette Bericht über verschiedene, die Freiheit des Unterrichts betreffende Bittschriften. In allen diesen Bittschriften, sagte der Berichterstatter, verlange man das Erscheinen des Gesetzes, welches in der Charte versprochen wor den sey, und in einer derselben wimmele es von Beleidigungen gegen die Universität. Die Kommission habe sich nicht veranlaßt gefunden, die verschiedenen Systeme der Bittsteller zu erörtern; nur drücke sie, im Iuteresse der Gesellschaft, den Wunsch aus, daß die Universität ihre Rechte beibehalte. So wie der Staats Rath in seiner Sphäre und der Cassationshof in der seinigen, so sey auch die Universität in ihrer Sphäre die Repräsentation der nationalen Einheit. In Be⸗ tracht, daß das Ministerium sich verpflichtet habe, ein Gesetz über den öffentlichen Unterricht vorzulegen, schlage die Kommission vor, jene Bittschriften durch die Tagesordnung zu beseitigen.
Herr von Laroche⸗Jach quelin: Es ist nicht meine Absicht, Alles das zu unterstützen, was die Bittschriften enthalten, aber ich will einen Grundsatz vertheidigen, den die Charte von 1830 feststellt, indem sie die Freiheit des Unterrichts verheiczt. Die Erfüllung dieses Versprechens erwartet
das Land seit 13 Jahren. Ich gestehe, m. H., daß ich nicht begreife, wie
Männer, die das Prinzip der religiösen Freiheit wollen, Anstand nehmen tönnen, dem Prinzipe der Unterrichts Freiheit seine volle Ausdehnung zu
geben, da jene beiden Prinzipien doch so eng mit einander verbunden sind. Viele Familienväter beklagen sich darüber, daß der Unterricht der Universität
nicht religiös genug sey; ich sage, bemerken Sie dies wohl., nicht religiös
genug, keinesweges nicht katholisch genug. Die Universität ertheilt ohne
Zweifel vielfachen Unterricht; sie befördert auf das angele gentlichste die Fortschritte in den Wissenschasten; aber ist dies Alles, was man von ihr verlangen kann? Nein, sicherlich nicht. Die Erziehung geschieht theils durch Lehren, theils durch Beispiele. Nun ist aber die Universität weden katholisch, noch protestantisch, noch jüdisch, noch muhamedanisch; sie hat mit einem Worte gar keinen religiösen Namen (Heftiges Murren.) Sie ist keine katholische Universität; sie kann keine seyn, ....
Mehrere Stimmen: Um so besser! Die Kinder der Protestan⸗ ten müssen eben sowohl zugelassen werden, als die Kinder der Katholifen.
Herr von Laroche⸗Jacquelin: Um so schlimmer, wollen Sie sagen; denn man kennt Sie nicht, man weiß nicht, mit wem man zu thun hat. Ich sage nicht, daß die Universität unmoralisch sey, ich sage nur, daß sie keine religiöse Specialität hat. Die Leute aber, welche an ihrer Religion hängen, welche glauben, daß die Kinder durch Lehren und durch Beispiele erzogen werden müssen, wünschen natürlich, daß ihre Kinder die Gebräuche der Religion befolgen, der sie selbst angehören. Die Universität kann die Kinder nicht in dieser religiösen Richtung erziehen, und der Wunsch, sie von Männern erziehen zu lassen, welche sich zu der Religion bekennen, der
man selbst angehört, ist daher eben so natürlich als allgemein. Man be⸗ willige den Familienvätern die Bürgschaften, welche das Gesetz ihnen ver sprochen hat, und die man ihnen nicht vorenthalten darf, wenn man gerecht seyn will. Man hat, jenen Versprechungen gegenüber, das Schreckbild der Jesuiten aufgestellt, aber, m. H., heutzutage glaubt Niemand mehr an Jesuiten. (Oho!) Was mich betrifft, ich glaube nicht daran! (Gelächter.) Eine Stimme: Gehen Sie nach Lyon, oder blicken Sie sich in
der Nähe um, so werden Sie welche sehen. — „ Ler‚rr von Laroche⸗Jacquelin: Ich kenne keine Jesuiten. Höch⸗ stens kann man, meiner Ansicht nach, in Betracht der Auslegung, die man den Artikeln der Charte giebt, die Verfasser jenes Fundamental⸗-Paktes Je⸗ suiten nennen. (Unterbrechung.) Ich glaubte bis zum Jahre 1828 an die Jesuiten, weil man so allgemein über dieselben schrie, und ihnen alles Un heil beimaß; später gestand man freilich ein, daß die Jesuiten nur ein Vorwand gewesen waͤren. (Gelächter.) Da keine religiöse Körperschaft ohne Genehmigung der Regierung bestehen kann, und da die Jesuiten eine solche Genehmigung nicht erhalten haben, so ist es thörigt, von ihnen zu sprechen. Ihr Name ist eine Art von Schreckbild, welches man seit einiger Zeit auf den Lehrstühlen benutzt. In England, in Belgien, in den Ver einigten Staaten hat man keine Furcht vor den Jesuiten und kümmert sich nicht um sie. Ich fürchte sie nicht, weil ich nicht glaube, daß ein großes Land wie das unsrige, von den Jesuiten beherrscht werden könne. Ich for— dere den Minister des öffentlichen Unterrichts auf, das Gesetz über die Frei⸗ heit des Unterrichts vorzulegen; ich sordere die Vollziehung der Versprechen der Charte; ich wünsche, daß die Universität ihren Frieden mit der katholi schen Religion schließe, und daß jene traurigen Angriffe von beiden Seiten aushören mögen. Ich trage auf die Verweisung der Bittschriften an den Minister an.
Herr O. Barrot: Wenn, wie ich glaube, die Kommission nur über diejenigen Bittschriften zur Tagesordnung gehen will, die unziemliche und
unüberlegte Angriffe gegen die Universität enthalten, so schließe ich mich diesem Wunsche an; wenn aber jener Antrag sich auf alle Bittschriften be⸗
ziehen soll, welche direkt oder indirekt die Freiheit des Unterrichts beantra⸗ gen, so werde ich die Tagesordnung beklämpfen. Der Minister des öffentlichen Unterrichts:
Prinzipe der Freiheit des Unterrichts schließe ich mich an, natürlich unter der Bedingung, daß es durch ein Gesetz geregelt wird. (Beifall.) Man
hat auf dieser Rednerbühne gesagt, daß die Universität eben so wenig katho
lisch, als jüdisch, als muhamedanisch seyv, was hat man damit sagen wollen? Man hat doch gewiß nicht die Absicht, die religiöse Freiheit zu beeinträch⸗ tigen oder zu behaupten, daß der jedem Kultus verliehene Schutz eine
Schwächung oder eine Erniedrigung des Katholizismus sey? Die Univer sität ist sehr katholisch, insofern sie Sorge dafür trägt, die religiöse Erzie hung der zahlreichen Zöglinge zu sichern, welche dem katholischen Kultus angehören. Aber, wenn in einem Gomnasium Kinder sind, die sich zu einem anderen Glauben bekennen, so wird auch gewissenhaft Sorge dafür getragen, daß die Religion dieser Kinder geachtet und ihnen Gelegenheit gegeben werde, sich der Lehren derselben zu erfreuen. Dies ist die Weise, wie die Universität die große Pflicht begreift, die ihr auferlegt worden ist, und von der sie sich durch keinen ungerechten Angriff wird abbringen lassen. (Leb hafter Beifall.)
Nachdem die Debatte noch eine Zeit lang fortgedauert hatte, ward die eine Bittschrift, welche beleidigende Aeußerungen gegen die Universität enthielt, durch die Tagesordnung beseitigt und die ande ren dem Minister des öffentlichen Unterrichts zugewiesen.
Paris, 28. Mai. Die Regierung publizirt heute nachstehende tele⸗ graphische Depesche aus Algier vom 23. Mai: „Der Herzog von Aumale schreibt unterm 20. Mai aus seinem Lager bei Chabounia: „„Die Sma lah Abd el Kader's ist in unsere Hände gefallen, sein Schatz ist geplündert, seine regulaire Infanterie getödtet oder aus einander gesprengt worden. Vier Fahnen, eine Kanone, zwei Laffetten, eine unermeßliche Beute, zahlreiche Mannschaften und Heerden sind in unserem Besitz.““ Der Prinz sollte am 22sten in Baghar ankommen. Die Beute wird von seiner Kolonne nach der Metidscha gebracht werden.“ (Das Wort Smalah umfaßt im Arabischen Alles dasjenige, was wir in Europa Equipagen, Gefolge, Familie und Dienerschaft nennen.)
Der Messager publizirt einen Bericht des Generals Bugeaud aus Tenez vom 17ten d., worin er die Operationen detaillirt, welche er unternommen hat, um die Verbindungen zwischen dieser Stadt und dem Lager bei El Esnam zu sichern. Am 11ten und 12ten fanden zwei ziemlich bedeutende Gefechte statt; in dem letzteren nahmen wir dem großen Stamme der Ibihas 1900 Gefangene, 3 — 400 Pferde und 10 — 12,000 Stück Schlachtvieh ab. In Folge dieser Razzia
haben sich alle Stämme von Tenez bis nach der Mündung des Chelif
unterworfen. Der General Changarnier hat in Ouanseris, so wie die Generale Lamoricière, Gentil und Bedeau in der Provinz Oran wesentliche Erfolge erlangt. Der General Baraguay d'Hilliers ist mit seinen Truppen am 14ten nach Konstantine zurückgekehrt. Seine Erxpedition hatte 39 Tage gedauert und war durchgehends von einem
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glücklichen Erfolge begleitet gewesen.
= Paris, 28. Mai. Die Kommission zur Prüfung des vom inisterium vorgelegten Gesetz Entwurfes über die Errichtung eines aus Staats⸗Ministern bestehenden Geheimrathes des Königs war, wie bereits bekannt, entschieden im Sinne des Ministeriums ausgefallen. Sieben der ernannten Commissaire gehören der konservativen Partei, nur zwei der Opposition an, und man ist daher zu der begründeten
Annahme berechtigt, daß das Gesetz auch in der Kammer selbst durch gehen werde.
Die Pairs⸗Kammer wird demselben voraussichtlich kein Hinderniß in den Weg legen. Abgesehen davon, daß in der Kammer schon seit mehreren Jahren die Zweckmäßigkeit, ja Nothwendigkeit eines solchen Rathes der Krone gefühlt, und Wünsche für die Wie derherstellung desselben wiederholt laut geworden waren, hatte auch der König selbst bei mehrfachen Anlässen sich entschieden dafür ausge sprochen, und von ihm ist auch die Anregung zu der Vorlegung des betreffenden Gesetz-Entwurfs ausgegangen, nachdem er darüber mit den hervorragendsten Staatsmännern Frankreichs sich berathen und allseitig eine mit der seinigen übereinstimmende Ueberzeugung gefun⸗
w f - Auch ich verstehe den Antrag der Kommission so, daß sie nur die ungerechten und unpassenden Angriffe gegen die Universität durch die Tagesordnung beseitigen will. Dem
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den hatte. Die Vorlegung des Gesetzes war nur deshalb nicht frü⸗ her bewerkstelligt worden, weil man erst ganz sicher seyn wollte, daß dasselbe in der Art, wie es von der Regierung an die Kammer ge⸗ bracht wurde, von einer mehr als blos hinreichenden Majorität un⸗ terstützt und votirt werden werde. Diese Sicherheit ist nun gegeben, da außer der ganzen konservativen Partei auch der größte Theil des linken Centrums sich dafür erklärt und namentlich auch Herr Thiers das⸗ selbe aus allen Kräften zu unterstützen versprochen haben soll.
Der wesentliche Punkt, der zu lebhaften Debatten Veranlassung geben wird, ist, daß der Krone vollkommen freie Hand gelassen wer⸗ den soll in der Auswahl derjenigen, welche sie zu Mitgliedern des Geheimen Rathes in der Eigenschaft von Staats⸗Ministern zu berufen für angemessen findet, daß ihr darin nicht durch Festsetzung bestimmte Kategorieen, welche berufen werden müßten, irgend ein Zwang au erlegt werde. Die Opposition will nämlich versuchen, die Aufnahme einer Bestimmung in das Gesetz zu erlangen, wonach jeder sein Portefeuille niederlegende Minister eo ipso den Rang eines Staats⸗ Ministers und Eintritt in den Geheimen Rath erhalten würde. Wenn eine solche Bestimmung durchginge, so könnte beispielsweise der Fall eintreten, daß ein Minister, dessen Verwaltung dem König die gegründetsten Ursachen zur Unzufriedenheit gegeben hätte, und der daher natürlich nicht als Mann des Vertrauens der Krone betrachtet werden könnte, derselben dennoch als bleibender Rath gewissermaßen aufgenöthigt würde, was sicherlich eine Nieman⸗ den zusagende Lage der Dinge begründete, die auch zur Beförderung der Interessen des Landes und der damit innigst verknüpften des Thro⸗ nes nicht eben heilsam seyn dürfte. Das Ministerium und seine Freunde sind daher entschlossen, jeder derartigen Modification des Gesetzes aufs entschiedenste sich zu widersetzen und lieber das ganze Gesetz fallen zu lassen, als zu der Aufnahme einer solchen Bestim⸗ mung in dasselbe ihre Zustimmung zu geben. Eine sogenannte mi⸗ nisterielle Frage wird ohnehin nicht aus dem Gesetze gemacht, wi wohl man wünscht, daß dasselbe mit der größtmöglichen Anzahl von Stimmen durchgehe.
Die Debatte über dieses Gesetz wird auch wohl dazu beitragen, die neue Stellung in klares Licht zu bringen, welche Herr Thiers sich allmälig zu geben gewußt hat. Der größere Theil und auch der ge⸗ mäßigtere des linken Centrums werden dabei einen neuen Beweis ihrer im Grunde doch mehr oder minder konservativen Gesinnungen ablegen, und die Kluft, welche sie von der durch Herrn Odilon Bar⸗ rot angeführten eigentlichen Linken trennt, wird nur noch mehr her⸗ vortreten. Die Polemik, welche sich schon seit einiger Zeit zwischen dem Constitutionnel auf der einen, und dem Sieecle und Courrier frangçais auf der anderen Seite, über die Stellung des Herrn Thiers entsponnen hat, mußte auch für den in das wahre Sachverhältniß minder Eingeweihten Fingerzeige genug geben, über die darin vorgegangene Umwandlung. Ich bin aber im Stande, Ihnen noch genauere Andeutungen in dieser Beziehung mitzutheilen.
Bis in die letzte Zeit herein hatte man noch immer von dem Grafen Molé als bestimmt gesprochen, die Erbschaft des Portefeuilles des Herrn Guizot zu übernehmen, wenn die Umstände früher oder später doch die Nothwendigkeit eines Minister Wechsels herbeiführen.
sollten, und es ist allerdings eine nicht zu bestreitende Thatsache, da Graf Molé unter der konservativen Partei selbst eine nicht unbeden tende Zahl von Anhängern hat, die schon früher vor und zur Zeit der Coalition von 1839 bis zu seinem Rücktritte ihm treu zur Seite gestanden hatten, die nachmals nie recht zu einem Anschlusse an das Ministerium vom 12. Mai sich verstehen wollten und selbst zu dessen Sturz mitwirkten, und die auch jetzt die Rückkehr des Grafen zu den Geschäften freudig begrüßen würden. Ich habe nicht nöthig, hier die einzelnen Chefs der konservativen Partei namentlich zu bezeichnen, die in diese Kategorie zu rechnen sind; ihre Namen sind so oft angeführt worden, daß eine Wiederholung derselben hier übe flüssig wäre. Aber seit kurzem will man die Gewißheit haben, daß Graf Molé nichts mehr von einer neuen Uebernahme der Leitung der Verwaltung hören wolle. Er soll darüber seinen politischen Freunden die bestimmtesten Erklärungen gemacht und namentlich sein heranrückendes Alter mit als Grund dieses Entschlusses angegeben haben. Auch hat zwischen ihm und Herrn⸗ Thiers in der letzten Zeit eine Annäherung stattgefunden. Diese Annäherung erklärt sich aus dem offenkundigen Einlenken des Herrn T hiers von der oppo⸗ sitionellen Stellung zu den konservativen Tendenzen. Wirklich ist es auch Herrn Thiers gelungen, allmälig die Gesinnung eines nicht un⸗ beträchtlichen Theils der konservativen Partei selbst wieder günstiger für sich zu stimmen. Seitdem Herr Thiers bei mehreren Anlässen vn Wort und That gezeigt hat, daß es ihm mit dem Willen zur Aufrechthaltung des Thrones, der Dynastie und des monarchischen Prinzips wirklich Ernst ist, seit dieser Zeit ist auch sein Stern am politischen Horizonte Frankreichs wieder gestiegen. Die Erfahrungen welche Herr Thiers 1840 gemacht hat, sind für ihn nicht verloͤren gegangen, und er ist zu der vollsten Ueberzeugung gelangt, daß mit einer solchen Politik, wie er sie damals durchführen zu können glaubte nicht nur nirgends etwas ausgerichtet, sondern sogar Alles auf das Spiel gesetzt wird, was mit so schweren Opfern und nach so langen und blutigen Kämpfen mit Mühe erreicht worden ist. Herr Thiers, “ dem Gedanken sich trug, so ohne Weiteres eine Million Soldaten nach dem Rhein zu werfen und dort die Schlappe von Syrien wieder gut zu machen, so nebenbei aber auch ganz Europa aufs neue in Feuer und Flammen zu setzen, Herr Thiers ist jetzt der entschiedenste Vertheidiger der Ideen des Friedens geworden und wird sich, wenn er wieder ans Ruder gelangt, was jedoch noch längere Zeit nicht eintreten dürfte, wohl hüten, noch einmal zu der abenteuer⸗ lichen Experimental⸗Politik zurückzukehren, welche ihm beinahe seine ganze staatsmännische Zukunft abgeschnitten hätte. 8 — —q—
Srossbritanien und Irland. 8
London, 27. Mai. Das erwähnte Schreiben, welches der katholische Erzbischof in Dublin in Bezug auf die neuliche Erflaärung des katholischen Bischofs von Ardagh, baß alle katholischen Geistlichen in Irland Anhänger der Repeal 2 an die Geistlichen seiner Diözese erlassen hat, lautet folgendermaßen: 8 — 280, s S-n.Ne 22. folg Geliebte Brüder! Ihr müßt * 7 äußersten Erstaunen die Nachricht gelesen haben, F FAasan hee 5 öffentlichen Blättern enthalten war und meldete, daß alle katholi