11“
t nn für 33¾ illi verschiedene Artikel nach Bahia abgesetzt .7 2-,e u, h ecge. Peber⸗ sczuger und bezogen. — Pie Einfuhr von Weinen hat im Jahre 1842 eine Abnahme erlitten in Folge der in Brasilien für diesen Artikel festgesetzten Zoll⸗Erhöhung. Es kamen aus dem Auslande an 3069 Pipen (die Pipe wird von den brasilianischen Douanen auf 479 ¼ Litres angeschlagen) und durch die Küstenschifffahrt 136 Pipen, im Ganzen 3145 Pipen (ungefähr 15,000 Hek⸗ toliter), wovon 232 (1050 Hektoliter) wieder ausgeführt wurden, wonach
also für den Verbrauch eine Quantität von 2913 Pipen (13,950 Hektoliter) übrig bleibt, um mehr als 40 pCt. hinter der zurückbleibend, die im Jahre 1841 konstatirt worden war. Die französische Einfuhr ist fast bis zur Hälfte herabgesunken; von 1077 Pipen (5160 Hektoliter) sank sie auf 577 (2760 Hektoliter), die ausschließlich in Weinen von Marseille und Cette bestand. An Weinen von Bordeaux wurden nur 5— 600 Dutzend Bou⸗ teillen versendet, welche Ziffer hinter derjenigen des Jahres 1841 zurück⸗ bleibt. Die Preise waren demzufolge günstiger, als im vorangegan enen Jahre. Im Januar standen sie nur auf 60 — 70,000 Reis; der „Petrus“, das einzige direkt aus dem Mittelmeere angekommene Schiff, hat im November seine Ladung zu 90,000 Reis (der mittlere Wechsel⸗Cours im Jahre 1842 war zu Bahia 344 Reis für 1 Fr. gewesen) oder 251 Fr. das Faß verkauft. Nach den an Ort und Stelle gesammelten Aufschlüssen könnten die guten südfranzö⸗ sischen Weine, namentlich die von Cette, auf dem brasilianischen Markte mit denen von Figueyra und Catalonien in Konkurrenz treten, wenn die fr anzösischen Versender sich bemühen wollten, dieselben nach dem Geschmacke des Landes zu behandeln, und wenn sie bei ihren Versendungen dahin eine kluge Zurückhaltung beobachteten, sowohl in Betreff der Quantitäten, welche den Bedarf und die Nachfrage nicht übersteigen dürfen, als in Betreff der Qualität, die nur zu oft von ihnen vernachlässigt wird.
Die Vereinigten Staaten von Nord⸗Amerika, deren Versendungen an Mehl nach Bahia schon im Jahre 1841 den Bedarf des Verbrauches be⸗ trächtlich überschritten hatten, haben dieselben dessenungeachtet im Jahre 1842 noch weiter vermehrt, was sich durch die Nothwendigkeit erklärt, in welcher die Union sich befindet, die stets zunehmenden Produkte ihrer agrikolen In⸗ dustrie ins Ausland abzusetzen, um ihre Handelsschulden zu tilgen. Statt 20,000 Fässer Mehl hat die Union deren 30,090, d. i. fünfmal mehr als 1840, auf den Markt von Bahia geworfen; da jedoch andererseits die Zufuhren an Mehl aus Frankreich und England sich vermindert haben, so waren die Preise fester. Gut markirtes von Richmond (man weiß, daß das von Richmond ausgeführte amerikanische Mehl einer strengen Kontrole unterliegt, die besonderen Aufsehern anvertraut ist) wurde mit 17 — 18,000 Reis (49 Fr. 40 Cent. bis 52 Fr. 30 Cent.) das Faß bezahlt, im August sogar mit 24,000 Reis (69 Fr. 75 Cent.). Auch französisches Mehl erster Qualität wurde gleichmäßig gut verkauft zu 18 bis 24,000 Reis (52 Fr. 30 Cent. bis 69 Fr. 75 Cent.); es wurde dessen nur etwa tausend Faß eingeführt. Der Verbrauch des Jahres hatte 27,000 Faß betragen, die Wiederausfuhr 11,000, was eine Gesammtziffer von 38,000 Faß ergiebt. 9
Die französische Butter ist auf dem Markte von Bahia in merkliche Gunst gekommen. Sie scheint jetzt sogar der Butter aus Irland und aus Hamburg vorgezogen zu werden, welche sonst allein den ganzen Bedarf daran auf den Platz lieferten. Von einer Gesammt⸗Einfuhr von 8130 Fässern hat Frankreich 4940, England 2530 und Hamburg 950 dahin ver sendet. Die Preise dieses Artikels haben im Jahre 1842 allerdings eine Abnahme erfahren, die vorzüglich auf die aus England und den Hansestäd⸗ ten kommende Butter trifft. G 1
Eine Sendung Stockfische französischen Fanges, die im Januar 1843
ꝙ 5 728 von Havre aus nach Bahia gemacht wurde, hat den glücklichsten Erfolg ge⸗ habt. Diese Versendung giebt dem französischen Handel Hoffnung, in Bra⸗ silien bald sich in Besitz eines neuen Einfuhrzweiges zu setzen, der vielleicht mit Vortheil ausgebeutet werden kann. Bahia empfängt in der That jähr⸗ lich 25 — 30,000 Tonnen Stockfisch, deren Preis zwischen 8 und 10,000 Reis 23 Fr. 25 Cts. und 29 Fr.) wechselt. M 8 “ Von nahe an 700,000 Fr. Seidenwaaren, die 1842 in Bahia einge⸗ führt wurden, hat Frankreich für mehr als 600,000 Fr. geliefert. Die fran⸗ zösischen Versendungen in Quincailleriewaaren waren beträchtlicher als die aus England; in diesem Artikel macht jedoch Hamburg oft den Franzosen eine lebhafte Konkurrenz. Die Einfuhren zu Bahia finden vorzüglich vom Monat August bis zum Monat November statt. Diese Epoche ist die der Zucker⸗Aerndte, welcher das Haupt⸗Produkt der Provinz ausmacht.
8 8
Preise der vier Haupt⸗Getraide⸗Arten in den für die Preußische Monarchie bedeutendsten Marktstädten im Monat September 1843, nach einem monatlichen Durchschnitte in Preußischen Silbergroschen und Scheffeln angegeben.
Namen der Städte. Weizen Noagen Gerste Hafer
1. Königsberg . 51 % 37 ⁄2 w28 2 187 Memel. Le“ 42 2⁄% 30 19 1½ J1.“ 52 ⁄ 36 ⁄ 22 1578
.Insterburrg . 47 35 23 15 Rastenburg 1 22 16 8 Neidenburg 21 12 *
. Danzig.. 30 22 Elbing 28 1⁄ 19 Konitz.... 26 h20 Graudenz... 27 19 2½
Kulm 238 8 19 Aeö
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U —Srt
ege Namen der Städte. Getzen Noagen
Breslau 8 50 ½ 38 ¼ Grünberg.... 57 % vee11111.““ . 50 +2 .““ 1
Schweidininiiees.. Leobschütz ... Ratibor
3. Halberstadt
Magdeburg .. Stendal...
Nordhausen ... Mühlhausen .... Etgtrt.... Torgau
Münster.... Minden .... Paderborn.. Dortmund ..
—
PE’n
Malmedo
Eöö
Brombeg 36 22 % 19 %
.Fraustan.tV . I11“ 94* 32 22 ½
Rawitsch. 8, * 24 3 Kempen
20 Brandenbu,l 18 4425 29 12 Kottbus R , 42 7 342% „Frankfurt a. d. OH. .. 54 9392 26 8 Landsberg a. d. W... 59 2 13 1 9 3 . Stralsund... 11
Kreuznach
Koblenz .......
8* 85
8E“ Elberfeld ... Düsseldorrfr. S“ Wesel.. “ EEE1““]
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SANU — A bblr 25—2
Pa men; 1
Saarbrück Simmern.
Wetzlaa
Durchschnitts⸗Preise Preußischen Städte
5 Posenschen Städte Brandenburgischen und Pom merschen Städte Schlesischen Städte Sächsischen Städte Westphälischen Städte ..... Rheinischen Städte
“
Bekanntmachungen.
Nothwendiger Verkauf. Sad Ziemsko-miejski w TPrzemesznie, w Wielkim Land⸗ und Stadtgericht zu Trzemeszno im Großher⸗
Spr. „edaz konieczna.
[1890] X iestwie Poznamnskim.
Posiadlosé mlyna, Jozefowi Szadkowskiemu i jego 8
cowana na 7340 tal. wedle taxy, mogacéj byC przej- rzanéj wraz 2 wykazem hypotecznym i warunkami
2 2 8s . 2. Das den Joseph Szadkowskischen Eheleuten zugehö malzonce nalezaca, 862 WSI “ 1“ rige, im Dorfe Goryszewo, Mogilnoer Kreises, zub Mogilinskiego, pod Nr. 3 polozona, sadownie 0sza No. 3 gelegene Mühlen „Grundstück, gerichtlich abge⸗ schätzt auf 7340 Thlr., zufolge der nebst Hypotheken schein und Bedingungen in der Registratur einzusehen
zogthum Posen. Berlin, im Oktober 1843.
8 8 3 r Anzeiger
meiner 3 1
8 wie der soliden Bürgschaft ihrer finanziellen Verhältnisse, eine noch grössere Theilnahme veran- lassen werde; — sie empfiehlt sich daher zur Annahme und Leistung fernerer Transport Versicherungen für Verladungen zu Wasser und zu Lande, sowohl gegen Feuersgefahr allein, als auch gegen alle Wie- mentar-Schäden, zu den bekannten billigen Prämiensätzen, und ist ferner mit Vergnügen bereit, jede zu wänschende Auskunft, bezüglich auf dic erwähnten Geschäfte, zu ertheilen.
D 16 Geal28 entS9 att CGarl Drabitius. (Comptoir: Grünstralse No. 16.)
Frankreich.
w Registraturze, ma byé dnia 8. Lutego 1844, przed potudniem o godzinie 10,
16 w miejscu 2wyklem posiedzien sadowych sprze-
dana.
den Taxe, soll am 8. Februar 1844, Vormittags 10 Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden.
— —
Nothwendiger Verkauf
zur Auflösung der Gemeinschaft. Stadtgericht zu Berlin, den 13. Juli 1843.
Das hierselbst in der Friedrichs⸗, Schützen⸗ und Mauer⸗Straße belegene Grundstück, der Triangel ge⸗ nannt, den Geschwistern Morgenstern gehörig, gericht lich abgeschätzt zu 12,758 Thlr. 28 Sgr. 9 Pf., soll Behufs der Auseinandersetzung
am 1. März 1844, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstells subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.
Der Kornhändler Sucrow und Söhne und die un⸗ bekannten Realprätendenten werden hierdurch, und zwar letztre unter der Verwarnnng der Präklusion, vorge⸗ laden.
[1387]
Vetainnimachung. Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 12. Juli 1843. Das vor dem Frankfurter Thore linker Hand an der Stadtmauer belegene aus zwei verschiedenen Grund⸗ stücken zusammengesetzte Grundstück des Baumwollen
[1366]
Waaren⸗Fabrikanten Carl Friedrich Leopold Böhm, in seiner jetzigen Beschaffenheit taxirt zu 14,807 Thlr. 22 Sgr., soll in seiner jetzigen Beschaffenheit und seinen jetzigen Grenzmahlen, am 26. Februar 1844, Vormitt. 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Tarxe und Hypothekenschein sind in der Registratur einzusehen.
[1184] I““
Das dem Buchhaͤndler Julius Eduard Witte gehö⸗ rige, am Wilhelmsplatz Nr. 20 belegene, in unserem Hopothekenbuche von der Stadt Vol. XII. No. 868 verzeichnete, auf 10,337 Thlr. 3 Sgr. 9 Pf. abgeschätzte Grundstück nebst Zubehör, soll im Wege der nothwen⸗ digen Subhastation verkauft werden, und ist hierzu ein Bietungs⸗Termin auf
den 10. Januar 1844, 11 Uhr,
vor dem Stadtgerichts⸗Rath Herrn Siecke im Stadtge⸗ richt, Lindenstraße Nr. 54, anberautmtm.
Der Hypothekenschein, die Taxe und die besondereu Kaufbedingungen sind in unserer Registratur einzusehen.
Potsdam, den 8. Juni 1843.
Königl. Stadtgericht hiesiger Residenz.
E ADRIA
driatischer Ver.
1UNIO
Privilegirte
TICA DI SICURTA
sicherungs -Verein,
1
TRIEST
(konzessionirt im Königreich Preufsen),
90 r. 5 3 . 8 20 ““ September a. c. stattgefundenen General- Versammlung der Actionaire i 1Pe*
Rechnungs-Abschlufs des
gehalten, und betrug
2. die Loral-Versicherungs-S b. die Gesammt-pP und c. die an. 1251 Versicherte schädigung Im Königreich Preufsen Schäden auf Land-, Flufs- und Sce- gen bezahlt Die den Actionairen verbliebene Di ihr Einlage-Kapital belief sich r 8 17 %o, nachdem zuvor für den wirklichen Reservefon Sund für noch nicht abgelaufene Versicherungen
umnm
Vers
zurückgelegt werden konnten, welche letztere Summen zur V
Zwei Millionen
beigetragen haben. Die unterzeichnete General-Agentschaft hat die nünd zu bringen und hegt die Hoffnung, dafs da Grade geniesst, und bei der auch im Königreich
rämien-Einnahme ....
e 1.00234 186 10 Pr. Conv.-Mzec. . 936,882. 30 — 2 —
gezahlte Ent-
23 54
allein wurden
icherun
auf circa
e.A N 8 ⸗ ermehrung des Grund Kapitals
rulden Conv.-Münze 8
Ehre, ldiesen günstigen Erf. öffentli n4. esen günstige n. Erfolg zur öffentlichen Kennt-
2 ertrauen, welches die Gesellschaft in einem hohen
Preussen bewährten Rechtlichkeit ihres Verfahrens, s0
fünften Geschäfts-Jahres
Literarische Anzeiger
182TIZA1 Bei J. J. Heine in Posen ist erschienen und in
J
allen Buchhandlungen, in Berlin in der Enslin⸗ 58 . schen Buchhandlung (F. Müller), Br eitestr. 1 Nr. 2 zu haben:
Schönke, deutsche Fibel oder clementarisches Lese⸗ buch, erste Abtheilung. Ein Beitrag zur Schreib⸗ Lese⸗Methode. 2 ½ Bog. 2 Sgr. 6 Pf.
—, Elementarisches Lesebuch, II. Abtheilung. 11 Bo⸗ gen. 10 Sgr.
Der Verfasser hat den Wünschen mehrerer Pädago gen dadurch genügt, diese Elementarbücher zur Anwen dung der Schreib⸗Lese⸗Methode eingerichtet zu haben. Diese Methode kann nur vom größten Nutzen für Kin⸗ der sein, indem sie gleichzeitig mit dem Lesen richtig schreiben lernen. Duͤrch anmuthige und in Wahrheit gekleidete Erzählungen hat der Verfasser dafür gesorgt, auf die sittliche und religiöse Bildung des Kindes ein⸗ zuwirken. M 8 [1813] .
So eben ist erschienen und in alle ung zu haben: 8 v“ Zuruf eines Christen an die Schriftstel ler des französischen Volks, von G. de
1 elice. Ein Spiegel auch für die deutsche Schriftstellerwelt. Aus dem Französischen übersetzt von Dr. Karl
Dielitz und mit einem Vorwort her⸗ ausgegeben von Julius Eduard
Hitzig.“ 13⁄¾ Bog. 8. (Pr. 20 Sgr.) Doppelt merlwürdig ist dies Buch: einmal, weil es von Frankreich kommt, und dann, weil wir, wenn es sich um solche Dinge handelt, mit Recht zu fragen ge⸗ wohnt sind: was kann uns von dort her Gutes kom⸗ men? Es hat in Frankreich große Sensation gemacht. Konnte das in jenem Lande geschehen, warum sollte es sich nicht auch in Deutschland seinen Weg bahnen? b Oehmigke's Buchhandlung 8 (Julius Bülow) in Berlin, Burgstr. 8, und Graudenz.
.
[1817] In unserem Verlage erschien so eben und ist in allen
Buch⸗ und Musikalienhandlungen zu haben:
2 1] Fanz-Album pr. 1844.
Für das Pianoforte. III. Jahrgang. Enthaltend; Polonaise, Walzer, Galop, Contretänze, Mazurek und Polka's von Jos. Gung'] Imgustowicz etc.
84 preis nur 15 Sgr. Durch die große Theilnahme, die die ersten Jahr⸗
gänge dieses Tanz⸗Albums fanden, wurde
besondere Aufmerksamkeit auf diesen Zten Jahrgang gelenkt. Wir waren bemüht, nur das Vorzüglichste von Tänzen darin aufzunehmen, und sind überzeugt, daß dasselbe für die bevorstehende Ball⸗Saison vielfach als Tanz-Programm benutzt werden wird. Sämmt liche Tänze sind auch für Orchester, so wie von den
früheren Jahrgängen noch Exemplare ½à 15 Sgr. zu
haben. Ferner erscheint in einigen Tagen die mit dem rauschendsten Beifall aulgenommene Compo-
sition von e Gungl:
Ed. Bote & G. Bock.
Buch- und Musikalienhandlung
Berlin, Jäger-Stralse No. 42 Breslau, Schweidnitzer-Stralse No. 8. [1821] 1 1 Bei C. F. Post in Kolberg ist so eben erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben, in Berlin
bei Ludwig Hold, Königsstraße
Nr. 62, neben der Post: Zimmermann, Carl, Neues deutsches Liederbuch. enwhanend
Einhundert vier und funfzig der beliebtesten Arien.
Allen lebensfrohen Menschen beiderlei Geschlechts gewidmet. Preis 5 Sgr.
[325 b]
Sur 1'Allemagne et l'’Italie dediées aux jeunes demoiselles per Madame du Montbar. 12mo0. 16 feuilles. prix
1 Thlr. Berlin. A. Asher & Co.
[1819] Das Kommissions⸗Geschäft des Elias Jacoby weist den Kauflustigen des In⸗ und Auslandes zur sicher rentirenden Anlage der Kapitalien die vortheilhaftesten Käufe von Landgütern jeder Größe und Qualität nach und giebt auf derartige schriftliche oder mündliche Anfrage unentgeltlich so fort umfassende Auskunft. 8 Elbing, den 1. Oktober 1843.
300 b
Ein W“ welcher seit 8 Jahren als vorge⸗ setzter Meister und gegenwärtig im Ausande wirkt, mit den Arbeiten und Vortheilen in der Hand⸗ und Maschinenpapier⸗Fabrication wie es de Jetztzeit er⸗ fordert, vertraut ist und gute Zeugniss⸗ hat, wünscht ein anderweitiges Engagement. Nähres im Königl. Intelligenz⸗Comtoir.
asc naidilhisSK hlt eh 16 22 8 ““ Das Abonnement beträgt⸗ 4 Rihlr. — ½ Jahr. 1“““ 8 Rthlr. ⸗ t n in allen Theilen der monarchie ohne v1 Insertions-Sebühr sür den Raum einer „Zeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr.
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Alle Post-Anstalten des In- und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuss 3 Zeilung: Friedrich ]
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[IIm11.
Dampsschifffahrt. Breslau. I
5
Amtlicher Theil. 8 lebergabe
Inland. Magdeburg. Ddes Universitäts-Rektorats. Deutsche Bundesstaaten. Bavern. München. Hofnachrichten. — Besuch des Königs in der Bibliothek. — Württemberg. Ulm. Festungsbau. — Kurhessen. Kassel. Stände⸗Verhandlungen. — Rinteln. Weser⸗Dampfschifffahrt. — Nassau. Hofheim. Absagen der Kriegs⸗-Uebungen. — Holstein. Altona. Verfügung in Bezug auf gemischte Ehen. Paris. Prinz von Joinville Präsident einer Marine⸗ Kommission. — Bevorstehende Abreise Salvandy's. — Briefe aus Pa⸗ ris. (Haltung der Oppositions⸗Presse in Betreff der Maßregeln gegen O’'Connell. — Die Befestigungs⸗-Frage und Thiers' Einsluß bei deren Entscheidung in der nächsten Sitzung; Jancigny und Ratti⸗Menton aus China abberufen.)
Großbritanien und Irland. London. Hof⸗Nachricht. — Falsches
Gerücht über die Verwendung hannoverscher Truppen in Irland. — Mäßigung der Tory⸗Presse in Irland. — Anklage⸗Akten gegen O' Connell. Niederlande. Schreiben aus dem Haag. (GHaltlosigkeit der Oppo⸗ sitions⸗-Presse; Geburtstag Sr. Majestät des Königs von Preußen;
Großfürst Michael.)
Spanien. Briefe aus Madrid. (Die bevorstehende Eröffnung der Cor⸗ tes; die Thronrede und das in Aussicht gestellte neue Ministerium; Olo⸗ zaga; Carnerero geht nach Lissabon; der angebliche europäische Kongreß; Barcelona und Saragossa.) — und Paris. (Neuestes aus Saragossa und Barcelona.)
Eisenbahnen. Hannover. Eröffnung der Bahn bis Lehrte. — Darmstadt. Main⸗Neckar⸗Bahn. — Ulm. Vorbereitungen zur dor⸗ tigen Bahn. — Paris. Nordbahn.
Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Magdeburg. Marktbericht. — Budissin. Wollmarkt. — Frankfurt a. M. Wagaren⸗Verkehr auf der belgisch⸗rheinischen Bahn. — Fabrik⸗Zustände Englands. — Paris. Börse. — Hull. Getraidemarkt.
Die medizinische Schule zu Galata⸗Serai.
Amtlicher Theil.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: Dem Regiments⸗Arzt Kraehe des 20sten Infanterie⸗Regiments, den Rothen Adler-Orden dritter Klasse mit der Schleife; dem katho⸗ lischen Pfarrer Klein zu Obsendorf, Kreises Neumarkt, dem Gym⸗
nasial⸗Lehrer Kanne zu Bonn und dem Kreis⸗Secretair Kremer
zu Erkelenz, den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse; dem Amts⸗ Zimmermeister Wassermann zu Annaburg, dem Schullehrer Hesse zu Kurzlipsdorf, Ephorie Seyda, dem katholischen Schullehrer und Küster Hauck zu Lichtenwalde, Kreises Habelschwerdt, so wie dem Küster und Schullehrer Seeger in Borstel, das Allgemeine Ehren⸗ zeichen; desgleichen dem Kutscher Friedrich Franke aus Sarkow, die Rettungs⸗Medaille am Bande zu verleihen.
Potsdam, 25. Oktober. Se. Hoheit der Erbgroßherzog von Hessen und bei Rhein ist nach Leipzig abgereist.
Der zeitherige Inspektor des hiesigen Königl. botanischen Gartens, Direktor Otto, ist mit Pension aus dem Dienste geschieden und der Inspektor Carl David Bouché provisorisch in dessen Stelle getreten. Zur Vermeidung von Irrungen für die mit dem Königl. botanischen Garten in Verbindung stehenden Institute und Personen des In⸗ und Auslandes, wird dies hiermit bekannt gemacht.
Berlin, den 23. Oktober 1843. In Abwesenheit des Direktors. Der Vice-Direktor des Königl. botanischen Gartens Professor Dr. Kunth.
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Angekommen: Se. Durchlaucht der Fürst Heinrich LXXIV. zu Reuß⸗Schleiz⸗Köstritz, von Frankfurt a. d. O.
Der Vice-Ober⸗Ceremonienmeister Freiherr von Stillfried, von Dresden. B h- 3
9
8 8
8 Inland.
Berlin, 26. Okt. Se. Majestät der König haben Allergnä⸗ digst geruht, dem Stuhlmacher⸗Meister Kramer zu Magdeburg, dem Schlosser-Meister Grabau daselbst, dem Regierungs- und Landes⸗ Oekonomie-Rath Rasch zu Münster und dem Förster Becker zu Kolbitz bei Magdeburg, die Anlegung der denselben verliehenen Kö nigl. hannoverschen Kriegs⸗Denkmünze zu gestatten.
Magdeburg, 23. Okt. Der diesjährige günstige Wasser stand der Elbe hat den Schifffahrts⸗Verkehr im Allgemeinen sehr ge⸗ fördert und die Verluste, welche das vorhergehende wasserarme Jahr für die Schiffer herbeigeführt hat, zum Theil wieder ausgeglichen.
Besonders hat in diesem Jahre die Dampfschifffahrts⸗Verbindung mit Hamburg einen Aufschwung genommen, welcher alle Erwartungen übersteigt, da nach den öffentlichen Bekanntmachungen bis ultimo September bereits 254 Doppelreisen mit einer Brutto⸗Einnahme von circa 150,000 Rthlr. (circa 25,000 Rthlr. mehr als bis ultimo September 1841, dem besten Jahre bei gleichen Mitteln) ausgeführt worden sind, während der Passagier⸗ und Güter⸗Verkehr fortwährend sehr belebt bleibt.
Allem Anscheine nach, wird daher dieses Betriebsjahr alle vorher⸗ gehenden Jahre an Rentabilität übertreffen, und muß es bei solchen günstigen Aussichten um so mehr befremden, daß seit einiger Zeit die Dampfschifffahrts⸗Actien, wenn auch selten zum Verkauf kommend, doch nur bedeutend unter pari anzubringen sind, da auch die mit der Dampfschifffahrt verbundene Maschinen⸗Fabrik und Schiffswerft zu Buckau sich im höchst gedeihlichen Fortschreiten befindet und die Di⸗ vidende jener Actien bisher, das erste Baujahr mitgerechnet, durch⸗ schnittlich 5 pCt. betragen hat, nachdem erweislich noch ein Reserve⸗ Fonds von circa 50,000 Rthlr. gebildet ist.
Der Grund dieser auffallenden Erscheinung ist lediglich in der Furcht für die projektirte Eisenbahn nach Hamburg zu suchen, eine Furcht, welche einestheils übertrieben, andererseits zu frühzeitig zu sein scheint, da bis jetzt noch keine Beispiele vorliegen, daß eine Dampfschifffahrt durch Eisenbahnen zu Grunde gerichtet worden, wohl aber die London⸗Greenwich, London⸗Blackwall und andere mit Wasserwegen konkurrirende Eisenbahnen Englands den Beweis liefern, daß diese sehr schlecht, die nebenher fahrenden Dampfschiffe aber gut rentiren. 8 vG
8 .
Breslau, 23. Okt. (Schl. Z.) Heute erfolgte die öffent⸗ liche feierliche Uebergabe und Uebernahme des Rektorats der hiesigen Königlichen Universität für das Rektoratsjahr 18 ⁄ en der Aula Leopoldina. Der zeitige Rektor, Herr Geheimer Medizinalrath Professor Dr. Benedict, theilte die Haupt⸗Ereignisse der Universität, welche sich in dem verflossenen Jahre zugetragen haben, mit, prokla mirte darauf seinen Nachfolger, den Herren Professor Dr. Regenbrecht, nebst den neuen Dekanen und Senats⸗Mitgliedern, und übergab dem Ersteren die Scepter, die Statuten, die Stiftungs⸗Urkunde, das Al bum der Universität und die Decoration des Rektors unter den besten
Segenswünschen. — Hierauf behandelte der antretende Herr Rektor in einer lateinischen Rede einige der wichtigeren Beziehungen der Uni⸗ versitäten zur Gegenwart, — insbesondere wurde hervorgehoben, ob und inwiefern die so oft gegen den Geist und die Richtung der Uni⸗ versitäts⸗Studien erhobenen Anschuldigungen sich rechtfertigen lassen, — und schloß mit einer Ermahnung an die Studirenden, den Werth der akademischen Freiheit richtig aufzufassen hrem Wohl und der Ehre ber Universitzitk“ *
Ausland. IuIs alg. 11
Deutsche Bundesstaaten. ass
Bayern. München, 21. Okt. (A. Z.) Der Herzog Bernhard von Sachsen⸗Weimar ist gestern Abend mit seinem Sohn Eduard hier eingetroffen und wird einige Tage verweilen. Se. Durchlaucht speiste heute am Königlichen Hofe. — Se. Majestät der König nahm gestern zwischen 1 und 3 Uhr Mittags das neue Ge⸗ bäude der Königlichen Hof⸗ und Staats⸗Bibliothek in Augenschein, indem er sämmtliche (74) Säle desselben mit ihren Gallerieen genau besichtigte. Der Monarch drückte über die innere Einrichtung des herrlichen Gebäudes und über die Aufstellung der Werke, wie dem Ober⸗Bibliothekar, Direktor von Lichtenthaler, so auch dem gesammten Personal in den gnädigsten Ausdrücken seine volle Zufriedenheit aus. — Die Nachricht von dem Hinscheiden unseres Gesandten am Bundes⸗ tage, Ministers Freiherrn von Lerchenfeld, hat hier ungemeines Be⸗ daunern erweckt. Er war einer der ausgezeichnetsten Staatsmänner Bayerns, voll edelster Bildung und reinsten Charakters.
Württemberg. Ulm, 19. Okt. (Schw. M.) Weil sich wegen des sehr übeln Wetters viele Arbeiter verlaufen haben, wird der Festungsbau dermalen mit kaum 700 Mann fortgesetzt. Unge⸗ achtet der verhältnißmäßig geringen bis jetzt in Thätigkeit gesetzten Kräfte ist seit dem 18. Oktober v. J., an welchem Tage die Arbeit begann, viel und Bedeutendes geleistet worden.
Kurhessen. Kassel, 23. Olt. (K. A. Z.) In de Sitzung der Stände⸗Versammlung vom 20. Oktober berichtete Herr von Baumbach III. über den Gesetz⸗Entwurf, die Verhütnng der Forst⸗-Frevel betreffend. Nachdem viel für und gegen das Gesetz ge⸗ sprochen worden war, wurde beschlossen, auf die Berathung des Ge⸗ setzes einzugehen. Der §. 1 wurde seinem Prinzipe nach — Nach⸗ weisungen des rechtlichen Erwerbs des transportirten Holzes durch Bescheinigung — genehmigt und mehrere die Redaction betreffende mibefge dem Ausschuß überwiesen. Hiermit war die Sitzung ge⸗
ossen.
(In der vertraulichen Sitzung vom 13ten d. ist dem Vernehmen nach der in der vorhergegangenen öffentlichen Sitzung verkündete Antrag der Herren Arnold und Schwarzenberg: die Stände⸗Ver⸗ sammlung wolle die hohe Staats⸗Regierung um Auskunft über den dermaligen Stand der kurhessischen Eisenbahn⸗Angelegenheit und um thunlichste Beschleunigung der auf Ausführung einer solchen Eisen⸗ bahn Bezug habenden Vorlagen zu ersuchen, näher begründet, in Erwägung gezogen und dem Cisenbahn⸗Ausschuß überwiesen worden.)
Ninteln, 20. Okt. (H. C.) In der letzten Zeit haben wir die Freude gehabt, das für die Fulda bestimmte Dampfschiff „Eduard“ auf Probefahrten, welche auf der Weser zwischen Münden und Bre⸗ men angestellt wurden, so wie das für die Weser bestimmte Dampf⸗
ne:
Die medizinische Schule zu Galata⸗Serai.
Konstantinopel, 27. Sept. (Journ. de Const.) Der Doktor Bernard, Direktor der medizinischen Schule zu Galata⸗Serai, hat am 5. Schaban 1259 (20. September 1843) dem Sultan den ersten Jahres⸗
über die Leistungen dieses Instituts während des Schuljahres 258 — 1259 überreicht; derselbe lautet folgendermaßen: G „Ew. Hoheit!
Das fünfte Schuljahr des medizinischen Instituts in Galata⸗Serai st mit dem heutigen beendet, es ist das erste, in welchem die Lehr⸗Kurse ur Medizin und Chirurgie in systematischer und regelmäßiger Aufeinander⸗ olge vollendet und den ersten Schülern eine vollkommene medizinisch⸗ chirurgische Bildung gegeben wurde. “
Wir hätten einen so wichtigen Erfolg für das Osmanische Reich und besonders seine Armee, die der Aerzte so sehr bedarf, nie erreichen können öhne die hohe Protection und wahrhaft väterliche Sorgfalt, welche Ew. Hoheit der medizinischen Schule zu schenken geruhen, und ohne den aufge⸗ lärten Eifer, mit dem Se. Excellenz der Protomedikus und Präsident, Ab⸗ ülhak Effendi, mit lobenswerther Beharrlichkeit uns hat über alle die Hindernisse triumphiren helfen, die sich einem medizinisch⸗chirurgischen, ein⸗
mischen Unterrichte entgegensetzten, und der unsere Bemuühungen für
Organisirung eines regelmäßigen Sanitätsdienstes mit gleich glücklichem
Erfolge unterstützen wird.
—₰ , 2à „ 7,27. 22 „ 7 89 G Die Zahl der Vorbereitungs⸗ und medizinischen Wissenschaften hat sich seit der Eröffnung dieser Anstalt mit jedem Jahre vermehrt und zeigt in dem
8
eben abgelaufenen folgende Gegenstände:
8 8 In der Vorbereitungs⸗Schule, und zwar: in den vier Sectionen der hghs elecer sranzösische türkische und arabische Sprache und Schönschrei⸗ „gelehrt durch die Herren Hakif, Schnorakian, Calos, S. Efendi Achmed Efendi und Medrart RGanif. Schnorakian, Calos, Imann Efendi, Gesgaehee 98 es Uebungen im Französischen, Arithmetik und Henr die ar .. “ Sprache, vorgetragen von
v 1 erieri, di v brache von IS il Ef i, Schönschrei von Kiamil Efendi. prache von Ismail Efendi, Schönschreiben Gestsehh. Klasse: Uebungen im französischen Stole, Mathematik, Gebgieter⸗ n 89 Cecpgraghte, Zoologie vom Professor Herrn Rouet, 1b Herrn professor Derwisch, arabische Sp von Ismai Efendi, Zeichnen und Schönschreiben von Zefik Voh “
I. An der medizinischen F i urde geleh
1 hen Fakultät wurde gelehrt: J en Jahr 2 “ chen Fal⸗ egelehrt: Im ersten Jahre: theoretische, praktische und mikroskopische Anatomie vom Herrn Professor Spiber allgemeine Chemie und medizinische Phosik vom Herrn Professor Derwisch, Botanik vom Herrn Professor Salih. Ju zweiten Jahre; medizinische und pharmazeutische Chemie vom Herrn Professor Calleja; Phpsiologie und allgemeine Pathologie vom Herrn Prof
Stephan Karathéodory; Arzneimittel-Lehre vom Herrn⸗ Prof. Archigenes
Igm dritten Jahre: spezielle medizinische Pathologie und medizinisch⸗ chirurgische und ophthalmische Klinik vom Direktor und Prof. Dr. Bernard, Chirurgie vom Herrn Prof. Konstantin Karathéodoro.
Im vierten Jahre: Fortsetzung der Medizin, Chirurgie und der Klini ken; überdies: Kurse über Auscultation und Perkussion, über Hautkranthei⸗ ten, über Operations-Lehre, chirurgische Bandagen und Instrumente, vorge⸗ tragen vom Direktor und Prof. Bernard.
Ueber Gesundheits⸗Polizei und gerichtliche Medizin, die, in den zwei ersten Schuljahren im ersten Jahre vorgetragen, nun aber des besseren Ver⸗ ständnisses der Schüler wegen ins dritte verlegt wurden, fanden dieses Jahr keine Vorlesungen statt, da die Schüler des 3ten und 4ten Jahres sie be⸗ reits gehört haben.
Ighn der dieses Jahr errichteten Schule für Hebammen hatte der theore⸗ tische Unterricht in türkischer Sprache des Herrn Prof. Konstantin Karathéo⸗ dorv, assistirt von der ersten Hebamme Frau Messani, zum erstenmale statt.
Ueber Apothekerkunst begann dieses Jahr der erste praktische Kursus un⸗ ter der Leitung des Herrn Prof. Calleja und des Herrn Apotheker Della Suda.
Für die Feld⸗Spitäler bildet die Schule überdies chirurgische Gehülfen aus den Schülern, welche in den Studien keine Fortschritte machen. Die Schule zählt im Ganzen 341 Schüler von zehn Studiermeistern Üüberwacht, wovon 303 Türken und 38 Christen sind; von diesen stiegen bei der Strenge, mit der dieses Jahr bei den Prüfungen vorgegangen wurde, in den verschiedenen Klassen nur 80 Schüler auf.
Im Allgemeinen können wir eben so wie die Professoren die Fähigkeiten und Talente nicht genug loben, womit die Schüler, Türken und Christen, begabt sind; jedoch Fleiß, Verwendung und Eifer zum Studium zeigt sich erst in der zweiten Klasse und den folgenden; ja wir sahen nicht selten einen fähigen und in der Prüfung gut bestandenen Schüler mit der Bitte zu uns kommen, ihn bei seiner Jugend noch ein Jahr in derselben Klasse zu lassen: wobei er natürlich auf alle Vortheile verzichtet, die ihm beim Aufsteigen in eine höhere Klasse zu Theil werden. Besonders zeichnen sich in dieser Hinsicht die Schüler des Herrn Professor Rouet aus, der ihnen diesen Eifer und diese Liebe fürs Studium einzuflößen versteht.
In den medizinischen Jahrgängen hatten wir das Vergnügen, zu be⸗ merken, daß die Schüler des 1sten und 2ten Jahrganges sich ohne Scheu im Seziren an Kadavern übten und mit lobenswerthem Eifer sich dem Studium der vorgetragenen Gegenstände widmeten; daß endlich bei den Schülern der klinischen Jahre sich die Gabe, zu beobachten und ihre theo⸗ retischen Kenntnisse durch praktische Erfahrungen am Krankenbette zu er⸗ härten, sich auffallend rasch entwickelte und ihre Fertigkeit im Operiren zu unserer vollen Zufriedenheit sich vervollkommnete.
Ueberhaupt wächst mit jedem Jahre in den respektiven Jahrgängen die Auffassungsgabe der Schüler im geraden Verhältnisse mit der Vervollkomm⸗
nung der Vorbereitungsstudien.
In den vier Abtheilungen der ersten Klasse müssen nicht selten die neu eingetretenen Schuͤler durch Aufmunterungen und Strafen zur regel⸗ mäßigen Arbeit angehalten werden. 1
Die Zahl der Kandidaten, welche die medizinisch⸗chirurgischen Studien beendigt haben, ist sechzehn; alle diese Kandidaten für die Doktorswürde haben in diesem Jahre Außerordentliches geleistet; denn außer den Arbei⸗ ten für ihre täglichen Vorlesungen und die Kliniken haben sie im Laufe des Schuljahres zwei strenge Prüfungen gemacht. Sie fingen mit Ende des vorigen Schuljahres Oktobers 1842 in der Ferienzeit an, sich auf die erste strenge Prüfung, welche Anatomie, Physiologie und allgemeine Pathologie in sich schließt, vorzubereiten und legten sie im Laufe der Monate Fe⸗ bruar und März zu unserer vollen Zufriedenheit ab; machten dann mit gleich gutem Erfolge im Mai und Juni die zweite, welche die Heilmittel⸗ Lehre, Chemie, Botanik, Mineralogie und Zoologie begreift, und die Vorzüglicheren aus ihnen haben selbdst dieser Tage die dritte strenge Prüfung, die genauen Kenntnisse der speziellen Pathologie, der äußeren und inneren Krankheiten und der Klinik, so wie der Gesundheitslehre und medizinischen Polizei erheischt, mit gutem Erfolge abgelegt. Sie werden unmittelbar ihre Thesen vertheidigen und zu Dokto⸗ ren der Medizin und Chirurgie ernannt und mit dem Range und der Be⸗ soldung eines Majors in den großen Militair⸗Spitälern der Hauptstadt unter den dortigen Primar⸗Aerzten noch ein volles Jahr Dienst leisten, um sich praktische Kenntnisse zu erwerben und den Spitalsdienst zu erlernen.
Auch der Direktor der Klassen, Hairullah Efendi, Sohn des Hekimbaschi, legt sich mit vielem Eifer auf Medizin, hat ebenfalls die strengen Prüsun⸗ gen gemacht, und wird mit der Doktorswürde bekleidet werden. Er hat eine Inaugural⸗Dissertation über die Symptome und Ursachen der Krankheiten mit einem Anhange über die Eigenschaften und Pflichten eines jungen Arztes in türkischer Sprache verfaßt.
Wenn wir auf der einen Seite sehen, daß die Schüler vollkommen entsprochen haben, können wir auf der anderen dem Eifer und der Hinge⸗ bung der sämmtlichen Professoren das gerechte Lob nicht verweigern. Die Professoren der Vorbereitungsschule haben mit lobenswerther Beharrlichkeit die Schwierigkeiten überwunden, die sich dem Elementar⸗Unterrichte entge⸗ genstellen, und haben ihre Vorträge so fruchtbar als möglich gemacht. Die Professoren der medizinischen Studien haben Alle mit Auszeichnung die ihnen gegebene Aufgabe gelöst, wie uns die über Alles lobenswürdigen Resultate der Jahresprüfungen bewiesen, und haben überdies in den un⸗ entgeldlichen Ordinationen eine große Anzahl armer Kranker —
Was die praktischen Studien der Medizin und Chirurgie sege ae 89 terte und fruchtbar machte, war die große Anzahl 5 5b 8. 8 Schüler sahen und behandelten. Sie prüften allein - 8* g” eiber lUinischen Professors, Direktor Bernard, an 8000 Krankt, dehandesten 823 und Kinder in den unentgeldlichen Ordinationen und behe b