1843 / 23 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

dessen Vortrab am 3ten Pelahols verließ, steht jetzt in el Pardo (12 Meilen von der Hauptstadt), Fesregs. und den benachbarten Orten. Madrid ist nicht befestigt und nur mit einer Zollmauer umgeben; die Garnison besteht aus zwei oder drei Compagnieen Sapeurs, den Depots der Regimenter, die mit dem Regenten ausmarschirt sind und etwa 100 Kavalleristen vom Regiment Lusitania. Diesen Truppen ist indeß nicht zu trauen, denn einige Detaschements derselben haben sich bereits dem General Aspiroz an⸗ geschlossen, als er noch jenseits des Guadarrama⸗Gebirgs war. Die Sicherheit der Hauptstadt beruht daher auf der National⸗Miliz, die aus acht Bataillonen und zwei Schwadronen besteht. Zwei von die⸗ sen Bataillonen haben stets den größten Enthusiasmus für den Re⸗ genten an den Tag gelegt; in den übrigen Bataillonen sind jedoch die Meinungen stets getheilt gewesen und namentlich zeigt die Ka⸗ vallerie der Miliz nur wenig Ergebenheit für den Regenten.

Das Armee⸗Corps des Generals Aspiroz wird auf 6000 Mann geschätzt. In Madrid, wo bereits, noch ehe die Insurgenten vor seinen Thoren erschienen, alle Lebensmittel sehr theuer waren, herrscht die größte Entmuthigung und Verwirrung, doch ist die Ruhe noch nicht gestört worden. Es hieß in Madrid, Herr Mendizabal werde sich in der Wohnung des Herrn Cortina, ehemaligen Präsidenten der Cortes, mit den Herren Lopez, Caballero, Ayllon, Frias und anderen parlamentarischen und politischen Notabilitäten über die Mittel be⸗ rathen, dem Bürgerkriege vorzubeugen.

Man glaubt übrigens nicht, daß es zwischen den Truppen des Generals Aspiroz und der Miliz zu einem ernstlichen Kampfe kommen werde, da der Erstere das Blutvergießen zu vermeiden wünscht und wenn Madrid nicht sofort kapitulirt, die Ankunft der übrigen Armee⸗ Corps der Insurgenten abwarten wird. Der General Urbina, welcher mit der Garnison von Badajoz auf die Hauptstadt los marschirt, wurde am 6ten bereits in Talavera de la Reyna, etwa 16 Meilen von Madrid, erwartet. Auf der anderen Seite ist Narvaez durch die Besetzung von Calatayud Herr der großen Straße von Saragossa nach Madrid und kann auf diese Weise gegen Madrid vordringen und in Uebereinstimmung mit Aspiroz und Urbina handeln. In Saragossa herrscht große Bestürzung darüber, daß zwei Bataillone Infanterie und ein Detaschement Kavallerie, die unter dem Befehl des Obersten Ellio von Saragossa aus gegen Narvaez abgesandt wurden, so wie außerdem noch vierzig andere Offiziere, zu ihm übergegangen sind. Diese beständigen Desertionen der Truppen des Regenten, überall, wo ein Corps der Insurgenten sich zeigt, müssen natürlich alle Ope rationen der Generale Seoane und Zurbano verhindern.

Der Regent, welcher in der Nacht vom 7ten zum 8. Juli mit etwa 4000 Mann Albacete verließ, befand sich am 10ten in Val de Penas, an der großen Straße von Madrid nach Cadiz. Dieser Ge⸗ schwindmarsch in einem so schwierigen Terrain scheint keinen anderen Zweck zu haben, als den Rückzug nach Andalusien und die Vereini⸗ gung mit van Halen. Den obigen telegraphischen Depeschen zufolge hatte indeß dieser General, da ihm Sevilla die Thore nicht öffnete, über Alcala de Guadaira den Weg nach Cadiz eingeschlagen, wahr⸗ scheinlich, um sich mit dem General Carratalè zu vereinigen; hier durch würde jedoch Espartero auf der Nordseite der Sierra Morena völlig isolirt bleiben.

Der General Concha, welcher am 2. Juli in Malaga einge troffen war, um das Kommando über die Insurgenten in Andalusien zu übernehmen, kann in jedem Augenblicke sich zwischen den Armee corps von van Halen und Espartero aufstellen und diesem die Straße nach Sevilla versperren.

Der General Aspiroz,

und darein willigen, daß Espartero in Spanien bleibe, denn wir ver⸗ abscheuen die Tyrannei, von welcher Seite sie auch komme.“

Der Zustand der Dinge in den Mauern der catalonischen Haupt⸗ stadt bietet wenig Bemerkenswerthes dar. Strafdrohungen der Junta gegen die Widerspenstigen oder Säumigen, welche ihre Beiträge zu der Zwangs⸗Anleihe nicht zahlen wollen, Strafdrohungen gegen die⸗ jenigen, welche ihre Pferde nicht anmelden, damit sie nach Umständen zum Kriegsdienste verwendet werden können, Klagen über das Nicht⸗ eingehen der am 9. Juni ausgeschriebenen Vorausbezahlung eines Quartals der Grundsteuer und eines Semesters der Handels⸗ steuer u. s. w. füllen einen großen Theil des Raumes der Bar⸗ celoneser Blätter. Ziemlich dürftig sind auch die Nachrichten von dem Schauplatze der kriegerischen Bewegungen. Aus den amtlichen

daß der König so sehr darauf den Vice⸗Admiral Mackau i

war, ist mit den Zu

dringt, den Vice⸗Admiral Roussin durch m Ministerium der Marine zu ersetzen. Baron Mackau, der lange Zeit Gouverneur der französischen Antillen ständen der spanischen Antillen sehr wohl ver⸗ traut. Baron Mackau hat schon vor einigen Monaten, als Admiral Duperré aus dem Kabinet trat, das ihm angebotene Portefeuille des Seewesens ausgeschlagen. Kurz lehnte er es gleichfalls ab.

vor seiner letzten Abreise nach Toulon,

Nichtsdestoweniger läßt der König jetzt, wo die spanischen Angelegenheiten durch die mögliche Einschiffung Espartero's nach der Havana eine ganz eigenthümliche Wendung er⸗ halten, den Baron Mackau eiligst aus Toulon nach Paris bescheiden, obwohl es ausgemacht schien, daß Admiral Rouͤssin einen anderen Nachfolger erhalten würde.

Mittheilungen ersehen wir nur, daß der General Serrano am 9ten von Bellpuig aufgebrochen ist, um sein Hauptquartier nach Fraga zu verlegen und von dort aus einen großen Operationsplan, zu des⸗ sen Ausführung die sämmtlichen catalonischen Truppen⸗Abtheilungen mitwirken sollten, ins Werk zu setzen. Vom General Narvaez heißt es im Imparcial, daß er wahrscheinlich am 10ten mit einer Trup penmacht von 18,000 Mann vor Saragossa gerückt sein werde. Der Brigadier Castro hat den Ober⸗Befehl über die Truppen der Provinz Barcelona, den er nach dem Geschmacke der Freiwilligen ein wenig zu streng gehandhabt zu haben scheint, zum zweitenmale in die Hände der Junta von Barcelona niedergelegt, die den General Cortinez zu seinem Nachfolger bestimmt haben soll.

Ueber das, was in Lerida nach dem Ausrücken des Generals Zurbano vorgefallen ist, giebt eine Bekanntmachung des zweiten Al⸗ kalden der genannten Stadt ziemlich deutlichen Aufschluß.

„Im Auftrage des Apuntamiento“, heißt es darin, „und mit Bewilli⸗ gung des die Provinz interimistisch kommandirenden Herrn Brigadiers habe ich mich eben mit dem Ober⸗Befehlshaber der kriegführenden Truppen, die in der Ebene von Lerida lagern, mit Sr. Excellenz dem Herrn General Serrano mündlich verständigt, und zwar in Begleitung des Herrn Fiskals Don Ramon Vincens und des Obersten des Infanterie⸗Regiments von Savoyen, Herrn D. Eduardo Naval, welcher im Namen der Besatzung mit Sr. Excellenz unterhandelte. Man kam über einen Wafefenstillstand über⸗ ein, kraft dessen die Einwohner dieser Stadt in ihre Häuser zurückkehren und überzeugt sein können, daß der Ausbruch der Feindseligkeiten sehr unwahr⸗ scheinlich ist (que serà dificit se rompan las Nostilidades). In dem ent⸗ fernt möglichen Falle aber, daß der Waffenstillstand aufhören sollte, wird dies 48 Stunden vorher durch einen Bando bekannt gemacht wer⸗ den. Ich habe die Genugthuung, der edlen Bevölkerung dieser Stadt anzuzeigen, daß sie auf die vollständigste Sicherheit rechnen kann, sowohl für ihre Personen als für ihr Vermögen, daß Niemand wegen irgend eines vor dem heutigen Tage begangenen politischen Vergehens belästigt werden wird (die späteren politischen Verbrechen sollen von den or⸗ dentlichen Tribunalen, nach Umständen aber auch von Kriegsgerichten ab⸗ geurtelt werden), daß die persönlichen Meinungen werden geachtet werden, und daß alle Verbindungen, die unter den obwaltenden Umständen gehemmt waren, daß namentlich der Lauf der Posten, der Eilwagen und der Han⸗ delsboten vollkommen freigegeben werden soll.“

In Folge dieser Uebereinkunft fand einen oder zwei Tage lang

ein unbeschränkter freundschaftlicher Verkehr zwischen Lerida und den Insurgenten statt, und dieser Zustand der Dinge konnte natürlich kei⸗ nen anderen Ausgang haben als den, welcher wirklich eingetreten ist, das Pronunciamiento der letzten catalonischen Stadt von Bedeutung.

Die Regierung hat, wie es scheint, bei weitem nicht alle telegraphischen Depeschen, die sie seit zwei Tagen aus Madrid erhielt, veröffentlicht. Man hat ihr öfters den Vorwurf gemacht, daß sie zu sehr sich beeilt, Alles was für Espartero ungün⸗

2

** Paris, 17. Juli. Die Unzufriedenheit und das Miß⸗ trauen, welche durch die Ankunft der christinischen Offiziere in Spanien unter den Insurgenten entstanden sind, haben den General Narvaez

zu der Bekanntmachung des folgenden Manifestes veranlaßt: „Valencianer, Catalonier, Arragonesen, ihre Spanier alle! Nachdem ich durch die Wahl einer patriotischen Junta an die Spitze einer Heeres Abtheilung gestellt und durch den Kriegs⸗Minister in Barcelona in diesem Posten bestätigt bin, glaube ich, daß der Augenblick gekommen ist, wo ich das Wort an euch richten, euch meine Gesinnungen kennen lehren und euch den politischen Plan auseinandersetzen muß, den mir mein Herz, im Ein verständnisse mit meinem Verstande, vorgezeichnet hat. „Durch die elenden Leidenschaften eines undankbaren Soldaten in ein fremdes Land vertrieben und ins Dunkel gestellt, beweinte ich das Unglück des Bodens, auf dem ich geboren bin und brannte vor Sehnsucht, daß der Himmel demselben Einhalt thun möge. Da Spanien unglücklicherweise in entgegengesetzte Parteien zerspalten war, so schien die Heilung seiner Leiden sehr schwer; aber die Vorsehung hat die Gebete aller ehrlichen Spanier erhört, sie hat uns retten wollen, und sie hat uns gerettet.

„Ein Ministerium, das aus der rechtmäßigen National⸗Vertretung na⸗ turgemäß hervorgegangen war, stellte inmitten des Kongresses den Wahlspruch „Einigkeit!“ auf. Dieser Wahlspruch hallte an den Ufern der Seine wie⸗ der, und wir, die wir die Thränen der Verbannung an ihrem Wasser wein⸗ ten, wir nahmen das Programm des Ministeriums Lopez mit dem vollsten Enthusiasmus unseres Herzens auf. Ja, Valencianer, Landsleute, ich wie⸗ derhole es euch tausend Mal. Als ich meinen Degen von Neuem zog, da war es nicht meine Absicht, der Sache einer Partei zu dienen, ich wollte viel⸗ mehr alle Parteien gegen die Verachtung schützen, mit welcher sie von der Re⸗ gierung, deren Sturz jetzt nahe bevorsteht, behandelt wurden. Wer in der gegenwärtigen Lage der Dinge darauf ausginge, die Verfassung von 1837 zu verstümmeln und die Nationalfahne niederzureißen, wer den Thron unserer Königin unter den Fuß treten wollte, wer seine Blicke rückwärts würfe, um eine Reaction, von welcher Farbe sie auch sein möchte, herbeizuführen und

um die laut verkündigte Einigkeit zu zerstören, der würde des spanischen Namens unwürdig herfielen, um ihn unschädlich zu machen.

„Dies ist meine Gesinnung und die aller meiner Gefährten; Spanier, Wer 8 unterschiebt; wer von uns sagt, daß wir gekommen

e andere Fahne wiederaufzupflanzen, der ist ein Feind des Na⸗ ein Schändlicher, der uns theilen will, um unseren Sieg nigkeit, Spanier! Eure Sache, die der Freiheit und Für immer gesiegt. Weder in Spanien, noch im Aus⸗

acht, die im Stande wäre, dem einmüthigen Willen Pro⸗ Juli 1843. Ramon

dies ist die Gesinnung, der i jeden Prei t 9 uns andere Absichten d er ich um jeden Preis treu bleiben werde. sind, um ei tional⸗Aufstandes,

zu verzögern. Also Einigkei die der Königin, hat fi⸗ 9. lande, giebt es eine

aller Parteien zu wi vinzen des Leaden e der mit dem Willen aller Städte und

ee Narvaezee wmenfäͤllt. Teruel, am 4.

Man sieht, daß der uüch nennt, ja daß er kaum Person und die Interessen derselb überhaupt eine Andeutung dhe en nech⸗, d er und seine politischen Glaubens enossen die d Regierung Espartero's ersetzt wissen wollen. jungen Isabella die Regentschaft von Neuem den für dieselbe günstigsten Voraussetzungen kaum denkb neigung und das Vorurtheil gegen die Königin Christis eö. Föeea den Progressisten, als daß sümne Gesinnungen und Gefühle in Bezug auf diesen der Einigkeit und Eintracht zum Opfuf 9 1 * hensge Constitucional . ele zwischen der Königin Christine und dem Her Vitoria, die entschieden zum Nachtheil des 8 cneens 12 868 folgenden Worten: „Ehe wir Irtikel beendigen, müssen wir eine Verwahrung ei

die, daß wir nicht wollen Nenze ealegan,

daß

Daß die Mutter

So

2

sein, und er würde verdienen, daß wir Alle über ihn

General Narvaez die Königin Christine gar

die allerentfernteste Anspielung auf die daß er aber ebensowenig Weise giebt, in welcher em Falle nahe gebrachte der antrete, ist selbst unter Die Ab⸗

stig lautet, bekannt zu machen. Um solchen Beschuldigungen zu entgehen, theilt sie den offiziellen Abendblättern nur solche telegra⸗ phische Depeschen mit, welche authentische und schon vollbrachte Thatsachen anzeigen, die Niemand in Abrede stellen kann. Darum geschieht es, daß sie gestern Abend eine Nachricht zurückbehielt, die von der größten Wichtigkeit ist, die aber ein Faktum enthält, dessen Resultat noch nicht völlig bekannt ist. Ich meine die Absen dung eines Parlamentairs von Seiten der Regierung in Madrid an den General Aspiroz, der mit 10,000 Mann in Pardo eine spanische Meile von den Mauern der Hauptstadt entfernt, sein Hauptquartier aufgeschlagen hat. Der Parlamentair ist kein anderer als der Maréchal de camp Lemerie, Militair⸗Gouverneur von Ma⸗ drid, ein Franzose von Geburt, aber von dem bejahrten General Zambrano adoptirt und mit dem unglücklichen Diego Leon zusammen erzogen. General Lemerie wurde von Mendizabal an den General Aspiroz abgeordert, um den Letzteren zu bewegen, keine Feindseligkeiten gegen die Hauptstadt zu beginnen, da die Königin und deren Schwester daselbst ihre Residenz haben. General Aspiroz soll dem General Lemerie geantwortet haben, daß er aus Ehrfurcht für die Königin abwarten wolle, daß die Einwohner der Hauptstadt in ihrem eigenen Interesse ihm die Thore öffnen würden. Er werde sich jeder Feind⸗ seligkeit enthalten, wenn man ihn nur nicht angreife. I“ General Aspiroz erwartet von der bevorstehenden Ankunft des

British Hotel. von Saltykow, aus Petersburg. 1 Kammerherr und Geheimer Kabinetsrath, aus Deßau. von Haza⸗Radlitz, Kammerherr, aus

Hotel St. P Lowitz.

1

etersburg.

Edelmann von Halpert, aus Warschau.

Angekommene Fremde. Se. Durchlaucht der Kaiserl. russische Fürst Nicolaus

85 von Berenhorst, Herzoglicher

Professor und Hof⸗

medikus Dr. Dreyer, aus Kopenhagen.

Hotel de Rome. Hotel de Prusse.

lin, aus Old

enburg.

Russischer Staatsrath Lewinski, aus Warschau. Professor und Hof⸗Kapellmeister Pott und Gemah⸗ Fräul. Schloß, Konzertsängerin, aus Leipzig.

Hotel de Saxe. Medizinal⸗Assessor Flach, nebst Gemahlin, aus Kö⸗

nigsberg. In Privath Charlottenstr.

von Parchwitz, Neue Jakobsstr. Nr.

äusern. Nr. 1,

Tribunal⸗Rath Richelot, bei Hochstetter. Stadtgerichts⸗Direktor Elsholtz,

von Königsberg,

6, bei der Wittwe Elsholtz.

Meteorologische Beobachtungen.

1843. 21. Juli.

Morgens 6 Uhr.

Nachmittags 2 Uhr. 10 Uhr.

Abends Nach einmaliger

Beobachtung.

Luftdruck.... Luftwärme c Thaupunkt. .. Dunstsättigung Wetter

Wind ... Wolkenzug. ..

..+ 15,5° n. + -eS e

pCt. bedeckt.

NW.

NW.

+

pCt. heiter. WNW.

331,02“ Par. 330,42“ Par. 330,12“ Par. Quellwärme R. 17⁰0 R. + 14,3° R. Flusswärme 17,1 K.

Bodenwärme R.

Ausdünstung Rh. Niederschlag Rh. Wärmewechsel R.

RK. pCt. bedeckt.

NW.

R. +

Tagesmittel: 330,52 Par. + R. + R.. pct.

Berliner 22. Juli

Den

Börlçse. 1843.

Fonds.

Pr. Cour.

Kctien. Brief. Geld.

Pr. Cour.

Brief. Geld. [Gem.

St. Schuld-Sch.

Pr. Engl. Obl. 30. Präm Sch. d. Seeh. Kur- u. Neumärk.

Schuldverschr.

Berl. Stadt-Obl.

Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grossh. Pos. do.

do.

do. Ostpr. Pfandbr. do.

Pomm.

Kur- u. Neum. do.

Schlesische do.

Gold al marco.

Friedrichsd'or.

Disconto.

And. Gldm. à 5 Th.

101 1 103 89

103 1%

101⅔ 103 ½ 48 102 ¾4 102 ¼ 1062 101 103

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1 do. do.

Brl. Pots. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Mgd. Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Brl. Anb. Eisenb. do. do. Prior. Obl. 4 Düss. Elb. Eisenb. 5 do. do. Prior. Obl. Rhein. Eisenb. do. do. Prior. Obl.] Brl. Frankf. Eisb. do. do. Prior. Obl. Ober-Schlesische Eisenbahn. Brl.-Stet. E. ELt. A. do. do. ELt. B. =

103 170 103 ½ 148 103 ½ 82

do. abge-

stempelte.

hsSsel-Cours.

Thlr. zu 30 Sgr.

Brief. Geld.

Amsterdam

do.

do.

London

Augsburg Breslaun

Frankfurt a.

Petersburg

M.

Hamburg

Wien in 20

Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss..

WZ

.250 Fl.

141½ 141 ½ 141 ½ 140 ½⅔ 150 ½ 149 6 26 ½ 6 26 ½ 80 ⁄G2 4 104 ¼ 8 102 ½ 995½2 100 99 ½

Kurz

2 Mt. Kurz Mt. Mt. Mt. Mt. Mt. Mt. Tage Mt. Mt. Woch.

250 Fl. 300 Mhk. 300 Mk. 2

1 Lst. 300 150 150 100

100 Thlr.

100 Fl. 100 SRbl.

Fr. Fl. Fl. Thlr.

92 bo bo Dl be bo bo be

Generals Narvaez vor den Mauern Madrids den wahren entscheiden⸗ den Erfolg. Da die vereinten Truppen der Generale Aspiroz und V Narvaez über 22,000 Mann betragen, und in der Hauptstadt nur ein einziges Kavallerie⸗Regiment liegt, so kann von einem ernsthaften Widerstand gar nicht die Rede sein. Nur die Bürger⸗Miliz, welche theilweise dem Regenten anhängt, könnte sich den Schein geben, als wollte sie den Insurgenten sich widersetzen. Aspiroz han⸗ delt klüger, wenn er abwartet, daß die erste Begeisterung der National⸗Miliz sich abkühle, um dann ohne Schwerdt streich in die Hauptstadt einzuziehen. Die neueste Insurrection würde dann wenigstens kein Bürgerblut fließen machen. Zwar ist, wie man aus den gestrigen telegraphischen Depeschen ersieht, Zurbano mit 14 Bataillonen aus Saragossa gezogen, um den General Nar⸗ vaez im Rücken anzugreifen; aber die 14 Bataillone Zurbano's sind durch Desertion sehr zusammengeschmolzen, und er besitzt kaum 6000 Mann, um dem General Narvaez sich gegenüber zu stellen. Wenn er noch so sehr eilt, so kann Zurbano nicht früher als in fünf oder sechs Tagen Madrid erreichen. Unterdessen hat Narvaez einen großen Vorsprung vor ihm, da er bereits in Guadalajara einge⸗ troffen ist. Außerdem marschirt General Serrano mit sieben bis acht Tausend Mann gegen Zurbano, so daß Letzterer zuletzt von mehr als 30,000 Mann feindlicher Truppen wird eingeschlossen wer den. Man versichert, daß Narvaez um jeden Preis Zurbano lebend in seine Hände zu bekommen wünscht, um ihn nicht etwa als einen feindlichen General, sondern wie einen Straßenräuber zu bestrafen. General Concha stand im Begriff, von Malaga aus mit ver⸗ tärkten Streitkräften nach Cadix zu marschiren. Denn der Weg,

diese jemals einwillig en saltu,eo t dem Interesse von Barcelona eine lange scpäeht

la] gewinnen , ausge⸗

indessen diesen und zwar und daß wir nie darein willigen werde

7 2 2 2 7 2 7 7 g n die Königin Christine zurückkehre, eben so wenig als wir wollen

welchen Espartero plötzlich eingeschlagen hat, deutet nur zu augen⸗ scheinlich sese Agich⸗ 82 sich in Cadix einzuschiffen, um sich von dort nach der Insel Cuba zu begeben, wo Valdez, sein vertrauter Freund, den Posten eines General⸗Capitains bekleidet. Wenn es dem Regenten gelingen sollte, die Einwohner von Cuba für sich zu so kann er der spanischen Regierung noch viele Verlegen⸗ Er braucht nur die Schwarzen auf Cuba zu um sich daselbst einen großen Anhang zu ver und einen Bürgerkrieg dort anzuzünden, der leicht die spanischen Kolonieen zur Folge haben könnte.

heiten bereiten. emanzipiren, chaffen,

nabhängigkeit jener

Preuss. Präm. Hambu

5 % Neapl. au c Wien, Actien 1627.

Amsterdam, 2

7 2 25 9⸗ Kanz-Bill. —. 5 % Span. 17 4⁄81. 3 % do. 25 16. Pass. —. Ausg. —. Sch.

Auswärtige Börsen.

18. Juli.

Pol. rg, 20. Juli.

17. Juli. Anl. de 1834 142

5 % 4o. 100 ½. Zinsl. —. 4 % Russ. Hope 89 ½.

Niederl. wirkl. Sch. 53 4⁄2.

Oesterr. 109.

Bank-Actien 1650. Engl. Russ. 111 ½.

Pa ris, 17. Juli. 5 % Rente fin cour. 121. 90. 3⁰% Rente fin cour. 80. 45. 5 % Span. Rente 27. 5 % Met.

Pass. —. I1I11I. 4 % 101. 3 % 76 ¾. Bauk-

de 1839 I111 ¾.

Montag

(Herr Grunert: buchstäbliche Auslegung der Ges Grunert: Magister Quadrat,

Bertrand, pantomimisches Ballet in 2 Musik von H. Schmidt.

Juli.

04

Im Schauspielhause: Vater Dominique, als Gastrolle.)

Königliche Schauspiele. Sonntag, 23. Juli. Im Opernhause: Voltaire’s Ferien, Lust spiel in 2 Akten, nach dem Französischen.

Hierauf: Robert und 2 Aufzügen, von Hoguet.

Der Essighändler. Hierauf: Die etze. Und: Magister Quadrat. (Herr als Gastrolle.)

Dem h Preußisch

nachgeliefert

Daß

8 8 8

unsere Regierung etwas der Art befürchtet, beweist der Umstand,

*

Unseren auswärtigen A

eutigen Bla

tte liegt das Titelblatt der Allgemeinen

en Staats⸗Zeitung, Januar bis Juni 1843, bei.

werden.

bonnenten wird dasselbe durch die Fahrpost

1“

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.

da I sun

8 Beilage

Fapeigiin

Widerspruch in der Tendenz der Gesetzgebungen und der

weg, so daß es selten einen Wechsel giebt,

aber noch die Rücksicht, daß derjenige, der

Nh 2. a emer hvn iin 31 mugt z68

Deutsche Bundesstaaten.

(Frankf. Millionen 8* 2 In 327 Berg⸗ werken und Braunsteingruben arbeiteten an 14,000 Leute, und 8. 22 Industriezweig 30,000 I gut, denn sie verbesserten ihr Hauswesen, ihre Wohnungen und kommen auftat wie Der gemeine 36 Kr., und das nicht, wie der in der Woche, sondern das ganze Wint Hatte er Söhne, so verdienten waren die Kinder noch klein, so konnten sie doch Schule noch 8 bis 10 Kr. mit Klopfen und Gemein⸗

Aus dem Herzogthum Nassau, 11. Juli. 8) Das Herzogthum Nassau versandte jährlich für 11 Gulden Erze, Roh⸗ und Bruch⸗Eisen ins Ausland.

man ihre Familien dazu, so ernährte dieser Menschen, und das nicht erbärmlich, sondern früher zerlumpt, in reinlicher Bergmann verdiente täglich Tagelöhner, oft nur einige Tage Jahr, im Sommer wie im Winter. diese eben so viel; vor und nach der Scheiden der Erze verdienen. Hierdurch den keine Bettler, und der Bauer, der

Kleidung zur

Kirche. 28 bis 9

die

viele

hatten nicht so 1 lang selbst seine im Wirthshause trinken. mindert. Viele Hundert Bauern und Zugvieh nicht zu beschäftigen, aber das Wort erweckte und rief sie aus dem Wirthshause Halden. Sie fuhren Erze nach Sie verdienten vieles Geld, Schmiede, die Sattler und noch gar viele Andere, auf der faulen Haut lagen und beim Linsenlesen Und kam die Zeit des Feldbaues heran, so hatten sie ihr Fuhr werk und ihre Ackergeräthschaften so im Stande, daß nichts liegen blieb, was der immer gestiegene Preis der binlänglich beweist. Die großen Summen,

zu vergeuden, Karte zu spielen

die

welche von auslän

dischem Gelde für Arbeitslöhne ausgegeben wurden, zertheilten sich Um die großen Massen Erze war bei mittlerem und gutem Fahrwasser

schnell in alle gewerblichen nach dem Rhein zu führen, die Lahn von Weilburg bis zum Rhein mit Schiffen bedeckt. Man chen Monat sind 500 und im Februar sogar 620 Sch zu Limburg passirt. Man kann sicher annehmen, Wasserstand 30,000 Fl. b Gulden ebenfalls schnell

Zweige.

Hu in die Hände der Schiffsbauer, Schmiede Seiler, Halfer, Metzger, Bäcker und Wirthe Kii ecga u gteheg wieder sehr wohlthätig vertheilt wurden. Im Herzogthum elbst wurden jährlich für circa 400,000 Fl. Eisen verbraucht, Bergbau, das Fuhrwerk, die Schifferei die Haupt⸗Konsumenten sind Ich frage nun, ist ein Unterschied, ob man 400,000 Fl. für Eisen ins Ausland sendet oder ob man diese Summe im Lande behält und noch 1,250,000 Fl. für inländische Erze aus dem Auslande bezieht?

94 2 f

8n Faeannschge g. Braunschweig, 12. Juli. (Köln. Z.) Hie Nachricht, die Königl. sächsische Regierung den der Stände⸗ Bersäammlung vorgelegten Entwurf einer Wechsel⸗Ordnung wegen der 188 in dem Kommissions ⸗Berichte über denselben sich findenden Bedenken einstweilen zurückgezogen hat, kann durchaus nicht befrem den. Das Wechsel⸗Geschäft hat in der neueren Zeit eine ganz andere Bedeutung erhalten, als die ursprüngliche, vermöge deren es nur 5 gelegentliches Mittel war, den unmittelbaren Transport des Geldes an den Ort seiner Bestimmung zu vermeiden während es jetzt Rier. dings sehr häufig als das Privat Papiergeld' der Kaufleute betrachtet werden kann. Die alten, nach jenem engen Gesichtskreise berechneten Wechsel⸗L rdnungen passen daher nicht mehr und wo die Gesetzgebungen nichts gethan haben, um sie mit dem Bedürfnisse der neueren Zeit in Einklang zu bringen, sind sie vollkommen von diesen überflügelt und daher unbrauchbar geworden. Wo man aber das Bedürfniß des Fort⸗ schrittes gefühlt hat, ist entweder durch Zusätze, Nachträge und De⸗ clarationen nachgeholfen oder man hat neue Wechsel⸗Ordnungen erlas⸗ sen. In jenem Falle hat man selten mit Glück operirt, indem mei

stens die neuen gesetzlichen Bestimmungen sich mit der ursprünglichen Wechselordnung nicht zu einem Ganzen verbinden wollen, und in ei⸗

nigen Ländern sich zu einer so großen Anzahl angehäuft haben, daß es unendlich schwer ist, sich darin zurecht zu finden. Da aber, wo man sich zu neuen Wechselordnungen entschlossen hat, ist es fast noch gh gegangen, Henn statt prüziser, kurzer, dem Bedürfuisse des Verkehrs angepaßter Bestimmungen sind förmlich kleine Lehrbücher ent

standen, in denen die Natur des Wechselverkehrs und der dabei vor

kommenden Rechtsverhältnisse nicht gehörig aufgefaßt und den durch Gewohnheit und allgemeine Praxis begründeten, dem Leben entsprunge

nen Normen hohle nach dem Studirzimmer riechende Abstractionen substi⸗ tuirt sind. Das Bedürfniß neuer, den jetzigen Verkehrsverhältnissen angepaßten Wechselgesetze ist daher kein eingebildetes, und allgemein spricht sich dasselbe aus, sogar hier, obgleich im Ganzen und in der Hauptstadt einiges Wechselgeschäft und zwar Arbitrage vorkommt und Jahre vergehen, ohne daß eine bedeutendere wechselrechtliche Frage zur Entscheidung der Gerichte kommt. Sachsen mußte, bei lebhaftem Wechselverkehre überhaupt und einem so bedeutenden Wechselplatze wie Leipzig, das Bedürfniß einer neuen Wechsel⸗Ordnung statt seiner jetzigen buntscheckigen und schwerfälligen Wechsel⸗Gesetzgebung am leb⸗ haftesten fühlen, und das neue Gesetz wurde auf eine umfassende Art vorbereitet, indem zuerst in einem Werke: „Cuiert, das Wechselrecht nach dem Bedürfnisse des Wechselgeschäfts im 19ten Jahrhundert“, die Grund⸗Ansichten dem Publikum übergeben wurden, wonach der mit dem Entwurfe der Wechsel⸗Ordnung beauftragte ausgezeichnete Ver⸗ fasser zu Werke zu gehen gedachte. Dieses Werk gehoört, bei manchen Mängeln, dennoch zu den bedeutendsten Erscheinungen in der Litera

tur des Wechselrechts, und je mehr man demnach einen ganz besonders vortrefflichen Entwurf erwartete, um so mehr blieb derselbe zur all—

9

gemeinen Ueberraschung unter der Erwartung und enthielt namentlich des Unpraktischen so viel, daß sich ein bedeutender Widerspruch gegen

denselben vorhersehen ließ. Die Aufgabe ist aber in der That keine geringe, denn theils ist das Wechselrecht theoretisch weniger ausgebil⸗ det, als fast alle übrigen Theile des Rechts, theils aber auch ist ein 8 Kaufleute; jene wollen das Geschäft nach gewissen Normen regeln und an heees Formen binden, diese dagegen setzen sich regelmäßig über jede Form der allen gesetzlichen An⸗

forderungen entspräche. Dazwischen kommen nun die Juristen mit ihrer Gelehrtheit und ihrem beständigen Hinblicke auf ihr Schooßkind, das römische Recht. Alles dieses muß überwunden und verschmolzen wer⸗ den, wenn etwas Gutes und Brauchbares entstehen soll. Dazu kommt g à sich mit Gesetzen über den Wechsel⸗Verkehr beschäftigt, seinen Blick über sein Land hinausrichten

muß, denn der Wechsel⸗Verkehr ist ein Welt⸗Verkehr, und selten kann

2

ein Rechtsstreit über Wechsel⸗Verhältnisse ohne Berücksichtigung der in

verschiedenen Ländern geltenden rechtlichen Bestimmungen entschieden werden, wobei denn wieder die Frage, welches Landesgesetz für das

bG Tage⸗ löhner wie sonst haben konnte, mußte fleißiger sein, oft Mongte Früchte dreschen, anstatt im Winter seine Zeit 8 dergeu und Schnaps zu Wo die Thätigkeit vermehrt wird, wird das Laster ver⸗ wußten im Winter ihre Pferde „Glück auf!“ zu den hochaufgehäuften den Wäschen und Lagerplätzen. und durch sie wieder die Wagner, die sonst einschliefen.

gewiß Ländereien

iffe die Schleuse Jhe-ö daß bei gutem fün Schifferfrachten verausgabt wurden, welche

Preußisch

vorliegende Verhältniß zur Anwendung kommen muß, eine der schwie rigsten und zweifelhaftesten ist. In Deutschland, wo jedes Land seine Wechsel⸗Ordnung hat, ja, wo oft die Provinzen und Städte desselben Landes ihr eigenes Wechselrecht haben und Inhalt und Redaction großentheils höchst unvollkommen sind, führt dies in der Praxis zu den größten Schwierigkeiten und Verwickelungen, und es war daher ein sehr glücklicher Gedanke, der in diesen Tagen von verschiedenen Seiten in Anregung gebracht worden ist, für die zum zollvereine ge⸗ hörenden Länder eine gemeinschaftliche Wechsel⸗Ordnung einzuführen indem dadurch, anderer großen Vortheile nicht zu gedenken, für diese die schwierige Frage über den Konflikt der Gesetze verschiedener Länder ganz beseitigt werden würde. Nur mußz eine solche Arbeit mit außer⸗ ordentlicher Vorsicht und Umsicht unternommen und der Entwurf erst geraume Zeit der allgemeinen Beurtheilung vorgelegt werden, indem jetzt weder ein Lehrbuch noch eine Wechsel Ordnung vorhanden Ansprüchen genügte und daher zum Anhaltspunkte

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das Palermo, 3. Juli. (A. Z.) Bei dem großen Artillerie⸗Manöver, 1 voriger Woche unweit des Königlichen Lustgartens Favorita unter halb des Monte Pellegrino, eine halbe Stunde von Pal er 9 st 1 z 9 9 82 „„* 14 8 8 fand, blies ein fürchterlicher Scirocco. Viele Soldaten 65 . 88 mußten weggebracht werden. Gegen Abend hatte Kraft de Windes sich dermaßen gesteiger CCC1“ ades sich jaßen gesteigert, daß die Mannschaft beständig in eine große Staubwolke gehüllt war, und als zum Beschluß zwei Bat erien losgefeuert wurden, schleuderte der Sturm einen Brander (Sto bcäne) in ein offenes Kistchen auf einem Munitionskarren, alle 8 te entzündeten sich und der Protzwagen fuhr unter st vg Frr hae die Luft. Bei diesem Unfall wurde Arnin 79 L“” esem Unfall wurden 16 Artilleristen verwundet, vier Auffommen zweifelt. Dies trug sich

so gefährlich, daß man an ihrem am 28. Juni zu. 9 doero JI .” ’. 6 w 8 anderen Tage, Morgens 5 Uhr, und noch in der folgenden nacht hatten wir einen heftigen Orkan. Es war gerade das Jah⸗ resfest von San Pietro auf dem Meer, das so st in de Line Hafen bei Palermo gefei em Meer, das sonst in dem kleinen w Palermo gefeiert wird, allein bei diesem Scirocco konnte So war die Freude für Alt

keine Barke sich auf dem Meer halten. denn sonst wird in glänzend erleuchteten

und Jung verdorben Schiffen das Nachtessen eingenommen, und unter lustiger Musik durch⸗ allen Richtungen, so daß der Hafen dann

kreuzen sich die Barken nach

1 Gaeeesnezer ts teht. Auf der Piazza Marina war ein Gebäude

aus Brettern aufgebaut und sollte zu einer Lotterie für das bevorstehende

Fest der heil. Rosalia benutzt werden; der Orkan fuhr aber dermaßen in diese lockeren Gerüste, daß ein großer Theil zusammenstürzte. Da sich Y eine bedeutende Summe Geldes da aufgehäuft fand und man nur zu gut weiß, wie die niederen Klassen hier gleich zugreifen, so ertheilte der Platz Kommandant den Befehl, doppelte Wache mit scharfer Ladung auf den Platz zu stellen. Die Nacht verstrich, ohne daß etwas vor⸗ fiel, allein Morgens um 5 Uhr kamen die Fürstensöhne Paterno und der Graf Ghibbellina, Sohn des Fürsten Partanna, etwas benebelt aus einer Gesellschaft. Diese Herren wollten in das Lotteriegebäude (Beneficiata genannt) hineingehen, um den durch den Wind entstan denen Schaden anzusehen. Der jüngste Sohn des Fürsten Paterno ging voraus, die Wache wies ihn zurück mit der Bemerkung, sie

bizun. 22,

Sonntag den

oro 11 Was bir⸗ 85 auch der Ausgang des jetzigen Kampfes sein möge. von einigen Peeaen w ne See von einigen Monate e den Haß von Feinden ohne Zahl, un⸗ isthnsichen, spansschen Haß und nicht die geringste Aussicht, 8938” 8 ] kaan nrs lane seilhie zu können, und dies selbst dann, hanniwiee vnne elänge, die Insurrection ohne Blutvergießen, ohne Grau⸗ - T vrannei zu ersticken. Wer aber Spanien auch nur ein B“ a dies unmöglich ist. Seine Feinde werden sich nicht vnpiase n Kampf unterwerfen, und seine Freunde ihm nicht gestat In wibhennäßigt zu sein, wenn er es auch wollte. vunc“e 19ns die Königin fortwährend zu Madrid, geschützt, sagt man ie beiden vaenRNegiment und Milizen. Es läßt sich schwe be die beiden Parteien nicht darauf denten sollt Nihhe vsag des zu bemächtigen, um daraus sich eine 8 15 1eeehpahe Mittel zum Unterhandeln zu machen M fcsagie heun, ae . risten der Hauptstadt einen Handstreich d. eh . 1 di Ahna⸗ ins Lager Espartero's zu führen daß aber noch er. 16 898 spartero's hren, zZaber nach der Ver . dessen Ausführung nun unmöglich 88e er elkeithlung, dieses os ein falsches Gerücht, eine von jenen Verleumdungen, die sich die P Fe gegenseitig an den Kopf werfen. Wie dem 88 sei es S8nn —2 Pflicht des Regenten in diesen schwierigen Umständen ist I. Se eit der Königin zu denken. Wie kann er sie so den Hand⸗ S.e Lc19 , . 882 J“ Männer der einen oder der an⸗ ren P⸗ „ausgesetzt lassen, ohne alle andere Garantie als ein Regi⸗ .“ ne 6 7 (Dieser letztere Poragf sch⸗ I g en zu lassen, da bekanntlich N id ni blos „einige“ Mili 9 dern Se- Bataillone, nebst Ncct.n ch 8 11X.“ d den Ngfent. narsicgs en L n. die Für⸗ glauben, diese zewegung habe zum der Hauptstadt zu nähern; di .“ Wird v sch mit van Halen in Anbalußten 3 zu 8e, oird aber der Regent so nach Andalusien gehen und vie Königin zu Madrid lassen? Und wenn er auf Madri ch dies blos thun, um dort Kämpfe zu bestehen welen i marschirt, wird er gewaltigste Anarchie stüͤrzen . bestehen, welche die Hauptstadt in die aUnserer Ansicht nach bleibt dem Regenten nur ein ehrenvoller We offen: nämlich nach Madrid zurückzukehren, aber nur um in güav See. Umstände das Auflösungs Delret der Cortes zurückzunehmen, und auf der Lb arlament zusammenzuberufen und ihm zu erllären, daß er die on er Nation ihm anvertraute Gewalt lieber niederlege, als sie um den Preis eines Bürgerkrieges beibehalte. An der Svitze einer noch treuen und ergebenen Armee ist das eine Rolle, der die Größe nicht ermangelt, und die Spanier sind für Größe und Muth nicht unempfindlich. vwsezi he wit hüͤten uns wohl, an einem Gedanken festzuhalten, der ohne . fel den in unseren Tagen so zahlreichen Ehrgeizigen niederer Art sehr romanhaft erscheinen wird. Was vielleicht mehr ihre Aufmerksamkeit ver⸗ dienen wird, ist die Lage der spanischen Kolonicen. Dort befehligen mit einer Gewalt, die man absolut nennen kann, die dem Regenten ergeben⸗ sten Männer, die eifrigsten und entschlossendsten Apacuchos. Was werden sie thun, wenn sie diese Nachrichten erhalten? Es verlohnt wohl der Mühe darauf seinen Blick zu richten.“ 8 Am Schlusse kommt dann die Revue des deur Mondes auch auf den von Madrid aus der französischen Regierung gemachten Vorwurf, als sei sie der eigentliche Urheber und Beförderer der jetzige Unruhen in Spanien, zu sprechen: en „Diese Art von Klub oder Ausschuß der öffentlichen Woh 1 man es nennen will, welcher sich zu Madrid so dem Vernehmen nach, aus der Provinzial⸗Deputation, der Munizipalitat und den esparteristischen Chefs der National⸗Miliz besteht, hat ein Manffest 8 veröffentlicht und vertheilt, welches gegen Frankreich und die französische

könne Niemand einlassen. Die Herren versuchten nun bei einer

anderen Thür den Eingang, wurden aber ebenfalls zurückgewie sen. Aergerlich hierüber lief Paterno mit seinem Bruder und Freunde zu der ersten Wache zurück, indem er sagte, es scheine, daß sie ihn nicht kenne, er sei ihr Oberer (er diente in einem Kavallerie-Regiment) und der Sohn von Fürst Paterno; als die Wache gleichwohl bei ihrem Befehl blieb, faßte Paterno das Gewehr schlug das Bajonett ab, und gab der Wache einen Stich in die Wange. Die ganze Gesellschaft zog sich über die Piazza Marina hinunter; sie mochte etwa 80 Schritte von der Wache entfernt sein

so flüchtete Alles, was sich in der Nähe dieser Herren befand. pa⸗ terno, nicht wissend, was geschehe, kehrte sich um und sah die Wache auf ihn anschlagen, allein in der Meinung, daß sein Stand ihn sichern würde und auch, daß der Soldat keine scharfe Ladung habe, kehrte er sich um, wollte zurückgehen, als der Schuß siel und ihm den Un⸗

terleib durchbohrte; wenige Schritte noch vorwärtsschreitend, sank er

zusammen; er wurde ins Militairspital gebracht und verschied dort auf einem Soldatenbette. Die Wache wurde alsbald in Arrest abgeführt,

und man sagt sogar, sie sei zum Tode verurtheilt worden. Dies ist aber nicht richtig, denn das Kriegsgericht hat noch nicht gesprochen.

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““ b Paris, 15. Juli. Die gegenwärtige kritische Lage der pyrenäischen Halbinsel wird in dem neuesten heute erschienenen Hefte der Revue des deur Mondes in folgender Weise gewürdigt: „Die Krise, welche gegenwärtig Spanien in Bewegung setzt, wird unserer Ansicht nach, noch nicht so schnell ihren Ausgang haben. Allerdings hat sich die Insurrection mehr und mehr ausgebreitet; die Esparteristen haben nur noch die Hauptstadt und eine kleine Zahl von Staͤdten inne; die Insurgenten organisiren sich und bereiten entscheidende Schläge vor. Indeß sind die Armee „Corps, welche Espartero, van Halen, Sevane und Zurbano befehligen, nicht aufgelöst, der Regent verfügt noch immer über achtunggebietende Streitkräfte, besonders an Artillerie und Reiterei, und ist noch immer Herr von Madrid und Wächter der Königin. Der Ausgang des Kampfes ist daher ungewiß; diese lange Ungewißheit erklärt sich durch Man kann nicht leugnen, daß die Be

die soziale Verfassung Spaniens. wegung gegen Espartero ziemlich allgemein ist; sie hat sich von Barcelona

bis Sevilla und Badajoz verbreitet; sie hat den Ebro überschritten und ist in die baskischen Provinzen eingedrungen. Indeß ist die Bewegun nicht national im strengen Sinne des Wortes; sie ist, wie Alles, was 8 Spanien geschieht, eine wesentlich munizipale Thatsache (d. i. sie geht von den Munizipalitäten der Städte aus, will die Revue des deur Mondes sagen, was aber noch keinesweges erwiesen sein dürfte). Allerdings folgen die Mehrzahl der Städte dem gegebenen Impulse, schließen sich dem Pro nuncigmiento an; aber es ist immer etwas Lokales, etwas Unzusammen hängendes in einem spanischen Vorgange, wie allgemein er auch sei. In einem Lande, wo Einheit herrscht, wäre eine derartige Bewegung beim er sten Stoße unwiderstehlich gewesen; sie wäre zu Madrid ausgebrochen, oder die Insurgenten hätten sich sämmtlich kraft eines ersten und gemeinsamen Gedankens einem Strome gleich auf Madrid geworfen, um dort den Sitz der Regierung zu besetzen und durch das Organ der Cortes die Absctzung Espartero's zu verkünden. Nichts der Art ist bis jetzt in Spanien gesche⸗ hen. Madrid hat für die Spanier keine Bedeutung; es wird sein Pronun eiamiento machen, wenn ihm das gut dünlt; man wird sich wenig darum kümmern, wenn es in seiner Treue für Espartero beharrt. Ein Spanier be⸗ greift leicht, daß ganz Spanien von Lokal⸗Junten regiert werde während der Regent noch zwei, sechs Monate, ein Jahr, zwei Jahre die Hauptstadt und ihr Weichbild besetzt hielte. . Allerdings künden die letzten Nachrichten den Marsch verschiedener Insurgenten⸗Corps auf Madrid an. Wenn diese Nachricht sich bestätigt so könnte ein blutiger Kampf an den Thoren, im Schooße der Hauspeede selbst ausbrechen. Kann der Regent die ganze Verantwortlichkeit einer That sache solcher Art auf sich nehmen? . g „Ohne in die Geheimnisse der Zukunft eindringen zu wollen, kann man

doch nicht verkennen, daß die persönliche Stellung Espartero's ernstlich kom⸗

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die falschesten Beschuldigungen enthält. Gewiß hat Niemand

ües 1 1ac häng h ne. Würde Spaniens respektirt als unsere Regie g; die e und die Worte der Regierung in diesem Betreffe sind abeigk vee Altte unb Re G jesem Betreffe sind gleich vorwurfsfrei. Es ist mehr als auffallend, daß Leute Espartero's 0SH Sab. 8 nur durch ihre D ifferenz gegen das Ausland bekannt ist, en wugt, iea 8 eines unrechtmäßigen Einflusses und der Intriguen zu beschuldigen; Fe erne Diatriben verdienen nicht einmal die Ehre einer Widerlegung. Wir . 86 zufrieden, daß es noch Pyrenäen giebt, und in der That wäre fu⸗ 12 I. in der Hand, schwer zu sagen, welchen Vortheil jemals 18 9 die politische Freundschaft und die Nachbarschaft Spaniens 88* en; aber aus unserer Achtung für die Unabhängigkeit Spaniens 1 Espartero’s nicht schließen, daß Frankreich jenseits der Pyre⸗ gegen es Urstseß unc eines Spstems anerkannter und bleibender Feindseligkeit

geg 8 ollte. Das erste Bedürfniß einer Nation ist, sie s

zeger eh o,. Be 5 Nation ist, sich selbst zu 81’ Ss vertheidigen. Mag die spanische Regierung für uns . F 4 aft noch Sympathie haben, sei es: dazu hat sie das Recht; aber l- . R8 von der Kälte und Gleichgültigkeit zu feindseligen Absichten und

schäadlichen Ideen gegen seinen Nachbar übergi dann würde auch da

Recht Frankreichs beginnen.“ .““

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Paris, 17. Juli. Der Geist d tlichkeit und der Revolte scheint unter der noch im Joche der Sklaverei schmachtenden schwarzen Bevölkerung der französischen und spanischen Antillen mehr und mehr um sich zu greifen und immer tiefere Wurzeln zu fassen wozu ohne Zweifel die Leichtigkeit, mit welcher die freien Schwarzen von Haiti und den englischen Inseln aus mit ihren noch mit 8 Sklavenketten belasteten Brüdern den Verkehr unterhalten können vorzugsweise mitwirkt. Die Versuche zu Aufständen der Neger auf den spanischen Inseln Portorico und Cuba wiederholen sich schnell nach einander und auf eine immer bedrohlichere Weise, und eben jetzt ist ein solcher Aufstand im Bezirke von Santiago de 88 auf der Insel Cuba, und, wie es scheint, mit weit gefähr licheren Symptomen, als die früheren, fast im Keime erstickten ausgebrochen, welcher die Sendung bedeutender Truppenmacht von der Havanna aus nach dem zunächst bedrohten Punkte nothwendig machte Aber auch auf der französischen Insel Martinique, wo seit einiger Zeit so ziemlich Ruhe geherrscht hatte, sind Dinge vorgefallen, welche von ernster Bedeutung sein müssen, da der Gouverneur du Val dAilly es für nothwendig fand, in einer förmlichen Proclamation ang die Einwohner von Fort Royal zur Ruhe und Ordnung zu ermahnen Es scheint sich die Sache in folgender Art zu verhalten. Die Pflanzer hatten in der genannten Stadt eine Art Cerecle errichtet, worin aber keine farbigen Leute aufgenommen wurden. Diese gaben nun den Mitgliedern der Gesellschaft Schuld, sie kämen dort unter dem An⸗ schein der bloßen Unterhaltung zusammen, um über die Mittel zu berath⸗ schlagen, wie man am besten die Emancipations⸗Projekte unwirksam machen, sie vereiteln könne. Andererseits scheint man die Civil Ar beiter und das Militair gegen einander aufgehetzt zu haben. Genu am 21. Mai Abends drang ein Haufe von Leuten in das Lokal 88 Cercle und richteten, nachdem sie die Anwesenden vertrieben hatten, gewaltige Verheerungen darin an. Einige Tage nachher sanb man aufrührerische Schriften und Pamphlete ausgestreut, worin Verdäch tigungen gegen das Militair und andere Einwohnerklassen ausgesprochen waren. Am 2. Juni wurde ein Schuß auf einen Soldaten abgefeuert, der Zlücklicherweise nicht traf; aber der Thäter blieb unentdeckt. Am folgenden Tage kam es zu einem förmlichen Handgemenge zwischen den Soldaten und den Civil⸗Arbeitern des Forts St. Louis, welche ihre Arbeiten verlassen und eine Art Coalition gebildet haben. Ueberhaupt macht sich unter der Bevölkerung eine sehr gespannte Stimmung gegen die Garnison bemerkbar, die zwar noch zu keinem bedeutenden Konflikte geführt hat, aber bei dem geringsten Anlasse solchen hervorrufen könnte, da auch von Seiten einzelner Militairs unvorsichtige Aeuße⸗ rungen und Handlungen als Herausforderungen ihrer Gegner statt⸗ gefunden haben. Andere, die vom Volke insultirt zu sein behaupte⸗ Eilnlsvfrz 2i8 iüsn ü2e8 ““