1843 / 114 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

——

ste 1 g d in ihre ten, daß sie 400 Kettengefangene in Freiheit gesetzt un 9 Kaihen 8 haben. Vese letzte Anklage thlich

eben so wenig gegründet als die erste. 8 Sriechenland. 8

3 Athen, 6. Okt. Unser September⸗Ministerium fährt fort,

wenn gleich mit nicht so großer Hitze, als man anfangs zu vermu⸗ then Ursache hatte, alle diejenigen Beamten, welche man den herr⸗ schenden Prinzipien nicht durchaus ergeben glaubt, entweder ganz zu entfernen, oder doch wenigstens außer Aktivität zu setzen. Die alten Minister haben am Tage, nachdem sie beim Könige einen Besuch ge⸗ macht hatten, Befehl erhalten, Athen zu verlassen. Rhisos ist nach Konstantinopel gegangen, Christidis nach Syra, Kriesis nach Hydra, Vlachopulos nach Nauplia und Rhallis nach Poros. Der Gendar⸗ merie⸗Mirarch Tsinos, welcher sich in der Nacht des Aufstandes im Palais befand, wurde am nächsten Tage arretirt, und sodann nach Tinos verbannt. Der Assessor Botly wurde aus dem Justiz⸗Ministe⸗ rium entfernt, und durch G. Vellios ersetzt, der schon früher in dem⸗ selben Ministerium als Rath gedient hatte, und wegen einiger ärger⸗ lichen Vorfälle daraus entfernt worden war. Im Justiz⸗Personal, so wie bei den Gouverneuren haben verschiedene Entlassungen und Versetzungen stattgefunden. Dem Oberst⸗Lieutenant Fabricius, einem alten Philhellenen, hat man die Weisung ertheilt, Griechenland so⸗ gleich zu verlassen. Mehrere andere Offiziere sind entweder entlassen oder versetzt worden. Bei der Universität sind die früher entlassenen Professoren Venthylos und Manusis wieder angestellt, die deutschen Professoren Landerer durch Veniselos, Feder durch Strumbos und Herzog durch Kalligas ersetzt worden. Eine neue Professur der Ge⸗ schichte und Philosöoöphie der Geschichte ist geschaffen und durch Herrn Pylarinos besetzt worden.

Am verflossenen Sonnabend, dem Namenstage des Königs, wurde zugleich das Tedeum für die Einführung der Constitution ge⸗ sungen. Die Garnison paradirte, und der König und die Königin, welche der kirchlichen Feier beiwohnten, wurden mit lebhaftem Enthu⸗ siasmus begrüßt. Der König mußte auf Antrag der Minister eine namhafte Summe für das Militair als Belohnung für das gute Be⸗ tragen bewilligen, welches dasselbe am 3. (15.) September beobach⸗ tet hatte. Die Palikaren und irregulairen Militairs, welche sich am selbigen Tage hier eingefunden hatten, erhielten ein jeder vier Thaler, mit der Weisung, in ihre Heimat zurückzukehren, sollen aber damit nicht ganz zufrieden gewesen sein, weil sie sich von der Constitution ganz andere Dinge versprachen, als Anstellungen, Dotation in Län dereien u. s. w. Gegenwärtig sieht man von ihnen nur noch sehr wenige hier in der Hauptstadt. Die Ordnung ist bis jetzt nicht ge⸗ stört worden. Der Oberst Kalergis wurde zum Militair⸗Gouverneur der Hauptstadt ernannt.

Man beschäftigt sich jetzt sehr eifrig mit den Wahlen für die auf den 1. November a. St. einberufene National⸗Versammlung. Die Wahlen geschehen nicht unmittelbar, sondern von den wahlberechtigten Bürgern werden zunächst Wähler ernannt und diese wählen sodann die Volksvertreter. Das Ministerial⸗Reskript, wodurch die Wahlen angeordnet werden, besagt, daß sie eben so stattfinden sollen, als wenn sie im Jahre 1829 (wo die National⸗Versammlung von Kapodistrias nach Argos zusammenberufen wurde) vorgenommen wurden, nach dem⸗ selben Wahl⸗Modus, denselben Verhältnissen der damaligen Volkszahl und politischen Eintheilung. So kommt es denn, daß die in Griechen land ansässigen nicht aus dem Königreich gebürtigen Griechen, z. B. die Kretenser, Chioten, Macedonier, Epiroten, abgesondert für sich wählen, weil sie als solche im Jahre 1829, wo der griechische Staat noch nicht konstituirt war, zu den Wahlen zugelassen wurden. Auf diese Weise wird die nächstens zusammentretende National⸗Versamm⸗

lung nicht sowohl die in dem Königreich ansässige Bevölkerung, son dern alle durch die Revolution frei gewordenen Griechen repräsentiren, als hätten sie das Recht der Repräsentation für ihr nicht in den Gränzen des neuen Königreichs einbegriffenes Vaterland erworben. Uebrigens werden die Wahlen wohl nicht ganz ruhig und still vor sich gehen; namentlich soll es im Peloponnes zu einigen stürmischen Auf⸗ tritten gekommen sein. Hier in Athen sind die Vorwahlen noch nicht

beendigt.

Eisenbahnen.

Lüttich, 14. Okt. Auch hier, wie in Antwerpen, obgleich hier ein anderes Volks⸗Element vorherrscht, zeigte sich dieselbe Begeisterung für den engsten Anschluß an Deutschland. Während dort besonders die Stammverwandtschaft hervorgehoben wurde, sprach man hier na⸗ mentlich von der hohen Anerkennung, welche sich Deutschland erwor⸗ ben und wie glücklich man sich schätzen würde, mit einem solchen Lande in die engste Verbindung zu kommen. Von den Toasten, welche bei dem heutigen Diner hier ausgebracht worden, heben wir besonders die beiden folgenden hervor, welche von dem preußischen Gesandten und von dem Minister der öffentlichen Bauten ausgebracht und mit dem groͤßten Enthusiasmus aufgenommen wurden. Der Baron von Arnim, der den Toast auf König Leopold ausbrachte, begleitete denselben mit folgenden Worten:

„Meine Herren, wir feiern heute die Verbindung des Rheins und der

Schelde mit der Maas; diese beiden Flüsse haben sich durch ein Wunder⸗ werk der Kunst bei Ihnen eine Zusammenkunft gegeben; durch einen eiser⸗ nen Kanal ergießen sich Rhein und Schelde in die Maas, welche für diesen schönen Tag sich, wie mit einem Kranze, mit jener prächtigen Brücke geziert zu haben scheint, die wir Alle bewundert haben. Von jetzt an bilden diese drei großen Flüsse nur einen. Eben so, meine Herren, werden die Anwoh⸗ ner dieser drei Flüsse in Zukunft nur eine große Familie bilden und nur ein und dasselbe Interesse haben. In Zukunft werden sich ihre verschiedenen tommerziellen und industriellen Interessen in ein großes gemeinsames Interesse

verschmelzen, wie wir heute unsere Hoffnungen, unsere Wünsche und Gefühle in

dieser schoönen Vereinigung verschmelzen. Erlauben Sie mir, meine Herren, zich zum Vertreter Ihrer aufrichtigsten Gesinnungen zu machen, indem

8 ver vorschlage, den weisen Monarchen hoch leben zu lassen, dem Sie

For falt 68 anvertraut haben und der mit so beständiger und väterlicher

Serg atan dew voch. Ihm verdanken auch größtentheils Belgien und

ewig denkwürdige Vondung des Rheins, der Maas und der Schelde, deren

der Belgier lebe hoch!“ gung wir heute feiern. Se. Majestät der König

4 sich Herr Dechamps und brachte folgenden Toast

auf vSgc8; den König von Preußen aus: em Koön iedrich Wilheln eg her, daß Friednchen⸗ bee I.1, Es ist fast ein Jahrhundert ein Vorspiel zum siebenjährigen Krieg. hi gegen Lüttich versuchte und so dieses schönen Reiches nicht eine Krseggboischen” schickt uns der König Gesandtschaft. Es sind seine hohen Waärdeschaft, sondern eine Friedens⸗ rheinischen Industrie, die uns Worte der seine Abgesandten der innigsten Handels⸗Verbindungen bringen. Lürndch Hoffnung auf die es einst mit Antwerpen und Köln an 8 vergessen, daß welches die hanseatische Verbindung schuf. Dieses 88 Theil nahm, Tage zerrissen, werden glücklichere Zeiten wieder müpfen 868. stürmische der König Leopold und der Herrscher, dem dieser Toast gilt v Herren, manischen Stammes. Mögen beide Nationen wie beids EE“ Fr⸗ und ihre Vereinigung eine treue sein. Doch ich Utance e r hestt

als Wunsch auszusprechen; es ist heute eine glückliche Wirttichkeit. 8 geben von unseren deutschen Gästen, erkennen wir Alle, daß diese Verbin. dung endlich befestigt ist. Es lebe der König!“ ö1111165656“ —.,—

“]

702

Handels- und Börsen-Nachrichten.

Magdeburg, 18. Okt. Höchster und niedrigster Getraide⸗Markt⸗ preis pro Wispel.

Weizen: Rthlr. Gerste: 28 Rthlr. Roggen: »

Breslau, 18. Okt. Getraide⸗Preise.

Höchster: Mittler: Niiedrigster: Weizen 1 Rthl. 28 Sgr. 6 Pf. 1 Rthl. 25 Sgr. Pf. 1 Rthl. 22 Sgr. 6 Pf. Roggen 1 » 11 »„ 6 » 1IAX“ Gerste » 29 » 51 Hafer . 5595— 18 » 6 » 4)“

Köln, 16. Okt. (H. O.) Rüböl ohne wenig Leben, pro Oktober 33½ ½, pro November 29 ½ ½, pro Mai 30 ¼, pro Oktober 1844 31— ¼¾ mit wenig Verkäufer. Oel ist begehrt und nach den letzten höheren Noti⸗ rungen aus Amst. gestiegen; pro Oktober 33 ½ —- ½, pro November 29 ½ ½f, pro Mai 30— ¼, pro Oktober 1844 31— ¾ mit wenig Abgeber.

Leipzig, 16. Okt. (Meßbericht.) Zu der nun beendigten Michaelis⸗ Messe waren wieder ungleich mehr Waaren gebracht worden, als selbst ein ssehr guter Bedarf erforderte, daher denn besonders bei den fortdauerndn nachtheiligen Einwirkungen des Sommers von 1842 zu erwarten war, daß die aufgehäuften Vorräthe nicht verhältnißmäßig würden verringert werden, und daß sie auf die Preise den nachtheiligsten Einfluß haben würden. Dies ist leider eingetroffen. Von den Kammgarnstoffen des Zollvereins gingen Thibets und ähnliche Stoffe sehr schlecht, einige neue Artikel und Lücher aber sehr gut, woraus zu schließen sein dürfte, daß es mit den alten aller⸗ dings sehr ausgebeuteten Artikeln zu Ende gehe, und daß das Geschäft immer gut zu erhalten sei, sobald man mit der Zeit vorwärts schreitet und dem Begehr ablauscht, was er verlangt. Dieselbe Erfahrung wurde bei Tuchen und tuchartigen Stoffen gemacht. Die letzteren waren ganz im Sinne der Käufer verfertigt und wurden daher nicht allein gänzlich, sondern guch theils zu den Preisen der letzten Jubilatemesse, theils selbst höher verkauft. Fährt unsere Woll⸗Industrie in Hinsicht dieser Stoffe so fort wie zeither, so kann sie auf sich fortwährend mehrenden Absatz rechnen, denn dieses Feld ist groß. Oschatz zeichnete sich besonders darin aus. Die erste Qualität der Tuche erhielt die früheren Preise für gelungene Waare,

1“

»„»„

was in der Regel der Fall war, und wurde ganz verkauft. Die gute

Waare der zweiten und dritten Qualität wurde ebenfalls zu den früheren Preisen abgesetzt, allein leider war dies der bei Weitem geringste Theil und von der großen Masse mißlungener Waare wurde nur Weniges zu schlechten Preisen, das Meiste aber gar nicht verkauft. In dieser bestehen

die zurückgegangenen 45 bis 50,000 Stück von den hergebrachten 90,000 ele Messen be⸗

Stück Tuchen und tuchartigen Stoffen. Ungeachtet so vi wiesen haben, daß gute Waare sich stets gut verkauft, ist mancher doch bei schlechter Fabrication geblieben, statt sich solche Städte wie Bischofswerda und Großenhain zum Muster zu nehmen. Unter Unsolidität ver⸗ stehen wir: nicht gehörige Breite, welche der Käufer wohl gewahr wird, die aber dem Verkaufe außerordentlich schadet; allein falsches Ellenmaß, Löcher, Risse u. s. w. können nicht beim Kaufe ent⸗ deckt werden, gleichwohl ist Ersteres so sehr gebräuchlich, daß nur wenige Fabrikanten darin Vertrauen genießen und Alles nachgemessen werden muß, wobei sich denn in der Regel die ärgsten Abweichungen von den Angaben zeigen. Löcher, Risse u. s. w. werden ganz verschwiegen. Da geht der englische Fabrikant ganz anders zu Werk; die Breite ist so, wie man ver⸗ langt; das innere Ende wie die Kappe; jedes Loch, jeder Riß ꝛc. ist mit einem Faden bezeichnet und werden freiwillig vergütet. Das entgegengesetzte Verfahren muß den Tuchmacher nothwendig in Mißkredit bringen, und wir wiederholen unsere damalige Behauptung, daß unser Absatz von Tuch ins Ausland ein ungleich größerer und vortheilhafterer sein würde, wenn wir der leidigen Richtung solcher deutschen Fabrikanten entsagten, die durch leich⸗ tere Qualität, geringeres Ellenmaß und geringere Breite den Ver⸗ kauf befördern und erzwingen wollen. Da es freiwillig nicht geschieht, so würde es im wohlverstandenen Interesse unserer Tuch⸗Industrie sein, wenn die betreffenden Regierungen, denn nicht allein sächsische, sondern auch preußische Tuchmacher lassen sich das gerügte Verfah⸗ ren zu Schulden kommen, die Schau⸗Aemter wieder einführten. Die wohl⸗ thätige Wirkung würde bald sichtbar werden. Englische wollene Waaren gingen in den Verein fast gar nicht, und ins Ausland sehr wenig. Von Seidenwaaren gingen die Gegenstände des Luxus gut, gemusterte mittelmä ßig und glatte schlecht. Leinenwaaren gingen nicht sonderlich. Von ver⸗ einsländischen baumwollenen Waaren gingen Strumpfwaaren nicht beson⸗ ders, weiße Waaren mittelmäßig, Druckwaaaren fast weniger als mittel⸗ maͤßig. Von englischen kaufte das Vereinsland nur Velvets; das Ausland von allen Gattungen viel. Von baumwollenen mit Wolle vermischten Waa⸗ ren des Vereins gingen einige neue Artikel sehr gut; die übrigen theils mehr theils weniger gut. Englische glatte und Mode⸗Artikel mit englischer Wolle vermischt verkauften sich in den Verein und ins Ausland sehr gut. In Bijouterieen wurde nur die Hälfte des gewöhnlichen Geschäfts gemacht.

Hamburg, 19. Okt. Getraidepreise. Weizen, polnischer 106. 136 Rt., anh. und magd. rother 100. 134 Rt., weißer 108.134 Rt., märk. und braunsch. 100.134 Rt., schles. gelber 116.132 Rt., weißer 114.132 Rt., mecklenb. und pomm. 92.143 Rt., holst. 90. 130 Rt., Evder und büsum. weißer 106.122 Rt., nieder⸗elb. rother u. blauer 92. 126 Rt. Roggen, danz., elbing. und königsb. 78. 86 Rt., märk., mecklenb. und pomm, 82. 90 Rt., holst. und nieder⸗elb. 80.84 Rt., dänischer 77. 80 Rt. Gerste, anhalt. und magdeb. 71. 78 Rt., nieder⸗elb. Winter 52. 62 Rt. Hafer, oberländ. 42.50 Rt., mecklenb. und holst. 45. 60 Rt., nieder⸗elb. weißer 36.48 Rt., Eider und husumer 32.45 Rt. Erbsen 64.75 Rt. Rappsaamen 128. 146 Rt.

+ Frankfurt a. M., 17. Okt. Die beruhigenden Nachrichten von Wien und die aufmunternden Berichte aus Amsterdam haben gestern und heute einen günstigen Einfluß auf unsere Börse geübt, und österreichi⸗ sche und holländische Fonds sind fühlbar im Steigen begriffen. Auch die spanischen und portugiesischen Gattungen stellten sich höher. Mit einiger Spannung sieht man der Thronrede entgegen, womit gestern im Haag die Session der Generalstaaten eröffnet wurde, weil man hofft, sie werde nur Tröstliches für den holländischen Finanz⸗Zustand bringen. Das baare Geld will aber immer noch nicht flüssiger werden und der Diskonto steht stark 4 %. Durch den besseren Wasserstand ist die Frequenz der Main⸗Dampf⸗ schifffahrt wieder im Steigen begriffen. Die Witterung hat sich bei uns aber schon sehr herbstlich gestaltet.

Paris, 16. Okt. Das Steigen der englischen Fonds hat nicht die Wirkung gehabt, welche man vor Eröffnung der heutigen Börse davon er⸗ wartete. Die 3proz. und 5proz. Rente gingen, nachdem sie zu 81.90 und 121.25 begehrt gewesen, auf 81.75 und 121. 20 herab. Nichtsdesto⸗ weniger wurden ziemlich lebhafte Geschäfte gemacht. Die spanische aktive Schuld war zu 29 ¼, die passive zu 5 ½ gesucht. Man wollte wissen, daß aus Catalonien Nachrichten eingegangen seien, welche meldeten, daß die Insurgenten sich unter einander entzweit hätten.

vC161616861ö1q1116168686 Den 21. O ktober 1843.

Pr. Cour. Brief. Geld. Gem.

Pr. Cour.

ctien. 8 Brief. Geld.

Fonds.

St. Schuld-Sch. 103 ½ 103⅔ E11 8 188 103 ¼ Pr. Bogl. 0bl. 30. 102½ 0. S0. F 9 1 8 hecs 11 89 Mgd. Lpz. Risenb. 1 74 Sn gh Sch. d. Seeb. do. do. Prior. Obl. 4 103 ¾¼ Mnr. n. Neumäcb. 001 Brl. Anh. Risenb. 14 145 B 8 1 do. do. Prior. 0bl. 4 103 I 88, Düss. Blb. Eisenb. 5 1 -e r2.. 10, 4 106. 196 * . Een b E1 40. 49. 101 100 [prl. Frankf. Bisb. 5 1232 124 Ostpr. Pfandbr. 3 104 do. do. Prior. 0bl. 4 104

3 ½ 2. 1e her 5 Pomm. 40o. 3 ¾ 102 % Ob.-Schles. Risb. 4 110 ½

I exasg drr, 3;* 102½ Brl.-Stei. E. Lt. A. 11 Schlesische do. 3 ½ do. do. do. Lt. B. 116 —- JFlagdeb.-Halber- 13 städter Eisenb. 4 114 11

4

5

Gold al marco. Friedrichsd'or. And. Gldm. à 5 Tb. Disconto.

Bresl-Schweidn.- Freibg.Eisenb. 4

* Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr. öG“ Brief.] CGeld.

250 PFl. Kurz 141

do. 250 FIL. 2 Mt. 140v 8 Hamburg .. 300 Mk. Kurz 1149 do. Mk. 2 Mt. 149 ½ London . 1 Lst. 3 Mt. 6 25 ¼ Paris.. 300 Fr. 2 Mt. 80 79 Wien in Xr. 150 PFl. 2 Mt. 8 150 PFl. Mt. 102 ½1

Tage Mt. Frankfurt a. M. Wz.. 100 Fl. 2 Mt. 100 SRbl. 3 Woch.

2 vb“ .100 Thlr. 2 Mt. 99 ½

8

2

Leipzig in Couraut im 14 Thl. Fuss.. 100 Thlr.

Petersburg

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 17. Okt. Niederl. wirkl. Sch. 54 46. 5 % do. Kanz-Bill. —. 5 % Span. 18 77. 3 % do0. 29 ¼. Pass. 5. Ausg. —. Zinsl. Preuss. Präm. Sch. —. Pol. —. Qesterr. 110. 4 % Russ. Hope 90 ½. Antwerpen, 16. 0kt. Zinsl. 4 ¼ Neue Anul. 18 ½.

London, 14. 0kt. Cons. 3 % 95 ½. Belg. —. Neue Aul. 20 pPpass

sive 5. Ausg. Sch. 11 ⅞. 2 ½ % Holl. 53 ¼. 5 % 98 ⅔. 5 % Port. —. 2 ½ % Rngl. Russ. —. Bras. 72. Chili 100. Columb. —. Mex. 33 ½. Peru. 20. 1 NarI. 16. Okt. 5 % Rente fin cour. 121. 15. 3 % Rente fin cour. 81. 77 5 % Neapl. au compt. 108. 25. 5 % Span. Rente 29 ½. Pass. 58. 1 Wien, 16. 0kt. 5 % Met. 110 ½. 4 % 100 ¼ 3 % 76. Bank-

Actien 1666. Anl. de 1834 145 ¾. de 1839 114 ½.

Angekommene Fremde. Hotel Stadt London. Ober⸗Präsident der Provinz Brandenburg

Freiherr von Meding aus Potsdam. Gutsbesitzer Baron von Ro⸗

senberg und Student Oskar von Rosenberg aus Königsberg in Pr.

Hof⸗Baumeister Meisl, Hotelier Moßdorf, uebst Gemahlin, aus

Dresden. Negociant Demouceaur aus Paris.

König von Portugal. Kaufleute Ostwalt aus Luxemburg, Hirsch aus Leipzig und Jaenich aus Magdeburg. Direktoren Ringelhardt aus Leipzig und Block aus Charolath. Dr. med. Häffner aus St. Petersburg. Becker, Lieutenant a. D. und Gutsbesitzer, und Frau Gutsbesitzer Becker aus Braunschweig. Professer Tollkampf aus New⸗Nork. Pensionair Holtz und Mad. Holtz aus Conz. Gutsbesitzer J. L. Holtz, nebst Gemahlin und Tochter, aus Demin, J. G. Holtz, nebst Gemahlin, aus Steinweiler und K riese, nebst Gemahlin, und Kriese, Gymnasiast, aus Frankfurt a. d. O. Nentiere Frau von Leh⸗ mann aus Greifswald. Grundstückbesitzer Starke, nebst Gemahlin, aus Leipzig. Particulier von Luhmang aus Neustrelitz. Rentieren Demoiselles C. und E. Hirsch aus Leipzig. von Römeling, Königl. dänischer Offizier, aus Schleswig. von Flatow, Kammer⸗Direktor und Kammerherr, aus Schwerin. 1

Kaiser von Rußland. Edelleute Br asfield aus London und Ha verel aus Birmingham. Baron von Zoselair, Rittergutsbesitzer, und Louis Kaiser, Verwalter, aus Braunschweig. Eigenthümer Halzeg nebst Gemahlin aus Dera in Siebenbürgen. Ober⸗-Amtmann Grundlach aus Bromberg. Particuliers Durand aus Metz und Lenderieur aus Straßburg. Kaufleute Oppermann aus Elbing, Frinsterer aus Königsberg i. Pr., A. Lehmann aus Saarlouis,

L. Lehmann aus Mannheim, Gottschalk aus St. Petersburg,

Barsdorf, Mendheim und Israel aus Hamburg.

Rheinischer Hof. Rentiere Frau von Vogt, nebst Tochter, und Par ticulier von Schüönfeldt aus Kottbus. Kaufleute L ob aus Elberfeld, Künzel aus Heilbronn, Kind aus Königsberg in Pr. Wund Brewer aus Dombach. Gutsbesitzer von Sydow aus Deßau.

Rother Adler. (Kölnischer Hof.) Hahlweg, prakt. Arzt, aus

Wien. Lutter, Stud. phil., aus Schweidnitz. Ober⸗Kellner Schock

aus Kreuzheim. Kauf leute Scheidt aus Kettwig, H auck aus Solin gen, Limpert aus Ravensburg, Schmidt aus Frankfurt a. d. O. und Ducommun aus la Chaurdefonds.

Hotel de Prusse. Frau Wirkl. Geh. Räthin und Ordens⸗Dame von Chitrowo und Hof⸗Fräulein Ihrer Kaiserl. Maj. von Chitrowo aus Petersburg. Amtmann Neib aus Danzig. Frau Hofräthin Ber⸗ lin aus Friedland. Rentier von Bülow nebst Gemahlin aus Breslau.

Hotel de Saxe. Particulier Levenhagen aus Stralsund. Kaufmann

Sittig aus Rathenow.

Hotel de Brandebourg. Graf von Gorsinsky aus Posen.

Hotel St. Petersburg. Landrath von Krosigk aus Behrenburg.

British Hotel. General⸗-Lieutenant von Troschke, nebst Familie, aus Stettin. Baron von Grotthousen aus Mitau.

Hotel du Nord. Baron von Itzen plitz, nebst Gemahlin, aus Bran⸗ denburg. ““

Kronprinz. von Bork, Capitain in Königl. hannöverschen Diensten, aus Osnabrück.

Hotel de R ussie. Baron von Hoevel aus Frankfurt a. d. O. von Kisseleff aus St. Petersburg.

Meinhardt's Hotel. Rittergutsbesitzer von Frever aus Branden⸗ burg. Freiherr von Schulz aus Potsdam.

In Privathäusern. Major Blumenthal aus Stendal, Sophienstr. bei Blumenthal. Justizräthin Gützlaff aus Küstrin, Kommandanten⸗ str. 15 bei Grasnick.

Gräfin

—n—

Metrorologische Beobachtungen.

Nach einmaliger

1843. Morgens

Nachmittags Abends 20. Okt. C

10 Uhr. Beobachtung.

0

Luftdruck.. . .339,00“ Par. 339,02“ Par. 338,82 Par. Quellwürme 7,2 R. Luftwärme.. 868 R. + 6,8⁰ R. + 4 42 R. Flusswärme 5,90 R. Tbhaupunkt . .. + T”- R. + 2vr . R. Bodenwärme 9,40 K. Dunstsättigung 81 pEt. 68 pCt. V 80 pcCt. Ausdüustung 0,013, Rh Wetter trüb. trüb. Regen. Niederschlas 0,061 R Wind NW. NW. WNW. Wärmewechsel Wolkenzug... NW. Tagesmittel: 338,95 Par. + 4,90 K. + 1,60 K.⸗ Königliche Schauspiele.

Sonntag, 22. Okt. Der Platzregen als Ehe⸗Prokurator, dra matisirte Anekdote in 2 Abth., von E. Raupach. Hierauf: Rober und Bertrand, pantomimisches Ballet in 2 Abth., von Hoguet. Nusik von H. Schmidt.

8 Konzertsaale: (Deutsches Schauspiel.) Mademoiselle de Belle⸗Isle, oder: Die Heehinsn dh Wette, Drama in 5 Abth.

A. Dumas von F. von Holbein.

1 8 P la tze: Parquet 20 Sgr. Balkon 1 Rthlr Steh⸗Balkon 20 Sgr. Parterre 15 Sgr. 1 1

Der Plan des Zuschauerraumes des Konzertsaal⸗Theaters ist in Billet-⸗Verkaufs⸗Büreau für 2 ½ Sgr. zu haben.

Montag, 23. Okt. Torquato Tasso.

Dienstag, 24. Okt. Zum erstenmale: Der Wildschütz, oder: Die Stimme der Natur, komische Oper in 3 Abth., frei nach Kotzebue. Musik von A. Lortzing.

Königsstädtisches Theater.

Sonntag, 22. Okt. Das bemooste Haupt, oder: Der lange Israel. Lustspiel in 4 Akten, von R. Benedix.

Montag, 23. Okt. (Italienische Opern Vorstellung.) Zum ersten⸗ male wiederholt in dieser Saison: II Barbiere di Seviglia. Opera buffa in 2 Atti. Musica del Maestro Rossini.

Dienstag, 24. Okt. Der Alpenkönig und der Menschenfeind.

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. 8 n““ een 8 1 Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckereik.

Beilage

76 pCt. NW.

““

emeinen Preußischen Zeitung.

Sonntag den 22ten Okt

mnnnn

Inland.

Königsberg, 10. Okt. (B. A. K. Z.) Nach dem Muster des in Berlin entstandenen Frauen⸗Vereins, zu Heranbildung und Aussendung weiblicher Missionare. unter die Frauen Ostindiens, hat sich auch hier ein gleicher Verein unter den Auspizien der Frau Gräfin zu Dohna⸗D öhnhofstädt, der Gattin des General⸗Superinten⸗ denten Sartorius (Kassirerin), und Fräulein Schmalz (Secretairin) gebildet, der sich als Hülfs Verein an den Berliner anzulehnen ge⸗ denkt. Pfarrer Weiß, Secretair, hat dem Frauen Verein seine thä⸗ tige Mithülfe geweiht, da r. männlichen Hand ein 5 Verein

nicht wohl entrathen kann.

Marienburg, 16. Okt. Die in der Elbin ger Zeitung enthaltene Meldung, daß die hiesige Schiffbrücke über die Nogat be reits am Freitag wieder hergestellt worden, war voreilig; erst heute Abend, vielleicht auch erst morgen wird die Brücke fertig sein, denn wenn auch daran gearbeitet wurde, so war doch zu viel beschädigt, und dann geht es hier überhaupt aus sehr nahe liegenden Gründen nicht so schnell damit, wie in Dirschau mit der Weichselbrücke.

Posen, 16. Okt. Heute ist eine Deputation unserer Stadt, bestehend aus den Herren Ober⸗Burgemeister, Geheime Regierungs⸗ Rath Naumann, Rittmeister a. D. Rosenstiel und Kaufmann Träger, von hier über Frankfurt a. d. O. nach Berlin abgegangen, um die Herstellung einer direkten Eisenbahn zwischen der Hauptstadt und Posen zu vermitteln.

Ausland. Deutsche Bundesstaaten.

Sachsen. * Dresden, 17. Okt. Ein ärgerlicher Streit hat in diesen Tagen bei uns großes Aufsehen erregt und wird noch in allen Kreisen der Gesellschaft besprochen. Die von Herrn Rosetti geleitete Kinder⸗Gesellschaft, welche ihre Ballets und pantomimischen Darstel lungen bereits in mehreren Städten Deutschlands mit Beifall aufge— führt hat, und die gegenwärtig hier anwesend ist, gab einem sehr ge⸗ achteten hiesigen Geistlichen, dem Diakonus Pfeilschmidt, Veranlassung, zuerst ohne Nennung, darauf mit Nennung seines Namens sich in un⸗ serem Anzeiger gegen jede solche Anstalt auszusprechen. Die Di⸗ rection der Gesellschaft erwiederte ihrerseits mit unpassender Derb⸗ heit, indem sie sich des Ausdrucks „Zeloten“ und ähnlicher bediente. Gerade dadurch scheinen aber unsere Behörden bestimmt worden zu sein, die Sache in ernstere Erwägung zu ziehen, und am 10ten d. M. ging von der hiesigen Kreis⸗Direction ein Erlaß aus, durch welchen die der Direction ertheilte Erlaubniß zu ferneren Vorstellungen zu⸗ rückgenommen wurde. Im Publikum sind die Meinungen, wie dies bei solchen Vorgängen gewöhnlich der Fall zu sein pflegt, getheilt; doch überwiegen die Stimmen der Besonnenen, die das Verfahren der Behörde unbedingt billigen. 1

Aus dem Ober⸗Erzgebirge. Eibenstock, 15. Okt. (L. Z.) Wie uns Zeitungs⸗Artikel vom 29. September aus anderen Gegenden Deutschlands berichten, daß an jenen Tagen die Dächer weiß waren, so fiel auch hier im Gebirge den ganzen Michaelistag ununterbrochen und in großen Flocken Schnee, der am 30. Septem⸗ ber noch von unseren Waldeshöhen weit in die Niederungen hinunter⸗ glänzte. Seitdem regnet es bei uns bei sehr niedrigem Barometer⸗ stande fast ununterbrochen, und auch das am Sten d. Nachmittags weit verbreitete Gewitter entlud sich in unseren Bergen. Gestern in der 4ten Nachmittagsstunde aber wurden wir aufs neue in das weiße Gewand des bei uns langen Winters eingehüllt, das unsere Fluren heute noch tragen.

Unsere Aussicht für den nahen Winter ist daher bei so überaus dürftiger Kartoffel⸗, Korn⸗ und Hafer⸗Aerndte und bei den ungünsti⸗ gen Nachrichten über den Erfolg der Michaelis— Messe in den gebirgi— schen Fabrik⸗Artikeln nichts weniger als erfreulich.

Ob die Kartoffel zwar vollkommen gut an Geschmackist, und auch keine Furcht vor der Fäule herrscht, so erbauen wir doch dieses Jahr von derselben, so weit sich's übersehen läßt, wie im Jahre 1817, durchschnitt— lich nicht über die fünfte Frucht; den größeren Theil davon birgt in⸗ dessen noch die liebe Mutter Erde, denn wegen des anhaltenden Re

gens konnten wir bisher nur stundenweis daran ärndten. Auch Ha

fer und Grummet liegt noch mit wenig Ausnahme im Freien und ist zum Theil schon gänzlich verdorben. Auf den Feldern Johanngeor genstadts steht selbst noch viel Korn und Hafer in Halmen. Aehn⸗ liches wird aus der Gegend von Frauenstein (Hermsdorf), Saida (Friedebach) und Altenberg berichtet.

Derr reiche Aerndtesegen so vieler Gegenden Deutschlands er streckt sich nicht bis zu uns, denn wegen des anhaltend kalten Regens in den Sommer⸗Monaten während der Blüthe ist der Ausfall an Körnern in Korn wie in Hafer so gering, daß unsere Oekonomen durchschnittlich von beiden nur das dritte Korn geärndtet haben.

Württemberg. Ulm, 14. Okt. Der Allgemeine Anzeiger für den Donaukreis enthält Folgendes: Aus dem durch das Königl. Kriegs⸗Ministerium erstatteten Berichtüber den Gesundheitszustand und die Verpflegung der Truppen während den diesjährigen Kriegsübungen haben Se. Majestät der König ersehen, daß das sehr befriedigende Ergebniß, welches sich in der gedachten Beziehung herausstellte, zum großen Theile auch dem Eifer der Gemeinde⸗ Behörden zuzuschreiben sei. à lerhöchstdieselben haben daher zu befehlen geruht, den sämmliichen Gemeinde⸗ Behörden, welche bei Verpflegung der Truppen währende der Kriegsübungen bemüht waren, für ihre zweckmäßigen Anordnun⸗ gen die Allerhöchste Zufriedenheit auszudrücken.

Ulm, 14. Okt. (S. M.) In diesem Augenblicke droht die Donau ihre Ufer zu überschreiten; nur noch wenige Zolle fehlen, und immer noch jegnet es mit gleicher Heftigkeit. Dabei haben die starken Winde den Schnee, der in der letzten Zeit in der Gebirgen gefallen war, schnell geschmolzen. Seit heute haben die fürchterlichen Stürme der letzten Tage in ihrer Heftigkeit nachgelassen. Mehreren hiesi⸗

gen Güterbesitzern wurde in den letzten Wochen die Bestellung ihrer

Felder amtlich untersagt, da dieselben zur Festung verwendet werden. 1 (U. Schnellp.) Die Zahl der Festungs⸗Arbeiter ist neuerdings deneg eheg gegenwärtig 1000. Dem Vernehmen nach werden außerdem auch noch einige hundert Arbeiter aus Sachsen erwartet. g

Kirchheim u. T., 13. Okt. (Schw. M.) Vor einigen Tagen wurde auch in hiesiger Kirche ein Missionsfest gefeiert, wobei der ge⸗ wesene Missionair, jetzige Pfarrer Haas von Notzingen, die Festrede hielt 89 8 Barth aus der Missionswelt vortrug Der kaum hier gegründete Missions⸗Verein zählt se ij 50

8 8 8 v- zah⸗ cho 3 50 Mitglieder. 16“

Hannover. Aus dem Osnabrückischen, 6. Okt. (H. C.) Die Reibungen und Streitigkeiten zwischen den Katholiken und Protestanten und der letzten unter sich, die hier längere Zeit obwalteten, sind als beseitigt anzusehen. Mit Rücksicht auf diese Streitigkeiten heißt es in dem Aufruf sämmtlicher evangelischer Pre⸗ diger und Lehrer der Stadt Osnabrück zur Konstituirung eines Gustav⸗ Adolph⸗Vereins vom 6. Juli d. J.: „Auch diese haben dazu beige⸗ tragen, den protestantischen Sinn zu einem frischeren Leben zu er⸗ wecken. Immer klarer ist es uns geworden, was unserer Kirche Noth thut; immer lauter sprechen sich Wünsche und Hoffnungen aus; sie drängen zur That!“ Der Verein zur Unterstützung armer, bedrängter protestantischer Familien des In⸗ und Auslandes ist ins Leben getreten und zählt schon an tausend Mitglieder in der Stadt Osnabrück und der Umgegend derselben. Eine große Versammlung zur Besprechung seiner Interessen wird er, wie man hört, den 6. November, als am Todestage des schwedischen Beschützers, zu Bramsche halten.

Baden. Karlsruhe, 13. Okt. (Schw. M.) Das heute ausgegebene Reg.⸗Blatt enthält das Ausschreiben der ordentlichen Conscription auf 1844 mit einer Rekruten⸗Quote von 3135 Mann, wovon 2950 zur gleichbaldigen Eintheilung und 185 zur Reserve be⸗ stimmt sind. Sodann den Abschluß einer Uebereinkunft zwischen Baden und Bayern wegen gegenseitiger Gestattung der gerichtlichen Nacheile. Ferner eine Bekanntmachung, wonach in Gegenwart der Kommissarien des Staats⸗Ministeriums und der Ober⸗Rechnungs⸗ Kammer, so wie des Direktors der Amortisations⸗Kasse am 22. Sep⸗ tember die im Jahre 1842 eingelösten Staatsschuldpapiere im Be⸗ trage von 1,140,601 Fl. urkundlich verbrannt worden sind. Nach⸗ dem am letzten Sonntag die beabsichtigte Parade wegen zu ungün—⸗ stiger Witterung abgesagt werden mußte, sind die Truppen am Mon⸗ tag bei starkem Regen abmarschirt und haben, des schlechtesten Wet⸗ ters ungeachtet, ihre Herbstübungen bis über Rastatt hinaus und in der Gegend von Baden die ganze Woche über ununterbrochen fort gesetzt. Heute, um Mittag, kam die hiesige Besatzung hierher zurück.

Freiburg, 13. Okt. (O. R. Z.) Gestern hatten wir hier, bei einer Wärme von 18 Graden, starken Sturm aus Südwest und West, der sich Nachmittags ziemlich legte und gegen Abend ganz aufhörte, als, nach verändertem Winde, ein heftiger Regen eintrat, der mehrere Straßen der Stadt auf einen Fuß tief und darüber un⸗

ter Wasser setzte.

Kehl, 13. Okt. Die in den jüngsten Tagen bei auffallend

niederem Barometerstande eingetretenen Regen und Stürme haben

manche Uebelstände in unserem Oberlande zur Folge gehabt und Un⸗ glücksfälle herbeigeführt, die, wie sich leider befürchten läßt, bis jetzt nur ihrem geringsten Theile nach zu unserer Kenntniß gekommen sind. Bei uns ist die Kinzig durch die anhaltenden Regengüsse aus ihren Ufern getreten, hat die Landstraße überschwemmt und die Straßen von Dorf Kehl angefüllt, die jetzt nur zu Schiff zu passiren sind. An manchen Stellen soll das Wasser 2 Fuß tief stehen und ist noch fort⸗ während im Steigen.

8 rh. Hessen. Darmstadt, 15. Okt. (Mainz. Z.) Hoch⸗ bejahrt starb heute der Großherzogl. Ober⸗Hofmeister, General⸗Lieu⸗ tenant von Pretlack. Wir verlieren an ihm einen Ehrenmann im vollsten Sinne des Worts.

Lippe. *% Detmold, 18. Okt. Seit beinahe zwei Jahren hatte der Verein für das Hermans⸗Denkmal geschwiegen, es waren dringendere Bedürfnisse zu befriedigen, für die Deutschlands Gemein⸗ geist in Anspruch genommen wurde und aufs glänzendste sich be⸗ thätigte. Um so erfreulicher ist es, daß gleich nach dem Erscheinen der fortgesetzten Nachricht über dieses deutsche National⸗Denkmal sich sofort die regeste Theilnahme von allen Seiten ausgesprochen hat. Se. Majestät der König von Hannover haben 100 Rthlr. Gold, Se. Majestät der König von Württemberg 500 Fl., Se. Majestät der König der Niederlande, als Großherzog von Luxemburg 200 Rthlr., Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Hessen⸗Darmstadt 200 Fl. als fernere Beiträge bewilligt. Von Darmstadt sind von neuem durch den dortigen Verein 369 Fl. eingegangen und hier ist eine Pfennigs-Subscription eröffnet, welche eine reiche Ausbeute verspricht, da jeder, auch der Geringste, sich beeifert, zur Erbauung dieses großartigen, deutschesten Kunstwerkes sein Schärflein beizu⸗ tragen.

Freie Städte. Frankfurt a. M., 12. Okt. (A. Z.) Der hiesige Advokaten-Verein hat die Erlassung eines Schreibens an den Advokaten⸗Verein zu Stuttgart beschlossen, um die von dem letzteren auf den 1. Juli k. J. nach Mainz ausgeschriebene Advokaten⸗Ver⸗ ammlung zu billigen und deren Beschickung von hier aus zuzusagen.

*α½ * Frankfurt a. M., 17. Okt. Dem Vernehmen nach wird der Königl. preußische General-Lieutenant und Gouverneur von Luremburg, Prinz Friedrich zu Hessen Durchlaucht, aus Gesundheits Rücksichten längere Zeit hier verbleiben. Ihre Hoheit die Herzogin Friederike von Oldenburg hat nach kurzem Aufenthalte ihre Reise nach Oldenburg von hier fortgesetzt. Gestern traf Se. Hoheit der Her⸗

zog Paul von Württemberg hier ein.

Deer Königl. hannoverische Oberst⸗Lieutenant vom Ingenieur⸗ br 4 cur.. 8 6es . Forps, Herr Meineke, stimmführender Bevollmächtigter des 10ten

Armee⸗Corps des deutschen Bundesheeres bei der Bundes⸗Militair⸗

Kommission, ist gestern früh hier gestorben. Unser Verfassungsfest wird morgen auf gewohnte Weise gefei⸗

ert und wurde heute Abend durch Glockengeläute und Kanonendonner

eingeleitet. Es ist indessen bezeichnend, daß diesem Feste kurz vor⸗ her, bei den Wahlen für die gesetzgebende Versammlung, eine sehr laue Theilnahme der Bürger an der Ausübung eines der wichtigsten Rechte die ihnen die Verfassung verleiht, vorausgeht. ,

Oesterreichische Monarchie.

Fiume, 3. Okt. (Wien. Z.) Heut um 1 Uhr 4 Minuten nach Mitternacht verspürte man hier eine sehr starke Erderschütterung schwingender Art in der Richtung von Südosten und von etwa zwei Sekunden Dauer. Der Himmel war umwölkt bei vollkommener Windstille. Das Thermometer stand auf + 16,9° R.

Venedig, 5. Okt. Ihre Majestät die Frau Erzherzogin Marie Louise, Herzogin von Parma, ist heute im besten Wohlsein hier an⸗ gekommen und wird von hier aus den 6ten in Padua, den F7ten in Mantua und den 8ten d. M. über Guastalla in der Hauptstadt ihrer Staaten eintreffen.

Se. Königl. Hoheit Prinz Luitpold von Bayern ist den 5. Ok⸗ tober um 8 Uhr Abends sammt Gefolge in Verona angekommen und setzte am solgenden Morgen die Reise nach Modena fort.

Russland und Polen.

pos Ff. eere rg. 14. Okt. Auf den Bericht des Ober⸗ 9 st-⸗Direktors hat Se. Majestät befohlen, daß vom nächsten 1. (13.) November an für die ganze auswärtige Korrespondenz das für die innere Korrespondenz vom 1. (13.) Januar 1844 an festgesetzte gleich⸗ förmige Porto von 10 Kopeken für das Loth eingeführt werden soll.

EE1113“

8 Pn 9 8 8 8 8 9 2. 3.) Das längst projektirte Bank⸗Institut nfang vkünftigen Jahres daselbst ins Leben der großen Kapitallen, w dSa⸗ finanziellen Kräfte, so wie in Betracht

11““ elche in dieser Stadt vorhanden sind, einen großen Geschäfts⸗Betrieb entwickeln.

Die Berichte über die jüngste Versammlung der schweizerischen gemeinnützigen Gesellschaft in Glarus haben auch bei uns hinsichtlich der daselbst ausgesprochenen Ansichten in Betreff des Zollwesens ro⸗ ßentheils befriedigt. Was Glarus selbst betrifft 8 Uhslen Pr. daß sich beinahe der vierte Theil der ges it⸗ . 4 e Thei gesammten Bevölkerung mit dem Zehengos zaß sereg ehenece das jährlich 1,100,000 schw. Fr einbringt, daß jedoch ebendaselbst mehr die Lotteri 8 bdie Spot⸗ Anstalten 1.“ finden. 8 ö iütaat. üit ükn

1 vee

8. ki Sei Ausbr. s

m zwisch 86 dee et lebhafter Notenwechsel statt. Man; secgrr nesnc Eeech säl lebhafter Notenwechsel statt. Man versichert, daß es sich darum handle, im Interesse der gemeinsamen Sicherheit dem heiligen Stuhle drin⸗ gende Vorstellungen zu machen, auf daß durch wohlberechnete Refor⸗ men in der Verwaltung der päpstlichen Staaten die fortdauernde Gährung, wodurch die Ruhe der ganzen Halbinsel bedroht ist, endlich beschwichtigt werde. Unter den vorgeschlagenen Reformen führt man namentlich an, die allmälige Verweltlichung eines Theiles der höheren Staatsämter, welche sich gegenwärtig ausschließlich in den Händen des Klerus befinden. Schon im Jahr 1830 hatte ein einflußreiches Kabinet dem heiligen Stuhle diesen wohlmeinenden Rath ertheilt. Der Papst schien demselben ein geneigtes Ohr leihen zu wollen aber die Ausführung stieß in der betheiligten unteren Region auf Schwie⸗ rigkeiten; doch wird eine solche Maßregel, je länger, je unabweisbarer. In Folge des mit Frankreich abgeschlossenen Handelsvertrages sollen Herr Guizot und der Marquis von Dalmatien von unserem Könige das Großkreuz des heil. Mauritius⸗ und Lazarus⸗Ordens erhalten.

Aus Rom erfährt man, daß die weiland Königin Marie Clotilde Adelaide, Gemahlin König Karl Emanuel's III., heilig gesprochen werden soll. Der Instructions⸗Prozeß hat bereits am 17ten v. M. in Rom begonnen. Die Verstorbene, welche im Rufe der Heiligkeit am 7. März 1802 in Neapel starb, war im Jahre 1759 zu Ver sailles geboren. Es werden hier schon Anstalten getroffen, um ein für die herrschende Dynastie so erfreuliches Ereigniß mit der größten kirchlichen Pracht zu feiern. 8

““ .

Paris, 14. Okt. In einem früheren Schreiben habe ich Ihnen gemeldet, daß der Bei von Tunis, und zwar wie sich seitdem herausgestellt hat, unter dem Vorwande, seine Vorsichtsmaßregeln gegen die möglichen Folgen der allzugroßen Trockenheit zu nehmen, die Ausfuhr von Getraide verboten hatte, ohne die vertragsmäßige Frist von 60 Tagen zu gewähren. Dieser Vorwand schien den Konsuln der in diesem Lande am meisten Einfluß besitzenden Nationen, zumal da noch einige andere Gründe ähnlicher Art für das Verbot ange⸗ führt wurden, plausibel genug, um sich dabei zu beruhigen, ohne eine Reclamation dagegen zu erheben. Der englische Konsul indeß wollte die Interessen seiner Schutzbefohlenen mit denen des Bei in Ein klang bringen, und verlangte und erhielt als Gunst die Erlaubniß zur Einschiffung für eine gewisse, verhältnißmäßig geringe Quantität Ge⸗ traides. Der sardinische Konsul aber weigerte sich beharrlich, als eine Gnade, als ein persönliches Zugeständniß zu empfan⸗ gen, was er als ein wohlerworbenes Recht zu fordern berechtigt sei. Wo andere nur eine rein väterliche, wenn auch ungesetz⸗ liche Maßregel des Bei für seine eigenen Unterthanen sehen wollen, erblickte der sardinische Konsul ein Monopol mehr, eine doppelte Verletzung der Verträge. Sein Widerstand hat bereits eine vollkommene Rechtfertigung erhalten. Ein Schreiben aus Tunis vom 20. September meldet, daß der Haupt⸗Agent der tune⸗ sischen Regierung, Ben Aint, in den letzten Tagen das Getraide zu verkaufen suchte, das er aufgehäuft hatte, während der durch das Ausfuhr⸗Verbot natürlich paralysirte Handel nicht mehr kaufte, und zu gleicher Zeit suchte er auch die besondere Erlaubniß zur Einschiffung zu verkaufen. Der Unwillen, den dieses Verfahren auf dem Platze hervorrief, nöthigte den Wucherer, einzuhalten. Aber man war allge⸗ mein der Meinung, daß er binnen kurzem von neuem und nur mi noch größerer Keckheit beginnen werde. Auffallenderweise behaupten einige Konsuln, und wie es scheint auch der französische, die Frist von 60 Tagen, welche der Handelsstand verlange, sei nicht in den Ve trägen begründet. Allein dies ist durchaus irrig, wie aus der fol⸗ genden genaueren Nachweisung darüber hervorgehen wird.

Am 22. Februar 1822 wurde ein Vertrag abgeschlossen, unter⸗ zeichnet einerseits von dem Grafen Filippi für den König von Sa dinien, und andererseits von Hussein Pascha Bey für die Regentschaf von Tunis, in welchem es heißt:

Art. 6. Man ist darüber übereingekommen, daß die freie Communi cation und der zwischen den beiden Nationen durch den zweiten Artikel de obenerwähnten Vertrages eröffnete Handels⸗Verkehr in der Art verstandern werden soll, daß die sardinischen Unterthanen frei mit den Tunesen Handel treiben können, gegen Bezahlung der bestehenden Zölle, daß sie von ihnen kaufen oder ihnen verkaufen können ohne Hemmniß, alle Waaren, deren Einfuhr oder Ausfuhr nicht verboten wäre durch einen souverainen Beschluß 8 der zwei Monate von der Mittheilung an die Konsuln an gerechnet, frühe erlassen worden sein muß, ohne daß die tunesische Regierung sie für ihr eigene Rechnung auffkaufen, oder ein Monopol daraus machen darf. D. König von Sardinien verlangt für seine Unterthanen keinen neuen oder be⸗ sonderen Handelsvortheil, aber der Bey verpflichtet sich u. s. w. (Wie der Artikel 6 des mit Frankreich abgeschlossenen Vertrages, der unten ange führt ist.) 1 Art. 8. §. 3. Wenn in Zukunft irgend ein Zweifel sich erheben sollt über die Auslegung oder die Erklärung eines der Artikel der oben erwähn⸗ ten Verträge, der gegenwärtige mit inbegriffen, so ist man dahin übereinge⸗ kommen, daß zu Tunis seine Auslegung zum Vortheile der sardinischen Unterthanen und in Sardinien zu Gunsten der Tunesen stattfinden soll. 8

Man ersieht hieraus, daß der sardinische Konsul im Rechte ist, denn seine Reclamationen sind auf unverwerfliche Dokumente gestützt. Dem französischen Handel werden diese Prärogativen ebenfalls be⸗ harrlich verweigert, obgleich am 8. August 1830 zwischen Herrn 8 thieu de Lesseps, damals General⸗Konsul und Geschaͤftsrige in (ich citire die Titel wie sie wörtlich in jenem Vertrage S sich beigelegt werden) Kaisers von Frankreich, und distrah⸗ lichen Fürsten der Völker, der Elite der Großen,