begrüßt wurde, die er auf einem Ausfluge von der Hauptstobt be⸗ rührte, war ein aufrichtiges, von dem tiefsten Dankgefühle des H er⸗ zens eingegebenes. Woher nun plötzlich der du schaus unvorhergesehene Umschwung, der in der Mitte des Septembers erfolgte? b Täuschen wir uns nicht! Was man auch immer von der Stim⸗ mung des griechischen Volkes sagen mag, dieses ist bei dem Aufruhr des 15. Septembers unbetheiligt geblieben. Der Aufruhr vom 15. September ist durch pflichtvergessene Militair⸗Häuptlinge gemacht wor⸗ den, die nur durch unreife Triebfedern geleitet werden konnten. Wenn nach dem Gelingen des frevelhaften Unternehmens die Masse des Volkes demselben beigefallen zu sein scheint, so darf man das schwer⸗ lich als den Ausdruck der herrschenden Stimmung betrachten. Ueberall, und so auch in Griechenland, giebt es eine Menge von Personen, die sich eben nicht in der annehmlichsten Lage befinden, und die daher von einer Veränderung der bestehenden Ver⸗ hältnisse, welcher Art diese immer sei, nur Vortheil zu erwarten ha⸗ ben. Zu diesen gesellte sich eine Anzahl jüngerer Männer, die im europäischen Westen die dort herrschenden politischen Grundsätze ein⸗ gesogen hatten und denselben gemäß gewohnt waren, in gewissen Verfassungsformen den Inbegriff aller Staatsweisheit zu sehen. Aus solchen Elementen ist das zusammengesetzt, was man uns in der letzten Zeit als die öffentliche Meinung in Griecheuland darge⸗ stellt hat. Die Masse des Volkes hat zu den Dingen, die in seinem Namen von einer geringen Zahl von Menschen vollbracht wurden, geschwiegen, und sie würde wahrscheinlich eben so schweigen, wenn das Werk dieser geringen Zahl wieder rückgängig gemacht würde. Dies würde nun freilich, nachdem von Seiten Englands und Frankreichs die Anerkennung des neuen Zustandes der Dinge bereits ausgesprochen ist, seine Schwierigkeiten haben. Doch kann weder England noch Frankreich wünschen, daß die Würde des Königthums so schonungslos bloßgestellt bleibe, wie bisher ge⸗ schehen ist. Rußland wird dazu, wie der Kaiser durch die Abberu⸗ fung seines Gesandten bereits gezeigt hat, gewiß nicht seine Zustim⸗ mung geben. Aber auch die anderen Mächte, wenn sie gleich an der Organisation des neuen griechischen Staates keinen unmittelbaren
Antheil genommen haben, sind berechtigt, ihre Stimme in die Wag⸗
schale zu legen, sobald es sich um die Ehre und Sicherheit eines
delt.
ihren eigenen Herrscher⸗Familien nahe verwandten Fürstenhauses han⸗ Mögen immerhin, sobald man andere Verfassungsformen, als
die bisherigen, dem Königreiche Griechenland angemessen findet, diese
auf der Grundlage der von König Otto gewährten Zugeständnisse eingeführt werden; die Häupter des Aufruhrs sollten nicht straflos bleiben; denn es handelt sich dabei nicht blos um die Erhaltung und Würde des griechischen Thrones, sondern um die Ehre aller bestehenden,
auf Recht und Ordnung begründeten Regierungen.
Vereinigte Staaten von Uord-Amerihka. O New⸗YVork, 14. Okt. Die Beobachtung der Manifesta⸗ tionen der öffentlichen Meinung, wie sie sich in den Wahlen der Se⸗ natoren und Repräsentanten zu den verschiedenen Lokal⸗Legislaturen der Staaten, und in den Wahlen der Repräsentanten im Kongresse
ausspricht, bietet ein hohes Interesse, nicht allein, weil diese Mani⸗
festationen Symptome sind, welche einen Schluß auf das Resultat der nächsten Präsidentenwahl zu ziehen gestatten, sondern auch weil sie
einen großen Einfluß auf gewisse Sonder⸗Interessen üben.
Bis jetzt sind die Vortheile und Verluste auf beiden Seiten etwa gleich. In Pennsylvanien haben die Whigs den Sieg zu Philadel⸗ phia davongetragen, der Hauptstadt des Staates, aber in den Di strikten des Nordens sind sie unterlegen. Der letzte pennsylvanische Senat bestand aus 14 Whigs und 19 Demokraten, und das letzte
Revpräsentantenhaus aus 40 Whigs und 60 Demokraten. In diesen Verhältnissen wird keine große Aenderung eintreten, so wenig als in jener der Delegation zum Kongresse, welche 12 Whigs und 16 Demokraten zählte; 24 Mitglieder der Delegation zum Kongresse sind der Wahl unterworfen gewesen; die Whigs haben bereits 6, die Demokraten 7 gewählt; aber wenn auch die repräsentativen Kräfte der beiden Parteien nicht geändert sind, so scheinen die Whigs doch in moralischer und numerischer Beziehung merkliche Vortheile errungen zu haben.
Besonders entschieden traten diese Vortheile hervor in Georgien und Delaware, wurden aber ausgeglichen durch eine eben so vollstän dige als unerwartete Niederlage, welche sie in New⸗Jersey erlitten. Im letzten Jahre standen die Whigs 10 gegen 8 im gesetzgebenden Rathe dieses Staates und 32 gegen 26 in der Assembly oder Legis⸗ latur. Dieses Jahr werden sie 6 gegen 12 im Rathe und 25 gegen 33 in der Assembly stehen. Dies weist also einen Gewinn von vier Räthen und sieben Mitgliedern der Legislatur zu Gunsten der Demo kraten aus. In den Gesammt⸗Abstimmungen hatten die Whigs frü⸗ her eine Majorität von 8, ihre Gegner werden jetzt eine Majorität
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von 14 Stimmen haben. Da die beiden Zweige der Legislatur de mokratisch sind, so wird auch der Gouverneur des Staates, der von ihnen erwählt wird, Demokrat sein; folglich ist die Regierung von oben bis unten in diesem Staate demokratisirt. Die ganze Ordnung der Dinge ist also daselbst umgekehrt. Die letzte Delegation dessel⸗ ben zum Kongresse bestand aus 6 Whigs; von vier Wahlen, die be⸗ kannt sind, gehören drei der demokratischen Partei, nur eine den Whigs an, und selbst dieser Letztere wurde nur in Opposition gegen den eigentlichen Kandidaten dieser Partei erwählt. 1—
In New⸗York hat die Wahl⸗Operation gleichfalls schon begonnen. Das erste Geschäft war die Ernennung von Delegirten, welche die Aufgabe haben, die Kandidaten zu wählen, welche der Stimme des Volkes zu bezeichnen wären. Diese Delegirten haben sich vorgestern Abends in Tammany Hall versammelt. Allein sie konnten ihr Geschäft in dieser ersten Sitzung nicht zu Ende bringen. Denn es ist nichts Leichtes, die zahlreichen ehrgeizigen Bestrebungen in Einklang zu brin⸗ gen, die nach der Ehre dieser Herrschaft eines Augenblicks trachten. Die Delegation hatte zuerst eine Schwierigkeit bezüglich ihrer eigenen Zusammensetzung zu lösen. Die Wahlen der Delegirten im 9ten und 10ten Ward (oder Distrikt) waren bestritten unter dem Vorwande von dabei vorgegangenen Formfehlern, im Grunde aber, weil die Erwählten erklärte Partisane des Herrn Calhoun, und also Gegner des Herrn van Buren, sind. Lange hatte man ihre Ausstoßung gefürchtet, wodurch die Spaltungen, die in der demokratischen Partei herrschen, nur noch vermehrt worden wären. Allein diese Gefahr wurde durch eine plötzliche Rückkehr zur Versöh⸗ nung beschworen, die in gewissen Organen der demokratischen Presse eintrat. Die Eveningpost zuerst bot den Oelzweig an, indem sie erklärte, daß Prinzipien-Fragen und nicht individuelle Sympathivben bei der Wahl der Gesetzgeber der Staaten vorwalten müßten, und daß es besser sei, daß die Legislatur in ihrem Schoße Calhonnisten zähle als Whigs. Der Plebeian schloß sich dieser Ansicht an, und in Folge dieses Vergleichs wurden die als Calhounisten verdächtigen Delegirten mit einer starken Majorität in die Convention zugelassen.
Es ist wahrscheinlich, daß dieselbe Politik der Toleranz bei der Wahl der 13 Kandidaten zur Legislatur befolgt werden wird, und daß, wenn Herr van Buren den größten Theil davonträgt, doch jeder seiner Mitbewerber auch den Trost haben wird, nicht ganz leer aus⸗ gegangen zu sein.
In den Vereinigten Staaten ist es nicht einmal möglich, einen ogenannten tiers-parti oder eine gemäßigte Mittelpvartei von einigem Gewichte und Einflusse zu begründen. Auch Herr Tyler hat den Versuch gemacht, in den Vereinigten Staaten eine gemäßigte Partei zu gründen, bestehend aus allen ruhigen Männern, die weder ganz zu den Whigs, noch zu den Locofocos gehören. Wir haben gesehen, was er erreicht hat. Und so wird es auch der Partei der amerikanischen Republikaner und den von ihr bereits gewählten Kandidaten ergehen.
Der Geheime Rath Professor Fr. von Raumer in Berlin ist zum korrespondirenden Mitgliede des National⸗Instituts in W ton erwählt worden. 8
Mei kh o.
☛ Paris, 10. Nov. Aus Mexiko hat man Nachrichten bis 29. September. Dieselben sind von Wichtigkeit, die diplomatischen Verbindungen sind in Folge einer Beleidigung, welche der englischen Flagge auf einem aus Anlaß einer Nationalfeier gegebenen Balle zu— gefügt wurde, zwischen England und Meriko vorläufig abgebrochen worden. Folgendes sind die näheren Angaben darüber, wie sie von englischen Reisenden mitgetheilt worden, die eben aus Mexiko zurück⸗ gekommen sind.
Schon seit einiger Zeit war das ganze Verhalten der merikani⸗ schen Behörden, besonders den Ausländern gegenüber, von einem sehr illiberalen und ausschließenden Geiste geleitet, gerade als ob man es darauf abgesehen hätte, alle Ausländer aus dem Gebiete der Repu blik zu vertreiben. In Uebereinstimmung hiermit hatten der Präsi dent Santana und die Minister, welche nichts weiter als bloße Werk zeuge seines absolut diktatorischen Willens zu sein scheinen, Verfügungen erlassen, wodurch nicht nur beinahe alle auswärtigen Waaren und Fabri⸗ kate von dem merikanischen Markte ausgeschlossen, sondern auch den Ausländern der Detailhandel nur unter Bedingungen gestattet wird, die so lästig und beengend sind, daß sie einem absoluten Verbote fast gleich kommen. In dieser Beziehung habe ich Ihnen bereits früher theilweise berichtet, andere Mittheilungen darüber folgen. Aber wenn dadurch vorzugsweise die englischen Interessen verletzt wurden, also Mißstimmung gegen die Republik von britischer Seite rege werden mußte, von wo man sich ohnedies über nicht genaue Erfüllung von Verpflichtungen anderer Art gegen England, welche Mexiko hat, be⸗ klagt, so wurde das Maß vollends gefüllt durch eine auffallende Be⸗ leidigung, welche der englischen Flagge durch die Regierung von
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[19411] Die am
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Bekanntmachungen.
[1285] Bekanntmachung.
Das hierselbst in der langen Straße Nr. 177 bele gene Grundstück des Apothekers Anwandter, sammt dazu gehörenden Landungen, Apotheken Privilegium und Waaren, abgeschätzt auf 19,292 Thlr. 26 Sgr., zufolge der nebst Hypothekenschein und Verkaufs⸗Be⸗
JF“ Flatow,
rRERAWUETEEEzE.
Allgemeiner
vVVE““ 20. Oktober d. J. Freischulz Johann Daniel Bobolzschen Nachlasses zu Polnisch Ruden bei Flatow in Westpreußen wird hier⸗ durch in Gemäßheit der §§. 137., 138. Tit. 17. Thl. 1. A. L. R. zur öffentlichen Keuntniß gebracht.
den 6. November 1843.
Königliches Kreisgericht.
Anze
19885 b] erfolgte Theilung des
daß
nuan
1712 mo
dingungen in unserer Registratur einzusehenden Taxe, soll am 31. Januar 1844, Vormittags 11Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden. Alle unbekannten Realprätendenten werden aufgeboten, sich bei Vermeidung der Ausschließung spätestens in diesem Lermine zu melden. amm, den 7. Juli 1843. Königl. Land⸗ und Stadtgericht. Krätschell.
B. Hekannimach
1305] ung.
Bekanntmachung.
Vom 1. Ja⸗ nuar 1844 ab
wird der Tarif für Gepäck ⸗Ueberfracht auf der Magdeburg⸗ Halberstädter Ei
senb ahn dahin abgeän⸗ dert werden, daß alsdann
dern von 10 zu 10 74½
ne wird, so daß z.
No thwend S K iger V Das bederich zn Berlin, den 3. Juli 1843 er Wasman ge Nr. 98 p.
Schwedickesche Grnsseang, aage Fr 33 belegene soll Schulden halber . 19 Egr., am 20. Februar 1844, VWS an der Gerichtsstelle subhasin wemit ags pothekenschein sind in der Registr Rentier Johann George
öffentlich vorgeladen.
erkauf.
kann, und
Li Ubhr — Taxe und Hy⸗ Registratur einzusehen
Christian Korn —
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11089] Nothwendiger Verkauf “ Stadtgericht zu Berlin, den 27. Mai 1843 Das hierselbst in der Alten Jakobs⸗Straße N 2 belegene Niesolckesche Grundstück, karirt zu 16 301 Tblr⸗ 8 gv-3 3 Pf. soll vex halber 1 . am 10. Januar 1844, Vormit — an der Gerichtsstelle subhastirt ec4.E A u pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.
4
Indem bringen,
1A“ Magdeburg —
o jeder Passagier, sat dar 40 k, funfzig Pfund frei mitnehmen
die Ueberfracht für Mehrgewicht nicht mehr von 50 zu 50 U., sondern von 10 zu 10 v wud hierdurch Zwischen⸗ Pfunde für die nächsthöheren 10 N. in Ansatz kommen) erhoben werden wird, so daß z. B. an Ueberfracht für 10 k. von Magdeburg nach Braunschweig 2 ½ Sgr.
⸗ Halberstadt zu zahlen sind. wir solches hiermit 8 sahemeren wir verschiedenen Ueber sã W1 die v. ra ze seiner Stationen ausgehänar n Magdeburg, den 13.
Halberstädter Eisenbahn 8
bisherigen
(wobei
Cunnv.
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WWW1I Wir bringen zur öffentlichen Kenntniß, der Gepäck⸗T sere Bahn - dtfi ir 827, Nwid, daß alsdaun
2 d jeder Pas⸗ Literarische Anzeis sagier statt der bisherigen 40 ℳ funf⸗ zig Pfund frei mitnehmen kann, und
2) die Ueberfracht nicht mehr von 50 zu 50 M0G, son
(wobei die
für 10 ℳ% voll gerechnet werden) erhoben werden
B. für jede 10 hier nach Leipzig 2 ½ Sgr. zu bezahlen sind.
Die Ueberfrachtsätze für die verschiedenen Stationen sind gus den gedruckten Larifen ersichtlich, welche seiner Werk, über das mir von allen Seiten die anerkennend Zeit auf allen Stationen werden ausgehängt sein. sten 1
Magdeburg, den 11. November 1843. Direktorium der Magdeburg⸗Cöthen Halle
8 8 Eisenbahn⸗Gesellschaft.
Mexiko selbst zugefügt worden ist. Da die englische Regierung da⸗ durch ohne Zweifel zu ernstlichen Schritten sich veranlaßt sehen wird, so ist es von Bedeutung, den ganzen Hergang genau zu kennen. Schon seit längerer Zeit hatte in den Mittheilungen, die zwischen den beiden Regierungen ausgewechselt wurden, wegen Nichterfüllung von pecuniairen Kontrakten der merikanischen Regierung, ein ziemlich bitterer Ton geherrscht. Nun hatte der Zufall gewollt, daß unter den in der letzten Zeit von der mexikanischen Armee den Texianern abgenommenen Fahnen und Flaggen auch eine englische sich befunden hatte, weshalb schon der vorige britische Gesandte, Herr Packenham, vor seinem Abgange von Merxiko an den dortigen Minister der aus⸗ wärtigen Angelegenheiten in einer besonderen Note das Verlangen gestellt hatte, man möge ihm, wenn etwa eine englische Flagge unter den Trophäen gefunden werden sollte, solche ausliefern, da sicher⸗ lich Mexiko in keiner Weisse einen Anspruch darauf machen könne. Herr Packenham hatte keine Antwort auf sein Ver angen erhalten, Alles war still geworden über die Sache, als der 11. September herankam. An diesem Tage sollte ein großes Fest mit Ball statt⸗ sinden, zum Andenken und zur Feier der Schlacht von Tampifo, zwi⸗ schen den Merikanern und den Spaniern unter General Barradas 1829, in welcher die Ersten siegreich waren und die Letzten sich er⸗ geben mußten, dann zur Feier der Unabhängigkeits⸗Erklärung, deren Jahrestag am 16. September ist. Der jetzige britische Geschäfts⸗ träger, Herr Doyle vernahm, daß unter den Fahnen und National Trophäen, womit der Ball⸗Saal ausgeschmückt werden sollte, auch eine englische sich befinde. Bevor er daher auf den Ball ging, er⸗ kundigte er sich darüber offiziellerweise, erhielt aber angeblich eine das Faktum verneinende Antwort. Dessenungeachtet wurde er sogleich bei seinem Eintritt in den Saal unter den terianischen und anderen dem Feinde abgenommenen Fahnen in der That auch die erwähnte eng⸗ lische gewahr, worauf er sich sogleich an den Minister der auswärti⸗ gen Angelegenheiten, Herrn Bocanegra, mit dem Verlangen wendete, daß diese Flagge entfernt werden solle, indem er ihm zu ver⸗ stehen gab, daß dieses während des Sonpers geschehen könne, wo es Niemand bemerken werde. Er fügte bei, daß ihm dies genüge, da er keine Störung oder Mißhelligkeit in die Gesellschaft zu bringen oder die Freude des Abends zu unterbrechen wünsche. Der merikanische Minister erwiederte, diese Flagge müsse durch irgend ein Mißverständ⸗ niß von Seiten des mit der Ausschmückung des Saales beauftragt gewesenen Mannes da aufgesteckt worden sein, und er werde deshalb mit dem Präsidenten darüber sprechen. Allein Santana sprach kurz⸗ weg seine Weigerung aus, daß die gedachte Fahne entfernt werde. Als der mexikanische Minister diese Antwort dem britischen Geschäfts⸗ träger Herrn Doyle mittheilte, erklärte dieser sogleich, er müsse dieses Verfahren nun als eine absichtliche und wohlüberlegte Insulte gegen die britische Flagge betrachten und entfernte sich sogleich aus dem Saale, indem alle anwesenden Engländer ihm folgten. Am folgenden Tage richtete Herr Doyle an den Minister in diesem Betreff ein offizielles Schreiben, das aber eine Woche lang unbeantwortet blieb. Als endlich die Antwort zu seinen Händen kam, enthielt sie die bloße Anzeige, der mexikanische Geschäftsträger zu London werde in dieser Beziehung die entsprechenden Mittheilungen erhalten, um mit der britischen Regierung die Sache auszugleichen. Aber nicht genug, um die Insulte noch auffallender zu machen, blieb die Fahne in dem Saale und wurde aufs neue entfaltet am 27. September bei einem aber maligen Nationalfeste zum Andenken an den Einzug der Armee nach der Schlacht in Mexriko. Herr Doyle hat daher allen offiziellen Verkehr mit der merxikanischen Regierung vorläufig abgebrochen, bis er von seiner eigenen Regierung Instructionen desfalls erbält, hiervon seinen in Meriko und dem ganzen Gebiet dieser Republik wohnenden oder zeitig sich aufhaltenden Landsleuten Kenntniß gegeben, mit dem Bemerken, daß für jetzt der Konsul allein in allen sie betreffenden Angelegenheiten die Behörde sei, an welche sie sich zu wenden hätten, und zu gleicher Zeit fertigte er einen Courier mit Depeschen nach Veracruz ab, von wo sogleich ein dort liegendes englisches Linienschiff mit denselben nach Jamaika absegelte, wie man hört, um sie dem dort kommandirenden britischen Admiral zu überbringen. Man fürch tet, der Inhalt dieser Depeschen des Herrn Dovle sei von der Art, daß ein Bruch zwischen England und Meriko nicht ausbleiben könne, und daß binnen kurzem ein englisches Geschwader an den merikani⸗ schen Küsten erscheinen werde. Manche glauben, dieser Anlaß komme England ganz gelegen, um für einige Zeit einige Häfen der mexika⸗ nischen Küste zu besetzen, während dieser Zeit die englischen Waaren frei eingehen zu lassen und so die Dekrete Santana's gegen die auswärtigen Fabrikate unnütz zu machen.. Ich behalte mir für mor gen weitere Mittheilungen über die neuesten Maßregeln der Regie⸗ rung Santana's, den Verkehr betreffend, und über die Zustände jenes Landes im Allgemeinen vor.
angesetzt, zu welchem alle nicht präkludirte Gläubiger hiermit zur Abgahe ihrer Erklärung sub poena pro omni der (Genehmigung und der demgemäßen konltursrichterlichen bisherige V Bestätigung desselben, hierdurch vorgeladen werden. arif für un⸗ l. Ja⸗ dahin werden
1 Signat. Güstrow im großherzogl. Stadtgerichte, den 14. Oktober 1843.
vom
2
b Erschienen ist [1948]
W 5. 8
Wedell, R. von. Histo- risch - geographischer Hand-Allas läuterndem Text. Mit A. Pischon. In 6 Lieferungen. Fol. Nle liet l iIr
Bedarf dies ausgezeichnete
Zwischen⸗Pfunde 36 Karten nebst er
Ueberfracht von einem Vorwort von F U voUn
Quer-Imp.
und überaus praktische sten Urtheile zugehen, erneuter Empfehlung, so mag die Annahme der Dedication von Sr. Majestä dem Könige von Preußen, so wie die Empsehlung des Kultus⸗Ministeriums an alle Bildungs- und Unterrichts⸗Anstalten der Monarchie’,.,“— gewiß ins Gewicht fallend sein
ellnl.
eejn⸗ Leipzig
Halberstadt 1 ½ 1 [1844]
Braunschweig 2
zur öffentlichen Kenntniß gleichzeitig, daß die Tarife über ra Zeit auf allen sein werden.
November 1843.
„Verwaltung. n y.
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Zwischen den hier anwesenden und resp. den Bevoll⸗ mächtigten der Gläubiger des Kaufmanns J. C. Ah⸗ rends hierselbst, ist zu dem Protokolle vom 28sten v. M. über die Auflösung des Debitwesens, mit der Ehefrau desselben ein Vergleich beredet, und ist zur Herbeifüh⸗ rung der Erklärung über die Annahme desselben, dessen Einsicht, so wie die der Akten, auch abschriftliche Mit theilung bewilligt ist, ein Termin auf den 16. Dezember d. J., Vormittags 11 Uhr,
Berlin, den 1. November 1843. “
Alexander Duncker.
[386 b]
Diejenigen Herren Gutsbesitzer, welche Milch in Quan- titäten nach Berlin liefern wollen, belieben ihre Adresse franco unter M. 185. dem Intell.⸗Comtoir einzusenden.
Großbritanien und Irland.
ö bonnemeni b 2 Rihlr. sfür ½ Jahr. 4 Rthlr. ¼ Jahr.
8 Uthlr. - 1 Jahr. allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung. Insertions-Gebühr für den einer Seile des Allg.
Alle Posl- s In- und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blalk an, für Berlin die Erxpedition der Allg. Preuss. Zeitung: Friedrichsstrasse Nr. 72.
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141.
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Amtlicher Theil. 8 8 Inland. Halle. Einweihung der neuen Saalebrücken. — Berlin. Be⸗ richtigung. — Inhalt des Justiz⸗Ministerial⸗Blatte s. — Pots⸗ dam. Cirkular des General⸗Postmeisters. — Breslau. Sterbekassen⸗ Verein für die Justiz⸗Beamten. — Sibyllenort. Aufenthalt des Herzogs von Braunschweig. — Düsseldorf. Feier des Geburtstages der Königin. — Deutsche Bundesstaaten. Bayern. München. Hofunachrichten. — Kolokotronis. — Regensburg. Dampsschifffahrt. — Holstein. Al⸗ tona. Mäßigkeits Verein. Oesterreichische Monarchie. der Exzesse in Ungarn. — Preßburg. 1 Wien. (Schulwesen) — und Lemberg. (Verkehr mit Nußland; günstigung armer österreichischer Unterthanen bei Gerichts⸗Prozeduren in Polen.) 1 Frankreich. Paris. Das Journal des Débats über die Reise des Herzogs von Bordeaur. — Erklärung auf das Groß »Almosenier⸗ Amt. — Entscheidung über die Verzollung des belgischen Eisens. — Molé und Thiers. — Vermischtes.
Wien. Kaiserliches Reskript wegen Juraten⸗Erzesse. — Briese aus Be
Be⸗
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ie Times über die In üuppensendung nach Port der
London. sultirung der britischen Flagge in Mexiko. — Tr Natal. — Schreiben aus London. (Der irländische Repeal⸗Prozeß; Besuch des Herzogs von Bordeaur.)
Schweiz. Aarau. Beschluß, den Dank gegen Zürich und Bern aus⸗ zusprechen.
Italien. Rom. Erkrankung der Prinzessin Albrecht von Preußen. — Peter von Cornelius angekommen. “ 1
Spanien. Paris. Telegraphische Nachrichten aus Spanien: Die Kö⸗ zigin ist für volljährig erklärt. — Briefe aus Madrid. (Näheres über die Wahl des Präsidenten der Deputirten⸗Kammer; die politischen Par⸗ eien in den Cortes; Olozaga's Stellung; Debatten über die Volljäh⸗ rigkeits⸗Erklärung der Königin; eine Verschwörung in Algesiras ent⸗
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— — 2
deckt.) — und Paris. (Erläuternde Bemerkungen zu der Volljährig⸗ keits-Erklärung der Königin Isabella II.)
La Plata⸗Staaten. Schreiben aus Paris. (Die in Montevideo
ansassigen Franzosen werden zu strenger Neutralität angehalten.)
Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin, Danzig. Malkt⸗ bericht. — Schreiben aus Fra nkfurt a. d. O. Martini⸗Messe. — kondon. Getraidemarkt; Handel mit China. — Neapel. Errichtung von Filial⸗Anstalten der Circulations⸗Bank und von Diskonto⸗Anstal⸗ en in Siecilien. — Ausfall der Aerndte.
Königliches Schauspielhaus. („Wallenstein's Tod“, von Schiller.) — Konzert der Gebrüder Gareis. — Kunst⸗Nachrichten aus Paris. (Das neue Diorama in Paris.) — Schreiben aus London. (Theatralisches.)
Deutsche Bundesstaaten. Sachsen. Freiberg.
— Württemberg. Rottweil. Mißbräuche Baden. Maunnheim. Geh. Staats⸗ rath von Zwackh †. — Grh. Hessen. Darmstadt. Verbot nicht in einem deutschen Bundesstaate gedruckter deutscher Schriften. — Italien. Von der italienischen Gränze. Die Ruhestörer an⸗ geblich von Malta und Korsika aus unterstützt.
Die Verbrecher⸗Kolonieen Englands.
Be il age. Besuch der Berg⸗Akademie. bei Güter⸗Versteigerungen.
“ 8 . Amtlicher Theil. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: “ Dem Kurator der rheinischen Friedrich⸗Wilhelms⸗Universität, Geheimen Ober⸗Regierungsrath von Bethmann⸗Hollweg, so wie dem Professor Gustav Bischof zu Bonn, den Rothen Adler Orden dritter Klasse mit der Schleife, und den dortigen Professoren: Konsistorialrath Dr. Sack, Domkapitular Dr. Scholz, Dr. Wal⸗ ter, Dr. Mayer, Dr. Naumann und Dr. Kilian den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse; desgleichen dem Wachtmeister Stirnat vom Regiment Garde du Corps, und dem Unteroffizier Degen kolbe vom lsten Garde⸗Ulanen⸗ (Landwehr⸗) Regiment, das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen.
Sonnabend den l8:en Novemb
Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 4ten Klasse 88ster König⸗ lichen Klassen⸗Lotterie fielen 5 Gewinne zu 2000 Rthlr. auf Nr. 31,465. 33,318. 43,703. 65,824 und 67,548 in Berlin 2mal bei Alevin und bei Seeger, nach Cöln bei Reimbold und nach Potsdam bei Hiller; 38 Gewinne zu 1000 Rthlr. auf Nr. 629. 3376. 6233. 6730. 8255. 15,222. 15,603. 17,541. 17,983. 18,481. 20,006. 21,766. 22,406. 22,970. 25,231. 25,770. 33,281. 33,722. 34,193. b. 36,116. 37,216. 39,091. 39,145. 39,943. 41,499. 41,504. 46,982.
48,615. 48,639. 55,710. 57,326. 60,162. 62,901. 64,148. 69,644. di
70,500. 75,227 und 81,424 in Berlin 2mal bei Alevin, 2mal bei Aron rheinischen Heerstraße bilden werden, zu erhöhen.
Jauer Gürtler, Königsberg i. Pr. bei Heygster, Magdeburg bei Roch, V Münster bei Lohn, Neisse bei Jäkel, Schweidnitz bei Scholz, Stettin bei Rolin und bei Wilsnach, Tilsit 2mal bei Löwenberg und nach Wesel bei Westermann; 43 Gewinne zu 500 Rthlr. auf Nr. 856. 7135.7535. 8126. 9706. 12,397. 16,663. 17,712. 17,967. 20,876. 21,954. 28,546. 29,775. 31,908. 1 36,442. 37,864. 38,623. 39,666. 44,062. 44,632. 415,003. 45,081. 47,355. 51,487. 51,746. 52,536. 58,318. 60,351. 62,087. 67,205. 67,259. 68,801. 68,949. 72,281. 72,838. 74,527. 77,481. 78,098. 80,593 und 82,206 in Berlin Zmal bei Alevin, 2mal bei Aron jun., 2mal bei Burg, bei Moser und 4mal bei Seeger, nach Aachen bei Levy, Breslau 2mal bei Holschau und 4mal bei Schreiber, Cöln Amal bei Reimbold, Danzig bei Rotzoll, Delitzsch bei Freyberg, Düssel⸗ dorf 2mal bei Spatz, Elberfeld bei Heymer, Halberstadt bei Suß⸗ mann, Halle bei Lehmann, Liegnitz 4Amal bei Leitgebel, Marienwer⸗ der bei Bestvater, Memel bei Kauffmann, Merseburg bei Kieselbach, Sagan bei Wiesenthal, Schweidnitz bei Scholz, Stettin bei Rolin, Stralsund bei Claussen, Trier bei Gall und nach Witten⸗t
5-*
berg bei Haberland; 51 Gewinne zu 200 Rthlr. auf Nr. 4233. lichen w s zur 13,944. Dammbaues, wo das fürstliche Paar sodann mit seiner Begleitung 33,006. wieder die Wagen bestieg, um auf den Bahnhof zurückzukehren und von dort die Reise nach Cöthen anzutreten. Von Cöthen aus wird der König zur Jagd nach Schloß Falkenstein, die Königen nach Deßau
abgehen.
4907. 6460. 6929. 8554. 9037. 10,023. 11,243. 18,911. 23,691. 27,692. 28,332. 30,035. 32,707. 39,295
1587. 18,521. 33,464. 33,497. 34,519. 35,048. 35,202. 38,822. 40,981. 48,407. 49,531. 53,413. 56,159. 56,498. 58,238. 62,031. 64,806. 65,169. 65,560. 66,590. 68,925. 69,075. 71,890. 72, 715. 76,515. 76,701 79,726. 82,524. 83,260. und 84,889. Berlin, den 17. November 1843. Königl. General⸗Lotterie⸗Direction.
40,785. 60,343. 71,014.
84,361
72
. Dem Fabrikbesitzer Johaun K aspar Harkort zu Harkorten Hagen ist unter dem 14. November 1843 ein Patent 1 1 Nauf Behandlung der Baumwolle nach dem Streichen behufs Erleichterung des Streck⸗ und Spinn⸗Prozesses, in der durch Beschreibung angegebenen für neu und eigenthümlich erachteten Weise, — auf Acht Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und fang der Monarchie ertheilt worden. Abgereist: Se. Excellenz der Ober Burggraf des Königreichs Preußen, von Brünneck, nach Trebnitz. Der Kaiserl. russische General⸗Major, Fürst Elie von D olgo⸗ rucky, nach St. Petersburg.
Uichtamtlicher Cheil
Inland.
C.) Heute trafen Ihre Majestäten der
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e Königl. Hoheiten der Prinz von Preu⸗
für den Um⸗
Halle, 14. Nov. (H. König und die Königin, Ihr
ßen, der Prinz Karl, der Prinz August von Zzogin von Anhalt⸗Deßau mit der Prinzessin Agnes, die Prinzessin Friedrich der Niederlande, so wie unter dem Inkognito eines Grafen von Hohenstein der König von Sachsen, in unserer Stadt ein. Der König und die Königin waren hierher gekommen, um durch ihre Ge genwart die Feier der Einweihung der neu erbauten großen Saal
32,526. 34,036. 35,083. aufgestellt hatten. — schmückter Pavillon errichtet, unter welchem der König und seine Be⸗ gleitung von dem Ober-⸗Präsidenten der Provinz und dem Regie⸗ rungs⸗Präsidenten von Krosigk die Berichte über das fertige Bauwerk empfingen, der Legung des Schlußsteins beiwohnten und nach dem von dem Maurermeister Stengel rezitirten Bauspruche die übliche Weihe durch den Hammerschlag vollzogen. verkündigte der Regierungs⸗Präsident von Krosigk, daß das Bauwerk die Benennung Elisabeth⸗Brücke nach dem Namen Ihrer Majestät der Königin empfangen solle, und schloß mit einem Lebehoch auf die geliebte Herrscherin, unter
hafter Quelle hierzu entgegenstellen:
er
Württemberg, die Her⸗
kücken, welche mit einem mächtigen Dammbau durch die Niederungen
bei Passendorf und Nietleben in Verbindung gesetzt und so einen gegen
e bisherigen Ueberfluthungen wesentlich geschützten Theil der großen Nach einem im sun., bei Borchardt, bei Matzdorff, bei Mendheim, 2mal bei Mestag, bei Gasthose zum Kronprinzen eingenommenen Dejeuner begaben sich Ihre Moser und bei Seeger, nach Breslau bei Holschau, bei Löwenstein und
bei Schreiber, Bunzlau bei Appun, Cöln bei Reimbold und bei Weidt⸗ mann, Danzig bei Meyer und bei Rotzoll, Elberfeld 2mal bei Brü⸗ ning und bei Heymer, Frankfurt bei Salzmann, Glogau bei Levysohn, a Halberstadt 2 mal bei Sußmann, Halle bei Lehmann, J bei
Majestäten und die übrigen fürstlichen Personen zu den neuen Brük ken, wo sich bereits unter Vortritt der Musik die Gewerke der Zim⸗ merleute, Steinhauer, Maurer, Steinsetzer, Schmiede und Seiler, die
usführenden Baubeamten, das hiesige Offizier⸗Corps, die Universi⸗
tät, das Ober⸗Bergamt, die Regierung nebst den Chefs und Reprä⸗ sentanten der Königl. Ober⸗Behörden, die Landräthe und Kreisstände, der Magistrat, die Stadtverordneten, die Geistlichkeit mit dem Direk⸗ torium der Franckeschen Stiftungen, dem Rektor, den Inspektoren und der städtischen Schul⸗Inspection, das Landgericht und mehrere andere Behörden, so wie einzelne, besonders dazu eingeladene Theilnehmer,
Auf der großen Strombrücke war ein festlich ge⸗
Nach dieser Feierlichkeit
in welches die Versammelten laut und freudig dem Schalle der Musik und der aufgestellten Böller einstimm⸗ Der König und die Königin überschritten darauf, von sämmt⸗
en. Anwesenden gefolgt, die ganze Brücke bis zum Anfange des
Berlin, 17. Nov. Der theils von deutschen, theils auch von auswärtigen Blättern verschiedentlich verbreiteten Nachricht von der erfolgten Abberufung des Königlich preußischen Gesandten am griechi⸗
schen Hofe ist bis jetzt um deswillen nur wenig Beachtung zugewen⸗ det worden, weil dieselbe meist in das Gewand des Gerüchts, mit⸗
inter sogar in das der bloßen Vermuthung gekleidet gewesen ist. Die Deutsche Allgemeine Zeitung enthält jedoch in der
Beilage zu ihrer Nr. 230 aus Berlin vom 14ten d. M. Folgendes:
„Ich kann Ihnen die zuverlässige Nachricht mittheilen, daß unser
Minister⸗Resident in Athen, Herr Brassier de St. Simon, abbe⸗ rüsen t
Dieser zuverlässigen Nachricht können wir, aus völlig glaub⸗ in den Stand gesetzt, die bestimmte Versicherung jene Mittheilung allen und jeden Grundes ent⸗ behrt und von der Abberufung des Königlichen Gesandten, Herrn von Brassier de St. Simon, von Athen durchaus nicht die Rede ist.
daß
Berlin, 17. Nov. Das heute ausgegebene Justiz⸗Mini⸗ sterial-⸗Blatt enthält eine Verfügung vom 26. August, die Frist zur Einlegung der Rechtsmittel in Injuriensachen betreffend, welche feststellt, daß diese Frist noch gegenwärtig nach der Allgemeinen Ge⸗ richts⸗Ordnung berechnet werden solle; eine Verfügung vom 27. Ok⸗ tober, der zufolge in polizeimäßig geführten und Bagatell Untersuchun⸗ gen und sonstigen Rechts⸗Angelegenheiten, für welche nur ein Pausch⸗
Königliches Schauspielhaus. Wallenstein's Tod, von Schiller.
Nachdem einige Zeit hindurch vorzugsweise die ausländische Muse ihre verschiedenartigen Gaben dargereicht, trat am 16. November einmal wieder die deutsche Melpomene mit hohem Kothurn in einem llassischen National⸗ Trauerspiele, in Wallenstein's Tod von Schiller, auf. Das zahl⸗ reich versammelte Publikum war dem Wanderer zu vergleichen, der sich, nach verschiedenen Abstechern links und rechts, gern wieder auf die zum Ziele führende Hauptstraße zurückgebracht sieht. Die Direction thut wohl daran, dergleichen Stücke, die zu unserem Nationalschatz gehören, öfter vorzuführen, weil dadurch alle Parteien, und besonders sowohl die Zuschauer als die Schauspieler, nur gewinnen können. Jene bringen offenbar außer einer Pietät gegen unseren großen Volksdichter ein hohes Interesse für historische Dramen mit, welche der Geschichte unseres Volls entnommen sind, und an welchen wir keinen Ueberfluß haben; diese dagegen werden dadurch gewöhnt, mehr Wahrheit in ihre Darstellungen zu legen und das innerlich Menschliche von unnützen äußeren, schauspielerischen Zuthaten frei zu halten, welche so oft die beabsichtigte Wirkung ganz verfehlen. Dieser Umstand ist von grö⸗ ßerer Wichtigkeit, als Manche zu glauben scheinen. Herr Rott gab den Wallenstein, eine eben so dankbare als schwere Rolle. So sehr seine Gestalt und sein Organ, besonders wenn es in gehörigen Schranken bleibt, zu derselben geeignet ist, so reichen doch diese äußeren Mittel noch nicht aus, um den Wallenstein auf dem Wendepunkte seines Glücks zur rechten und vollen Erscheinung zu bringen. Der Dichter gab dem Schauspieler zu viel, und dieser jenem zu wenig. Sprache und Geberde, Schritte und Stel⸗ lungen sind nicht überall ausdrucksvoll und charakteristisch genug; sie er⸗ scheinen oft nicht in derjenigen plastischen und drastischen Bedeutsamkeit, daß sie von unserem Innern die stille, aber unwillkürliche Zustimmung er⸗ halten könnten: so kann, so muß Wallenstein in diesem Momente dage⸗ standen haben. Wir vermissen nicht Studium bei Herrn Rott, aber das Resultat desselben ist mehr etwas äußerlich Angelegtes und Angenommenes, als etwas ursprünglich dem Innern in seiner Naturwahrheit und Nothwendigkeit Ent⸗ stiegenes. Seine Erscheinung ist nicht immer Wallenstein; das Gepräge entbehrt aller Schärfe und Bestimmtheit, daß wir uns selbst sagen müßten: das ist er, so muß er gewesen sein; vielmehr ist dem Bilde (vom Zettel) beigeschrieben: das soll Wallenstein sein. 8
Ohne uns für diesmal in eine detaillirte Anwendung dieses unseres Urtheils auf einzelne Scenen einzulassen, begnügen wir uns hier, nur auf
die berühmte Stelle hinzuweisen: Es giebt im Menschenleben „Augenblicke”“ *). Den Mar Piecolomini gab Herr von Lavallade mit der Jugendlichkeit, Innigkeit und Wärme, durch die er sich auszeichnet; aber er wird darauf zu achten haben, bei einer Wiederholung den Liebhaber dem Oberst nicht ganz aufzuopfern. Aus Octavio machte Herr Stawinsko so viel als möglich war; aber nach unserem Gefühl eignet sich zu dieser Rolle mehr eine hagere Gestalt. Sehr anerkennenswerth war im Allgemeinen das Spiel des Herrn Franz, welcher den Butt⸗ ler zur Erscheinung brachte, wenn auch bisweilen, z. B. in der Hauptscene mit Octavio, in etwas stark aufgetragenen Farben. Auch Herr Müller als Wrangel und Herr Devrient als schwedischer Haupt-⸗ mann waren ganz an ihrem Platze, und die Anderen wirkten gut mit. Die
weiblichen Rollen, welche der Dichter in diesem Stücke, das mehr Kon⸗
flikte männlicher Leidenschaften darbietet, weniger bedacht hat, waren durch
Mad. Crelinger als Gräfin Terzko, durch Fräul. Ch. von Hagn als
Thekla und von Mad. Werner als Gemahlin Wallenstein's gut vertre⸗ ten, und in den wenigen Haupt⸗Momenten fehlte der Beifall nicht. Am Schlusse führte Mad. Crelinger Herrn Rott, der vorzugsweise gerufen wor- den war, hervor, um den Dank 1
u für seine anstrengende und im Allgemeinen wohlgelungene Leistung entgegenzunehmen. 1“
“ Konzert der Gebrüder Gareis im Saale der Sing⸗Akademie, am 16. November.
Unsere Konzert⸗Saison hat begonnen, die Konzerte häufen sich, so daß jeder Tag fast schon eines bringt. Es soll uns freuen, wenn Kunst und Künstler dadurch gewinnen. Leider aber sind die Zeiten so, daß, will der Künstler seine Rechnung finden, er ein so buntes Programm zusammen⸗ setzen muß, daß es aussieht, wie eine bunte Mummenschanzjacke; wo bleibt aber da der Gewinn für die Kunst? — Das Konzert der Herren Gareis hatte noch, außer dem musikalischen, das ganz besondere Interesse, daß dessen
*) Carl Immermann trug vor Jahren zu Düsseldorf eine eigene Abhandlung vor, um sowohl aus dem geschichtlichen als geistigen Leben Wallenstein's den Beweis zu liefern, daß im Eingange dieses berühmten Monolog's der logische Accent auf das Wort „giebt“ falle, mithin dieser Vers, gleichsam als laute er: „Ja, im Leben der Menschen giebt es Augen⸗ blicke“, gelesen werden müsse: Es giebt im Menschenleben Augenblicke...
Ertrag für die Wittwe und Waisen eines vor kurzem so schrecklich ums Leben gekommenen Mannes, ihres Schwagers, bestimmt war. Dieser Zweck mußte natürlich allgemeinen Anklang finden und ein zahlreiches Publikum versammeln. Der berliner Wohlthätigkeitssinn zeigt sich stets bereit, zu hel⸗ fen, wo man dazu Gelegenheit bietet.
Die Einleitung des Konzertes machte Beethoven's Ouvertüre zu Co⸗ riolan, die von Seiten des Orchesters und unter Leitung des Kapellmeisters Henning vortrefflich exekutirt wurde. Ihr folgte ein Klarinett⸗Concertino von Lindpaintner, geblasen von Herrn A. Garecis. Herr G. ist ein aus⸗ gezeichneter Klarinettist, dessen besondere Vorzüge ein schöner Ton und ge⸗ sangreicher Vortrag sind. Hätten wir beim Vortrage dieses Concertind's etwas zu wünschen gehabt, so wäre es größere Ruhe gewesen, wodurch dem Hörer das Verständniß, namentlich der Introduction, erleichtert wor⸗ den wäre. — Dlle. Tuczek sang eine hübsche Arie aus der Oper: „La Fedra“, von Lord Westmorland, mit der ihr eigenthümlichen Grazie des Vortrags. — Dann folgte eine Fantasie für Pianoforte über Themata aus „Lucrezia Borgia“, von Herrn Schuman komponirt und vorgetragen. Herr Schumann gehört der neuen Schule der Pianisten an, bei deren öͤffentlichen Vorträgen man darauf verzichten muß, Musik zu hören. Wenn man aber bei einer Virtuosenleistung dafür entschädigt werden soll, dann muß diese ganz groß sein, und das war sie hier nicht. Uns ist auch Musik immer lieber als Klavierspiel. — Den Beschluß der ersten Abtheilung machte ein von den Herren Mantius und Bötticher gesungenes Dueit, „die Lore⸗Ley“, von J. Netzer, ein Musikstück, das manche gelungene Mo⸗ mente enthält. Daß es gut vorgetragen wurde, dafür bürgen die Namen der Sänger. w * Die zweite Abtheilung begann mit einer Fantasie für Violine, von David, von Herrn Konzertmeister Ries außerordentlich gelungen vorge⸗ tragen. Voller, kräftiger Ton und edler Vortrag zeichnen das Spiel des Herrn Ries aus, und er wußte diese Eigenschaften auch in die⸗ sem Stücke glänzend geltend zu machen. Besenders schön spielte er die Variation mit fortlaufender Triolen Begleitung. — Mad. Cre⸗ linger sprach mit Weihe und Kraft den herrlichen Monolog der Jung⸗ frau von Orleans, wie sich das bei einer so großen Künstlerin von selbst versteht. — Die folgenden Klarinett⸗Variationen von Bärmann blies Herr G. Gareis, der jüngere der beiden Brüder. Auch er besitzt einen sehr schönen Ton und eine noch bedeutendere Fertigkeit als sein Bruber, wie uns schien jedoch nicht dessen Cantabile, was indeß bei einem solhen Stücke nicht genau zu bestimmen ist. — Die Scene aus „Robert“ sang Olle. Marr sehr schön. — Den Schluß machte ein Concertante für zwei