1843 / 26 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

166 verzichten, so würde er ganz gewiß nicht Madrid den Gefahren aus⸗† „SDer Ackerbau und der Handel nehmen Ihre ganze Aufmerksamkeit 1““ 8 C. 8 1 e. I i drh vagss vias aeteneee Sn ztten cd, g. setzen, denen es durch seinen Widerstand gegen das Insurgentenheer in Anspruch. Ich werde ihnen jeden Schutz und jede Ausdehnung gewäh⸗ 3 el tu m g. 89981 Fr Mittwoch den 26 Juli. preisgegeben ist. Daß man in Madrid au die Ausdauer und auch ren, welche sie verdienen. EEEEN I.

wohl einigermaßen auf den Glücksstern des Regenten rechnet, davon zeugt die energische Haltung, welche das Ministerium in seiner schwierigen Lage behauptet, die Kraftentwickelung, welche es dem Belagerungsheere gegenüber bewährt, und die gar keinen Zweck haben würde, wenn Espartero die Parthie aufgegeben hätte.

f eierlichste darauf; sie bitte blos die Spanier, über den Thron 2 2 —2— beiden Töchter zu wachen, welche der größten Gefahr ausgesetzt seien; sie wolle nur dann nach Spanien zurückkeh⸗ ren, wenn die Königin Isabella die Regierung angetreten hal und ihr die Erlaubniß dazu ertheilen werde.

Aehren und Körner, besonders des Roggens] zunächst §. 7 des Kap. X. zur Abstimmung, der „Straßen⸗, Brücken⸗ einen äußerst reichen Ertrag verspricht, so schwindet die Getraide- und Wasserbauten⸗Etat“ *). Ursprünglich waren im Budget dafür Theuerung im Ganzen doch nur sehr allmälig, und noch wird hier 614,593 Fl. eingestellt, nachträglich aber Allergnädigst noch weitere

„Um das Gleichgewicht zwischen den Ausgaben und Einnahmen her⸗ b . zustellen, müssen neue Auflagen eingeführt werden. 1A1X“ ““ N 8 „Die größte Einigkeit zwischen den politischen Staatsgewalten ist nö⸗ ahrenant ni 2680 11 d 8 Vollkommenheit der thig, um die Aufrechthaltung der Ruhe und Ordnung zu sichern; unsere nland.

8

Valencia, 12. Juli. Der Oberst Don Antonio Buil meldet

der Junta, daß er sich am 11. vor Tages⸗Anbruch auf den Marsch begeben werde, um Chinchilla und Albacete zu besetzen. Nach den neusten Berichten setzt Espartero von Balazote seinen Rückzug nach Andalusien fort. Ein Corps, welches der Regent von seinem Heer detaschirt und in der Richtung nach Madrid abgeschickt

Welchen Plan nun aber der Regent bei seinem Marsche nach dem Süden verfolgt, und ob die Ausführung desselben von irgend einem unmittelbaren Vortheile für Madrid sein könne, darüber würde es unnütz sein, Vermuthungen aufstellen zu wollen. Augenscheinlich

aufgeklärter Patriotismus Mir beistehen wird, Alles zu erfüllen, was Ich zum Wohle Brasiliens unternehme. 8

„Die zweite Session der gesetzgebenden Versammlung ist hiermit er⸗ öffnet.“

ging der Feuerruf durch unsere Stadt und gleichzeitig sah man eine Feuersäule mit dunklen Rauchwolken nahe vor dem Goldberger Thore

klasse sehr drückenden Preise von 7 Sgr. 1 Pf. verkauft. Es schein

hierdurch die Meinung derer bestätigt zu werden, welche in der

aufsteigen, welche im Bauhofe des Zimmermeister Fiedler das Bau holz erfaßt hatte.

Von hier aus verbreitete sich die Flamme übe

eines wirklichen durch Wucher

partiellen Man

bewirkte

Theuerung gels, als

mehr die eine

Folge

8. künstliche,

Steigerung

t. Ausschuß war keine Beanstandung erhoben worden, und auch die Kammer nahm diese Position ohne Abänderung an, jedoch erst nach einer längeren Debatte, während welcher vorzugsweise auf die Dring⸗

lichkeit theils umfassender Straßenbauten, theils der schon wieder⸗

den naheliegenden Bauschuppen, ergriff dann die Hintergebäude und 1gan 7. 9 Verhü G s i G s pen, ergriff de . gebäude der Fruchtpreise erblickten. Zur Verhütung eines Nothstandes, holt beantragten Correctionen des Inn⸗ und Isar⸗Stromes, so wie

hatte, hat sich gänzlich zerstreut; mehrere Offiziere desselben haben sich hier eingefunden. Alle Nachrichten sind günstig. General Nar⸗

vaez dringt über Guadalajara nach Madrid vor.

Barcelona, 14. Juli. General Castro ist gestern Abend von Lerida hier eingetroffen. Die Bataillone der mobilen Miliz, welche sich in der Umgegend von Lerida befanden, sind nach ihren Heimats⸗ orten wieder entlassen worden. Ueber 3000 Mann der National⸗ Miliz von Barcelona sind gestern nach dem Haupt⸗Quartiere abmar⸗ schirt, um eine gleiche Anzahl von Milizen der übrigen Distrikte des Fürstenthums abzulösen.

Die Junta hat ein Zwangs⸗Anlehen von vier Millionen aus geschriben. Der Imparecial berichtet in seiner heutigen Nummer, die Junta habe energische Maßnahmen zur Eintreibung dieses Anle hens getroffen; er billigt diesen Entschluß, man sei nun einmal auf der Bahn der Revolution, und müsse denn auch revolutionair handeln.

Heut früh ist der General Don Pedro Maria Pastors, welcher zum General⸗Gouverneur der Provinz Lerida ernannt worden, von hier abgereist, um sich auf seinen Posten zu begeben.

* Paris, 19. Juli. Die gestrigen Angaben der hiesigen Presse über eine Meuterei, die am 8ten in Balazote unter dem Fußvolke des Regenten ausgebrochen sein, und die ihn zur eiligen Flucht mit seiner Reiterei gezwungen haben sollte, sinden ihre Wider legung in einem vom 9ten aus Bonillo datirten Berichte des Kriegs⸗ Ministers, General Nogueras. Diesem Berichte zufolge, war Espar⸗ tero am vorigen Tage mit seiner ganzen Heeres⸗Abtheilung, deren Geist der General Nogueras die größten Lobsprüche ertheilt, von Balazote nach Lezuza marschirt und am 9ten früh Morgens von dem letztgenannten Orte nach Bonillo aufgebrochen. Der Regent wurde, den amtlichen Versicherungen des Kriegs⸗Ministers zufolge, überall mit den größten Freudenbezeugungen, mit Glockengeläute und Illu minationen empfangen. Ueber den weiteren Operations⸗Plan Espar tero's macht der Bericht des Generals Nogueras durchaus keine An deutungen, aber der Espectador giebt mit welchem Rechte, lassen wir natürlich dahingestellt sein zu verstehen, daß Espartero beabsichtige, sich mit der ganzen ihm noch zu Gebote stehenden Waffen⸗ macht nach Madrid zu werfen. Hier sind inzwischen einige Verthei⸗ digungs⸗Anstalten, und besonders Maßregeln zur Sicherung des Kö⸗ niglichen Palastes gegen irgend einen Handstreich, getroffen, und die National⸗Garde hat am 12ten fast den ganzen Tag über unter den Waffen gestanden.

Die Stimmung in der Hauptstadt scheint fortwährend durchaus

instig für die Regierung und den Regenten zu sein. Die Königin, welche am 11ten eine Spatzierfahrt durch die Stadt machte, wurde vie gewöhnlich von dem Volke mit freudigem Zurufe begrüßt. Der General Aspiroz hatte am 12ten sein Hauptquartier noch immer in Galpagar, wo er am 9ten eingerückt ist, und von wo er seine Vor posten bis nach dem königlichen Lustschlosse el Pardo vorgeschoben hat. Am 10ten begab sich der Platz-⸗Kommandant von Madrid, Oberst Lemmery, zu dem General Aspiroz, um von demselben zu er fahren, was er eigentlich gegen Madrid im Schilde führe. Der Ge neral Aspiroz antwortete auf die ihm deshalb vorgelegte Frage, daß Madrid sich entweder auf Discretion unterwerfen, oder sein Pro nunciamiento bewerkstelligen müsse, daß er übrigens aus Respekt vor der Königin keine Feindseligkeiten gegen die Hauptstadt eröffnen werde, wenn man nicht versuche, die junge Königin zu entführen. Was die Madrider Behörden in Folge dieser Erklärungen beschlossen, ist unbekannt, aber nach Allem, was wir über den Geist und die Hal tung der Madrider National⸗Garde erfahren, scheint dieselbe wenig geneigt zu sein, auf die vom General Aspiroz gestellte Alternative einzugehen. Die Bataillons⸗Chefs der National⸗Garde haben dem General⸗Capitain, auf dessen Befragen, ihre völlige Zufriedenheit mit den in Folge der Erklärung des Kriegszustandes ergriffenen und gestern erwähnten Maßregeln gegeben.

Wenn das Gerücht von der beabsichtigten Entführung der Königin Isabella in Madrid selbst seine Bedeutnng einigermaßen verloren hat, so spielt es dafür in den Provinzen noch immer eine bedeutende Rolle, wie dies namentlich aus dem nachstehenden Bando der Junta von Burgos hervorgeht, dem wir als einem Musterstücke von spanischer Pronunciamiento⸗Beredtsamkeit einen Platz geben.

8 „Die Nachrichten, welche wir von verschiedenen Leuten erhalten haben, die der Lage sind, gut unterrichtet zu sein, die augenscheinlichen Tendenzen der unterdrückenden tyrannischen Herrschaft Espartero’'s, die erst durch ganz neue Handlungen bestätigt sind, der Charakter dieser brutalen blutgierigen Regierung, die in der verzweifelten Wuth ihres Todeskampfes noch dar⸗ auf ausgeht, das verzehrende Feuer des Bürgerkrieges anzuzünden, alle diese Gründe lassen nicht mehr daran zweifeln, daß der anarchische höllische Plan, unsere junge Königin aus dem Palaste ihrer Vorfahren wegzuschlep pen und sie als Gefangene ins Ausland zu führen, wirklich vorhanden ist. r Betracht dieser Thatsache u. s. w. befiehlt die Junta der Provinz urgos, was folgt: Doße chen er mittelbar oder unmittelbar zur Entführung der Königin ee ihrem Palaste beiträgt, oder wer es ET“ Füher an Vasefüheur g, wenn er es kann, zu widersetzen, wird zum Ver⸗ Art. 2. Die Pe feglarr. der T . Nati 3 Ayuntamienio, die Proringaled 86 bbe zarde, des chen und geistlichen Behörden eee; un alle me itairischen, bürgerli aufbieten, um eine so scheußliche Föehnieat hfecßen 798 sondere dafür verantwortlich gemacht. hat z ) , werden insbe (Gez.) Antonio de Collantes, Präsident.“

+ Paris, 20. Jul; 1 Ftzuben 5- 8- Valdepesias, wo er mit großen der Regent laut der heute über Gerdäasse worden ist, hat sich nach Carolina gewendet. In diesem, in EE1“ Nachrichten den Orte, ist Espartero am 12ten an der Spite Morena liegen eingetroffen, von denen 9000 Maun Linien ⸗Infantern W“ Reiterei, und die übrigen National⸗Gardisten sind die sich . des Regenten als Freiwillige angeschlossen haben. In che n Heere Sachen kann es nicht die Absicht Espartero's sein 13 zu entsetzen, „von welcher er sich immer weiter nach Smnptstabt entfernt, während die Generale Aspiroz und Narvaez dn ihren Thoren stehen. Auf der anderen Seite ist 6s hm ba⸗ lich anzunehmen, daß Espartero vor dem Aufstande flieis⸗ und daß er an nichts anderes mehr denke, als einen Hafen 81 erreichen und sich nach dem Auslande, oder auch nach einer spani⸗ schen Kolonie einzuschiffen. Verzweifelte Espartero an der Halt⸗ barkeit seiner Sache, und wollte er auf deren weitere Vertheidigung

ist es aber, daß die Madrider Regierung mit ihren Aussichten auf militairische Hülfe zunächst hauptsächlich auf den General Zurbano angewiesen ist, welcher dem am 13ten in Guadalajara eingerückten General Narvaez in einer Entfernung von höchstens zwei Tage⸗ märschen folgt. Der General Aspiroz, der mit seiner 5 bis 6000 Mann starken Heerabtheilung nichts gegen Madrid zu unternehmen wagt, soll der Stadt angekündigt haben, daß er am 17ten, wo der Ge⸗ neral Narvaez natürlich längst zu ihm gestoßen sein wird, die Feindseligkeiten eröffnen werde, wenn sich die Stadt bis dahin nicht für den Aufstand erklärt habe. Abgesehen aber von den Hindernissen, welche die Dazwischenkunft des Generals Zurbano der Vollziehung dieser Drohung in den Weg legen kann, dürfte dieselbe schwerlich sehr ernst gemeint, sondern hauptsächlich wohl nur auf die Einschüchterung der Madrider berech⸗ net sein. Wenn die Insurgenten irgend hoffen und beabsichtigen, dem einzuführenden neuen Zustande der Dinge einige innere Kraft und Dauerbarkeit zu geben, so können sie nicht daran denken, die Haupt stadt des Landes durch eine Niederlage auf dem Schlachtfelde zur Unterwerfung zu zwingen. Eine neue Regierung, für welche die Ein wohner von Madrid Besiegte wären, an welcher die Einwohner von Madrid eine verlorene Schlacht, einen Sturm, ein Bombardement zu rächen hätten, eine solche Regierung würde niemals auch nur des folgenden Tages sicher sein.

Ueberdies würde der Ausgang eines Versuches der Waffenge⸗ walt gegen Madrid einigermaßen zweifelhaft sein. In der spanischen Hauptstadt stehen nicht weniger als 18,000 Mann National⸗Garden, theils aus Madrid selbst, theils aus der Umgegend unter den Waffen, denen es freilich an militairischer Erfahrung und an taktischen Eigen⸗ genschaften fehlt, denen die Insurgenten aber gleichfalls der Mehr zahl nach nur National⸗Gardisten entgegensetzen können. Ist der Geist der Madrider National⸗-Garde so, wie ihn die ministeriellen Blätter und die esparteristischen Correspondenzen schildern, so ist Madrid vollkommen im Stande, den General Aspiroz und Narvaez, auch nach ihrer Vereinigung, die Stirn zu bieten, und sie selbst, bei der Annäherung des Generals Zurbano in eine gefährliche Lage zu bringen. 8

Die barceloneser Blätter eifern sehr heftig gegen das von der Provinzial⸗Deputation, dem Ayuntamiento und den Offizieren der madrider National⸗Garde ausgegangene Manifest zu Gunsten Espar⸗ tero's und der bestehenden Ordnung der Dinge. Auch den Gouver— neur und die Besatzung von Monjuich werden von dem amtlichen Organe der provisorischen Regierung, dem Imparcial, wegen ihres fortdauernden Widerstandes neuerdings hart mitgenommen und be⸗ droht. Dasselbe Blatt sagt, daß die Besatzung des Schlosses von Seu d'Urgel den Belagerern eine Kapitulation angeboten habe, durch deren Annahme man ihnen freien Abzug gewährleistet haben würde, daß aber dieses Verlangen zurückgewiesen sei. Der Imparcial billigt durchaus diese Weigerung, er erklärt sogar, daß die Garnison von Seu d'Urgel gar keine Kapitulation verdiene, und es scheint nach seinen Worten, daß ihr ein schlimmes Loos vorbehalten ist, wenn der Mangel an Lebensmitteln sie zur Uebergabe auf Gnade und Ungnade zwingt. Am 13. rückten 3500 Mann National⸗ Gardisten aus Bar⸗ celona, um zu dem Operationsheere zu stoßen.

Portugal.

X Lissabon, 9. Juli. Die Abreise der hohen Gäste der Königl. Familie ist nun definitiv auf den 15ten d. festgesetzt, und das französische Dampfschiff „Pluton“ hat Befehl erhalten, für diesen Tag Alles zur deren Aufnahme in Bereitschaft zu setzen. Die Königl. Familie ist mit den fremden Herrschaften schon seit mehreren Tagen hierher zurückgekehrt, und wird jetzt auch hier bleiben im Palaste Necessidades bis nach der Entbindung der Königin, der man bis Ende dieses Monats entgegensieht. Vorgestern war große Cour am Hofe zur Feier des Jahrestages der Landung des Kaisers Dom Pedro mit seinen Waffengefährten auf portugisischem Boden.

Abermals ist von Rom aus die Bestätigung einiger von der Re⸗ gierung ernannten Bischöfe hier eingetroffen, nämlich der Bischöfe von Porto, Goa und Macao. Die betreffenden Dokumente wuͤrden dies⸗ mal durch einen eigenen Abgesandten Sr. Heiligkeit, nämlich einem Guardia nobile überbracht, der zugleich den Auftrag hatte, dem mit der Kardinals⸗-Würde geschmückten Erzbischof und Patriarchen von Lissabon den Kardinals Hut zu übergeben. Nur noch für einige wenige Bischofs⸗Sitze ist die Bestätigung noch zurück, wird aber unzweifelhaft erfolgen, so daß diese ganze Angelegenheit zur Zu friedenheit beider Theile dann bereiniget ist. 1

Noch immer ist die allgemeine Aufmerksamkeit begreiflicherweise mit Spannung auf die Entwickelung und den Ausgang der Dinge im Nachbarlande Spanien gerichtet. In der Gränz⸗Provinz Estre⸗ madura hat bis jetzt Badajoz, die Hauptstadt, sich für den Aufstand erklärt, aber nach Berichten, die über Elvas hier eingetroffen sind, scheint dort Spaltung zu herrschen. Während Merida, die zweitwich⸗ tigste Stadt Estremadura's, bisher noch der Regierung Espartero's treu geblieben ist, und die aus Badajoz entflohenen Behörden und den Theil der Truppen, welcher Fahnen⸗Eid treu sich bewährte, aufgenommen hat. Außerdem scheint das ganze platte Land um Ba⸗ dajoz herum ebenfalls nichts von der Insurrection hören zu wollen.

1121313““ Se. Majestät der Kaiser hat die

Nio Janeiro, 3. Mai. ie gin sabes ghar mit folgender Rede⸗

neue Session der gesetzgebenden Versammlung eröffnet: „Erlauchte und würdige Repräsentanten der Nation! Ich habe das Vergnügen, Ihnen anzuzeigen, daß die Vermählung Meiner geliebten Schwe⸗ ster, Donna Francisca, mit Sr. Königl. Hoheit dem Prinzen von Join ville, am 1. Mai in dieser Hauptstadt gefeiert worden ist. Ich habe meine Einwilligung zu dieser Verbindung mit um so größerer Freude gegeben, als Ich fest überzeugt bin, daß sie die Bande der Freundschaft, die Frankreich und Brasilien mit einander verknüpfen, noch unauflöslicher machen wird. „Meine Beziehungen zu den fremden Mächten sind fortdauernd die fried⸗

lichsten und freundschaftlichsten. Die bedeutenden Ereignisse, welche in eini⸗ gen Nachbar⸗Republiken stattgefunden haben, veranlaßten Meine Regierung, einige Vorsichts⸗Maßregeln zu ergreifen, um die Interessen unseres Landes zu wahren.

„Ich fühle Mich bewogen, mit großem Lobe der Tapferkeit der Trup⸗ pen zu gedenken, welche zur Wiederherstellung der Ordnung in der Provinz Rio Grande do Sul thaͤtig gewesen sind. Ihr Muth und die Ergreifung von Maßregeln, deren Ausführung die Regierung sichern wird, führien zu dem gewünschten Resultat, nämlich zur Befestigung der Ruhe in der ge⸗ dachten Provinz.

Angekommene Fremde.

British Hotel. Se. Excellenz, Baron Carl von Prittwitz, General⸗ Major in der Suite Sr. Majestät des Kaisers von Rußland, nebst Familie, aus Petersburg.

Hotel de Prusse. Graf von Zedlitz⸗ Trützschler, Königl. Landrath, aus Freienwalde.

Meinhardts Hotel. Ober⸗Forstmeister Smalian, aus Stralsund.

Hotel de Rome. Windham, Esg. englischer Garde⸗Capitain, nebst Familie, aus London; Sommerville, englischer Edelmann, ebendaher. Ritter von Ronchivecchi, Primus aus Plorenz. Smoliak, Kaiserl. russischer General⸗Major, nebst Familie, aus Warschau. 1

Hotel du Nord. Hoffmann, Direktor des Rigaer Stadt⸗Theaters,

Laddey, Ober⸗Regisseur daselbst, aus Riga. Baron von Bendee⸗ leben⸗Uckermann, aus Sondershausen.

Hotel de Russie. Freiherr de Geer, aus Stockholm. 8

Kaiser von Rußland. Königl. Hof⸗Kapellmeister Lübeck, nebst Fa⸗ milie, aus dem Haag. 8 n

In Privathäusern. Justizrath Schulz, aus Potsdam, nebst C emah⸗ lin, Krausenstr. Nr. 43 bei Wittwe Süß. Land; und Stadtgerichts⸗ Rath Schlüter, aus Burg, Oranienburgerstr. Nr. 37 bei Schlüter.

Frau von RNohr nebst Fräulein Tochter, aus Tramnitz, Wallstr. Nr. 806

bei von Rohr. Frau von Corwandt, aus Kanzow, Schützenstr. Nr. 54 u. 55 bei Findeisen.

Metrorologische Beobachtungen.

Nach einmaliger

Abends 10 Uhr.

1843. 21. Juli.

Nachmittags 2 Uhr.

Morgens 6 Uhr.

7

Beobachtung.

Luftdruck.... 338, 12 Pst. 330,2“ Par. 336,12 Par. Quellwärme L,gns H. Luftwärme . . . + 12,19 R. + 1419 R. + 1öl- R. Flusswärme 1409 R. Thaupunkt . . . + RK. + R. + R. Bodenwärme R. Dunstsättigung pcCt. peCt. pCt. Wetter bedeckt. bedeckt. bhalbbedeckt. Wind W. NW. NWN. Wolkenzug. .. W. NW. WN. Tagesmittel: 331,52 Par. + —8 h. + R.. peCt. öLDEEE111“““ Den 25. Juli 1843.

Pr. Cour.

Brief.]Geld.

Ausdünstung Rh. Niederschlag Rh. Wärmewechsel R.

p 8 G Pr. Cour.

Kctien. 8 3

Brief. Geld. [Gem.

Fonds. 8 V

St. Schuld-Sch. 3 ½ 104 103 Pr. Engl. 0bl. 30. 4 103 I ö1“

Brl. Pots. Eisenb. 5

do. do. Prior. Obl. 4

Mgd. Lpz. Eisenb.

do. do. Prior. Obl. 4 104 Brl. Anh. Eisenb. 149 ½ do. do. Prior. 0l. 4 Düss. Elb. Eisenb. 5

do. do. Prior. Obl.

Rhein. Eisenb. do. do. Prior. O bl. Brl. Frankf. Eisb. do. do. Prior. O0bl. Ober-Schlesische

Präm Sch. d. Sech. Kur- u. Neumärk. Schuldverschr. 101 ½ Berl. Stadt-Obl. 3 ½ 103 ¼ Danz. do. in Trh. 48 Westpr. Pfaudbr. 3 ½ 102V⁄¾4 Grossh. Pos. do. 4 Ostpr. Pfandbr. 3 Pomm. do. 3 ½ 103 ¼ 103 ¼ 102½ b

Kur- u. Neum. 40. 3 ½ Schlesische do-. 3 ½ Eisenbahn.

Brl.-Stet. E. ELt. A. do. do. Lt. B.

abge-

Gold al marco. V 1 3 2 4 0. Friedrichsd'or. 13 72 13 ¼12½ 8 8 *do. 8 And. Gldm. à 5 Th. 11 11 96 3

Disconto.

1 stempelte.

Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr. Brief. Geld.

141 ½

867E

Amsterdam 250 Fl. do. —. 250 Fl. IHIamburg . 300 Mhk. do. 300 Mk. 2 Mt. London 1 LSt. 3 Mt. 300 Pr. 2 Mt. 876 E Jl, .ZZZ“ 150 Pl. 2 Mt. Augsburg 1680 FI. 2 Mt. Breslau 100 Thlr. ½ Mt. 109 Te . 2 Mt. 10DU 100 SRbl. 3 woch.

2 Mt.

Kurz V Kurz

Leipzig in Courant im I14 Thl. Fuss. .

Frankfurt à2. M. Petersburg

Auswärtige Börsen.

A msterdam, 21. Juli. Niederl. wirll. Sch. 53 ½. 5 % do. 100 ¼ Kanz-Bill. —. 5 % Span. 18 96. 3 % do. 261%%. Ausg. —. Ziusl. Preuss. Präm. Sch. -—., Pol. —. Oesterr. 109 ¼. 4 % Russ. Hope 89 ⅞.

Antwerpen, 20. Juli. Zinsl. 5. Neue Aul. 18.

London, 19 Jali. Cons. 3 % 93 . Belg. Neue Anl. 18 ¾¼. Pas Ausg. Sch. 10 ½¼. 2 ½1 % IIoll. 53 ½. 5 % 100 ½. 5 % Port. 8 3 % Engl. Russ. —. Bras. 78. Chil Columb. 23 ¼. Mex. 29 ½. Peru 16.

Paris, 20. Juli. 5 % Rente fin cour. 121. 85. 3 % Rente fin cour. 80. 35 5 % Neapl. au compt. 106. 40. 5 % Span. Kente 27. 5

Wien, 20. Joli. 5 % Met. 110 %. 4 % Actien 1626. Anl. de 1834 142 ½¼. de 1839 111 ¼.

Königliche Schauspiele.

Mittwoch, 26. Juli. Im Schauspielhause: Mirandolina, Lustspiel in 3 Abth., nach Goldoni, von C. Blum. Hierauf: Pas de deux, ausgeführt von Dlle. Nielsen und Herrn Lefebvre, vom Königl. Theater zu Kopenhagen. Dann: Das Solo⸗Lustspiel, in 3 Akten, von G. M. Saphir. Personen: Dlle. Stich. Zum Schluß: II Jaleo de Xeres, ausgeführt von Mad. Brue. Und: Pas de deux, aus-⸗ geführt von Dlle. Nielsen

und Herrn Lefebvre. Donnerstag, 27. Juli D Donnerstag, 27. ZJuli.

Im Schauspielhause: Der Freischütz. Marhktpreise vom Getraide. Berlin, den 24. Juli 1843.

Pasg. —.

sive 4 ½.

Pass. 4 ¾.

101. 3 % 76 ½¼. Bank-

Zu Lande: 9

1 Rähl. 17egr, auch 1 Rthlr. 16 Sgr.; Hafer 1 Rthlr. 3 Sgr. 9 Pf.⸗, 9 ö. 8 3 1 öler er, Weizen (weißer) 2 Rthlr. 10 Sgr., auch 2 Rthlr. 7 Sgr. auch 1 Rthlr. 16 Sgr. 3 Pf.; kleine Gerste 1 Rthlr. 5 Sgr.; Hafer 1 Rthlr. 3 Sgr. 9 Pf., auch 1 Rthlr.; Erbsen 1 Rthlr. 18 Sgr. 9 Pf., auch 1 Rthlr. 17 Sgr. 6 Pf. (schlechte Sorte.) Sonnabend, den 22. Juli 1843.

Das Schock Stroh 9 Rthlr. 15 Sgr., auch 8 Rthlr. 15 Sgr. Der

Centner Heu 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf., auch 20 Sgr.

Verantwortlicher Redacleur Dr. J. W. Zinkeisen. Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei. Beilage

von Pachelbl, Ober-⸗Forstmeisterin, aus Potsdam.

das Vordergebäude des Grünzeug⸗Händlers Hirt und gleichzeitig auch das vorspringende Dach des neuen Fiedlerschen Vorderhauses, welches jedoch mit Mühe gelöscht wurde. Vorder⸗ und Hintergebäude des Hirt brannten aber nieder oder stürzten wegen ihrer leichten Bauart bald zusammen. Das Feuer ist wahrscheinlich von boshafter Hand angelegt worden, dafür sprechen nicht allein die Beweise, daß es zu gleich an zwei Stellen brannte, sondern auch mehrere vor einiger Zeit dem Zimmermeister Fiedler zugekommene Brandbriefe, deshalb hat sich auch die hiesige Königliche Regierung veranlaßt gesehen, für die Er⸗ mittelung des Brandstifters eine Prämie von funfzig Reichsthalern auszusetzen.

* Halle, 22. Juli. Unsere Stadt gewinnt durch Neubauten, welche theils von den Behörden, theils von Privatleuten ausgeführt werden, ein immer freundlicheres Ansehen. Durch den Neubau des

wie er in manchen Gegenden des Ober =Rheins sich zeigte haben außer der günstigen Veränderung des Wetters die Oeff nung der Königlichen Magazine und die Zufuhren des Ostsee ⸗Ge⸗ traides im drängenden Momente wesentlich beigetragen. Hinsicht mußte die Provinz zu besonderem Dank dem Herrn Ober Präsidenten auch dadurch sich verpflichtet fühlen, daß er in Betrach der Wichtigkeit einer augenblicklichen Hülfe der hiesigen Dampf Schlepp⸗Schifffahrts⸗Gesellschaft gestattete, ihre unterbrochenen Fahr⸗ ten sofort wieder zu beginnen, um die in Holland bereitliegenden Getraide-Vorräthe schleunigst einzuführen. Es war nämlich kur

die im Auslande gebaut und in ihrer Einrichtung den Sicherheits

den, von der Regierung im Interesse der öffentlichen Sicherheit unter sagt worden.

In letzterer

vorher der genannten Gesellschaft die Benutzung dreier Schleppschiffe, Vorschriften unseres Gouvernements nicht entsprechend befunden wur⸗

Die interimistische Aufhebung dieses Verbotes erschien

gefallen lasse und in Gefahr sei, Urtheil und Geschmack sich abzustumpfen.

Weizen 2 Rthlr. 1 Sgr. 3 Pf., auch 2 Rthlr.; Roggen

Demonstrationen und übertriebenen Beifallsspenden, die der Mittelmäßigkeit

aus den Mitteln der halleschen Kaufmannschaft aufgeführten Packho⸗

fes hat der Handel und der Verkehr auf der Saale sehr an Leben digkeit gewonnen, so wie auf einer anderen Seite der Stadt die An lage des Bahnhofes der Magdeburg-⸗Leipziger Eisenbahn und die ne⸗ ben demselben bereits erbauten oder noch im Bau begriffenen Pri vathäuser und Gasthöfe den finsteren Anblick, welchen Halle auf dieser Seite darbot, in ein Bild vagen Treibens verwandelt haben. Von besonderer Wichtigkeit ist für die Stadt und das merkantilische Ge⸗ schäft der Neubau der hohen Brücke, der auf Königliche Kosten ge⸗ schieht, und dessen Vollendung, da nur noch zwei Joche fehlen, man vielleicht im nächsten Jahre entgegensehen kann. Zugleich läßt die Stadt die beiden Brücken in der Nikolaus⸗Vorstadt mit großen Ko⸗ sten neu herstellen. Dadurch wird nicht allein eine bedeutende Anzahl von Arbeitern sortwährend beschäftigt, sondern die Stadt erhält auch neue, durch Solidität und gutes Aussehen ausgezeichnete Brücken. Eben so nützlich als schön ist die neue Promenade, durch welche das Steinthor und Ulrichsthor mit einander verbunden sind und die we gen ihrer reichen Laubgänge und der geschmackvollen öffentlichen Ge⸗ bäude und Privathäuser, welche sie umgeben, fleißig besucht wird, so daß der längst gefühlte Mangel eines Spazierganges in der Stadt vollkommen ersetzt worden ist. Jetzt hat auch die Ausfüllung und Planirung des alten Stadtgrabens, der früher die Stadt Halle von der Vorstadt Glaucha trennte, ihren Anfang genommen, wodurch die Bequemlichkeit des städtischen Verkehrs bedeutend zunehmen und die Umgebung der Frankeschen Stiftungen eine große Verschönerung er⸗ halten wird. Was noch sonst von der so thätigen städtischen Be⸗ hörde für Ordnung und Reinlichkeit auf den Straßen und für bessere Einrichtung öffentlicher Anstalten, unter denen hier nur der Stadt⸗ kirchhof und das städtische Hospital genannt sein sollen, geschehen ist, verdient die größte Anerkennung, da es nur durch die einsichtige Ver⸗ wendung der Einkünfte einer nicht reichen Stadt geschehen konnte, über welche der Magistrat den Bürgern von Halle die näheren De⸗ tails in dem dasigen Patriotischen Wochenblatte mitzutheilen nicht Anstand genommen hat.

Einem so löblichen Bestreben haben daher Privat⸗Personen und Haus⸗Eigenthümer durch frischere Farben und bessere Ausstattung ihrer Wohnungen, wo es nur immer thunlich war, entsprochen, es sind Straßen und Plätze in Aufnahme gekommen, die in früheren Zeiten fast verödet oder doch wenig angebaut waren, der Verkehr hat sich manchen, sonst stillen Gegenden im erhöhten Grade zugewendet, wie z. B. dem durch die neue Zuckersiederei belebten Theile von Glaucha, und selbst wo noch eine gewisse Indolenz oder ein zu zähes Hängen am Alten zeitgemäßen Verschönerungen widerstrebt, da läßt sich von der Zeit eine wohlthätige Veränderung erwarten.

* Köln, 20. Juli. Obgleich man in der hiesigen Gegend bereits mitten in der Aerndte begriffen ist, und die ungewöhnliche

aber um so zulässiger, als die preußischerseits bestehenden Vorschriften in Betreff der Einrichtungen der Dampfmaschinen auf den Schiffen eine Vorsicht gebieten, die, wie man nach den heutigen Erfahrungen allge mein der Ansicht ist, das erforderliche Maß übersteigen dürfte. So hat z. B. das Schleppschiff „Overstolz“, welches bei den vor seiner Ueber nahme angestellten Versuchen die Probe eines Drucks von 18 Atmo sphären bestanden hat, bei seinen ordentlichen Fahrten aber nur eines Drucks von 6 sich bedient, nach jenen Vorschriften nicht die Befug niß, mit mehr als dem Drucke von 4 Atmosphären zu fahren. Dazu kommt, daß einem Ausländer, da er diesen Vorschriften nicht unten worfen ist, ohnehin der ungehinderte Gebrauch dieser Schiffe auf dem Rhein würde freigestanden haben. Auch ist unterdessen vom Ministerium für die genannten Schiffe die Erlaubniß eingegangen, unter der Bedingung, daß sie die Zahl der Sicherheits⸗Ventile vermehren, V ihre Fahrten zur Beförderung jeder Art von Gütern bis auf weitere G

Verfügung fortzusetzen.

Münster, 22. Juli. Aus dem Regierungs⸗Bezirke Arnsberg wird in Bezug auf öffentlichen Wohlstand und Gewerbe⸗Betrieb be⸗ richtet: Da bei den hohen Getraidepreisen die vorjährige Production den Bedarf nicht deckt, da ferner die Eisen⸗-Production gelähmt ist, auch nur wenige erhebliche Fabrications⸗Zweige günstige Konjunktu ren haben, so scheint mindestens ein Stillstand im Fortschreiten des Wohlstandes eingetreten zu sein. Die ärmere Klasse kann bei den ungewöhnlich hohen Brodpreisen kaum durch Tagelohn den nöthigen Bedarf erschwingen. Namentlich steigt die Armuth der Landleute in den Bezirken Medebach, Hallenberg und Liesen des Kreises Bri lon, trotz der gewährten Unterstützungen. Der Hütten⸗Betrieb auf allen Hütten des Kreises Olpe ist eingestellt.

en.

Blayern. München, 19. Juli. (A. Z.) In der heutigen Sitzung der Kammer der Abgeordneten erstattete zuerst der erste Se⸗ cretair, Freiherr von Thon Dittmer, im Auftrag des fünften Aus schusses, Vortrag über eine schon vor längerer ZJeit, und zwar wieder holt an die Stände des Reichs gebrachte Beschwerde des vormaligen Gastwirths Löwensteiner zu Straubing, wegen Verletzung verfassungs mäßiger Rechte durch Entziehung des ihm verliehenen Bürgerrechts

in Straubing, so wie durch seine Verweisung aus jener Stadt. Referent begutachtete die Beschwerde als formell und materiell begründet, und dieselbe wird demnach zu seiner Zeit Gegenstand der Berathung in der Kammer werden. Dann wurde die gestern ausgesetzte Berathung über die Ausgabe Budgets⸗Positionen wieder aufgenommen. Es kam

haben. 1

„anderer Nebenflüsse der Donau, hingewiesen wurde. Zu §. 8, „be⸗ sondere Leistungen des Aerars an die Gemeinden“, mit 114,695 Fl., war vom Ausschuß zwar Anerkennung, aber zugleich auch folgender Antrag begutachtet worden. „Es möge a) der Beitrag zu den Kosten der Polizei⸗Verwaltung in größeren Städten im Budget der fünften t. Finanz⸗Periode pro 80,000 Fl. um 20,000 Fl. erhöht, und b) dieser

Mehrbetrag denjenigen Städten zugewendet werden, deren Vermögens⸗

kräfte desfalls besondere Berücksichtigung erheischen.“ Die ursprüngliche i Position wurde einstimmig, der Ausschuß⸗-Antrag mit überwiegender 3 Stimmen⸗Mehrheit angenommen. Auch §. 9, „Steuer⸗Kataster⸗Etat“ mit 600,000 Fl., und §. 10, „Münz⸗Anstalts⸗Etat“ mit 13,600 Fl., wurde darauf noch angenommen, jedoch zugleich mit einem von dem Abgeordneten Bestelmeyer eingebrachten besonderen Antrag auf Er⸗ zielung eines gemeinsamen Gold⸗Münzfußes für die Zoll⸗Vereins⸗ staäaten, den nachzutragen wir uns vorbehalten.

Herzogthum Holstein. Atlona, 22. Juli. (A. M.) Die Enthalsamkeitssache hat in unseren Gegenden in der letzten Zeit bedeutende Fortschritte gemacht und wird immer mehr Volkssache. In Hamburg, wo die günstige Wirkung des Vereins schon auf Bau⸗ plätzen ꝛc. sich zeigen soll, zählt er bereits an 2100 Mitglieder, zer⸗ fällt nach den Distrikten des Bürger⸗Militairs in Unterabtheilungen und hält General-, Distrikts⸗ und Assistenten⸗Versammlungen. Nach⸗ dem in Bremen zuerst nach amerikanischem Beispiel der Versuch gemacht, sind nun auch in Hamburg mehrere Kauffahrteischiffe, nach Amerika bestimmt, ausgerüstet worden, die keinen Branntwein zum Trinken an Bord haben und wo den Matrosen eine größere Portion nahrhafter Speisen statt der sonst üblichen Rationen Rum gereicht wird. Ob solche Mäßigkeitsschiffe, wie man dies den amerikanischen nachrühmt, für eine geringere Summe versichert werden können, muß die Erfahrung lehren. Hier in Altona, wo sich gleichfalls ein Mäßigkeits Verein bildet, ist der interessante Fall vorgekommen, daß ein Schiff ein Paar Gebinde Branntwein zurückgebracht, weil, nach der Aussage des Capitains, 3 Matrosen auf demselben gewesen, die keinen Branntwein getrunken und auch ihre Kameraden davon abgebracht Der Hamburger Verein erstreckt seine Wirksamkeit auch schon in die nähere und weitere Umgegend, und nicht blos auf das Gebiet der Stadt. So hat sich bereits vor längerer Zeit ein Filialverein desselben in dem benachbarten Holsteinischen Fabrik⸗Flecken Wandsbeck gebildet, dessen günstige Wirkungen auf die Leute im Ort den Baron von Krüdener, der dort auf dem Schlosse wohnt, bewogen hat, dem Hamburger Verein 100 Species, in Begleitung eines freundlichen Schreibens, zur Förderung seiner Zwecke unaufgefordert zuzuschicken. Weiter in Holstein bilden sich immer mehr selbstständige Vereine, deren einige schon einen höchst wohlthätigen Einfluß auf ihre Um⸗ gebung ausüben. Zur Anregung und weiteren Verbreitung der Sache im Lande hat der Redakteur der Hamburger Mäßigkeitsblätter,

Biüttner, der früher auch in Amerika gewesen und eine Fortsetzung

der Bairdschen Geschichte der nordamerikanischen Gesellschaften bis zum Jahre 1842 herausgegeben, vor einiger Zeit, mit Schriften ꝛc. versehen, eine Rundreise gemacht und diese bis ins Schleswigsche ausgedehnt. Merkwürdig ist der Um stand, daß, wie bestimmt behauptet wird, auf der Insel Föhr von den Eingeborenen bis vor wenigen Jahren gar kein Branntwein ge trunken worden ist, und erst mit der Errichtung des Bades diese Un⸗ sitte dort aufgekommen sein soll, und noch merkwürdiger der Fall, daß

Mäßigkeits⸗

die Bauern eines kleinen. Dorfes bei Mölln in Lauenburg sich angeb⸗

*) Eines der vorgestern angegebenen Abstimmungs⸗Resultate ist dahin zu berichtigen, daß der von dem Abgeordneten Apotheker Wolf eingebrachte Antrag, in Bezug auf Blutegelzucht, von der Kammer nicht angenommen, sondern verworfen wurde.

Königliche Oper. Mad. Viardot⸗Garcia.

Während in früherer Zeit das Theaterpublikum von Berlin in dem Rufe stand, daß es mehr kritisire, als dem Genuß sich hingebe, hat man m neuerlich wohl den Vorwurf gemacht, daß es alle Mittelmäßigkeit sich

Aber es geschieht häufig, daß man einen Theil irrig für das Ganze nimmt; solche partielle Richtungen können zwar zuweilen für eine Zeit lang ton ugebend werden, doch in entscheidenden Momenten tritt doch immer, wo ZHan einer tüchtigen Grundlage allgemein verbreiteter Bildung nicht fehlt, er gesunde, unbefangene Sinn in seiner ganzen Macht hervor. Und so at weder Tadelsucht und Mäkelei jemals in unserem Publikum den En husiasmus für wahre Schönheit und Größe zu unterdrücken vermocht, noch st es dem anderen Ertrem, dem übertreibenden, forcirten Applaus bei nur jittelmäßigen Leistungen, möglich geworden, den Unterschied in der Wür⸗ igung der Talente und in den äußeren Zeichen des empfangenen Eindrucks un verwischen. Die echte Begeisterung spricht sich unverkennbar aus, so oft och eine hohe, würdige Erscheinung auf der Bühne an uns vorübergeht, im Schauspiel sowohl wie in der Oper. Sie ist sehr wohl zu unterschei den von dem lautesten Ausbruch eines hohlen oder künstlich hervorgerufe en Beifalls. Das tiefe, innerliche Ergriffensein malt sich auf ganz andere Leise als jene äußere Affectation, in welcher Darstellende und Zuschauer nit einander kokettiren und sich gegenseitig in tours de force überbieten. Venn eine Crelinger alle Tiefen und Höhen der Leidenschaft im schönsten thothmus des inneren und äußeren Ausdrucks durchmißt, wenn eine Wolff die Anmuth feiner Sitte, die Innigkeit eines bürgerlich⸗gemüthlichen Still⸗ lebens oder die Launen und Eitelkeiten des weiblichen Herzens vor uns ent faltet, da zeigt sich noch immer die lebhafteste Bewegung unter den Zu schauern, da bricht zuletzt jener unwillkürliche, nicht vorbereitete Beifall mächtig aus, dessen Laute die wahre Begeisterung, aus welcher sie hervor gehen, sehr wohl erkennen lassen. Solche Aeußerungen eines reinen Kunst Enthusiasmus gaben sich ebenfalls kund, als vor kurzem eine Schröder⸗ Oevrient, eine Hasselt Barth durch ihren dramatischen Gesang, die Eine mehr als Meisterin des geistigen Ausdrucks, die Andere vorzüglich in der Technik des Vortrags ausgezeichnet, unserer Oper für einige Zeit einen heren Glanz verliehen. Und so hat auch jetzt wieder eine große Künstlerin, welche die höchste Gesangs⸗Virtuosität mit aller Wahrheit des Darstellungs Talents in musikalischer Verkörperung des Seelenlebens und im dramati schen Spiel vereinigt, Mad. Viardot⸗Garcia, sogleich eine so bedeu tende Sensation in der zahlreichen Versammlung erregt, welche zu ihrem ersten Erscheinen auf der hiesigen Bühne sich eingefunden hatte, daß man nicht verkennen konnte, wie lebhaft noch Lauterkeit des Geschmacks in unserem Theater Publikum vorherrsche, welche Empfänglichkeit es sich für wahrhafte künstlerische Vollendung bewahrt hat, und wie unterscheidend sich in seiner Mitte das Entzücken und die Bewunderung ausdrücken, welche nur der Kunst und dem Genius gelten, im Vergleich gegen jene vorlauten

und der Koketterie entgegenkommen. Die Wirkung, welche Mad. Viardot Garcia mit ihren Kunstleistungen überall ausgeübt, in Berlin wie in Wien, kann unseren Theater⸗ Directionen als ein neuer Beweis dienen, wie die Sorge für edelste Unterhaltung und für Befriedigung der höchsten geistigen Ansprüche, die inmitten eines Publikums sich kundgeben, stets auch dem öko nomischen Interesse am besten entspricht.

Wo uns das Vollendete in der Kunst so ganz und unfehlbar entgegen tritt, wie in dem Gesange und dramatischen Ausdruck der Mad. Viardot⸗ Garcia, da wäre es eine Störung des Genusses, in eine weitläuftige Ana lvse der einzelnen Schönheiten einzugehen, von denen hier keine um ihres eigenen Glanzes willen kultivirt ist, sondern nur als Mittel für den Zweck des Ganzen, für die Production eines lebendigen, wahren und edlen Kunst⸗ werks, dienen muß. Jede Schilderung könnte nur die außerordentliche Be gabung mit der einen und anderen Anlage bezeichnen, mit kernigem Fonds und schönem vollen Klang der Stimme durch drittehalb Oktaven, mit leb haftester Empfindung für die mannigfachsten und feinsten Nüancen des musikalischen Ausdrucks, mit dem entschiedensten plastischen Talent als Sän gerin wie als Darstellerin, oder die hohe Fertigkeit in dieser und jener Vir⸗ tüosität, in der reinen, leichten und präzisen Intonation, in der unüber⸗ trefflichen Ausgleichung der verschiedenen Stimm⸗Register, selbst bei den kühnsten, schnell auf einander folgenden Sprüngen aus der Tiefe in die Höhe und umgekehrt, in der weichsten Verschmelzung aller Tinten, in der saubersten Eleganz der Passagen und Koloraturen, in denen uns so viel neue, reizende Wendungen überraschen, und Anderes mehr, dessen Aufzählung immer ein todtes Aggregat von Eigenschaften bleiben und keine Ahnung von der lebensvollen organischen Einheit und wirkenden Kraft der aus ihrer Gesammtheit entstehenden Gebilde geben. Diese Einheit aber ist es vor Allem, was die Beurtheilung an den Lei stungen dieser Sängerin hervorzuheben und zur Nacheiferung anzuempfehlen hat. Auch bei großer Meisterschaft im Einzelnen wird es selten einer Künst lerin gelingen, das Einzelne so dem Ganzen unterzuordnen, so darin auf gehen zu lassen, daß uns ihre Production in einer Totalität entgegentritt, als wäre sie so eben ganz fertig und frisch wie Athene aus dem Haupte des Zeus entsprossen.

In allen Gattungen des Gesanges, im dramatischen und brillanten, im tragischen und komischen, im erhabenen und leichten Styl, überall ent⸗ faltet Mad. Viardot dieselbe Einheit im Auffassen und Wiedergeben, den selben hochgebildeten Geschmack und schaffenden Geist im Vortrage. Lieder und Arien von verschiedenstem Charakter, italienische, spanische, französische und deutsche, hörten wir schon bei ihrer ersten Anwesenheit in Berlin vor fünf Jahren, als die Sängerin mit ihrer Mutter, die selbst einst eine aus gezeichnete Künstlerin und fast die alleinige Lehrerin der Tochter war, und mit ihrem Schwager Beriot eine Reise durch Deutschland machte, so vor trefflich von ihr ausführen, daß man ihrer dramatisch⸗musikalischen Laufbahn, selbst nach der ihrer unvergleichlichen Schwester, der Malibran, den bedeu⸗ tendsten Erfolg vorhersagen konnte. Und in kurzer Zeit hat sie eine Höhe erreicht, die in diesem Augenblick vielleicht keine lebende Sängerin mit ihr theilt, wenigstens nicht in der Vielseitigkeit und Totalität zugleich,

wozu Pauline Viardot Garcia ihren Gesang ausgeprägt und gestaltet hat. Welcher Muthwille, welche schelmische Laune spru⸗ deln in den leichten und graziösen Stimm⸗Evolutionen ihrer Rosine im „Barbier von Sevilla“, und mit welcher tragischen Größe weiß sie dagegen die rollenden Gänge zu durchdringen, welche Desdemona in Rossini's „Othello“ der eifersüchtigen Wuth ihres Gatten entgegenschmettert, und deren brillante Verkettung und Ausdehnung in solcher Situation als Bom⸗ bast und Unnatur erscheinen müssen, wenn sie nicht mit so hinreißender Ge⸗ walt, als Ausdruck höchster Entrüstung, wie zuckendes Wetterleuchten her

vorblizen. Immer überhaupt sind Passagen und Verzierungen in ihrem Gesange so geistig belebt, so reich nüancirt und in diesen mannigfachen Schattirungen doch so der Grundfarbe des darzustellenden Charakters ange

messen, daß sie nie als bloßes Beiwerk, sondern ebenfalls als ein nothwen⸗ diger Bestandtheil des Ganzen erscheinen. Einer gehaltvollen, gediegenen Melo⸗ die aber, in der sich tiefe Empfindung malt, wie in der Romanze: Assisa a pié d'un salice, oder in dem Gebet: Deh calma, oh ciel, nel sonno, läßt die Sängerin durch einfachen, edlen Vortrag, begünstigt von voll und rein ausklingendem Portament der Stimme, ihr ganzes Recht widerfahren.

Daß Mad. Viardot⸗Garcia von früh an eine gründliche musikalische Bildung erhalten, leuchtet aus der Sicherheit hervor, mit welcher sie auch die schwierigsten Leistungen beherrscht. Sie gehört einer Familie an, welche unter den Musikern einen alten bewährten Namen hat. Was in der deut⸗ schen Schauspielkunst die Schröder's und Devrient's, das waren in der ro manischen Gesangskunst die Garcia's. Sinn, Anlagen und Fertigkeiten

vererbten sich in dieser Familie von Generation zu Generation und ver⸗

breiteten sich über alle Familienglieder. der Malibran war zu seiner Zeit der berühmteste Bühnen Italiens, Spaniens und Frankreichs.

nischer Herkunft. Oper unternommen, verließ aber beim Ausbruch einer Revolution dieses Land, als Pauline Garcia ihr achtes Jahr erreicht hatte. hatte ihre Triumphe nächst ihrem eigenen Genius besonders der strengen

Der Vater unserer Sängerin und Don Giovanni auf den Pauline Garcia, die jüngere Beide Aeltern waren spa⸗

Schwester der Malibran, ist in Paris geboren. auch in Mexiko eine

Der Vater hatte eine Zeit lang Die Malibran Aber auch die Mutter war,

Schule des Vaters zu verdanken. wie schon

oben erwähnt, eine tüchtige Lehrmeisterin und übernahm den Gesangsunter⸗ richt der anderen Tochter, da der Vater deren Heraublühen nicht mehr er⸗ lebte. An der berühmten Schwester, welche leider von einem so frühen Tode ereilt wurde, hatte Pauline Garcia das glänzendste Muster vor Au⸗ gen, dem sie ohne Zweifel sehr viel verdankt. frühzeitig mannigfaltige Talente. tern erwähnt, daß die Sängerin zugleich eine ausgezeichnete Pianistin ist, daß sie ein nicht geringes Compositions⸗Talent und in Sprachen eine große Fertigkeit besitzt. G sehr glückliche Anlage, während ihr Gatte, Herr Viardot, in diesen zu den gelehrten Kennern gehört ein interessantes Werk über die Malerei und die Spaniens geschrieben hat.

Da die Künstlerin das

Aber auch in ihr keimten Es wurde schon neulich in diesen Blät Außerdem hat sie auch für die zeichnenden Künste eine

und unter vielen anderen literarischen Arbeiten Gemälde⸗Sammlungen

Deutsche sehr korrekt und beutlich spricht