Jubel begrüßte den zur Stadt zurückkehrenden Monarchen wie ersten Tage. Die Straßen waren abermals erleuchtet.
Am Morgen des ersten Pfingstfesttages fand eine Scene statt, welche am deutlichsten zeigte, wie tief die Liebe und Verehrung zu dem Könige hier Wurzel geschlagen. Ohne alle weitere Anregung, nur durch innige Liebe und Treue veranlaßt, brachte die Bürgerschaft durch ihren Kern, die Gewerke, dem Allverehrten einen Festmorgen⸗ gruß. Es waren zu dem Ende alle Gewerke mit ihren reich mit Blumen bekränzten Fahnen und Emblemen auf den Gouvernementshof gezogen, und nach Abstimmung eines Verses aus dem Liede: „Was Gott thut, das ist wohlgethan“, erbaten deputirte Aelterleute sich die Gnade, vor Se. Majestät treten zu dürfen. Hier sprach der Bäcker⸗ meister Krüger, innige, tiefgefühlte Worte, welche Se. Majestät wohl⸗ wollend aufnahm und sodann, auf den Hof tretend, mit einem Festesgruß erwiederte. Von Gewerk zu Gewerk ge⸗ hend, besichtigte der König die Fahnen und Embleme, und nochmals die wohlgefällige Aufnahme zu erkennen gebend, kehrte
Allerhöchstderselbe in seine Zimmer zurück. Aber nachdem wieder ein Vers aus dem Liede „Eine feste Burg ꝛc.“ von den begleitenden Musik⸗Corps angestimmt und sodann „dem allverehrten, geliebten König“ ein dreimaliges „Hoch“ zugerufen wurde, erschien Se. Ma⸗ jestät nochmals, um seinen Dank zu erkennen zu geben. Hierauf wur⸗ den die Blumenkränze von Fahnen und Emblemen gelöst und in das Vorzimmer gebracht. Die Devise eines Kranzes bezeichnete den Sinn dieser Scene mit den Worten „die Liebe des Volkes ist des Königs köstlichste Krone!“ 1t „„ Vormittags wohnten Se. Majestät dem Gottesdienste in der Pfarr⸗ kirche zu St. Marien bei, woselbst der Konsistorial⸗Rath,“ Hastor Bresler, die Predigt hielt. , Gegen 2 Uhr verfügte sich der König zu dem Mahle, das die Stadt ihrem Allerhöchsten Gaste im altehrwürdigen Artushofe zu ge⸗ ben die Ehre hatte. Es waren für 200 Personen Gedecke aufgelegt und alle fremden und hiesigen Notabilitäten eingeladen worden. Der würdige Ober⸗Bürgermeister der Stadt, Geheimer Regierungs⸗Rath von Weickhmann, brachte den Toast auf das Wohl Sr. Majestät mit folgenden Worten aus: “ „Heil und Segen unserem hochverehrtesten Könige, ist der Inhalt des innigen Wunsches, welcher die Herzen aller getreuen, unter ihnen Danzigs Bürger, lebhaft bewegt. — Beglückt, von dem weisen Scepter Ew. Majestät geleitet zu werden, fühlen sie sich durch die gnädigste Versicherung König⸗ lichen Wohlwollens erhoben, durch die huldreiche Berücksichtigung ihrer An⸗ liegen in ihren Hoffnungen gestärkt und durch die hohe Vergünstigung ge⸗ schmeichelt, sich heute um den hohen Herrscher ehrfurchtsvoll versammeln zu dürfen. Möge Ew. Majestät jede einfache Darlegung ihrer Ehrerbietung und Ergebenheit gütigst aufnehmen und das Vertrauen in die redlichen treuen Gesinnungen der Bürger, überkommen von den Vorfahren derselben serner bewahren. Möge uns Allen, möge allen Unterthanen die hohe Freude werden, Ew. Majestät in dem Wohl und der Liebe ihrer Völker den Lohn inden zu sehen, den das edle Herz Ew. Majestät wünscht und zu erwerben so geeignet ist.“ 1G Hierauf hatte Se. Majestät die Gnade, auf das Wohl unserer Stadt zu trinken und dabei sich in folgenden huldvollen Worten zu üäußern: „Ich trinke auf das Wohl der herrlichen, treuen, lieben so wohl in ihrer denkwürdigen Geschichte, als auch in den Ereignissen der Gegenwart ihre gute und edle Gesinnung so überzeugend bewährte; — die bei der Erhaltung ihrer Eigenthümlichkeit sich treu und fest auch dem größe 1 ren Gemeinwesen anzuschließen weiß; — die ein so gutes und ehrenwerthes Beispiel eines edlen Sinnes giebt, daß es wohl die Mühe belohnt, dem⸗ selben nachzufolgen! — Ich trinke auf das Wohl des hiesigen Magistrats der Stadt⸗Verordneten, der ganzen Bürgerschaft, mit herzlichem Danlte für gastfreie Aufnahme; trinke auf das Gedeihen des Handels und der Ge⸗ werbe dieser Stadt, auf die Bewahrung des Friedens innerhalb und außer halb ihrer Mauern! — Meine Herren! es gilt der lieben, treuen Stadt Danzig, dem Deutschen Venedig!
Nach aufgehobener Tafel und kurzer Nast im Gonvernements⸗ hause verließ Se. Majestät die hochbeglückte Stadt um 5 Uhr Nach⸗ nittags, von den heißesten Segenswünschen seiner Getreuen begleitet m die Reise nach Marienburg fortzusetzen. b
Stadt, die
Danzig, 7. Juni. Die Danziger Zeitung theilt Nach⸗ stehendes als die Worte mit, mit welchen der Bäckermeister Johann Karl Krüger (wie oben erwähnt) Se. Majestät anredete:
„Schon einmal hatte ich das hohe Glück, Ew. Königl. Majestät un⸗ sere innige Unterthanenliebe und stete Ergebenheit wahrhaft zu versichern. Und heute erfülle ich den mir von neuem gewordenen Auftrag um so freu⸗ diger, da wir im Laufe der jüngst verflossenen drei Jahre zu der unum stößlichen Ueberzeugung gelangt sind, daß Ew. Königl. Majestät gnädige Fürsorge für Allerhöchstdero Unterthanen, gleichviel unter welchen Verhält⸗ nissen sich selbige bewegen, wahrhaft väterlich und segenbringend war. — Ja, gerade wir, die wir aus früheren Zeiten her, theils durch unsere Väter, theils aus eigenen Erlebnissen den Despotismus und die parteiliche Hand⸗ lungsweise einer vielköpfigen Staats Verwaltung, wodurch der Mittelstand, der Kern jedes Volkes, unter allen Umständen am meisten leidet, aus eige⸗ ner Erfahrung kennen, können vor allen übrigen Unterthanen Ew. Majestät eine gerechte monarchische Verfassung, wie solche uns durch Gottes Hülfe zu Theil geworden ist, wohl am besten würdigen. Deshalb ist es unser Aller inniger Wunsch, Gott der Allmächtige möge Ew. Königl. Majestät, zu unser Aller Heil, zu Preußens Glück noch recht lange dem Vaterlande erhalten!“ 11““
Majestät erwiederten hierauf, daß die loyalen Gesinnungen Danzigs Ihnen schon bekannt und diese Stadt Ihnen deshalb so lieb sey ; daß aber diese Aeußerungen für Höchstdieselben um so höheren Werth erhalten hätten, weil sie durch die Vertreter des Mittel⸗ und ö gethan würden. 1 arienburg, 5. Junni. Se. Majestät der Kig trs von Danzig in 88 Cenwohner und zahlreich versammelten Fremden von den Militair⸗ dem Amts⸗Rath’ empfangen. Nachdem Allerhöchstderselbe den von Schlosses bezvah rüger bewohnten Theil des alten Hochmeister⸗ losses bezogen, brachte der Musik⸗Verein d önig ein Sta
chen vor den Fenszern 888 er usik-Verein dem König ein Ständ⸗ geruhten den Musik⸗Desselben unter donnerndem Vivat! Se. Majestät des Grußes an “ Sämann und den Dr. Zander, Dichter ihnen zu unterhalten, nch vor Sich rufen zu lassen und Sich mit Gewalt der Töne ihn 1 der König die Worte äußerte, daß die fuhr der König nach der e Marienburg gezogen habe. Am 5ten und wohnte alsdann der Auffisslischen Marienkirche zum Gottesdienst Remter des Schlosses ber⸗ e⸗ des Alexander⸗Festes im großen Musikern der Provinz aufgeführt “ mehr als 300 Sängern und 1000 Zuhörer und nach ꝛendigun 86 Der Saal faßte mehr als Majestät Allerhöchstihre Zufriedenheit 86 Konzertes sprachen Se. Oratoriums aus. Se. Majestät der die Aufführung dieses Tafel für etwa 90 Personen. gaben Mittags große
Marienburg, 6. Juni. (Elb. A
Tafel äußerten Se. Majestät, der heutige 2. Rlach aufgehobener man ihn auf dauernde Weise bezeichne. Allerhöchstdieselbeth . daß
Sich darauf das im Schloß befindliche Gedenkbuch bnngen 8 en
a2nn nlerhochfihren Namenszug ein und äußerten den Bunstcheten möchten alle Die, · en, Ihren a, fusags Figen⸗ ie, welche an dem Feste Theil genommen, Ihrem Bei⸗ 1 Als Beweis der Anerkennung ließen Se. Majestät der
1 kennung 3 . jestät der Da
welche die ersten Soloparthieen übernommen hatte, nämlich der Fens
Mittags 1 Uhr. (Königsb. Ztg.) König trafen am 4ten d. M. Abends nach 8 Uhr
Marienburg ein und wurden unter dem Jubelruf
betragen und auch von diesem scheint noch manches in gehen zu wollen.
den Aten d. M. ereignete sich der sonderbare Umstand, daß zwei, auf dem Ohlauer Bahnhofe stehende leere Wagen, aller Vorsichtsmaß⸗ regeln ungeachtet, fortgerissen und über eine halbe Meile weit mit ungeheurer Schnelligkeit dem von Breslau kommenden Zuge entgegen⸗ getrieben wurden. Der Zug selbst war in dichte, fast undurchdring⸗ sche Staubwolken eingehüllt und wurde mit aller nothwendigen Vor⸗ icht
Landräthin Gamradt
berg einen werthvollen Brillantring überreichen. Um 4 ½ Uhr verließen Se. Majestät, dem Nachmittags⸗Konzert
Allerhöchstihre Gegenwart konnten, das Schloß.
gruß den Wagen, begleitet von den innigsten zahlreich versammelten Volksmenge.
8
. ₰ 8 .
8 Berlin, 8. Juni. T ie Gesetz⸗Sam mlung publizirt stehende Allerhöchste Kabinets⸗Ordre:
„Mit den von Ihnen in dem gemeinschaftlichen Berichte vom d. M. ausgeführten Gründen einverstanden, will Ich nach hierdurch Meine Genehmigung dazu ertheilen, daß de Ober⸗Lausitz in Gemäßheit der Verordnung Ordre vom 28. D ezember desselben Jahres nicht mehr zu 4, sondern nur zu 3 ½ p„Ct. dagegen zum Zwecke der rascheren T nach §. zahlenden nach Abzug der Zinsen von
und des zur Bestreitung der Verwaltungs⸗Kosten zu be
nutzenden
zu bewilligenden Pfandbriefe B
4 Prozent mithbin von verbleibende
3 ¾ Proz
übrigens aber die Verordnung vom recht erhalten werde. — Ich ermächtige das Kredit⸗Institut für Schlesien bei neuen Darlehns Bewilligungen von Pfandbriefen B. nach dieser, die §§. 9, 28 und 55 jener Verordnung modifizirenden Bestimmung zu verfah ren, und überlasse Ihnen, diese Ordre durch die Gesetz⸗Sammlung bekannt zu machen. Berlin, den 31. März 1843. An die Staats⸗Minister Mühler, Rother und Grafen von Arnim.“
Friedrich Wilhelm.
Resultat des abgelaufenen
Breslau, 5. Juni. Ueber das dem von Herrn Siegmund
Wollmarktes entlehnen wir Nachstehendes Heß abgestatteten Woll-⸗Bericht: „„Wenn das Resultat des vorjährigen Juni⸗-Marktes weit davon ent⸗ fernt war, für die Produzenten ein zufriedenstellendes zu seyn, so war es, trotz der scheinbar niedrigen Preise, doch eben so wenig fruchtbringend für die Käufer. Sowohl in England als in den Rhein⸗Provinzen herrschte längere Zeit fühlbare Stockung im Woll⸗ und Tuchgeschäft, und wenn auch der Frieden mit China die Gemüther belebte und einige bessere Hossnungen rege machte, so schwanden sie doch bald wieder und schimmerten nur noch aus fernem Hintergrund hervor. In gleicher mißlicher Lage befand sich das Geschäft in Frankreich und Oesterreich, und wir waren hier mit dem Absatz unserer Vorräthe nur auf das Inland beschränkt, in welchem die Fabrication von Tuch und Wollstoffen ungestört fortging, aber doch meistens nur Mittelwolle verbraucht wurde. Seit dem Herbstmarkt hörte jede Nach⸗ frage nach Wolle über 70 Rthlr. gänzlich auf und der Muth der thätigsten Spekulanten fand keine Veranlassung zu Unternehmungen. An Kontrakte für die nächste Schur dachte Niemand; und haͤtten sich auch gegen Weih⸗ nachten einige, weniger ängstliche Wollhändler gefunden, die den Produ⸗ zenten 4 à 35 Rthlr. über den Frühsahrspreis für die nächste Schur boten, so wurden diese durch verschiedene Mostificationen von zu erwartender Stei gerung abgehalten, dergleichen Offerten anzunehmen, und daher wurde in Schlesien fast gar nichts auf den Schafen verkauft. Erst ganz kurze Zeit vor dem Wollmarkte trafen von England einigermaßen berühigende Nach⸗ richten ein, die theilweise unsere bangen Ahnungen verscheuchten und uns wenigstens eine sehr große Konkurrenz erwarten ließen. Diese traf zu un⸗ serer Freude auch ein, und ihr, so wie der schönen leichten Wolle, welche unsere Produzenten zu Markte brachten, haben wir den ziemlich guten Gang desselben hauptsächlich zu danken.
Sehr beträchtlich und über alle Erwartung zeigte sich gleich mit dem Beginnen des Markts der Minder⸗Ertrag der Schur, so daß wir den Aus fall wenigstens auf 15 bis 20 pCt. annehmen können.
Die Zufuhr bestand bis zum 2. Juni aus
eirca 42,000 Ctr. S chlesische Wolle, 2 5,000 » aus dem Großherzogthum Posen, 2 1,000 » aus Polen und Gallizien, Summa 48,000 Ctr. Hierzu kommen noch 6,000 » alte Vorräthe, worunter viele Partieen Elek⸗ toral und hochfeine Schlesische, also im Ganzen ca. 54,000 Ctr., folglich eirca 20,000 Ctr. weniger als 1842.
Die Preise stellten sich durchschnittlich den vorjährigen ziemlich gleich, denn wenn auch manches bei nicht glücklich gelungener Wäsche einige Tha ler darunter verkauft wurde, so traten doch noch häufiger die entgegenge setzten Fälle ein, und wer gute Wolle hatte, dem wurde gern der alte Preis bewilligt. Für Wolle über 105 bis 130 Rthlr. war die Nachfrage nicht so allgemein, und blieb bei Abfassung dieses Berichts noch manches höchst Ausgezeichnete unverkauft, was wohl noch volle Würdigung finden wird.
Im Einzelnen wurden folgende Preise gemacht:
Schlesische Einschur Super⸗Elektoral ... Sxbbe Ffeleweralt hochfeine felne. mittelfeine mittel 1 geringe Zweischur ertra feine ... „ feine ) geringe Einschur erste Sorte 8 feine 53 — 58 8 mittel 48— 50 5 42— 46 „ Zweischur 40— 50 Schlesische hochfeine Sterblingswolle P88 feine 8 55 600 mittelfeine 48— 52 Schweiß⸗ und Gerberwolle 46— 54 Lammwolle, feine 80 — 90 mittelfeine 65 — 75 Ausschuß, hochfeiner.. 1“ 50 — 60 „ feiner 66“ Zachelwolle, weiscsgss . 49 — 22 ⅔ 2 schwarze
110 — 125 Rthlr. 100 — 105 90 — 4100 85 70 60 50 65
75— 17152
18 60-
50 — 55 12— 48 60 — 75
14— 18
Das unverkauft gebliebene Quantum dürfte kaum mehr als 8000 Ctr. zweite Hand über⸗
Breslau, 6. Juni. Bei dem Gewittersturme am Sonntage
Zum Glück
von dem Maschinenführer Heyde geführt.
aus Stallupöhnen, eine kostbare goldene Uhr mit Brillanten, dem Musik⸗Direktor Sämann die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft und dem Opern⸗Sänger Mertens aus Königs⸗
43 . 1 Allerhöchstwelche am Ften d. schon Sich wieder in Berlin zu besinden beabsichtigten, und somit chsti nicht gewähren , Den zur Tafel geladen gewesenen Personen war es vergönnt, den erhabenen Monarchen zum Wagen zu beglei⸗ ten, und zu diesen Sich wendend, äußerten Se. Majestät Sich noch überaus huldvoll, und bestiegen sodann mit einem gnädigen Abschieds⸗ Segenswünschen der
nach⸗
14ten Ihrem Antrage hierdur 12 b das Kredit⸗Institut für Schlesien von jetzt ab, die den Rittergutsbesitzern von Schlesien und der vom 8. Juni 1835 und der jährlicher Zinsen ausfertigt, daß 1813 1 Tilgung dieser Pfandbriefe das von den 28 der Verordnung von den Pfandbriefs⸗-Schuldnern jährlich zu 8 5 Prozent
m̃ Prozem nebst den davon aufkommenden Zinsen gänzlich zur Amortisation verwendet, 8. Juni 1835 in allen Punkten auf⸗
15 Sgr., auch 1 Rthlr. 5 Sgr.
sah derselbe die entgegenkommenden fuhr rückwärts und vermied so ein wenig gefährlich werden konnte.
gehenden Wagen habhaft zu werden.
bei dem plötzlichen Anhalten des Zuges und dem bald folgenden Zu⸗ rückgehen desselben ausgestanden haben, läßt sich denken. Auch auf dem Breslauer Bahnhofe wurden mehrere, auf der Bahn stehende Wagen von dem Sturme bis zum Thore fortgetrieben. Dies aber leistete hinreichenden Widerstand.
Düsseldorf, 6. Juni. (D. Z.) Se. Durchlaucht der Herzog von Nassau ist gestern Abend mit dem Dampfschiff der hiesigen Ge⸗ sellschaft, „Erbgroßherzogin von Hessen“, dahier eingetroffen und wid sich während der Tage des Pferderennens hier aufhalten. Gleich nach seiner Ankunft wurde ihm, als dem Chef des dahier garnisoni⸗ renden Sten Ulanen⸗Regiments, die Regiments⸗Fahne überreicht, und später brachte ihm das Musik⸗Corps des Regiments eine Serenade.
Metcorologische gcobachtungen.
Nachmittaxgs Abends
10 Uhe.
— Morgens
Nach einmaliger
18. Juni. 2 Ubr. Beobachtung.
ELuftdeuck. 335,11 Par. 334,71“ Par. Quellwäüärme 1“ h. Luftwärme . † 10,0⁰ *+ 17,, KK. + TI. R. Flusswürme 14,6° ür Thaupunkkt. + 7,50 R. - 1 56 + 8,10 R. Bodenwärme 10. Dunstsüttigang 81 pCt. 5 77 pCt. Ausdünstung 0,01 1. Hh. Wetter trüb. trüh, Niederschlag 0, Wind W. W. Wärmewechsel † 17,2⁰ Wolkenzug .. — W. — + 9,4 °. — 7* 22 Tagesmittel: 335,08 Par. .. + 12,92 n. + 7,80 R. 70 Ct. W.
heiter. 80.
6“ Iöb8 . Den 9. Juni 1843. Pr. Cour.
AHctien. 2 Urief. Keld.
V Brl. Pots. Fisenb. 5 142 ½
e.
Pr. Cur.
Fonds. ₰ hrief. deld.
Gem.
s St. Schuld-Sch. 8, 104 103 ½ [do. do. Prior. Obl. üas Preuss. Englische d. Lpz. Biseub. — Obligat. 30. 110. Jo. Prior. Obl. Prüm, Sech. (Hel. Aub. Bisenh, Sechandlung. — 93 ½ san. d*, Prior. Onl. EKur- u. Neumärk. Düss. Elb. Biseub. do. do. Prior. 0bl. Rbein. do. do. Prior. Obl. Berl. Frankf. Ris. do. do. Prior. Obl. 0 b.-Schles. Eisb. Hrl.-Stet. B. Lt. A. do. do. Lt. B.
do. do. abgest. —
104
—
4 103 —
der
1
103 ½
Schuldversche. 3 ½ 102 “ Rerliner Stade Obhbligationen. 3 ½ 103 ¼ Danz. do. in Th. 18 Westpr. Pfandhbr. 32 102 ¼ 1 106 2
95 1252¼ 104
Eisenb.
-9 N
— — *
(rossh. Pos. do. 8 do. do. 3½ S Ostpr. Piandhr. 33 101 3
2 221 9027 23 Kur- u. Neum. do. 3* 88 vss. Friedrichad'or. en do. % 5 1 4*sAnd. GIdm. à 5 11b.—
- DDiscouto.
——
1013 103 102
F0.
Pomm.
Sehlesische
Auswärtige Börsen.
IIam b urg, 7. Juni. Bank-Actien 1662. Eugl. Russ. 110 ½. etersbu rg, 1. Juni. Lond. 3 Met. 37 12 . Hamb. 34 8 Pearis 402.
à Paris 300 Fl. 81 ½. do. 500 Fl. 88 ½. do. 200 Pl. 81.
Wien, 4. Juni. Bank-Actien —. Aul. de 1839 111 .
Königliche Schauspiele. Sonnabend, 10. Juni. Im Schauspielhause: 1 p
Poln.
Der Sohn der Wildniß, romantisches Drama in 5 Abth., von F. Halm. (Dlle. Lilla Löwe, vom Kaiserl. Hof⸗Theater zu Petersburg: Parthenia, als erste Gastrolle.)
Sonntag, 11. Juni. Im Opernhause: Czaar und Zimmermann. (Herr Pfister: Marquis von Chateauneuf, als Gastrolle.)
In Charlottenburg: Ehemann und Junggeselle. Hierauf: Der Sohn auf Reisen.
Montag, 12. Juni. Im Schauspielhause: Bürgerlich und ro⸗ mantisch. (Dlle. Lilla Löwe: Katharina von Rosen, als Gastrolle.) Hierauf: Drei Frauen und keine.
Königsstädtisches Theater Sonnabend, 10. Juni. Der Pariser Taugenichts. Lustspiel in 4 Akten, von Dr. C. Töpfer. Hierauf: Konzert des Herrn Antoine Bazzini aus Mailand. 1) Elegie von H. Ernst für die Violine mit Pianoforte⸗Begleitung und Variations brillantes für Violine, über ein Thema aus der Oper: Die Nachtwandlerin, von Bellini, mit Orchester⸗Begleitung, komponirt und vorgetragen ven Bazzini. 2) Ouvertüre für Orchester. 3) Adagio und Glockn⸗ Rondo, aus dem großen IImoll-Konzert von Nicolo Paganini, vor⸗ getragen von Bazzini. 4) Ouvertüre für Orchester. 5) Fantaissie dramatique sur PAire Finale de 'Opera: Lucia di La rmoor, komponirt und vorgetragen von Bazzini.
Sonntag, 11. Juni. Julerl, die Putzmacherin.
Montag, 12. Juni. Gast⸗Vorstellung der Ungarischen National Tänzer. Nach dem ersten Akt des Stücks: Magyar, Nép Täncz, ausgeführt von Mad. Ruzsa Ilka und Herrn Kilhnyi. Nach dem zweiten Akt: Magyar Komoly Täncz, ausgeführt von Herrn Fitos. Nach dem dritten Akt: Kettös Täncz, ausgeführt von Herrn Veßter Sandor und Mad. Ruzsa Ilka. Dazu: Die Reise zur Hochzeit.
Marktpreise vom Getraide. Berlin, den 8. Juni 1843. Zu Lande: Weizen 2 Rthlr. 6 Sgr. 3 Pf., auch 2 Rthlr. 3 Sg. 9 Pf.; Roggen 2 Rthlr. 6 Sgr. 3 Pf., auch 2 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf.; Hafer 1 Rthlr. 9 Sgr. 5 Pf., auch 1 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf. Eingegangen sind 78 Wispel 12 Scheffel. 8 8 Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rthlr. 10 Sgr., auch 2 8 Sgr. 3 Pf. und 2 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf.; Roggen 2 Rthlr. 7 Sgr. auch 2 Rthlr. 5 Sgr.; große Gerste 1 Rthlr. 13 Sgr. 9 Pf.; kleine 1 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf.; Hafer 1 Rthlr. 8 Sgr. 3 Pf., auch 1 5 Sgr.; Erbsen 1 Rihlr. 25 Sgr. 3 Pf., auch 1 Rthlr. 23 Sgr. (schlechte Sorte). Eingegangen sind 1418 Wispel 10 Scheffel. Mittwoch, den 7. Juni 1843. Das Schock Stroh 12 Rthlr., auch 10 Rthlr. Der Centner Heu ·1
Rthlr. 6 Pf., Gerste Rthlr. 9 Pf.
Rthlr. Kartoffel⸗Preise. Der Scheffel 1 Rthlr., auch 22 Sgr. 6 Pf. Branntwein 8 Preise. Die Preise von Kartoffel⸗Spiritus waren am 3. Juni 22 — 22 ¼ Rthlr.,
am 6. Juni 22 Rthlr. und am 8. Juni d. J. 21 ¾ Rthlr. frei ins
Haus geliefert pro 200 Quart à 54 pCt. oder 10,800 pCt. nach Tralles. Korn⸗Spiritus: ohne Geschäst. Berlin, den 8. Juni 1843. 8 2 Die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin. 1— 8
—— 8 Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hosbuchdruckerei.
Beilage
Wagen, hemmte auf der Stelle, Zusammenstoßen, welches nicht Die Conducteure sprangen sãmmt⸗ lich von den Wagen, und es gelang durch vereinte Kräfte der durch⸗ ende g Welche Angst die zahlreichen Passagiere mitten in dem furchtbaren Unwetter und der Dunkelheit
Russland und Polen.
ur A
8 Warschau, 29. Mai. Durch Kaiserlichen Befehl vom 10. März ist die Gründung eines Seminariums für Stadt⸗ und Land⸗ Schullehrer angeordnet, welches seinen Sitz in Radzymin, nicht weit
von Warschau, haben und unter der unmittelbaren Aufsi rators des Warschauer Lehrkreises und unter dem öffentlichen Unterricht stehen wird. hiesige Regierungs⸗Zeitung. Zur Unterhaltung jährlich 5505 Silber⸗Rubel bestimmt.
Durch einen Erlaß der Gouvernements⸗Kommission wien ist verordnet, daß die ausländischen Waaren zur bei dem Zoll⸗ sollen. Das Anlegen von Fahrzeugen an den Fluß⸗Ufer nannten neutralen Gebietes ist untersagt. Wer dieser An
dieser
cht des Ku⸗
Rath für den Das desfallsige Gesetz giebt die
Anstalt sind
von Maso⸗ Abfertigung
Amte von Nurzawa nur bei Tage eingebracht werden
ein des soge⸗ ordnung zu⸗
wider handelt, verfällt in eine Strafe von 15 Silber⸗Rubeln und hat
außerdem noch andere Unannehmlichkeiten zu gewärtigen. —. /—V— Grossbritanien und Irland.
Unterhaus. nadische Weizen⸗ und Mehl⸗Bill, welche auf die von L
Sitzung vom 2. Juni. (Schluß.) Die Ka⸗
ord Stanley
eingebrachte Resolution wegen Zulassung des Kanadischen Getraides
und Mehles begründet ist, kam am Schluß der Sitzung Verlesung. Lord Worsley sechs Monaten erfolgen, d. h.
Bemerkenswerthes darbot, da von beiden Seiten fast m
Argumente wiederholt wurden, die schon bei den langen Verhandlun⸗
gen über die Resolution selbst vorgebracht worden wa ausführlich sprach Herr Shiel gegen die Bill; er bestr hauptung Lord Stanley's, daß das Kanadische Parlam die Präliminar ⸗Maßnahme, die Erhebung eines
Getraide der Vereinigten Staaten bei der Einfuhr mit Einstimmigkeit erklärt habe, warf den Ministern
sie die vorliegende Maßnahme beantragt hätten, ohne das Parlament
im mindesten darauf vorzubereiten, erklärte es für thöricht,
in Kanada einzuführen, das solche Gesetze bis jetzt nicht gehabt habe,
und spottete der Drohung, welche die Minister sollen, daß sie nämlich abtreten würden, wenn angenommen werde.
ausgespr.
und suchte nochmals darzuthun, daß einzig und allein Begünstigung
Kanada's vor dem Auslande der Zweck der Maßregel sey,
regel, durch welche sich übrigens die anderen Kolonieen
trächtigt finden könnten, da sie keinen Ueberschuß an Getraide produ⸗ Bald nach dem Schluß der Rede des Kolonial⸗Ministers kam es zur Abstimmung, welche 209 Stimmen für und 100 Stimmen der Bill ergab, so daß dieselbe mit einer
zirten.
gegen die zweite Verlesung Mehrheit von 100 Stimmen genehmigt wurde.
London, 3. Juni. Ihre Majestät die Königin Victor
brecht und die verwittwete Königin Adelaide, nebst anderen Mitgliedern der Königlichen Familie, erfreuten am Mittwoch die Gesellschaft für Auf⸗ führung alter Musik (Kncient Concerts) in einem der von derselben ver⸗
anstalteten Konzerte mit ihrer Gegenwart. Prinz Albrecht,
zu den Direktoren dieses ausgezeichneten Musik⸗Vereins gehör mal in Vertretung des Grafen von Westmorland, an welchem Reihe war, das Programm zusammengestellt, welches aus g
weltlichen Compositionen bestand; unter ersteren befanden sich der Gr egoria⸗ nische Lobgesang Crudelis I lerodes (- Doppel⸗Chor ), aus dem Jahre 570; ein Miserere von Thomaso Baj (ebenfalls Doppel⸗Chor), aus dem
Jahre 1660, welches in Rom am Gründonnerstag gesun den pflegt und die neueste der in der Päpstlichen Kapel führung zugelassenen Tondichtungen ist; dann ein Quinte Salvator mundi, von Palestrina, aus dem Jahre 1569.
gen Musikstücke, welche an diesem Abend zur Auffüh
waren von Händel, Gluck, Beethoven, Mozart, Haydn, Cherubini, Die Musikstücke von Gluck, aus dessen
Mehul, Hummel und Bishop. kstück „Armide“ hatte die Gesellschaft von dem Grafen von? Berlin nach der dort unter Meyerbeer's Leitung stattgefunde rung dieser Oper im Manustript zugeschickt erhalten. Die S diesen Konzerten stets von den ausgezeichnetsten Künstler
⸗
gen, die Chöre sind trefflich eingeübt und werden von L Orgel begleitet. Der Verein besteht seit 1776 und bes
auserlesensten und reichsten Sammlungen von Musterwerken der Ton Seine jetzigen Direktoren sind der König von Hannover, Prinz
kunst. b von H Albrecht, der Herzog von Cambridge, der Erzbischof vo Herzog von Wellington und die Grafen Westmorland,
Cawdor. 8 8 “ 1 Das Parlament hat sich gestern, der Pfingstferien zum 8ten d. M. vertagt. EEe“
Dänemarkh.
b“ Kopenhagen, 2. Juni. chlusse ward ein in das Blatt Fadrelandet eingerückter Ar Ueberschrift „Ständische Ausschüsse“ mit Beschlag belegt
dacteur des Blattes, Herr Hansen, gerichtlich belangt. Das Hof⸗ und Stadtgericht hat nun in dieser Sache erkannt und den Verklagten frei⸗
gesprochen, ihm aber die Kosten auferlegt.
Die Abfahrt hiesiger Studirenden auf dem Dampfschiffe „Iris“
zum Besuche ihrer Brüder auf der Universität Upsala,
Nachmittags 3 Uhr ungeachtet des starken Regens eine Menge Men
schen an der Zollbude versammelt, die sich später nach d
nie begaben und dort ein mehrfach wiederholtes Hurrah ausbrachten, das von den Abreisenden mit Gesang beantwortet wurde. In Malmö werden Studenten aus Lund an Bord kommen, man denkt alsdann
in der alten „Unionsstadt“ Calmar zu landen und ba Fahrt nach Stockholm fortzusetzen. 1 Schwed. Beo. hin und zurück für die Person. “ 8 ——
Deutsche Bundesstaaten.
Leipzig, 7. Juni. Aus Zittau, Annaberg un sind hier Nachrichten von einem furchtbaren Hagelwetter welches am 4ten d. M., am ersten Pfingst⸗Feiertage, zwischen 3 und 5 Uhr, die Fluren verwüstete und in einen großen Schaden an Fensterscheiben ꝛc. anrichtete.
——
8 Oesterreich.
O Wien, 29. Mai. Nach einer erfolgten Er Direktiven für konzessionirte Eisenbahn⸗Gesellschaften stelle entschieden, daß die Auslagen für jene Polizei⸗Au welche zur Ueberwachung der Paß auf den Eisenbahnhöfen außer Provinzial⸗Hauptstädte aufgestellt werden,
beantragte, daß diese Verlesung nach 1 daß die Bill verworfen werden solle, und veranlaßte dadurch eine lange Debatte, die indeß kaum etwas
1 die Maßregel nicht Lord Stanley bestritt die letzte Behauptung
Westmorland aus
—₰
Am Schlusse des vorigen Jahres
Die Fracht ist nur 20 Rthlr.
und Sicherheis⸗Angelegenheiten dem Rayon von Wien oder jenem der den Eisenbahn⸗Unterneh⸗
zur zweiten
ir diejenigen
vei. Sehr ritt die Be ent sich für Zolles von in Kanada vor, daß
Korngesetze
ochen haben
eine Maß nicht beein-
ig, Prinz Al
welcher selbst tt, hatte dies⸗ eigentlich die eistlichen und
gen zu wer le zur Auf⸗ tt und Chor
ischen Staats⸗Z mungen nicht angerechnet, sondern aus den Lokal⸗Polizei⸗Fonds be⸗ stritten werden sollen. Den Bau⸗Directionen in den Provinzen ist der Auftrag geworden, eine statistische Tabelle über die bestehenden Wasserstraßen und die dazu gehörigen Uebersichten vorzulegen. Diese Ausweise müssen außer den Haupt⸗Flüssen auch alle flöß- und schwemmbaren kleinen Nebenflüsse enthalten und zugleich ersichtlich machen, welche Holzgattungen auf jedem Flusse oder Bache und bis wohin geflößt oder geschwemmt werden, wer zur Bestreitung der nothwendigen Wasserbauten verpflichtet, und welche Hindernisse hier und da etwa der Strom⸗Benutzung entgegenstehen, wobei wesentlich die Mühlwehren mit ihren Höhen genau angegeben werden müssen.
Pesth, 25. Mai. Jedem aufmerksamen Beobachter unseres Königreichs muß sich die erfreuliche Wahrnehmung aufdringen, welche Fortschritte des stets sich mehr entfaltenden Gemeingeistes auch in Beziehung des wissenschaftlichen Betriebs der Landwirthschaft hervor⸗ treten. Der für die Förderung derselben hier bestehende Central⸗ Verein, für alle Zweige der Boden⸗Kultur mit sichtbar wohlthätigem
Erfolg stets auregend und belehrend in voller Wirksamkeit, hat durch die Section für Feldbau, besonders die für unser Land so wich⸗ tige Kultur der Tabackspflanze zum Gegenstand umfassender Verhand⸗ lungen gemacht. Gegenwärtig ist diese Section mit der Herausgabe einer Schrift beschäftigt, welche in populairer Sprache, jedoch mit nöthiger systematischer Gründlichkeit Alles umfassen soll, um dem Landmanne für bessere Kultur der Tabackspflanze und deren Verwen dung die nöthige Belehrung zu gewähren. Auch die Seiden⸗Kultur erfreut sich fortwährend zunehmender Ausdehnung, und besonders der von dem Grafen Stephan Szechenyi gegründete Oedenburg Eisenburger Ver⸗ ein hat bereits sowohl durch Ausdehnung der Maulbeerbaum⸗Pflanzungen
wie durch Verwendung der Cocons bemerkenswerthe Resultate erzielt. Weinbau, Veredelung der Handels⸗Gewächse und Erweiterung der landwirthschaftlichen Gewerbe, werden in einer Weise zu fördern ge⸗ sucht, die der natürlichen Begünstigung des Landes im Getraidebau und in der Viehzucht zu entsprechen streben soll und bereits Erfolge gewährt, die auch auswärts mehr gewürdigt zu werden verdienen. Schöne Hoffnungen gewährt der in unserer Stadt kürzlich begründete Israelitische Ackerban-Verein für Ungarn, mit der vorherrschenden, rühmlichen Tendenz: im ganzen Königreiche für vermehrte Wid mung der Israeliten zum Feldbau zu wirken. Große Wohlthaten für unsere Landbesitzer verspricht übrigens auch der nach dem Plane der Großhändlers Weiß unter dem Präsidium des Grafen Batthyanyi gebildete Verein zu wechselseitigen Versicherungen gegen Hagel⸗ und Wetterschäden, welcher seit einigen Monaten seine Wirksamkeit begon⸗ nen hat. 8 1“ I“
ID 8 8 Luzern, 30. Mai. (A. Z.) Die in Folge letztjährigen Groß⸗ Raths⸗Beschlusses sowohl im In⸗ als Ausland über die Jesuiten ein- gezogenen Erkundigungen sind nun größtentheils eingelaufen: diesel⸗ ben lauten im Allgemeinen sowohl von den Staats⸗ als Kirchen⸗Be⸗ hörden ziemlich günstig; es zeigt sich aber eine solche Opposition ge⸗ gen die Jesuiten-Einführung im Kanton Luzern, daß ihre Berufung unter solchen Umständen als gewagt bezeichnet werden müßte. In Folge der neuen Groß⸗Raths⸗Wahlen in Wallis und Schaff⸗ hausen ist eine Aenderung des Regierungs⸗Personals dieser beiden Kantone eingetreten, und zwar in konservativem Sinne. Es läßt sich
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Ich bin mit einer gewissen Ordnung in der glänzenden Darstellung zu Werke gegangen, welche die Neugierde meiner Wirthe in Athem erhielt. Um das durch die Geschenke angeregte Interesse derselben zu erhalten, beob⸗ achtete ich die Vorsicht, sie in der Reihenfolge vorzuzeigen, die dem steigen⸗ den Werthe entsprach, welchen, meiner Voraussetzung zufolge, jedes einzelne in den Augen der Abyssinier hatte. Die groben Waffen wurden zuerst ge⸗ zeigt: Gewehre, Karabiner, Pistolen, Säbel verschiedener Formen; dann entfaltete ich unsere Tücher von glänzenden Farben, unsere wollenen Tep⸗ piche, die Stoffe von rother und gelber Seide; endlich kamen die Waffen von Werth, die glänzenden Helme und polirten Panzer, die beiden Kanonen, die ich auf ihre Laffetten bringen ließ, Kriegswerkzeuge, die noch vor weni⸗ gen Tagen den Abvssiniern unbekannt gewesen waren, und deren furcht⸗ baren Knall ich sie nun vernehmen ließ.
Um endlich dem Erstaunen und der Verwunderung Sahle⸗Sallasi's und seines Hofes die Krone aufzusetzen, ließ ich die Leier auspacken, und als die Sicilienne aus „Robert der Teufel“ in harmonischen Tönen aus dem trivialen Instrumente erklang, das man bei uns (in Paris) das Volks⸗ Konservatorium genannt hat, da machte dies einen merkwürdigen Eindruck auf die Imagination meiner doppelt bezauberten Zuhörer, einerseits durch die musitalischen Empfindungen selbst, deren Neiz sie bis dahin nicht gekannt hatten, und durch die übernatürlichen Eigenschaften dieses Holzkastens, der seinem Innern so süße Melodieen entlockte; eine Zaubererscheinung, deren Ursache zu errathen sie ihre durchdringendsten Blicke eben so vergeblich als ihre ganz aus ihrer Bahn verrückte Denkkraft anstrengten.
Als aber Sahle Sallasi hinreichend seine ganze Freude über die Ge⸗ genstände bezeigt hatte, welche er der Freundschaft Sr. Majestät des Königs der Franzosen zu danken hatte, zeigte ich ihm das Portrait Ludwig Philipp's. Nachdem er mir zu erkennen gegeben hatte, wie sehr er dem Souverain Frankreichs Dank wisse für die Uebersendung eines getreuen Bildnisses seiner Person, und nachdem er mir gesagt hatte, daß unter allen ihm gesendeten Gegenständen dieses am meisten sein Herz anspreche, weil er darin⸗ mehr als in allen anderen ein Zeichen besonderer Hochachtung und freundschaftlicher Sompathie erblicke, sprach er mir seine Bewunderung über die Kunst aus, welche die wunderbare Macht habe, so genau die Natur wiederzugeben und das Leben auf der Leinwand haften zu machen. Er betrachtete Zug für Zug das Gesicht Ludwig Philipp's, fragte mich über alle Einzelnheiten seines Kostüms; dann, als eine lange Betrachtung die Gefühle der Ueberraschung, des Dankes und der Neugierde, die sich zu⸗ erst in seinem Geiste und in den an mich gerichteten Worten stürmisch drängten, bei ihm etwas zur Ruhe gebracht hatte, sagte er mir: „Ich will das Portrait Deines Königs meinem Throne gegenüber aufstellen, um stets die Erinnerung zu haben und meinem Volke den großmächtigen Souverain zeigen zu können, der so fern von diesem Lande herrscht und gleichwohl nicht verschmäht hat, mir die schmeichelhaftesten Beweise seiner Freundschaft und Allianz zu geben.“ 8 8
Diese Idee wurde auch alsbald ins Werk gesetzt, und sobald das Portrait gegenüber von dem Throne des Abyssinischen Monarchen auf⸗ gehängt war, erwies ich ihm die Ehre der ersten Artillerie⸗ Salven mit den nach Schoa gebrachten Französischen Kanonen durch Abfeue⸗ rung mehrerer Schüsse unter dem schweigenden Respekte der Bevöl⸗ kerung von Angolola, die in Masse herbeigeströmt war, um Zeuge
dieser Ceremonie zu seyn.
Nachträgliche Bemerkungen über die Umprägung der Französischen Kupfer⸗ Scheide⸗Münze. „⸗, Paris, 3. Juni. Die Kammer hat gestern in geheime Abstimmung den Gesetz⸗Entwurf über die Umprägung der Kupfer⸗ und Scheidemünzen verworfen, nachdem sie in den vorhergehenden Sitzun
und
nun in Folge dieser Veränderungen mit Bestimmtheit berechnen, daß sich in der künftigen Tagsatzung eine entschieden konservative Majori tät bilden wird für alle Lebensfragen mit Ausnahme der Klosterge⸗ schichte, wo konfessionelle Rücksichten zur Zersplitterung mitwirken.
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Gallatz, Mai. (Bresl. Z.) In diesen Tagen ist der neue Preußische Gesandte bei der hohen Pforte von Wien mit dem Dampfschiffe hier einpassirt, setzte aber nach kurzem Aufenthalt seine Reise nach Konstantinopel fort. Er hatte die Freude, ein Preußisches Schiff bei Braila vor Anker liegen zu sehen, welches vor ein paar Wochen durch einen eigenen Zufall gerade in derselben Stunde in den dortigen Hafen einlief, in welcher der erste Preußische General⸗Konsul dort eintraf. In kurzem erwartet man hier auf der Durchreise auch den Hesterreichischen Internuntius Baron von Stürmer, welcher wieder nach Konstantinopel geht. In der Regel gehen die Reisenden nicht hier vorbei, sondern sie stei⸗ gen 12 Meilen oberhalb auf der Türkischen Seite der Donau aus und fahren mit dem gut eingerichteten Eilwagen bis Kustendsche am schwarzen Meere, wo sie ein anderes Dampfschiff finden, wodurch sie einen großen Umweg von beinahe einer Woche ersparen. Ein sehr großer Gewinn für die Dampfschifffahrt auf der Donau war es, daß in der Moldau sehr reiche Steinkohlenflötze entdeckt wurden. Der geachtete Arzt aus Baden, Ritter Chibau, dem die Moldau viel verdankt, hat die Bearbeitung dieser Kohlengruben zur Lie⸗ ferung des Materials an die Dampsschifffahrts ⸗Gesellschaft unternommen.
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Allein die Wege in der Moldau sind so grundlos, daß es unmöglich war, die Kohlen zur bestimmten Zeit hierher zu liefern, und so sind diese reichen Gruben jetzt unbenutzt. Ritter Chibau ist derselbe, welcher den ersten wissenschaftlichen Verein in der Moldau, die naturforschende Gesellschaft zu Jassy gestiftet hat, welche vor kurzem den Astronomen Professor von Boguslawski zu Breslau zum Mitgliede ernannt hat.
In Jassy regt sich überhäuft ein wissenschaftliches Streben. Der Ritter Assaki, der lange in Italien der Kunst lebte, hat dem Lande die ersten Schulen gegeben, und schon sind vaterländische Lehrer ge⸗ bildet, welche die Wissenschaften in der Landessprache vortragen, welches vorher gewöhnlich durch Französische Privatlehrer geschah.
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2 Paris, 2. Juni. Die Revue de l'Orient bringt in ihrem Maihefte zwei sehr interessante Briefe, welche Herr Rochet d'Hericourt an Herrn Hector Horeau, Schatzmeister der orientalischen Gesellschaft, gerichtet hat. Der eine dieser Briefe enthält besonders interessante Details über den Vollzug der vom König ihm übertrage⸗ nen Mission, wonach er an den König von Schoa an der Küste des Rothen Meeres Geschenke Ludwig Philipp's zu überbringen hatte. Die Mittheilung folgender Stellen daraus dürfte nicht ohne Interesse eyn:
„Ich bin am 7. November (sagt der Verfasser) im Königreiche Schoa angekommen und habe mich des Zweckes meiner Sendung entledigen kön⸗ nen, indem ich die Geschenke Sr. Majestät des Königs der Franzosen in die Hände Sahle⸗Sallasi's überlieferte. Ich habe die Befriedigung, in dem Erfolge, welche sie erlangt haben, die Verwirklichung meiner Hoffnungen zu sehen. Der Tag, an welchem die 54 Kolis, welche sie enthielten, ausgepackt wurden, war für den König und seinen Hof ein Festtag, wie man deren bei
diesem Volke von einfachen und kindlichen Sitten nur wenige zählt. 8
gen mit einigen Mobisirationen alle einzelnen Artikel des Gesetz⸗Ent wurfs angenommen hatte. Es ist dies der dritte Gesetz⸗Entwurf, welcher in gegenwärtiger Session das nämliche Schicksal erleidet. Man muß gestehen, daß dies eine sonderbare Weise ist, Gesetze zu machen. Die Kammer nimmt alle Artikel des Entwurfs an, und wenn es zur Abstimmung über das Ganze kommt, so verwirft sie die⸗ selben Artikel, die sie zuerst angenommen hat. Nach dem ministeriel⸗ len Entwurf sollten die neuen Centimen 10 Grammes wiegen; ein Amendement der Kammer erhob dies Gewicht auf 15 Grammes. Diese Aenderung hatte natürlich eine ziemlich bedeutende Vermehrung der Kosten zur Folge, und die Gegner der Maßregel benützten dies, um die Verwerfung des Gesetzes zu verlangen. Herr Ducos hat von neuem die finanzielle Lage des Landes auseinandergesetzt; er hat das Defizit nachgewiesen und auf die Gefahr, in jedem Jahre nene außerordentliche Ausgaben zu machen, aufmerksam gemacht. Die von ihm hervorgehobenen Nachtheile sind allerdings vorhanden; aber sie waren bereits bekannt, als die Erörterung des Gesetz⸗Entwurfes be⸗ gann, und wenn sie der Kammer hinreichend wichtig erschienen wä⸗ ren, so hätte sie nicht fünf Tage mit Bebatten hinbringen müssen, die zuletzt kein anderes Resultat gehabt haben, als daß in der schon so weit vorgerückten Session eine kostbare Zeit verloren gegangen ist. Die Oppositions⸗Journale betrachten die Verwerfung dieses Ge⸗ setzes als eine Niederlage des Ministeriums. Allein in dieser Bezie⸗ hung hat dies Votum nicht die geringste Bedeutung. Es war dies eine loi Gaffaires, das mit der Politik nichts zu thun hat, und die Kammer hat sich nur selbst ein Dementi dadurch gegeben. Am mei⸗ sten sehen sich die kaiseurs d'affaires getäuscht, die bei der projektir⸗ ten Maßregel eine reiche Aerndte zu machen hofften. Nun werden sie vielleicht lange warten müssen, denn der schlechte Ausgang des von dem Ministerium gemachten Versuches kann zu einer unbestimmten Vertagung der Frage führen. Die Umprägung der Kupfer⸗ und Scheide-Münze ist durchaus nicht so dringend; die Operation wäre allerdings nützlich, zweckmäßig und mit verschiedenen Bedürfnissen, die sich bereits seit langer Zeit zu erkennen gegeben, in Uebereinstimmung gewesen; aber sie ist nicht so nothwendig, daß man nicht einige Jahre mit ihrer Ausführung warten könnte.
Uebrigens hat die Diskussion über den betreffenden Gesetz⸗ Entwurf zu merkwürdigen Beobachtungen Anlaß gegeben. Man war allgemein über die Nothwendigkeit einverstanden, die unförm⸗ lichen Sous und die 15 und 30 Sous⸗Stücke einzuziehen und durch bequemere und schwerer nachzumachende Münzen zu ersetzen. Aber man war nicht nur über die Quantität der neu zu prägenden Münzen, sondern auch über die Art des Prägens verschiedener Ansicht.
Die Sous, welche man Glocken⸗Sous nennt, wiegen 24 Grammes der Décime; sie enthalten eine gewisse Quantität Zinn. Die Sous mit der Freiheits⸗Mütze, welche während der Republik geprägt wur⸗ den, enthalten weniger Zinn und wiegen nur 20 Grammen der Dé⸗ cime oder 10 Grammes die 5 Centimes; die Sous der alten Mo⸗ narchie endlich sind von reinem Kupfer und wiegen auch etwa 20 Grammes. Diese verschiedenen Münzsorten repräsentiren einen ap⸗ proximativen Werth von 40 Millionen Fr., die eingezogen und durch eine größere Masse einer neuen Kupfermünze ersetzt werden sollten. Nach dem so eben diskutirten System sollte, wie gesagt, ein Centime durch ein Gramme Kupfer repräsentirt werden, d. h. der Déöcime würde 10 Grammes und der Sous zu 5 Centimes 5 Grammes wiegen. Eine solche Gewichts⸗Verminderung hat Vielen gefährlich geschienen, und
mei jese neue Münzr, man hat gemeint, daß namentlich die Landleute diese neu 7 . 2 9 64 He . nehmen wür⸗ die man mit den Assignaten verglich, nicht freiwillig Seden 2 Sous
1 den. Bei dem gegenwärtigen Zustande der Dinge