gedruckten Vorlesungen der
das altenburger
Vorstand, der mit beredten Worten schilderte, wie glücklich das kleine alten⸗
hörden des Landes sei.
Versuche, deren Resultate dann der Geffentlichkeit zu übergeben wären.
lus sucht sich in einer besonderen, unter dem Titel:
Nachdruck zu betrachten sei. — e hervor, daß der Verfasser von einer gewissen gewesen ist;
eigene Entschuldigung; diese hat uns jedoch keinesweges befriedigt.
hat, der nach §. 2 des preußischen Nachdruck
Am Schlusse seines Vortrags theilte der Redner noch einige, . betreffende statistische, landwirthschaftliche und Dr. Crusius, der zweite
solle.
nationalökonomische Notizen mit. Ihm folgte
burger Land unter Herzog Joseph's Regierung und den erleuchteten Be⸗ d Ueber letzteren Punkt verbreitete sich auch in einem mehr humoristischen Vortrage Staatsrath Fischer von Birken⸗ feld, welcher dem anwesenden Prinzen ein dreimaliges Lebehoch brachte. von Breitenbauch aus Ranis hielt hierauf einen Vortrag über das Schwanken der landwirthschaftlichen Dogmen, daß man vor 2000 Jahren in vielen Punkten eben so weit gewesen als jetzt, und daß diese Schwankungen nur vermieden werden könnten durch Errichtung von Versuchswirthschaften und Anstellung zahlreicher komparativer
Zum Schlusse sprach noch Roßmäßler von Tharandt über Botanik.
31. Aug. Herr Professor Pau⸗ „vorläusige Ap pellation an das Wahrheit wollende Publikum“ zu Darmstadt bei Leske erschienenen kleinen Flugschrift gegen den Vorwurf zu rechtfer⸗ tigen, als habe er durch seine ohne s 1 sers veranstaltete Herausgabe der Vorlesungen des Geheimen Rathes von Schelling sich einer Handlung schuldig gemacht, die gesetzlich als Aus dem Tone der kleinen Schrift geht Erregtheit nicht frei wir wollen auf die Anschuldigungen, die er in dieser Die Hauptsache bleibt Paulus
* Aus Süddeutschland,
Stimmung erhebt, nicht eingehen.
Wissen und Wollen des Verfas-
e Genehmigung des Autors einen Ab 8 mündlichen Lehrvorträgen“ veranstaltet Verbotes „dem Nach⸗ drucke gleich geachtet“ und daher gleich diesem verboten ist, scheint ins so leicht sich nicht beseitigen zu lassen. Das Raisonnement, auf dem die Rechtfertigung beruht, ist übrigens nicht ohne Scharfsinn, wie wir dies bei dem alten jederzeit schlagfertigen Streiter nicht an⸗ ders erwarten konnten. Er beruft sich darauf, daß er in seinem; Werke nicht blos einen Abdruck der fraglichen Vorlesungen, sondern auch eine Menge Berichtigungen gegeben habe, wodurch das Ganze in seinen positiven und negativen Bestandtheilen sein Geistes⸗Eigen thum geworden sei; er vergleicht seine Besitznahme der von ihm ab⸗ Besitznahme der Marquesas⸗Inseln durch
Die Thatsache, daß er „ohn druck von nachgeschriebenen
die Franzosen und behauptet, bei jener mehr Mühe gehabt zu haben, 9 8
als die französische Regierung bei der letzten. Dabei vergißt er aber, daß die Marquesas⸗Inseln nach dem herkömmlichen Völkerrechte, wie alle nur von Wilden besetzten Landstriche, res nullius waren und als solche primo occupanti gehörten, was sich denn doch wohl auf die
Vorlesungen des Geheimen Rathes von Schelling nicht anwenden läßt.
Mehr scheinbaren Grund hat es, wenn Herr Professor Paulus
zu seiner Vertheidigung sich darauf beruft, daß er es als seine Pflicht
erachtet habe, die in den Vorlesungen den Behauptungen zu widerlegen,
einzuverleiben? 1 ollte es führen Widerlegung eines Buches dieses selbst wieder mit abgedruckt wer⸗ den dürfte? öffnet? w werthvollsten Werke nachgedruckt werden, sobald man
hinzuzufügen, die sich
genügende Bürgschaft für das
meisten zu Statten kommt,
aufgestellten, ihm irrig scheinen⸗ ind daß er, um seinen Gegner festzuhalten, kein anderes Mittel aufzufinden gewußt habe, als daß er denselben mit seinen eigenen Worten redend einführte, was durch den Abdruck der Vorlesungen geschehen sei. Aber auch dieser Grund
und der Polizei nach En erhalten hätten.
nung auf die Ankunft der Königin ist allgemein,
dürfte bei schärferer Erwägung nicht stichhaltig sein; denn wenn wir zugeben wollen, daß es Herrn Professor Paulus freigestanden hätte, die Hauptstellen aus den Vorlesungen zum Zwecke der Widerlegung wörtlich anzuführen, so folgt daraus doch noch keinesweges das Recht, das Ganze abdrucken zu lassen. Schon deshalb nicht, weil dieses zum Zwecke der Widerlegung nicht nothwendig war. Wie viele philoso⸗ phische Systeme sind in ihren irrigen Bestandtheilen auf das gründ⸗ lichste widerlegt worden, ohne daß man die Bücher, die jene Systeme enthielten, für nöthig gefunden hätte, in extenso der Widerlegung Und wohin sollte es führen, wenn jedesmal bei der
Wäre damit nicht dem Nachdruck Thür und Thor ge⸗ Könnten nicht unter dem Vorwande einer Widerlegung die 1 sich nur die Mühe nicht verdrießen ließe, eine gewisse Masse von Bemerkungen das Ansehen einer Widerlegung Feen Wir sind weit davon entfernt, Herrn Professor Paulus eines sol⸗ chen Verfahrens fähig zu halten. Ihm ist es mit seiner Widerlegung ohne Zweifel Ernst. Aber der Ernst einer Absicht ist nicht immer eine Gelingen. 1 Dafürhaltens bei seiner Rechtfertigung am
Was ihm unseres Rechtj 1 ist der Wortlaut des Großherzogl. hes⸗
sischen Gesetzes gegen den Nachdruck, dessen erster Artikel „wört⸗
liche Auszüge eines ganzen
8
gebung zu gute.
„als beiläusige Bestandtheile oder Beilagen anderer Schriften“ für „erlaubt“ erklärt. Die Schrift, welche von den preußischen Behörden vorläufig als Nachdruck mit Beschlag belegt worden, ist zu Darmstadt erschienen, und derselben kämen daher, sofern eine Beschlagnahme nicht blos der nach Preu⸗ ßen versandten Exemplare, sondern der ganzen Auflage beantragt werden sollte, die Bestimmungen der Großherzoglich hesischen Gesetz⸗ Die Anwendung, die Herr Professor Paulus von die⸗ aber nur zu einem neuen Be⸗ daß auch nach dem Beschlusse
& „n. 214 Werkes
sen Bestimmungen macht, dient uns weise, wie sehr es zu bedauern ist, 1— 1 der Bundesversammlung, welcher den Nachdruck innerhalb der Grän⸗ zen des deutschen Bundes im allgemeinen verbietet, die Gesetze ge⸗ gen den Nachdruck in den verschiedenen Bundesstaaten noch so sehr von einander abweichen, daß in dem einen etwas als zulässig erschei— nen kann, was in dem anderen verboten ist. Uebrigens sind wir weit davon entfernt, der Entscheidung der preußischen Gerichte vor— greifen zu wollen, müssen indeß doch gestehen, daß wir die Unbe⸗ stimmtheit, die Herr Professor Paulus (S. 13 seiner Flugschrift) an dem preußischen Gesetze rügt, in demselben nicht zu finden vermögen.
aris, 2. Sept. Der Herzog von Montpensier ist gestern Abend in Paris angekommen und heute früh nach dem Schlosse von Eu abgereist. Nor G „ „ 85 Der Herzog und die Herzogin von Nemours sind in Brest an⸗ gekommen. Man meldet von dort: „Die Festlichkeiten, welche hier vorbereitet werden, ziehen eine solche Menge von Fremden nach dieser Seestadt, daß man die täglich wachsende Zahl derselben kaum noch unterbringen kann. Ein Bett wird für die Nacht mit 25 Fr. bezahlt und doch hält es schwerer, sich ein Mittagessen, als eine Schlafstelle zu verschaffen. Die Festlichkeiten werden übrigens herrlich sein; noch nie sind von dieser Stadt solche Anstrengungen gemacht um einen Sohn des Königlichen Hauses würdig zu empfangen.“
Lord Cowley hat im Laufe des sefergen Tages eine Depesche
von Lord Aberdeen erhalten, worin dieser ihn von der bevorstehen⸗ den Ankunft der Königin Victoria in Treport benachricht. Von einer Reise der Königin nach Paris ist in dieser Depesche nicht die Rede. Lord Cowley ist in Folge dieser Meldung nach Treport abgegangen, um seine Souverainin bei ihrer Landung zu empfangen. Das diplo⸗ matische Corps hat in gleicher Weise von der Reise der Königin eine offizielle Anzeige erhalten. König Leopold der Belgier wird, von Wiesbaden kommend, in Schloß Eu erwartet. Die ministeriellen
““
dere nach Privatbriefen,
bleiben würde, und außerdem, arabischen Verwaltung beschlossen ist.
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Blätter enthalten auch heute noch keine offizielle Anzeige von der bevorstehenden Ankunft der Königin von England.
Der Bischof von Troyes ist in der Nacht vom 30 sten zum Zisten v. M. einer langen und schmerzhaften Krankheit erlegen; er ward 82 Jahre 11 Monat alt.
Unsere Blätter machen darauf aufmerksam, daß in der Stadt Paris im Jahre 1814 eine gezwungene Anleihe erhoben und dabei die Zeit der Rückzahlung auf 30 Jahre festgesetzt wurde. Der Ter⸗ min dieser Rückzahlung ist im April 1844.
Der Marschall Soult und Herr Teste werden noch und demnächst in Eu erwartet.
Dlle. Rachel ist nach ihrer Rückkehr gestern im Théatre frangais im „Polyeuct“ wieder aufgetreten.
heute in Paris
.α Paris, 2. Sept. Daß die Königin von England mit der Königlichen Familie von Frankreich auch nach Paris und Versailles kommen werde, ist so ziemlich allgemein als sicher angenommen. Was aber mehrere pariser Blätter gestern von Vorbereitungen meldeten, die bereits in den weiten Gemächern des Palais Royal getroffen würden, wo zahlreiche Arbeiter schon seit einigen Tagen beschäftigt sein sollen, um Alles für die Aufnahme des erhabenen Gastes einzu⸗ richten, ist grundlos. Bis heute ist durchaus keine außerordentliche Arbeit im Palais Royal vorgenommen worden, wo es übrigens sol⸗ cher auch nicht bedürfte, da in der kürzesten Zeit alle etwa nöthigen Einrichtungen getroffen werden könnten. Indeß glaubt man, Ihre Maje⸗ stät werde, wenn sie hierherkömmt, mit der Königlichen Familie zusammen in den Tuilerieen absteigen und zwar die Gemächer bewohnen, welche der König der Belgier bei seinem Hiersein gewöhnlich einzunehmen pflegt. Ebenso ungegründet ist, daß bereits im Stadthause Vorbereitungen zu einem großen Feste getroffen würden, welches die Stadt Paris zur Feier der Anwesenheit der Beherrscherin der vereinigten Königreiche Groß⸗ britaniens zu geben die Absicht hätte. Man hat auch von Einla⸗ dungen gesprochen, welche die Präfekten des Seine⸗ Departements Das ist ebenso grundlos; nur so viel ist sicher, daß der Polizei⸗Präfekt, der bereits im Begriffe stand, auf einige Wochen auf das Land zu gehen, nun ausdrückliche Weisung erhalten hat, vorläufig noch hier zu bleiben. Die Span⸗ und sie wird allem Anschein nach sehr gut hier empfangen werden. Sollte wirklich, wie es heißt, eine große Revue der National⸗Garde der Hauptstadt und der übrigen Gemeinden des Seine ⸗Depar tements während der Anwesenheit der, britischen Monarchin ver⸗ anstaltet werden, so würde diese sicherlich besonders imposant und glänzend ausfallen und ein militairisches Schauspiel bieten, das in hohem Grade sehenswerth ist. Die National⸗Garde mit ihren drei⸗ zehn Legionen der Stadt Paris selbst, und den fast eben so starken Bataillonen der Banliene kann leicht 80,000 Mann⸗ stark ausrücken, die, vereinigt mit den 30 — 40,000 Mann der Garnison in und um der Stadt, eine ansehnliche Armee bilden.
Es scheint, daß es die Absicht des Königs ist, alle Glieder seiner erlauchten Familie bei Gelegenheit der Anwesenheit des erhabenen Gastes um sich zu Eu zu vereinigen; denn der Herzog von Mont⸗ pensier, der vor einigen Tagen erst der Einweihung und Enthüllung der Statue Heinrich's IV. zu Pau beigewohnt und daselbst einen glänzenden Empfang gefunden hatte, ist, durch den Telegraphen ge⸗ rufen, bereits gestern auf dem Wege nach Eu, wo er in diesem Augenblicke schon eingetroffen sein muß, hier durchpassirt, und ein Brief aus Havre will wissen, die Abfahrt des Prinzen von Joinville habe, neben dem gestern angedeuteten Zwecke, auch noch die Bestimmung, den Herzog und die Herzogin von Nemours, die sich in diesem Au⸗ genblicke zu Brest besinden, von dort auf dem „Pluton“ nach Eu zu führen. 8 Auf der Polizei- Präfektur sind eine außerordentlich große An⸗ zahl von Pässen nach Dieppe und Treport verlangt und ausgefertigt worden, und es würden wohl noch weit mehr Personen nach Eu sich begeben haben, wenn nicht der fast zur Gewißheit gewordene Besuch der Königin Victorig hierselbst viele abgehalten hätte, die Reise dahin zu machen. Alle Berichte aus Eu stimmen darin überein, daß schon vorgestern eine so große Masse von Fremden dort zusammengeströmt war, daß Jeder nur froh sein darf, irgend ein kleines Plätzchen bei Privaten zu finden, wo er für die Nacht ein Obdach erhält.
Nach den neuesten Nachrichten aus Algier vom 2össten, insbeson⸗ die von diesem Datum eingetroffen sind, wußte man daselbst positiv, daß der Marschall Bugeaud in der Eigen⸗ schaft als General⸗Gonverneur wenigstens noch ein Jahr daselbst ver⸗ daß die Bildung einer sogenannten Die letztere Nachricht, welche von dem General⸗Gouverneur selbst bestätigt worden ist, ist nicht ohne Wichtigkeit. Man glaubt in Algier allgemein, daß eine arabische Ver—⸗
waltung, mit Franzosen an der Spitze, welche vollkommen die Sprache, Sitten und Gebräuche des Volkes kennen, das allmälig an die Herr⸗ sschaft des französischen Gesetzes gewöhnt werden soll, nur gute Re⸗ sultate haben könne. Das Projekt dazu befand sich seit lange schon in den Cartons des Ministeriums, und man wünscht allgemein dessen baldige Verwirllichung im Interesse der neuen Kosonie. Jedes län⸗ gere Zaudern damit könnte nur Nachtheil bringen. Der größere Theil der arabischen Stämme hat sich unterworfen, und man könnte ihnen daher eine Organisation geben, welche vielleicht den doppelten Zweck erreichte, neuen Empörungen von Seiten dieser Stämme vor⸗ zubeugen und zugleich den Sturz der Macht Abd el Kader's zu vol⸗ lenden, die sich vorzugsweise noch auf diese bald da bald dort aus⸗ brechenden Unruhen stützt, welche das unvermeidliche Resultat eines permanenten Zustandes der Unordnung und mitunter selbst der Anar⸗ chie sind. Wenn einmal die arabische Verwaltung kräftig organisirt ist, sollen neue Bataillone aus Eingebornen des Landes unter dem Kommando junger und kräftiger französischer Offiziere gebildet werden, die im Interesse des Landes gute Dienste leisten werden. Man glaubt allgemein, daß der General Lieutenant de Lamoricière, der unter allen französischen Generalen in Afrika unstreitig derjenige ist, der am be⸗ sten die Sprache, Sitten und den Charakter der Araber kennt, an die Spitze der arabischen Verwaltung gestellt werden wird. Offiziere aller Grade, die durch längeren Dienst in Afrika das Land genau kennen gelernt, dessen Verhältuisse studirt haben, sollen ihm zur Unterstützung beigegeben werden, und außerdem sollen einflußreiche Landesein⸗ geborne dieser Verwaltung beigeordnet werden. Nachschrift kurz vor Postschluß. Die von Havre und Rouen auf Dampfschiffen abgefahrenen Truppen, deren mein gestriges Schreiben erwähnte, sind nach den heut aus Eu eingetroffenen Be⸗ richten von gestern bereits daselbst angelangt, desgleichen eine Reiter⸗ Abtheilung von Amiens her. Nach den Befehlen des Königs mußte Alles auf heute zum Empfange der Königin Victoria bereit sein, weshalb überall eine außerordentliche Thätigkeit herrschte. Ueberall überwachte das scharfblickende Auge des Monarchen selbst alle zu Ftreffenden Vorbereitungen, und er entwickelte dabei eine Thätigkeit, die am besten beweist, wie sehr er sich noch seiner vollsten körper⸗ lichen und geistigen Rüstigkeit und Regsamkeit erfreut. Nach seinen Anordnungen gehen alle Arbeiten mit einer staunenswerthen Rasch⸗ heit von Statten. In den Gemächern des Schlosses, welche Ihre briti⸗ sche Majestät selbst bewohnen wird, war schon gestern Alles bereit. Die Ankunft der Monarchin wurde noch immer für heute, wahrscheinlich
in einer der Nachmittagsstunden erwartet. Es muß einen großartigen Anblick gewähren, wenn die majestätische Flotte der Königlichen Ma⸗ rine von England, welche Ihrer Majestät als Ehrengeleite dient, vor dem Hafen von Treport eintrifft und dort auf die Salutschüsse der französischen Schiffe und Küsten Batterieen antwortet. Aber gewiß noch großartiger muß der Augenblick sein, wo die Souveraine zweier der mächtigsten Reiche Europa's, der eine ein ehrwürdiger, viel und hartgeprüfter, aber desungeachtet noch nach so vielen Stürmen, die er ausgehalten, unerschütterter, rüstiger Greis, der andere in der Person einer im vollen Glanze jugendlicher Schönheit und Liebens⸗ würdigkeit strahlenden Königlichen Frau, zusammentreffen.
Die Königliche Familie von Frankreich wird unter einem schmucken Zelte, das unmittelbar bei dem Landungsplatze zu Treport errichtet worden ist, die Ankunft der Königin Vickoria erwarten, welche durch eine eigens mit eben so viel Geschmack als reich ausgeschmückte Barke von der Nacht „Victoria und Albrecht“ nach dem Landungsplatze ge- führt werden wird. Von dem Zelte aus werden dann die Hohen Herrschaften, König Ludwig Philipp der Königin Victoria zur Seite, in einem herrlichen, von acht prächtig geschirrten Rossen gezogenen Staatswagen, die kurze Strecke nach dem Schlosse Eu⸗ zurücklegen. Auf diesem wird als Zeichen ritterlicher Aufmerksamkeit des Königs die Königliche Standarte von England neben der dreifarbigen Fagge von Frankreich wehen. Die nach Eu gerufenen Truppen⸗Abtheilungen bilden auf dem ganzen Wege von Treport bis En Spalier für den Königlichen Zug. Kurz nach der Ankunft zu Eu werden Ihrer bri⸗ tischen Majestät die dort anwesenden Minister, Generale, Staats⸗ Würdenträger und sonstigen Personen von Auszeichnung, die anwesen⸗ den Mitglieder des diplomatischen Corps u. s. w. vorgestellt. G
Heute sind auch die ausgezeichnetsten Mitglieder des Orchesters der großen Oper, so wie der komischen Oper, dahin abgegangen, um dort eine große musikalische Production zu geben. Die Mitglieder des Gymnase⸗Theaters, welche dort eine theatralische Vorstellung zu geben berufen sind, waren schon gestern dahin vorangegangen. Kurz, es wird Alles aufgeboten, um der Königin Victoria die wenigen Tage ihres Aufenthaltes auf französischem Boden so angenehm als möglich zu machen. Die Bevölkerung des ganzen französischen Küstenstriches wird der Königin sicherlich einen nicht minder freudigen Empfang be reiten, denn dort, wo man im beständigen Verkehr mit den britischen Nachbarn ist, sind an sich schon die Vorurtheile gegen England nicht
in dem Maße vorhanden, wie im Innern von Frankreich.
Me Srossbritanien und Irland.
Die Nachrichten von der See⸗Exkursicn, der Königin gehen bis zum Zlsten Morgens, wo Ihre Majestät sich noch in den Docks von Devonport befand. Am 30sten Vormittags hatte die Königin Schloß Edgecumbe verlassen und sich wiederum an Bord der Dampfjacht begeben, wo sie ein Lever hielt, dem die in Plymouth anwesenden Lords der Admiralität so wie die Lords Aber⸗ deen und Liverpool beiwohnten. Durch den Grafen von Aberdeen wurden hier der Königin zwei Bewillkommnungs⸗Adressen der Mu⸗ nizipalitäten von Devonport und Plymouth überreicht. Mittags be⸗ suchten die Königlichen Herrschaften die Städte Devonport, Stonn⸗ house und Plymouth, wo die dortigen Garnisonen, so wie die Kö niglichen und städtischen Behörden ihnen den feierlichsten Empfang bereitet hatten. Die Nacht brachte Ihre Majestät an Bord der Dampfjacht zu. In den letzten Tagen hatte das schönste Wetter die Fahrt begünstigt, und die Königin, wie heute von einens Korrespondenten der Times an Bord der Königlichen Dampfjacht gemeldet wird, sich auf der ganzen Reise stets eines außerordentlichen Wohlseins erfreut. Die gestern gegebene Nachricht, daß dieselbe einen Anfall von Seekrankheit gehabt habe, dürfte damit widerlegt sein. Prinz Albrecht indeß hatte einen leichten Anfall von dieser Krankheit, war aber bald davon wic⸗ derhergestellt.
London, 2. Sept.
Von der Königin wird die große Herablassung gegen die Schiffsmannschaft am Bord der Dampfjacht gerühmt, mit welcher sie sich bei ihren Promenaden auf dem Deck derselben über Schiffs⸗ Angelegenheiten zu unterhalten pflegt. Die Anzahl der am Bord befindlichen Personen, die Matrosen und Militair Besatzung mit ein⸗ gerechnet, beträgt 300. — Sollte das Wetter so günstig bleiben, so ist nach der Meinung des Korrespondenten der Times nicht zu er⸗ warten, daß „die Königin des Oceans ihr eigenes Element“ so bald verlassen wird. Das nächste Ziel der Reise ist Falmouth, von wo aus die Königin auf dem Kanal zurückkehren und der französischen Küste sich nähern wird.
Als gestern in der Versammlung des Stadt⸗Raths der City von London über die dem Ex⸗Regenten von Spanien zu überreichende Bewillkommnungs⸗Adresse die Frage gestellt wurde, ob dieselbe an „den Regenten“ oder an den „General Espartero“ gerichtet werder sollte, sprach sich die Mehrzahl der Versammlung für das erstere aus. Der Lord-Mavyor schloß sich dieser Ansicht der Mehrzahl an und gab dafür folgenden Grund: „ Ich würde dem Einwurfe, den man gegen diese Form der Adresse erhebt, mich anschließen, wenn sch wüßte, daß unser Land den General Espartero nicht als Regenten von Spanien anerkannt hätte, oder daß irgend eine andere Regie⸗ rung, deren Regent derselbe nicht ist, in Spanien von uns anerkannt worden wäre. Da ich aber glaube, daß keine andere Regierung von der Krone unseres Landes anerkannt ist, als die des Generals Espar tero, so fühle ich mich berechtigt, den der Versammlung gestellten Antrag des Deputirten Peacock zu unterstützen.“ Der Antrag wurde darauf angenommen und die Adresse in spanischer Sprache abgefaßt.
Die letzten Nachrichten aus Amerika bringen die Nachricht, daß im stillen Ocean unter 11 ° 5 S. B. und 165 ° 5 W. L. eine schöne fruchtbare Insel, 40 englische Meilen von Nordost nach Südwest sich erstreckend, entdeckt worden ist. Sie ist nach ihrem ersten Entdecker, d. h. denjenigen, der sie als noch nicht auf der Karte ver⸗ zeichnet fand, Cadres Island, benannt worden.
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Bologna, 27. Aug. (A. Z.) Die von unseren Truppen und Volontairs hart bedrängten Insurgenten sollen sich größtentheils zer⸗ streut haben. Ihre Haupt-Anführer, die Gebrüder Muratori von Bazzano, hatten sich auf toskanisches Gebiet geflüchtet, wurden jedoch von dort wieder zurückgewiesen und irren nun unbewaffnet im Ge⸗ birge umher. Eine Abtheilung des ersten Fremden⸗Regiments hatte gegen Toskana zu einen Gränz-Kordon gebildet, ist nun aber abbe rufen worden; die übrigen Detaschements desselben Regiments sind nach Bologna zurückgekehrt, ohne einen Mann verloren zu haben. Der Diensteifer, den diese Truppen, so wie die päpstlichen Volontairs (Nationalgarde) bei diesem Anlasse bewiesen, wird sehr gerühmt. Die Bevölkerung der Romagna soll sich vom besten Geiste beseelt gezeigt haben. Mehrere der früheren Berichte werden nun als gänzlich grund⸗ los oder wenigstens sehr übertrieben bezeichnet. So namentlich die Angabe, es sei eine Mine entdeckt worden, die das Pulver⸗Magazin in die Luft sprengen sollte, wobei unfehlbar auch ein bedeutender Theil der Stadt dasselbe Schicksal gehabt hätte. Dies Gerücht mochte vielleicht dadurch veranlaßt worden sein, daß die Munition nach S. Michele in Bosco gebracht wurde, um die schon vor 18n Jahren beschlossene Revision des Pulverthurmes endlich ins Werk zu setzen.
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aufzukaufen.
Spanien
* Paris, 2. Sept. Die augenblickliche Ruhe in Barcelona ist einem gewandten Manöver des Obersten Prim zu verdanken, wel⸗ cher die beiden gefährlichsten Mitglieder der Junta, die Herren Bena⸗ vent und Queralt aus der Stadt zu entfernen gewußt, und dadurch die ganze Junta gesprengt hat, welche jetzt nur noch zwei anwesende Mitglieder zählt, und die sich selbst zum ferneren Handeln unfähig fühlt. Die Herren Benavent und Queralt nebst dem Secretair des Ayuntamiento und einem Baͤtaillons⸗Chef der National⸗Garde gehen nach Madrid, um der Regierung die politischen Forderungen der Barceloneser anzutragen und die Gründe geltend zu machen, welche die Hauptstadt von Catalonien für diese Forderungen hat oder zu haben glaubt. Es handelt sich vor allen Dingen darum, die Regie⸗
rung zu vermögen, daß sie die Provinzen, das heißt die Provinzial⸗ Junten, darüber befragt, ob man konstituirende Cortes oder ob man eine Central⸗Junta einberufen solle. Es bedarf nicht der Bemerkung, daß Barcelona noch immer entschieden für die Einberufung der Central⸗ Junta ist, in deren Mitte es eine größere Rolle spielen zu können hofft, als in den Cortes, und deren Ansichten aller Wahrscheinlichkeit nach mehr mit den seinigen überein⸗ stimmen würden, als die Meinungen der Majorität eines regel⸗ mäßig erwählten Kongresses. Für den Fall aber, daß die Regierung sich schließlich weigerte, den Provinzial⸗Junten jene Frage zur Ent scheidung vorzulegen, hat die Deputation den Auftrag, mit dem größ⸗ ten Nachdrucke darauf zu bestehen, daß die Wahl⸗Versammlungen durch die Regierung aufgefordert werden, ihren Repräsentanten in den Cortes ein verpflichtendes Spezial-Mandat in der Volljährigkeits⸗ Angelegenheit zu geben. Es ist bekannt, daß Barcelong die Ministe⸗ rial⸗Erklärung vom 8ten v. M., durch welche die Großjährigkeit der Königin, vorbehaltlich der Bestätigung durch die Cortes, ausgesprochen wurde, mit der lebhaftesten Unzufriedenheit aufgenommen hat, und daß die dort vorherrschende demokratische Partei von Anfang an kein Hehl daraus gemacht hat, daß sie Alles aufbieten werde, um die Vollziehung einer Maßregel zu verhindern, welche das Heft der spa⸗ nischen Politik nothwendigerweise wieder in die Hände der Königin Christine liefern würde.
Der Erfolg der Sendung jener Deputation wird nun ohne Zwei⸗ fel auf das weitere Schicksal des öffentlichen Zustandes in Barcelona den größten Einfluß haben, wenn man nicht inzwischen wirksame Anstalten zur Bändigung des aufrührerischen Geistes dieser Stadt trifft. „Die Anhänger der Junta“, heißt es in einem Schreiben aus Barcelona vom 25. August, „beharren fortwährend in ihrem Geiste der Unordnung und der Anarchie, und sie sind jeden Augenblick be⸗ reit, eine sich etwa darbietende Gelegenheit zu benutzen, um ihre Ver⸗ suche zu ernenern, auf welche sie dies Mal nur verzichtet, weil sie
nicht den erforderlichen Anklang bei der Masse der Bevölkerung ge— funden haben.“ Um der Gewalt im Nothfalle mit Gewalt begeg⸗ nen zu können, was bei der gegenwärtigen Schwäche der Besatzung von Barcelona ganz unmöglich sein würde, hat man acht Bataillone Linien⸗Truppen nach der Hauptstadt von Catalonien in Marsch gesetzt. Aber was hilft die Zahl der Truppen, wenn diese nur auf eine Gelegenheit warten, um sich gegen die öffentliche Gewalt zu er⸗ klären, in deren Dienste sie stehen? Es ist im höchsten Grade un⸗ wahrscheinlich, daß die neue Besatzung von Barcelona, bei den noch so frischen Erinnerungen des letzten Pronunciamiento dieser Stadt, dahin gebracht werden könnte, die Waffen ernstlicher gegen das Volk zu führen, als die vorige Besatzung dieselben unter den größten offi⸗ ziellen Beifallsbezeigungen der neuen Regierung und der neuen Be⸗ hörden geführt hat. . öP“ I86 „ * 7 „ wiede bestther in Barcelona einigermaßen das Frei “ 89 b Veranlassung, um ziere desselben sollen bereits durch zu entwaffuen. Die Offi⸗ S“ reits durch das Versprechen ihrer Zulassung in der Armee gewonnen sein. Der General Arbuthnot soll sich fort— während in der Citadelle eingeschlossen haben, und der Oberst Echalecu ist noch immer auf dem Schlosse Monjuich. 8
Sgae X Lissabon, 21. Aug. Die Weinbau⸗Gesellschaft des Ober⸗ Duro ist nun dem Gesetze vom 21. April gemäß wirklich konstituirt und als diejenige erklärt worden, welcher die von den Kammern bewilligten 150 Kontos Jahres⸗Unterstützung zugewendet werden sollen. Die 8 fugnisse dieser Gesellschaft sind von großer Ausdehnung, da die ganze Ausfuhr von Portweinen, unter ihre Kontrolle gestellt, nicht blos die Bestimmung derselben ihrer Qualität nach, sondern auͤch die Festsetzung der auszuführenden Quantität anheimgegeben ist. Die portugiesischen Weinbauer und Weinhändler, denen so noch eine bedeutende Geldhülfe von der Staatskasse zufließt, finden natürlich ihre Lage wesentlich gebessert, und die Hoffnungen der Parteien, dort das Mißvergnügen über den etwaigen abermaligen Abbruch der Un⸗ terhandlungen mit England bis zu einer Explosion zu bringen dürften wohl abermals getäuscht werden. .
Das so wichtige Gesetz, über die Erbauung eines großen das ganze Land überziehenden Straßennetzes, ist nun, mit der Kö⸗ niglichen Sanction versehen, zur Oeffentlichkeit gebracht worden und für den Vollzug desselben sind bereits mehrere vorbereitende Anord nungen getroffen. An die Civil-Gouverneure aller Provinzen sind Befehle erlassen worden, die Listen der Steuerpflichtigen anzufertigen welche nach dem Gesetze zu Bezahlung der zu diesem Zwecke bestimm⸗ ten Steuer verbunden sind. Im nächsten Finanzjahre soll dann mit Erhebung derselben begonnen werden.
Der Finanz⸗Minister, Baron Tojal, entwickelt fortwährend eine unermüdliche Thätigkeit, und ist bestrebt, in die Finanz Verwaltung Ordnung, Sparsamkeit zu bringen, und zugleich die dem Schatze zu C stehenden Hülfsquellen so ergiebig als möglich zu machen. Norgen wird eine neue Verpachtung der Accisegefälle, die hier unter dem Namen sete casas bezeichnet werden, voörgenommen. Schon vor etwa zehn Tagen war eine Versteigerung derselben vorgenommen worden, ohne jedoch den gewünschten Erfolg zu haben. Die Aner⸗ bietungen überstiegen nicht 12 Contos über den durchschnittlichen Er⸗ trag der letzten drei Jahre, und da Baron Tojal überzeugt ist, daß der Ertrag, den die Accise abwirft, diese Durchschnittsziffer weit libersteigen wird, so hat er, außerdem, daß jetzt dies Objekt der Weesteige⸗ rung in mehrere Loose abgetheilt ist, noch erklärt, daß, wenn bei der n Versteigerung ein befriedigendes Angebot der Regierung nicht gemacht e “ sei, die Accisegefälle auf eigene Regie 8 3 schieb rfniß, die zur Fortfüh er Ver⸗ westang, wnwmganglich nohigen beldmitte Bfagcfd n gh neen haben, ist der Grund, war die Regier 5 1G erkannt schädlichen u“ Seeang ha nig er 958 abzugehen vermag. hacg ang, dg Stastse Ehntsanite
So eben hat der Finanz⸗Minister ei ebe. a hfch off. nans Weeger esegte eh.ge s rem und ein Drittheil in bestimmten Papier zu li . lepter.n . bestimunt apieren zu liefern sind. Für die Haus alle Leicht gtenn haß e deis gegeben, so daß das kontrahirende
G hat, sie bei dem gegenwärtigen niedrigen Stande
S
e böeeeeee 3 Piräus, 21. Aug. Noch immer müssen leider die Re⸗ ductionen im Staatshaushalt den Hauptgegenstand meiner Berichte bilden. Es ist freilich dadurch möglich geworden, abermals eine Summe von 500,000 Fr. auf Rechnung der Zinsen und Amortisation der ga⸗ rantirten Anleihe nach Paris abzusenden, so daß die ganze diesjährige Zahlung sich bis jetzt auf eine Million beläuft; will man aber voll⸗ ständig bis auf Heller und Pfennig zahlen — und die Regierung hat es nothgedrungen versprechen müssen — so wird man, fürchte ich, bei den bis jetzt vorgenommenen Reductionen noch nicht stehen bleiben können. Zuletzt hat der Schlag das Unterrichtswesen getroffen. Bei der Universität wurden drei Professoren, Wenthylos, Masson und Manusis, ganz entlassen. Vier anderen Professoren, Negris, Ulrich, Treiber und Nikolaides Lebadeus, sind ihre von der Universität be⸗ zogenen Gehalte oder Gehalts⸗Zulagen ganz gestrichen worden, jedoch in der Art, daß, wenn sie ohne Gehalt dienen wollen, sie ihre Professu⸗ ren beibehalten können. Mit den beibehaltenen Professoren hat man eine ganz besondere Operation vorgenommen, die bisher noch bei anderen Beamten nicht ausgeführt worden ist; man hat nämlich einem jeden von seinem Gehalte oder seiner von der Universität bezogenen Ge⸗ halts⸗Zulage die Summe von 40 bis 150 Drachmen monatlich ge⸗ strichen, so daß also die geringste monatliche Gehalts⸗Zulage für einen bei der Universität als Professor honorarius Angestellten nur noch 60 Drachmen, der höchste Gehalt eines ordentlichen Professors aber — und diesen beziehen bei weitem nicht alle ordentliche Professoren monatlich noch 300 Drachmen beträgt. Dabei darf man nicht vergessen, einestheils, daß die Professoren keine Honorare von den Zuhörern, beziehen, anderentheils, daß die Gehalte sämmtlicher Professoren, wie die der anderen Beamten, nach wie vor der allgemeinen Maßregel der Abzüge unterliegen. Ein Professor, dessen Gehalt z. B. auf 250 Drachmen heruntergesetzt ist, bezieht demnach in der Wirklichkeit nur noch 229 Drachmen. Der Gehalt des Rektors von 100 Drachmen monatlich ist ebenfalls eingezogen worden. Die ganze durch diese Maßregeln erzielte Ersparniß am Budget der Universität, welches bisher ungefähr 75,000 Drachmen (etwa 18,000 Rthlr.) jährlich betrug, be⸗ läuft sich auf 27,000 Drachmen. — Ferner sind bei den Gymnasien mehrere Lehrer entlassen, und den Volksschullehrern ist der bisher von der Regierung bezahlte Zuschuß (etwa 12,000 Drachmen jährlich) entzogen worden. Sie sollen freilich dafür von den Gemeinden entschädigt werden, aber das wird wohl schwer, jedenfalls nur sehr langsam durchzuführen sein. Die Waldbrände, von denen die meisten erwiesenermaßen angelegt sind, nehmen auf eine Schrecken erregende Weise überhand, und wenn das so fort geht, so werden wir wahrscheinlich in zehn Jahren keinen einzigen Forst mehr haben. Man hat sich mit den Mitteln beschäftigt, dem Uebel abzuhelfen; ob dies aber durch die neulich erschienene Königliche Ordonnanz, welche dem Angeber zwar eine Belohnung, deren Betrag aber jedesmal nach den Umständen bestimmt werden soll, erreicht werden wird, dürfte man wohl nicht ohne Grund bezweifeln. — Die Regierung hatte den an sich gewiß lobenswerthen Plan, die den disponiblen Offizieren zu zah⸗ lenden Gehalte durch eine entsprechende Dotation in Staats⸗Lände⸗ reien abzulösen. Der Gesetz⸗Entwurf litt indeß im Staatsrath Schiff⸗ bruch, einmal, weil eine solche partielle Dotations⸗Maßregel, so lange die allgemeine und umfassende noch nicht durchgeführt ist, allerdings etwas Mißliches hat; sodann aber auch, weil die Oppositions⸗Presse, die überhaupt eine große Thätigkeit entwickelt, sich sehr heftig dage⸗ gen erklärte. Man darf wohl billiger Weise einige Zweifel hegen, ob das ehrenwerthe Mitglied der rheinischen Provinzialstände, welches neben den Niederlanden, Schweden und England auch Griechenland citirte, um die Wohlthaten der freien Presse in ein helles Licht zu stellen, sich je mit der Lektüre griechischer Journale ernstlich befaßt hat. Der König ist endlich vor etwa vierzehn Tagen in das neue Pa⸗ lais eingezogen. “
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Breslau, 4. Sept. Der Bahnhof der Breslau⸗Schweidnitz⸗ Freiburger Eisenbahn, in welchem sich die Zweigbahn nach Schweid⸗ nitz ausmündet, liegt zwischen den Ortschaften Peterwitz und Kolonie Neu⸗Jauernick im freien Felde, unfern des Denksteins, der die Stätte bezeichnet, auf welcher während der Bunzelwitzer Lagerzeit Anno 1761 König Friedrich's des Großen Zelt gestanden hat. Auf den Antrag des Direktoriums der Breslau⸗Schweidnitz⸗Freiburger Eisenbahn⸗Ge⸗ sellschaft haben Se. Majestät der König mittelst Allerhöchster Kabi⸗ nets⸗Ordre vom 1sten d. M. zu genehmigen geruht, daß jener Bahn⸗ hof den Namen „Königszelt“ führe.
Berlin-Frankfurter Eisenbahn.
Im Monat August 1813 betrug die Frequenz: 1) 24,220 Personen und 62 Equipagen,
wofür eingenommen wurde .... 16,753 Rthlr. 2) Passagiergepäck-Ueberfracht.. .. 390 — 3) 70 Ctr. 64 Pfd. Eilfracht 40 — 4) 6198 Ctr. 49 Pfd. Güterfracht 1,409 5) Viech Transport 320 18,914 Rthlr.
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Die Einnahme betrug von der Eröflfnung der Balin am 23. Oktober 1842 bis III 228,573
Summa der Einnahme bis 31. August 1843 242,487 Kthlr.
ee görsen -Uachrichten.
8 Breslau, 2. Sept. Nach Spiritus ist lebhafter Begehr und da die . orräthe davon sehr unbedeutend sind, so steigerte sich der Preis auf 8 ½ Rthlr. pro Eimer, worunter Loco⸗Waare heut nicht zu haben ist. Breslau, 4. Sept. An unserem Getraide⸗Markt ist es leblos, Preise von Weizen unverändert. Neuer weißer 49 Rthlr., do. gelber 44 Nthlr. sco. Kahn. Roggen ist eher etwas höher wieder bezahlt, guter neuer unter 33 Rthlr. feo. Kahn nicht zu berechnen. Gerste 24 Rthlr., Hafer 16 Rthlr. fco. Kahn. Rüböl pr. September und Dezember 11 ½ Rthlr. zu haben.
Stettin, 6. Sept. Rüböl und Roggen fester. Rüböl pro Sep⸗ tember — Oktober 10 ½ Rthlr. bezahlt und Geld, Februar — März 10 ⅔ Rthlr. bezahlt. Roggen pro September — Oktober 37 Rthlr. Geld, 37 ½ Rthlr. gehalten, pro Frühjahr auf 33 Rthlr. festgehalten, was auch heute noch bezahlt werden dürfte.
Heutiger Landmarkt: Weizen. Hafer. Ersen. Zufuhren 16 2 1 Wispel. Preis⸗ à 46 36 à 38 26 à 28 18 à 20 32 à 36 Rthlr.
Heu pro Ctr. 15 à 20 Sgr. nach Qual. — Stroh pro Schock i Rationsbunden 8 ½ à 9 Rthlr. 1 8 c8 de
Kartoffeln 12 à 14 Sgr. pro Scheffel.
Danzig, 31. Aug. (B. H.) Der Umsatz in Getraide r ladungen nach dem Auslande sind in diesem Monate bedeutender als in den früheren gewesen, und bei den beträchtlichen Zufuhren aus Polen war
Roggen. Gerste. 8 4
der Markt stets reichlich mit Proben besetzt. Das anhaltend schöne Wet⸗
ter, welches alle Feld Arbeiten beschleunigte, so wie auch die flauen Berichte haben auf den Stand der Preise seit den ersten Tagen dieses Monats be⸗ deutend eingewirkt, gegen welche Weizen um 2 100 Fl., Roggen um 30 Fl. pro Last gewichen ist. In dieser Woche wurde Weizen nach Qualität mit 330 — 380 Fl., Roggen mit 220 — 230 Fl. bezahlt. Der Umsatz war jedoch gering, weil mehrere Eigner zu diesem Preise nicht ver⸗ kaufen wollen und sich entschlossen haben, mit ihren Gütern zu Boden zu gehen. — Heute war nach dem Eintreffen der englischen Post mehr Kauflust bei 10 Fl. höheren Preisen für Weizen.
Die Verschiffung von Getraide, Rapp⸗ und Leinsaamen und Mehl vom 1. bis 31. August belief sich auf 16,277 Last 8 Sch. Weizen, 3559 Last 27 Sch. Roggen, 5 Last Gerste, 253 Last 49 Sch. Erbsen, 296 Last 42 Sch. Leinsaamen und 600 Tonnen Mehl. —
Königsberg i. Pr., 4. Sept. (B. N. O.) An unserem Getraide⸗ markt ist es mit Weizen, in Folge der letzten engl. Berichte, wieder etwas angenehmer. Es wurden ca. 100 Last gekauft und für bunten 131 pf. 53 Rthlr., rothen 130—31pf. 50 à 51 Rthlr. pro Wspl. bezahlt. Noggen wird noch immer stark zugeführt, findet aber wenig Käufer. Einzelne Par⸗ tieen wurden zu 33 Rthlr. für 118pf., 31 à 22 Rthlr. für 116—17 pf. ge⸗ kauft, der größte Theil der Zufuhr aber zu Boden genommen, da die Waare zu theuer kommt und zu den jetzigen Preisen Verlust giebt. Von Gerste wurden 25 Last 109pf. kleine zu 25 Rthlr. gekauft. Hafer, Erbsen und Wicken ohne Handel. Für Futtererbsen wird 32 à 34 Rthlr. gefordert. In alten Bohnen ist etwas zu 32 Rthlr. pro Wspl. umgesezt.
Leinöl 10½ Rthlr., Rüböl 11 Rthlr. “
2**½ Frankfurt a. M., 4 Sept. An unserer Börse waren heute die holländischen Fonds lebhaft zu höheren Preisen begehrt. Die Königl. niederländische Regierung hat, wie ich neulich andeutete, das Einkommen⸗ steuer⸗Gesetz zurückgenommen und will ein neues, die Besitzer der holländi⸗ schen Fonds nicht besonders gravirendes vorlegen *). — Die Meßgeschäfte gehen noch sehr schlecht.
St. Petersburg, 31. Aug. (B. N. d. O.) Pottasche ohne Um⸗ gang, Kasan à Ro. 74 zu haben, Ro. 73 aber refüsirt.
Talg etwas flauer. Von Seifentalg wurden 100 F. zu Ro. 106 ge⸗ schlossen. Weiß Lichten⸗Ro. 120 à 122 nach Qual. zu notiren.
Hanföl eine Kleinigkeit zu Ro. 9 à 10 gekauft.
Hamburg 342½ à 9%. London 37 à 38. Paris 404 à 406.
Riga, 28. Aug. (B. H.) Getraide. Noggen ohne Frage. 116 à 117pf. kurscher bedang aber doch noch 74 ½ R. S. — Pr. Mai⸗Lieferung wurde mehrseitig zu herabgesetzten Preisen ausgeboten und erst zu 65 R. fanden ein paar Hundert Last 117 bis 118pf. russische Waare mit 10 pCt. Vor⸗ .“ — Gerste ohne Umsatz. — In Weizen ebenfalls nichts emacht.
8 Oelsaamen. In Schlag⸗Leinsaamen wurden ein paar Partieen zu 16 und 15 ⅞ R. B. umgesetzt. Eine Veränderung im Stande der Preise ist nicht anzunehmen. — Hanfsaamen hielt sich auf 11 ½¾ R. B. für 89 bis 90 pf. Waare, wozu etwas umging.
Hanföl ohne Umsatz.
Hanf. Obgleich das Geschäft darin nur mäßig war, so behaupteten sich doch folgende Notirungen: Feiner Reinhanf 92 à 95 R. B., feiner Ausschuß⸗ 88 R., feiner Paß⸗ 84 R.; gewöhnlicher Reinhanf 84 à 87 R., Ausschuß⸗ 78 à 80 R., Paß⸗ 75 à 78 R.; schwarzer Paß⸗ 67 R.
Tors, gewöhnlicher, 45 R. 8
Paris, 2. Sept. In Folge des Bedarfs zur Liquidation gingen die französischen Renten heute abermals in die Höhe. Es war an der heuti⸗ gen Börse auch nicht eine politische Frage von irgend einiger Bedeutung in Umlauf.
Stand der Rente: 5proc. 123. 50.
London, 2. Sept. Nach einem offiziellen Berichte des General⸗In⸗ specteurs der Zölle sind im vergangenen Monate, der mit dem 5ten endete, in England 97,431 Quarter fremden Getraides und nur 2315 Quarter aus englischen Besitzungen außerhalb Europa eingeführt worden. 14,700 Quar⸗ ter sind zur Consumtion verkauft worden. Der Zoll ist bis auf 15 Schil⸗ ling für den Quarter gesunken und es ist wahrscheinlich, daß er noch bis auf 12 Sh. sinken wird. Vorräthig sind in den Magazinen 332,169 Ortr. Weizen, 63,901 Ortr. Gerste, 37,504 QOrtr. Hafer, 112,859 Qrtr. Bohnen und 25,175 QOrtr. Erbsen.
à Mailand, 28. Aug. Die Seiden⸗Messe in Bergamo ist beendigt. Der Umsatz auf derselben war nicht so bedeutend als auf der vorher⸗ gegangenen Brescianer Messe, indem schon vor Eröffnung der ersteren 70 ˙2 80,000 Pfund Grezen (ungezwirnte Seide) in die Hände von Spe⸗ kulanten übergegangen waren. Demnach wurden gegen 150,000 Pfund mit einer Erhöhung bis 30 Soldi für den Grezen und mit 15 Soldi für Organzin und Tramin gegen die schon so sehr gesteigerten Preise der Bres⸗ cianer Messe begeben, und schon in den nächsten Tagen wieder mit einer neuen Erhöhung von 20 Soldi realisirt.
Organzin und Tramin, die nur in geringer Quantität vorhanden wa⸗ ren, wurden nicht allein sämmtlich verkauft, sondern die eingetroffenen Auf⸗ träge konnten damit nur zum kleinsten Theil erfüllt werden. — Es stellt sich nun immer mehr heraus, daß die Seiden⸗Aerndte nur die Hälfte einer gewöhnlichen guten Sammlung, und das gleiche Resultat, auch nur in Piemont und Frankreich geliefert hat. Man kann annehmen, daß aus der Lombardei bereits & des Produkts von diesem Jahre in zweiter Hand über⸗ gegangen oder in Grezen nach Frankreich und England versandt ist. Die Preise der Organzin 18 — 20 d. sind auf Lire 32 ½ — gestiegen, und es ist aller Anschein vorhanden, daß dieselben auch bei beschränkter Thätigkeit der Fabriken noch weiter aufwärts gehen und nicht bei dem seitherigen Aufschlag gegen die Preise der Monate April und Mai, der sich für die meisten Gaktungen auf 30 pCt. ausdehnt, stehen bleiben werden; indem ein offenbarer Mangel an gearbeiteter Waare eingetreten ist und die Sei⸗ denmühlen größtentheils nur bis Oktober versorgt sind.
Die Preise im August und September des Jahres 1836 stellten sich für Organzin 18 — 20 auf Lire 50 à 51 — daher die jetzt coursirenden Preise um so mehr eines größeren Aufschwungs fähig sind, welche Ansicht auch die meisten Seidenbesitzer veranlaßt, mit den Verkäufen zurückzuhalten.
3proc. 82.25.
Berline*I“ Den 7. September 1843.
Pr. Cour.
hrief.] Geld.
1 Pr. Cour.
Fonds. HKclien. 8☛- Brief. Geld. [Gem.
8
— —
1032 —. 193 90 ½ —
Brl. Pots. Bisenb. do. do. Prior. Obl. Mgd. Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Obl. 102 ½¼ 101 ¾ [Brl. Anh. Bisenb. 103 ¾ — do. do. Prior. Obl. 48 — Düss. Blb. Risenb. 102 ³ — do. do. Prior. Obl. 106 ⅔ Rhein. Bisenb. 101¾ do. do. Prior. Obl. Brl. Frankf. Bisb. do. do. Prior. Obl. Ober-Schlesische Eisenbahn. Brl.-Stet. E. Lt. A. do. do. do. Lt. B. Magdeb.-Halber- städter Eisenb.
150 ½ 104
St. Schuld-Sch. Pr. Engl. Obl. 30.
Präm Sch. d. Seeh.
10⁴ ½
—
Kur- u. Neumärk. Schuldverschr. Berl. Stadt-Obl. Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. ⁷ Grossh. Pos. do. do. do. Ostpr. Pfaudbr.
Pomm. do.
0 02
—88
101 ¼ 103 ½ 102 102 ⅔ 1013,
103 ¾⅔ Kur- u. Neum. do. 103 ½ Schlesische do. * 102 ½
Gold al marcoco. — — Friedrichsd'or. 13 % And. Gldm. à5 Tb. — 11⅔
Disconto. — 3
2. — 8 .
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13 ½2 118 4
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; „Blamern war in⸗ *) Nach den heute hier eingetroffenen boniändischen, eeseze⸗ nur ein dessen die hier erwähnte Zurücknahme des Einkongemers. der Reb.
Gerücht der amsterdamer Börse⸗