1843 / 53 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

scheinen lasse. Wenn der Antragsteller die hohe Zoll⸗Ein⸗ nahme für Getraide der Regierung in Anrechnung bringe, so dürfe er nicht den Ausfall dafür in der Malz⸗Accise übergehen; die Regierung habe jene vorbereitet, um ein Aequivalent für den Verlust der letzteren zu haben. Nachdem der Herzog die in der Resolution Lord Monteagle's behauptete Vergrößerung der fundirten Schuld be⸗ stritten, und die Bilanz der Einnahme und Ausgabe der Schatzkam⸗ mer versichert, drückte er zum Schlusse sein ungeschwächtes Vertrauen zu den Hülfsquellen des Landes aus und forderte das Haus zur Verwerfung der gestellten Anträge auf.

Lord Brougham trat entschieden auf die Seite der Regie⸗ rung, wies die Besorgnisse Lord Monteagle's als Chimäre zurück und gerieth bald in einen heftigen Wortkampf mit dem letzteren, der ihm auf den Vorwurf der Parteilichkeit zu verstehen gab, daß er (Lord Monteagle) nicht wie Lord Brougham seine Partei und seine frühe⸗ ren Freunde verlasse, und seine einmal angenommenen Grundsätze ändere. Die Anträge wurden darauf verworfen, und das Haus ver⸗

been sich.

b. Unterhaus. Sitzung vom 14. Au gust. Ehe die Haupt⸗ Debatte sich heute über den Antrag entspann, die vor kurzem vom Kriegs⸗Minister Sir Henry Hardinge eingebrachte Bill über die Bewaffnung der pensionirten Invaliden zur Aufrechterhaltung der Ruhe in den Ausschuß des Hauses zu bringen, richtete Herr Cobden an den Premier⸗Minister die Frage, ob die Gerüchte von der Wie⸗ deraufnahme der Unterhandlungen zu einem Handels⸗Traktate mit Portugal durch den gegenwärtig hier anwesenden Her⸗ zog von Palmella wiederaufgenommen werden sollten. Sir Robert Peel antwortete, daß er keine amtliche Anzeige darüber erhalten habe und was die Regierung anbetreffe, so wären von ihrer Seite die Unterhandlungen abgebrochen worden; aber er glaube dennoch Grund zu haben, die Gerüchte nicht für unwahr— scheinlich zu halten. Gegen den erwähnten Antrag des Kriegs⸗Mi⸗ nisters erhoben sich alsdann, wie man erwarten konnte, besonders die Radikalen. Herr Duncombe und Herr Williams verwarfen die Bill unter allen Umständen, hielten sie für eine Verletzung der Con⸗ stitution und nannten sie eine halsabschneidende Maßregel (cut. throat measure). Die Versicherung des Ministers, daß von

den 75,000 pensionirten Soldaten nur 10,000 bewaffnet wer⸗ den sollten, und zwar in England 5000, in Schottland 2000 und in Irland 3000, beruhigte die Gegner der Bill über die Verletzung der Verfassung keinesweges, und Herr Williams machte bemerklich, daß ein allgemeiner Aufstand herbeigeführt werden müßte, wenn das durch das größte Elend gedrückte Volk zur Einsicht käme, daß man nichts anderes für dasselbe habe als rohe Gewalt. Sir Henry Hardinge wiederholte, daß es sich nur um Sicher⸗ stellung der Fabrik⸗Distrikte handeln und dieser Zweck voll⸗ ständiger erreicht werde, wenn man die Veteranen, die man auch im vorigen Jahre als Spezial⸗Konstabler aber unter Leitung der Polizei in den Unruhen gebraucht habe, jetzt unter ihre eigenen Offiziere, an deren Kommando sie gewöhnt wären, stelle, besolde und bewaffne. Auch Lord Palmerston gab der Bill seine Zustimmung, worauf das Amendement des Herrn Duncombe mit 92 Stimmen gegen 13 verworfen wurde und das Haus zur Aus⸗ schußberathung der ersten Klauseln der Bill überging. Das Haus

vertagte sich um 1 Uhr.

London, 15. Aug. Die Abreise Sr. Majestät des Königs von Hannover ist auf den 17. angesetzt.

O London, 15. Aug. Lord Brougham hat den Vorschlag, welchen er dem Parlamente in Bezug auf Irland gemacht, gleich am folgenden Abend wieder zurückgenommen. Aber so eifrig hängt dieser Mann nun der Partei an, der er sein ganzes Leben durch gegenüber⸗ gestanden, daß er sich nicht abhalten ließ, gestern Abend gegen Lord Monteagle aufzutreten. Dieser Lord nämlich hielt sich als ein alter Finanz⸗Minister der Whigs abermals für berufen, die finanzielle Weis⸗ heit und Vorsicht der jetzigen Regierung in Zweifel zu ziehen und durch Entfaltung des schlechten Zustandes des Schatzes und verschlimmernde Hinweisung auf die Zukunft darzuthun, daß alle ihre Verheißungen, daß sie und nur sie diese Uebelstände zu heilen vermöchten, sich als eitel

erwiesen, und Peel am Ende kein besserer Arzt sei, als Russell. Wellington begnügte sich, hierauf theils nur abwehrend, theils durch einen heiteren Blick auf die Zukunft zu antworten. Brougham aber spielte den Krieg aufs feindliche Gebiet hinüber und suchte spottend zu beweisen, baß die Whigs es ebenfalls an Weisheit und Voraus⸗ sicht hätten fehlen lassen.

In dem Unterhause rückt man mit den mancherlei Bills, die man diese Session noch durchzusenden wünscht, allmälig vorwärts; aber einige Radikalen werfen der Regierung in Bezug auf die Vete⸗ ranen⸗Bewaffnungs⸗Bill so viele Hindernisse in den Weg, daß die Session sich wohl noch leicht bis ans Ende des Monats hinschleppen dürfte. Aber auch diese Opposition würde nur schläfrig ausfallen, wenn nicht Bright und Cobden für die League, Roche und einige An⸗ dere für die Repealers dazwischen kämen. Cobden zeigt sich indessen kaum so eifrig als Bright, indem er erklärte, er wolle was er gegen die Getraidegesetze zu sagen habe, lieber den Landleuten selbst, und zwar vor den Thüren seiner Gegner, vortragen. Roche machte sich dadurch besonders bemerkbar, daß er einen OConnellschen Wink auf⸗ griff und weiter entwickelte, welcher eben durch Lord Brougham und nach ihm durch den Herzog von Wellington zu einer Bedeutung er⸗ 8 hoben worden ist, welchen die Sache wohl nicht leicht wieder verlieren wird. Unter den vielen Dingen, welche O'Connell bei den verschie denen Versammlungen sagt, soll er vor kurzem Bemerkungen hinge⸗ Fg. haben, welche die Unteroffiziere der britischen Armee mit ihrer 88 so c unzufrieden machen sollten, und sie aufzufordern schienen, von Unteroffizieren in Spanien geschehen, durch ihre scheidun eiemientos die Sache der Repeal auf einmal zur Ent⸗ wesche 838 een. Diese allerdings höchst sträfliche Bemerkungen, 18 eeh, gah der rdis Verführer des Heeres straffällig zu machen

S 8 edle Lord als Grund für den erwähnten Vorschlag an; und der Herzog, als er ihn die Worte, von denen er selbst nichts gewußt zu haben schien, erwähnen hörte, brach in eine heftige Decla⸗ mation aus, worin er dem Oberb erhicß 29 Ce. N thue, so solle es ihm nicht 8 verhieß, was auch O'Connell Roche meinte nun, es stehe Jedem We das Heer zu verführen.

2 icht billig b Pedem frei, zu sagen, daß unsere Unter⸗ offiziere nicht bi 9 behandelt würden, wenn sne kennval in Ei Jahre vr8 22 Fffhien erhoben würde u. s. w m einmal in einem

m 1. August ist das erste Stück von dor, va⸗ b gerufenen Portfolio von 1836 r scienen. Eedem wieder rem die bereits zum Theil bekannte Depesche von Pr 8ns Ande⸗ Gr. Matuszewitsch an Gr. Nesselrode vom 1. Juni 1829 wven ünb don, unverstümmelt, und einige höchst interessanten Notizan Lon⸗ die neuesten Begebenheiten in Serbien. In einer Anzeige verf Sn der bekannte D. Urquhart eine Schrift über Serbien, die er 1ec

seam, das westliche Cirkassien“ nennt. .

Spanien.

Paris, 15, Aug. Telegraphische Depesche aus Spanien. Bayonne, 14. Vug. Der Herzog de la Vitoria hat am

1“

340

Bord des Dampfbootes „Betis“ ein vom 30. Juli datirtes Manifest erlassen. Er erklärt, er sei niemals eidbrüchig gewesen; er leugnet, die Constitution verletzt zu haben; indem er sich von Spanien ent⸗ ferne, wünsche er nur das Glück seines Vaterlandes.

Der General Arbuthnot ist interimistisch zum General⸗Capitain von Catalonien und der Brigadier Prim zum Gouverneur von Bar⸗ celona und zum Kommandanten der Provinz ernannt worden.

Madrid, 9. Aug. Bei der gestern stattgehabten Musterung der Truppen hielt der General Narvaez folgende Rede an sie: „Soldaten! Vor zwei Monaten waren der Thron der Königin und die Freiheit des Vaterlandes bedroht von dem Ehrgeize und der Illopalität eines undankbaren Kriegers. Euren kühnen Märschen, Euren rastlosen An⸗ strengungen, Euren schweren Erduldungen habt Ihr es zuzuschreiben daß Ihr die Hauptstadt besetzen und den Feind hinaus auf die Meereswogen schleudern konntet. Hier sind wir nun vereint, wie durch Zauber, um den Marmorstein her, der die constitutionelle Freiheit der Nation bezeugt. Laßt uns auf unseren Schildern die Zweite der Isabellen von Castilien erheben! Soldaten, Ihr habt zu Valencia, Malaga, Granada und Reus das Panier der National⸗Unabhängigkeit aufgepflanzt; Ihr habt das schöne Vaterland der Künste und der Industrie befreit; die Armee von Valencia hat Teruel gerettet; Ihr habt auf den Feldern von Ardoz Euren patriotischen Sinn Eure Liebe zur Freiheit bewährt; Ihr habt den rohen Satelliten des Des⸗ potismus zurückgeschlagen und seid, ohne Euch von den Fluthen des Ebro aufhalten zu lassen, unter diesen Mauern angekommen. Ihr habt auf Eurem Zuge über Alles, Volk, Soldaten, Feinde, triumphirt. Mit den Thoren der Hauptstadt habt Ihr zuͤgleich die heilige Stätte der Gesetze und den Palast der Königlichen Waise geöffnet, während Eure Brüder in Andalusien sich mit Ruhm bedeckten, indem sie in dem neuen Sagunt kämpften und dem Tyrannen das letzte Stück des spanischen Bodens, den er entehrte, entrissen. „Ihr habt in wenigen Tagen große Dinge vollbracht; Eure Glorie ist groß: Eurer Tapferkeit wird in den fernsten Ländern gedacht; aber es bleibt Euch noch Vieles zu thun übrig. Vollendet jetzt Euren Triumph, indem Ihr die Ordnung sichert und durch Gehorsam und Mannszucht die Regie⸗ rung befestigt, die das heilige Prinzip der Duldung und Versöhnung aus⸗ gesprochen hat und heut ihr großes Werk krönt durch den feierlichen Akt, den sie so eben vollzog, durch den Akt, der bestimmt ist, alle Wünsche zu er⸗ füllen, die im Schooße der Cortes laut und dann das Signal zu unserem heroischen Aufstande wurden. 3 trugvoller Verräther; laßt Euch nicht irren, schließt Eure Reihen, gebt nicht zu, daß schmachvolle Gesinnung eindringe in das Asyl der Ehre und der Hingebung. Ich selbst werde Euch vorangehen mit dem Beispiel bereitwil⸗ liger Fügung unter den Willen der Staatsgewalt; ich werde der Erste sein, das Gesetz, die Constitution von 1837, und die Regierung, welche das spa⸗ nische Volk sich gegeben hat, zu achten. Ich werde nie vergessen, daß ich dieser Regierung meine Rückkehr in's Vaterland verdanke und dafür eine unermeßliche Schuld treuer Anhänglichkeit abzutragen habe.* Soldaten, ich darf hoffen, Ihr werdet meine Stimme, die Euch zum Siege geführt, auch heute, am Tage des Friedens, hören. Folgt meinem Rath und erfüllet Eure letzten Pflichten! Möge dann das beruhigte Va⸗ terland den Schweiß des Sieges abtrocknen von Euren Stirnen! Mögen die Segnungen Eurer Mitbürger am häuslichen Heerde Euch begleiten bis zu dem äußersten Ziel Eurer Tage.“ 4 ¹ 8 Ein Dekret des Finanz⸗Ministers verfügt, daß der Erlaß vom 1. Juni d. J., durch welchen die Besteuerung des Klerus und der Kirchengüter aufgehoben wurde, ohne fernere Wirkung sein und so⸗ fort die Repartirung und Erhebung dieser Steuern vorgenommen wer⸗ den soll; der Ertrag der Steuer soll für den Unterhalt des Klerus und für die Bestreitung der nöthigen Ausgaben zum Zwecke des Kul⸗ tus verwendet, der Ueberschuß aber an die Staatskasse abgegeben werden. Ein anderes Dekret des Finanz⸗Ministers bestimmt, daß der Schatz für die Nonnen, deren Klöster eingezogen und denen Pensio⸗ nen ausgeworfen worden, die seither nur sehr unregelmäßig ausgezahlt wurden, alsbald die schuldige Sorge tragen werde.

6 Madrid, 8. Aug. Gestern Abend erhielten alle höheren Beamten, Hofchargen, Generale, eine Zuschrift von den sie betreffen⸗ den Ministern, folgenden Inhalts:

„Da die provisorische Regierung beschlossen hat, sich morgen Nachmittag Ihrer Majestät der Königin in aller Feierlichkeit (con toda solemnidad) vorzustellen, so werden Ew. ꝛc. aufgefordert, sich morgen Nachmittag um 5 Uhr in Galla⸗Uniform im Palast einzu⸗ stellen. Madrid, den 7. August 1843.“

Die Mitglieder des diplomatischen Corps erhielten eine ähnliche Einladung von Seiten des Königlichen Vormundes und werden der Feierlichkeit beiwohnen, die, wie ich höre, folgenden Zweck hat. Da von Seiten mehrerer Provinzial⸗Junten die Nothwendigkeit aus⸗ gesprochen worden ist, daß Ihre Majestät die Königin baldmög⸗ lichst für volljährig erkärt werde und diese Nothwendigkeit auch allgemein und lebhaft gefühlt wird, die provisorische Regierung aber sich nicht für befugt hält, eine so wichtige Maßregel ohne Ermächti⸗ gung der Cortes zu beschließen, so hat sie vorgezogen, einen Mittel⸗ weg einzuschlagen. Demnach werden die Minister heute in Gegen⸗ wart der höchsten Behörden des Reiches und des Hofes und des diplomatischen Corps, und am Fuße des Thrones, den die Königin einnehmen wird, eine Akte verlesen, kraft welcher Ihre Majestät Isabella II. in bürgerlicher Hinsicht für mündig erklärt, die zur Ausübung der Regierung erforderliche Volljährigkeit dagegen bis zu dem von Seiten der einberufenen Cortes zu fassenden Beschlusse auf⸗ gehoben werden wird. Nach Vollendung dieser feierlichen Handlung werden sämmtliche hier befindliche Truppen unter den Befehlen des Generals Narvaez vor dem Palaste defiliren.

Espartero betrachtet sich noch am Bord eines englischen Kriegs⸗ schiffes als Regenten von Spanien und kündigt in einem Manifest an, daß er nächstens nach Spanien zurückkommen werde, um sich Gehor⸗ sam zu verschaffen. Die Kriegskasse, die er mitnahm, während er seine verwundeten Generale im Stich ließ, enthält 75,000 Piaster.

Die Junta von Burgos hat sich aufgelöst und den General Seoane freigelassen. 1

Ein Dekret von vorgestern verfügt die Auflösung der verschiede nen Armee⸗ und Operations⸗Corps, die in Folge des Aufstandes der Provinzen gebildet wurden. Die Linien⸗Regimenter sollen an die ihnen anzuweisenden Punkte und die Provinzial⸗Milizen nach ihren Stand⸗Quartieren marschiren. Die Frei⸗Corps gehen ganz ein. Hieraus entspringt für die Staats⸗Kasse eine außerordentliche Er⸗ sparung. 8 Ein Dekret des Finanz⸗Ministers verfügt, daß die Nonnen, denen die ihnen gebührende Pension seit sechs Jahren vorenthalten wird, bei jeder Zahlung den Vorrang haben sollen.

Ein anderes Dekret stellt die von Mendizabal vor zwei Mona⸗ ten aufgehobene Kultussteuer, die zum Unterhalte der Geistlichkeit dient, wieder her, verfügt aber, daß der Verkauf der Güter der Geistlichkeit, den Gesetzen gemäß seinen Fortgang nehme.

Einige Kapitalisten haben der Regierung 24 Millionen Realen vorgeschossen. b

bends. Die Feierlichkeit im Palaste hat, wie ich Ihnen an⸗ kündigte, stattgefunden. Die Königin, herrlich geschmückt, und von Huld strahlend, nahm den Thron ein, umgeben von einer äußerst glänzenden Versammlung. Das ganze diplomatische Corps, auch die englische Gesandtschaft war zugegen.

e. aesanstschaft gar 8 die Rede und nach einer kurzen Erwiederung verfügte sich die Königin, von dem Hofstaat und dem diplomatischen Corps umgeben, auf den Hauptbalkon, und sah die Truppen vorbeidefiliren. Zei

Die Königin wird in Folge der heutigen Feierlichkeit a

Höret nicht auf die feigen Einflüsterungen

(S. No. 51. der Allgem. Preuß. Zeitung.)

15. Oktober, dem Tage der Eröffnung der Cortes, die Constitution beschwören, und alsdann unverzüglich die Regierung antreten.

Berichtigung. In dem Art. Doberan im Feuilleton des gestrigen Blattes der Allg. Preuß. Zeitung ist auf der ersten Seite, Spalte 3, Zeile 16 v. o. „Mac Adam,“ zu lesen, und in demselben Artikel Seite 3, Spalte 2, Zeile 1 v. o. statt „können“ zu lesen „kann.“

Handels- und Börsen-Nachrichten. Paris, 15. Aug. Wegen des heutigen Festtages (Mariä Himmel⸗ fahrt) ist die Börse geschlossen.

Beaucaire. Bericht im Nouvelliste de Marseille, 1. August. Mangel an Käufern und baarem Geld, Ueberfluß an Waaren, abscheuliches Wetter, Alles trug zu dem niederschlagenden Resultate der Messe bei. Die Indiennes, die sonst so reißend abgehen, fanden selbst fast keine Nehmer, das wenige Verkaufte nur zu Spottpreisen, bis 40 pCt. Rabatt auf die im Frühjahr. Die Garn⸗ und Tuch⸗Manufakturen fanden wenig Käufer; Wollwaaren und Nouveautés von Paris wurden auch zu sehr niedrigen Preisen abgestanden. Blos Häute hatten ziemlich anhaltenden Absatz. Wolle und Baumwolle blieben in gänzlicher Stockung, die Preise entspra⸗ chen nicht der Forderung. In eßbaren und Brenn⸗Oelen war, ungeach⸗ tet der günstigen Stimmung mehrerer Händler von Lvon und Languedoc, kein Verkehr. Die plötzliche Steigerung der geistigen Liquide im Süden lähmte die Kauflust, doch wurde für disponible 57, für das letzte Quartal 56 Fr. geboten; bei mäßigerer Forderung wären ansehn⸗ liche Geschäfte gemacht worden. Für Getraide war bei dem zweifel⸗ haften Resultate der Aerndte wenig Kauflust. Die Preise standen pari mit Marseille. In Stoffen ging fast nichts um, die Gewebe von Laval, Flers und Roubaix fanden keine Frage wie in früheren Jahren, die wollenen von letzterem Orte ausgenommen, wurde fast nichts verkauft. Merinos und Napolitaines hatten dagegen etwas besseren Abzug, Stoffs in guter cou⸗ ranter Qual. erhielten vortheilhafte Preise. Spezerei⸗Artikel, wenn auch langsam abgehend, erhielten günstige Preise. Seide war fortwährend im Steigen, der Umsatz war zwar weniger ansehnlich als im vorigen Jahre, doch war das Resultat sehr günstig, es wurden 250 B. verkauft, am mei⸗ sten gefragt waren * und % provencer courante Waare und 1½, 1, weiße zu 69 bis 72 Fr. pro Kil. nach Güte; der Umschlag wäre beträchtlicher gewesen, wenn Eigner nicht so hoch gefordert hätten.

Auswärtige Börsen.

Amsterdam , 16. Aug. Niederl. wirkl. Sch. 53 ½. Kanz Bill. —. 5 % Span. 18 ½. 3 % 4o. 26 ⅞. Pass. —. Ausg. —. Zinsl. —. Preuss. Präm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 109 ½. 1 % Russ. Hope 89 ¹8⁄.

Antw erpen, 15. Aug. Ziunsl. —. Neue Aul. 18 ½.

Ham blurg, 18. Aug. Bank-Actien 1660. Engl. Russ. 112 ½.

Lond on, 15 Aug. Cons. 3 % 94 ¼. Belg. 103 ¼. Neue Anl. 18 ½. sive 4 ½. Ausg. Sch. 10 ½. 2 ½ % Holl. 53 ½. 5 % 101 ½. 5 % Port. 3 % Engl. Russ. 116. Bras. 70. Chili 98. Columb. 24 ⁄¼. Mex. 35 ¾. Peru 20.

Wien, 15. Aug. Bank-Actien —. Anl. de 1839 112 ½.

5 % do. 100 ¾.

Angekommene Fremde.

Stadt London. Fedor von Dubänstji, Kaiserl. russ. Wirkl. Staats⸗ Rath u. Ritter, Excellenz, und Jeremey Alexejew, russ. Unterthan, aus Petersburg. Joseph Hawliezek, K. K. österr. Prov.⸗Bau⸗Direc⸗ tions⸗Praktikant, aus Prag. C. von Carnap, Kaufmann, aus Stadt⸗ berge. C. von Goerne, Lieutenant im 6ten Kürassier-Regiment (gen. Kaiser von Rußland), aus Brandenburg. Frau Rittergutsbesitzerin von Oppen, Frau Rittergutsbesitzerin und Fräulein von Bawels und Fräulein von Heyden, aus Stargard.

Hotel de Prusse. Se. Excellenz der General⸗Lieutenant und komman⸗ dirende General des 3ten Armee⸗Corps von Weyprach und von Sobbe, Major und Adjutant beim 3ten Armee⸗Corps, aus Frankfurt a. O. von Roeder, General⸗Major a. D., und Gymnasiast von Roeder, aus Gohlau. Rittergutsbesitzer Baron von dem Knelse⸗ beck, aus Jühnsdorf. von Jena, Königl. Kammerherr, aus Nettel⸗ beck. Frau Oberst⸗Lieutenant Staffenhagen und Tochter, aus Posen. Günther, Dr. med. nebst Gemahlin, aus Aschersleben. Zimmermeister Friedrichs, nebst Gemahlin, aus Potsdam. Gutsbesitzer F. Haagen, aus Kolberg.

König von Preußen. Justizrath Lentze, aus Soest. Christiani, aus Iserlohn. Hotel de St. Petersbourg.

Hildesheim.

Hotel de l'Europe. Amts⸗-Assessor Biedermann aus Neuhaus a. d. Oste. Particulier Eyme, aus Cramme bei Braunschweig. Kauf⸗ mann Jonas, aus Erfurt. Rittergutsbesitzer Francois, aus Eckarts⸗ walde bei Sorau.

Hotel de Saxe. Ober⸗Regierungsrath Stroedek, aus Posen. Ober⸗ Kommissionsrath Wernicke, nebst Familie, aus Eilenburg. Kaufmann Feldtkeller, aus Thorn in Westpr. Prediger Abramowski, aus Graudenz. Kaufmann Grawenhorst, aus Bremen.

Rother Adler (z. Kölnischen Hof). Rittergutsbesitzer von Rut⸗ ter, ehemaliger Gutsbesitzer von Seredynsky, aus Staykow. Re⸗ gierungsrath Schumann, nebst Gemahlin und Tochter, aus Weimar. Particulier Mertens, aus Magdeburg.

König von Portugal. James Dodgshun, Kaufmann, aus Ham burg. Isac Dodgshun, Kaufmann, aus Leeds in England. H. Taheyden, Kaufmann, aus Iserlohn. V. Paguier, Kaufmann, aus Havre de Grace. C. F. Häfke, Kaufmann, und Mad. Häfke, aus Demmin in Pommern. C. F. Düren, Partic., und Mad. Düren aus Magdeburg. F. Voigtländer, Fabrikbesitzer, aus Magdeburg. Barris, Kaufmann, aus Epernay.

J. Bülow, Brauereibesitzer, und Mad. Bülow, Rentiere, aus Halberstadt. A. Schilling, Gerichts⸗ Direktor, aus Pegau in Sachsen. A. Kraft, Kaufmann, aus Burg⸗ dorf in der Schweiz. W. Gerischer, Kaufmann, aus Bremen. G. Ullmann, Kaufmann, aus Frankfurt a. M. 8 British Hotel. Prinz Konstantin Ghika, aus Bucharest. Oberstin von Holstein, aus Wolfenbüttel. Hotel de Rome. van Zoll van den Ham, Particulier, nebst Fa⸗ milie, aus Oudenzyn. Rheinischer Hof. Oberst Langlois, aus Paris. Kaiserl. österreichi⸗ scher Regierungs⸗-Rath, Edler von Seydel, aus Wien. Major von Bischofswerder, aus Potsdam. Geheime Rath Noeldechen nebst Familie, aus Breslau. Konsistorial⸗Rath Richter, aus Stettin. Rit⸗ tergutsbesitzer von Winterfeld nebst Gemahlin, aus Felchow. Stadt⸗ gerichts⸗Direktor Schulz und Gemahlin, aus Potsdam. 8 1 Hotel de Brandebourg. Oberst⸗Lieutenant Freiherr von Helldorf, aus Torgau. In Privathäusern. Landrath Hauschteck, Pechstein, aus Naumburg, Frau Amtm. Donner Nauen, Jerusalemerstr. 29, bei Doebes.

—--O-

Kaufmann

Kaufmann Brandes, nebst Tochter, aus

Frau

aus Damm, Hofrath aus Lützow bei

Königliche Schauspiele. Montag, 21. Aug. Im Schauspielhause: Der Kaufmann von Venedig, Schauspiel in 5 Abth., von Shakespeare, übersetzt von A. W. Schlegel. (Herr Döring: Shylock, als Gastrolle.)

Dienstag, 22. Aug. Im Schauspielhause: Doktor Wespe.

Mittwoch, 23. Aug. Im Schauspielhause: Czaar und Zim⸗ mermann. (Herr Köllner, vom Königl. Hof⸗Theater zu Hannover: den Bürgermeister, als Gastrolle.)

Diejenigen resp. Personen, welche bei dem Brande des Opern⸗ hauses gerettete Effekten zur Aufbewahrung gütig angenommen haben, werden gebeten, solches im Intendantur⸗Büreau gefälligst anzuzeigen, oder die Sachen selbst, wenn es auch nur einzelne Musikblätter wären, bei dem Kastellan Herrn Adler im Schauspielhause abgeben zu lassen.

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

8 b Gedruck in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hosbuchdruckerrig-ä9. Beilage

ECiccil⸗Beamten. Freie Städte.

Wales. Günstigere

in8

cth tl. t AA 221 2 lssiunhs nxek, iis Das Abonnement beträgt: 2 Rthlr. sür ¼ Jahr. 4 Kthlr. ½ Jahr. 8 Rthir. - 1 Jahr. in allen Theilen der Monarchie ohne preiserhöhung. Insertions-Gebühr für den meiner Zeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr.

eeeleuen 1“ n.“ 8 “]

7

el

8

1 1

2 n 8— .

EEEEE1uu“

Alle post -Anstalten des In⸗ unnd Auslandes nehmen Hestel- 18 lung auf dieses Blatt an, für

Beerrlin die Expedition der Allg. Preussischen Zeitung: Friedrichsstrasse Ur. 72.

eE

Inhalt.

i 2 il. Amtlicher Then Noch etwas über den Brand des Opernhauses. 8 Die Grundsteinlegung des ausgebrannten Opernhauses. Breslau. Staatsbauten. Straßen. Schweidnitzer Eisenbahn. Brief aus Magdeburg. (Landwirthschaftliches.) Aachen. Badesaison. Trier. Berichtigung einer Zeitungs⸗Angabe. In Deutsche Bundesstaaten. Bavern. München. Das Erzbild Kaiser Rudolf's von Habsburg zu Speyer. Hannover. Han⸗ nover. Eisenbahn. Empfang des Königs. Baden. Karlsruhe. Grh. Hessen. Darm stadt. Uniformen der Schreiben aus Frankfurt a. M. (Vertagung der Bundes⸗Versammlung; Wagner's elektro⸗magnetische Bewegungskraft.) 8 3 Frankreich. Paris. Reise des Herzogs von Nemours. Vermisch⸗ tes. Briefe aus Paris. (Lamartine und die Opposition. 2*8 Algier und der Herzog von Aumale als General⸗Gouverneur dieser Kolonie; Stand der Verhandlungen mit Brasilien; Preis⸗Vertheilung in der Sor⸗ bonne; Ranke und Bouterweck; Lamartine's Memoiren.) Großbritanien und Irland. Oberhaus. Zweite Lesung der irländischen Waffenbill. Eid der katholischen Parlamentsglieder. Unterhaus. Charles Buller’s Colonisations⸗Plan. Griechische und serbische Angelegenheiten. London. Truppen⸗Sendungen nach Nachrichten aus den Minen⸗Distrikten. Schrei⸗ ben aus London. (Die Arbeiter zu Ashton und Wales; die Kirche und die Volks⸗Erziehung. Niederlande. Aus dem Haag. belgischen Gränzscheidungs⸗Traktate. Belgien. Brüssel. Dekrete, die Errichtung statistischer Büreaus und die Veredlung der Pferde betreffend. Spanien. Madrid. Manifest Espartero's Mexiko. Schreiben aus Paris. (Neuestes aus Mexiko; Stand der Dinge in Nukatan.) Haiti. Schreiben aus Paris. (Gesetzliche Bestimmungen über das Schuldenwesen der Ausländer; feindselige Stimmung gegen Fremde Hüüberhaupt; Händel mit Frankreich.) Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Frankfurta. M. und Paris. Börse. Braunschweig. Messe.

zerfassungsfest.

Unterzeichnung der niederländisch⸗

Beilage. Inland. Erfurt. Thüringisches Sängerfest zu Mols⸗ dorf. Koblenz. Unglücksfall. Deutsche Bundesstaaten. Bayern. München. Sitzung der Abgeordneten⸗Kammer. Reden über die Zoll⸗Verhältnisse in der Abgeordneten⸗Kammer. Aus Bayern. Sachsen. Dresden. Berathung über das Preßgesetz. Eisenbahn. Württemberg. Stuttgart. Vortheilhafter Stand des Gemeinde⸗ Rechnungswesens. Hannover. Harburg. Chaussee⸗Anlage. Grh. Hessen. Darmstadt. Verein zur Unterstützung hülfsbedürfti⸗ ger evangelischer Gemeinden. Freie Städte. Lübeck. Bekannt⸗ machung. Oesterreichische Monarchie. Preßb urg. Der Reichstag nimmt die Punkte des Nunciums an, die sich auf die Ver⸗ hältnisse der Protestanten beziehen. Außland und Polen. Mos⸗ kau. Verheerungen durch Hagel und Sturm.

Amtlicher Theil.

Ihre Königl. Hoheit die Prinzessin Albrecht ist nach Italien abgereist. 1X“

Königliche Bibliothek.

Der Bestimmung des Königl. Hohen Ministeriums der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten zufolge, ist die Königliche Bibliothek, der vorzunehmenden Reinigung der Säle und Bücher wegen, auf drei Wochen, und zwar vom 28. August bis 16. Sep⸗ tember d. J., geschlossen.

DBeerlin, den 21. August 1843. Der Königl. Geheime Regierungs⸗Rath und Ober⸗Bibliothekar 188 Dr. Pertz. Dem Spinnerei⸗Inspektor Pahl zu Nieder⸗Merzdorf bei Lands⸗ hut ist unter dem 17. August 1843 ein Patent jaauf eine durch Zeichnung und Beschreibung erläuterte Ver⸗ bbesserung an der von dem H. Liebscher in Chemnitz kon⸗ sttruirten Karten⸗Ausschlage⸗Maschine auf sechs Jahre, von jenem Tage an gerechnet und für den Umfang der Monarchie ertheilt worden. 1

Angekommen: Der Fürst Konstantin Ghika, von Dresden. Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Rath und Chef⸗Präsident des Geheimen Ober⸗Tribunals, Dr. Sack, von Wiesbaden. Der Kaiserl. russische Wirkliche Staatsrath von Dubaensky, von Dresden. I. der General⸗Lieutenant und kom⸗ mandirende General des 2ten Armee⸗Corps, von W Stettin. 1 ps, Wrangel, nach

——¶¶¶¶·ↄyꝑ¶ͥ¶ͥy¶iNye·—V—

nichtamtlicher Theil. Inland.

Berlin, 21. Aug. Bis jetzt bestätigt es sich, L“ tet b- veglanblichan Schnelligkeit, mit der die 2 dein e um sich griffen, kein Menschenleben dabei eingebüßt bne be elbst von bedeutenderen Verletzungen einzelner Indivi⸗ getroffenen Löschu dem großen Gedränge so leicht bei den schleunigst können, ist ni 1 rde und Rettungs⸗Maßregeln hätten stattfinden bü-- l8en 8 9. S Nur der Theater⸗Nachtwächter, welcher Herabspringen aue —-kachtwache im Opernhause gehabt, hat durch tende Koneh aus einem Fenster beim Beginn des Brandes bedeu⸗

Nontusionen der rechten Seite und einen Rippenbruch erlitten.

Berlin, 21 Aug. J - ikel ü ven, 21. Aug. In dem vorgestern gegebenen Artikel über chhax bes Poßen architektonischen Verlust ges es 88 ewiß gelassen wor⸗ ber 1741 vgen gen Prinzen des Königlichen Hauses am 5. Septem⸗ nöC rundstein zu dem Bau des Opernhauses gelegt habe; eschichtsschreiber dieses Gebäudes in den Berlinischen

Nachrichten 1842 Nr. 286 sagt, daß die Zeitungen jener Zeit ganz darüber schweigen; so möge folgender Artikel aus eben diesen Ber⸗ linischen Nachrichten 1741 Nr. 107, hier eine Stelle finden: Berlin, den 7. September. ‚Vorgestern gegen Mittag erhoben sich Se. Königl. Hoheit der Prinz Heinrich, in Gesellschaft deren Herrn Bruders, des Prinzen Ferdinand Königl. Hoheit, auf die hiesige Dorotheenstadt und leg⸗ ten allda im Namen Sr. Königl. Majestät mit gewöhnlichen Cere⸗ monien den Grundstein zu dem neu zu erbauenden Opernhause, war fen auch in dessen Höhlung einige goldene und silberne Gedächtniß⸗ münzen. Auf der kupfernen Platte, womit gemeldeter Stein bedeckt ward, stehet folgende Inschrift: „Fridericus II. Thaliae et Melpomenes Sororum Sacra Haec Fundamina Ponit. Anno MDCCXLI. Die quinto Septembris.

Also hat Prinz Heinrich, der nachherige Sieger bei Freyberg, in Stellvertretung des Königs, welcher eben damals im Feld⸗ lager bei Reichenbach stand, den Grundstein gelegt. P.

* Breslau, 14. Aug. In unserer Stadt werden zwei be⸗ deutendere Staatsbauten, die Gebäude des General⸗Kommando's und der Militair⸗Intendantur, bald unter Dach kommen. Das evange⸗ lische Schullehrer⸗Gebäude ist bis auf den inneren Ausbau vollendet. Der Chausseebau zwischen Reinerz und der böhmischen Gränze, im⸗ gleichen der posener Chausseebau auf der Strecke von hier nach Trebnitz werden thätig fortgesetzt. Dies geschieht auch Seitens des Kreises Glatz mit dem Kreisstraßenbau zwischen Glatz und Neurode. Der Bau der Kohlenstraße zwischen Schweidnitz und Waldenburg über die sogenannte rothe Höhe durch eine besondere Actien⸗Gesell⸗ schaft ist vollendet und sind die ausgefertigten Actien an die Ver⸗ einsglieder ausgegeben worden. Der Bau der Breslau⸗Schweid⸗ nitz-Freiburger Eisenbahn wird von der betreffenden Actien⸗Gesell⸗ schaft thätig fortgesetzt, so daß die Eröffnung der Hauptbahn von hier nach Freiburg noch in diesem Jahre in Aussicht steht, wenn nicht besonders ungünstige Witterungs⸗Verhältnisse hindernd dazwischen tre⸗ ten sollten.

* Magdeburg, 7. Aug. Die Regenströme, deren im Mo⸗ nat Juni der Himmel sich entladen hat, sind von so durchdringender Wirkung auf den Erdboden gewesen, daß damit die zweijährige Dürre, welche so große Bedrängniß für viele Gegenden unseres Regierungs⸗ Bezirks herbeigeführt hat, als abgeschlossen und beendigt angesehen werden kann. Von Wolkenbruch und Hagelschlag ist glücklicherweise der diesseitige Landesstrich nicht betroffen worden; gleichwohl sind ein⸗ zelne Kreise von mehreren anderen den heftigen Regengüssen zuzu⸗ schreibenden Kalamitäten nicht verschont geblieben. Dahin gehört na⸗ mentlich das Lagern des Getraides, welches bedeutende Körner⸗Ver⸗

Wicke und zugleich die späten Wurzelsprossen über die reifenden Halme emporgewachsen sind und diese dergestalt unterdrückt ha⸗ ben, daß viele Roggenfelder blos noch ein nahrhaftes Futter⸗ stroh darbieten. Im Allgemeinen aber sind die Aerndte⸗Aus⸗ sichten günstig und besonders in Weizen viel versprechend. Die häufig vorgekommenen starken Regengüsse hatten wiederholentlich das Anschwellen und Austreten der Flüsse, Elbe und Saale und der kleinen Gewässer, Bude, Ohre, Jaetze und Eine in den Kreisen Magdeburg, Calbe, Aschersleben, Wanzleben, Neuhaldensleben, erstes und zweites Jerichow, Stendal, Salzwedel und Oschersleben, zur Folge, wodurch den angränzenden Wiesenbesitzern zum Theil verhält⸗ nißmäßig bedeutende Verluste, welche bei der kleinen Stadt Egeln allein gegen 2000 Rthlr. betragen, erwachsen sind. Das Wasser hat theils wegen des langen üppigen Graswuchses, theils aber wegen mangelnder Vorfluth, nicht schnell abfließen können, steht theilweise jetzt noch in den Wiesen und es ist dadurch das Gras häufig ver⸗ fault und nur als Dünger zu benutzen. In der Stadt Astcers⸗ leben wird an dem Bau eines neuen Gerichts⸗Gefängnisses und des Landwehr⸗Zeughauses, so wie in der Altmark an dem Bau der Chaussee von Dolle nach Lüderitz, wobei 6 bis 700 Menschen be⸗ schäftigt sind, mit der größten Thätigkeit gearbeitet.

Aachen, 16. Aug. (O. P. A. Z.) Die drei letzten Tage bildeten den Glanzpunkt unserer diesjährigen Saison, die freilich brillanter hätte sein dürfen, indeß doch noch immer nicht zu solchen Klagen auffordert, wie sie aus den transrhenanischen Bädern zu uns erschallen. Vorgestern und heute fanden die großen Wettrennen auf der Brander Haide statt, zu welchen von der Stadt nahe an 500 Frie⸗ drichsd'or in verschiedenen Preisen ausgesetzt waren. Dieselben zeich⸗ nen sich vor den übrigen deutschen Rennen vorzugsweise dadurch aus, daß sich immer irgend ein großer Trainer von Paris bereitwillig sinden läßt, einen oder den anderen berühmten Renner hierher zu

die belgischen Pferdebesitzer dabei nicht Stand halten können. Wäh⸗ rend bisher Lord Seymour seine Pferde schickte, langte diesmal Tags vorher mit vierspänniger Extrapost ein Hengst, „Drummer“ genannt, an, dem Herrn Nathaniel von Rothschild zu Paris gehörig, der an beiden Tagen mit Leichtigkeit die Hauptpreise davontrug. Bei einem Herrenreiten fielen heute mehrere Unglücksfälle vor; drei der Reiter stürzten, der vierte, der nun ohne Konkurrenz war, konnte leicht zuerst das Ziel erreichen, bei dem ihm jedoch das reiterlose Pferd eines An⸗ deren noch zuvorkam.

Trier, 16. Aug. (Tr. Z.) In Nr. 181 der Trierschen Zeitung vom 7. Juli c. ist in Form einer Anfrage angedeutet, daß Chaussee⸗Contraventionen gegen höher stehende Personen nicht mit derselben Strenge verfolgt würden, wie dies den Landlenten ge⸗ genüber geschehe. .

Nähere Ermittelungen haben inzwischen nur auf einen Vorfall und zwar aus dem Jahre 1841 geführt, der möglicherweise dem Einsender jenes Artikels vorgeschwebt haben kann.

In diesem Falle hat ein Beamter die Errichtung eines Protokolls verhindert, lediglich aus dem Grunde jedoch, weil durch die began⸗ gene Contravention kein Schaden angerichtet worden war; dennoch

luste nach sich zieht und außerdem die Folge gehabt, daß die wilde

senden, um die besten Preise hinwegzunehmen, da ihm die, fast sämmtlich der westphälischen Aristokratie angehörigen deutschen und

ist aber jener Beamte von seiner vorgesetzten Behörde rektifizirt

8 729) 88

1843.

worden. Es leuchtet ein, daß die Bezugnahme auf diesen ein⸗ zelnen Vorfall nach Verlauf einer so geraumen Zeit nicht geeignet sein kann, jetzt eine so allgemein hingestellte Verdächtigung der Un⸗ parteilichkeit der Beamten bei Konstatirung der Chaussee —Contra⸗ ventionen zu rechtfertigen, wie solche jener Artikel der Trierschen Zeitung enthält.

Ausland.

Deutsche Bundesstaaten.

Bayern. München, 15. Aug. (M. p. Z.) Dieser Tage erfolgte die Absendung der aus unseres Schwanthaler's Meisterhand hervorgegangenen Statue Kaiser Rudolf's von Habsburg nach Speyer, wo sie bekanntlich im Dome gegenüber dem Grabdenkmale des Kai⸗ sers Adolph von Nassau ihre Stelle finden wird. Kaiser Rudolf ist sitzend dargestellt, im Ornate, doch unter ihm gerüstet, mit dem Schwert in der Rechten und dem Helm zu Füßen, als Wiederher⸗ steller der Ordnung und des gesetzlichen Zustandes nach der trüben, anarchischen Zeit des Interregnums. Dem Ausdrucke des Ant⸗ litzes, in welchem sich strenger Ernst mit würdevoller Maje⸗ stät paart, wußte der Künstler die treueste Portrait⸗Aehnlichkeit zu geben durch Benutzung eines alten zu Speyer befindlichen Steinbildes, über dessen Authentizität kein Zweifel obwaltet, und dessen schon in alten, gleichzeitigen Volksliedern Erwäh⸗ nung geschieht. Der Marmorblock, aus dem das Ganze gearbeitet wurde, ist der größte, der jemals aus den Steinbrüchen von Tyrol gekommen. Die Enthüllung der Statue, die auf einem Granit⸗ Piedestale ruht, wird am 25sten d. M. erfolgen. Nach dem einstim⸗ migen Urtheil aller Kenner gehört dies Monument zu den schönsten und gediegensten Arbeiten Schwanthaler's, die er mit sichtlicher Vor⸗ liebe für den thatkräftigen, herrlichen Charakter eines der größten Herrscher deutscher Nation erfaßte, und die auf den Beschauer gleich beim ersten Momente des Anblickes eine wunderbar ergreifende Wir⸗ kung übt. Am nämlichen Tage, dem Namensfeste Sr. Majestät des Königs, wird zu Erlangen die Enthüllung der gleichfalls an ihren Bestimmungsort bereits abgegangenen 10 Fuß hohen Statue des Stifters der Universität Erlangen, Markgrafen Friedrich von Bran⸗ denburg stattfinden eine artistische Doppelfeier, würdig des Tages, den Bayern mit Freude und Jubel begeht, und den Aufschwung der Künste bezeichnend, den Bayern seinem hochsinnigen Könige dankt. Die Piedestale dieser Monumente (ersteres in byzantinischem Style) sind nach den Zeichnungen des Direktors von Gärtner gefertigt.

2

Hannover. Hannover, 16. Aug. (Hamb. K.) Gestern wurden auf unserer Eisenbahn nach Braunschweig die ersten Probe⸗ fahrten mit einer Lokomotive gemacht, und zwar hauptsächlich zur Prüfung der bereits in diesem Blatte erwähnten, unmittelbar am Beginne der Bahn befindlichen Kurve. Wie im Publikum erzählt wird, hätte sich diese Kurve die ja auch wohl nur provisorisch sein soll, als unhaltbar erwiesen.

Ein Theil des Gefolges und der Equipagen Sr. Majestät des Königs ist bereits gestern hier wieder eingetroffen, Se. Majestät selbst aber haben, wie es heißt, ihre Rückkehr noch um einige Tage ver⸗ schoben, und wird dieselbe, dem Vernehmen nach, erst gegen den 23sten oder 24sten d. M. erfolgen. Wie man hört, haben Magistrat und Bürger⸗Vorsteher-Kollegium in einer am 14ten d. stattge⸗ fundenen Sitzung beschlossen, in dankbarer Erinnerung an die der Residenzstadt wiedergeschenkte Allerhöchste Gnade, Feierlichkei⸗ ten zum Empfange des Königs zu veranstalten. Sicherem Ver⸗ nehmen nach, ist beschlossen worden, dem Könige am Abend seiner Ankunft hierselbst eine solenne Fackel⸗Musik von 500 Fackeln zu brin⸗ gen, auch, wie es heißt, die städtischen Gebäude, wie das Rathhaus u. s. w., zu illuminiren, und an diesem namentlich die schoͤne Deco⸗ ration vom 17. Februar zu wiederholen, das Transparent mit der Göttin der Eintracht, welche auf einem Regenbogen auf die in Dun⸗ kel gehüllte Stadt Hannover herniederschwebt, während die beiden Enden des Regenbogens, dieses Symbols des Friedens, auf der einen Seite das Königl. Schloß mit seiner prächtigen Fagade, auf der an⸗ deren Seite den spitzen Giebel unseres alterthümlichen Rathhauses verklären. Die schöne Prophezeihung der Inschrift: „Beatos con- cordia reddat!“ ist nun eine Wahrheit geworden, und was am 17. Februar nur noch ein schöner und frommer Wunsch war, das ist am 28. Mai in reiche Erfüllung gegangen.

Baden. Karlsruhe, 16. Aug. (F. J.) Mit dem heutigen Tagblatt ist endlich das Programm über die feierliche Begehung des 22. August, des Verfassungsfestes, ausgegeben worden, das indeß natürlich nicht allen Wünschen entspricht. Viele wollen darin die Vertheilung von Abdrücken der Verfassung nur ungern vermissen; allein auf wessen Kosten sollte eine solche Vertheilung geschehen? auf Kosten der ohnedies unbemittelten Stadt doch wohl nicht. Die so⸗ genannten Festschriften für diesen Tag mehren sich wie Sand am Meer, jeder Tag bringt einige neue aus allen Theilen des Landes und sogar von Belle⸗Vue bei Konstanz, im schweizerischen Kanton Thurgau; gegen letztere sollen jedoch bereits Verbote erlassen sein.

Grh. Hessen. Darmstadt, 15. Aug. (F. J.) Die Groß⸗ herzogliche Ober⸗Finanz⸗Kammer erster Section hat kürzlich an sämmt⸗ liche uniformberechtigte Beamten ihres Verwaltungszweiges ein Aus⸗ schreiben erlassen und demselben das von des Großherzogs Königl. Hoheit genehmigte und von den dirigirenden Großherzogl. Staats⸗Mini⸗ ster erlassene Reglement in Bezug auf das Tragen der Dienst⸗Uniform von Seiten der Civil⸗Staatsdiener beigefügt. Dieses Reglement, welches früher schon in Aussicht gestellt worden war, enthält bie a8⸗ mentliche Aufzählung der Fälle, in welchen die uniformoͤberege Civil⸗Staatsdiener den Uniforms⸗Rock zu tragen haben. Ueber 8 Schnitt und das Tragen des Uniforms⸗Fracks sind hon rerher wor⸗- rium des Innern und der Justiz nähere Anordnungen hen zur Be⸗ den, welche gleichfalls den Eingangs erm aͤhnten 998% geheser folgung mitgetheilt worben sind. b⸗ estan⸗

8 8 bisper no wird allen in der einen oder and ing

eren Beziebu