“
18. und endlich durch die Abschaffung des großen Uebels, daß das
Volk für zwei Kirchen zugleich steuern muß, dasselbe sich günstig stimmen. . . 8 In der That, das Projekt Lord Alvanley's ist das einzige ver⸗ ständige bis jetzt in Vorschlag gebrachte Mittel, Irland zu regieren, und müßte, wenn es ausgeführt würde, unfehlbar den Frieden und die Ruhe des Landes sichern. Wir haben an einem früheren Orte schon von dem Einfluß der Geistlichkeit in Irland auf das Volk ge⸗ sprochen und gezeigt, wie dasselbe nur durch Priester und Agitator geleitet wird und werden kann. Entweder die Regierung muß sich also den Einfluß O'Connell's dienstbar machen, oder als das zweite volksthümliche Mittel die Priesterschaft zu einer ihr dienstbaren Macht erheben. Das erste verweigert wenigstens eine Tory⸗Verwaltung, und wir glauben mit Recht, dem zweiten aber scheint nichts im Wege zu stehen, wenigstens nichts von Seiten eines Tory⸗Kabinets Sir Robert Peel's, der in Hinsicht der Ansprüche der hohen Kirche des Landes auf dem Wege ist, sich von den Ultra⸗Tories, einem Sir R. Iuglis und Anderen zu trennen. Diese freilich sprechen noch immer, der Staat soll sich mit keiner anderen als der wahren Religion verbinden, aber ihre Sprache findet nur noch in kleinen Kreisen Anklang, und selbst Mr. Gladstone, die junge Hoffnung der hohen Kirche, hat an⸗ gefangen, mit seinem eminenten Talent ihr lauer zu dienen. Der Grundsatz, daß der Staat sich mit jeder Religion verbinden soll, welche die Religion. des Volkes ist, sindet dagegen mehr Vertreter und das Projekt Lord Alvanley's darum von Seiten der meisten Konservativen einen mächtigen Anhang.
Aber das Projekt hat einen Fehler; es ist unausführbar gerade durch ein Tory⸗Kabinet. Auf der einen Seite wäre damit die von
vielen Nachtheilen begleitete entschiedene Trennung desselben von den DOrangisten und eifrigen Protestanten in Irland ausgesprochen, auf
der anderen würde das Kabinet den furchtbaren Kampf mit dem Ir⸗ ländischen Agitator nicht bestehen können. Gesetzt auch, Sir R. Peel trotzte im Parlamente den Anathemen der Ersteren, er würde den Letz⸗ teren schwerlich überwinden. Augenblicklich würde O'Connell die ses „Attentat Englands auf die Freiheiten und die Religion Ir⸗ lands“ dem Volke denunziren, von allen Tribünen herab die schuldigen
Priester anklagen, welche um ein wenig Gold ihren Gott und ihr Vaterland an die „Sächsischen Ketzer“ verkauften, und damit das Miß
trauen gegen dieselben rege machen, welches mit Haß und Verach tung, also Vernichtung ihres Einflusses, endete. Wenn also die vor geschlagene Maßregel Lord Alvanley's ausgeführt werden sollte, so müßte sie erst von der Volks Partei, von O'Connell angenommen und vorgeschlagen werden, die Aussöhnung der Tories mit der radi kalen Partei vorhergehen, eine Unmöglichkeit, die wir schon öfter an gedeutet haben. Das Einzige, was Sir R. Peel von dem Vorschlage Lord Alvanley's brauchen könnte, ist der Rath, mit dem Päpstlichen Stuhle in regelmäßige diplomatische Beziehungen zu treten, um Ein fluß auf die Ernennung der katholischen Bischöfe und die allgemeine Verfassung der katholischen Kirche im ganzen Britischen Reiche zu er langen, was nicht blos für Irland, sondern auch für Kanada von wohlthätigen Folgen seyn dürfte. So ist es kaum möglich, zu errathen, wie das Kabinet Peel sich das Herz des Irländischen Volks gewinnen könnte. Von der einen Seite keine Veränderung in der Gesetzgebung, von der anderen eine gemäßigte in ihren Chefs wohlwollende Verwaltung, die aber noth wendig parteiisch, deren Organe mehr als zur Hälfte voll von Vor urtheilen sind, das ist Alles, was es Irland bieten kann, diesem Irland, das seit Jahrhunderten leidet, duldet, klagt. Und dennoch, wenn man auf das vergangene Jahr zurückblickt, findet man dies Land so ruhig, wenigstens dem Anscheine nach in so tiefem Frieden, wie zur glück⸗ 8 lichsten Zeit der Whig-Regierung. Gewiß eine außerordentliche, von Keinem vorhergesehene Erscheinung. Man hätte glauben sollen, die radikale Partei würde aus der Gelangung der Tories zur Macht eine neue Verstärkung ziehen, aber nichts weniger als das. Vergebens hat O'Connell geschrieben und gesprochen, mehr als sonst, bald in der wöchentlichen Reunion der Repeal⸗Association, bald in den expreß zu sammenberufenen Meetings, vergebens haben seine Unterfeldherren, namentlich sein Haupt⸗Friedensstifter (head pacisicator), Tom Steele, das Volk wenigstens alle 14 Tage einmal zur Revolte gerufen. Ir land blieb ruhig; das Volk schien des Revoltirens nach 10 jähriger Ruhe unter der Whig-Verwaltung entwöhnt zu seyn. Und es geschah noch mehr. Vornehme Kotholiken, wie der Graf von Shrewsbury, anerkannte Anhänger des Repeal⸗Bundes, wie Mr. O Brien, radikale Whigs, wie Mr. Ponsonby, haben sich von O'Con nell losgesagt, eben so scheinen die gemäßigten Liberalen, mit dem Her zog von Leinster und Lord Charlemont an der Spitze, keine systema tische Opposition gegen das neue Kabinet bilden zu wollen; kurz die gefürchtete Schwierigkeit Irlands schien gehoben. Lord Morpeth kam zwar im Anfange des vorigen Jahres nach Irland, und ihm ward hier von allen Nüancen der liberalen Partei ein großes Banquet un ter Leitung des Lord Clanricarde gegeben, bei welchem das Mini sterium sich von allen Seiten, ohwohl mit mehr Mäßigung, ange griffen fand und Lord Eliot's Benehmen als eine exemplarische Heu chelei und Falschheit dargestellt wurde, indeß gewann doch bald dar
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auf ein ministerieller Kandidat, Mr. Gregory, bei der Besetzung des durch den Tod eines Ultra⸗Toryistischen Parlaments⸗Gliedes erledigten Sitzes über seinen mächtigen Gegner, den Lord Morpeth, eine Ma⸗ jorität von 290 Stimmen. Alles das beweist, daß die katholische und liberale Partei in Irland eher einen Schritt rückwärts als vorwärts gethan hat, es scheint zu beweisen, daß die versöhnliche Politik der Regierung ihren Zweck nicht verfehlt.
Aber ist wohl der Erfolg des Ministeriums in Irland ein wahrer, von ihm vorbereiteter, ist es ein Erfolg von Dauer? Wenn wir wissen, daß das Kabinet Peel isolirt dasteht, keine feste Verbindung mit seiner eigenen Partei in Irland, von der es mit ängstlichem Mißtrauen angesehen wird, keine innige Verbindung mit dem Irlän⸗ dischen Volke hat, dem der bloße Name Tory von seinen Führern als hassenswürdig gelehrt ist, in direkter Opposition mit den gemäßig ten Liberalen, den Whigs, steht, deren frühere Politik in Bezug auf Irland es bekämpft hat, so müssen wir die glücklichen Erfolge in anderen Umständen als in der versoöhnlichen, Keinen zufriedenstellenden Sprache der Regierung (denn gethan ist noch nichts) suchen. Diese Umstände sind nicht schwer herauszufinden. Die eigentliche Stärke des Kabinets Peel in Irland liegt in der unglücklichen Idee O'Con nell's, die Auflösung der Union herbeizuführen, welche bei ihm fixe Idee geworden ist. Diese Idee hat für den Augenblick den Herzog von Leinster, Lord Charlemont und andere liberale Häupter in Ir land der Regierung näher gebracht, sie hat in dieser Partei selbst Zwiespalt und Mißtrauen erregt, sie ist es allein, welche die liberale Sache in Irland von derselben Sache in England trennt. Wie weit übrigens O'Connell noch von seinem Ziele entfernt ist, hat er vor noch nicht langer Zeit selbst offenbart, indem er erklärte, daß ihm nicht weniger als 3 Millionen Repealers noch fehlten, und obgleich er bei seinen Enrollirungen eben nicht sehr schwierig zu Werke geht, so z. B. kürzlich drei neue Mitglieder aufgenommen hat, von denen das Eine 6 Monate, das Andere 3 Wochen und das Dritte 24 Stunden alt war, so kann man doch annehmen, daß er erst etwa den 12ten Theil seiner Armee zusammengebracht hat. Aber der mächtige Agitator hat mehr als einen Strang an seinem Bogen, und wenn er sieht, daß Irland sich durchaus weigert, zur Repeal-Fahne zu schwören, so wird er diese Fahne, wie er es schon einmal gethan hat, bald bei Seite legen und andere Mittel zur Agitation hervor suchen. Solche Mittel fehlen ihm nicht; so hat er schon außer der Abschaffung der Zehnten, außer der Einziehung des Besitzthums der protestantischen Kirche, außer der Gleichstellung der beiden Religions Kulte, eine Maßregel vorgeschlagen, nach welcher den Grundbesitzern nicht ferner das Recht zustehen soll, ihre Pächter ohne vorhergegan gene jährliche Kündigung und Entschädigung für die von diesen be wirkten Ameliorationen von den Gütern zu treiben. Dies sind Re formen von Bedeutung; sie sprechen zum Herzen des Volks mehr, als das eitle Vergnügen, ein Parlament in Dublin zu haben; es sind Reformen, die durch keine versöhnliche Sprache verschoben werden können, denen, wenn sie reif geworden, die Regierung nur mit Ge⸗ währung oder Militairgewalt wird begegnen können. Das aber ist die Schwierigkeit Irlands, welche Sir Robert sich nicht verheimlicht, daß er dort weder gewähren, noch zurückweisen kann. Irland ist ruhig, aber diese Ruhe hat keine Dauer *). Einzelne Aufläufe hat kürzlich das Armengesetz verursacht, doch ist das keine allgemeine Bewegung des Volks. Diese Bewegung aber dürfte eintreten, man braucht, um dies vorherzusehen, eben nicht sehr das Herz des Irlän ders zu kennen; die Geschichte des Volks lehrt es, wenn man sie der Betrachtung zum Grunde legt, daß die gegenwärtigen Zustände ihre Analogie in früheren Tory⸗Regierungen sinden. , 8
*) Es wurde dies schon vor einigen Monaten geschrieben, als man nicht voraussehen konnte, daß die Repeal⸗Agitation plötzlich einen solchen
82
Umfang gewinnen würde, wie die letzten Nachrichten, namentlich die Times
vom 13. Mai, es bestätigen. Wir lassen indeß die obigen Bemerkungen stehen, weil wir nichtsdestoweniger von ihrer Wahrheit überzeugt sind und den Grund für die gegenwärtige schnelle Verbreitung der Repeal Doktrinen nicht so sehr in dem gefühlten Bedürfniß des Volks und seinem sehnsüch⸗ tigen Verlangen nach Trennung der Union, als vielmehr in seiner erbitterten Stimmung überhaupt gegen die Tory Regierung finden, so daß es jedes Mittel, welches der Agitator darbietet, ergreift, um seinem Unwillen Luft zu machen.
Am Dienstag den 6. Juni wird die zoologische Sammlung der Univen
sität dem Publikum nicht geöffnet werden. Lichtenstein.
Auswärtige Börsen. Niederl. wirhl. Sch. 53 ½. 5 % 10 100 ¹. 3 % d0. 292. Pass. —. Anesg. —. Zinsl. — Preuss. Prüm. Sch. ö Oesterr. 108. 4 % HRuss. IIope 89 ¼. Antwerpen, 28. Mai. Zinsl. —. Neue Aul. 19 ½. Ilambur g, 31. Mai. Bank-Aclion 1660. Eugl. Bass. III. 8 I. 0 1 ' 0 „ 27. Mai. Cons. 3 % 95 ⅞. Belg. —. Neoue Aunl 20 ½. 298 MeCX. 29 ½. Peru 17 3 8
Amsterdam, 29. Mai. Kanz Rill. —. 5 % Span. 18¹½ 8
Engl. Russ. —. Rras. 73. Chili —. Columb.
Petersburg, 26. Mai. L nd. 3 Met. 37 ⁄. Hamb. 34 72. Paris 401 Poln. à Paris 300 Fl. 81 ½. 4o. 500 PFl. 88 ½. 4o. 200 FI. 31.
Wien, 29. Mues . Actien 1645. Aul. de 1839 I1 1 ½.
EEe““ Börse. Den 2. Juni 1843.
'r. Cour. Cour.
Aclien. Hrierf. Celd.
Fonds. * V veld. [Gem.
Hrl. Pots. Eisenb. 5 8 V 139
8t. Sebuld-Secb. 3 ¾ 103 5 103 ½ [d.,. A0, PL. v. „bJ. 103 M.⁴. Lpz. Bisenb. — 165 4091 d. Prior. Obl. 103 Brl. Auh. Eisecnb. — 130 ¼ do. do. Prior. Obl. 103 ¼ Uüss. Iallb. Eisenb. 72 40. do. Prior. Obl. 93 ithein. Risenb. do. do. Prior. Obl. Berl. Frankf. Eis. d0. do. Priovr. Obl. 103 Crassh. Pos. 40 1062 0I. Xchleus. Eish-, 108²
40. 4„%. 3, 102 Hnrl.-Stet. E. L.A. 5 ½ 114 Ostpr. Ptandbr 8 2 101¼ 10. do. do. I.t. . — 5 11 4⁄ Pomm. 1 8 3 103¹ do. 20 abhgest. ICur- Neoeum 4. 33 103 Scblesnsche do. 3,1018 1012
Königliche Schauspiele.
Sonnabend, 3. Juni. Im Schauspielhause: Die Unvermählte. Drama in 4 Akten, von Kotzebue. (Neu einstudirt.) (Mad. Haizinger: Amalie von Seelen, als letzte Gastrolle. Olle. Neumann: Leopoldine als vorletzte Gastrolle.)
Sonntag, 4. Juni. Im Opernhause: Robert der Teufel. (Neu einstudirt.) (Frau van Hasselt Barth: Isabelle, als vorletzte Gast- rolle. Herr Haizinger: Robert und Herr Pfister: Raimbaut, als Gastrollen. Dlle. Marr: Alice.) Anfang der Oper halb 6 Uhr.
Preise der Plätze: Ein Platz in den Logen des ersten Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr.
Zu dieser Vorstellung bleiben die bereits gekauften, mit Freitag bezeichneten Opernhaus Billets gültig, auch werden die dazu noch zu verkaufenden Billets ebenfalls mit Freitag bezeichnet seyn.
Im Schauspielhause: Mademoiselle de Belle-⸗Jsle. (Dlle. Stich: Gabriele de Belle⸗Isle.)
Montag, 5. Juni. Im Opernhause: Mulier taceat in cecclesia, oder: Die kluge Königin. Hierauf: Liebeshändel.
Im Schauspielhause: Christinens Liebe und Entsagung. (Dlle. Neumann: Christine. Hierauf: Der Zeitgeist. (Dlle. Neumann Hertha von Blumenthal, als letzte Gastrolle.) 38
Preuss. Enghsche! ’ Präm. Sch. dee
1 1 Scebandlung. — 9382
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Kur- u. Neumürk. Schuldverschr.: 3 102 ½¼ Iterliner Stadt Ohhigationen. 3 8 103 Dnz. 40. in Th. — 48 Westpr. Pfandbr. 3 ½ 102 25
121
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EFriedrich A'or — V And. GCIdm. 2 2 .
DDisconto-
8
Königsstüdtisches Theater.
Sonnabend, 3. Juni. Zum erstenmale wiederholt:
Brigadiers. Lustspiel in 2 Akten, von B. A. Herrmann. Das war ich! Lustspiel in 1 Akt, von Hut.
Sonntag, 4. Juni. Das Donauweibchen.
(Zweiter Theil.) Montag, 5. Juni. Der böse Geist Lumpacivagabundus, oder Das liederliche Kleeblatt.
Dienstag, 6. Juni. Einen Jux will er sich machen.
— —
Die beiden Vorher:
Marktpreise vom Setraide. Berlin, den 1. Juni 1843.
Zu Lande: Weizen 2 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf., auch 2 Rthlr. 3 Sgr.
2 Pf.; Roggen 2 Rthlr. 6 Sgr. 11 Pf., auch 2 Rthlr. 3 Sgr.; große Gerste 1 Rthlr. 13 Sgr. 9 Pf.; Hafer 1 Rthlr. 10 Sgr., auch 1 Rthlr. 7 Sgr. 6 „Pf. Eingegangen sind 52 Wispel. Zu Wasser: Weizen 2 Rthlr. 8 Sgr. 9 Pf., auch 2 Rthlr. 6 Sgr. 3 Pf.; Roggen 2 Rthlr. 5 Sgr.; kleine Gerste 1 Rthlr. 12 Sgr. 0 Pf.; Hafer 1 Rihlr. 8 Sgr. 9 Pf., auch 1 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf.; Erbsen 1 Rthlr. 20 Sgr. 3 Pf., auch 1 Rthlr. 25 Sgr. (schlechte Sorte). Eingegangen sind 1321 Wispel 23 Scheffel. Mittwoch, den 31. Mai 1843. Das Schock Stroh 11 Rthlr., auch 10 Rthlr. 1 Rthlr. 15 Sgr., auch 1 Rthlr. 5 Sgr. Kartoffel⸗Preise. Der Scheffel 1 Rthlr., auch 18 Sgr. 9 Pf.
Branntwein ⸗Pr. Ei
Die Preise von Kartoffel- Spiritus waren am 27sten 22 ¼ — 23 Rthlr., am 30. Mai 22 ½ — 22 ¼ Rthlr. und am 1. Juni d. J. 22 — 22 ½ Rthlr. frei ins Haus geliefert pro 200 Quart à 54 pCt. oder 10,800 pCt. nach Tralles. Korn Spiritus: ohne Geschäft.
Berlin, den 1. Juni 1843.
Die Aeltesten der Kaufm annschaft von Berlin. Verantwortlicher Redacteur !) r. J. W. Zinkeisen.
Der Centner Heu
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Oben Hosbuchdruckerei.
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Allgemeiner Anzeiger für die Preußeischen Staaten.
Bekanntmachungen.
Kial Citaiion,
Suthoff hierselbst durch Verfügung vom 9üen d. Mts. den Personen Konkurs eröffnet worden, werden sämmtliche unbekannte 1 tember, Vormittags c. 11 Uhr, vor dem Ober⸗ Landesgerichts⸗Assessor Pfeiffer persönlich oder durch zulässige Bevollmächtigte, wozu die Justiz⸗-Kommissa rien Harte und Pabst in Vorschlag gebracht werden, zu erscheinen, ihre Ansprüche an die Konkursmasse ge⸗ bührend anzumelden und deren Richtigkeit nachzuweisen. Diejenigen Gläubiger, welche in diesem Termin nicht erscheinen, sollen mit allen ihren Forderungen an die Konkursmasse präkludirt und es soll ihnen dieserhalb gegen die übrigen Kreditoren ein ewiges Stillschweigen auferlegt werden. Magdeburg, 23. Mai 1843.
Königl. Land⸗ und Stadtgericht. fracht, befördert.
. Abfahrt von Nothwendiger Verkauf. b Stadtgericht zu Berlin, den 24. April 1843.
lichsche Grundstück, gerichtlich abgeschätzt zu 8277 Thlr. 18 Sgr. 4 Pf., soll
am 1. Dezember 1843, Vormitt. 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.
Zu diesem Termine werden die unbekannten Real Prätendenten unter der Warnung der Prällusion hier
durch vorgeladen. ö11I“
güter und Vieh,
Berlin-Stettiner Eisenbahn. Die regelmäßigen Güterzüge werden während des “ 12 Pfingstfestes, also für den 4ten, 5ten und 6ten Nachdem über das Vermögen des Uhrmacher Gustav d. Mts. ausfallen, Eilfrachtgüter aber mit Zügen befördert werden. vaüs 19; 11oe Stettin, den 1. Juni 1843. Gläubiger hiermit vorgeladen, im Termin den 6. Sep Das Directorium
Berlin-Frankfurter Eisenbahn. Tägliche Dampfwagen Züge vom 1. Mai 1843 ab. Personen G Abfahrt von Berlin Mrg. 6 Uhr 30 M., Ab. 6 Uhr 30 M.
— Frankfurt 6 .
Ankunft in Frankfurt Mrg. 9 Uhr 15 M., Ab. 9 Uhr 40 M. Berlin —
Mit den Personen⸗Zügen werden zwei Klassen von
Personenwagen I. und II. Klasse, Equipagen und Eil⸗
B. Berlin Morg. 11 Uhr — Min. Frankfurt 11 ⸗ 30 Ankunst in Frankfurt Nchm. Das in der Papenstraße Nr. 22 belegene Saeuber⸗ Berlin 9 2 16 1 Mit den Güter⸗Zügen werden Personen in Perso⸗ nenwagen II. Klasse und auf Stehplätzen, so wie Fracht befördert. Tare und Hy Der Verkauf der nuten vor dem Abgange der Züge; die Passagiere auf den Zwischenstationen haben sich jedoch X Stunde vor der bestimmten Abfahrt einzufinden. — Gepäck muß in jedem Falle mit dem Namen des Ei genthümers und dem Bestimmungsort deutlich bezeich⸗
der Berlin-⸗Stettiner Eisenbahn
Gesellschaft.
haben ist.
Gesellschaft.
45 72„ Außer den nach 9 ⸗ 30 ⸗ 10 ⸗10
Güter⸗Züge.
2 Uhr 45 Min.
Passagier⸗Billets geschieht bis 5 Mi
Das Passagier
ner benutzt werden.
net, eine halbe Stunde vor Abgang der Züge, unter Vorzeigung des Fahrbillets, in die Passagier Ge⸗ päck⸗Erpedition abgeliefert werden; die Einlieferung der Equipagen und Eilfracht muß eine Stunde, diesenige der Güter in die Waaren⸗Magazine auf den Bahnhö fen zur Versendung mit den Güterzügen jedoch am Abend vor Abgang der betreffenden Züge erfolgen. Die näheren Bestimmungen ergiebt das Betriebs-Re⸗ Berlin, den glement, welches auf allen Stationen für 1 Sgr. zu Die Direction der Berlin Berlin, den 1. Mai 1843 Die Direction der Berlin-Frankfurter Eisenbahn
und zurück I. Klasse 12 ½ Sgr., II. Klasse 7 ½ Sgr., nach Friedrichshagen und Erkner hin und zurück I. Klasse 25 Sgr., II. Klasse 15 Sgr., jedoch ohne Mitnahme von Passagiergepä⸗ ck, stattfinden. hen von Berlin Nachmittags um 2 Uhr 30 Minuten und von Erkner Abends 9 U. hr ab. Vom 4. Juni c. an können auch diese für die Hin⸗ und Herfahrt von Berlin nach Köpnick und Erkner ge lösten Billets zu den gewöhnlichen Morgen⸗ und Abend Personenzügen von Berlin aus bis Köpnick und Erk⸗
Zten Pfingst⸗
Es ist die Veranstaltung getroffen, daß diejenigen Personen, welche von Friedrichsh agen aus die Müggelberge, so wie von Erkner die Kra nichberge und Rüdersdorfen Kalkberge be⸗ suchen wollen, Gondeln und Kähne zu Frie drichshagen und Erkner zu mäßigen Fahr⸗ pveisen antreffen.
Berlin, den 31. Mai 1843.
Frankfurter Eisenbahn⸗ Gesellschasft.
bce s8 8 Dampfschifffahrt zwischen Magdeburg und Hamburg. 8
Berlin-Frankfurter Eisenbahn. Dienst sür den Monat Juni unserer Bekanntmachung vom 25sten d. Mts. an jedem Mittwoch und Sonn⸗ tag stattsindenden Vergnügungsfahrten von Ber⸗ lin nach Rummelsburg, Köpnick, Friedrichshagen und Dauer der Reise Erkner hin und zurück, werden aäuch gleiche Fahr⸗ ten an dem bevorstehenden 2ten und feiertage zu denselben ermä zigten Preisen, nämlich nach Rummelsburg und Köpnick hin
von Magdeburg wöchentlich neunmal laut Fahrplan.
Abgangszeit resp. 7, 10 Uhr Morgens und 8 Uhr Abends. niederwärts 16 Stuuden, aufwärts 32 , den Dienstag von Magdeburg, „ Freitag von Hamburg.
Die um 10 Uhr Morgens und 8 Uhr Abends abge⸗ henden Dampfschiffe korrespondiren genau mit der An kunft der Eisenbahn-⸗Züge von Leipzig und Berlin; je doch nehmen die Abends und zwar Dienstag und Frei tag abgehenden Eil⸗Dampfschiffe nur direkte Passagiere nach Hamburg, da sie an keiner Station, Wittenberge ausgenommen, anhalten.
Nähere Auskunft und Billette ertheilen die Herren Herrmann & Mever in Berlin, Werderschen Markt Nr. 4.
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Schleppdienste sje
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Die Züge ge
Direection. gez. Holtzapfel.
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Schweiz. 1 Spanien. Madrid. Stimmung der National⸗Garde. 8
Inland. K. önigsberg i. d. N. Einsturz des Marie kirchthurms. 8 1. 2 ““
Preis: 2 Rthlr. für Jahr. 4 Rthlr. — ½ Jahr. 8 Uthlr. - 1 Jahr. in allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung.
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Amtliche Nachrichten.
Landtags⸗Angelegenheiten. Düsseldorf. Einsetzung eines Pro⸗ tokollführers. — Mittheilungen des Landtags⸗Kommissarius. — Annahme der Adresse. — Petition wegen Anstellung eines Stenographen und Selbsteensur der Verhandlungen. — Verschiedene Anträge.
Frankreich. Paris. Vermischtes. Briefe aus Paris. (Zur neuesten
Handels⸗Statistik; die Post⸗Convention mit England. — Eisenbahnen; Reise des Königs von Hannover und des Herzogs von Nemours. Die Auflösung der legitimistischen Partei; Baucher's System der Reit⸗ kunst.)
Grosbritanien und Irland. London. Hof⸗Nachrichten. — Par— laments⸗Verhandlungen. Rückkehr des Herrn Ellis von Brasilien. — Vermischtes. Briefe aus London. (Irlands Aufregung und Maß⸗ regeln der Regierung, ihr mit Erfolg entgegenzutreten; angebliche Besitz⸗ nahme der Sandwichs⸗Inseln. — Die Unruhen in Manchester; die Irländische Waffenbill.)
Niederlande. Haag. Schluß Debatte lüüber die Staatsschuld⸗Konver⸗ tirung. Amsterdam. Eindruck der Verwerfung obiger Maßregel. —
Dänemark. Kopenhagen. Ergebnisse des Budgets. —
Deutsche Bundesstaaten. München. Abgeordneten⸗Kammer. Ver⸗ längerung der Session. — Ausschuß⸗Berichte. — Hambu rg. Geneh⸗ migung eines Antrags auf Betheiligung bei der Hamburg⸗Berliner Eisen⸗ bahn am rechten Elbufer. Schreiben aus Frankfurt a. M. (Hol⸗ ländische Fonds.)
Wallis. Aufregung unter den Parteien.
Portugal. Lissabon. Cortes Verhandlungen. 8
Serbien. Von der Türkischen Grä nze. Kara Georgiewitsch will nicht freiwillig abdanken. — Vermischtes.
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. New⸗Jork. Web⸗ ster's Austritt aus dem Kabinet. Gesandter für Ching.
Brasilien. Rio Janeiro. Ankunft des Prinzen von Joinville. — Ueber die Unterhandlungen mit England.
Beilage. Versailles. — Ramler's Denkmal.
Amtliche Nachrichten.
Kronik des Tages.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht 8 Dem Ober⸗Landesgerichts⸗-Rath Michaelis zu Münster den Charakter als Geheimer Justizrath zu verleihen; Den Staats⸗Prokurator Karl Herrmann Zweiffel zu Trier zum Ober⸗Prokurator in Kleve; und Die Landgerichts⸗Assessoren Gottfried Ludwig Otto Eich
horn zu Elberfeld und Stürtz zu Trier zu Staats Prokuratoren, Ersteren beim Landgerichte zu Elberfeld, Letzteren beim Landgerichte zu Koblenz, und zwar beim Untersuchungs⸗Am Simmern zu er⸗
nennen.
Ihre Kaiserl. Hoheit die Herzogin v on Leuchtenb erg ist nach St. Petersburg abgereist.
Der Justiz⸗Kommissarius und Notarius B olzenthal zu Bres lau hat sein Amt niedergelegt, und es ist der Ober Landesgerichts Assessor Hayn zu Breslau zum Justiz „Kommissarius beim dortigen Ober⸗Landesgerichte und zum] Notarius im Departement desselben, vom 1. Juli d. J. ab, ernannt worden.
Bekanntmachung, die Ausreichung neuer Zins Coupons, Serie II. Nr. 1 bis 8, zu den Neumärkschen Schuld⸗Verschreibungen betreffend.
Vom 1. Juli d. J. ab werden zu den Neumärkschen Schuld⸗ Verschreibungen die neuen, den Zeitraum vom 1. III zum 1. Juli 1847 umfassenden Zins Coupons, Serie II. Nr. 1 bis 8, bei der Kontrolle der Staats-Papiere (Taubenstraße Nr. 30) täg lich mit Ausnahme der Sonn⸗ und Festtage, wie auch der zur Kassen⸗Revision bestimmten drei letzten Tage eines jeden Monats
ausgereicht werden.
Damit die Abstempelung der Coupons geschehen kann, sind der gedachten Behörde die Schuld⸗Verschreibungen, nach den Appoints Gattungen und innerhalb derselben nach der Nummernfolge geordnet, mittelst einer bei Empfangnahme der Coupons zu quittirenden Note, wozu die gedruckten Formulare unentgeltlich verabreicht werden, vor⸗ zulegen.
Die Beamten der Kontrolle der Staats Papiere können sich jedoch eben so wenig auf einen Schriftwechsel mit dem Publikum, als auf Uebersendung der Effekten einlassen, sie haben deshalb die An— weisung erhalten, alle derartigen Anträge abzulehnen und die ihnen damit etwa zugehenden Papiere ohne Weiteres zurückzusenden. Ein Gleiches würde geschehen müssen, wenn dergleichen Gesuche an die unterzeichnete Haupt Verwaltung der Staats⸗Schulden gerichtet wer⸗
den sollten. Berlin, den 28. Mai 1843. Haupt⸗Verwaltung der Staats Schulden. von Berger. Natan. Köhler. Knoblauch. Der Deputirte der Neumark. b von Voß. “
Rother.
Anzeige. Die Königl. Akademie der Künste wird am Dienstage den 6ten d. M. um 12 Uhr zur Abstattung des Jahres⸗Berichtes und Erthei⸗ lung der den Schülern zuerkannten Prämien eine öffentliche Sitzung
halten. Die Säle werden um 11 ½ Uhr geöffnet. Die Probe⸗Ar⸗
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beiten der verschiedenen Klassen der Akademie, der Atteliers und Pro⸗ vinzial⸗Kunstschulen bleiben bis zum 13ten d. M. ausgestellt. Berlin, den 2. Juni 1843. Direktorium und Senat der Königl. Akademie der Künste. Dr. G. Schadow, Direktor.
Angekommen: Se. Durchlaucht der General⸗ Major und Com⸗ mandeur der 6ten Landwehr⸗Brigade, Fürst Wilhelm Radziwill, von Neu⸗Ruppin. 8 Der Ober⸗Berg Hauptmann und Direktor der Abtheilung im Finanz⸗Ministerium für das Bergwerks⸗, Hütten⸗ und Salinenwesen, Graf von Beust, von Staßfurth.
Abgereist: Der General Major und Remonte Inspecteur Stein von Kaminski, nach Kissingen.
Der Königl. Niederländische außerordentliche Gesandte und be⸗ vollmächtigte Minister am Kaiserl. Russischen Hofe, Freiherr von Mollerus, nach Dresden.
2. —₰ . Landtags-Angelegenheiten. NMhein⸗Provinz.
Düsseldorf, 19. Mai. Vierte S itzung. Se. Durchlaucht der Herr Landtags⸗Marschall eröffnete der Versammlung, daß er in Betreff der Zuziehung eines Protokollführers mit dem Herrn Land tags⸗Kommissar in Berathung getreten sey, daß demzufolge letzterer den Regierungs⸗Assessor Kühlwetter ersucht habe, dieses Geschäft wäh⸗ rend der Dauer des gegenwärtigen Landtages zu übernehmen und da Herr Kühlwetter sich dazu habe bereit finden lassen, so stehe seiner Einführung nichts weiter entgegen. Ein Abgeordneter des dritten Standes setzt voraus, daß diese Anstellung den Zweck habe, den aus der Mitte der Landtags- Mitglieder gewählten Seecretair in seinen Verrichtungen zu unterstützen, nicht aber denselben seiner Verpflichtung und Verantwortlichkeit als Protokollführer zu entbinden. Mehrere Mitglieder äußern sich in demselben Sinne und der Herr Landtags⸗ Marschall, welcher der Ansicht im Wesentlichen beipflichtet, stellt den darauf eingeführten Regierungs⸗Assessor Kühlwetter der Versammlung mit dem Bemerken vor, daß derselbe bereits mit Verweisung auf sei⸗ nen Diensteid durch Handschlag treue Pflichterfüllung gelobt habe.
Ein Abgeordneter des zweiten Standes erbittet sich das Wort wegen einer ihn persönlich betreffenden Angelegenheit. Nach zuver lässiger Mittheilung sey nämlich in einer benachbarten Stadt das Ge⸗ rücht verbreitet, als habe man in dem bei Eröffnung der ersten Sitzung von ihm vorgetragenen Schema einer Adresse eine Ironie gefunden und aus diesem Grunde sey von Seiten des Landtags sein Antrag nicht angenommen worden. Um sich von diesem Verdacht zu reinigen, habe er den Herrn Landtags⸗Kommissar gebeten, zu gestat ten, daß die betreffende Stelle seines Vortrages im Zusammenhange und wörtlich veröffentlicht werde. Der Hern Landtags⸗Kommissar habe diesem Gesuche gewillfahrt und nichts dawider zu erinnern ge⸗ funden, daß die Veröffentlichung in der Form eines besonderen Nach⸗ trages zu dem für den Druck bestimmten Auszuge aus den Ver⸗ handlungen der ersten Sitzung, welcher ihm bereits vorgelegen hätte, erfolge. Se. Durchlaucht erachten den Wunsch des Abgeordneten für begründet. Ihrer Ansicht nach könne das vorgetragene Schema einer Adresse schon an sich nicht, noch weniger aber bei Ihrer Kenntniß der Persönlichkeit des Herrn Verfassers als Ironie angesehen wer⸗ den. Der wörtliche Abdruck des vorgetragenen Schemas einer Adresse, als Nachtrag zum Berichte über die erste Sitzung, findet allgemeine Billigung. 1
Auf Veranlassung einer Bemerkung des mit Abfassung der zu veröffentlichneden Protokoll-Auszüge vorläufig beauftragten Abgeord⸗ neten, betreffend die Unzulässigkeit der Bekanntmachung nicht abgegan⸗ gener Adreß⸗Entwürfe und die Schwierigkeit einer umfassenden Mit⸗ theilung der darüber stattgehabten Erörterungen, giebt sich ein allge meines Einverständniß damit kund, daß die nicht abgegangenen Adreß Entwürfe, wenngleich ganz unverfänglichen Inhalts, aus Rücksichten der Schicklichkeit nicht abgedruckt werden könnten, hingegen sprechen sich viele Mitglieder für eine unverkürzte Veröffentlichung der Ver⸗ handlungen über die Adresse aus.
Se. Durchlaucht der Landtags⸗Marschall giebt der Versammlung Kenntniß von mehreren inzwischen eingegangenen Mittheilungen des Herrn Landtags⸗Kommissarius. Dieselben bestehen:
1) in einem Schreiben vom 17. Mai d. J, mittelst dessen der von des Königs Majestät Allerhöchst vollzogene Landtags⸗ Abschied vom 17. November 1841 nebst Anlagen mitgetheilt wird, wurde zum Aufbewahren im Archiv an das Sekretariat abgegeben;
2) in einem Schreiben vom 5. Mai d. J., welchem eine von dem Königl. hohen Staats Ministerium vollzogene Uebersicht der Lage, in welcher sich die durch die früheren Landtags⸗Abschiede für die Rhei⸗ nischen Provinzial⸗Stände noch nicht erledigten Angelegenheiten befin den, angebogen ist, welche zum Druck befördert und demnächst an die Mitglieder vertheilt werden wird;
3) in einem Schreiben vom 14ten d. M., welchem Abschrift einer telegraphischen Depesche d. d. Berlin, den 11. Mai Ca⸗, beigefügt ist, Inhalts deren die Nennung der Namen in den lediglich für den Land tag bestimmten Protokollen der Ausschüsse für statthaft erklärt wird, welches dem Ausschusse für Justizsachen zugewiesen wird;
4) in einer Benachrichtigung vom 16ten d. M., wonach auch der für den Abgeordneten Hild aus Saarbrücken einberufene Stellvertre ter Franz Joseph Walter aus Lieser zu erscheinen verhindert und an dessen Stelle der Gutsbesitzer Reinhart, Nicolaus Sohn, zu Ockten eingeladen worden ist;
5) in einem Schreiben vom 16ten d. M., mittelst dessen ein vollständiges Exemplar der Berathungs⸗Protokolle der im vorigen Jahre in Berlin versammelt gewesenen ständischen Ausschüsse mitge⸗ theilt wird; beide Aktenstücke ad 4 und 5 wurden zur Aufbewahrung in das Archiv abgegeben;
Alle Post-Anstalten des In⸗ Sund Auslandes nehmen Bestel⸗- lung an, für Berlin die Expedition der Staats -Zeitung: * Friedrichsstrasse Nr. 72.
65]) in einem Schreiben vom 18ten d. M., mittelst dessen 85 Erxemplare der Proposition ad 2 des Allerhöchsten Dekrets vom 6ter d. M., über das Gesetz, die Kompetenz der Gerichte zur Untersuchung und Bestrafung von Verbrechen und Vergehen in dem Bezirk des Appellationshofes zu Köln betreffend, nebst der dazu gehörigen Denk⸗ schrift, übersendet worden; es sollen diese Eremplare unter die Abge⸗ ordneten vertheilt werden;
7) in einem Schreiben vom 17ten d. M., mittelst dessen für den Fall, daß auf dem gegenwärtigen Landtage noch eine die Ritterguts⸗ matrikel betreffende⸗ Angelegenheit vorgebracht werden sollte, die Art der Zusammensetzung der desfallsigen Kommission angeordnet wird;
8) in einem Schreiben vom 17. Mai, mittelst dessen eine Ein⸗ gabe der Gebrüder Neufville um Aufnahme ihres im Kreise Rhein⸗ bach gelegenen Guts Vershoven in die Rheinische Ritterguts⸗Matrikel, eingesandt wird; 1
9) in einem Schreiben vom 17. Mai, nebst Anlagen, betreffend ein Gesuch des Peter Stommel zu Haus Roland um Verleihung der Qualität des landtagsfähigen Ritterguts für seinen Grundbesitz.
Beide Gesuche werden an die betreffende Kommission verwiesen.
10) In einem Schreiben vom 17ten c., in Betreff der von dem letzten Rheinischen Provinzial⸗Landtage gestellten Anträge wegen Er⸗ maͤßigung der Salzpreise zu Gunsten fabrikatorischer Zwecke; zur Be⸗ richtserstattung an den Finanz Ausschluß verwiesen;
11) in einem Schreiben vom 17ten d. M., mittelst dessen eine Uebersicht des Grundsteuer⸗Deckungs⸗Fonds für die Jahre 1841 und 1842 übersendet wird, geht an den Finanz⸗Ausschuß;
12) in einem Schreiben vom 17ten d. M., wonach die liquidir⸗ ten Diäten für die Subaltern⸗Beamten und das Boten⸗Personal zur Zahlung angewiesen sind, geht nachrichtlich ad acta;
13) in zwei Schreiben vom 16ten resp. 17ten d. M., womit mehrere Exemplare der Geschäfts Ordnung für den Landtag über⸗ sendet werden, welche vertheilt wurden; 4
14) in zwei Schreiben vom 15ten und 16ten, betreffend die eventuelle Wiederbesetzung der bei der Rheinischen Provinzial⸗Feuer⸗ Sozietät vakanten Inspektorstelle, resp. die den Bürgermeistern zu ge⸗- währende Entschädigung für Ertheilung von Auszügen aus dem Feuer⸗ Sozietäts⸗Kataster; werden an den Ausschuß für Provinzial⸗Institute verwiesen;.
43) in sechs Schreiben vom 17ten d. M., betreffend die Hebam
men⸗Anstalt zu Brauweiler.
16) in vier Schreiben vom 19ten bd. M., betreffend die Arbeits⸗ Anstalt zu Köln;
17) in drei Schreiben vom 17ten und 18ten d. M., betreffend das Landarmenhaus zu Trier, welche so wie jene ad 15 und 16 dem 10 ten Ausschusse zugewiesen werden.
Hierauf wird die Berathung über die Adresse wieder aufgenom⸗ men und der Referent der Kommission berichtet: Gemäß dem in der letzten Sitzung ertheilten Auftrage habe sich der Ausschuß für den Entwurf einer Adresse abermals versammelt, und darüber berathen, ob ein ganz neuer Entwurf aufzustellen oder der frühere in entspre⸗ chender Weise abzuändern sey. Man habe sich für die letztere Alter⸗ native entschieden und in dem Ausschusse sich mit dem Entwurfe ein⸗ verstanden erklärt, welchen der Abgeordnete verlieset und welcher nach kurzer Erörterung von der ganzen Versammlung mit Ausnahme von vier Stimmen ungeändert angenommen wird. Die Adresse lautet:
Allerdurchlauchtigster König ꝛc. ꝛc.
Gw. Majestät haben den auf dem sechsten Rheinischen Provinzial⸗ Landtage versammelt gewesenen treugehorsamsten Ständen, so wie der ganzen Provinz in dem Landtags⸗Abschiede vom 7. November 1841 die Allerhöchste Zufriedenheit mit ihren Gesinnungen, ihrem Streben und ihrer Wirksamkeit in Worten zu erkennen zu geben geruht, welche stets ein unvergeßliches Dokument in den ständischen Annalen bleiben werden.
Eine Bestätigung dieses Allerhöchsten Wohlwollens hatten wir das Glück, aus dem Munde unseres Königs selbst zu vernehmen als, zum erstenmale begleitet von der erhabenen, huldvollen Landesmutter, Ew. Majestät im verflossenen Jahre das Allerhöchste Hoflager an die Ufer des Rheins zu verlegen geruhten. Der Weihespruch, mit welchem Ew. Majestät, umgeben von Deutschlands Fürsten und unter dem Jubelrufe des durch die Abgeordneten der Bauvereine vertretenen Deutschen Volkes, an jenem bedeutungsvollen 4. September den Grund- und Denkstein zum Fortbau des großmächtigsten Deutschen Gotteshauses legten,
„dessen Thore für Deutschland durch Gottesgnade die Thore einer neuen, großen, guten Zeit und die Triumph Pforten des Geistes werden möchten, der vor neun und zwanzig Jahren die Ketten brach, die Schmach des Vaterlandes, die Entfremdung der Rhein⸗ ufer wandte.“ 8 Dieser Weihespruch hat uns die ganze Tiefe und Fülle der Königlichen Gesinnung offenbart und uns das Ziel bezeichnet, dessen Erreichung und Befestigung fortan unsere heiligste Aufgabe seyn und blei⸗ ben soll.
Den zum siebenten Rheinischen Landtage berufenen treuen Stän⸗ den haben Ew. Königliche Majestät so eben einen ferneren Allergnä⸗ digsten Gruß entbieten lassen und in dem Allerhöchsten Propositions⸗ Dekret sowohl der zur so sehnlich erwartenden Erweiterung der stän dischen Institutionen, zur Förderung der Industrie und zur Erleich terung der Steuerlast geschehenen Schritte zu gedenken, als die neuen wichtigen Gesetz⸗Entwürfe zu überweisen geruht, deren Berathung der Gegenstand unserer gegenwärtigen Mission seyn soll. 82
Wir geloben, uns dieser Pflicht auf das gewissenhafteste zu unterziehen; dann aber auch die Bitten und Wünsche der Provinz mit der Offenheit und Freimüthigkeit, welche Ew. Königl. Majestät von den Rheinischen Ständen zu erwarten ein Recht haben, an den Stufen des Thrones niederzulegen. Als Organe der Provinz werben wir diesem Berufe gewissenhaft folgen, üibergeugt, daß jeber Miß⸗ klang, welcher mitunter noch durch beschränkende Maßregeln g führt, die freudige Stimmung des IFarleagas . en füshe auf den Fortschritt des Preußischen Volles gerich