1843 / 69 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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zu machen, pro 1 Von Fen⸗ nn nur neue Oderbruch am Markt, dergleichen von geringer

Qual. zum Theil noch unter 24 Rthlr. begeben werden mußte, während für beste 20 Rthlr. gefordert wird. Hafer und Erbsen wie letztgemeldet.

Die hier augenblicklich für Weizenmehl geforderten Preise sind pro Faß von 196 Pfd. engl. Netto und in engl. Valuta: Superfine 20 Sh., extra superfine 22 Sh., extra superfine 24 Sh.

Weizen. Roggen. Gerste. Hafer. Erbsen Zufuhren.. 14 16 2 4 1 Wspl. Preise. 42 à 46 36 à 39 26 à 28 18 à 20 36 à 38 Rthlr. Delsamen bleibt zu den geforderten Preisen von 70 à 71 Rthlr. für Winter⸗Rapps, 68 à 69 Rthlr. für Rübsen, vernachlässigt. Bei Kleinigkeiten vom Lande und aus dem Wasser wurde zu 62 à 64 Rthlr. gekauft.

Spiritus aus erster Hand zur Stelle 22⁄ 23 pCt.

Rüböl pro Sept. u. Oktbr. zu 10 ¾ Rthlr. gemacht und dazu eher noch zu haben, in loco 10 ⅔¾ Rthlr. gefordert.

Magdeburg, 2. Sept. (M. Z.) Höchster und niedrigster Getraide⸗ Marktpreis pro Wispel: Weizen 47 40 Rthlr.; Roggen 35 32 Rthlr.; Gerste 25 23 Rthlr.; Hafer 19—17 Rthlr.

Koblenz, 31. Aug. (Rh. u. M. Z.) Getraide⸗Preise pro Scheffel: Weizen 2 Rthlr. 22 Sgr. 3 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 20 Sgr. 2 Pf.; Ha⸗ fer 1 Rthlr. 3 Sgr. 3 Pf.

Aachen, 1. Sept. (A. Z.) Getraide⸗Preise pro Scheffel: Weizen 2 Nthlr. 10 Sgr. 3 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 25 Sgr. 2 Pf.; Gerste 1 Rthlr. 11 Sgr. 9 Pf.; Hafer 29 Sgr.

* * Frankfurt a. M., 2. Sept. Bei dem Mangel eines politi⸗ schen oder sonstigen Impulses ist die Haltung unserer Börse fortwährend sehr fest, was sich auch bei der vorgestern stattgehabten Abrechnung für August bekundete. Die Abrechnung ging bei gutem Geldstande leicht vor⸗ über und die meisten Fonds blieben etwas höher. Dies war auch gestern der Fall. Heute war aber der Umsatz sehr stille und nur wenige Gattungen erfuhren eine Aenderung. Von den österreichischen waren nur 500 Fl. Loose etwas höher. Die holländischen Effekten waren heute flauer, auf ihren Rückgang zu Amsterdam. Die unsicheren Aussichten für die holländischen Finanzen machen die Spelulanten auch mißtrauisch, wiewohl sie sich gern einreden möchten, die zweite Kammer der Generalstaaten werde die finan⸗ ziellen Vorschläge der Regierung unterstützen, um den Kredit Hollands auf⸗ recht zu erhalten. Wahr ist es aber, daß sowohl die Budgets für 1844 und 1845 und das Einkommen⸗Steuergesetz bei der zweiten Kammer der Generalstaaten große Bedenken erregen. Die spanischen Ardoins bleiben jetzt ziemlich stationair, die 2 ½proc. portugiesischen Obligationen gehen aber täglich höher. Von den übrigen Fonds läßt sich wenig sagen, wie denn überhaupt der Boͤrsen⸗Umsatz nicht bedeutend ist. Eine sühlbare Besserung erfuhren seit gestern die Taunus⸗Eisenbahn⸗Aectien, die heute 346 ½ Fl. ste hen. Die Einnahme der Taunus⸗Eisenbahn im August betrug 63,629 Fl. 7 Kr., war circa 1100 Fl. stärker, als im August 1842. Diese Mehr⸗Ein⸗ nahme zeugt von großer Frequenz der Bahp, obgleich sie die Konkurrenz der Main⸗ Dampfschifffahrt neben sich hat. Die Main⸗Dampfschifffahrt macht aber auch gute Geschäfte und soll im Juli einen reinen Ueberschuß von circa 6000 Fl. gehabt haben. Auch das Lokal⸗Dampfboot, „der Delphin“, das zwischen hier und Mainz geht, bringt seinem Besitzer viel ein. Es mag überhaupt in Deutsch⸗ land keine zweite Stadt geben, welche eine so starke Personen⸗Frequenz hat, als die unfrige. Und wie wird sie sich erst gestalten, wenn die projektirten großen Eisenbahnen, die unsere Stadt beruüͤhren, vollendet sind! Von unserer Herbstmesse läßt sich leider noch nichts Gutes sagen. In dieser ersten Woche, welche die geschäftsreichste sein soll, war der Absatz in fast allen Waaren noch still, und nur in sächsischen Baumwollenzeugen wurde ziemlich viel von holländischen Käufern vom Lager genommen. Sonst fehlen noch viele der gewohnten Kunden.

St. Petersburg, 29. Aug. Fin an den dirigirenden Senat ge⸗ richteter Kaiserlicher Ukas bestimmt, daß die neuen Taren der Assekuranz⸗- und Porto⸗Steuern für die in alle Städte des russischen Reichs und des Fürstenthums Finnland zu versendenden Gelder, Packete und Briefe mit dem 1. Januar 1844 ins Leben treten sollen.

Nach dieser Taxe sollen zehn Kopeken Silber pro Loth Gewicht erhoben

werden für die in alle Städte des russischen Reichs und des Großfürsten⸗ thums Finnland zu versendenden: 1) einfachen Briefe; 2) Briefe mit Geld, z. B. mit Assignationen, mit Billetten der Depositen⸗Kasse und des Reichs⸗ schatzes, mit Kreditscheinen, mit Gold⸗, Platina⸗ und Silber⸗Münze, und mit Depositen⸗Billetten der polnischen und der finnländischen Bank; 3) Briefe mit unbeschriebenem Stempel⸗Papier oder kleinen Gold⸗ und Sil⸗ ber⸗Sachen; 4) ausländische Briefe, außer dem ausländischen Porto; 5) Päckchen mit kostbaren Sachen, wenn sie weniger als ein Pfund wiegen für jedes Loth, wenn sie aber ein Pfund oder mehr wiegen für jedes Pfund; und 6) für die in Päckchen oder Tönnchen zu versendende Münze; 7) für assekurirte Briefe aber mit Billetten der Kredit⸗Anstalten, Wechseln, Schuldbriefen und anderen auf Stempel⸗Papier geschriebenen Dokumenten, so wie auch mit Geld und Dokumenten in einem Pakete, sollen 20 K. S. für jedes Loth an Gewicht erhoben werden.

Anmerkungen: a) Für die Zurücksendung der im 2ten, 3ten, 5ten, 6ten und 7ten Punkte bezeichneten Korrespondenz an den Absender, oder für weitere Versendung derselben an den Empfänger, wenn dessen Aufent⸗ haltsort bekannt ist, soll eine gleiche Porto⸗Summe, wie für die anfängliche Absendung erhoben werden.

b) Für Rück⸗ und Weitersendung der im 1sten und 4ten Punkte be⸗ zeichneten Korrespondenz soll kein Porto weiter erhoben werden.

c) Das Gewicht wird nicht nach Brüchen der Lothe und Pfunde be⸗

stimmt, sondern für jede, weniger als ein Loth oder Pfund wiegende Sen⸗ dung, wird das Porto für ein volles Loth oder Pfund, von Sendungen über ein Loth oder Pfund an Gewicht aber wird das Porto für zwei u. s. w. erhoben. d) Für Pakete und Dokumente, die in Packen versendet werden, wird die Porto⸗Steuer nach der bisherigen Taxe erhoben werden, namentlich: für die Entfernung einer Gouvernements⸗Stadt von der anderen: von 1 bis 300 Werst 5 K. S. für das Pfund, für Dokumente aber 10 K. S.; von 300 bis 800 Werst 10 K. S. für das Pfund, für Dokumente aber 20 K. S.; von 800 bis 1100 Werst 15 K. S. für das Pfund, für Dokumente aber 30 K. S.; von 1100 bis 1800 Werste 20 K. S. für das Pfund, für Dokumente aber 40 K. S.; von 1800 und mehr Werst für das Pfund 25 K. S., für Dokumente aber 50 K. S.

„An Assekuranz⸗Steuern sollen für die in alle Städte des russischen Reichs und des Großfürstenthums Finnland zu versendenden Gelder und

Päckchen erhoben werden: 1) für Summen bis 300 R. S. oder 1000. R 38 A. 1 pCt., d. h. 1 Kopeken von jedem Rubel; 2) für Summen über 300 bis 600 R. S., oder über 1000 bis 2000 R. B. A., eine be⸗ stimmte namentlich für Silber 3 R. S. und für Assignationen 10 vre. Jes be. Summen von über 600 bis 1500 R. S., oder über 4) für Saease B., ½ pCt., d. h. ½ Kopek von jedem Rubel; R. B. A⸗ men bei er 1500 bis 3000 R. S., oder über 5000 bis 10,000 für Asignationen aas Shnever, namentlich für Silber 7 R. 50 K. S., und 10,000 R. B. A gn 8 B. A.; für Summen über 3000 R. S. oder 49,00-h hen vach lssche on jedem Rubel ein Viertel⸗Kopek; 6) nach dieser

989. 9 Assekuranzsteuern für Stempel⸗ und Wechselpapier, in Sil⸗ ber berechnet, erhoben werden; 7) 2 ha. eeer esAsAs,A-seh. für alle Sendungen, auch kostbare Sa⸗ chen nicht ausg en, wird eine gleichmäßige Taxe von einem Kopeken vom Rubel, nach der Werth⸗Angabe der S ae as N.

5 1 er Sachen, festgestellt; 8) für die

Rücksendung von Geld, Sachen und Stempelpavi

8 ad Stempelpapier sollen keine Assekuranz⸗ steuern erhoben werden; 9) von Kapitalien, die nicht über 1500 R. S oder 5000 R. B. A. betragen, und von den Erziehun b zar 5 ren Wohlthätigkeits⸗Anstalten der Kaiserin Maria eea 2 an 8 ½ K. von jedem Rubel erhoben werden, wenn aber das 8 8“ h Kapital jene Summe übersteigt, so sollen Assekuranzsteuern⸗ 9 8 erhoben werden; 10) für die von der Kommerz⸗Bank und dessen 2. zum Transfert zu versendenden Kapitalien soll ¾ K. von jedem e hoben werden; 11) die Uebersendung verschiedener Geldsummen aus ünc Haupt⸗Renterei und den Kreis⸗Rentereien, bleibt in den Fällen, wo es ge⸗ stattet ist, dieselbe ohne Zahlung von Assekuranzgeldern zu bewerkstelligen in der bisher bestehenden Weise unverändert. 1

Paris, 31. Aug. Die Renten waren heute fortwährend im Steigen, well man an der Börse durchaus nicht mehr die Ankunft der Königin von

N. D.

Frühjahr 32 ½ Rthlr. bezahlt und nicht billiger zu haben.

England in Eu, und selbst in Paris, bezweifelte. Indeß war die Aufmerk⸗ samkeit nur einzig und allein auf die französischen Staatspapiere gerichtet, alle anderen Geschäfte wurden vernachlässigt. Es hieß, die provisorische Regierung in Spanien habe einen wichtigen Schritt gethan, indem sie Espartero eine Pension von 400,000 Realen geboten habe, wenn er frei⸗ willig seinen Titel als Regent ablege. Don Juan Echevarri soll damit beauftragt sein, ihm diese Bedingung im Namen des General Narvaez und seiner Kollegen vorzulegen.

Stand der Rente: 5proc. 123.5;3 Zproc. 81. 70.

vr London, 29. Aug. (B. N. d. O.) Hinsichtlich des Ertrages unse⸗ rer Aerndte sind die Meinungen zwar noch immer etwas getheilt, doch nei⸗ gen die meisten dahin, daß wir, Quantität und Qualität berücksichtigt, na⸗ mentlich von Weizen nur eine Durchschnitts⸗Aerndte haben werden, und nichts mehr, welche Annahme durch verschiedene Umstände genügend bestä⸗ - In Liverpool zeigte sich am letzten Dienstag wenig Kauflust für Wei⸗ zen, während andererseits Verkäufer nicht geneigt waren, sich einer weiteren Erniedrigung, als 2 d pro 70 Psd. zu unterwerfen, in Folge dessen sehr wenig gemacht wurde. Am Freitag blieb das Geschäft in einem gleichen matten Zustande und wer verkaufen wollte, mußte sich eine neue Erniedri⸗ gung von 1 à 2 d pro 70 Pfd. gefallen lassen. Von fremdem Weizen im Bond wurde anfangs der Woche eine Partie danziger zu 6s 9 d, eine Partie rostocker zu 6 s 4 d pro 70 Pfd. gekauft, seitdem aber nichts weiter darin gemacht. Auch alle andere Märkte im Innern sind während voriger Woche in

einem flauen Zustande geblieben und die Preise von Weizen und Mehl dort neuerdings zurückgegangen, in Birmingham 3 à 4 Sh. pro Quarter Weizen, 2 Sh. pro Sack Mehl.

In Schottland hat ein ähnlicher, wenn auch nicht ganz so starker Rückgang der Preise stattgefunden. Man hat auch dort in voriger Woche viel Regen gehabt, doch hört man keine Klagen darüber, daß Schaden an der Aerndte geschehen sei. In Irland ist die Witterung schon seit einiger Zeit sehr unbeständig, und man besorgt dort sehr, daß dies von nachtheili⸗ gem Einfluß auf die Getraidefelder sein werde. Der Handel war übrigens auch dort flau und Preise weichend.

Die Zufuhr von engl. Weizen küstenwärts im Laufe voriger Woche betrug 6986 Qrs., von Mehl 4263 S. Vom Auslande hatten wir wieder eine ziemlich starke Zufuhr, und zwar: Weizen 30,012 Qrs., davon 12,190 aus Danzig, 4589 Hamburg, 1400 Königsberg, 135 Leer, 460 Nalskow, 7³0 Neustadt, 850 Pillau, 385 Nonnebeck, 1870 Rostock, 5833 Stettin, 1250 Stralsund, 320 Tönningen, Gerste 1759, Hafer 1929, Erbsen 342 Sr., Mehl 600 Faß. ;r

Der Vorrath von fremdem Weizen unter Schloß hier in Londen wird gegenwärtig auf 220,000 Qrs. geschätzt. Gehandelt ist in dieser Getraide während voriger Woche nur wenig. Die Forderungen dafür; llt ren im Verhältniß von 14 s pro Or. Zoll, indem man den Preis verzo ellte. 1““ Daß der Zoll auf Weizen für die nächste Zukunft unter 1b sich stellen werde, läßt sich nicht absehen und ist anzunehmen⸗ daß, 8 18 selbe so weit 1 sein 1 Eigner des hiesigen Bondlager b bvei Besinnen einklariren werden. 88 bhse e 1ö1“ Markte war die Zufuhr von englischem Weizen mäßig. Dieselbe bestand größtentheils aus neuer Waare, die zwar wieder sehr abweichend, doch im Ganzen etwas besser von Güte war, als die vor⸗

her angebrachte. Da außerdem das Wetter wieder trübe geworden war, gelang es den Faktoren, eine Erhöhung von 2 Sh. pr. Or. zu erreichen, wozu ziemlich Alles geräumt wurde. Auch für fremden verzollten zeigte sich wieder mehr Begehr, obgleich die Müller nur bei Kleinigkeiten davon neh⸗ men wollten. Aus den neu angekommenen Zufuhren wurde Danziger von 56 bis 62 Sh., in einem Falle bei vorzüglicher Qualität bis 63 Sh., ro⸗ ther Ostsee 50 a 60 Sh., geringerer 51 a 55 Sh. verzollt bezahlt, wobei die Eigner die Erlegung eines Zolles von 14 Sh. kalkuliren. Für unver⸗ zollte und Lieferungs⸗Wagare zeigte sich keine nennenswerthe Frage, und ha⸗ ben wir nicht gehört, daß etwas darin gemacht worden sei.

Paris, 31. Aug. Aus Neu⸗Granada habe ich Ihnen eine Nach⸗ richt mitzutheilen, welche den ganzen überseeischen Handel und die Schiff⸗ fahrt Europa's, und wahrscheinlich auch Preußens interessirt. Der Kongreß von Bogota hat nämlich das neulich schon erwähnte Gesetz, für dessen Ver⸗ werfung er sich anfangs aussprach, und das zum Zwecke hatte, den Hafen von Carthagena auf einen Zeitraum von zehn Jahren gewisse Handelsfrei⸗ heiten zu gewähren, wieder vorgenommen, und wirklich angenommen. Dem⸗ nach soll vom 1. August 1843 an bis zum 1. August 1853 das zum Ver⸗ brauche der Stadt bestimmte Weizenmehl von den Eingangszöllen und der unter dem Namen Alcabala bestandenen Abgabe befreit sen. Daraus er⸗ giebt sich für jedes Faß Mehl, das bisher 8 Dollars 20 Cents Auflage zu zahlen hatte, eine Verminderung derselben zu 4 Dollars 84 Cents. Dasselbe Gesetz befreit von allen Tonnen⸗, Eingangs⸗ und Anker⸗Abgaben alle während des Zeitraums von zehn Jahren in den Hafen von Cartha⸗ gena einlaufenden Schiffe. Die gewöhnlichen Hafen⸗Abgaben allein sollen fortbestehen.

1 i n e r Böre.

Den 5. Se ptember 1843.

¹ - . r. Cour. Pr. Cour. Actien. 8 1 Brief.] Geld. Brief.] Geld. Gem.

1049

Fonds.

St. Schuld-Sch.

Pr. Engl. Obl. 30. Präͤm Sch. d. Seeh. Kur- u. Neumärk.

1032, Bel. Pots. niweub. 5 V 151 ½ 150 ½ —-— 102 [dHo. do. Prior. bl. 4 104 90⅔ Mgd. Lpz. Eisenb. 169

d0. do. Prior. Obl. 4 104 ½ Schuldverschr. 102 ¼ 101¾

Brl. Aub. Eisenb. 138 ½ Berl. Stadt-Obl. 103 ½ sdo. do. Prior. 0bl. 4 104 ½ Danz. d0. in Th. 48 79

Düss. Elb. Eisenb. 5 6 Westpr. Pfandbr. 3 ½ 102 ¾¼ do. do. Prior. Obl. 4 94 ½ Grossh. Pos. do. 106 ½ 106 8 Rbein. Eisenb. 5 76 do. do. 101 ¾ 101 ¼ [do. do. Prior. Obl. 4 96 Ostpr. Pfandbr. 103 ¾¼ [Brl. Frankf. Eisb. 5 128 Pomm. do. 3 ½ 103 ¼½ 102 ¼,

do. do. Prior. 0 l. V 104 Kur- u. Neum. do. 103 ¼ 102³* Ober-Schlesische Schlesische do. 102 ¼ 1012,

102 ½

e

Eisenbahn. 1 12 ½ Brl.-Stet. E. Lt. A. 119 127 do. do. do. Lt. B. 119 2 [Magdeb.-Halber- städter Eisenb. 4

Gold al marco. Friedrichsd'or. 13 ⁄¾ And. Gldm. à 5 Th. 11⅔

Disconto. 3

117 5

Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr. Brief. sCGeld.

141 ¼ 140 ½ 140 ¼ Kurz 149 149 2 Mt. 149 ½ 149 3 Mt. 6 25 ½ 6 25 2 Mt. 80 ½ 2 Mt. 2 Mt. 102 ½⅔ 2 Mt. 99 ⁄½ 8 Tage 100 2 Mt. 99 ½ 2 Mt. 56 28 3 woch. 108

Wechsel- Cour s.

Kurz

Amsterdam 2 Mt.

do. IIlamburg do.

London

Däatib.. . .,..... 300

Wien in 20 X 150 Augsbuug. . Breslau..

Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss.. .

Frankfurt a. M. Whl . . Petersburg . ..

Auswärtige Börsen. b Amsterdam, 1. Sept. Miederl. wirkl. Sch. 53 ⁄1. 5 % do. 100 ½. Kanz-Bill. —. 5 %ℳ Span. 18 ½⅞. 3 ⁰% do. 26 ¾. Pass. —. Ausg. —. ninel. —. Preuss. Präm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 110. 4 % Russ. Hope 90 ⅞. London, 30 Aug. Cons. 3 % 94 ½. Belg. —. Neue Anl. 183. sive 4 8½. Ausg. Sch. —. 2 ½⅜ % Holl. 52 ½. 5 % 1014¼. 5 % Port. —. 3⁰% —. Engl. Russ. —. Bras. 74. Chili —. Columb. —. Mex. 37 ⅜⅞. Pera 20 ½.

Paris, 31. Aug. 5⁰⁸ Rente üin cour. 123. 5. 3 % Rente üin cour. 81. 5 % Neapl. au compt. 107. 5 % Span. Rente 27 ⅞. Pass. —.

Wien, 31. Aug. 5 % Met. I10 h. 4 % 100 ½. 3 % 6 ½. Aectien 1631. Aul. de 1834 145 ¼. de 1839 114 ¼.

Marktpreise vom Getraide. Berlin, den 4. September 1843.

Zu Lande: Weizen 1 Rthlr. 25 Sgr., auch 1 Rthlr. 20 Sgr.; Roggen 1 Rthlr. 15 Sgr., auch 1 Rthlr. 12 Sgr.; Hafer 27 Sgr. 6 Pf., auch 20 Sgr. 8 Pf.; Erbsen 1 Rthlr. 14 Sgr., auch 1 Rthlr. 10 Sgr.

Zu Wasser: Weizen 2 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf., auch 2 Rthlr. 3 Sgr. 9 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 18 Sgr. 9 Pf., auch 1 Rthlr. 16 Sgr. 3 Pf.; kleine Gerste 1 Nthlr. 5 Sgr.; Hafer 27 Sgr. 6 Pf., auch 25 Sgr.; Erbsen 1 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf., auch 1 Rthlr. 10 Sgr.

Sonnabend, den 2. September 1843.

Das Schock Stroh 8 Rthlr., auch 7 Rthlr. Der Centner Heu 1 Rthlr.

5 Sgr., auch 1 Rthlr.

8—

Angekommene Fremde.

Hotel de St. Petersbourg. von Dobeneck, Oberst⸗Lieutenant im 3ten Husaren⸗Regiment, und von Griesheim, Rittmeister im 3ten Husaren⸗Regiment, aus Franlfurt a. d. O. Baron von Eickstedt, Gutsbesitzer, aus Gustavsruhe bei Prenzlau. Sörensen, Königl. preuß. Konsul, nebst Gemahlin, aus Libau. Holm, Königl. Amts⸗Hauptmann, nebst Familie, aus Greifswalde. Kaufleute Wirkun aus Libau, und Petersen aus Stettin. 2

Stadt London. von Wangenheim, Ober⸗Landesgerichtsrath a. D., aus Neu⸗Lobitz in Pommern. Land⸗ und Stadtgerichts Kassen⸗Rendant Görschner aus Beeskow in der Kurmark. Prediger, Besser aus Ki⸗ strit. Particuliere L ⸗hmanz nebst Tochter aus Potsdam. Kausm. Günther aus Königsberg i. Pr.

Roihe r. ( Finischer Hof.) Post⸗Expedirender Mertens, nebst Gemahlin, aus Röcknitz. Rentier S chatting, nebst Gemahlin, Kanfmann Keibel, nebst Gemahlin und Brguereibesizer Kolberg, sämmtlich aus Prenzlau. Steuer⸗Inspektor Hesse aus Leipzig.

König von Po rtugal. Privatleute von Groeben aus Trier und Salzinger aus Nürnberg. Akademiker Bessel aus Möglin. Steuer⸗ Nach Meyer aus Stettin. Landau bei Danzig und von Troschke, nebst Gemahlin, aus Pfortte bei Frankfurt a. d. O. Kaufleute Bachmann aus Breslau und Sa⸗ linger aus Danzig. Rentier Schneider aus Stockholm. Ritter⸗ gutsbesitzer von Koslowski aus Posen.

König von Preußen. Kaufmann C. L. Wiese aus Greifswalde. Dr. med. Pfeifer aus Temmin. Postexpediteur Schulge, nebst Ge⸗ mahlin, und Gymnasiast Schulge, aus Naumburg.

Kaiser von Rußland. Land⸗ und Stadtgerichts⸗Rath von Ziegler, nebst Gemahlin, aus Goldberg. Kauf leute Wehrmann aus Mainz und Barsdorf aus Hamburg. Gutsbesitzer Lissau aus Stettin. Ober⸗Amtmann Scheing aus Unterbach. Schiffs⸗Capitain Bull⸗ mann aus Amsterdam. R. Zöllner, Particulier, und C. F. Zöll⸗ ner, Stud. jur., aus Schwerin. 2

Hotel de Saxe. Wiegmann, Professor an der Universität der Künste

zu Düsseldorf, aus Düsseldorf. Ober⸗Postmeister Nebelthau aus Kassel. Banquier Schlesinger aus Hirschberg. Kommissions⸗ Rath Weigel aus Oranienburg. Major a. D. von Bockum aus Qued⸗ linburg. Archidiakonus und Dr. phil- Schedlich nebst Frau aus Pega. Major a. D. Stephani aus Trachenberg. Rittmeister a. D. Rey⸗ mann aus Frankenstein. 1t 8

Hotel de Prusse. von Jena, Nittmeister a. D. und Rittergutsbesitzer,

nebst Tochter, aus Cöthen bei Freienwalde. Frau Bau⸗Inspektorin Schultz, nebst Tochter, aus Halle. Kaufmann A. Legeler aus Bern⸗ burg. von Errleben, Lieutenant im isten Garde⸗Regiment, aus Potsdam. Frau Doktorin Berlin aus Friedland. Rentier von Kleist aus Stettin.

Hotel de Rome. Gemahlin, aus Naugard. Posen.

British Hotel. Freiherr von Maltzahn, Erbland⸗Marschall, nebst Gemahlin, aus Penzlin. Frau Generalin von Kleist, aus Stargard. Baron von Kröcher aus Lahme.

Hotel du Nord. Werner, Staats⸗Referendar und Chef der Lotterie⸗ Verwaltung, aus Warschau.

Rheinischer Hof. Hauptmann von Bialke aus Münster. Justizrath Zweigert aus Stettin.

Goldner Adler. Major a. D. von Osten aus Freienwalde.

Hotel de Hambourg. Oberst⸗Lieutenant Kinzel aus Frankfurt.

In Privathäusern. General⸗Major von Wedell, Commandeur der 10ten Kavallerie⸗Brigade, aus Posen, Unter den Linden 26 bei Sommerbrodt. Selaninsky, Hauptmannn im Generalstab des 2ten Armee⸗Corps, aus Stettin, Oberwallstr. 4 bei Westarp. Hoffmann, Hauptmann a. D., aus Neuhaus, Georgenstr. 13 bei Kranichfeld. Frau Generalin Uwaroff nebst Sohn aus Petersburg, Schadowstr. 4 bei Uwaroff. Baronesse von Witten aus Glogau, Potsdamerstr. 23 bei zur Megede. Sängerin Signora Ottavia Malvani nebst Eltern aus Turin, im Königstädter Theater.

von Bismark⸗Naugard, Königl. Landrath, nebst Graf Potocki, Ritterguts⸗Besitzer, aus

Kreis⸗

Meteorologische Beobachtungen.

Abends 10 Uhr.

Nach einmaliger Beobachtung.

Nachmittags 2 Uhr.

1843. 4. Sept.

Morgens 6 Uhr.

Luftdruck. ... 331,500 Par. 334,4 8 Par. 33 4,33 Par.] Quellwärme 8,39 R. .+ 14,20 n. + 15,0° R. +† 11,00 R. Flusswärme 14,00 R. 4

Luftwärme.. Thaupunkt . .. 13,10 R. + Dunstsättigung 92 pcCt. Wetter regnig. bezogen. stürmisch. 8 Wind W. WNW. W Wüͤrmewechsel + 15,4“ Wolkenzug... 8 W. + SII Tagesmittel: 334,43 Par... + 13,40 n. + 8,60 R. 67 pet. W.

6,20 R. + 6,20 R. Bodenwärme 13,80, R. 50 pCt. 68 pCt. Ausdünstung 0,024, Rb.

Niederschlag 0,061 Rh.

Königliche Schauspiele.

Mittwoch, 6. Sept. Don Juan, Oper in 2 Abth., Musik von Mozart. (Mad. Louise Köster, geb. Schlegel, vom Großher⸗ zoglichen Hof⸗Theater zu Schwerin: Donna Anna, als Gastrolle.)

Donnerstag, 7. Sept. Im Schauspielhause: Der arme Poet. Hierauf: Karl XII. auf seiner Heimkehr. (Herr Görner, Regisseur des Großherzoglichen Hof⸗Theaters zu Mecklenburg⸗Strelitz, im ersten Stück: Lorenz Kindlein, und im zweiten Stück: Karl XII., als Gast⸗ rollen.) KRönigsstädtisches Theater.

Mittwoch, 6. Sept. Von Sieben die Häßlichste. Lustspiel in 3 Akten und einem Vorspiel, von L. Angely. (Dlle. Grafenberg, vom Theater in der Josephstadt zu Wien: Ernestine, als Gastrolle.)

Donnerstag, 7. Sept. Der Verschwender. (Dlle. Grafenberg: die Fee Cheristane, Herr Linden, vom Stadt⸗Theater zu Aachen: Flottwill, als Gastrollen.) 8 u“

Freitag, 8. Sept. Zum erstenmale: Der falsche Schlüssel, Drama in 3 Aufzügen, nach dem Französischen, von Castelli. Hierauf: Drei⸗ unddreißig Minuten in Grüneberg, oder: Der halbe Weg. Fent 1““ Fttr

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Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.

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Gutsbesitzer Bekrun und Macker aus

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Das Abonnement beträgt:

2 Rthlr. für ¼ Jahr.

4 Uthlr. Jahr.

8 Rthlr. - 1 Jahr. in allen Theilen der Monarchie

ohne Preiserhöhung. ¹ Insertions-Gebühr für den einer Zeile des Allag. Anzeigers 2 Sgr.

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üäauf dieses Hlatt an, für Berlin d;die Expedition der Allg. Preuss. I 8 Zeitung: .— Friedrichsstrasse Mr. 72.

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Deutsche Bundesstaaten.

Obgleich scheu und

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Amtlicher Theil. Inland. Berlin. Zur Berichtigung der Angaben über die Reise Sr. Majestät des Königs nach Frankfurt a. d. O. öln. Erinnerungs⸗ Feier der vorjährigen Grundsteinlegung bei dem Dombau. 23.982 werder. Das Gesetz über Benutzung der Privatflüsse. Düssel⸗ dorf. Wallfahrer. Erweiterung der Stadt. Strehlen. Feuer⸗ 3 Sachsen. Leipzig. Feier der Ver⸗ Württemberg. Stuttgart. Rücktritt des Kirchen und Schulbaukosten. uUlm. Hannover. Hannover. Karlsruhe. Abreise des Darmstadt. Ankunft des

S. n h

fassungs⸗Uebergabe. Staats⸗Secretairs Vellnagel. Uebung der Pioniere. Aerndte. Erwartete Ankunft des Königs. Baden. Großfürsten Michael. Grh. Hessen.

Großfürsten Michael. 3 F

Frankreich. Paris. Der Herzog von Montpensier zu Pau. Der Be⸗ such der Königin von England. T ransatlantische Dampfschifffahrt. Vermischtes. Briefe aus Paris. (Der Besuch der Königin von Eng⸗ land in Eu; der Unfall des Königs bei Treport. Die Königin Pomare; Prozeß Merentié.) 1“

Grostbritanien und Irland. London. See⸗Erkursion der Königin. Adresse des Stadtraths von London an Espartero. O'’Connell über die Thronrede. Abreise des französischen Geschäftsträgers nach Eu. Sir Charles Morgan †. Schreiben aus London. (Volks⸗ Versammlung in Wales; Graham und sein Erziehungs⸗Plan; günstigere Stimmung in Wales.)

Schweiz. Luzern. Lösung der gargauischen Klosterfrage. Zürich und St. Moritz. Unruhen im Wallis.

Italien. Von der italienischen Gränze. Unruhen bei Bologna und im Modenesischen. Rom. Ueber die Unruhen bei Bologna. Spanien. Madrid. Gerücht von einer bevorstehenden Veränderung des Ministeriums. Schreiben aus Paris. (Stand der Dinge in Bareelona.) Portugal. Schreiben aus Lissabon. (Die Sendung des Herzogs von Palmella nach London und die öffentliche Meinung darüber.) Eisenbahnen. Jauer. Liegnitzer Gebirgsbahn. Kiel. Die Ostsee⸗

Elbe⸗Bahn. Barcelona. Bahn nach Mataro.

Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Breslau. Marktpreise. St. Petersburg. Dampfschifffahrt zwischen Dünkirchen und St. Peters⸗ burg. Paris. Börse. London. Stand des Getraidemarktes. Liverpool. Baumwollen⸗Markt. Amsterdam. Börse und Ge⸗ traidemarkt.

Pater Mathew, der Mäßigkeits⸗Apostel. Königsstädtisches Theater. Ausstellung des Kunst⸗Vereins.

Beilage. Inland. Magdeburg. Wohlthätigleit. Dorsten. Einweihung einer Ursulinerin. Deutsche Bundesstaaten. Würt⸗ temberg. Stuttgart. Hagelschaden. Kurhessen. Fulda. Ver⸗ brechen. Grh. Hessen. Darmstadt. Hagelwetter. Nassau. Montabaur. Herabsetzung der Brodpreise. Anhalt⸗Deßau. Deßau. Gustav⸗Adolfs⸗Verein. Serbieu. Von der türki⸗ schen Gränze. Wutsitsch und Petroniewitsch behalten ihre Titel und Emolumente. Bevorstehende Reisen des Kaisers Nikolaus. Ver⸗ einigte Staaten von Nord⸗Amerika. Errichtung eines neuen Lehrstuhls für deutsche Sprache und Literatur.

Zur Charakteristik des heutigen Griechenlands.

Amtlicher Theil.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: Dem Professor Dr. Löbell in Bonn, dem General⸗Arzt des 3ten Armee-Corps, Dr. Below und dem Regiments⸗Arzt des 9ten Infanterie⸗-Regiments (genannt Kolbergsches), Dr. Funk; so wie dem emerit. Gymnasial⸗Lehrer Schnaubelt zu Oppeln, den Ro⸗ then Adler⸗Orden vierter Klasse zu verleihen;

Den Ober-Landesgerichts⸗Assessor von Boguslawski zu Breslau und den Stadtgerichtsrath Sack daselbst zu Ober⸗Landes⸗ gerichtsräthen bei dem dortigen Ober⸗Landesgericht;

Den bisherigen außerordentlichen Professor an der Universität in Basel, Dr. Gelzer, zum ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der hiesigen Universität; und

Den bisherigen außerordentlichen Professor Dr. Kutzen zu Bres⸗ lau zum ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der dortigen Universität zu ernennen.

Se. Königl. Hoheit der Prinz Albrecht, Sohn, ist von Frank⸗ furt a. d. O. hier wieder eingetroffen.

Der beim Königlichen Appellations⸗Gerichtshofe zu Köln ange⸗ stellte Advokat⸗Anwalt Lützeler ist vom 1. Oktober d. J. ab an das Königliche Land⸗Gericht zu Elberfeld versetzt worden.

Angekommen: Se. Excellenz der Kaiserl. russische General⸗ Lieutenant von Berg, und Der Kaiserl. russische General⸗-Major Besack, von Warschau.

Uichtamtlicher Theil.

Inland.

Berlin, 5. Sept. Se. Majestät der König waren am 2ten d. M. nach Frankfurt a. d. O. gegangen, um das dritte Armee⸗ Corps zu besichtigen, und hatten zu befehlen geruht, daß bei dieser Gelegenheit das 3te Bataillon 8Sten, 2te und 3te Bataillon 12ten, das 3te Bataillon 20sten, das 3te Bataillon 24sten Landwehr⸗Regi⸗ ments und das Landwehr⸗Bataillon 35sten Infanterie⸗Regiments Fahnen erhalten sollten. 1

Um 8 ½ Uhr Abends fand in Gegenwart Sr. Majestät des Königs, Ihrer Königl. Hoheiten des Prinzen Karl von Bayern, des Prinzen von Preußen, der Prinzen Karl, Albrecht, Adalbert und Waldemar von Preußen und des Herzogs von Braunschweig Durchlaucht, der Ge⸗ neralität des dritten Armee⸗Corps, der übrigen anwesenden Generale und der vorschriftsmäßigen Deputationen die Annagelung der Fahnen unter den dafür üblichen Formen stant. B

Am 3ten, an welchem Tage Se. Majestät den Gottesdienst im

Freien und große Parade des 3ten Armee⸗Corps befohlen hatte, ward die Weihe dieser Fahnen vor dem Gottesdienste vollzogen, wel⸗ cher alsdann auf die dafür bestimmte gewöhnliche Weise abgehalten wurde. Bei der hierauf folgenden 3109 Parade defilirten die Trup⸗ pen zuerst in Compagnie-Front und die Kavallerie in halben Esca drons, hierauf in Regiments⸗Kolonnen und die Kavallerie in Esca⸗ drons im Trabe. Am äten führte das 3te Armee⸗Corps auf Allerhöchsten Befehl ein Feld-Manöver gegen einen markirten Feind aus, nach dessen Beendigung Se. Majestät mit Allerhöchstihrer Begleitung um 1 Uhr Mittags nach Berlin zurückkehrte.

* Köln, 3. Sept. Für den Augenblick ist in unserer Stadt alles Interesse auf die Festlichkeiten gerichtet, welche morgen in Erin⸗ nerung an die Grundsteinlegung des vorigen Jahres zum Besten des Dombaues stattfinden sollen. Im Plane war es anfangs, ein eigent⸗ liches Volksfest zu veranstalten; ein Volksfest im wahren Sinne des Wortes setzt jedoch voraus, daß das Volk nicht allein als eine todte Zuschauermasse, sondern thätig mitwirkend zugegen ist, und dies zu bewerkstelligen, hat seine Schwierigkeiten, die bei uns weniger in be⸗ sonderen örtlichen Verhältnissen, als in der allgemeinen Richtung der Bildung unserer Zeit liegen. Man hat sich daher genöthigt gesehen,

zu den gewöhnlichen Auskunftsmitteln, Theater⸗Vorstellungen, Feuerwerk und dergleichen, seine Zuflucht zu nehmen; das einzige Volksmäßige werden die freien, geselligen Vereinigun⸗ gen auf dem Frankenplatze sein, der abgesperrt, festlich ver ziert und ausschließlich zur Aufnahme der Fest⸗Theilnehmer bestimmt wird. Im Theater werden den Blicken der Zuschauer drei Bilder vorübergeführt werden, welche die Vergangenheit und die Zukunft des Domes vergegenwärtigen sollen. Zur Einleitung, so wie in den Zwischen⸗Akten wechseln Musikstücke und Männer⸗Gesang; zwei Lieder, das bekannte Dombauwerkgesellenlied von dem verstorbenen Lieute⸗ nant von Hagen, und zum Schluß ein in kurzer Zeit volksmäßig ge⸗ wordenes Festlied von Pfarrius sollen von allen Anwesenden gesungen werden, was bei den vielfachen Singübungen, zu denen seit Jahren bei uns Gelegenheit geboten wird, ohne Verletzung des musikalischen Gehörs und des Kunstsinnes wohl ausführbar ist. Nach dem Schlusse des Theaters wird auf dem Fkankenplatze ein Feuerwerk abgebrannt, von dem wir uns bei den nothwendig beschränkten Mitteln nicht so viel versprechen, als von der Erleuchtung des Domes in rothem bengalischen Feuer, die gewiß einen durch die Pracht des Schauspieles überraschenden Eindruck hervorbringen wird. Um wo möglich allen Ständen die Theilnahme an dem Feste möglich zu machen, sind die Eintritts⸗Preise zum Frankenplatze nicht höher als auf 5 Sgr. gestellt; im Theater mußten schon des beschränkteren Raumes, so wie der Kosten wegen höhere Preise gesetzt werden. Der ganze Rein⸗Ertrag fließt in die Kasse des Dombau⸗Vereines, die daher einen nicht unbedeutenden Zu⸗ wachs zu erwarten hat.

Düsseldorf, 2. Sept. (Elb. Z.) Gestern ist der Zug Düs⸗ seldorfer Wallfahrer, welcher vor fünf Tagen feierlich nach Kevelaer gezogen war, unter dem Geläute der Glocken wieder zurückgekehrt. Viele angesehene Bürger befanden sich unter den in Prozession Rück⸗ kehrenden, welche von mehreren Geistlichen geführt wurden. Einer von diesen hielt Angesichts der Stadt auf der anderen Rheinseite auf der Kasseler Gemarkung, wo auf einer Wiese ein Altar errichtet war, eine Rede und nachdem von der Menge noch ein Gebet ge⸗ sprochen war, begaben sich die Waller, ermüdet von der in der Sounenhitze zurückgelegten Reise, nach der Stadt, aus welcher viele Einwohner entgegengeeilt waren. Im hiesigen Stadtrathe soll der Plan des neuen Stadtviertels am Bergerthore, welches Düssel⸗ dorf mit der Neustadt und Bilk verbinden wird, berathen und fest⸗ gestellt worden sein, und schon sind eine Anzahl Arbeiter damit be schäftigt, mit einem Theile des Bodens von dem ehemaligen Damme die Straße vor dem Bergerthore zu erhöhen. Letzteres, das noch das bergische Wappen trägt und nach alter Art massiv und niedrig gebaut war, ist zum Theil abgebrochen worden. So sehr man auch wünschen muß, daß der Eingang in die Stadt freundlicher werde, so sieht man dergleichen ehrwürdige Denkmäler früherer Zeit doch ungern verschwinden.

Marienwerder, 1. Sept. Im heutigen Amtsblatte werden die für das Vorfluths⸗Interesse, so wie in sanitäts⸗polizeilicher Beziehung wichtigsten Bestimmungen des Gesetzes über die Benutzung der Privat⸗Flüsse vom 28. Februar 1843 besonders zur öffentlichen Kenntniß gebracht und die sämmtlichen Polizei⸗Behörden verpflichtet, diese Vorschriften in sorgfältige Erwägung zu nehmen und auf ihre Befolgung mit Umsicht und Strenge zu halten.

Strehlen, Anf. Sept. Die hiesigen Stadtblätter be⸗ merken: Immer mehr wird es erkannt, daß eine tüchtige Feuerordnung auf militairisch disziplinirte Lösch⸗ und Rettungs⸗Mannschaften ba⸗ sirt sein müsse, und in Frankenstein ist aus diesem Grunde das

Schützen⸗Corps mit dem Beispiele vorangegangen, sich an die Spitze der dortigen Lösch⸗ und Rettungs⸗Anstalten zu stellen.

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Pater Mathew, der Mäßigkeits⸗Apostel.

§ London, 28. Aug. Vor einigen Tagen war ich Zeuge eines Schauspiels, das noch jetzt meinen Geist beschäftigt, und das vielleicht für Ihre Leser von Interesse ist ich meine die Bekehrungen Pater Mathew's, des Mäßigkeits⸗Apostels, der, nachdem er das Volk in Irland unterjocht (der Ausdruck ist nicht zu stark), jetzt auf seiner Missionsreise durch England begriffen und in diesem Augenblick der „Löwe“ Londons ist.

Es geschah zufällig, daß ich mit seinem Thun und Treiben persönlich bekannt wurde. Als ich nämlich einen Freund besuchte und erfuhr, daß der Pater in der Nachbarschaft das Gelübde abnehme, entschloß ich mich kurz zu einem Wege von zwei Straßenlängen, der mich nach einer geräu⸗ migen Reitschule führte, wo das Werk vor sich ging. Die Zuhörer (so zu sagen) aus den besseren Klassen erhielten durch eine Seitenthüre zu einer verborgenen Treppe den Zutritt. Man traf dort ein Publikum von eben denselben Neuigkeits⸗Jägern, wie man es überall findet, gleichviel ob eine Giraffe oder ein Philanthrop zu sehen ist; vielleicht befanden sich unter demselben auch Einige, welche ernstere Motive hingeführt hatten. Uebrigens trug durchaus nichts den Anschein einer Feierlichkeit oder Ceremonie Oben auf der Treppe an das Geländer gelehnt, um frische Luft zu schöpfen mit den Leu⸗ ten, wenn sie ankamen, freundlich plaudernd und mit Eröffnen von Briefen eifri beschäftigt, stand ein kleiner Mann von mittleren Jahren. Hätte ich 88 sein Bildniß schon früher gesehen, so hätte ich dennoch aus den von der versammelten Menge namentlich von den Damen auf ihn gerichteten Blicken voll Verwunderung und Neugierde seinen Namen errathen müssen L eu und zurückhaltend in ihren Geberden, wie die englischen Flechre npse hastt sg eche im Sc stehen, giebt es doch keine ihres Ge⸗ schlechts, die halb so emsig gewesen wäre, wie da, wenn es sich nur um einen gewöhnlichen „Löwen“ gehandelt hätte, möchte es 1r ein eines

kürzlich verübten Mordes wegen zum Tode verurtheilte Verbrecher, oder der

nen häuslichen Verhä

neue Gesandte irgend eines

8 9 7 Autor gewesen sefn d unbekannten wilden Volkes, oder ein populairer

er wegen irgend eines verdrießlichen Vorfalls in sei⸗ ltnissen überall besprochen wird. falls in sei

Pater Mathew lenken vönnte. hew hat indeß nichts Auffallendes, was das Auge auf ihn

Sie haben vielleicht sein Bildniß gesehen, das einen Mann

vorstellt, der über die Jugend h

Gesichtsbildung, ehrlichem Blick inaus ist, mit offener nicht unregelmäßiger

und wohlwollendem Lächeln. Doch ihm ist

im Bilde zu sehr geschmeichelt. Viel dem Wetter ausgesetzt, oder in Folge

der heftigen Natur seines Temperaments (si n

cherlich nicht in Folge seiner d braun geworden; auch wird

Libationen), ist seine Gesichtsfarbe röthlich un Sein Anzug

sein Haar auf dem Kopfe dünn.

war üssig; di var eswas nachlässig; die

Kravatte, welche er trug, mochte schon manche drei Tage alt sein, und seine schwarzen ledernen Stiefeln hatten wohl längst nichts mehr von frischer Wichse gesehen. Uebrigens hatte der Anzug, mit Ausnahme viel⸗ leicht dieses letzten Stückes nichts, das den katholischen Geistlichen anzeigte. Seine Stimme ist helltönend und liebreich; sie liegt ziemlich hoch; seine Aussprache ist mehr irländisch, als ich erwartet hatte. Kunrz die ganze Erscheinung schien mir viel mehr Aehnlichkeit mit einem respektablen Land Pachter aus der alten Schule, als mit dem Manne zu haben, der, mag man nun sein Wirken ansehen, wie man will, gewiß sehr merkwürdige Resultate unter dem unbeständigsten und unzähmbarsten aller europäischen Völker erlangt hat. Als wir anlangten, redete gerade einer von seinen Begleitern von einem erhöheten Gerüste herab zu der in der Reitschule versammelten Menge; vor ihm war ein leer gelassener Raum, den andere von des Paters Begleitern stets frei zu halten bemüht waren.

Ich achte gern auf die Phosiognomie von Volkshaufen und habe, wie ich glaube, die Gamins von Paris und die Gossoons von Dublin, sowie die seltsame und schmutzige Bevölkerung unserer Fabrikstädte ziemlich genau studirt. Der Charakter eines londoner Volkshaufens ist nach meiner Ansicht Gleichgültigkeit. Wenn ein Gassen⸗Prediger unter einem Baume im St. James⸗Park das Volk haranguirt, so kann er sicher darauf rechnen, eine Gemeinde um sich zu versammeln; die Leute bleiben stehen, weil ein Mann da ist, aber nicht, weil sie ihn zu sehen oder zu hören Verlangen tragen. Wenn auf der Straße ein Unglück sich ereignet, so hält dieselbe Neugierde unwillkürlich wohl hundert Menschen auf, die nicht im mindesten daran denken, Hülfe zu leisten. Die Versammlung in der Reitschule von Albany Street bestätigt in allen Stücken diese meine Behauptung. Eine schmutzige, ärmlich ge⸗ kleidete Menge Menschen jedes Alters, unter welcher hier und da der rothe Rock eines Soldaten mit seinen lebhaften Farben hervorblickte, war für mehrere Stun⸗ den hier dicht zusammengedrängt, ohne das geringste sichtbare Interesse an einer Scene zu zeigen, die, wie man glauben sollte, es doch hätte erregen müssen; auch sah man nichts von jener ansteckenden Begeisterung, die in der irländischen Hauptstadt oder unter den Webern und Spinnern von Manchester und Bolton solche Scenen begleitete. Und als nun der Redner seine Anklage gegen das Ale (vorzugsweise das Getränk, welches, wie die Aerzte sagen, „in der Behandlung“ war) beendet und verkündet hatte, daß Pater Mathew nunmehr anfangen würde, das Gelühde allen denen abzu⸗ nehmen, die es ablegen wollten da hörte man keinen Laut, keine Be⸗ wegung, kein Zeichen von Ungeduld. Zuerst kamen zwölf oder dreizehn kleine elend aussehende Kinder in den offenen Raum das älteste von ihnen noch nicht zwölf Jahr alt; dann einige Männer und Weiber, im Ganzen etliche dreißig Personen. Sie knieten nieder, und der Pater, der eilig auf dem Gerüste hervortrat, 11“ 3

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las ihnen in der tonlosen Weise unserer

Küster das Gelübde vor, indem er nach jedem Worte anhielt, um die Ant⸗ wort von der kleinen Gesellschaft zu erhalten. Für ihn muß dies natürlich jetzt eine mechanische Verrichtung sein; für mich war es ein ernsthaftes Ding, das gerade wegen des Mangels aller Feierlichkeit mich sehr zum Nachdenken brachte. Als die Formel zu Ende war, sagte Pater Mathew: „Jetzt bleibt noch auf Euren Plätzen, bis ich herunterkomme, um Jedem von Euch den besonderen Segen zu ertheilen.“ Er stieg vom Gerüste herab und trat in den offenen Raum. Auch jetzt zeigte sich noch keine Aufregung unter den Zuschauern, außer unter den Herren und Damen auf der Gallerie. Der Pater blieb einige Sekunden stehen, um nur zu einem alten Manne etwas zu sprechen; sonst besteht der besondere Segen darin, daß er so schnell wie möglich mit beiden Händen die Stirn eines jeden Einzelnen berührt.

Als wir die Treppen hinuntergingen, fanden wir den thätigen Mann abermals beschäftigt, das Gelübde einigen Personen aus den besseren Klassen abzunehmen, die sich wahrscheiulich geschämt hatten, ihre Absicht in zerlump⸗ ter Gesellschaft kund zu thun. Die Meisten dieser Letzteren wurden um den Preis eines Schillings mit einer Medaille versehen, die der Pater ihnen um den Hals hing. 1

Als ich nach Hause ging, mußte ich unwillkürlich denken: was ist die Natur des Menschen, wenn die Gewohnheiten des Lebens so geändert wer⸗ den sollen, wenn die Tugend so geschaffen werden soll? Aber ich war des⸗ halb nicht weniger von dem Ern und der Aufrichtigkeit des Paters über⸗ zeugt; denn nur ein ehrlicher Vorsatz konnte in der That diesen Mann während eines Lebens von so schrecklicher und anstrengender Einförmigkest aufrecht erhalten. So weit ich nach einem so kurzen Anblick urtheilen kann, so scheint er mir in seinem Wesen offen und freundlich, aber sehr unbe⸗ kümmert um Ruhm. Leute, die ihn näher kennen, bestätigen mir dies, und erklären dazu, daß sein kaltes und stetes Ablehnen aller Gunstbezeugungen, die ihm von Seiten der adligen und vornehmen Welt in Gestalt von Frühstücks⸗, Mittags⸗ und Abendmahlzeiten und Gesellschaften ertheilt wer⸗ den, merkwürdig ist und ohne Ausnahme geschieht. Seine Erfolge in Lon⸗ don sind groß gewesen, aber doch nicht so fabelhaft groß wie in Irland. Bei uns ist, wie ich ernstlich glaube, die nationale Gewohnheit des Trunks glücklicherweise im allmäligen Verfall begriffen; gerade die Bemühungen der Eigenthümer von Schnapspalästen, ihre Tempel der Verführung glän⸗ zend und prachtvoll auszuschmücken, sagen in diesen schlechten Zeiten Etwas, woraus ich vielleicht, wäre ich ein Philosoph, manches folgern könnte.

Es scheint mir zwar nicht passend, jetzt, nachdem ich diesen ernsten Gegen. stand berührt habe, noch von frivoleren Dingen zu reden, aber 89, doch an courant du jour halten und Ihnen deshalb enh angn lich für neue Oper „Geraldine“ von Balfe (unserem Lortzin 2 üge befupn⸗. neu-· die Salle Favart in Paris geschrieben und dort mit Erfolg 1