1843 / 157 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

allen denjenigen, die zur früheren Nieder⸗Schlesischen

Eisenbahn⸗Gesellschaft Actien ursprünglich ge⸗

eichnet (nicht durch Cession erworben) haben, freigestellt, annoch bis zu dem edachten . ihre

Zeichnungen ganz oder theilweise auf das Nieder⸗

Schlesisch⸗Märkische Eisenbahn⸗Unternehmen auf Grund

der Bestimmungen des veröffentlichten Plans vom

Mai c. zu übertragen, insofern sie innerhalb der

oben festgesetzten Frist den in der Bekanntmachung

om 11ten d. M. gestellten Bedingungen gemäß

1) zehn Prozent der Actiensumme, auf deren Höhe sie sich betheiligen wollen,

2) die ihnen von der früheren Nieder⸗Schlesischen Eisenbahn⸗Gesellschaft über ihren Beitritt resp. Einzahlung ausgestellte Bescheinigung resp. Quit tung und

3) eine von ihnen unterzeichnete, in der unten be merkten Form ausgestellte Beitritts⸗Erklärung

postfrei einsenden. Zur Erleichterung des Geschäfts

wird den Interessenten überlassen, die Einsendung nach ihrer Wahl an das in der Bekanntmachung vom 11ten

d. M. genannte Handlungshaus C. T. Löbbecke L.

Com p. in Breslau oder an das Handlungshaus

Heinrich Keibel in Berlin zu bewirken und sich da⸗

bei nöthigenfalls auch der Vermittelung der auswärti⸗

gen Comité⸗Mitglieder:

a) des Ober⸗Bürgermeisters Gensichen zu Frank furt a. d. O.,

b) des Bürgermeisters Demiani zu Görlitz und

c) des Justizraths Metzke zu Sagan,

zet bedienen. Die einzuzahlenden Beträge werden nach

§. 12, des Plans vom 3. Mai c. bei der Königlichen

Bank niedergelegt und findet nach der ebendaselbst ge⸗

troffenen Bestimmung eine Anrechnung der Anzah⸗

lungen, welche für die früher eingeleiteten Unterneh mungen geleistet worden sind, nicht statt. Dagegen wird der Werth der Vorarbeiten, die Seitens der ver⸗ schiedenen Comités oder in Veranlassung derselben

mittelst jener Anzahlungen beschafft worden sind, gemäß §. 12. des gedachten Plans nach näherer Bestimmung des Königl. Finanz⸗Ministerii vergütet werden. hat sich das Königl. Finanz⸗Ministerium vorbehalten, sonstige Ausgaben und Ansprüche, für welche Gründe der Billigkeit sprechen, nach Vernehmung der gutacht⸗ lichen Vorschläge des Comités resp. der von der Gene⸗ ral⸗Versammlung zu wählenden Direction berücksichti⸗ gen zu lassen.

d chen Actionairs der früheren Niederschlesischen Eisen⸗ bahn⸗Gesellschaft bezieht, während diejenigen Interessen⸗ ten, welche seit dem 28. März 1843 durch den Ban⸗ quier Herrn Arons Wolff zu Berlin zu dem Nie der⸗Schlesischen Unternehmen Actien gezeichnet haben, nach Inhalt der Bekanntmachung vom 7. Mai c. ad 2. an⸗

Auch

Zur Vermeidung von Mißverständnissen wird bemerkt, diese Bekanntmachung sich nur auf die ursprüngli

derweitig berücksichtigt worden sind.

8 8

Berlin und Breslau, den 27. Mai 1843. Das Comité der Nieder⸗Schlesisch⸗Märkischen Eisen⸗ bahn⸗Gesellschaft. Schema zur Beitritts⸗Erklärung. Ich Endes⸗Unterzeichneter erkläre hierdurch, daß ich er unter dem Namen der Nieder⸗Schlesisch⸗Märkischen gebildeten, auf ein Kapital von 8,000,000 Thlr. fun⸗

dirten Eisenbahn⸗Gesellschaft mit einem Actien⸗Kapital

von 8 Stück Actien beitrete, und mich sowohl der von des Herrn Finanz⸗Ministers Excellenz durch den Erlaß vom 3. Mai c. aufgestellten Bedin⸗

gungen, als dem von der Gesellschaft zu beschließenden und von dem Staate zu genehmigenden Statute unter⸗

werfe, auch insbesondere auf jedes Anrecht der Rück forderung der von mir eingezahlten 10 Prozent ver

zichte, sofern die von dem künftigen Gesellschafts⸗Vor

stande auszuschreibenden ferneren Einzahlungen auf den

gezeichneten Actienbetrag von mir nicht in der festzu⸗

Derjenige Pflug, welcher

8 der Pferde anzugeben.

setzenden Zeit geleistet werden sollten. (Ort, Datum und Unterschrift.

Verein fuͤr Pferdezucht u. Pferde⸗Dressur. Der Verkauf der Billets zur Tribüne beginnt unter den bekannten Bedingungen (ein Billet für alle drei Tage zu 1 Rtlr.) Sonnabend, den 10. Juni, in dem Versammlungs⸗Lokal des Vereins, Dorotheenstraße No. 11. Das Büreau ist von da ab täglich von 8 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends geöffnet. Dieje nigen Herren, welche dem Verein beizutreten wünschen, werden ersucht, sich gleichfalls dorthin zul wenden, so wie auch die rückständigen Beiträge dort angenommen werden, wobei wiederholt bemerkt wird, daß nur dieje⸗ nigen Mitglieder an der Verloosung der gekauften ferde Theil nehmen, deren Beiträge eingegangen sind. Die Konkurrenzen sind durch den letzten Jahres⸗ Bericht veröffentlicht worden; da die zur Prüfung der Zugkraft indessen noch nicht hinreichend bekannt gewor⸗ en seyn möchten, so werden dieselben im Auszuge achstehend nochmals mitgetheilt. Am ersten Renntage, den 17. Juni. Erste Prüfung der Zugkraft. Wettpflügen. einen Magdeburgischen Mor gen in der kürzesten Zeit abpflügt, erhält eine Prämie von 100 Rtlr. Kur., der zweite 10 Rtlr. Kur. Zweite Prüfung der Zugkraft. Dasjenige Pferd, welches, vor einen Flaschenzug gespannt, den höchsten Kraftgrad entwickelt, erhält eine Prämie von 100 Rtlr. Kur., das zweite 10 Rtlr. Kur. Am zweiten Renntage, den 19. Juni. Dritte Prüfung der Zugkraft. Wettziehen schwerer Last. Diejenigen Pferde, welche einen bela⸗ denen vierrädrigen Wagen am weitesten ziehen, erhal⸗ ten eine Prämie von 100 Rtlr. Kur., die zweiten 10 Rtlr. Kur. Am dritten Renntage, den 20. Juni. Vierte Prüfung der Zugkraft. Wettfahren mit beladenen, mit 2 Pferden bespannlen Wagen, auf ½ Meile. Wer zuerst das Ziel erreicht, erhält eine Prämie von 200 Rtlr. Kur., der zweite 20 Rtlr. Kur. Die vorstehend ausgebotenen Preise werden nur gegeben, wenn zu der betreffenden Prüfung mindestens zwei wirkliche Konkurrenten auftreten. Diejenigen Herren, welche Pferde zu den gedachten Prüfungen zu stellen beabsichtigen, haben dies bis spätestens den 15. Juni Nachmittags 6 Uhr in obengedachtem Lokal mündlich oder schriftlich anzuzeigen und dabei die Zahl Pferde können zu allen vier Konkurrenzen gleichzeitig angemeldet werden. Diejeni⸗ gen Herren, welche noch nicht Mitglieder des Vereins sind, müssen, um konkurriren zu dürfen, dem Vereine annoch beitreten, ohne jedoch außer dem gewöhnlichen Mitglieder⸗Beitrage, wofür sie an allen Rechten des

8

Vereins Theil nehmen, bei den Konkurrenzen um die

Preise für die Prüfungen der Zugkrast Einsätze oder Reugelder zu zahlen zu haben. Die Stunde der Kon⸗ kurrenzen wird noch durch die Zeitungen bekannt ge⸗ ishthtthhieEEg28hm☛Q☚¶ ʒS. 1 öe

2*

Die von jetzt ab für immer dem Vereine von Sr. Majestät dem Könige bewilligte lostenfreie Rennbahn liegt auf dem Exerzier Platze südlich der Hasenhaide in der Gegend zwischen Tempelhof und Rirdorf.

Berlin, den 3. Juni 1843.

Direktorium des Vereins für Pferdezucht und Pferde⸗ dressur.

v. Willisen. Ein Rittergut im Herzogthum Sachsen, in der schönsten Görlitz Lau⸗ baner reizenden Gegend gelegen, welches:

1215 Scheffel Weizen⸗Boden,

546 zu bewässernde Wiesen, Berliner Maß,

833 ddo. bestandenen Forst,

„Karpfen⸗ und Forellenteiche, ein großes Torf⸗ lager, mittel und niedere Jagd, eine Ziegelei, bedeutende Brauerei und Brennerei, 1800 Thlr. baare Gefälle, 800 Stückfeine Schafe ꝛc. hat, ist mit einer Einzahlung von 40—50 Thlr. zu verkaufen.

Ein schönes Schloß einem daranstoßenden großen tc Park ist daselbst; auch alle übrigen Gebäude sind massiv und im besten Bauzustande.

Nähere Auskunft wird der Auctions Kommissarius Herr Saul, Inhaber des Adreß⸗Bürecau zu Breslau, ertheilen.

Zu preiswürdigen Landgütern weiset Unterzeichneter Verkäufer und Käufer unentgeltlich in allen Pro⸗ vinzen zu allen Preisen und Größen auf portofreie Briefe nach.

Pöolitz (i. Pommern), Mai 1843.

Brede, Oekonomie⸗Rath a. D.

Graf v. No 111“

88 8 E

do.

mit 19 heizbaren Stuben nebst 1 Garten und angelegten

Landguts⸗Verkauf.

Ein in der Nähe der Berl. Anhalt. Eisenbahn gele⸗ genes Landgut mit guten Wohn⸗ und Wirthschafts⸗Ge⸗ bäuden, 450 Morgen Feld (größtentheils Lehmboden), 1 Morgen Wiese, Garten, 300 Morgen Holz, wovon vz, schlagbares Klafterholz sind, und sämmtlichem vor⸗ handenen Inventarium soll für den billigen Preis von 7000 Thlr. mit 4000 Thlr. Anzahlung verkauft werden. Sämmtliche Abgaben betragen jährlich circa 60 Thlr. Alles Weitere durch den Oekonom Fr. Herrmann in Halle a. S.

Zwei privilegirte Apotheken, jede im Preise à circa 70,000 Thlr., hat zum Verkauf im Auftrage das Anfrage⸗ und Adreß⸗Bürecau zu Bres⸗ lau im alten Rathhause.

Belanntmachung.

Das handeltreibende Publikum wird hierdurch benach richtigt, daß die Meßhandelswoche der Laurentius⸗Messe 1843 mit dem 6. August ihren Anfang nimmt und das Auspacken der Kurzen Waaren am 31. Juli, aller übri⸗ gen Waaren aber am 2. August von Mittags 12 Uhr an gestattet ist.

Braunschweig, am 1. Juni 1843.

Herzogliches Haupt⸗Zollamt. * E. Trumpff.

In Sachen den Naßlaß des am 7. Februar d. J. in hiesiger Stadt verstorbenen vormaligen Kastellans in Königlich Niederländischen Diensten, Johann Heinrich Grethen, aus Isernhagen im Königreiche Hannover ge⸗ bürtig, welcher seit einer Reihe von Jahren zu Racot oder Radzot bei Kosten wohnhaft gewesen ist, betreffend, werden auf den Antrag des Nachlaß⸗Kurators alle die jenigen, welche Erb⸗ oder sonstige Ansprüche an jenen Nachlaß zu haben vermeinen, Behuf deren Angabe und Klarmachung in dem dazu auf

Vormittags 10 Uhr, im Gebäude des Herzogl. Kreis⸗ gerichts hierselbst angesetzten Termine zu erscheinen, bei Strafe des Ausschlusses hierdurch vorgeladen. Decr. Braunschweig, den 28. April 1843. Herzogl. Stadtgericht 2ten Bezirks. Ed. Riesell.

Das Stipendium Blumenbachianum, dessen bevorste hende neue Vertheilung gegen das Ende des Oktobers v. J. angekündigt wurde, ist diesmal von der medizi⸗ nischen Fakultät zu Göttingen dem Privat⸗Dozent Dr. med. Friedr. Will zu Erlangen zuerkannt worden. Conradi, d. Z. Dekan.

Anzeigen.

P 1 k 2 und seine mit besonderer Rücksicht auf ihren Werth als Heilmittel von Dr. G. Schmelkes, Badearzt zu Teplitz und mehrerer gelehrten Gesellschaf ten Mitglied. gr. 8. brosch. 1 ½ Thlr. 1 Obiges Buch ist durch E. S. Mittler in Berlin (Stechbahn 3), Posen und Bromberg zu beziehen.

Üiterarische 68

Bei Alexander Duncker, Koönigl. Hofbuchhänd⸗ ler in Berlin, erscheint so eben: Emanuel Geibel,

G e di che Zweite vermehrte Auflage. 8. geh. 1 ½ Thlr. Volkslieder und Romanzen ver Spanier. Im Versmaße des Originals verdeutscht durch Emanuel Geibel. 8. geh. 1 ½ Thlr.

8

alte Schönhauserstraße 24, ist so eben erschienen:

In der Berliner Verlags⸗Buchhandlung, 2tes Heft der Berliner Original⸗Polter⸗

abend⸗Scherze in Fresko⸗Manier, von Dr. L. Weyl. Mit Orig.⸗Beiträgen von Hagendorf, Fr.

Humoristische Vorträge von demselben Ver⸗ fasser. ½ Thlr. I“ 6

So eben ist erschienen bei Wilh. Logier, Friedrichs⸗ straße 161, nahe den Linden: Nach Sanssouci! Ein Wegweiser für Reisende, die Potsdam und seine Umgebungen besuchen wollen. Herausgeg. von Albert Schulz. 8. brosch. 5 Sgr.

Ihre Königlichen Hoheiten Prinz und Prinzessin von Preußen und deren Kinder 1 Prinz Friedrich und Prinzessin Luise auf dem Schlosse zu Babelsberg bei Potsdam. In der frappantesten Portrait⸗Aehnlichkeit gemalt von Th. Hosemann, in Stahl gestochen von C. A. Schwerdgeburth. 13 Zoll breit, 12 Zoll hoch.

Dieses in Wahrheit prachtvolle, von den genannten berühmten Künstlern des hohen Gegenstandes würdig ausgeführte Kunstblatt erhalten alle diejenigen, welche auf den „Allgemeinen Preuß. National⸗Kalender für 1844 mit Beiwagen“ bis zum 15. Septbr. subskribiren (außer noch anderen sehr sauberen und gelungenen 12 Lithographieen in Quartformat) als Prämie unentgeltlich.

Alle Buchhandlungen, in Berlin Oehmigke’'s Buch handlung (Jul. Bülow), Burgstr. 8, so wie dieselbe in Graudenz, nehmen Unterzeichnung an.

Erfurt. Müllersche Buchhandlung.

So eben verließ die Presse und ist in allen Buch⸗ handlungen zu haben: 1 Dienst⸗Instruction vom 28. Siitober 1817 für die Königl. Preuß. Regierungen, mit den wichtig⸗ sten späteren Gesetzen und Verordnungen, wodurch dieselbe bis auf die neueste Zeit 3 eändert, deklarirt und ergänzt worden ist Herausgegeben von v Königl. Ober⸗Regierungs⸗Rath und Dirigent der Ab⸗ theilung des Innern bei der Königl. Regierung zu Marienwerder. Nebst Anhangsband enthaltend den wortlichen Abdruck derjenigen erheblicheren Gesetze und Verordnungen, deren Inhalt im Hauptwerk nicht vollständig aufgenommen worden ist. 58 Bog. gr. 8. 5 Thlr. Naucksche Buchhandlung, Hausvoigteiplatz Nr. 3.

Im Verlage von Duncker C Humblot ist so eben erschienen und durch alle Buchhandlungen zu be⸗ ziehen:

We d Ranke,

PPen GSi hee

im Zeitalter der Reformation. Band 4. und 5. gr. 8. Preis 5 Thlr.

Literar. Anzeige von Wilh. Besser (Behrenstr. 44).

Im Verlage der Hahnschen Hofbuchhandlung in Hannover hat so eben die Presse verlassen:

Kühner, Dr. R. (Konrektor am Lyceum in Han nover), Schulgrammatik der Griechischen Sprache. Zweite durchaus verb. u. verm. Auf⸗ lage. gr. 8. 1843. 1572 Thlr.

Ferner sind daselbst seither erschienen:

Kühner, Dr. R., Elementar⸗Grammatit der Grie chischen Sprache nebst eingereihten Griech. u. Deutsch. Uebersetzungs⸗Aufgaben u. den dazu gehörigen Wör⸗ terverzeichnissen, so wie einem Anhange von dem Homerischen Verse u. Dialekte. Dritte verbesserte und vermehrte Auflage. gr. 8. 1842. ½ Thlr.

Dessen ausführliche Grammatik der Griech. Sprache. 2 Theile. gr. 8. 4 Thlr.

Dessen Lateinische Vorschule oder kurzgefaßte Lateini⸗ sche Grammatik nebst eingereihten Latein. u. Deutsch. Uebersetzungs⸗Aufgaben und den dazu gehörigen Wörter⸗Verzeichnissen für den ersten Unterricht in der Latein. Sprache. gr. 8. 1842. ½ Thlr.

Dessen Elementar⸗Grammatik der Lateinischen Sprache nebst eingereihten Lat. u. Deutsch. Uebersetzungs Aufgaben und den dazu gehörigen Wörter⸗Ver⸗ zeichnissen. gr. 8. 1812.) 5 Thlr.

Dessen Schulgrammatik der Lateinischen Sprache nebst eingereihten Latein. u. Deutsch. Uebersetzungs Auf⸗ gaben u. den dazu gehörigen Wörter⸗Verzeichnissen. gr. 8. 1842. 1 ½ Thlr. 8

Nachdem jetzt die zweite durchaus verbesserte und ver— mehrte Auflage der Griechischen Schulgrammatik die Presse verlassen hat, ist nun die ganze Reihefolge der für alle Schulklassen und für das Privat⸗Studium sorg fältig bearbeiteten Lat. und Griech. Lehrbücher des Hrn. Dr. Kühner wieder vollständig durch alle Buchhand lungen zu erhalten.

Die gründliche und erleichternde neue Lehr⸗Methode des Herrn Verfassers und die eigenthümlich zweckmäßige Einrichtung dieser Sprachschriften sind durch die viel fache und immer noch in rascher Zunahme begriffene Einführung derselben in zahlreichen Schul⸗Anstalten des In⸗- und Auslandes bereits so allgemein und rühmlich bekannt, daß diese ausgezeichneten Leistungen keiner wei⸗ teren Empfehlung mehr bedürfen. 8

Ein wesentlicher Vorzug der Sprachlehren des Hrn. Dr. Kühner besteht auch darin, daß dieselben zugleich so reichliche Aufgaben zum Uebersetzen aus dem Deut⸗ schen ins Griechische oder Lateinische nebst den dazu gehörigen Wörterbüchern enthalten, daß den Lehrern und Schülern dadurch die neben anderen Grammatiken sonst erforderliche Anschaffung besonderer Latein. und Griech. Uebungs⸗ und Wörterbücher gänzlich entbehr lich wird.

Hahnsche Hofbuchhandlung in Hannover.

In unserem Verlage ist so eben erschienen: Die Philosophie und die Wirklichkeit von J. C. Glaser.

Preis broschirt 10 Sgr. 8 Berlin, 1. Juni 1843. Rücker und Püchler, Neu⸗Köln a. W. 19

Heyne, Koßarski, Mauritius und W. Unzelmann. Preis wie das 1ste Heft ½ Thltl.

““

Durch alle Buchhandlungen in Deutschland ist zu

beziehen, in Berlin (Stechbahn 3), Posen und Brom⸗

berg durch E. S. Mittler:

Kurze Nachricht über die Einrichtung der Erziehungs ⸗Anstalt zu Schnepfenthal bei Gotha. Von Carl Salzmann, gegenwärtigem Direktor derselben. Nebst einer Ansicht der Erziehungs⸗Anstalt. Gotha 1843, bei Carl Gläser. Pr. 6 gGr. od. 7 ½ Sgr

Im Verlage der K. Kürschnerschen Buchhandlung in Schwerin i. M. und in Kommission der Plahn⸗ schen Buchhandlung (L. Nitze) in Berlin, Jägerstr. 37, ist erschienen: Das wohlgetroffene Portrait der Königl. Hofschau⸗ spielerin: Dlle. Klara Stich.

Preis auf Chin. Pap. 1 Thlr., auf schw. Pap. 25 Sgr.

Vollständiger Beweis 1) daß wir bis jetzt noch kein verständiges System der Phi⸗ losophie gehabt, 2) die modernen Pyi⸗ losophieen, von Kant bis Hegel, Phan tasieen, nicht aber Wissenschaften sind,

von C. F. Lessing, Kanzler des Standesherr.

Gerichts in Polnisch Wartenberg. 2ter Band. 8. In Kommission bei Graß, Barth && Comp. in Breslau. Preis 25 Sgr.

Ich bin in diesem Theile von dem in der Allgemei⸗ nen Preuß. Staats⸗Zeitung Nr. 79. pro 1841. befannt gemachten Plane abgewichen und habe in ihm zun Supplirung meiner Lehre vom Menschen eine vollstaän dige Darstellung unseres Gehirns⸗Wirkungsganges auf gestellt, wie er sich durch Selbst⸗ und Menschen⸗Beob⸗ achtung ergiebt. Wie unsere Philosophen unser Be⸗ wußtseyn behandeln, ist mir ein Räthsel! Zu geschwei⸗ gen, daß kein Handelnder Zweck und Bedeutung unse rer Vorstellungs⸗Zeichnungen, Statuen bis Modelle bezweifelt und bezweifeln kann, denn Handlung verliert allen Sinn, wenn Vorstellungen nicht die uns umge benden Objekte darstellen, d. h. mit ihnen identisch sind (ob sie Objektivität erschöpfen, ist eine andere Frage!), so wirft der Philosoph nicht nur diese Erfahrung des Handelnden, sondern auch (was das Aergste ist) jene faktisch in uns existirenden konkret abstrakten Zeichnun⸗ gen ꝛc. ev princeipio weg, amüsirt sich mit lauter ge staltlosen abstractissimis, macht den Bewußtseyns⸗JIn⸗ halt einquollig und schafft sich auf diese Art ein Ideen⸗-Labyrinth, aus dem er nicht heraus kann. Daß Individua mit der Philosophie des irdischen Menschen so unbarmherzig verfahren können, erklärt sich wohl, daß dieses Verfahren aber in der Gelehrten⸗Republik Anerkenntniß findet, ist nicht wohl zu erklären.

Poln. Waͤrtenberg, den 29. Mai 1843. Lessing.

zei E. H. Schroeder, Linden 23, erschien 50 eben und liegt in allen Buchhandlungen zur Ein

sicht aus: D111“ der alten Geschichte und Geographie gzäuüum Schul und Privatgebrauch herausgegeben von Joh. Val. Kutscheit. (Sr. Excellenz dem Herrn Minister Dr. Eichhorn dedicirt) Preis des Xdas- ses von 10 illuminirten Blättern 2 Thlr., eines ein- Blattes 7 ½

zelnen Sgr.

.

Bei Kronberger & Rziwnatz in Prag ist er⸗ schienen und durch alle soliden Buchhandlungen, in Ber⸗ lin (Stechbahn 3), Posen und Bromberg durch E. S

Mittler: C I und seine tbb1ö1 Nach Beobachtungen von Dr. Joseph Wagner, Direktor des Fremden⸗Hospitals daselbst ꝛc. Zweite umgearbeitete und vermehrte Auflage. brosch. 20 Sgr.

So eben erschien in Berlin, Paris und London: Der beste Rathgeber am Klawer. Neue vollständige Pianoforte-Schule

B. GW p. 98 I. Theorie und Anfangsgründe, und

vOn J. Abtheilungen:

25 Sgr. II. 42 Elementarstücke in allen Dur Moll-Tonarten mit genau bezeichnetem Fingersatz, 1 Thlr. III. 24 neue Spezial-Etüden mit genauem

Fingersatz, 2 Hefte à 1 Thlr.

Der berühmte Cramer widmete Obiges, als den Schatz seines reichen Lebens, allen Lehrern und Fami⸗ lienmüttern, welche auf die einfachste und ratio⸗ nellste Weise unterrichten wollen.

des Ladenpreises von 3 für 1 ½ Thlr. durch alle Buch⸗ und Musikhandlungen zu erhalten, dann tritt der La⸗

denpreis ein. 34 Linden. Schlesingersche Buch- u. Musikhdsg.

E EEö“

In unserem Verlage ist so eben erschienen und in den vernehmlichsten Kunsthandlungen zu haben:

Der Bethlehemitische Kindermord, nach einer im Besitz Sr. Majestät des Königs von Sachsen befindlichen Original-Zeichnung Raphael's

in Linienmanier gestochen von M. Steinla

Dies Blatt reiht sich in seiner meisterhaften, mit grölster Treue den Charakter des Originals festhal- tenden Durchführung, den vorhandenen klassischen Stichen würdig an, und wird allen Kunstliebhabern,

positionen schätzen und sammeln, eine interessante

Erscheinung seyn. Die Preise für die verschiedenen Ausgaben sind:

a) mit der Schrift (Strages S. S. innocen- tium) auf weilsem Papier

b) mit der Schrift auf Chines. Papier

c) vor der Schrift, nur mit den Künstler- namen auf Chines. Papier

d) épreuves d'artiste, Chines. Papier ö C. G. Lüderitzsche Kunst-Verlagshandlung,

95

10 Thlr.

gegenwärtige

Frankreich.

gekehrt.

2 Um sie Allen zu-— gänglich zu machen, ist sie bis zum 1. Oktober statt

. 8 insbesondere denen, welche die Raphaelschen Com-

12 Thlr.

20 Thlr. 36 Thlr.

es heißt:

Preis: 2 Rthlr. für ¼ Jahr. 4 Rthlr. - ½ Jahr. 8 Rthlr. - 1 Jahr. in allen Theilen der Monarchi ohne Preiserhöhung.

Alle Post-Anstalten des In⸗ 88 und Auslandes nehmen Bestel- 88 lung an, für Berlin die Expedition

4 S der Staats -Zeitung: Friedrichsstrasse MNr. 72.

8

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27.

11““

Amtliche Nachrichten.

Rußland und Polen. St. Petersburg. Auszug aus dem jähr⸗ lichen Rechenschafts⸗Berichte des Finanz⸗Ministers über die Reichskredit⸗ Anstalten.

Paris. Neueste Nachrichten aus Indien und China.

Protestation gegen die Besitznahme der Sandwichs⸗Inseln durch Eng⸗

land. Vermischtes. Briefe aus Paris. (Der Herzog von Aumale;

die Protestation gegen die Besitznahme der Sandwichs⸗Inseln; Opposition gegen das Münz⸗Gesetz. Diplomatische Stellung zu Marokko.)

Großbritanien und Irland. Oberhaus. Ausschuß⸗Bericht über

die Pasquill⸗Gesetze. Vermischtes. Unterhaus. Schluß⸗Debatte über die zweite Lesung der Irländischen Waffen⸗Bill. London. S tellvertretung des Königs von Hannover bei der Taufe der Königlichen Prinzessin. Peel's Erklärung hinsichtlich der Sandwichs Inseln. Irländische Zustände. Brief aus London. (Zrländische Zustände; Peel und Puseyiten; Schottische Kirchenspaltung.)

Belgien. Lüttich. Prof. Dr. Vottem

Deutsche Bundesstaaten. München. Abgeordneten⸗Kammer. Nähe⸗ res aus der Debatte über Verwerfung des Antrages in Bezug auf die Schulden der Herzogin Marie Amalie von Zweibrücken.

Oesterreich. Preßburg. Glückwunsch⸗Adresse der Ungarischen Stände.

Spanien. Schreiben aus Paris. (Näheres über den letzten Soldaten⸗ Aufruhr in Manila.) Haiti. Schreiben aus Paris. (Besorgnisse vor neuen Insurrectionen.)

˖— QéBDö——

Die Königl. Preuß. Wittwen⸗Verpflegungs⸗Anstalt.

Wissenschaft, Kunst und Literatur. Königsstädtisches

I

Theater. Italienische Oper.

Amtliche Uachrichten. Kronik des Tages.

W Seine Majestät der König sind aus Westpreußen zurück⸗

Berlin, den 8. Juni. Seine Majestät der König haben heut eine Reise nach Pommern und Rügen angetreten.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

Dem katholischen Pfarrer Schürdelen zu Hardt, im Regie⸗ rungs⸗Bezirk Düsseldorf, dem Kurat⸗Priester zur heiligen Ursula in Köln, Jouay, und dem Oberförster a. D. Paschke zu Börnichen, Forst⸗Inspection Lübben, den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse; so wie dem Steuer⸗Exekutor Schäfer zu Halberstadt das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen; 8

Den Appellationsgerichts-Rath Leist zu Köln zum Geheimen Ober⸗Revisions⸗Rath beim Revisions⸗ und Cassationshofe hierselbst zu ernennen; und

Dem bei dem Berggericht zu Bochum und bei dem Bergamt daselbst angestellten Ober⸗Landesgerichts⸗Assessor Bellmann den Charakter als Berggerichts⸗Rath zu verleihen.

Se. Königl. Hoheit der Prinz August ist wieder eingetroffen.

Heute wird das 18te Stück der Gesetz⸗Sammlung ausgegeben, solches enthält unter Nr. 2352. Die Allerhöchste Kabinets⸗Ordre, betreffend die Ermäch

tigung des Kredit⸗Instituts für Schlesien, die ferner zu bewilligenden Pfandbriefe B. zu 3 pCt. jährlicher Zinsen auszufertigen, die jährliche Amortisation derselben jedoch auf 1 ½ pCt. zu erhöhen. Vom 31. Mai d. J. Das erneuerte Reglement für die Magdeburgische Land⸗ Feuer⸗Sozietät und Die Verordnung wegen Auflösung der bisherigen Land⸗ Feuer⸗Sozietät des Fürstenthums Halberstadt, Verschmel zung derselben mit der Magdeburgischen Land⸗Feuer Sozietät und Einführung eines erneuerten Reglements für die Letztere; desgleichen das 19te Stück, welches unter Nr. 2355. die Allerhöchste Kabinets⸗Ordre vom 29. Mai 1843, be⸗ treffend die Erneuerung des Präsidenten und der Mit⸗ glieder des Ober⸗Censurgerichts und die nähere Bestim⸗ mung der Amtsdauer der Letzteren, 8 enthält. Berlin, den 8. Juni 1843. Debits⸗Comtoir der Gesetz

on Prillwitz hier

Sammlung. Angekommen: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Staats⸗ und Minister des Innern, Graf von Arnim, von Boitzenburg. Se. Excellenz der Ober⸗Burggraf des Königreichs Preußen, von Brünneck, von Trebnitz. Der General-Major und General⸗Adjutant Sr. Majestät des Königs, von Neumann, von Danzig. 8 Berichtigung. Im gestrigen Blatte der St. Ztg. ist unter Kronik des Tages auf der 7ten Zeile dieser Rubrik statt: „Jehrke“, zu lesen: Gehrke.

Zeitungs-Uachrichten. Ausland.

Russland und Polen.

St. Petersburg, 31. Mai. Der Finanz⸗Minister, Graf von Cancrin, stattete am 24sten d. M. im Conseil der Reichs⸗Kredit⸗ Anstalten den jährlichen Reche Bericht ab, in dessen Einleitung

„Zu Errichtung der Eisenbahn von St. Petersburg nach Moskau, welche durch Beschleunigung und Erleichterung der Communication zwischen den beiden Hauptstädten und den anliegenden Gouvernements unserem Handel und Industrie größere Ausdehnung verspricht, ist durch den Aller⸗ höchsten Ukas vom 4. August 1842 auf Rechnung dieser Eisenbahn im September desselben Jahres ein auswärtiges Anleihen von 8 Millionen Silber⸗Rubeln unter der Benennung des zweiten 4procentigen, durch Vermit⸗

telung des Banquierhauses Stieglitz und Comp. eröffnet worden, dessen gar nichts umgesetzt,

Begrunder unlängst zu allgemeinem Bedauern ein plötzlicher Tod hingerafft hat. Dieses Anleihen wurde im Dezember besagten Jahres auf vortheil⸗ hafte Weise völlig realisirt. Da die jährliche Tilgung desselben, nach der darüber getroffenen Uebereinkunst, im Augustmonat mittelst Ziehung und nach gleichen Grundsätzen wie jene der 3ten und 4ten proc. Anleihen statt⸗ V finden soll, ist es erforderlich, diese Ziehung noch im Laufe dieses Monats vorzunehmen, damit auswärtige Inhaber von Billetten dieses Anleihens in Zeiten über die ausgeloosten Nummern benachrichtigt werden.

Auf Verwendung des Tschernigowschen, Poltawaschen und Charkowschen General⸗Gouverneurs wird in diesem Jahre, in Gemäßheit des hierüber am 10. März vorigen Jahres Allerhöchst bestätigten Reglements, in Char kow ein Comtoir der Kommerzbank, und zwar zur Probe auf zwei Jahre, errichtet. Die Absicht dabei ist hauptsächlich die, den Einwohnern jener drei Gouvernements, in ihren Handels⸗Speculationen und landwirthschaft⸗ lichen Unternehmungen, durch Darleihen gegen Hypothek von Landesproduk⸗ ten und Wolle, behülflich zu seyn.

Es ist Ihnen erinnerlich, meine Herren, daß zu Erleichterung des Ge⸗ traidehandels in Rypbinsk während der zwei verflossenen Jahre ein proviso⸗ risches Comtoir der Kommerzbank zur Besorgung der Transferte und Wech⸗ sel⸗Operationen eröffnet worden. Diese Operationen haben sich im Jahre 1842 mehr als verdoppelt, und es ist daher Allerhöchst beschlossen worden, die Verrichtungen dieses Comtoirs auch in diesem Jahre vom 10. Mai bis 10. Juli fortdauern zu lassen.

Nach den bestehenden Bank⸗Reglements wurden bisher bei den öffent⸗ lichen Versteigerungen verfallener Grundstücke 4 vom Hundert als Auctions⸗ Prozente von der Kaufsumme zurückgehalten. Da nun bei ähnlichen, in den Gouvernements⸗Regierungen stattfindenden Versteigerungen für Krons⸗ oder Privatschulden, keine dergleichen Prozente abgezoögen werden und bei den in den Bank⸗Anstalten selbst nur selten vorkommenden Veräußerungen, dieser Abzug von dem Kaufpreise der versteigerten Besitzung den ohnehin schon durch Verlust derselben leidenden Personen zur Last fällt, so habe ich mit Einwilligung der Directionen der Verwahrungskassen und Kammern der allgemeinen Fürsorge dem Reichs⸗Rath die Vorstellung gemacht, die Erhe⸗ bung der Auction⸗Prozente bei den in den Bank⸗Anstalten vorkommenden Versteigerungen verfallener Immobilien abzustellen, welcher Vorschlag im Dezember 1842 Allerhöchster Genehmigung gewürdigt wurde.

So wie in Europa überhaupt, also auch besonders bei uns, stehen die Fonds bedeutend hoch, was sowohl dem anhaltenden Friedenszustand als auch dem Ueberfluß an disponiblen Kapitalien zuzuschreiben ist, wie es denn im Geist unserer Zeit liegt, die Masse des Erwerbes zu verstärken und da⸗ bei Kapitalien anzuhäufen. Noch tragen die ungünstigen Handels⸗Kon⸗ b

junkturen einiger Läͤnder dazu bei, Einfluß auf die Kapitalien zu üben, doch wird dies Letztere hoffentlich nicht lunge mehr dauern.“ —eTPn. ö“

Paris, 2. Juni. Die Regierung hat auf telegraphischem Wege folgende Nachrichten erhalten: „Der „Oriental“ bringt Nachrichten ans Indien bis zum 2. Mai und von China bis zum 12. März. Der Stand der Dinge in Sind wird als sehr ruhig angegeben, nur in Sirkind hatten Unruhen stattgefunden. Auf dem Gebiete von Chytul war es end⸗ lich zu einem sehr ernstlichen Kampfe gekommen. Der Tod des Com⸗ missairs Elipu ist das einzige interessante Ereigniß, welches in Can-⸗ ton vorgefallen, wo man neue Angriffe auf die Englischen Faktoreien vorherzusehen schien. Beim Eintreffen des Majors Malcolm, der mit jedem Tage erwartet wurde, wollte sich Sir H. Pottinger mit der Ratification des Traktats nach Peking begeben.“ V

Die Nachricht von der Besetzung der Sandwichs⸗Inseln seitens Englands (welche sich bereits als ungegründet erwiesen) hat zu fol⸗ gender in den heutigen Journalen enthaltenen Protestation Anlaß gegeben:

Wir lesen in den Journalen die Nachricht von einer Thatsache, für die wir keinen Namen hätten, wenn sie wahr wäre. Die Sandwichs⸗Inseln sollen im Namen der Königin von Großbritanien durch Englische Streit⸗ kräfte besetzt worden seyn. Jene Inseln sind civilisirt, christlich und unab hängig. Ihre Unabhängigkeit ist am 19. Dezember 1842 durch die Ver⸗ einigten Staaten von Nord⸗Amerika und am 1. April d. J. durch die Bri⸗ tische Regierung selbst anerkannt worden. Seitens der Französischen Re⸗ gierung haben wir das bestimmte Versprechen der Anerkennung. Wie hätte man demnach von jenen Inseln Besitz nehmen können?

Jedenfalls und bis auf weitere Benachrichtigung protestiren wir feierlich gegen jene Besetzung die im Widerspruche steht mit dem Völkerrechte und mit der Heilig⸗ keit der Bande, durch welche alle Nationen, wie groß oder klein dieselben seyn mögen, mit einander verbunden sind. Wir werden der Revue der orientalischen Gesellschaft, deren Mitglieder wir sind, Auszüge aus den Original⸗Dokumenten, welche unsere Anerkennung bekunden, über reichen. Diese Dokumente werden in jener Revue publizirt werden. Paris, den 1. Juni 1843. (gez.) Timoleo Haalilio, William Richards, Gesandte Sr. Majestät des Königs Kamehameha III. bei Sr. Majestät dem Könige der Franzosen. Die Frage, ob der General Jacqueminot, nachdem er zum Ober- Befehlshaber der Pariser Nationalgarde ernannt worden war, einer

neuen Wahl als Deputirter hätte unterworfen werden müssen, hat zu einem juristischen Gutachten Aulaß gegeben, welches von vielen ausgezeichneten Advokaten unterzeichnet worden ist, und worin die Frage dahin entschieden wird, daß man gegen das Gesetz gehandelt habe, indem man den General Jacqueminot nach seiner Ernennung nicht einer neuen Wahl unterworfen. Gestützt auf dieses Gut⸗ achten, werden mehrere Wähler des ersten Pariser Bezirks der Kam⸗ mer eine Bittschrift überreichen und darauf antragen, daß man den General Jacqueminot einer neuen Wahl unterwerfe.

Es fällt auf, daß das Ministerium bis jetzt von der Kammer noch keinen Kredit für die Juli⸗Feierlichkeiten verlangt hat, und es verbreitet sich, in Folge dieser Verzögerung, das Gerücht, daß man jene Feierlichkeiten von jetzt an unterdrücken und sich nur mit dem Trauer⸗Gottesdienste für die in der Juli⸗Revolution Gefallenen be⸗ gnügen wolle.

Am Ende des vorigen Monats belief sich die Totalsumme der Subscriptionen für Guadeloupe auf 2,600,000 Fr.

Gestern Nachmittag um 4 Uhr entlud sich ein furchtbares Ge-⸗ witter über Paris. Die Dunkelheit war anderthalb Stunden lang so groß, daß die Deputirten⸗Kammer ihre Sitzung aufhob, da es

nicht möglich war, Geschriebenes zu lesen. Der Regen strömte wol⸗

im ganzen Elsaß in Folge des brückenden Mangels an baarem

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kenbruchartig hernieder. Der Sturm soll auf dem Meere so heftig gewesen seyn, daß das Postschiff nach London nicht abgehen konnte.

Börse vom 2. Juni. Die niedrigeren Notirungen aus Lon- don drückten heute die Course der Französischen Renten, indem die Besorgnisse, daß es in Irland zu einem ernsten Konflikte kommen werde, neuerdings erwachten. In den Spanischen Papieren wird und es trat mithin auch keine Veränderung 8

14 Paris, 2. Juni. Der eben so kühne als glücklich ausge⸗ führte Handstreich des Herzogs von Aumale in Afrika hat diesem Prinzen eine außerordentliche Popularität unter allen Klassen der Be⸗ völkerung von Paris erworben. In den höchsten Kreisen am Hofe selbst hat die Nachricht davon natürlich einen vorzugsweise erfreulichen Eindruck gemacht. Daß die dem Prinzen erworbene Popularität stets wieder auf die allgemeine Stimmung gegen die ganze Dynastie gün-⸗ stig zurückwirkt, ist keinem Zweifel unterworfen, und in dieser Bezie⸗ hung hat die Waffenthat des Herzogs von Aumale auch ihre politische Wichtigkeit. In den Salons der Hauptstadt, wie in den Cabarets, wo die untersten Volksklassen vor den Barrieren sich zu versammeln pflegen, hört man überall mit gleicher Befriedigung und Anerken⸗ nung von der Bravour des Prinzen sprechen, der ohnedies bei dem Volke und namentlich auch bei den Soldaten schon früher sehr beliebt war. Dabei stellt sich die jedenfalls sehr erfreuliche und wichtige That⸗ sache heraus, daß gerade in derjenigen Klasse, welche in den letzten Jahren bei allen Versuchen gegen die bestehende Ordnung der Dinge als deren gefährlichste und unternehmendste Feindin zugleich sich be⸗ wies, eben so gut wie in der allgemeinen Volksstimmung in Frankreich überhaupt, eine zunehmende Annäherung an die Dynastie des Königs sich zeigt, und in so fern, als darin eine nicht geringe Bürgschaft für die Konsolidirung des Juliusthrones und mit ihm des Friedens von Frankreich und Europa liegt, hielt ich es allerdings der Mühe werth, davon hier Erwähnung zu thun.

Die in diesem Augenblick hier verweilenden Abgesandten des Königs Kamehameha III. der Sandwichsinseln, die Herren Timoteo Haalilio und William Richards (Letzterer ist ein Weißer und Secre⸗ tair des Ersteren), welche wegen Anerkennung der Unabhängigkeit jener Inseln durch Frankreich mit dem Minister der auswärtigen An⸗ gelegenheiten hier unterhandeln, sind durch die Nachricht von der Be⸗ sitznahme dieser Inseln durch die Engländer gewaltig überrascht ge⸗ wesen und haben für nothwendig erachtet, jedenfalls sogleich eine Pro⸗ testation gegen diese Besitznahme zu veröffentlichen, welche vorläufig nur aus New⸗York gemeldet wird, also jedenfalls noch der Bestätigung bedarf, da in der That der Englische Botschafter, Lord Cowley, dahier durchaus keine offizielle Nachricht von der erfolgten Besitznahme von London aus erhalten hat, eine solche auch dem Englischen Mi⸗ nisterium selbst noch nicht zugekommen zu seyn scheint, ob⸗ gleich auch die Englischen Blätter nach Amerikanischen

den Coursen ein.

den die Angabe aufgenommen haben. Uebrigens reichen die in der Pro⸗ testation der Herren Haalilio und Richards angeführten Argumente, wodurch sie die Unmöglichkeit einer solchen Besitznahme der Sand⸗ wich⸗Inseln durch die Engländer darzuthun glauben, keinesweges aus, die Richtigkeit des gemeldeten Faktums umzustoßen. Wie es vor Allem mit der Behauptung der Herren Abgesandten steht, daß jene Inseln bereits „civilisirt“ seyen, sey hier ganz bei Seite gelassen. Aber sie erkennen selbst an, daß die Unabhängigkeit dieser Inseln erst am 19. Dezember 1842 von den Vereinigten Staaten von Nord⸗ Amerika und gar erst am 1. April d. J. von England anerkannt worden sey. Vor dem 1. April also war sie es nicht förmlich, und die Besitznahme soll bekanntlich am 25. Februar schon vor sich gegangen seyn. Es wäre sonach sehr wohl möglich, daß der Kommandant des Englischen Kriegsschiffes „Carysfort“, Lord Paulet, der von einer Unabhängig⸗ keits-⸗Anerkennung nicht allein keine Kenntniß, sondern auch keine Ver⸗ bindlichkeit dafür hatte, sey es mit oder ohne ausdrückliche Instruc⸗ tionen seiner Regierung, sich jener Inseln aus irgend einem Grunde oder vielleicht auch nur Vorwande bemächtigt hätte, zumal im Hin⸗ blicke der Besitznahme der Marquesas⸗Inseln durch die Franzosen, wobei das Englische Ministerium, das am 1. April noch von dem Ereignisse des 25. Februar nicht unterrichtet seyn konnte, immerhin damals noch die Unabhängigkeit dieser Inseln anerkennen konnte und auch jetzt noch volle Freiheit behielte, den ihm zweckmäßig dünkenden Entschluß und Entscheid zu fassen. Eine nahe Zukunft muß uns darüber wohl Gewißheit bringen. Wohl zu beachten bei der Sache ist aber, daß man auch von der Besitznahme der Marquesas⸗Inseln, so wie später der Gesellschafts⸗Inseln, auf dem Wege über die Vereinig⸗ ten Staaten weit früher Nachricht erhalten hatte, als die offiziellen Depeschen über diesen Handstreich des Admirals Dupetit⸗Thouars hierher gelangten: in beiden Fällen blieb die Bestätigung nicht aus. Wenn man also auch noch an der jetzt gemeldeten Thatsache zweifeln kann, so ist sie doch an sich nicht unmöglich. Bestätigt sie sich, so ist man hier der Meinung, die Vereinigten Staaten werden sich schwerlich bei dieser Festsetzung der Britischen Macht gerade gegenüber von den Küsten Kaliforniens und dem so viel bestrittenen Gebiete des Oregon beruhigen. Seit 1820 schon hatten die Vereinigten Staaten und seit 1824 auch Großbritanien Konsular⸗Agenten bei der Regierung der Sandwichs⸗Inseln unterhalten.

Die Deputirten⸗Kammer diskutirt jetzt das Gesetz wegen Um⸗ schmelzung der groben Kupfer⸗ und Kanonen⸗Metallmünzen. Be⸗ kanntlich ist in demselben eine Bestimmung enthalten, wonach die jetzt noch in verschiedenen Städten des Königreichs vertheilten Münzstät⸗ ten sämmtlich aufgehoben und nur eine einzige Münzstätte für ganz Frankreich zu Paris fortbestehen soll. Schon in der vor⸗ gestrigen Sitzung zeigte es sich, daß diese Maßregel auf einen hart⸗ näckigen Widerstand stoßen werde, und die gestrige Verhandlung, die aber den Gegenstand nicht zum Schlusse brachte, entwickelte diese Op⸗ position dagegen nur noch mehr, so daß, allem Anschein nach, diese Bestim⸗ mung des Gesetzes heute durchfallen dürfte. Vorzugsweise sind es die Deputirten der betreffenden Städte, welche ihre Münzstätten verlie⸗ ren sollen, die als die eifrigsten Widersacher des Projekts auftreten; so bemerkt man insbesondere die Deputirten von Straßburg, aber auch sämmtliche des ganzen Elsasses überhaupt auf dieser Seite, was sich indeß sehr wohl begreifen läßt, da diese Mitglieder noch aus ei⸗

gener Anschauung das Elend in frischer Erinnerung haben, r2

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