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2.
Freitag den 21fen Juli.
den, Fens e, vgegl eneser Sagsevdesa van g greg⸗ Beilage zur Allger ar 2 haft gesetzt, in den K 9 Tadir ei 6 — n Dies Gerücht ist Leedeihlich von Cadix eingelaufen sei.
— Das Journal des Débats theilt das (in unserer heu⸗ tigen Beilage enthaltene) Manifest der Provinzial⸗-Deputation und des Apuntamiento von Madrid, so wie den darauf sich beziehenden
Die wichtige Gränzfestung Badajoz pronunzirte sich am 1sten. Die Besatzung, bestehend aus zwei Infanterie⸗ und einem Kavallerie⸗ Regimente, zahlreichem Artillerie- und Ingenieur⸗Corps, schloß
——
“
Artikel des Espectador (s. Nr. 18 der Allg. Pr. Ztg.) wört⸗
lich mit und fügt nachstehende Bemerkungen hinzu:
„Wir haben die unwürdigen Diatriben des Espectador voll⸗ ständig mitgetheilt; es ist dies die einzige Widerlegung, die sie ver⸗ dienen. Der castilische Journalist hat nicht einmal das Verdienst der Erfindung, denn man muß gerecht sein, man hat ihm sein Thema
bereits völlig ausgearbeitet aus Paris zugesandt und schon seit langer Zeit ist von der berüchtigten Verschwörung der französischen Regie⸗ satzung am 30sten erhoben haben rung und des Königs Ludwig Philipp gegen die spanische Freiheit in also über sämmtliche - einigen unserer patriotischen Journale die Rede, welche dies Thema V breitet, und gli d. 1 = Madrid, Kommission in Madrid betrifft, so glauben wir zu wissen, daß die Minister des Regenten darüber errötheten und es desavouirten. Man daß dies Aktenstück nicht in der welche das offizielle Organ ist, erschie⸗ Zu anderen Zeiten hätte die französische Regierung sich Genugthuung begnügen 1 - 1 der Anarchie, worin sich Spanien befindet, da die Regierung, von allen Seiten durch die Insurrection uu56 te ossß sich genöthigt sieht, Hulfs ⸗=⸗Kommission, von der sie beherrscht wird, zu dulden oder 1 1 Indem das Madrider Kabinet die Dithyrambe der Kommission nicht in das es wahrscheinlich Alles gethan, zii der M Wir hoffen, daß die Mäßigung unserer Regierung sich nicht verleugnen wird. Es ist dies die beste Antwort,
den englischen Blättern nachdrucken. Was das Manifest der Hülfs
wird in der That bemerken, Gaceta de Madrid, nen ist.
vielleicht nicht mit dieser stillschweigenden dürfen; aber bei dem Zustande
gedrängt und in der Hauptstadt eingeschlossen,
zur Hülfe zu rufen, darf man sich nicht so strenge zeigen. offizielle Blatt aufnehmen ließ, hat es was in seiner Macht stand.
die sie Verleumdungen entgegensetzen kann, deren Unrichtigkeit über⸗ dies Jedermann in Spanien, in Frankreich, 1 aber in Spanien, einsieht.“
Zurbano hat seinen Marsch nach Saragossa gerichtet, wie es zu erwarten war, als er Lerida verließ. Privatbriefe von der spanischen Gränze melden, daß er die Absicht habe, nach einer kurzen Rast auf Calatayud zu marschiren, um die dort befindlichen 800 Mann Kaval⸗ lerie, welche sich bekanntlich gegen Espartero pronunzirt haben, zu entwaffnen. Er wird indeß hier zu spät kommen, da jene Kavalleri sten, auf die Nachricht von der Ankunft des Generals Narvaez in
Daroca, Calatayud verlassen und sich mit dem Corps desselben ver⸗ einigt haben. Narvaez, welcher in Daroca zugleich Madrid und Saragossa bedroht und die direkte Communication zwischen der Armee des Regenten und der des Generals Seoane abschneidet, dürfte doch,
da er von der Insurrectios⸗Armee in Catalonien durch den Ebro getrennt ist, in eine gefährliche Lage gerathen, wenn seine beiden
Gegner einen gleichzeitigen Angriff gegen ihn richteten. Unter diesen
Umständen ist es ein Glücksfall für ihn, daß die feste Stadt Mequi⸗
nenza, am Einfluß der Segre in den Ebro, sechs Meilen von Lerida, sich mit der ganzen Garnison pronunzirt hat; es ist ihm dadurch nöthigenfalls der Rückzug gesichert.
1 In Catalonien sind jetzt nur noch drei
Barcelona (Monjuich), von Lerida und von Urgel, der Sache des
Regenten treu geblieben. (Das Fort Monjuich jedoch, nach der
bereits mitgetheilten Erklärung des Kommandanten, auch nur im Falle
Espartero aus dem gegewärtigen Kampfe als Sieger hervorgeht).
Die Central Junta von Barcelona hat eine aus Linientruppen und
Milizen bestehende mobile Kolonne nach Urgel gesandt, die in die
Stadt eingedrungen ist und die Garnison vergeblich aufgefordert hat
sich der Bewegung anzuschließen; da jedoch die Behörden der Stadt beschlossen haben, der Garnison keine Lebensmittel mehr zu liefern so erwartete man entweder ihre Unterwerfung oder die Eröffnung
Der General Serrano, welcher
Forts, nämlich von
von Feindseligkelten von ihrer Seite. sich am Iten in Bellpuig, einer kleinen Stadt auf dem halben Wege zwischen Cervera und Lerida befand, wollte die Garnison, welche Zurbano in dem Fort von Lerida zurückgelassen hat, auffordern, sich zu ergeben. 1 Die Junta der Provinz Guipuzcog, welche in San Sebastian ihren Sitz hat, und sich bekanntlich nur unter der Bedingung pro nunzirte, daß der Herzog von Vitoria bis zur Volljährigkeit der Kö nigin die Regentschaft fortführe, hat jetzt, auf die Vorstellungen des Generals Roncali, welcher von der provisorischen Regierung zum General⸗Capitain der baskischen Provinzen ernaunnt worden ist, eine Proclamation erlassen, worin von der Regentschaft Espartero's nicht mehr die Rede ist. Die National⸗Garde von San Sebastian, welche die Zitadelle besetzt hatte, wollte anfangs nicht in das an die Junta gerichtete Verlangen willigen, gab aber doch endlich nach, als der 1 1“ E11“ Dieser wollte am 42. größ T er Truppen von Guipuzecoa und Navarra nach Tudela aufbrechen.
In Cadix hat der General Carratalâ ein Bando erlassen, worin er die Zeitungen einer strengen Censur unterwirst und den Censoren einschärft, nur solche Artikel durchzulassen, die nicht ungünstig für die Regierung sind, oder die Versöhnung aller guten Spanier bezwecken.
Gesten⸗ aeit. d Ien (D urch U mwege ver sp üt et.) 868 “ Weüshesa die Nachricht, daß die Junta Berran⸗ ““ Pis jett nur durch den General Figesatt Pabe ” 18 Fun Loßes als. provisorische Regierung nc 18 defiiaso daeh ü rigen Provinzial Junten diese Regie⸗ Provinzial⸗Junta i ee bie 88 11 xöee Auch erhielten wir ,8 vsstgemtechtigte nse gelohs schicken. provisorischen 11 va Ffenanß am 29sten im Namen der Zarcelong erlassee 1ngh ur im Linverständniß mit der Junta von ria der Regentschaft eutse Lesktge hessen r Herzog, 8 e Fe sich zwei wichtige 1. wird. Aus diesen Aktenstücken ergeben in deren Bereich die “ daß die Kanonen des Monjuich, keine Furcht einflößen Febsesorhsche Regierung“ sich einsetzt, dieser des Zuredens des engüschen Kone⸗ der Befehle Zurbano's und sogar dann, daß die Ankunst 88 8 väcle ungeachtet, verstummen; und wanderten Generale keinesweges e Sbler Ereighisse ausge⸗ der catalonischen Insurgenten 72 88 Mißtrauen oder den Argwohn Serrano sofort zum General⸗En 8 Narvaez wurde vielmehr durch General en Chef der Operations⸗Arin von Valencia, Concha zum ernannt, und diese Verfügungen Uerebese von Granada und Sevilla genommen. Am lksten befand sich ö“ Frößten Beifall auf Murviedro nü acht Linien⸗Ba⸗
vg. und 300 Mann Kavallerie in auf der üb nach Arragonien führenden Straße, C si ge Ge gorbe geschife um sich 8 Andaiuße ve sic nach Alicante ein⸗ Zu unserer Ueberraschung erfahren wir. 8 gestern früh in Albacete weeea, und daß 8 228 Feczent entfernte Kastell las Pesnas de S. Pedro die ceee . 8 Fens. verweigerte. Es heißt, der Regent erwarte, 8 General Seoane mit seinen Truppen über den Ebro gehen und 6 ihm toßen werde. Auch rechne er darauf, die vier Bataillone 88 1 Schwadronen, mit denen der Brigadier Enna bei Teruel steht an sich zu ziehen, um endlich gegen Valencia zu operiren. 8 8 Van Halen wirb vermuthlich mit seinen 3000 Mann ohne Wi⸗ derstand in Corbova eingezogen sein. Es rücken aber von mehreren Seiten beträchtliche Kolonnen von Truppen und Milizen gegen ihn an.
noch Avon
in Europa, vor Allem
sich dem Aufstand an. der bekannte Cardero, entflohen mit einigen Rekruten.
In Galicien sind etwa 2000 Mann Regenten treu geblieben. Santander pronunzirte sich am 18ten.
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Provinzen Spaniens mehr oder weniger ver d von den bedeutenderen Städten erkennen nur Madrid, Saragossa und Cadir die Diese ist indessen hier in der Hauptstadt bereits unter die Vor
Geldsummen verschafft. Der General Aspiroz, Alt⸗Castilien steht, organisirt, die nebst 5000 anderen auf hier marschiren sollen.
Cordova ein. Die Junta hatte sich nach Sevilla begeben. Ein großer Theil der auf der von hier nach Saragossa führen
9 2 % Fz. 2 NhM:; 7 Aeß Am 2ten rückte van Halen, ohne auf Widerstand zu stoßen, in
2 s — ,c. g 8b 8 . den Landstraße belegenen Ortschaften, und 700 Mann dort vertheilter Kavallerie, haben sich pronunzirt, Calatayud besetzt und die Couriere
der Regierung aufgefangen. In Daroca pronunzirte sich ein Theil der gegen Teruel be⸗ stimmten Truppen. . ** Paris, 15. Juli. Nach dem am 6ten gegen Abend er⸗ folgten Aufbruche Zurbano's aus Lerida, sind die Insurgenten sogleich in einen Theil der von demselben in der Nachbarschaft der genannten Stadt verlassenen Stellungen eingerückt. Der Oberst Prim stand am lten mit dem Vortrabe des Insurrectionsheeres in Mollerusa, wäh rend der Parteigänger Tell Alau mit einem Freicorps sich bis in die unmittelbare Nachbarschaft von Lerida wagte. In diesem Patze ist das Regiment von Savoyen mit reichlichem Mund⸗ und Kriegsvor⸗ rath als Besatzung zurückgelassen. Ob das Vertrauen, welches Zur⸗ bano in das genannte Regiment gesetzt, ein gegründetes gewesen, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. Unter den Insurgenten herrschte die Meinung vor, daß Lerida bei ihrem Heranrücken ohne ernstlichen Widerstand seine Thore öffnen werde. Das Hauptquartier der Aufrührer war am 7teu in Bellpuig, wo sich der General Ser rano in Person befand, um den weiteren Lauf der militairischen Er eignisse zu leiten. Ueber den allgemeinen Stand der kriegerischen Angelegenheiten in Catalonien sagt der Imparcial von Barcelona vom 9ten Folgendes: „Obgleich in dem Hauptquartier sehr zahlreiche Streitkräfte versammelt sind, so ist doch die Soldzahlung auch nicht für einen einzigen Mann im Rückstande. Die Junta hat unablässig gearbeitet, um Hülfequellen zu er⸗ öffnen, und sie hat fast jeden Tag bedeutende Summen für das Operations⸗ heer abgeschickt. Die Bewegung, welche in dem Hauptquartier herrscht, ist unbeschreiblich. Die Ordonnanzen⸗ und Depeschen⸗Reiter folgen einer auf den Fersen des anderen. Heute Morgen sind vier Ertrapostwagen aus dem Thore gefahren, und auch Se. Excellenz der General⸗Capitain, Herr Cortinez, hat mit seinem Generalstabe, mit dem Militair⸗Intendanten und verschie⸗ denen Beamten die Stadt verlassen. Morgen soll sich eine Schwadron National⸗Garde⸗Husaren in Bewegung setzen, und in zwei oder drei Tagen wird eine Heersäule von 6000 mutherfüllten jungen Leuten aufbrechen. Am
10len werden in Igualada 18,000 Mann National⸗Garde beisammen sein, welche die von dieser Provinz gestellten Truppen ablösen sollen, die sich gegenwärtig im Lager befinden. Gestern marschirte der tapfere Oberst Ametller an der Spitze von 4000 Mann Linientruppen, Zoll⸗Karabinieren und Freiwilligen dahin ab. Heute traf hier ein Deputirter der Junta von Valencia ein, der sich mit Sr. Excellenz dem Kriegs⸗Minister verständigen wird. Dieser Mann versichert, daß Herr Lopez nach Barcelona kommen wird, und daß Commissaire von Valencia mit Postpferden abgegangen sind, um die übrigen Mitglieder des vorigen Kabinets zu holen. Die Central⸗ Junta wird unverzüglich ins Leben treten. Die Mitglieder derselben für Gerona sind heute Morgen angekommen; es sind die Herren Pararols und Sabater.“ 1
Ob der Abgeordnete von Valencia in Bezug auf die bevorste hende Ankunft des Herrn Lopez und seiner Kollegen von der provi⸗ sorischen Regierung wahrgesagt, mag nach dem bisherigen Zögern dieser Männer, und bei dem noch immer zweifelhaften Ausgange des Aufstandes stark bezweifelt werden. Was die Kampflust der 6000 jungen Leute betrifft, welche die Junta von Barcelona neuerdings in die Fahne gerufen hat, so muß dieselbe doch wohl nicht allzu groß sein, denn man hat sich genöthigt gesehen, eine Geldstrafe von 500 bis 10,000 Realen jedem Dienstpflichtigen anzudrohen, der sich auf den ergangenen Aufruf nicht stellen werde.
Ungeachtet der bisherigen Erfolge des Aufstandes greift Uneinig keit und Mißtrauen in Barcelona um sich. Der Brigadier Vicente de Castro hat sich genöthigt gesehen, sich gegen die Anklage der Feigheit oder gar des Verraths in einem an die barceloneser Blätter gerichteten Schreiben zu vertheidigen, in welchem er durch Zahlen
nachzuweisen sucht, daß er, während er in Bruch stand, viel zu schwach war, um den in Igualada befindlichen General Zurbano vernünftiger weise angreifen zu können. Es scheint indessen nicht, daß diese Recht fertigungsschrift starken Eindruck gemacht habe, denn die barceloneser Zeitungen beklagen sich fortwährend über die „Agenten Espartero's“, welche durch Beschuldigungen gegen verdienstvolle Patrioten und durch Verdächtigung der Behörden die Sache des Aufstandes zu unter graben suchen, und die Junta glaubt sich sogar genöthigt, diesen angeblichen Werkzeugen „der elenden madrider Regierung“ die här testen Strafen anzudrohen. „Eiin Bericht, den der General Narvaez an die provisorische Re gierung eingesandt hat, sagt mit kurzen aber darum nicht weniger anspruchsvollen Worten, daß der Berichterstatter der am 2ten mit 3300 Mann. Fußvolk und 300 Reitern von Segorbe aufgebrochen, am fol⸗ genden Tage das Belagerungs⸗Corps des Brigadiers Enna „besiegt“ und so Teruel befreit hat, und daß das Pronunciamiento von Daroca und der Abfall dreier Bataillone des Brigadiers Enna die unmittelbaren Früchte dieses Sieges gewesen. Diese Ergebnisse sind nun freilich nicht zu bezweifeln, aber es ist nach allen anderweitigen Angaben sehr wahrscheinlich, daß der Brigadier Enna eben durch die Unzuverlässig⸗ keit und den Abfall eines Theils seiner Truppen genöthigt worden, bei der Annäherung des Generals Narvaez, und ohne dessen Angriff abzuwarten, die Belagerung von Teruel aufzuheben, und es ist jeden Falls gewiß, daß es zu gar keinem Kampfe zwischen den beiden feind⸗ lichen Corps gekommen ist, woraus sich denn das absolute Schweigen des Generals Narvaez über den Hergang seines „Sieges“ zur Ge⸗ nüge erklärt. Was den General de la Concha betrifft, so ist derselbe, eeren enhen der Insurrection zufolge, mit großem Jubel in Malaga Unffangen, nach den esparteristischen Korrespondenzen aber hat seine abgeküblänn g; Stadt die Aufstandslust ihrer Einwohner bedeutend siegerühylt, un die National⸗Garde hat sich sogar beharrlich geweigert, ihm zu Chren unter die Waffen zu treten Aus Cadix woll waff 8 denenk-g jsse 1 vom h en die barceloneser Blätter wissen, daß diese egenten wirklich zum Freihafen erklärt, und daß unmit⸗
Wien in 20 YNuNr . Augsburg
Rreslau Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss..
Frankcfurt a. M. WZ.... ....
Der General⸗Capitain und der Gefe politico,
Provinzial⸗Milizen dem Sie halten Ferrol und Orense besetzt. — Santan pronun Die Behörden entflohen nach Santona. In Vitoria hat die Junta 4 Bataillone, 200 Pferde und
hatterieen zu ihrer Verfügung. Pamplona soll sich mit der Be⸗ Der Aufstand hat sich nunmehr
nn noch Regierung Espartero's an.
mundschaft einer Junta gestellt, und in Cadix tritt der von der Re⸗ gierung seines Befehls entsetzte General Carratalâ als Diktator auf, indem er die Stadt in Belagerungs⸗Zustand erklärt, die Censur ein⸗ führt und durch Freigebung der Einfuhr verbotener Waaren sich große
àz, der an der Spitze des Aufstandes von hat in Valladolid 7000 Mann und 2 Batterieen
der Nachreicht entstanden, daß die Cadixer Behörden den Eingangs Zoll auf alle Waaren, die binnen bestimmten kurzen Fristen eingeführt werden, um 12 bis 25 pCt. herabgesetzt habe. gee Ein Angriff, der von Sevilla aus gegen das dem Regenten treu gebliebene Xeres de la Frontera gemacht worden, ist an der Festigkeit der Bevölkerung dieser Stadt gescheitert. Seit dem Anfange dieses
Monats treffen fast täglich zahlreiche Soldatenhaufen in Keres ein, denen es gelungen ist, aus den aufrührerischen andalusischen Städten zu entkommen. G
Die Anhänger Espartero's fangen an die Beschuldigung, daß der Regent beabsichtige die junge Isabella aus Madrid zu entführen, gegen die Christinos umzukehren. Sie verdächtigen dieselben des Planes, den Ueberfall am 7. Oktober 1841 zu wiederholen, um sich der Person der Königin zu bemächtigen, und dadurch zu Herren auch von Madrid zu machen. Wahrscheinlich ist die eine der gegenseitigen Beschuldigungen eben so grundlos als die andere.
Angekommene Fremde.
Hotel de Rome. Se. Durchlaucht der Fürst Wladimir von Galitzyn,
Kaiserl. Russischer Oberst der Garde⸗Artillerie, nebst Gemahlin, aus St. Petersburg. von Sokolnicki, Gutsbesitzer, aus Warschau.
Y
Gold al marceo. — Friedrichsd'or. — And. Gldm. à 5 Th. —
Disconto.
Hotel Stadt London. von Meding, Ober⸗Präsident der Provi
8 M „ Ober⸗Pr⸗ in Brandenburg, aus Potsdam. S. — 6
British Ho tel. Baron von Barnekow, Gutsbesitzer, nebst Gemahlin, von der Insel Rügen.
Hotel de Prusse. von Plötz, Landschaftsrath und Gutsbesitzer, nebst Gemahlin, aus Stuchow.
Hotel de Russie. von Wißmann, Regierungs⸗Präsident, aus Frank⸗ furt a. O. Murchison, Präsident der geologischen Gesellschaft, aus London.
Rheinischer Hof. Baron von Gersdorff, Rittergutsbesitzer, nebst Gemahlin, aus Schloß Tuetz. 1t
Hotel de St. Petersbourg.
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Hotel de Brandebourg. von Birkhahn, Elbing. 1
Hotel du Nord. Herr Oettinger, aus Leipzig.
In P rivathäusern. von Davier, Oberst⸗Lieutenant, nebst Gemah⸗ lin, aus Köthen, bei J. Schultze, Dorotheenstraße Nr. 31.
Freiherr von Wedell⸗Repplin,
Oberst⸗Lieutenant, aus
“ 8
Verlin-Stettiner Eisenbahn. Section Berlin-Angermünde. Frequenz in der Woche vom 9ten bis incl. 15. Juli 5758 Personen.
1““
1843
Metrorologische Beobachtungen.
Abends V
Morgens Ma vümltta ge Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr.
19. Juli.
1843. 10 Uhr.
Beobachtung.
Luftwärme . . Thaupunkt . . Dunstsättigung qICt. “ Wetter Wind W. NW. Wolkenzug. . . W. NW. —
Luftdruck .... 331,42 Par. 330,02“ Par. 330,23 4 Par. Quellwärme — R.
18 17,90 n. + + — h. +
21 °RR. + 15,49 R. Flusswärme 17,22 8 R. + — R. Bodenwöärme — R.
pCt.
etw. bezogen. bew. u. regnig. Niederschlag — Rh.
NW.
Ausdünstung — Rh. heiter.
Würmewechsel — R.
Tagesmittel 1 330,56 Par. . + 18,1° n. + — h.. — pct.
“ B ö r Den 20. Juli 1843.
S e.
Pr. Cour. Brief. Geld. [Gem.
Pr. Cour. I
Fonds. 8₰ 8 Brief. Geld. 8
gt. Schuld-Sch. 37 10912 103 712 Brl. Pots. Eisenb. 5 Pr. Engl. 0 bl. 30. 4 103 — do. do. Prior. Obl. . Präm Sch.d. Seeh. — 89 ¼ Kur- u. Neumürk. 8
Berl. Stadt-Obl. 3 ½ Danz. do. in Th. — 48 Westpr. Pfandbr. 3 ⅔ 102 ¼
Grossh. Pos. do. 4 Rhein. Eisenb.
1 Ostpr. Pfandbr. 3 ½ Pomm. do. 3 Kur- u. Neum. 40. 3 ¼ Schlesische do. 3 ½
144 ½
— TMgd. Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Obl. 104 Brl. Anh. Eisenb. 149 do. do. Prior. Obl. — Düss. Elb. Eisenb. 83 ½ do. do. Prior. Obl.
Schuldverscbr. 3 ½ 102 103 ½
21 do. do. 87 do. do. Prior. Obl. 4
Brl. Frankf. Eisb. do. do. Prior. Obl.]2³ Ober-Schlesische Eisenbahn. BrlI.-Stet. E. Lt. A. — do. do. do. Lt. B. —
do. do.
abge- stempelte.
Thlr. zu 30 Sgr. Brief.]†Geld.
C0o à T7 S.
Amsterdam
IIamburg
250 Fl. Kurz 300 Mk. Kurz
b 150 ½ do. 300 M. 2 Mt. 49 ⅔
149 ⅔
London Ee1““ 1 LSt. Mt. 26* 6 261 26 ½ 6 26 ½
5 % Neapl. au compt. 106.
Actien 1628. Anl. de 1834 142 ¾. de 1839 1115.
Trauerspiel in 5 Akten, von Lessing. Gastrolle.)
spiel, in 3 Akten, von M. G. Saphir. Hierauf: Die Einfalt vom Lande, Lustspiel in 4 Abth., von Töpfer.
spiel in 2 Akten, nach dem Französischen. Bertrand, pantomimisches Ballet in 2 Musik von H. Schmidt.
300 Pr. 2 Mt. 80 ⁄½ 80 ¼ 150 Fl. 2 Mt. 104 ¼ . 150 Fl. Mt. 102 ⅔ — 100 Thle. 2 Mt. 99 ⁄2 99 ½ 100 rune-. 8898 99, 84
100 Fl. V Mt. 56 28 100 SRbl. — 107 ½⅔
Woch.
Auswärtige Börsen. Antwer Pen, 15. Joli. Zinsl. 5. Neue Anl. 17 ⅞. IIambu rg, 18. Juli. Bank-Actien 1650. Engl. Russ. 11 1 ½. Paris, 15. Juh. 5 % Rente fin cour. 121. 90. 3 % Rente sin cour. 80. 40. 5 % Span. Rente —. 5 % Met. III.
Pass. —
Juli.
Königliche Schauspiele. Freitag, 21. Juli. Im Schauspielhause: Emilia Galotti, (Herr Grunert: Marinelli, als
Sonnabend, 22. Juli. Im Schauspielhause: Das Solo⸗Lust
Personen: Dlle. Stich
Sonntag, 23. Juli. Im Opernhause: Voltaire’s Ferien, Lust Hierauf: Robert und Aufzügen, von Hoguet.
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckercec. Beilage
Entstellung und Uebertreibung
“ “ 1
,96 b
sich dort einzuschiffen.
Blätter mit großer Aufmerksamkeit.
Ausland.
Araugaichh. —
Paris, 14. Juli. Der Vicomte von Arlincourt hat ei Reise nach England, Irland und Schottland angetreten; er befin⸗ det sich jetzt in Aachen und wird von da nach Östende gehen, um
Der Minister des Unterrichts hat in seinem Departement eine Kommission angeordnet, welche die Herausgabe einer allgemeinen Sammlung lateinischer Inschriften aus den verschiedenen Jahrhun derten des römischen Alterthums, die zur Aufklärung der Geschichte, der Religion, des Kriegs⸗, Staats⸗ und Familienwesens der alten Römer dienen können, leiten soll. Nach dem Gutachten dieser Kommission sollen auch inländische und auswärtige Korrespondenten für dieselbe gewählt werden. Unter den Mitgliedern der Kommission nennt man die Herren Letronne, Naudet, Burnouf Vater, Leclere, Amédée Thierry, Patin, Giraud und Leprevost. Am 10ten d. versammelte sich diese Kommission im Ministerium des öffentlichen Unterrichts, und Villemain eröffnete die Sitzung mit einer Installations⸗Rede. Nach seiner Ansicht hätte die Sammlung der lateinischen Inschriften sich bis zum Ende des 6ten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung zu er— strecken. Herr Leclere meinte zwar, dies seien zu enge Gränzen, und wollte das ganze Mittelalter mit hineingezogen sehen; diese Meinung fand jedoch keinen Anklang. Am 24sten d. M. wird die Kommission sich wieder versammeln.
Grossbritanien und Irland. b
London, 11. Juli. Die Ereignisse in Spanien verfolgen die Ihre gemeinsamen Angriffe sind fast alle gegen Frankreich, als den Urheber des gegenwärtigen Zu standes, gerichtet, und ihr gemeinsamer Schutz wird dem Regenten gewährt. Es giebt in England in der auswärtigen Politik Fragen, welche keine Parteistimme kennen, die bei der ganzen Nation ihre Unterstützung finden und deren Lösung von Whig auf Tory Ver⸗ waltungen forterbt. Solche Fragen beziehen sich auf die Förderung des britischen Handels⸗Interesses, und solche Frage sucht die britische Politik in Spanien zu lösen. Diese Politik ist eine nationale und und sie findet darum für ihr Prinzip in den Organen aller Parteien eine Stütze; Schwächung des französischen Einflusses, Aufrechterhal tung der Partei des England geneigten Regenten heißt dies Prinzip. Indessen verkennt man die Schwierigkeiten nicht, die der gegenwär tige Zustand der Ausführung dieses Prinzips entgegenstellt; man sucht sich noch mit Hoffnungen von einem siegreichen Hervorgehen des Regenten aus dem Kampfe zu trösten, oder dem Unwillen durch Angriffe gegen Frankreich Luft zu machen. So sagt die Times in einem ihrer letzten Blätter: „Wenn das in Paris abgefaßte Pro gramm dieses unerhörten Anschlags endlich die beabsichtigte Kata strophe herbeiführt, und der Regent abdanken und die Halbinsel ver lassen sollte, so sind wir nicht mehr, sondern noch weniger fähig, die politischen Schwierigkeiten der Stellung Spaniens zu lösen. Denn was bleibt noch, wenn der einzige Mann, der Ehrenhaftigkeit, Kon⸗ sequenz und Fähigkeit zu regieren gezeigt, das Land verlassen hat? Ein Gemisch lokaler Interessen und Vorurtheile, in
Verwirrung durch excentrische Leidenschaften und revolutionaire Wildheit, ohne einen vorherrschenden Zweck — selbst nicht den natio naler Freiheit und Unabhängigkeit — und ohne ein einziges Element von Einigkeit, außer dem gemeinsamen Haß gegen jede bestehende Staatsgewalt. Wenn es Leute in Europa giebt, die sich zur Förde⸗ rung von Zwecken behülflich gezeigt haben, welche nur in dies bekla⸗ genswerthe Chaos von Menschen und Dingen ausgehen können, so werden sie den Tag bitter beklagen, da sie der Waffen des Aufruhrs sich bedienten, um die Intriguen der Kabinette und Höfe zu sördern. Gefährlich zu allen Zeiten sind diese Waffen „am meisten Unheil stiftend in den Händen derjenigen, gegen welche sie gewöhnlich gerichtet werden. Französische Staatsmänner mögen ihre Besorgniß aussprechen, einen Prinzen nicht aus dem Hause Bourbon Spaniens Thron theilen zu sehen sie mögen es ihrem eigenen Charakter und der Würde ihrer Nation angemessen erachten, den Antipathieen und Parteinah⸗ men, welche sie im Angesichte Europa's nicht gestehen dürfen, durch politische Schliche Genüge zu thun unter dem Schleier des Wi derstandes gegen den Einfluß dieses Landes, mögen sie sich gemüht haben, die constitutionelle Autorität des Regenten zu untergraben; aber weder die Heirath der Königin, noch die Feindseligkeit Espartero's, noch die Eifersucht Englands hätten halb so drohende Folgen für Frankreich herbeigeführt, als der Anfang eines Zustandes von Anar⸗- chie in Spanien, dem menschliche Voraussicht kein Ende zu bestimmen vermag.“ . CWW..
Madrid, 7. Juli. Die Provinzial⸗-Deputation und das Ayuntamiento der Hauptstadt haben das nachstehende (in einem vorgestern mitgetheilten Schreiben aus Madrid bereits erwähntes) Manifest an die spanische Nation erlassen: “ 8
„Bewohner von Madrid! Spanier! In dem Augenblicke, wo die freiheitsmörderische Fahne verwegen auf mehreren Punkten der Monarchie weht, wo Generale, die proskribirt wurden, weil sic die Souverainetät des Volks angegriffen und das Leben der Königin und ihrer erlauchten Schwester in Gefahr gebracht, sich in dem Heerde der Jusurreckion selbst an die Spitze der Insurrection gestellt, wo der Gang der Ereignisse den Schleier zerrissen hat, der die fremde Hand verbarg, welche das unangemessenste und unge⸗ rechteste Pronunciamiento, das jemals unter einem freien Volke vorgekom⸗ men ist, leitete; in diesem Augenblicke ist es für die volksthümlichen Cor⸗ porationen der Hauptstadt, die mit väterlicher Sorgfalt über die Erhaltung der öffentlichen Ordnung und der Institutionen des Landes wachen, eine heilige Pflicht, einen Allarmschrei zu erheben, der die Schuldigen zu Boden stürze und ihre abscheulichen Pläne und Manöver vereitle.
„Frankreich, Ihr Landsleute, dieses unserem Ruhm und unserer Wohl⸗ fahrt feindliche Volk, das es gewagt. hat, im Parlamente an die angeblich von Ludwig XIV. ererbten Ansprüche zu erinnern, kraft deren es eine schmachvolle Vormundschaft über uns ausüben will, Frankreich, oder viel mehr seine Regierung, hat mit Schrecken den Unabhängigkeitsruf vernom men, der im September 1840 zehn Schritte von dem Hause, das Franz 1. zum Gefängnisse diente, erhoben wurde; es streut das Gold der Bestechung auf dem klassischen Boden der Loyalität aus, und indem es mit der Offen⸗ herzigkeit einiger unserer Brüder, mit dem ungemessenen Ehrgeize Anderer einen gemeinen Handel treibt, nimmt es sich heraus, das Denkmal des 2. Mai umzustürzen und den mit dem Blute der Söhne Bravo's, Padilla's und Mardonado's getränkten Baum der Freiheit zu entwurzeln.“
„Zweifelt nicht daran, jene Männer, die fanatischen Apostel der parla mentarischen Formen, die in einem Augenblicke des Irrthums die vom Himmel zu anderen Zwecken ihnen verliehene Rednergabe mißbrauchten, die Leidenschaften der Unklugen aufgereizt haben und denen es gelungen ist, die Disziplin der tapferen Armee locker zu machen, einen Theil der National⸗ Miliz zu verführen und uns dadurch in die Gräuel des Bürgerkrieges zu stürzen — diese nämlichen Männer, deren Herzen, wie wir innig überzeugt sind, stets für die Freiheit geschlagen haben, werden bereits durch die Reue gequält, die niemals zögert, wenn sie aufrichtig ist, und weichen voll Schrecken vor dem Abgrund zurück, den sie vor ihren Füßen eröffnet sehen. Progressisten der Coalition, die Ihr, ohne es zu wollen, den Rebellen des Oktober Wafen in die Hände gegeben habt, damit sie dieselben gegen ihr Vater⸗ land kehren mögen, kehret in Eure Reihen zurück, enttäuscht diejenigen,
mmen und auf die traurige Ehre Anspruch machen, die Massen zum Aufstand bewogen zu haben, um den Ruhm des spanischen Namens zu beflecken. Handelt, wie es castilischen Herzen ge⸗ bührt, sonst wird die Nachwelt das Brandmal des germmathe auf Eure Stirn drücken; sie wird sagen, daß eine fremde Macht Euch in Fesseln ge⸗ schlagen habe, und daß die Torannei, die sie über Euch ausüben werde, indem sie Euch ein schmachvolles und verbrecherisches Stillschweigen auf erlege, der Preis der Bestechung sei; denn man weiß sehr wohl, daß die bre Veranlassung zu neuen Forderungen für
welche Euren Namen angeno
Verbrechen des einen Tages die
8 , ℳ 88 8 7 solgenden Tag den hranzössschen Regierung sind für Niemanden ein Geheimniß mehr, eben so wenig wie sein Projekt, einen Sohn seines n nigs auf den Thron des heiligen Ferdinand zu setzen. „ö erwarten daher diejenigen von jener gottlosen Revolution, welche zum 2 sten des Vaterlandes die Hand der erhabenen Isabella für den Enke Karl's IV., den Sohn des Infanten Don Francisco de aula, een aufsparen zu müssen. Enttäuschet Euch, ehrenwerthe Spanier, aufri htige Freunde der Wohlfahrt Eures Landes, es giebt kein anderes Heil für un sere Unabhängigkeit, unsere Freiheit, unsere Zukunft, als wenn wir dem in Madrid, in Saragossa, in Cadir erhobenen Banner folgen. “ „Die Constitution von 1837, die Königin Isabella II. und die ver
schaft des temporairen Staats Oberhaupts, welche
fassungsmäßige Regents n H 2 upts, wele Personen derselbe auch zu seinen Räthen beruft, dies sind die Prinzipien, die Eure volksthümlichen Corporationen und die National⸗Miliz zu verthei⸗ digen geschworen; ein Eid, den sie, wenn es sein muß, mit ihrem Blute besiegeln werden, und den ohne Zweifel ihre Waffengefährten im ganzen Königreiche, so wie die gegenwärtig. leider verführte Armee, die aber gewiß bald zur Vertheidigung eines so reinen, so edlen Banners, wie das ist, welches unsere Herzen entflammt, zurückkehren wird, wiederholen werden. „Mit so mächtigen Elementen werden wir den Sturm beschwören, der uns bedroht, jene furchtbare Neaction, die nicht nur die September⸗Bewe⸗ gung, jenen höchsten Urtheilsspruch der Freiheit gegen die Tyrannei in dem großen Kampfe, der im Anfang des 16ten Jahrhunderts durch das Mär⸗ torerthum der Vertheidiger der Volksrechte begann, sondern auch die unter ihren Auspizien seit drei Jahren geschaffenen Interessen vernichten würde. Nicht nur dies schöne Blatt würde aus unserer Geschichte verschwinden, und die edlen Patrioten, die es geschrieben, mit Schmach bedecken, sondern auch die ungeheuren Opfer, welche diese unglückliche Nation gebracht hat, um sieben Jahre hindurch einen blutigen Bürgerkrieg zu führen, seine Frei⸗ heit wieder zu erobern, und den Rang in Europa wieder einzunehmen, der ihm gebührt und ihm von entarteten Söhnen streitig gemacht wurde, wür⸗ den völlig unnütz sein; und endlich würde die Wiederherstellung des Zehn ten und der Majorate diese Epoche der Rache, der Trauer und der Aus rottung einweihen, welche von einer fremden Regierung dekretirt wurde, die ihren Unmuth nicht verhehlen kann, da sie sagen hört: „Es giebt Pyrenäen!“ 1 “ „Wenn Ihr noch einen Augenblick an der Richtigkeit dieser bitteren Wahrheiten zweifelt, so beobachtet nur die Tendenz der Ausstände. Richtet Eure Augen auf Barcelona, wo sich eine provisorische Regierung eihoben hat, welche die Constitution mit Füßen tritt und mit dem gesunden Sinne der Spanier ihr Spiel treibt, wo man den Regenten des ihm von den
Cortes übertragenen ehrenvollen und beschwerlichen Amtes entsetzt. Betrach tet Valencia und hört das lärmende Geschrei, womit die Empörer die Na⸗ men Narvaez, Concha und Fulgosio begrüßten, und dessen Echo, das an der Seine wiederhallen wird, den Faden der Ereignisse verlieren läßt, die mit dem Rücktritt des Ministeriums von 10 Tagen begannen und selbst den Namen der parlamentarischen Frage, die als Vorwand diente, um die Gemüther aufzuregen, wie die Ströme ihren Lauf und ihren Namen im Oecean verlieren.“ 8 F. e1
„Also Einigkeit, Kameraden! Möge die Sonne des 7. Juli die auf⸗ richtige Versöhnung aller Progressisten der großen National Partei verherr⸗ lichen, die bestimmt ist, die Wohlfahrt des unglücklichen Spaniens zu befe⸗ stigen, welches ehemals stolz darauf war, daß die Sonne in seinen Besitzungen nie unterging.“ 9 “ .
„Behörden des Volks, Milizen des ganzen Königreichs, tapfere Krie⸗ ger der Armee und der Marine, bedenkt, daß ganz Europa auf uns blickt, daß das Vaterland gegenwärtig aller unserer Anstrengungen bedarf, um den Schiffbruch abzuwenden, der die heilige Arche bedroht, welche die Con⸗ stitution und unsere theuersten Interessen bewahrt.“ 8 —
„Was Euch betrifft, Ihr Behörden von Madrid, verhaltet Euch ruhig; wenn die Pflicht mit den Gefühlen der Ehre und der spanischen Ritterlich keit übereinstimmt, die sich gegen die kalte Berechnung auflehnen, welche einem Manne, dem drei Jahre lang die Verehrung für Dienste zu Theil geworden, die er dem Staate geleistet, nur deshalb den Rücken zukehren will, weil der Stern, welcher bei seiner Ernennung zum Regenten leuchtete, im Unterge⸗ hen ist, so giebt es keine Opfer, die man nicht lieber annehmen würde, als daß man sich unterwerfe. Und Ihr, Bewohner von Madrid und der Pro vinz, beharret bei Eurem Vorsatze. Castilier! Loyalität, Einigkeit, guter Sinn und Liebe zur Ordnung, das sind die Eigenschaften, die Euch charak terisiren und Euch die Achtung und Bewunderung der ganzen Welt ver— schafft haben, die uns um die Ruhe und Ordnung beneidet, welche bei uns herrscht, ohne daß sich ein einziger Soldat in unseren Mauern befindet. Giebt es einen größeren Beweis, daß Ihr verdient, frei zu sein? Und un sere Königin, unsere angebetete Königin, Isabella II., wandelt sie nicht un ter uns, ohne andere Eskorte als ein Detaschement der Miliz oder der Truppen, die ihr auch mehr aus Ehrerbietigkeit, als der Sicherheit wegen solgt, und ohne einen anderen Schild als die Liebe und die Verehrung ihres Volks?“ 1 1
„An dem Tage, als der Regent uns verließ, um die Insurrection zu bekämpfen, haben die Volks⸗Corporationen gesagt, daß sie jenes theure Pfand und Ihre erlauchte Schwester Eurer Ehre und Eurer Loyalität anvertrauten. Die Gegenwart rechtfertigt die Vergangenheit, spricht für die Zukunft und lie fert den glänzenden Beweis, daß wir würdig sind, frei zusein; und wir werden es sein, den Fremden und allen Anwesenden zum Trotz, weil der erlauchte Krie ger, dem der Volkswille das höchste Gesetz ist, wie er es in einem eigen händig unterschriebenen Dokumente ausgesprochen, und der um keinen Preis der Welt den 10. Oktober 1844 würde vorübergehen lassen, ohne die Zügel des Staats der Erbin von hundert Königen zu überliefern, mit uns die heilige Sache der Freiheit vertheidigt und Gott die Freiheit und die Ungb hängigkeit der Nationen schützt, wenn sie durch ihre Tugend und ihre Tapfer⸗ keit frei und unabhängig zu sein verdienen.
Madrid, 4. Juli 1843.
Die Provinzial⸗Deputation und das Apuntamiento.“
Portugal.
& Lissabon, 3. Juli. Die Kammern sind bis zum 15. Nov. ver tagt, und am Schlusse ihrer Arbeiten mag ein Rückblick auf die erlangten Resultate nicht am unrechten Ort sein. Als eines der wichtigsten Ergebnisse ist ohne Zweifel das Gesetz wegen Erbauung eines das ganze Land umfassenden Straßen⸗Netzes zu betrachten, und nur weil man all seitig zu dieser Erkenntniß gelommen war, wurde die schnelle Ver ständigung der sich widerstreitenden Ansichten der beiden Kammern möglich. Indeß glaube ich, mit vielen einsichtigen Männern hier übereinstimmend, die Meinung aussprechen zu dürfen, daß es besser gewesen wären, wenn die Deputirten in der gemischten Kommission den von den Pairs gewollten Modificationen des Gesetzes beigetre⸗ treten wäre, als daß diese im Gegentheile wieder auf dieselben ver⸗ zichteten. Denn das ursprüngliche Gesetz, wie es jetzt angenommen worden ist, leidet an vielfachen Mängeln und wird bei der Ausfüh⸗ rung des Vollzugs auf große Schwierigkeiten stoßen, welche zum Theil durch Annahme der Vorschläge der Pairs beseitigt worden wä⸗ ren. Ja es giebt viele, die das Gesetz in seiner jetzigen Fassung geradezu für unausführbar erklären; die Erfahrung möge zeigen, daß sie sich geirrt haben. —.
Auch der Vollzug des Duro⸗Weingesetzes, wodurch der Duro⸗ Weinbau⸗Gesellschaft eine jährliche Unterstützung von 150 Contos aus
Staatsmitteln zugesichert wird, dürfte jetzt, wo die umfassenden Fi⸗
nanz⸗Reformen des Barons Tojal nicht zur Erledigung gekommen sind, auf mannigfache Hindernisse stoßen, da die dem Finanz⸗Minister durch das Vertrauens⸗Votum ertheilten Vollmachten zwar so ausge⸗ dehnter Natur sind, daß sie von den Gegnern der Regierung und des Ministeriums sogar für inconstitutionell erklärt werden, aber dessenungeachtet vorauszusehen ist, daß der Minister natürlich vorerst zu Befriedigung der dringendsten Bedürfnisse der Verwaltung, des unmittelbaren Dienstes, davon Gebrauch machen und dagegen die zu gewährenden Unterstützungen in dieser Beziehung in zweite Linie stel⸗ len wird. Alles wird in diesem Betreffe davon abhän hen, wie sich die ordentlichen Staats⸗Einnahmen, namentlich die Einkünfte der Zollstätten von hier und Porto, herausstellen. Fallen diese günstig aus, so daß ihm die Möglichkeit dadurch gegeben wird, den zunächs sich bietenden Anforderungen damit zu genügen, so wird auch der Vollzug des Duro⸗Weingesetzes ohne erhebliche Schwierigkeiten vor sich gehen können. E“ 1
Ein wichtiges Gesetz, das bereits die Königliche Sanction er⸗ halten hat, ist auch die neue Eintheilung des Königreichs in eine verminderte Anzahl von Distrikten, sowohl in bürgerlich politischer, als namentlich auch in kirchlicher Beziehung. Durch dieses Gesetz sind der Regierung namhafte Ersparungen möglich geworden, da die Stellen vieler hochbesoldeten Civil⸗Beamten dadurch eingingen, vor⸗ züglich aber eine Anzahl der früheren Bischofsstühle aufgehoben wurde, während die Gehalte, welche der Staat von nun an die übrig blei⸗ benden Bischöfe und Erzbischöfe zu bezahlen haben wird, eine Ver⸗ minderung gegen die früheren erlitten haben, die in einzelnen Fällen fast acht Zehntheile beträgt. Ich hatte schon früher bemerkt, daß die eingehenden Bischofssitze gerade diejenigen waren, über welche zwischen dem römischen Hofe und der portugiesischen Regierung Streitigkeiten ob gewaltet hatten, die nun glücklicherweise vollkommen ausgeglichen sind. Ju Betreff des inneren Geschäftsganges der Kammer ist gleich⸗ falls ein Gesetz durchgegangen, wodurch verschiedene Aenderungen am Reglement derselben vorgenommen wurden. Das so modifizirte Re⸗ glement ist schon seit einiger Zeit in Kraft getreten, hat jedoch die erwarteten günstigen Wirkungen nicht gehabt. Im Gegentheil will man bemerkt haben, daß seit der Einführung desselben die Debatten, statt an Leichtigkeit und Schnelligkeit zu gewinnen, vielmehr nur noch schleppender geworden sind. Wirklich haben mehrere Deputirte erst in den letzten Tagen, vor dem Schlusse der Sitzungen die Absicht ausgesprochen, gleich nach der Wiedereröffnung derselben Anträge auf abermalige Aenderungen im Reglement zu stellen. Bei diesem An⸗ lasse muß ich auch erwähnen, daß man vielfach die Meinung äußern hört, die jetzt nur bis 15. November ausgesprochene Vertagung werde wohl später noch verlängert werden, so daß die Kammern schwerlich vor Neujahr wieder zusammentreten würden. 13 1
Im Interesse der Armee sind ebenfalls einige Gesetze in beiden Kammern durchgegangen, eines, wodurch die Errichtung von Spar⸗ kassen (montes pios) bei jedem Regimente der Armee anbefohlen und die nöthigen Grundzüge zu Ausführung dieser ohne Zweifel höchst nützlichen Maßregeln angegeben werden. Das Gesetz, in Be⸗ treff der Aufhebung des Armee⸗Kommissariates, ist nicht so zu Stande gekommen, wie es anfangs die Zustimmung des Kriegs⸗ Ministers und Kabinets⸗Präsidenten, Herzogs von Terceira, erhalten hatte, da auch von Seiten der ministeriellen Majorität sich Stimmen dagegen erhoben, die das Ministerium nicht überhören durfte, ohne Gefahr, sie sich auch in anderen Fragen abwendig zu machen. Durch eine an dem Gesetze vorgenommene Modification, welche die Genehmigung der Majorität erhielt, wurde der Regierung freie Wahl gelassen, das Armee -Kommissariat fortbestehen zu lassen, so lange sie dies noch für angemessen erachte. Darf man den Blättern glauben, so soll dessen Eristenz noch auf ein ganzes Jahr hinaus beschlossen sein, was im Interesse der Truppen allerdings zu beklagen wäre, da die Beschwer den, welche von allen Seiten, von den Soldaten sowohl, als von den Offizieren, laut wurden und auch in den Kammern Wiederhall fanden, nur allzu zahlreich und nur zu begründet sind. Häufig er⸗ folgt die Brodlieferung an die Regimenter sehr unregelmäßig, das Brod ist schlecht und kommt dessenungeachtet der Verwaltung theurer zu stehen, als wenn man jedem Regiments Kommandanten Ermäch⸗ tigung gebe, den Bedarf für sein Regiment, je nach den Verhält⸗ nissen der Lokalität, wo dieses in Garnison steht, sich zu verschaffen.
Noch sind die Gesetze, den Verkauf oder die Verpachtung gewisser Privilegien (foros) betreffend, so wie Erhöhung der Oktrois auf verschiedene Lebens-Bedürfnisse und andere Waaren zu erwähnen, desgleichen Maßregeln gegen den überhand nehmenden Schmuggel⸗ handel, und zur Unterstützung der Nothleidenden auf der Insel Madeira. Glücklicherweise für die auswärtigen Staats⸗Gläubiger sind auch diejenigen Vorschläge des Finanz⸗Ministers zur Erledigung gekommen, welche auf Herbeischaffung der Mittel zu richtiger Bezah⸗ lung der Zinsen an diese Gläubiger Bezug haben, und bereits ist der Minister auf den Grund des bewilligten Vertrauens⸗Votums damit beschäftigt, sich Geld zu verschaffen, was ihm bei der großen Aus⸗ dehnung der ihm ertheilten Vollmachten nicht schwer geworden ist. Als das Vertrauens⸗Votum von der Pairs⸗Kammer verlangt wurde, verließ eine Anzahl Mitglieder der Opposition in derselben den Saal, um weder an der Diskussion noch an der Abstimmung darüber theil⸗ zunehmen. Dies änderte freilich nichts an dem Resultate; allein so viel ist gewiß, daß die Regierung in dieser Kammer nicht auf eine so zahlreiche und kompakte Majorität sich stützt, als in der Depu⸗ tirten⸗Kammer.
Unter den unerledigt gebliebenen Gesetzen befindet sich auch das in Betreff der Pensionen für die ehemals miguelistischen Offiziere. Dasselbe war in der Deputirten⸗Kammer durchgegangen und vor die Pairs⸗Kammer gelangt. Diese aber nahm mehrere Modificationen von Bedeutung an dem Gesetze vor, und als dieses so an die Deputirten⸗ Kammer zurückgelangte, verwarf der Ausschuß derselben für die An⸗ gelegenheiten des Heeres die von der Pairs⸗Kammer beliebten Abän⸗ derungen, und die ganze Kammer schloß sich ihrem Ausschusse an. Als einen der Hauptpunkte der Meinungs⸗Verschiedenheit zwischen den beiden Kammern nennt man einen Antrag des Herrn Cabral (Bruders des Ministers), wonach den miguelistischen Offizieren zwar eine Pension verliehen, aber für immer der Rücktritt in die Armee untersagt sein soll. Hieran soll das ganze Gesetz gescheitert sein.
Afrika.
Capstadt, 25. April. Einer an die Legislativ⸗Versammlung der Kolonie gerichteten Anzeige des Gouverneurs zufolge, hat das britische Ministerium den vom Oberst⸗Lieutenant Cloete mit den Boers von Port Natal abgeschlossenen Vertrag bestätigt, und die Königin somit die Ausgewanderten wieder unter ihren Schutz genommen. Port
Natal soll indeß zu einer abgesonderten Kolonie konstituirt werden, und ein dorthin gesandter Königlicher Kommissarius die Boers in dem
Die Lokal⸗Angele⸗ verwal⸗ egislativ⸗
Monaten vor seiner Ankunft inne gehabt haben. 2 genheiten der neuen Kolonie sollen von den Kolonisten selb
tet werden, wogegen sich die Regierung die unbeschränkte Gewalt vorbehält.
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Besitz des Grundeigenthums bestätigen, welches sie in den letzten zwölf