1843 / 103 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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634 tragten hiermit den Helim Baschi und den Dr. Bernard unter Be⸗ zeigung seiner vollen Zufriedenheit mit ihren persönlichen ausgezeich⸗ wird Salich Ramik Efendi, Mitglied des Rathes im Finanz⸗Depar⸗ neten Leistungen. Den der Pforte zur Regulirung ihres Spitalwesens tement und Kapukiaja ( Pforten⸗Agent) verschiedener Statthalter von Seiten der Kaiserl. österreichischen Regierung überlassenen Ober⸗ fungiren. Feld⸗Aerzten Doktoren Rigler und Eder, welche der ganzen Feierlich⸗ Am 14ten d. M. begab sich der Königlich preußische außeror⸗ 50 keit beigewohnt hatten, widerfuhr bei dieser Gelegenheit die Ehre, dentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister, Herr von Le Coq, gen die ihm opponirenden Professoren drei Thesen mit dem glänzend⸗ vom Großmarschall Riza Pascha dem Sultan vorgestellt zu werden, zur Pforte, um dem Großwesir das Notificationsschreiben seines Hofes sten Erfolge. Hierauf wurde aus einer Vase, welche hundert Fragen der seine Anerkennung ihrer ersprießlichen Dienstleistung in den schmei⸗ über das Ableben des Prinzen August von Preußen zu übergeben.

aus allen Zweigen der Heilkunde in sich schloß, eine Frage von Sr. chelhaftesten Worten aussprach. Hoheit selbst und eine andere vom Großwesir gezogen und von dem Der Muschir der Großherrlichen Leibgarde und Großmarschall Von der türkischen Gränze, 24. Sept. (A. Z.) Der Disputanten auf eine Weise beantwortet, die nichts zu wünschen des Serails, Riza Pascha, hat, unter Beibehaltung seiner bisherigen Wesir von Herzegowina hat, vermuthlich durch den drohenden Zustand übrig ließ. Nachdem dann der Direktor der Schule, Dr. Bernard, Functionen, die Würde eines Seriaskers (Ober⸗Befehlshabers sämmt⸗ Bosniens beunruhigt, dem Vladika ganz unerwartet Friedens⸗Anträge das Ergebniß der strengen Prüfungen, welchen Salih Efendi früher licher ottomanischer Truppen) erhalten. Das sich hierauf beziehende unter der Vorbedingung machen lassen, daß die Mörder der Depu⸗ unterzogen worden war, bekannt gemacht, und die von dem Hekim Großherrliche Handschreiben wurde am 16. d. M. bei der Pforte feier⸗ tirten von Niesitsch bestraft werden. Der Vladika gab hierauf die

beizuwohnen. Diesen Prüfungen lieh der Umstand ein besonderes In⸗ Linientruppen. Als Secretair und Protokollführer des Kriegsrathes

teresse, daß sie, zum erstenmale seit dem fünfjährigen Bestehen der gedachten medizinischen Anstalt, mit feierlichen Promotionen zur Dok⸗ torwürde verbunden waren. Nachdem man damit begonnen hatte, Sr. Hoheit das Wesen und die Bedeutung öffentlicher Disputationen zu erklären, trat der Schüler Salih Efendi auf und vertheidigte ge⸗

Das Abonnement beträgt: 2 Rthlr. für ¼ Jahr. 4 Rthlr. Jahr. 8 Rthlr. - 1 Jahr. in allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung. Insertions-Gebühr für den 4 8. Raum einer Zeile des Alls. FrissteiHshec.“ Ur. 72. Anzeigers 2 Sgr. 8

Alle Post-A n- und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuss. 8 Zeitung:

erlin, Mittwoch den IIiean Oktober

Baschi (Protomedikus) an den Direktor sowohl als an die Professo⸗

ren gestellte Frage, ob sich gegen die Promotion des Doktorswürde kein war, wurde dieselbe vorgenommen und

ergreifenden Scene Anlaß gab,

dem Sultan das Kleid und nachdem Se. denheit auf die herablassendste W ihm sein Doktorsdiplom eingehändigt. befehlen, daß ein anderer Mehmed Efendi verschiedene Th Ministern gezogenen Fragen beantwortete und zuletzt Formalitäten, wie sein Vorgänger, zum Der Sultan ließ hierauf mit den Instrumenten, die seine Aufmerksamkeit ten, Experimente anstellen, von den Schülern erklärt Se. Hoheit den Wunsch, werde, worauf der Schüler Mustafa Efendi disp torswürde erhielt. lichen Prüfungen. Da die Zeit sehr vorgerückt war, Hoheit die Preisvertheilung diesmal nicht selbst vor,

auf sich

wurden.

Bedenken erhebe, verneinend beantwortet worden von gedachtem Protomedikus auf Salih Efendi mit dem Doktormantel angethan. Unmittelbar darauf leistete der neue Doktor seinen Eid, was zu einer bei welcher in den Zügen aller An⸗ wesenden sich tiefe Rührung aussprach. Salih Efendi küßte sodann Hoheit ihm seine Zufrie⸗ eise zu erkennen gegeben hatte, wurde Se. Hoheit geruhten nun zu Disputant vortrete, worauf der Schüler hesen vertheidigte, die diesmal von den

Doktor graduirt wurde. verschiedenen

die vom Professor der Physik geleitet und Unmittelbar hernach äußerten daß noch eine Promotion vorgenommen utirte und die Dok Dieser dreifachen Promotion folgten die gewöhn⸗

1 lich verlesen. Kandidaten zur

ergeben. Der vormali

feierliche Weise Sarim Efendi,

raths ernannt worden.

Kriegswesen, jenem des 2 einigt worden ist.

Das neue Reglement der Gelegenhei gemacht worden. zusammengesetzt: Garde, Präsident. Reichsrathes. Saida. 4) Kiamil Pascha, Ferik.

unter denselben

physikalischen gezogen hat⸗

rathes. 7) Abdi Pascha, Pascha gleichfalls Miriliwa

so nahmen Se. ls der hiesigen Militair⸗Akademie.

sondern beauf⸗

In den Staats⸗Aemtern haben sich folgende Veränderungen ge Minister der auswärtigen Angelegenheiten und der bisherige Musteschar (Staatsrath) des Großwesirs, Said Muhib Efendi, sind zu Mitgliedern des Reichs⸗ Der hierdurch erledigte Posten eines Muste⸗ schars des Großwesirs wurde dem Musteschar im Marine⸗Departement, Suhdi Bey, und die Stelle des Mustafa Efendi, verliehen, dessen Amt hinwieder mit Musteschars der Großherrlichen Garden, Arif Efendi, ver⸗

ottomanischen Armee (S. Allg. Preuß. Ztg. Nr. 97.) ist bei der Pforte verlesen, und bei dieser t auch eine neue Organisation des Kriegsrathes Derselbe ist gegenwärtig aus folgenden Mitgliedern 1) Suleiman Pascha, Ferik (Divisions⸗General) der

2) Der Ulema Arif Hikmet Bey, Mitglied des 3) Hadschi Edhem Bey, ehemaliger Defterdar zu p 5) Schekib Efendi, früherer Bot⸗ schafter in London und 6) Izzet Efendi, beide Mitglieder des Reichs Miriliwa (Divisions⸗General) der Garde, ein ehemaliger Zögling der türkischen der Garde. 10) Mehmed Pascha, Miriliwa der

Letzteren dem Musteschar fürs

7

bekannt

Militairschule in Wien. 8) Awni 9) Emin Pascha, Direktor

8

Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 19. Juli 1843.

Das in der großen Frankfurter Straße belegene Grund⸗

stück des Destillateur Genß, gerichtlich abgeschätzt zu

16441 Thlr. 2 Sgr. 1 Pf., soll

am 8. März 1844, Vormittags 11 Uhr,

un der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.

[1428]

[1740] Obrigkeitliche Bekanntmachung. Ueber den Nachlaß des hierselbst verstorbenen Ban⸗ quiers Julius Friedemann ist der Konkurs eröffnet und die gerichtliche Beschlagnahme desselben für die Gläubi⸗ ger verfügt, weshalb allen und Jeden, welche von die sem Gemeinschuldner Gelder, Sachen, Effekten oder Briefschaften hinter sich, ihm etwas zu zahlen oder zu liefern haben, angedeutet wird, davon an keinem Dritten das mindeste zu verabfolgen, vielmehr alles, nach zu⸗ voriger dem unterzeichneten Stadtgericht darüber treu⸗ ich zu leistenden Anzeige, in dessen Depositorium, je⸗ och mit Vorbehalt ihrer Rechte daran, abzuliefern, in⸗ em alles, was dem entgegen gezahlt oder ausgeant⸗ wortet wird, als nicht geschehen erachtet und zum Be⸗ sten der Masse anderweit beigetrieben werden muß. Wer zur letzteren gehörige Gelder oder Sachen ver⸗ chweigt und zurückbehäͤlt, wird ihr deshalb verantwort⸗ ich, außerdem aber auch noch alles ihm daran zuste⸗ enden Unterpfands und anderen Rechts verlustig. Berlin, den 7. Oktober 1843. Königliches Stadtgericht hiesiger Residenz. lbtheilung für Kredit⸗, Subhastations⸗ und Nachlaß⸗

Sachen.

1668] 1 8 8 gaume. Nachdem die Actien⸗Zeichnang für die Eisenbahn von Elberfeld bis in die

3, Gegend von Dortmund geschlossen und

Adas in den Grund⸗Bedingungen den Privatzeichnern zugewiesene Kapital über⸗

8 nommen ist, werden die Herren Aectio⸗ naire hiermit zu einer General⸗Versammlung auf Mitt⸗ woch den 18. Oktober dieses Jahres, Vormittags 9 Uhr, auf dem hiesigen Rathhause eingeladen und aufgefor⸗ dert, entweder persönlich oder durch einen Bevollmäch⸗ igten, welcher Actionair sein muß, zu erscheinen, um an der Berathung, resp. Feststellung der Statuten, so wie an der rechtsgültigen Konstituirung der Gesellschaft Theil zu nehmen und dieser Aufforderung um so pünkt⸗ licher nachzukommen, als der Gesellschaft im anderen Falle das Recht vorbehalten wird, nach ihrer Wahl die Actienzeichner entweder zur Erfüllung der eingegan⸗ genen Verbindlichkeit anzuhalten, oder aber sie aus der

Actienliste zu streichen und an deren Stelle andere

Actienzeichner zuzulassen.

Elverfeld, den 18. September 1843. Das Rheinisch⸗Westphälische Eisenbahn⸗Comité:

8 Carnap. v. Vincke. Wilckhaus. von der Heydt. IHIecker. Schnitzler. Fischer. Feldmwann--Simons. Schulte. Egen. Köster.

[268 b]' Bekanntmachung. In Gemäßheit des §. 33. der Statuten der Sp ei⸗

cher⸗Actien⸗Gesellschast, naset die unterzeichnete Direction die Herren Actionairs dieser Gesellschaft hiermit zu einer General⸗Versammlung am

[1637] Edkkhg

Nachdem der Nadlermeister und Handelsmann Ernst Ferdinand Laube allhier seine Insolvenz angezeigt hat und demgemäß der Konkursprozeß zu eröffnen ge⸗ wesen, so ist

der 6. Februar 1844 zum Liquidations⸗ und Anmeldungs⸗ Termine auberaumt worden, und werden daher dessen bekannte und unbe⸗ kannte Gläubiger andurch öffentlich vorgeladen, gedach⸗ ten Tages zu rechter Gerichtszeit an Königl. Amtsstelle allhier zu erscheinen, ihre Forderungen bei deren Verlust anzumelden, mit dem verordneten Konkurs⸗Vertreter und unter sich über die Priorität zu verfahren, den 23. März 1844

hierauf aber sich der Publication eines Präklusiv⸗Bescheids unter der Verwarnung zu gewärtigen, daß derselbe Mit⸗ tags nach 12 Uhr für publizirt erachtet und zu den Akten genommen werden wird, und demnächst

den 3. April 1844 anderweit an hiesiger Amtsstelle, Vormittags vor 10 Uhr, behufs der Abschließung eines Vergleichs zu erscheinen und sich wo möglich zu vergleichen, wobei der etwa ab⸗ geschlossene Vergleich für diejenigen, welche gar nicht erschienen sind und sich nicht erklärt oder ihre Bevoll⸗ mächtigten zu Abschließung eines solchen Vergleichs nicht autorisirt haben, als verbindlich erachtet werden wird, wogegen für den Fall, daß ein derartiger Vergleich nicht zu Stande kommen sollte,

der 6. April 1844 zur Inrotulation der Akten und deren Versendung nach rechtlichem Erkenntniß,

der 3. Juli 1844 aber endlich zur Publication des eingeholten Locations⸗ Urthels bei Strafe, daß solches Mittags nach 12 Uhr für publizirt erachtet werden wird, anberaumt worden ist, und haben auswärtige Gläubiger zu Annahme künftiger Ladungen Bevollmächtigte am Orte des Ge⸗ richts zu bestellen, solche auch spätestens und bei Ver⸗

7

Allgemeiner Anzeiger.

meidung von 5 Thaler Strafe im Liquidations⸗Termine namhast zu machen. Wornach sich zu achten. Justizamt Frauenstein, den 11 September 1843. Königlich Sächsischer bestallter Justiz⸗Amtmann daselbst.

[1511] E 111212123

Nachdem der Webermeister und Handelsmann August Friedrich Sonntag zu St. Micheln seine Zahlungs⸗Un⸗ fähigkeit angezeigt und zu dessen Habe der Konkurs⸗Pro⸗ zeß zu eröffnen gewesen, so werden Amtswegen sämmt⸗ liche sowohl bekannte als unbekannte Gläubiger dessel⸗ ben, so wie alle, welche aus sonst einem Rechtsgrunde an diese Konkursmasse Ansprüche zu haben vermeinen, hiermit öffentlich und peremtorisch geladen, bevorstehenden

CEEg11844 zu rechter früher Gerichtszeit in Person und, so weit nöthig, gehörig bevormundet oder durch hinlänglich le⸗ gitimirte und zu Eingehung eines Vergleichs instruirte Bevollmächtigte an gewöhnlicher Amtsstelle allhier zu erscheinen, ihre Ansprüche, es mögen solche bereits an gemeldet sein oder nicht, bei Strafe, daß sie außerdem von der Konkursmasse werden ausgeschlossen und der Rechtswohlthat der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand für verlustig geachtet werden, gehörig anzumel⸗ den und zu bescheinigen, mit dem bestellten Konkurs⸗ Vertreter darüber und, da nöthig, unter sich selbst über die Priorität rechtlich zu verfahren, binnen sechs Wochen zu beschließen, hierauf aber 118I1

der Publication eines Präklusiv⸗Bescheides, so wie wei⸗ terer rechtlicher Verschreitung gewärtig zu sein.

Uebrigens haben diejenigen Gläubiger, welche nicht unter der Gerichtsbarkeit des hiesigen Amtes wohnen, zur Annahme künftiger Ladungen und anderer Verfü⸗ gungen hier Orts wohnhafte Gevollmächtigte zu stellen.

Justizamt Lichtenstein, am 14. August 1843.

Fürstl. Schönburg. bestallter Rath und Justiz⸗ Amtmann das.

Christian Samuel Weigel.

[1739]

Die Vorbereitungen für die

welche von Dresden

unterzeichnete Comité in den Stand gesetzt sieht,

bei dem Unternehmen zugesichert hat, als auch naire betheiligen wollen,

Leipziger Zeitung ausgegeben, In⸗ und Auslande zu verbreiten gesucht werden wird.

Bautzen und Zittau, den 5. Oktober 1843. Der Comité

Bekanntma

„2 9 9„ „Sächsisch⸗Schlesische über Bautzen, Löbau bis Görlitz geführt werden, und sich daselbst an die gleichzei⸗ tig von Breslau dahin anzulegende Eisenbahn anschließen soll, .

zur Theilnahme an diesem National⸗Unternehmen durch Bethei⸗ ligung bei der Actien- Zeichnung, wesche den 1. und 2. November d. Js., n mittags von 2 bis 5 Uhr, gleichzeitig in den Städten Dresden, Leipzig, Chemnitz, tau bei den dasigen Stadträthen stattfinden wird, einzuladen. ““

Die Bedingungen sowohl, unter denen die hohe Staats⸗Regierung des Königreichs 8 r die Subscriptions Bedingungen für diejenigen, die sich als Actio⸗ Bestimmungen, sind in einer besonderen Einladung zur Unternehmen enthalten, welche nächstens als Beilage zur überdies an die Königlichen Amtshauptmannschasten und an die Stadträthe der

nebst den vorläufigen Statuten Betheiligung bei dem Sächsisch⸗Schlesischen Eisenbahn⸗

sämmtlichen bedeutenderen Städte des Landes zur weiteren

E. Uhlich, Vorstand. W. Th. Schwabe, Vice⸗Vorstand. G. E. Heydemann, Kassirer.

ch ung, die zu eröffnende Actien-Zeichnung für d Schlesische Eisenbahn

betreffend.

Fz so . Eisenbahn sind nunmehr so weit gediehen, daß sich der

Vormittags von 8 bis 12 und Nach⸗ Bautzen und Zit⸗

Sachsen ihre Mitwirkung

Verbreitung übersendet und sonst noch möglichst im

für die Sächsisch⸗Schlesische Eisenbahn.

H. Milde, Seecretair.

Literarische Anzeigen. Noch in diesem Monat wird ausgegeben: 17383 Das Leben Jesu. Eine pragmatische Geschichts⸗Darstellung von

25. Oktober d. J., Vormit⸗ tags um 11 Uhr präzise, im unte⸗

ren Stockwerk des Hauses an der Herkulesbrücke, kleine Präsidenten⸗Straße Nr. 7, ergebenst ein. Berlin, den 3. Oktober 1843. Die Direction der Speicher⸗Actien⸗ Gesellschaft. lein. Keibel. Ludwig Lessing.

2— Werner Hahn.

Die Tendenz des Werkes ist: unter Anerkennung der kritischen Resultate, welche seit dem letzten Decen⸗ nium in der theologischen Literatur über die Evange⸗ lien und ihre geschichtliche Glaubwürdigkeit sich festge- stellt haben, die Geschichts⸗Darstellung des Lebens Jesu, auf neue, wissenschaftlich gerechtfertigte Prinzipien ge⸗ stützt, zu entwerfen.

Das Werk zerfällt hiernach in zwei 2 heile: in den ersten, der die wissenschaftliche Begründung des Unter⸗ nehmens enthält, und in den zweiten, der die Durch⸗ führung desselben liefert. So ist das Werk ein abge⸗ schlossenes Ganze.

In der Absicht des Verfassers ist es nur der erste Theil einer durchgreifenden Umarbeitung des ganzen historischen Gebiets der christlichen Theologie, und so mit der erste Schritt zu einer neuen Begründung und reineren Gestaltung der überall wankend gewordenen kirchlichen Verhältnisse.

Auf dies Werk geeignet in der ganzen christlichen Welt ein nicht gewöhnliches Aufsehen zu erregen erlaube ich mir im Vor⸗ aus hinzuweisen. Der Preis wird Thlr. nicht

empfangen und fetirt worden. den Bulgaren an der Donau geben Veranlassung zu neuen Besorg⸗ nissen; man glaubte unter den der christlichen Bevölkerung bevorstehe.

stolze Erklärung, daß er das Erbieten annehme und der Vorbedingung ohne weiteres entsprechen wolle, wenn auch die Türken alle jene be⸗ strafen werden, die schon Verrath gegen Montenegro geübt haben Während unter solchen Verhältnissen auf diesem Theil der montene⸗ grinischen Gränze nichts weiter von Bedeutung vorgefallen ist, haben plötzlich die Albanesen von Zenta einen Ueberfall gegen Montenegro versucht, der aber zu ihrem großen Nachtheil ausgefallen ist, indem sie blutig zurückgeschickt wurden. cheres Unternehmen die erlittene Scharte nang für den Vladika wäre es, wenn es sich bestätigen sollte, daß ein Theil des zu Montenegro gehörigen Stammes Kuesi Skutari unterworfen habe. Die Deputirte mes sollen von dem Pascha freundlichst aufgenommen und mit Ehren⸗ Geschenken entlassen worden sein.

3 Fubhn ten a Bucharest zufolge war Herr Daschkoff, russischer General⸗Konsul in den Fürstenthümern, f und hatfe gleich den Tag nach seiner Rückkunst über die walachischen Truppen eine Revue gehalten.

Sie wollen nun durch ein ernstli⸗ auswetzen. Unangenehm

sich dem Pascha von Deputirten des abtrünnigen Stam⸗

daselbst wieder eingetroffen

Er ist von den Behörden mit Pomp Einige unbedeutende Unruhen unter

Türken, daß demnächst eine Bewegung

übersteigen und jede Buchhandlung vorläufige Bestel⸗

lungen entgegennehmen. Berlin, den 2. Oktober 1843.

Alexander D

[1732]

Bei Tobias Dannheimer in Kempten ist er⸗

schienen und vorräthig in der Gropiussoen Buch⸗ und Kunsthandlung in Berlin, in der Königl. Bauschule Laden Nr. 12, bei Ferd. Hirt in Breslau, L. G. Homann’'s Buch⸗ und Kunsthand⸗ lung in Danzig und in der Vorntraegerschen Sor⸗ timents⸗Buchhandlung in Königsberg, F. Riegel in Potsdam:

E. Emminger. schaftzeichner stufenweise geordnet und nach der Natur auf Stein gezeichnet. 2 Hefte, jedes von 12 Blättern, à 1 Fl. 48 Kr. od. 1 Thlr.

In keiner Zeichnungsschule sollten diese Vorlagblätter

fehlen, es sind bis jetzt nirgends bessere erschienen. Wer immer Landschaftzeichnen gründlich lernen will, der bilde sich nach diesen Blättern, er wird schnell und angenehm seinen Zweck erreichen. Selbst geübtere Landschafts⸗ zeichner können von Emminger lernen, der in diesem Fache Meister ist, was am besten sein lithographirtes Bild von Hohenschwangau und seine Pracht⸗Ansicht von Wien beweisen. Blätter, die nicht blos als treue Ko⸗ vieen, sondern als Kunstwerke Geltung haben und in allen Buch⸗ und Kunsthandlungen zu bekommen sind.

Studien für Land⸗

Bei A. Bielefeld in Karlsruhe ist so eben eri⸗ schienen und in allen Buchhandlungen zu haben, in

Berlin in der T. Trautweinschen Buch⸗ und

53 2 Mustkalienhandlung, Breitestr. Nr. 8: [1720] Ie br Mündlichkeit und Oeffentlichkeit des Gerichts⸗Verfahrens, dann über das . Geschwornengericht. Von 88W1 Advokat am Königlichen Appellationshofe in Paris. gr. 8. geh. F. 1.12. 6 Der in der juristischen Welt wohlbekannte Verfasser hat in dieser Schrift seine, während vieler Jahre in Paris gemachten Erfahrungen bezüglich dieses Gerichts⸗ Verfahrens niedergelegt, und sie ist deshalb für jeden

8 ,

Staats⸗Beamten und Juristen von höchster Wichtigkeit.

11““

[282 b] 1 Die Musikalien - Handlung von Carl

Paez., vormals Lischke, Bauschule No. 9, empfiehlt ihr reichhaltiges

Musikalien Leih- Institut

für Einheimische und Auswärtige zur geneigten Be-

Ausführlicher Prospekt gratis.

nutzung. 1 3 dem üblichen Ra-

Musikalien jeder Gattung mit

vau bei Carl Paez.

So eben ist bei uns erschienen:

1281 9l Urban Grandier

Besessenen von Loudun

von W. Alexis.

Preis 3 Thlr. 22 ½ Sgr.

löe

2 Bände.

Buchhandlung des Berliner

Lesekabinets, Behrenstr. 32.

Wir haben unser [280 ] „Putz- und Mode waaren-Detail-Lager nach der ersten Etage in unserem Hause verlegt.⸗

Wilhelm K. ramer & C0 . P., Brüder-Str. 12-

Inhalt.

Amtlicher Theil. 8 Inland. Soest. Denkfest der Einführung des summarischen Rechts⸗

Verfahrens. Arnsberg. Durchführung der Gemeinde Ordnung. Trier. Versammlung der Weinbauer. 8

Dentsche Bundesstagaten. Bavern. München. Abreise der Kaiserin⸗Mutter von Oesterreich. Sachsen. Dresden. Hamburgi⸗ sche Dauktafel. Leipzig. Fabrikanten Verein. Württemberg. Stuttgart. Geburtstag des Königs. Ackerbauschule zu Ochsenhau⸗ sen. Hagelschaden⸗Versicherung. Hannover. Lüneburg. Kriegs⸗ Uebungen. Baden. Karlsruhe. Kriegs⸗Uebungen.

Frankreich. Paris. Ankunft des Königs und der Königin der Bel⸗ gier. Ueber die griechischen Zustände und Frankreichs Verhalten zu denselben. Schreiben aus Paris. (Die Handels⸗Kammer von Bor⸗ deaux und der Zoll⸗Verein mit Belgien.) 22

Großbritanien und Irland. London. Unruhen in Roßsshire.

Niederlande. Schreiben aus Mastricht. (Das Budget der auswär⸗ tigen Angelegenheiten und der Justiz angenommen; der angeblich neue Finanz⸗Minister.)

Spanien. Paris. Telegraphische Nachrichten aus Spanien: Ausfall der Wahlen; Prim in Figueras mit Enthusiasmus empfangen. Brief aus Paris. (Die ministerielle Presse und die catalonischen Aufrührer; der Aufstand in Catalonien verliert an Kraft; Saragossa; Polemik gegen

das Ministerium Lopez.)

Portugal. Schreiben aus Lissabon. (Reise der Königin; Costa Cabral; unterdrückte Verschwörung; aufgehobene Bisthümer.)

Griechenland. Athen. Weitere Nachrichten über den Verlauf der Revolution; die Einberufung der National⸗Versammlung verschoben.

Landwirthschaftliches aus dem frankfurter Regierungs Bezirk.

Eisenbahnen. Neisse. Richtung der dortigen Bahn. Stutt⸗ gart. Ostbahn. Schreiben aus Ham burg. (Dr. Asher zum Mit glied der Direction der Berlin⸗Hamburger Bahn ernannt.) Brüssel. EFröffnung der Bahn nach Köln. 1

Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin, Stettin, Dan⸗ zig und Magdeburg. Marktbericht. Paris. Börse.

(Gastspiel des Herrn Ditt.) Königsstädtisches Theater.

„Chiara di Rosemberg“.

Beilage. Inland. Königsberg. Jahresfest der Bibelgesellschaft. Breslau. Verdienstliche Handlung. Verfugung der Regierung über as Einliefern von Landstreichern. Aus Westp halen. Schullehrer⸗ Sesangfest. Deutsche Bundesstaaten. Kurhessen. Kassel. Stäͤnde⸗Versammlung. Philologen⸗Versammlung. Frankreich. Paris. Genugthnung für Frankreich in Fontaq am Senegal.

Schreiben aus Lyon. (Das Uebungs⸗Lager bei Villeurbanne.)

Königliche Oper. (Italienische Oper:

Amtlicher Theil.

e. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

Dem Großherzogl. mecklenburg⸗schwerinschen Kammerherrn, Baron von Stenglin, den St. Johanniter⸗Orden zu verleihen.

Ihre Königl. Hoheiten die Prinzen Adalbert und Walde⸗ mar sind von Lüneburg hier angekommen und nach Fischbach weiter gereist.

Angekommen: Der Kaiserl. russische Reichs⸗

Geheime Rath von Bachin, von Dresden.

Uichtamtlicher Theil.

Inland. 3

* Soest, 2. Okt. Gestern wurde hier die Erinnerungsfeier des 10 jährigen Bestehens der Verordnung über das summarische Ver⸗ fahren in Bagatellsachen festlich begangen. Das Fest wurde durch Ausschüsse vorbereitet, die sich bei den Ober⸗Landesgerichten zu Hamm, Arnsberg und Paderborn gebildet hatten; und es fanden sich zu Soest 115 mit der Rechtspflege thätig beschäftigte Rechtsgelehrte beinahe aus allen Theilen Westphalens vom Rheine bis zur Weser ein, dar⸗ unter die Präsidenten der Ober⸗Landesgerichte Hamm, Arnsberg und Paderborn, eine Menge Ober Landesgerichts⸗Räthe und Assessoren, Direktoren und Mitglieder der Land⸗ und Stadtgerichte, so wie Justiz⸗ Kommissarien. Die Versammlung wurde um 11 ½ Uhr eröffnet. Der Ober⸗Landesgerichts⸗Präsident Lent aus Hamm wurde zum Vorsitzen⸗ den, Ober⸗Landesgerichts⸗Rath Waldeck aus Hamm und Justizrath Sommer aus Arnsberg zu Secretairen erwählt. Der Gegenstand, bei dem die Besprechung zuvörderst verweilte, war natürlich die Ver⸗ ordnung vom 1. Juni 1833; wohl alle Anwesende ohne Ausnahme theilten die Ansicht, daß die Grundsätze, von denen diese Verordnung ausging, eben so sehr den Bedürfnissen der Gegenwart, als den For⸗ derungen der Wissenschaft und der geschichtlichen Entwickelung entsprächen. Die Erörterung verbreitete sich über die wichtigsten Fragen der Gesetzge⸗ bung, die in der neueren Zeit in Anregung gebracht worden sind. Als be⸗ es beachtenswerth erscheint uns die seltene Uebereinstimmung, die in Bezug auf die Hauptgrundsätze, welche man zur allgemeinen Anerken⸗ nung gebracht zu sehen wünschte, nicht blos unter der Mehrzahl, son⸗ dern man kann beinahe sagen unter der Gesammtheit der Auwesenden herrschte. Ein Gastmahl in dem großen Saale des Rathhauses beschloß auf die heiterste Weise das Fest. Den ersten Trinkspruch auf das Wohl Sr. Majestät des Königs brachte der Präsident Lange von Arnsberg, den zweiten auf das Wohl des Ministers Mühler Herr Präsident Lent, den dritten Präsident Kaupisch von Paderborn auf das Wohl des gelehrten Ministers der Revision der Gesetzgebung, von Savigny, auf den so viele Hoffnungen gerichtet sind; den vierten Justizrath Dr. Sommer auf das Wohl der Präsidenten, deren Anwe⸗ senheit und Theilnahme für das Fest von so wesentlicher Bedeutung sei.

* Arusberg, Anfang Oktobers. Auch in unserem Regie⸗ rungs⸗Bezirke schreitet die Durchführung der neuen Gemeinde⸗Ord⸗ nung nach langer Verzögerung jetzt um so rascher vorwärts. Das letzte Amtsblatt macht bekannt, daß die neue Gemeinde⸗Verfassung am 16ten und 20sten v. M. in den beiden Aemtern Netphen und Freudenberg eingeführt worden und somit jetzt in dem ganzen Kreise Siegen, zu dem diese Aemter gehören, in Wirksamkeit getreten ist. Die seither bestehenden Bürgermeistereien sind vorläufig als Amts⸗ Bezirke beibehalten und die Amtmannsstellen überall den bisherigen Bürgermeistern kommissarisch übertragen worden. Außerdem ist lin den letzten Tagen des vorigen Monats die Einführung der neuen Gemeinde-Ordnung auch in dem Amte Olpe vollendet worden. Auch hier wurde der bisherige Bürgermeister mit der Wahrnehmung der Amtmannsstelle kommissarisch beauftragt.

Trier, 5. Okt. Die dieses Jahr hier stattfindende Versamm⸗ lung deutscher Wein⸗ und Obst⸗Produzenten scheint nicht sehr zahl⸗ reich werden zu wollen; wenigstens hört man bis jetzt nur von sehr wenigen Anmeldungen fremder Theilnehmer, und auf morgen ist

schon die erste Sitzung anberaumt. Uebrigens ist das gegenwärtige Jahr zu mancher Forschung im Gebiete der Oenologie gar nicht ge⸗ eignet, indem die Trauben unausgebildet und noch nirgends reif sind und der Rebstock überhaupt, wegen der anhaltenden Nässe des Som⸗ mers, sich nicht in seinem normalen Zustande befindet. Aus den nämlichen Ursachen konnten die Arbeiten in den Weinbergen nicht rechtzeitig und nicht vollständig gemacht werden, und man erinnert sich keines Jahres, wo diese im Allgemeinen einen so unbefriedigen⸗ den Anblick gewährten. Es wäre aber Unrecht, wenn man den Weinbau hiesiger Gegend hiernach beurtheilen wollte, denn derselbe wird sonst immer mit großem Fleiße betrieben und ist auch in steter Verbesserung begriffen. Daher denn auch die Güte der Moselweine, wie ihr Ruf, in letzter Zeit unverkennbar gestiegen sind. 8

Ausland.

Deutsche Bundesstaaten. 8

Beayern. München, 1. Okt. (A. Z.) Ihre Majestät die Kai⸗ serin Mutter von Oesterreich hat Ismaning verlassen und die Rückreise nach Wien angetreten.

Sachsen. Dresden, 6. Okt. (L. Z.) Am 44ten v. M. nahm der König eine von der Stadt Hamburg, aus Anlaß der ihr von Sachsen gewordenen Brand⸗Unterstützungen gewidmete Danktafe in Empfang, welche Herr Dr. Kirchenpauer, hamburgischer Bevoll mächtigter bei der in Dresden versammelten Konferenz der Elbufer⸗ Staaten zu überreichen die Ehre hatte. Diese Danktafel ist jetzt zu Ansicht. des Publikums in dem Ausstellungs⸗Lokal auf der Brühlschen Terrasse ausgelegt.

Leipzig, 7. Okt. A. Z.) Die zweite Versammlung von Fabrikanten aus den Zoll⸗Vereinslanden hat gestern Abend statt gefunden. Sie war zahlreicher als die erste und von etwa 150 Per sonen besucht. Den Vorsitz führte wieder Herr Kommerzien⸗Rath Kämmerer, der die Verhandlungen mit einer kurzen Erinnerung an das gemeinsame Vorhaben, die Stiftung eines Vereins zu vereinter Wahrung der Industrie⸗Interessen eröffnete, und zugleich bemerkte, daß die vorige Versammlung als Sitz des Vereins Leipzig und die heutige Zusammenkunft zur Wahl eines Ausschusses, zur Entwerfung eines Vereins⸗Statuts, bestimmt habe. Nach lebhaften Erörterungen schritt die Versammlung zur Bestimmung der Mitgliederzahl des Co⸗ mité's zur Entwerfung eines Statuts. Gewählt wurden Herr Eisen⸗ stuck, Geheime Hofrath Kramsta, Kommerzien⸗Rath Kämmerer, Ko merzien⸗Rath Milde, Stadtrath Müller, Herr Hartmann.

Württemberg. Stuttgart, 6. Okt. (Schw. M.) Der 27. September, das Geburtsfest Sr. Majestät des Königs, wurde auch dieses Jahr hier wie im ganzen Lande feierlich begangen. Zu Ochsenhausen fand am folgenden Tage die Eröffnung der zum An⸗ denken an das Regierungs⸗Jubiläum unseres Königs dort errichteten Ackerbauschule statt. Die Freude der Gemeinde über die Gewährung ihres Wunsches, eine der neuen Ackerbauschulen in ihrer Stadt errichtet zu sehen, gab sich bald nach Ernennung des Vorstandes dieser Anstalt damit kund, daß diesem von den Gemeinde⸗Behörden das Bürger⸗ recht von Ochsenhausen ungesucht und unentgeltlich verliehen wurde.

ö (D.

Königliche Oper. Gastspiel des Herrn Ditt.

Herr Ditt, vom Breslauer Theater, ist am 8. Oktober zum erstenmale als Raoul in den „Hugenotten“ aufgetreten und hat diese Partie im Gan⸗ zen recht beifällig gegeben. Dieser Tenorxrist hat schöne Mittel, die jedoch noch nicht völlig ausgebildet sind; eine kräftige, sonore ziem lich umfangreiche Stimme, die aber noch nicht in allen Tönen gleich⸗ mäßig ausklingt. Das Falsett z. B. verbindet er noch nicht kunstmäßig ge⸗ nug mit der Bruststimme. Die Intonation ist im Ganzen rein, die Aus⸗ sprache ziemlich gut, das Spiel bezeigt schon Routine. Bei seiner Gestalt und seinem Stimmfonds wäre er wohl geeignet, einen Heldentenor abzuge⸗ ben: doch, wie schon gesagt, die völlige Ausbildung fehlt noch. Werdenden Saäͤngern und Sängerinnen fann man in unseren Tagen nicht angelegent lich genug ein gründlicheres Studium der Gesangskunst empfehlen. In der Regel werden gar keine oder doch sehr unzureichende mangelhafte Vor studien gemacht und sogleich große Opern⸗Partieen übernommen, während die eigentliche Hauptsache: die Schule (Tonleiter-singen, den Ton tragen,

* *. . er 9 . ur 24 B beee Geestt. ganz vernachlässigt oder nur so neben

Königsstädtisches Theater.

8 Italienische Oper: „Chiara di Rosemberg“.

S 98 so lange eine Oper, als ein Kunstganzes Bestand gefaßt hat, Tente geh 16c heute manche reichbegabte Komponisten, welche ihre Ta⸗ nicht zwei E1“ Musik zuwenden würden, wenn sich ihnen dabei Operntext zu E1414 entgegenstellten: Die Schwierigkeit, einen guten Theater zu CC111 ist diese besiegt, die Noth, ihre Werke auf das jets von den möce Letztere wird oft durch erstere bedingt, indem die Sü⸗ ben, entweder unprat Tertdichtern, die sich in Deutschland als solche herge Kunst, einen behandelt oder interesselos angelegt werden. Die sollte, und wahre Dichrt zu schreiben, ist schwieriger, als man vermuthen mit befassen, weil 8. mögen sich schon aus dem Grunde nicht gern da⸗ müssen. Wenn der 4 Gedanken so oft der Form zum Opfer bringen nem Worte kann ich komponist „S1X diesem oder je⸗

1 d sagt, auf muß der Poet nolens iesfen oder jenen Ton nicht anbringen, so umsatteln und

einen neuen Ritt mahe sein Musen⸗Rößlein u s mit Wieland zu

reden, ein „Ritt in's er dann nicht immer, um Da unsere

44 alte r. S. 84 1 Stamm⸗ und Kernsprache demantische Land“ sein kann. 1 1 schwe⸗

rer aussprechen und singen läß vielen Konsonanten wegen sich welche dazu noch darum fuür als die vokalreicheren romanischen, Wörter hänfig mit betonten VokalAusik 8b zuträglich sind, weil ihre

endigen, während im Deutschen

unzählige auf ein tonloses e oder en auslaufen, so sah man sich in Deutsch⸗ land, zur Periode, als unsere Sprache noch in dem Läuterungs⸗Prozeß lag, meist nach italienischen oder französischen Terten um. Graun komponirte italienische, Gluck französische Textbücher; die Handlung war zumeist pla⸗ stisch und mothologisch. Neben der ernsten Oper bildete sich in Deutschland früh ein nationales Singspiel mit selbstständigen deutschen Texten, deren derbe Drollerie, z. B. in den Dittersdorf' schen Operetten, noch heute anspricht. Die veredelte Potenzirung dieser Singspiele, den Uebergang zur großen Oper vermittelnd, da bereits Arien eingestreut waren, deren Schwie⸗ rigkeiten jetzt kaum mehr besiegt werden können, war Mozart's „Entfüh⸗ rung aus dem Serail“, wozu ein munterer deutscher Lustspieldichter, Bretz⸗ ner, der Verf. des „Räuschchens“, den Text geliefert hatte. Die Verhält⸗ nisse brachten es zwar mit sich, daß Mozart auch italienische Terte kompo⸗ niren mußte und deshalb an den Abbé Metastasio angewiesen war: aber eben so gern, eben so leicht und gefügig, behandelte sein Genius die Muttersprache. Auf Befehl Kaisers Joseph wurde ihm das Beaumarchais'’sche Lustspiel „Figaro“ zu einem Opern⸗Terte zurechtgemacht, und der Schikanedersche zur „Zauberflöte“, der, wenn man von den vielen Gemeinplätzen („Ein Weib thut wenig, plaudert viel“, „Er ist ein Fürst, noch mehr, er ist ein Mensch“ u. s. w.) absieht, die mau⸗ rerischen Allegorieen bühnenkünstlich enthüllt und auch von Göthe einer Fortsetzung gewürdigt wurde. Die Komponisten, welche nach und mit Mo⸗ zart in Wien und München Glück machten: Salieri, Winter, Weigl, machten es wie er und komponirten bald italienische, bald deutsche Texte.

Von letzteren streift der zum „Opferfest’ schon etwas an das Romantische, und der castellische zur „Schweizer⸗Familie“ machte als sentimentale Idylle Glück, da er zu einer Zeit erschien, wo in letzterer Dichtweise der frische, theokritische Geist erstorben war und man wähnte, in den geßner⸗ schen Weinerlichkeiten einen Ersatz für jenen gefunden zu haben. Bee⸗ thoven komponirte ein italienisches, schon benutztes Libretto. K. M. von Weber hatte dem volksthümlichen Terte den Erfolg seines „Freischütz“ zum Theil mit zu verdanken, obwohl das kindsche Singspiel hinter der Erzählung im Gespensterbuch von Apel und Laun, woraus es entnom⸗ men, weit zurücksteht und namentlich der „Samiel“ mit dem ursprünglichen dämonischen „Stelzfuß“ gar keinen Vergleich aushält. Die Texte zu We⸗ ber's späteren Opern waren nur schwach gerathen: jener der Frau von Chezv zur „Euryanthe“ ist zu süßlich, der zum „Oberon“, der in London gemacht und von Th. Hell für Deutschland akkomodirt wurde, steht zu der Romantik der Sage in gar keinem Vergleich, und der ältere zur Wranitzkyschen Oper ist doch wenigstens amüsanter. Spohr hatte mit seinen Texten wenig Glück: der von Bernard zum „Faust“ ist etwas grausenhaft, und der von Gehe zur „Jessonda“ ermangelt der Handlung und des lyrischen Schwungs; seine nachherigen Opern, z. B. „Der Berggeist“, kamen nicht über Kassel hinaus, da sie nicht allgemein angesprochen, was man zum Theil dem Texte beimaß, obwohl zu einer der⸗ selben eine ergreifende Novellensage von Tieck als Grundlage der Hand⸗ lung ausersehen war. Konr. Kreutzer drang mit einer Oper, die einen

schlechten Texrt hat („Das Nachtlager“, Entstellung eines kindschen Schau⸗ spiels), fast allgemein durch, während eine andere, die einen ausgezeichneten Dichter (Grillparzer) zum Verfasser hatte, nicht ansprach. Ferd. Ries, der tüchtigste Jünger Beethoven's, litt auch an der Textnoth: jener zur „Räuberbraut“ war von J. J. Reiff, Kanzlei⸗Inspektor zu Koblenz, angelegt und von dem zu Frankfurt verstorbenen Novellendichter Georg Doring ausgeführt worden, sprach aber von der Bühne herab wenig an, und die geniale Musik geht deshalb wohl verloren. Ries ließ sich in England einen neuen Tert, man darf sagen: fabriziren; er heißt: „Liska, oder die Here von Gollensteen“ ist ein planloser Extrakt aus dem van der Veldeschen Roman „Arwed Gpyllenstierna“, und trug zum Untergange der Oper bei, die in Bonn (der Vaterstadt des Komponisten) und Köln unter dessen eigener Leitung zur Aufführung kam. Mit der Composition einer dritten Oper beschäftigt, wozu ihm Caͤsar Max Heigel den Text geschrie⸗ ben, der in die napoleonische Zeit hineinging, wurde Ries vom Tode über⸗ rascht. Eine sonst wirksame Oper von Kapellmeister Guhr zu Frankfurt, „König Siegmar“, fiel durch, weil der Textdichter Rochlitz eine Scene angebracht hatte, die das Publikum indignirte (ein Sohn ersticht seinen Va⸗ ter im 3 weikampf). Marschner, der mit Effekt zu komponiren ver⸗ steht, läßt sich von seinem Schwager Wohlbrü ck Texte nach beliebten Ge⸗ dichten und Romanen machen, die ziemlich für die Bühne passen: „Vam⸗ pyr” (nach dem Pseudo⸗Byronschen Gedichte), „Templer und Jüdin“ „Hans Heiling“ u. s. w. Eine wirklich schöne Oper von Eschborn, „det Bastard“, fand keine Verbreitung, weil der Text (von Wiedenfelid zu Aachen) nicht frappirt. Lortzing, der einsah, daß auch seine Opern am Textjammer sterben könnten, ersann ein gluͤckliches Auskunftsmittel darin, daß er alte und neuere beliebte Lust⸗ und Schauspiele etwas umschrieb und mit Gesängen versah: so entstand sein „Czar und Zimmermann“ nach dem „Bürgermeister von Saardam“, „Die beiden Schützen“ nach „Les deux Grénadiers", sein „Hans Sachs“ nach dem schenkschen Drama u. s. w. Lachner zu Mün⸗ chen ließ sich aus Paris einen Tert schreiben und verschreiben, da er einen münchener Dichter nur für einen Uebersetzer desselben tauglich zu halten schien. Spontini hatte schon früher einen pariser Textdichter nach Berlin kommen lassen, der ihm das Buch zum „Alcidor“ unter seiner Aufsicht fer⸗ tigen mußte; obwohl er nachher auch die Arbeit eines deutschen Dichters (Ra upach: „Agnes von Hohenstaufen“) nicht verschmähte. Im Allge⸗ meinen aber muß man den Franzosen nachrühmen, daß sie viel mehr Ge⸗ schick und Talent zu solchen Arbeiten haben, als die Deutschen. Die Terte von St. Just, Theaulon, Etienne u. s. w. sind allerliebst. Die Jouyschen gewannen zur napoleonischen Periode selbst eine Zeit. dedeutung. Gegenwärtig liefern St. Georges, Brunswick und Leuwen, und namentlich Scribe, der auch unseren Ie hen; beer versorgt, pikante und drastische Terte, Ree - ie serlet spannen, den Geist befriedigen. In Italien b9 Komponisten, Arbeiten gar traurig aus, und die Leibpoeten 1

Rossi und Cammerano, liefern Lsbrern 909

durchweg, F5 „liefe Hinarbeiten au weder durch ihren Unsinn lächerlich oder dur eiain