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welche der Landes⸗Herrschaft gehören, geschieht unentgeltlich.
terialien,
kennt noch nicht die Antwort des nord⸗amerikanischen Gesandten, der natürlicherweise früher den Inhalt der erwähnten Note seiner Regierung mitzutheilen für zweckmäßig fand. Doch glaubt man, er werde so antworten, swie es bei ähnlicher Gelegenheit die nordame⸗ rikanische Regierung gethan hat, nämlich, daß die Gesetze der Ver⸗ einigten Staaten die Versammlungen bewaffneter Bürger nur dann verwehren können, wenn selbe gegen die innere Ruhe des Landes gerichtet sind. Daß eine solche Erklärung der mexikanischen Regie⸗ rung im Grunde keine Genugthuung gewährt, sieht Jedermann ein. Man fragt sich also, was die mexikanische Regierung dazu sagen wird, da sie einerseits gegenüber den Vereinigten Staaten einen hohen Ton annahm, und andererseits zu schwach ist, um ihrer Dro⸗ hung Nachdruck zu verleihen. be“
La Plata-Staaten. ☛ Paris, 19. Sept. Die Blätter aus Montevideo vom
24. Juni bringen den offiziellen Bericht über den bereits gemeldeten Sieg des Generals Fructuoso Rivera über die Truppen von Buenos⸗
Ayres. Der Fähnrich Bustos hatte denselben nach Montevideo über⸗ bracht und sagte aus, daß im Augenblicke, als er aus dem Haupt⸗ quartier des Generals abging, die Zahl der auf dem Schlachtfelde Gebliebenen auf Seiten der Truppen des Diktators Rosas bereits 400
betrug, und daß noch jeden Augenblick neue Abtheilungen von Gefangenen eintrafen. Man fügt bei, daß die Details noch nicht angekommen sind,
aber Privat⸗Berichte sollen melden, daß die Niederlage vollständig
war und der Verlust der geschlagenen Armee noch weit größer als angegeben.
Dieselbe hatte eine Stärke von 2000 Mann gehabt, und Rivera hindern sollen, an anderen Punkten zu agiren, indem sie ihn in der Nähe von Solis⸗Chico beschäftigen sollte.
Eisenbahnen. 4 Kiel, 21. Sept. Wenn es gewiß ist, daß die günstigen
Ergebnisse des Eisenbahnwesens in einem Lande zum großen Theile von dem Schutze abhängig sind, welchen eine freisinnige Regierung diesem großartigen Communicationsmittel neuerer Zeit angedeihen
läßt, so dürfen wir uns mit Recht glücklich schätzen, daß unsere Eisen⸗
bahn in hohem Grade dieser Schutz zu Theil geworden ist. Es
dürfte für diejenigen Leser der Allg. Preuß. Ztg., welche sich
näher für das Eisenbahnwesen in Norddeutschland interessiren, von
Interesse sein, dieses im Einzelnen nachgewiesen zu sehen. Unsere Regierung hat sich bei dem Actien⸗Kapitale unserer Ei⸗
senbahn von 16,000 Actien à 150 Rthlr. preuß. Cour. mit 5000
Actien betheiligt, wofür sie nur die geringe Stimmenzahl von 54
Stimmen in Anspruch nimmt, wogegen selbst eine Privat⸗Actie stimm⸗ berechtigt ist. s Gesellschaft hat die vollen Rechte einer Corporation nebst dem privi⸗ legirten Gerichtsstande.
Die Konzession ist auf 100 Jahre ertheilt und die Das höchst zweckmäßige Expropriations⸗ Gesetz vom 28. November 1837, welches nur administratives Ver⸗ fahren zuläßt, wird nach der Verordnung vom 17. Juni 1842 ana⸗ log auf die Eisenbahn angewandt. Die Abtretung von Grundstücken Der pinneberger Bahnhof ist in einem herrschaftlichen Forste placirt wor⸗ den. Der zur Eisenbahn⸗Anlage verwandte Grund und Boden wird, so lange derselbe für diesen Zweck benutzt wird, von allen auf dem⸗ selben ruhenden Königlichen Abgaben und Lasten befreit; gleichfalls sind alle zur Eisenbahn gehörigen Gebäude, Speicher und Packhöfe von allen Königlichen Steuern und Abgaben frei. Die hier zu Lande für derartige Geschäfte sehr hohe Stempelsteuer wird sowohl für Kontrakte als für Cession und Transporte der etwa auf Namen geschriebenen Actien nicht erhoben. Alle zum Bau verwendeten Ma⸗ so wie zur ersten Einrichtung des Betriebs erforderlichen Maschinen, Lokomotiven und Wagen, sind vom Einfuhrzoll befreit. Wie wichtig diese Begünstigung ist, läßt sich daraus abnehmen, daß dieser Zoll bei der Leipzig⸗Dresdener Bahn die Bau⸗ und Einrich
tungskosten pro Meile um circa 20,000 Rthlr. preuß. Cour. vermehrt hat. Auch ist unserer Bahn durch einen besonderen Königlichen Erlaß der zollfreie Verbrauch von Steinkohlen für alle Zukunft zugesichert,
vodurch bei einem mäßig angeschlagenen Betriebe eine jährliche
Summe von 6000 Rthlr. preuß. Cour. erspart wird.
In Betreff der Anlegung von Zweigbahnen ist der Gesellschaft
in Vorzugsrecht vor anderen Unternehmern eingeräumt. Die Be⸗
556
stimmung der Transportpreise ist der Gesellschaft allein überlassen un nur die höchsten Sätze bedürfen drr Genehmigung der Staats⸗Re⸗ gierung. Die möglichste Vereinfachung der Zoll⸗Kontrolle für den Verkehr zwischen dem Inlande und dem außerhalb der Zolllinie lie⸗ genden Altona ist zugesagt worden. Rücksichtlich des Postwe⸗ sens ist die Gesellschaft nur verpflichtet, Briefe und Zeitun⸗ gen und einmal täglich 600 Pfd. Postgut unentgeltlich zu be⸗ fördern; für das Mehrgewicht von Postgütern wird das tarifmäßige Bahngeld entrichtet. Sehr wichtig ist die Bestimmung, daß den Actionairen in Kriegszeiten, selbst wenn sie Unterthanen einer feind⸗ lichen Macht sind, alle Rechte auf die Theilnahme an der Dividende und das Eigenthum der Bahn in vollem Umfange ausdrücklich zuge⸗ sichert worden sind. Die Mortification verlorener, entwandter oder verbrannter Actien endlich geschieht ohne Entrichtung von Gebühren.
Der Bau der Altona⸗-Kieler Eisenbahn schreitet rasch vorwärts; es sind bereits über 11 Meilen Planum ganz fertig und die übrigen Erdarbeiten auf der Linie nähern sich ihrer Vollendung. Mit dem Oberbau ist in der Gegend von Neumünster bereits der Anfang ge— macht worden. Ueber die Situirung des altonaer Bahnhofes hat zwischen den Behörden der Gesellschaft und der Stadt Altona eine Vereinigung stattgefunden, deren Genehmigung abseiten der Regierung baldigst erwartet wird. Die Bahn wird hiernach östlich von dem be⸗ kannten Rainvilleschen Garten mit einer geneigten Ebene die Elbe erreichen. Die Bestimmung des kieler Bahnhofplatzes steht noch be⸗ vor, und es ist zu hoffen, daß auch diese Frage baldigst ihre gedeih⸗ liche Erledigung finden werde. 1
Bei diesem Stande der Arbeiten haben die Gesellschafts⸗Behör⸗ den sich veranlaßt gesehen, zum 15. September eine fernere Einzah lung bis zu 60 pCt. des Actienbetrages auszuschreiben. Diese 60 pCt. werden vom 1. Oktober (die Zahlfrist dauert bis zum 13. Oktober) mit 4 pCt. fürs Jahr verzinst; diejenigen Actionaire, welche von dem Rechte Gebrauch machten, schon im verflossenen Termine 60 pCt. einzuzahlen, erhalten vom 1. Juli den Einschuß verzinst. Da die Regierung ihre Zahl⸗Termine etwas später gesetzt hat, so wird sie statutenmäßig erst im nächsten Jahre zum Zinsengenuß gelangen können.
So gelangt unser Unternehmen immer näher zum Ziele und im⸗ mer mehr bestärkt sich in uns die Ueberzeugung, daß wir nicht nur unter Berücksichtigung der neuesten Erfahrungen eine sehr zweckmäßige und solide, sondern auch eine wohlfeile Bahn erhalten werden, worauf freilich außer dem günstigen Terrain manche äußere Umstände eingewirkt haben. Wenn die Bahn ungefähr für den Anschlag her⸗ gestellt wird, was sich jetzt fast mit Gewißheit schon bejahen läßt, so wird dieselbe noch wohlfeiler gebaut werden, als die Berlin Stettiner Bahn, welche bekanntlich unerachtet ihrer kostbaren Bahnhöfe zu den
wohlfeilsten Deutschlands gehört.
Handels- und Börsen -Uachrichten.
Breslau, 22. Sept. Die Sch lesische Zeitung enthält folgenden interessanten Aufsatz über den Handel mit landwirthschaft lichen Produkten in Schlesien:
*Wir erbauen noch immer, trotz der von Jahr zu Jahr steigender Be völkerung, mehr als den inneren Bedarf an Getraide, und behalten 5 mit Ausnahme von Mißwachsjahren, stets ein bedeutendes Quantum zur Aus⸗ fuhr übrig. Hunderttausende von Scheffeln Waizen liegen stets dazu be⸗ reit, immer nur auf eine günstige Konjunktur wartend. Selbst in dem eben abgelaufenen Jahre war dies der Fall, trotz dem theilweisen ßese in unserem Vaterlande. Wie oft helfen wir nicht auch der Provinz Branden⸗ burg mit Roggen und Gerste aus. Man wird nach einem zehnjährigen Durchschnitte den Betrag unserer Getraide⸗Ausfuhr gewiß nicht zu hoch anschlagen, wenn man ihn auf die Summe von einer Million Thaler jähr⸗ lich stellt. Zum Getraide ist seit ungefähr einem Vierteljahrhundert der Raps getreten. Der verstorbene Amtsrath Braune zu Rothschloß war, wenn nicht der Allererste, doch einer der Ersten, die ihn in Schlesien einführten und sich dadurch um das Land verdient machten. Denn früher waren wir hinsichtlich unseres Oel⸗ Bedarfs dem Auslande tributair, wogegen wir jetzt denselben decken und beinahe noch zur Ausfuhr übrig behalten. Bei der Einführung des Rapses meinten Viele, es geschehe dieselbe zur Unzeit, weil man bei der steigenden Bevölkerung nur daran denken müsse, mehr Land zum Anbaue von Getraide zu gewinnen, anstatt dessen für eine den Boden aussaugende Oelpflanze abzugeben. Indeß hat die Sache doch allmälig so viel Feld gewonnen, daß wir große Quantitäten Oelsaat zu Markte bringen, und noch zeigt sich
keine Spur, daß des Ackers für den Getraidebau zu wenig würde. Ein sicheres Zeichen, daß man durch Intelligenz am Ertrage zu vermehren ver⸗ steht, was in der Ausdehnung des Anbaues abgeht. Nach einer oberfläch⸗ lichen Schätzung kann unsere gegenwärtige jährliche Raps⸗Erzeugung sich wohl über eine halbe Million Scheffel belaufen, was nach dem niedrigsten Durchschnittspreise über eine Million Thaler beträgt; eine Summe, die für eine Bevölkerung von drittehalb Millionen schon von Bedeutung ist, mithin eine Wichtigkeit für das ganze Land hat, indem sie sein Grund⸗Kapital um 25 Millionen Thaler vermehrt.
Wir reihen unmittelbar an ihn den Flachs. Freilich wird sein Anbau nicht mehr in der Ausdehnung betrieben, wie in jenen für den Leinwand⸗ handel unserer Provinz so günstigen Zeiten, und das aus dem Grunde, weil er nicht mehr den Gewinn, wie damals, bringt. Aber dennoch spielt er eine wichtige Rolle in unserem Landbaue; scheint auch neuerdings wie⸗ der mehr Aufnahme zu finden. Roh und als Garn (welches die Spinn⸗ maschinen liesern) ausgeführt, bringt er immer noch ziemlich ansehnliche Summen ins Land, die aber noch größer sein würden, wenn man seiner Gewinnung mehr Aufmerksamkeit und Fleiß widmete und ihn mehr als ver⸗ edeltes Produkt zu Markte brächte. 8
Farbekräuter, Taback und Hopfen erwähnen wir nur im Vorübenmne⸗
hen, da sie im Handel zwar vorkommen, aber nach der Quantität, in weiwv-
cher sie erzeugt werden, keine Hauptrolle in demselben spielen. Dafür aber müssen die Runkelrüben und Kartoffeln genannt werden, weil auf sie unsere Zucker⸗ und Spiritus⸗Fabriken basirt sind, deren Bedeutung, nach den Geldsummen, die sie in Umlauf setzen, groß ist. 28
Wie es um die gewonnene Menge der hier genannten vegetabilischen Produkte in diesem Jahre stehe, das wollen wir erst in wenig Worten mit⸗ theilen, ehe wir zu den animalischen übergehen. Wir haben wieder ein be— deutendes Quantum von Waizen zur Abgabe ans Ausland übrig, aber lei⸗ der ist die Qualität desselben zum großen Theile so gering, daß er eben nicht sehr gesucht sein wird. Die Folge hiervon wird daß man fast Alles, was gut ist, ausführen und das Geringere zum Verbrauch im Lande behalten wird. Von den anderen Getraide⸗Arten werden wir, mit Aus⸗ nahme des Roggens, einen bedeutenden Ueberschuß behalten, nur steht zu erwarten, daß die Nachfrage nicht besonders stark darnach sein wird. Der Raps hat im Durchschnitt kaum eine Mittel⸗Aerndte gewährt, ist auch zum größten Theile schon außer den Händen der Produzenten. Der Flachs ist durchgehends gerathen und sein Preis dürste sehr herabgehen. Dem An scheine nach ist bei großer Menge auch seine Qualität gut, was sich aber erst noch mehr herausstellen muß. Kartoffeln und Rüben sind zwar nicht überall, aber doch in den meisten Gegenden im Ueberflusse, so daß die Branntweinbrennereien und Zuckerfabriken reichlich versorgt sein werden. Nach alle dem wird, wenn besonders, wie es den Anschein gewinnt, die Waizen⸗Ausfuhr nach England wieder bedeutend werden sollte, der Handel mit Landbau⸗Produkten unserer Provinz in diesem Jahre wiederum nahe zu dem höchsten Satz, den er sonst beträgt, an Geldsummen einbringen, noch dazu, da auch, wie wir bald sehen werden, die animalischen Produtte nicht hinter den vegetabilischen zurückstehen dürften. 8
Von den Erzeugnissen unserer Viehzucht nimmt die Wolle den erster Rang ein. Das jäͤhrlich erzeugte Quantum beläuft sich auf ungefähr 50,000 Ctr. Die beiden Breslauer Wollmärkte weisen zwar gewöhnlich mehr als 70,000 Ctr. auf, es kommen aber bekanntlich auf dieselben große Quantitäten vom Auslande. Die Schafzahl unseres Landes beträgt nahe an drei Millionen, und die Woll⸗Aerndte läßt sich im Durchschnitte nicht auf volle 2 Pfund pro Stück annehmen. Jene 50,000 Ctr. kann man, selbst nach den niedrigen Preisen der letzten Märkte, auf 60 Rthlr. den Centner im Durchschnitt schätzen, und sie repräsentiren folglich einen Kapi⸗ talwerth von drei Millionen Rthlrn. Der Mehrtheil der Wolle wird frei⸗ lich im Lande verarbeitet, indeß gehen die theureren Sorten fast alle außer⸗ halb der Provinz, und es kommt dafür bei weitem mehr als eine Million Rthlr. in dieselbe.
Außer der Wolle bringt von thierischen Erzeugnissen nur die Butter Geld ins Land. Auch für sie gehen nicht unbeträchtliche Summen ein.
Alles zusammengerechnet ist die Annahme von 3—4 Millionen Rthlin,., welche unsere Landwirthschaft dem Aktivhandel unseres Vaterlandes zuwen det, keinesweges zu hoch. Dies ist, da sie nebenbei die Bedürfnisse des Landes an Landbau⸗Produkten deckt, etwas sehr Bedeutendes, und zwar um so mehr, als diese Summe fast durchgehends alsbald wieder in weiteren fruchttragenden Umlauf kommt.
Den landwirthschaftlichen Handel helfen aber auch die vielen Verkäufe von Landgütern beleben, die besonders in den jüngsten drei Jahren wieder⸗ um so häufig vorgekommen sind, daß sie, wenn wir die Rustikal⸗Besitzungen mi einschließen, wohl nahe an zehn Millionen Thaler in einem Jahre betragen können. Ein Handel aber, der, wenn wir die angeführten Summen alle zusammenschlagen, im Innern und nach außen mehr denn 15 Millionen Kapital umtreibt, und zwar in einer Provinz, die nur achtehalbhundert Quadratmeilen Fläche und ungefähr drittehalb Millionen Einwohner zählt, verdient wohl alle Beachtung und muß der Landwirthschaft eine sehr beach tenswerthe Stellung geben.
‿
Allgemeiner A
nzeiger.
Bekanntmachungen. “
1390] zedaz koniecana. Sad Ziemsko-miejski w Trzemesznie, w Wielkim 1 Xiestwie Poznaliskim. Posiadlose mlyna, Jozefowi Szadkowskiemu i jego nalzonce nalesdca, we wsi Goryszewie, powiatu
Mogilinskiego, pod Nr. 3 polozona, sadownie osza- 8 1 P 830
owana na 7340 tal. wedle taxy, mogacéj byé przej- anéj wraz 2 wykazem hypoiecznym i warunkami
w. Registraturze, ma bye-
8 Inia 8. Lutego 1844, przed poludniem o godzinie 10, ej w miejscu awyktem posiedzien sadowych sprze-
dana.
Nothwendiger Verkauf. Land⸗ und Stadtgericht zu Trzemeszno im Großher— zogthum Posen.
Das den Joseph Szadkowskischen Eheleuten zugehö⸗ rige, im Dorfe Goryszewo, Mogilnoer Kreises, sub No. 3 gelegene Mühlen⸗Grundstuück, gerichtlich abge⸗ schätzt auf 7340 Thlr., zufolge der nebst Hypotheken schein und Bedingungen in der Registratur einzusehen⸗ den Tare, soll
am 8. Februar 1844, Vormittags 10 IIr;
an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden.
(8dsklal⸗Citatton.
Der Tagelöhner Johann Carl Brocke von hier, wel⸗ cher im Jahre 1832 ohne Wissen und Willen seiner Chefran, Dorothea Brocke geborenen Pape, seinen Wohnort Erfurt verlassen, seit dieser Zeit aber keine Nachricht von sich gegeben hat, wird in Folge der von 8e genannten Ehefrau gegen ihn angebrachten Ehe⸗ hierdurch aufgefordert, sich binnen drei
onaten, und spätestens in dem auf
den 9. Dezembercc., Vormittags 11 Uhr, vor dem Deputirten, Herrn Land⸗ und Stadtgerichts⸗
Rath Rothfeld, an hiesiger Gerichtsstelle anberaumten Termine zu melden, widrigenfalls gegen ihn, als habe
rseine Ehefran böslich verlasenn vnaheranzen drehalb die wischti 10h nesen⸗ angenommen und
ihnen sta Fhe
trennt werden wird. isher bestandene Che 88.
Erfurt, den 11. August 1843. Königl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht.
[1362] Bekanntmachung. Nothwendiger Verkauf.
Stadtgericht zu Berlin, den 10. Juli 1843.
Das in der Blumenstraße Nr. 71 belegene Grund⸗ stück des Böttchermeisters Schmidt, gerichtlich abgeschätzt zu 5159 Thlr. 10 Sgr., soll am 23. Februar 1844, Vormittags 11 Uhr,
an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Tare und Hy⸗
pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.
[1600] mga. 8 In Gemäßheit des am heutigen Tage über das Ver⸗
mögen des Kreis⸗ und Brandkassen⸗Zimmermeisters Jo⸗ hann Heinrich Peters hierselbst erkannten förmlichen Kon kurses werden alle diejenigen, welche aus irgend einem Rechtsgrunde Forderungen und Ansprüche an den vor⸗ gedachten Gemeinschuldner und dessen Vermögen erhe⸗ ben und geltend machen zu können glauben, hierdurch edictaliter geladen, selbige in dem auf den 2. Ok⸗ tober d. J., Vormittags 10 Uhr, auf hiesiger Rathsstube anberaumten Liquidations⸗Termine anzumel den, deren Vorzugsrechte, unter Abreichung der zum Beweise dienenden Original⸗Urkunden, an⸗- und auszu⸗ führen, und sich über die Liquidität der einzelnen For⸗ derungen, so wie über sonstige, das gemeinschaftliche Interesse der Gläubigerschaft betreffende Gegenstände zu erklären und resp. unter einander zu vereinbaren, bei Strafe der Präklusion und resp. der stillschweigenden Einwilligung in die Beschlüsse der anwesenden Mehr⸗ heit der Gläubiger. Datum Bergen, den 7. September 1843. (S. C.) Der Magistrat hierselbst.
Rheinisch⸗Westindische
Compagnie.
„ Das unterzeichnete, zur Vollziehung des Schlusses der Liquidation der Rhein. Westind. Compagnie in der am r d. M. abgehaltenen General Versammlung ernannte vese⸗ haeh aeges hierdurch die Herren Actionaire ieser nunmehr aufgelösten Sozietät, daß die letzte Kapi⸗ tal⸗Dividende, im Betrage Fan daß die letzte Kap
[226 b];
11 ½ Thlr. preuß. Cour. für jede ganze Actie im Nominal⸗
8 Werth von 500 Thlr. — 5 ½ Thlr. preuß. Cour. für jede halbe Actie von 250 Thlr. — vom nächsten 1. Oktober ab gegen Aushändigung der vom Vorzeiger zu quittirenden Anwartschafts⸗Bescheini⸗ gungen bei dem Herrn Köhler⸗Bockmühl hierselbst baar in Empfang zu nehmen ist. Die Inhaber solcher Anwartschafts⸗Bescheinigungen werden demnach durch gegenwärtige Bekanntmachung aufgefordert, ihre Raten innerhalb der nächsten sechs Monate, vom 1. Oktober d. J. an gerechnet, um so gewisser zu erheben, als nach Ablauf dieser Frist die unbezogen gebliebenen Beträge auf Kosten und Gefahr der Interessenten deponirt wer den sollen und später nur unter Beobachtung strenger Formalitäten zu verabfolgen sein dürften. 8
Elberfeld, am 10. September 18433.
Das Liquidations⸗Comité
Rheinisch⸗Westindischen Compagnie. 2z. Gustav Blank. A. Köhler.
Simons⸗Köhler. 1“
“
[1663] VIVCEEEEuun Am 4. Oktober d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen hierselbst auf dem Marktplatz vier braune Kutschpferde, deren Gesammtwerth auf etwa 600 Thlr. angegeben ist, meistbietend verkauft werden.
Soldin, den 22. September 1843. Königl. Kreis⸗Justizrath Soldiner Kreises.
Schulz.
[1466] Ebikltal
Auf Andringen der nächsten Interessenten werden
1) der Bauerssohn Leonh. Haas von Au bei Schwan⸗
orf, geboren am 13. Dezember 790 und abwe⸗
fend seit 1812, wo er als Soldat des Königl. Inf.⸗Regiments Junker nach Rußland zog,
2) der Bauerssohn Andreas Rubenbauer von Pitters⸗ berg, geboren am 9. Dezember 1736, dann
3) dessen Schwester Katharina Rubenbauer, geboren 1733, welche Beide vor 64 Jahren sich nach Wien begeben haben, b 1 1*
hierdurch mit ihrer allenfallsigen legitimen Descendenz
aufgefordert, sich binnen 6 Monaten von heute an
um so gewisser hierorts zu melden, als außerdem Leon⸗
hard Haas für verschollen erklärt und sein in einem
Garten und Haus im Werthe von 386 Fl. bestehendes
Vermögen gegen Caution den Nächstberechtigten aus⸗ gehändigt würde, die beiden Andreas und Katharina Rubenbauer aber für todt erklärt und ihr in 64 Fl. 48 Kr. bestehendes Vermögen ohne Caution ausge⸗ händigt werden müßte. 1 Amberg, am 5. Juli 1843. 8 Königl. baverisches Landgericht Amberg. Lindig.
Literarische Anzeigen.
Hannover im Verlage der Hahnschen Hofbuch⸗
handlung sind so eben erschienen und an alle Buch⸗ handlungen versandt, in Berlin (Stechbahn 3), o
sen und Bromberg an E. S. Mittler: Predigten
von aaooo “ Königl. hannov. Konsistorial⸗Rath und Hofprediger. Zweite Sammlung. gr. 8. 1843. geh. Preis 1 ½ Thlr. (Die erste Sammlung kostet ebenfalls 19 Thlr.)
[1655]
In den ersten Tagen des Okiobers d. J. beginnt der belletristische Bücher- Ueo. Lesezirkel,
bestehend auls dem Neuesten und Besten Belletristik, vorzugsweise aus den besten neuen Romanen. Die Bedingungen zur Benutzung dieses Zir- kels enthält
der Prospectus., welchen gralis vertheilt und womit zum gefälligen Beitritt gchorsamst einladet
₰ 8 die Enslin⸗ehe Buchhandlg. (F. Möüller),
b““
im Gebiete der
2 Breite Str. No. Z0.
Das Abonnement beträgt 2 Rthlr. für ¼ Jahr. “
vö“ 89 wainisle Ang nalna9,16 nge 11189 .“ Imeichtia weünsch
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e FPihirx Z“ 8 Rthlr. 1 Jahr. in allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung. Inserlions-Gebühr für den Uaum einer Zeile des Alls. Anzeigers 2 Sgr.
Inu 81135 8 1
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rröeee K .I ,h 19 vuu 8„ 1ö ——“ IZII1 * asns Alle Post-Anstalten des In- und 1 Auslandes nehmen HBestellung auf dieses Blatl an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuss. Zeitung: 4 rasse Ur E111“”“
Non
EE“ 2 . 0 62 eträgt 2 Rthlr. Preuß. Cour. für d Die vi 3 — ränumeration dieser Zeitung beträgt hlr. Cour. für das Inland. — Die vierteljährliche 4 72) gemacht, und jeder innerhalb der Ringmauer der Stadt wohnende Präu 8
Erpedition selbst (Friedrichs⸗Straße Nr. 72 ach
dem angegebenen Datum, frei ins Haus gesandt.
kann nicht mit Gewißß Nun t Uebrigens ist die Einrichtung getroffen,
9 Uhr ab bis Nachmittags 4 Uhr in unserem Erpeditions⸗Lokale,
einer Zeile 2 Sgr.
Inhalt.
Inland. Danzig. Berieselung der Tuchelschen Haide. — Gum bin⸗
Inen. Lebensrettung. — Magdeburg. Konferenz der evangelischen
Geistlichen zu Gnadau. — Herford. General⸗ Konferenz evangelischer Prediger. 1
Dentsche Bundesstaaten. Hannover. Hannovver. Kriegs⸗Uebun⸗ gen. — Eintheilung des 10ten Bundes⸗Armee⸗Corps. — Baden. Karlsruhe. Die von Habersche Angelegenheit. — Sachsen⸗Koburg⸗ Gotha. Koburg. Wahlzwist.
Oesterreichische Monarchie. dem Kaiser.
NRußland und Polen. Warschau. Aufenthalt des Kaisers.
Frankreich. Paris. Interimistische Verwaltung des Ministeriums des Innern. — Depesche aus Algier. — Bonapartistische Sympathieen un⸗ ter der Garnison von Ham. — Vermischtes.
Großbritanien und Irland. London. Gewaltthätigkeiten der Pächter gegen die Grundherren in Irland. — Zuverlässigkeit der britischen Armee.
Belgien. Brüssel. Abreise des Barons Capellen und Sir E. Dis⸗ browe’s. — Fahrt der Königl. britischen Jacht. — Trefflichkeit des bel gischen Eisenbahndienstes. — Vermischtes.
Schweiz. Neuchatel. Anwesenheit Ihrer Durchlaucht der Fürstin von Liegnitz.
Spanien. Madrid. Geldsendung an die Königin Christine. — Briefe aus Madrid (Manifest der provisorischen Regierung.) und Paris. (Amettler's Proclamation an die Catalonier; Stand der Dinge in Bar⸗ celona und Fortgang der Insurrection in der Provinz; Abdon Terradas zu Figueras; Gährung zu Madrid und in den südlicheren Städten; Ka binetsrath über die in der schwebenden Krisis zu ergreifenden Maßregeln; Dekret gegen Amettler.)
Brasilien. Schreiben aus Paris. (Zerstörung Bahia's durch Erdsturz.) Eisenbahnen. Stettin. Unglücksfall auf der Eisenbahn. — Dres⸗ den. Ober⸗Lausitzer Bahn. — Wien. Die Cleggsche Luft⸗Eisenbahn. Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin, Stettin und
Magdeburg. Marktpreise. — Paris. Börse.
81“ vh Amtlicher Theil.
Wien. Manöver vor Sr. Majestät
Königsstädtisches Theater. (Debüt des Bassisten Grandi.) — Blumen⸗ und Fruüchte⸗Ausstellung der Gesellschaft der Gartenfreunde Berlins. — Ber⸗ lin. Schulnachricht.
Beilage. Inland. Stettin. Maßregeln zur Verhinderung des Schleichhandels. Halle. Zusammenkunft landwirthschaftlicher Ver⸗ eine. — Schreiben aus Koblenz. (Vergiftungsfall.) — Deutsche Bundesstaaten. Sachsen. Schreiben aus Dresden. (Abtretung des Stadtgerichtes an den Staat.) — Württemberg. Tuttlingen. Neue Postverbindung. — Baden. Baden. Ungewöhnliche Dauer der
Kurzeit. — Großherzogthum Hessen. Mainz. Einführung von Turn⸗Uebungen. — Kurhessen. Hanau. Bund der Geächteten. — Mecklenburg⸗Schwerin. Schwerin. Verordnungen gegen die Völlerei. — Freie Städte. Frankfurt a. M. Guͤstav⸗Adolph⸗ Verein. — Hamburg. Abmarsch des Kontingents. — Schweiz.
Zürich. Konferenzen wegen der Klosterfrage. — Politischer Mord in
Wallis. — Italien. Rom. Bewaffnete Bande bei Cesena. —
Serbien. Belgrad. Feierliche Bestätigung Alexander Georgiewitsch's. — La Plata⸗Staaten. Schreiben aus Paris. (Neueste Nachrichten aus Montevideo.) — Eisenbahnen. Liegnitz. Legitimation bei Reisen auf den Eisenbahnen. — Handels⸗ und Börsen⸗Nach⸗ richten. St. Petersburg und Riga. Marktpreise. — London. Mexikanische Dividenden⸗Zahlung.
Amtlicher Theil. Bei der heute angefangenen Ziehung der dritten Klasse 88ster Königl. Klassen-Lotterie fiel ein Gewinn von 400 Rthlr. auf Nr.
A u arwrrre
Friedrichs⸗Straße Nr.
22,987; 3 Gewinne zu 200 Rthlr. fielen auf Nr. 1027. 3210 und 24,020; und 10 Gewinne zu 100 Rthlr. auf Nr. 12,056. 28,896.
41,391. 42,023. 46,252. 63,864. 70,480. 79,40
2 ESon.
38,585. 81,465. — Berlin, den 26. September 1843. .
Königliche General⸗Lotterie⸗D
Angekommen: Se. Excellenz der Geheime Staats⸗ und Minister der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten, Dr. Eichhorn, aus der Rhein⸗Provinz. ““
Der Kammerherr, außerordentliche Gesandte und bevollmäch⸗ tigte Minister am Königl. dänischen Hofe, Freiherr Schoultz von Ascheraden, aus Neu⸗Vorpommern.
Der Kaiserl. russische Geheime Rath und Kammerherr, außer ordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister am hiesigen Hofe, Freiherr von Meyendorff, von Neu⸗Strelitz. 8
Der Großherzogl. oldenburgische Geheime Staatsrath Leutz, von Oldenburg. h00. „92
Abgereist: Se. Execellenz der General⸗Lieutenant und Adju tant Sr. Majestät des Königs von Schweden und Norwegen, von Wedel⸗Jarlsberg, nach Hamburg. ¹
Der Erbschenk im Herzogthum Pommern, von Heyden⸗Lin⸗ den, nach Dresden.
Uichtamtlicher Theil.
* Danzig, im Sept. Eine großartige Unternehmung, die
wir der Gnade Sr. Majestät des Königs verdanken, ist in den ersten Tagen d. M. zu Stande gebracht worden. Einer der unfruchtbar⸗ sten und ödesten Theile Westpreußens war bisher die sogenannte Tu⸗ chelsche Haide, die sich im N. O. der kleinen gewerbfleißigen Stadt Tuchel in der Richtung gegen Stargard hin erstreckt. Auf den Vor⸗ schlag des verdienstvollen Freiherrn Senfft von Pilsach genehmigten Se. Majestät einen Plan, die traurige Sandwüste, die hier einen weit ausgedehnten Flächenraum einnimmt, in künstliche Wiesen zu ver⸗ wandeln. Um die Berieselung möglich zu machen, die hierzu erfor⸗ derlich ist, wurde das Schwarzwasser, ein nicht unbedeutender Fluß, der bei Schwetz in die Weichsel fällt, in seinem oberen Laufe abge⸗ fangen und in einen drei Meilen langen, für kleine Kähne schiffbaren Kanal geleitet. Dieser mußte an einer Stelle über eine 900 Fuß lange und 25 Fuß tiefe Schlucht geführt werden, was mittelst eines aus starken Bohlen zusammengezimmerten Brücken⸗Kanales gelang, der am 5ten d. M. vollendet und durch den Herrn Regierungs⸗Präsidenten von Blumenthal unter dem Zulaufe von Tausenden der Bewohner der nächstgelegenen Ortschaften eingeweiht wurde. Das Hoch, wel⸗ ches der Herr Regierungs⸗Präsident Sr. Majestät dem Könige brachte, als das Wasser zuerst in den neuen Kanal eingelassen und durch den⸗ selben über die Schlucht hinweggeführt wurde, wiederholten auch in dieser bisher beinahe gegen allen Verkehr abgeschlossenen Oede die Tausende der Zuschauer, die den Bau als ein Wunderwerk anstaun⸗ ten, aus dankerfüllten Herzen.
Gumbinnen, 20. Sept. Die hiesige Königl. Regierung macht es mit ehrender Anerkennung durch das Amtsblatt öffentlich
1 — Für einzelne Nummern des Blattes ist der Preis 22 Allgemeinen Anzeiger dieser Zeitung gewünscht wird, 2, in Empfang genommen werden.
Bestellungen für Berlin werden in der
numerant erhält das Blatt durch die S .
27 „ 8 „ . 4 8 — le Stadt ost 0 den 9 9 22 Bes Auswärtige, des In⸗ oder Auslandes, bewirken ihre Bestellungen rechtzeitig bei den resp Post n. 2-ceh zheit die Nummern erwarten, die vor der hier eingegangenen Meldung erschienen sind. sp.
daß Inserate, deren Aufnahme in den
Aemtern; wer dies versäumt, 2 Sgr.
an den Wochentagen von Morgens Der Preis der Inserti eträät für Re
8 s der Insertion beträgt für den Raum
bekannt, daß der kölmische Grundbesitzer Joseph Wiemer zu Dauden, Kreises Pillkallen, bei dem daselbst in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli stattgehabten Brande durch Umsicht und Entschlossenheit drei Kinder vom Feuertode gerettet hat.
8 Magdeburg, 25. Sept. (M. Z.) Es versammelten sich am 20. September etwa 250 meist im Amte stehende Geistliche, denen sich aber auch manche Kandidaten und einige Laien angeschlossen hat⸗ ten, in Gnadau, um in dieser dritten Central⸗Konferenz das begon⸗ nene Werk gemeinsamer Berathung über Förderung kirchlichen und christlichen Lebens weiterzuführen. Zwar wurden sehr verschiedenar tige Ansichten über die zur Berathung kommenden Punkte laut und lieferten den Beweis, daß die Versammlung sich vor Einseitigkeit hüte; allein sämmtliche Reden zeugten von demselben Eifer für die Zwecke des Vereins und stärkten die Versammelten in dem freudigen Bewußt⸗ sein der Einigkeit im Geist. Für die nächste am Mittwoch nach Qua⸗ simodogeniti 1844 zu haltende Versammlung wurde ein neuer Prä⸗ ses durch Zuruf gewählt. “
Herford, 20. Sept. (Elb. Z.) Gestern ist hier nach dem in mehreren anderen Provinzen gegebenen Beispiele eine General⸗ Konferenz der evangelischen Prediger des Regierungs⸗Bezirks Minden gehalten worden, an welcher aus fünf Synoden funfzig Geistliche Theil nahmen. Die Synoden Minden und Vlotho hatten die Idee einer solchen ins Leben zu rufenden General⸗Konferenz gleichfalls mit voller Zustimmung und lebhaftem Interesse aufgenommen, waren aber zum großen Bedauern der Erschienenen dadurch an der Theilnahme verhindert worden, daß sie bei Sr. Excellenz dem Herrn Minister Eichhorn um eine an diesem Tage in Minden ihnen zu bewilligende Audienz gebeten hatten. gen waren: die Stiftung eines Gustav⸗Adolph⸗Vereins zur Unter
stützung hülfsbedürf
Die Gegenstände der Konferenz⸗Verhandlun⸗
tiger evangelischer Gemeinden, zunächst im eigenen Vaterlande, die auch unter allgemeiner Zustimmung erfolgte; dann
ferner die Sache der Mäßigkeits⸗Vereine, die ebenfalls einstimmig als
eine Sache der Kirche anerkannt wurde, für deren erfolgreiche Förde⸗ rung die Geistlichen sich lebhaft interessiren müßten und auch wollten; und endlich die Pfarr-Besetzungen, wobei der einstimmige Wunsch ausgesprochen wurde, daß zur Abhülfe des gegenwärtigen großen Nothstandes, der durch den Mangel eines festen Prinzips in dieser Angelegenheit entstanden, baldmöglichst Allerhöchsten Orts ein fester Modus möge bestimmt und angeordnet werden, durch welchen, mit Aufhebung des Protestations⸗Rechtes der Gemeinde, eine billige, und
möchte.
Ausland. Deutsche Bundesstaaten.
zwar positive Theilnahme an den Pfarr⸗Besetzungen gegeben werdef
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Hannover. Hannover, 23. Sept. Unsere heutige Zeitung bringt folgende Uebersicht über die Verwendung der Zeit, während welcher das 10. Bundes⸗Armee⸗Corps bei Lüneburg zusammengezo-⸗ gen ist. Am 24. September: Einrücken in die Lager und Cantonne⸗ ments. — Am 25. Sept.: Ruhetag. — Am 26. Sept. und am 27. Sept.: Corps⸗Manöver mit markirtem Feinde. — Am 28. Sept.: Ruhetag. — Am 29. Sept. und am 30. Sept.: Corps⸗Manöver mit markirtem Feinde. — Am 1. Oktober: Ruhetag. Gottesdienst im Lager. — Am 2. Okt. und am 3. Okt.: Feld⸗Manöver. — Am
Königsstädtisches Theater. Debüt des Bassisten Grandi.
Sgr. Simone Grandi, welcher bei der am 25. September statt⸗ gehabten Wiederholung der „Lucia di Lammermoor’ die Parlie des haus⸗ väterlich gezeichneten, begütigenden, gute Lehren ertheilenden und die Mord⸗ süchtigen auf das fünfte mosaische Gebot und auf's bürgerliche Gesetzbuch verweisenden alten Raimondo Bidebent übernommen hatte, besitzt eine ziem lich starke volltönende Stimme, doch mit etwas Anflug von Nauheit. In der Tiefe ist sie, für einen primo basso, schwach, und im Vortrag waͤre mehr Wärme zu wünschen. Doch läßt sich über Letzteres erst in der Folge ein geschlossenes Urtheil geben, wenn Herr Grandi in einer dankbareren Rolle aufgetreten sein wird, zumal da sein eigentliches Fach der komischen Oper angehört und er als Buffo sehr ausgezeichnet sein soll. Als Rai mondo lassen sich wenig Lorbeerblätter einsammeln, da die moralischen Floskeln desselben gar vernutzt klingen.
4 Sonst war die Vorstellung abgerundeter als das erste Mal, und auch das Orchester begleitete, bis auf einige kleine Fehler, z. B. in der Klarinette, diskret und präzis. Sgra. Malvani, die immer mehr in der Gunst des Publikums steigt, war diesmal weit besser bei Stimme, als am vorigen Sonnabend, wo sie etwas belegt war. Gleich die Cavatine im ersten Akt wurde sehr schön vorgetragen und mit rauschendem Beifall, der sie auch beim Eintreten empfangen hatte, belohnt. Die Wahnsinns⸗Scene el 18 ihr ausgezeichnet. Sie wurde schon nach dem ersten Akt mit Herrn Sterlg gerufen, welcher das Duett am Schluß desselben mit Sgra Malvani s hr ausdrucksvoll und bei dem „Addio“, wo Beide im Unisono 5 g und a in's hohe b. steigen, mit gesteigertem Effekt vortrug. Obwohl die Stimme dieses ausgezeichneten Tenoristen sich eben sowohl für starke und aufslammende Affekte als für rührende und weiche eignet muß er sich doch hüten, bei ersteren nicht die Gränzlinien des Kun aetngo zu überschreiten. So z. B. ging er auch diesmal wieder bei den Worten „Giurai strapparti il core“ im Duett mit Enrico gewiß er diese Stelle gleichsam mit d äl ““ bezeichnet, unschön heißt bzitschend ö“
eichne hön heißt. B enden Affekten ist er 1
vortrefslich, und die Sterbeseene wurde wahrhaft negee
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Das Spiel hielt sich edel und war durchweg auch in den vulkanischen Aus⸗ brüchen der Wuth kunstbemessen. Nach dem zweiten Akt wurden Alle und Herr Stella noch besonders gerufen. Das Haus war nicht so besetzt, als es der durch eine so vorzügliche Gesellschaft dargebotene Genuß erwar ten ließ. Das Publikum für die italienische Oper, zum größten Theil Stammgäste, wünscht Abwechselung im Repertoire und will neue Opern hören, nicht immer die sechs bis acht, die es schon unzählige Mal gehört hat. Zum Glück kann diesem Wunsch, wie wir hören, demnächst ent⸗ sprochen werden. Mozart’s „Figaro“ und Herold's „Zampa“ kommen an die Reihe und werden zu interessanten Vergleichungen Anlaß geben. — u
Blumen⸗ und Früchte⸗Ausstellung der Gesellschaft der Gartenfreunde Berlins
Berlin theilt mit anderen Residenzstädten, z. B. mit St. Petersburg, Madrid, München u. s. w., das Loos, in einer von der Natur wenig oder gar nicht begünstigten Gegend angelegt worden zu sein. Allein auch auf den märkischen Syrten blühen jetzt die Rosen von Jericho, und die Natur⸗ liebe, wie der Kunstfleiß der Bevölkerung, haben so nachgeholfen, daß in und um Berlin den Sandbänken üppige Oasen entwachsen. Schiller's Stanze:
Freunde! Es giebt glücklichere Zonen, Als das Land, worin wir leidlich wohnen, Wie der weitgereiste Wandrer spricht. Aber hat Natur uns viel entzogen, War die Kunst uns freundlich doch gewogen; Unser Herz erwarmt an ihrem Licht — gilt auch für Berlin als Trostwort, und wir sehen nicht blos das ganze 1 8
Jahr hindurch
Das Große aller Zeiten Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, Sinnvoll, still an uns vorübergehn,
sondern machen uns auch die Worte des unsterblichen Dichters: Leben duftet nur die frische Pflanze Die die grüne Stunde streut — “ als eine Wahrheit zu Nutz. 8 “
Die Hortikultur der Hauptstadt Preußens ist zu einem sehr bedeutenden Grad der Ausbildung gelangt. Um sich davon zu überzeugen, braucht man nur einen Blick in die Gärten der stattlichen Wohnungen in der Bellevue⸗, Potsdamer⸗, Thiergartenstraße u. s. w. zu werfen — wahre, im Flor und Segen Flora's wie Pomona's prangende italienische Villen, denen nur eine Brenta fehlt, um den Vergleich mit der stattlichen, jetzt leider verödeter Landhäuserreihe zwischen Padua und Venedig auszuhalten. Die Vegetation aller Pflanzungen bei diesen großstädtisch gebauten und ländlich eingefriede ten Wohnsitzen ist, durch die aufmerksame Pflege der Besitzer, mitunter süd lich⸗üppig, und man möchte es kaum glauben, daß solche Anlagen auf einen Grund und Boden gemacht worden sind, der im gewöhnlichen Zustand nur Kartoffeln und Hafer zeitigt und zur Weizenzucht erst durch rastlosen Fleiß des Landmanns kultivirt werden konnte. Einem Rheinländer, den aus Poppelsdorf bei Bonn gebürtigen Königl. Garten⸗Direktor Hern Lenné, gebührt die Ehre, sich um die Verschönerung Berlins und Potsdam in ländlicher Hinsicht zujüngst wesentlich verdient gemacht zu haben.
Die Liebe zu den Hervorbringungen der Natur und zu den Schoßkin dern derselben, den Blumen, ist aber in Berlin nicht blos in den höheren Ständen heimisch, sie ist bis in die untersten Volksklassen eingedrungen. Sogar in den Kellerwohnungen sucht man sich das Beengende des Aufenthalts und das Kümmerliche des Daseins dadurch zu er⸗ heitern, daß man dieselben mit Blumen ausschmückt. Von drei Kellern, wobei man hier in den belebteren Stadtvierteln vorübergeht, sind im Durchschnitt an einem die Fenster mit Blumen verstellt. —2 wenn der Winter seine Krone von dürrem Reisig aufsetzt, hat Fpangen und handel ungestörten Fortgang, und was das Treibhaus naznn der Stadr Erstlingen der Beete nur liefern kann, findet in den Hauptstre ne2 raschen Absatz. eeeaaaegenschaft gewidmeten — Daß scc neben den der Botanik als vngh vefcecne 8,9 manche höheren und Staats⸗Anstalten unter sol vengleichen unter Privatpersonen.
Vereine für Gartenpflege, Blumenzucht und