1843 / 148 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Die Verschleuderung der Güter der Geistlichkeit eines der unvergänglichen Denkmäler, die Mendizabal seiner Verwaltung gesetzt hat. In weiter Ferne mag dem Inhaber spanischer Staats⸗Papiere der Ankauf von Nationalgütern anlockend erscheinen, und Theoretiker mögen sich dem Wahne hingeben, daß, vermöge der Theilung der großen Grundstücke und der erleichterten Zahlungsart, eine nützliche Klasse

kleinerer Land⸗Eigenthümer geschaffen werde. Die Erfahrung lehrt den Augenzeugen gerade das Gegentheil. Die Grund⸗ stücke werden auf dem Wege der Versteigerung durch Speku⸗ lanten ohne Vermögen zu übertriebenen Preisen angekauft. Der erste Zahlungs⸗Termin wird allenfalls eingehalten. Wenn nun auch das Grundstück, zumal wenn es ein praedium rusticum ist, etwas ab-⸗ wirft, so liegen doch so bedeutende Abgaben darauf, daß der Käufer sich beim zweiten oder dritten Termin für zahlungsunfähig erklärt, nachdem er vielleicht das Grundstück ruinirt hat. Sollten vollends die spanischen Staatspapiere in Folge der theilweisen Tilgung der Schuld oder anderer Umstände ihren früheren Stand wieder erreichen, so würden die unbemittelten Käufer von Nationalgütern diese um jeden Preis loszuschlagen suchen, indem sie die Papiere, die zur Ab⸗ tragung der späteren Termine erforderlich sind, ihres hohen Preises wegen, nicht würden ankaufen können. Daher suchen auch alle hiesi⸗ gen Kapitalisten, die auf Ankäufe von Nationalgütern spekuliren, den Stand der Staatspapiere stets herabzudrücken, so daß gerade ver⸗

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Der von Espartero zum General-Capitain der Philippinen er⸗ nannte General Alcala kam an Bord der Fregatte „Esperanza“ am 7. Juni im Hafen von Manila, wo er am 12ten ans Land stieg.

Der Espectador erscheint seit gestern wieder, ohne sich wegen seines mehrtägigen Stillschweigens zu rechtfertigen.

Für diesen Abend hat die Königin 200 Personen, Minister, Generale, Senatoren, Deputirte, zur Tafel einladen lassen.

** Paris, 19. Nov. Obgleich der Minister des Innern in der Senats⸗Sitzung vom 13ten erklärte, daß er nach den letzten De⸗ peschen des Generals Sanz alle Ursache habe, zu glauben, daß Bar⸗ celona sich an jenem Tage bereits in der Gewalt der Regierungs⸗ Truppen befinde, so ist die Krisis doch noch immer nicht beendigt, ja man muß sogar zweifeln, daß sie ihrem Ende nahe sei. Die Regie⸗ rungs⸗Partei will nämlich den Barcelonesern um keinen Preis eine Capitulation zugestanden wissen, um so weniger, als die vortheilhaf⸗ ten Bedingungen, welche der General Prim den Insurgenten in Gerona bewilligt hat, mit den Zeichen des lebhaftesten Mißfallens von der herrschenden Meinung aufgenommen sind. Läßt man sich mit den Barcelonesern auf einen Vergleich ein, heißt es, so ist mit der Unterwerfung der Stadt nichts gewonnen, denn es werden in jenem Falle keine drei Monate vergehen, ehe sie sich von neuem em⸗

möge des den Staats⸗Gläubigern gestellten Unterpfandes diese zu Schaden gekommen.

3 Das spanische Landvolk, anstatt Eigenthum zu erwerben, richtet sich zu Grunde, und wird die Beute einiger Spekulanten, die durch den jedesma⸗ ligen Finanz⸗Minister gerade begünstigt werden, und mit den Staats⸗ papieren ein Monopol treiben. Die Grundstücke aber werden größ⸗ tentheils auf das Nachlässigste verwaltet, solide Ankäufer durch Asso⸗ ciationen von Schwindlern, die bei der Versteigerung die Preise auf eine übertriebene Höhe treiben, zurückgedrängt, und die Folge ist, daß die Grundstücke von einer Hand in die andere gehen, ohne daß man wüßte, wer der rechte Eigenthümer ist.

Die Lage der Staats⸗Gläubiger dürfte also in Folge des Sa⸗ lamancaschen Kontraktes eben nicht verschlimmert werden, wenn nur auf der anderen Seite das von ihm zu zahlende Geld die Verwen⸗ dung erhielte, welche festgesetzt ist, und aus der sich unermeßliche Vortheile für Ackerbau und Handel ergeben würden. Es entsteht daher die Frage, ob die Verhältnisse und der Charakter des Unter⸗ nehmers hinreichende Bürgschaft für die Ausführung gewähren.

Herr Salamanca kam als junger Mann von natürlichen Anlagen und großem Unternehmungsgeiste vor zehn Jahren nach Madrid, und schlug dem reichen Bankier Remisa, einem Catalonier, vor, Theil an einem Geschäfte zu nehmen, das großen Gewinn abwerfen würde, zu dem aber Remisa 40,000 Piaster vorschießen sollte. Als dieser den Vor⸗ schuß ablehnte, begnügte sich Salamanca damit, daß Remisa unter der Hand erkläre, er habe jenem in der That die angegebene Summe vorgestreckt. Dies verschaffte Salamanca Kredit, das Unternehmen gelang, er zahlte Remisa einen Theil des Gewinnes, und dieser schoß Summen zu größeren Geschäften vor. Nach der Revolution von la Granja knüpfte Salamanca Verbindungen mit der Regierung an, und schloß mit ihr für Rechnung seines jetzigen Schwagers, des Herrn Heredia in Malaga, eines der ersten Kapitalisten Spaniens,

en Kontrakt ab, kraft dessen dieser die bewaffnete Bewachung der spanischen Küsten gegen Schleichhandel übernahm; ein Kontrakt, dessen Aufhebung die englische Diplomatie um jeden Preis herbeizuführen suchte. Unter der Regentschaft Espartero's pachtete Salamanca in Verbindung mit Remisa das Salz⸗Monopol gegen Aufopferung be⸗ deutender Summen, die in die Taschen der damaligen Mi⸗ nister flossen. Diese schlossen aus Erkenntlichkeit einen Kon⸗ trakt mit ihm ab, kraft dessen er die Zinszahlung eines Semesters der Zproc. Coupons übernahm. Dieser Kontrakt wurde bekanntlich, auf Salamanca's Verlangen, von dem damaligen Regenten selbst unterzeichnet, worauf die Minister eine dem Kontrahenten vorzüglich

letzten Artikel desselben und die Unterschrift des Regenten einschal⸗ teten, eine Handlung, die mit ihren Sturz herbeiführte. Man erinnert sich des Benehmens des Herrn Salamanca bei Gelegen⸗ 5

heit der letzten Versteigerung des Quecksilber⸗Monopols. Nachdem penberg, dessen Abreise als außerordentlicher Courier nach Athen ich

er den Preis auf eine unerhörte Höhe getrieben hatte und ihm das v Geschäft zugeschlagen worden war, trat er es dem Rothschildschen Agenten gegen eine Entschädigung von 100,000 Piastern ab. nun der Aufstand gegen Espartero ausbrach, wurden überall die Sa⸗† fi

linen und Salzvorräthe vom Volke in Beschlag genommen, und melden auch

dadurch Herr Salamanca außer Stand gesetzt, die ihm gegen die Regierung obliegenden Verpflichtungen zu erfüllen. Mendi⸗ zabal, der in Salamanca wohl nicht mit Unrecht einen Gegner 32 Espartero's erblickte, nahm jene augenblickliche Verlegenheit zum Vor⸗ F wand, um ihn mit Aufhebung des Kontraktes zu bedrohen, worauf ei denn Salamanca kein Geld geschont haben soll, um der Contre⸗ w Revolution einen günstigen Ausgang zuzusichern. Nach allen diesen Vorfällen behauptet nun Herr Salamanca, daß die Forderungen, welche er an die Regierung hat, bei weitem den Umfang derjenigen übersteige, welche diese an ihn richtet. So viel scheint gewiß zu sein, U daß bei einer eintretenden Liquidation beide Theile auf nicht zu über⸗ hi

wältigende Schwierigkeiten stoßen werden, und als das beste Mittel Nach demselben wäre nämlich unser

die Staats⸗Kasse und die seinige vor Verlusten zu retten, hat Sala- M manca nun den Kontrakt von 400 Millionen aufgestellt. Die Soli⸗ un dität dieses Geschäftes wird sich nach diesen Antecedenzien wohl be⸗ ni urtheilen lassen. Für die Spanier selbst ist übrigens die ganze An⸗ gelegenheit nichts als Parteisache. Dies erhellt am deutlichsten aus dem Umstande, daß die Esparteristen diesen Kontrakt als eine Rechts⸗ D widrigkeit verdammen, weil er dem Herrn Salamanca zugeschlagen de wurde, und ihn dagegen für eine dem Lande erwiesene Wohlthat er⸗ de kläͤrten, sobald einer der Ihrigen, Cordero, der dem Staate noch 0 Millionen für angekaufte Nationalgüter schuldet, ihn mit höchst unbedeutenden Modisicationen für sich in Anspruch nahm. G na sagt ““ nun Herr Salamanca dem Kontrakt insofern ent⸗ b 8 Fneer Regierung freistellte, ihn zur öffentlichen Versteige⸗ die Henergi⸗Oiteche sch nur die Erstattung der von ihm bereits an zu Die Regierung e 8 Wegebaues geleisteten Vorschüsse vorbehielt. zur Versteigerung zu stellin vüftndigung eingewilligt, den Kontrakt na Cortes vorgelegk. eschlossen und die Sache so eben den In der heutigen Si S 6 zu erRlären, bie Saunhdes Senats wurde einstimmig beschlossen, verdient gemacht habe. Der Minister dee sich um das Vaterland im Namen seiner Kollegen, und zeigte an, daß eyn⸗ sich unterworfen hätten und die Truppen 88 gessahe e. oesanrich genblick bereits in Barcelona eingezogen sein wäebeche in diesem Au⸗ Gestern waren sämmtliche Sffiziere der hiesi 89 800 an der Zahl, zu einer festlichen Mitiagegeahese bung, Gegen das Ende derselben erschien der General 8eh sich zu Fuß mit sämmtlichen Offizieren, unter Vortragungs 8 n und von 8 Musik⸗Corps begleitet, vor den Königlichen Palast g dem Wege dahin wurde der Ausruf: „Es lebe die Königin, es deaf 8 vis veengfr 156 1145 unterbrochen. Die Königin ieß die ziere einladen, in den Palast einzutr ie glänze bewirthet wurden. Z

ammelt.

langt, daß die des Aufruhrs ein Exempel statuire.

habe, „er werde sich mit 8

ausgewanderten Barceloneser finden es unter solchen Umständen, in

Sanz noch immer mit einem Sturme auf die Stadt zögere. Die Lage eines großen Theils jener Ausgewanderten ist höchst beklagens⸗

würden. günstige, den ganzen Kontrakt umgestaltende Klausel zwischen den täglich eine Ration Lebensmittel.

eingetroffen. Als †Debpeschen abermals erfreulichsten Inhalts in Beziehung auf das Be⸗

Hauptstadt, mündlichen Aeußerungen nach, kommen sind, in keiner Weise gestört worden und die Vorbereitungen

des Königreichs bereits in Athen angekommen waren, nahme im Geleite ihrer Familien und der Konsequenz der dermaligen Machthaber in der Verfolgung und

noch im Augenblicke des seine Pläne nach seiner Ankunft in Triest geschrieben worden ist.

Emigrirten zeugt als ein weiterer Beweis, daß Kalergis und Metaxas sich noch nicht mit der Auswanderung des Ex⸗Ministers Christides k

Ausland zu begeben.

die neue Constitution der Form und dem Wesen nach der belgischen

mer⸗System in der National⸗Versammlung kaum ein so unbesiegbares sein dürfte, als man annehmen zu müssen geglaubt hat. In der er⸗ sten Kammer müßten nur, so liest man, nicht bloß die Mitglieder des gegenwärtigen Staats⸗Rathes, sonstige hohe Beamte, die Universi⸗ täts⸗Professoren u. s. w. zu finden sein, sondern Repräsentanten des Grundbesitzes, und zwar alle, oder doch die über⸗ wiegende Mehrzahl, nicht durch den König gewählt, Wähler, die aus der Mitte des Volkes hervorgehen.

gegen stand der Provinzen erfährt man nichts, als daß das Ministerium der Gewalts⸗Anmaßung des Palikaren⸗Häuptlings Krisiottis auf Negro⸗ ponte einen Anschein von Gesetzmäßigkeit zu geben gezwungen war, um ihn der Regierung gegenüber nicht gar zu selbstständig erscheinen

Anner Koletti's vorausgetragen, diesem einen guten Dienst erwiesen, muß sreilich sehr dahingestellt bleiben.

pört, wie denn die barceloneser Aufrührer schon jetzt durch die Stra⸗ ßen singen: Ara capitularem 1* antes de tres meses hi tornarem! „Jetzt kapituliren wir, und binnen drei Monaten fangen wir wieder zan.“ Ueberdies wird im Namen der öffentlichen Gerechtigkeit ver Regierung an den Anstiftern und Haupt⸗Theilnehmern Au Der General⸗Capitain scheint freiwillig oder von dem Strome fortgerissen, auf diese Ansichten ein⸗ gegangen zu sein; wenigstens wird von ihm versichert, daß er erklärt 1 den Dieben und Mördern von Barcelona auf keinen Vergleich einlassen.“ Man begreift leicht, daß bei solchen Gesinnungen des Generals Sanz wenig Aussicht vorhanden ist, daß die vom ersten Alkalden von Barcelona eingeleiteten Unterhandlungen zu einem Ergebnisse führen, denn die Barceloneser sind noch bei weitem nicht in der Lage, sich auf Gnade und Ungnade ergeben zu müssen. Was die Lebensmittel anbetrifft, so sind Brod und gesalzener Fisch in hinreichender Menge vorhanden; dagegen ist aber das Fleisch sehr selten geworden, und man hat angefangen, Pferdefleisch zu essen. An der Verstärkung der Festungswerke wird ununter⸗ brochen gearbeitet, obgleich das Schloß Monjuich und die Citadelle diese Arbeiten von Zeit zu Zeit durch das Feuer ihrer Batterieen zu stören suchen. Die Artillerie der Barceloneser schweigt seit dem 2ͤ4sten v. M. fast gänzlich. Die ursprüngliche Truppenmacht des V General⸗Capitains von Catalonien war bis zum 12ten um 11 Ba. taillone vermehrt worden. Weitere Verstärkungen wurden von dem Corps des Generals Prim und von Saragossa aus erwartet. Die

ihrer ziemlich natürlichen Ungeduld, unbegreiflich, daß der General

werth. In den benachbarten Dörfern in Hütten und unter Zelten gelagert, fangen sie an, von der rauhen Jahreszeit um so empfindli⸗ cher zu leiden, als es ihnen auch der Mehrzahl nach an Mitteln fehlt, sich eine angemessene und hinreichende Nahrung zu verschaffen. Un⸗ ter ihnen befindet sich eine bedeutende Anzahl französischer Handwer⸗ ker und Fabrik⸗Arbeiter, welche Anfangs freilich eine Zuflucht auf den französischen Schiffen gesucht und gefunden haben, die aber durch See⸗ krankheit oder andere Umstände gezwungen worden sind, sich wieder ans Land setzen zu lassen. Diese Leute haben ihr Unterkommen zum Theil mit Frau und Kind, in Barceloneta gesucht, wo sie ohne den Beistand der französischen Behörden buchstäblich vor Hunger und Elend umkommen Außer anderen Unterstützungen erhält ein Jeder von ihnen

Griechenland. O München, 19. Nov. Ober⸗-Lieutenant Baron von Gump⸗

or etwa vier Wochen gemeldet habe,

ist gestern von dort wieder hier So viel verlautet, W1

sind die von ihm mitgebrachten nden Ihrer Majestäten des Königs Otto und seiner Gemahlin, und sonst nichts Außerordentliches. Die Ruhe war in der welche in Umlauf ge⸗

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ir Eröffnung der National⸗Versammlung nehmen ihren ungestörten ortgang. Dasselbe erhellet aus einem Privatbrief, der gleichzeitig ngetroffen ist, und in welchem diesen Angaben noch kurz zugefügt ird, daß eine namhafte Anzahl von Gewählten aus allen Theilen fast ohne Aus⸗

nächsten Angehörigen. Von

nterdrückung ihrer Widersacher würde ein Gerücht zeugen, welches er allgemein verbreitet ist, vorausgesetzt, daß es sich bestätigte. unfreiwilliger Gast, General⸗ kajor Gannäos Kolokotronis, bis zu diesem Augenblick ohne alle id jede Nachricht von den Seinigen, obschon ihnen seine Absicht, cht nach Neapel sondern nach Muͤnchen zu gehen, von ihm selbst Scheidens mitgetheilt und das Nähere über

emnach schiene es, als würden die Angehörigen der Verbannten mit r größten Aufmerksamkeit überwacht, um jede Communication unter 1 nselben unmöglich zu machen. Von derselben Strenge gegen die

ch Syra begnügt, sondern ihn genöthigt haben, sich ebenfalls ins

Der erwähnte Brief, dessen Inhalt aus guter Quelle geschöpft sein scheint, schließt mit einer Hindeutung auf die Möglichkeit, daß

„8

chgebildet werde, und daß das Widerstreben gegen das Zwei⸗Kam⸗

vorzugsweise auch die

sondern durch Ueber den Zu⸗

lassen. Ob Krisiottis, indem er bei seiner Selbst⸗Erhebung das

ossia: La Sposa di Marmo.

Maestro Herold.

8

Handels- und Börsen-Uachrichten.

B 4“ 1 Den 24. November 1843. 2

Pr. Cour. Brief.] Geld. Gem.

2 ¹ Fwndg. 8 Pr. Cour.

8 Kctien. 1 [Brief. Geld.

8⁸

Brl. Pots. Eisenb. do. do. Prior. Obl. 4 Mgd. Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Brl. Anh. Eisenb. do. do. Prior. Obl. 4 Düss. Elb. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Rhein. Eisenb. do. do. Prior. 0 bl.

23. Brl. Frankf. Eisb. 3 102] 108 do. do. Prior. Obl.

8 0 b.-Schles. Eisb.

159 ½

St. Schuld-Sch. 103

* Angl. Obl. 30. Präm Sch.d. Seeh. Kur- u. Neumärk. Schuldverschr. 2 Berl. Stadt-Obl. Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. 8

Grossh. Pos. do.

103 ⁄2 103 ½ 102⁄ eee 023. B . 103 ½ 101¼ 48 101 ½ 1068 do. do. 3 101 Ostpr. Pfandbr. 2 Pomm. do. 3 Kur- u. Neum. do. 3 192 8

do. Lt. B. v. eingez. Schlesische do. 1“ 5 ehlesische do. 3 ½ 101¾⅔ B.-St. E. Lt. A u. B

Magdeb. -IHalber-

13 1 13 ¼1½ städter Eisenb. 4 8 2 And. Gldm. à 5 Th. 1 1 ½ Disconto. I 4

Gold al marco. Friedrichsd'or. Bresl- Schweidn.-

Freibg. Eisenb. 4

110 ¼

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 20. Nov. Niederl. wirkl. Sch. 53 . 5 % do. 99. 15 . 5 % Span. 21 ½⁄. 3 % do. 32 ½. Pass. 5 ⅛. Ausg. —. Zinsl. 5. Pr. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 108 ½. 4 % Russ. Hope 90 22 Hambu rg, 22. Nov. Bank-Actien 1700 G. Engl. Russ. Wien, 19. Nov. Bank-Actien 1675. Anl. de 1839 116 ⅞.

Preuss.

112 Br

Angekommene Fremde.

Hotel de Saxe. Kaiserl. russ. Oberst Ritter von Baggohu fwudt aus St. Petersburg. Mad. Bulcke und Dlles. Meyer und Apcke aus Danzig. Kaufleute Frisch aus Cette und Simmel aus Gera. Particulier Sington aus Breslau. Produltenhändler Eidlitz aus Prag. Landwirth Meyer aus Danzig. I“¹

Kaiser von Rußland. Particuliere Mad. Lombart aus Paris. In genieur Franzman aus Leipzig. Kaufleute Grube aus Magdeburg und Wander aus Tilsit. Gutsbesitzer von Grauert und Oekonom von Grauert aus Dresden.

Hotel de Prusse. Oberst a. D. von Wolcki, Frau Rittmeister von Schultz und Fräulein von Ca rger aus Braunschweig. Rittergutsbesitzer Burgsdorff aus Frankfurt a. d. O. Gutsbesitzer von Schmeling aus Magdeburg. Oekonom Moll aus Kalbe.

Stadt London. Baron von Boddien, Rittergutsbesitzer auf Passow in der Ukermark. Frau Rittergutsbesitzerin von Arnim auf Klokow in der Altmark. Wollfarth, Seconde⸗Lieutenant im 28sten Infanterie Regiment, aus Kalbe. Borgner, Gutsbesitzer auf Neumühl in Pommern, Kaufmann Friedemer, nebst Familie, und Dlle. Neu mann, Lehrerin, sämmtlich aus Danzig.

Rheinischer Hof. von Uthmann, Lieutenant in der Garde⸗Pionier⸗ Abtheilung, aus Koblenz. von Hiddessem, Lieutenant a. D., aus Warburg. Stiftsrath Schubring aus Deßau. Particulier Püschel

aus Magdeburg. Förster Oehlmann aus Breslau. Kaufm. Bur mester aus Stockholm.

König von Portugal.

Rittergutsbesitzer von Rochow aus Golzow und Referendarius von Rochow aus Potsdam. Rittergutsbesitzer K. und N. von Otoctiec aus Chwalibogowo. Kaufleute Coith aus Leipzig, Siebe aus Stettin, Tutertien und Krays aus Petersburg. Rathsherr Kulcke aus Kottbus. Apotheker Höpffner aus Danzig. Particulier Hausler aus Frankfurt a. M.

Nother Adler. (Kölnischer Hof.) Abpotheker und Senator Schar tow, nebst Gemahlin, aus Krivitz. Kaufleute Mauerhof aus Iserlohn und Heimbach aus Düren.

Hotel de Brandebour g. Kaufleute Langemak, nebst Gemahlin, aus Bergen und Fischhofer aus Hamburg. Mad. Krüger aus Neu⸗ Strelitz. von Forell, Lieutenant im 15ten Infanterie⸗Regiment, aus Köln. Ober⸗Amtmann Fischer aus Badingen.

Hotel de l'Europe. Gutsbesitzerin Bro wonsford aus Borzyewo bei Posen. Rittergutsbesitzer Slaski aus Masowien in Polen.

König von Preußen. Kaufmann Hammacher aus Lennep.

British Hotel. Rittergutsbesitzer Baron von Kröcher aus Lohme.

Costenoble, Direktor der leipzig⸗magdeb. Eisenbahn, aus Magdeburg.

Hotel de Russie. Ober⸗Amtmann Kramer, nebst Gemahlin, aus Egeln.

Kronprinz. Rittergutsbesitzer von Winterfeld aus Trampe.

Meinhardt's Hotel. Etatsrath Francke, nebst Gemahlin, aus Dresden.

Meteorologische Beobachtungen.

1843. 23. Nov.

Nachmittags 2 Uhr.

Abends 10 Uhr.

Morgens

Nach einmaliger Beobachtung.

225

Luftdruck.. 33 1,02 Par. 333,94 Par. 333,06 Par. Quellwärme 6,9° H. Luftwärme . . P 6,49 R. + 788* R. + 6,80 R. Flusswärme 4,10 R. Thaupunkt . . . + 3,60 R. 8” + 2,60 R. Bodenwärme 762n 79 pCt. 74 pCt. 72 pCt. V Ausdünstung 0,01 1 Rh. Regen. V trüb. regnig. Niederschlag 0,049 Rh.

Dunstsättigung

Wetter

SW. SW. Wärmewechsel + 8,900 Wolkenzug. .. SW. + 6,5 °0 R. Tagesmittel: 333,67 Par.. 6,80 R. + 3,3 h .. 76 pet. SW-

Königliche Schauspiele. Sonnabend, 25. Nov. Der Sohn der Wildniß, romantische

Drama in 5 Abth., von F. Halm.

Sonntag, 26. Nov. Norma.

Zu dieser Vorstellung werden Billets verkauft, welche mit Don jerstag bezeichnet sind.

Wegen Unpäßlichkeit des Herrn Bader kann die Oper: Fernand

Cortez, nicht stattfinden, und wird daher ersucht, die dazu bereits ge

auften Billets gegen Billets zu Norma, unter Rückempfang des ge⸗

zahlten höheren Betrags umtanschen oder nach Rückgabe jener Billets den gesammten Betrag zurücknehmen zu lassen.

Im Konzertsaale: Torquato Tasso. 1 Preise der Plätze: Ein Sperrsitz auf der Tribüne im Saale

1 Rthlr. Parquet 20 Sgr. Balkon 20 Sgr. Steh⸗Balkon 15 Sgr. Parterre 15 Sgr.

Montag, 27. Nov. Medea. Anfang der Vorstellung halb 7 Uhr. E““ 8 Königsstädtisches Theater. Sonnabend, 25. Nov.

8 . 8 (Italienische Opern⸗Vorstellnng) Zampa, Opera in 3 Atli. Musica del

Zu dieser Vorstellung sind die mit „Mittwoch“ bezeichneten

Billets gültig.

Sonntag, 26. Nov. Muttersegen, oder: Die neue Fanchon.

Dazu: Vorstellung der gymnastischen Künstler aus London, in 3 Ab⸗ theilungen.

Verantwortlicher Redacleur Dr. J. W. Zinkeisen. Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei. Beilage

der Direktor en Kü— 1 2 die technische Leitung besorgt der Architekt Herr A. Mühe.

mehrere Schreiben im Rendsburger Wochenbl., worin Aus⸗

zur Allgemeinen Preußisch

2

en Zeitung.

1““ ah Sonnabend den

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Are gaeagnnnan

““ Ausland

DPDeutsche Bundesstaaten.

Bayern. Regensburg, 17. Nov. (R. Z.) Die Grundbauten U zu der Befreiungshalle auf dem Michelsberge bei Kelheim sind im Laufe veses Jahres rasch vorgeschritten, obwohl man wegen der mit verwit⸗ diesem Gestein bedeckten Oberfläche des Berges den Grund stellen⸗ e. sehr tief legen mußte. Das Gebäude wird eine Rotunde, von

iner Kuppel überwölbt. Letztere wird sich nahe zu der Höhe unserer Dom⸗Thürme emporschwingen und ihre Sprengweite wird 100 Fuß betragen. Die Angabe dieser kolossalen Verhältnisse reicht hin, ‚um sich den dereinstigen großartigen Anblick des Baues vergegenwärtigen können. Den Plan zu der Befreiungshalle entwarf bekanntlich

b der Akademie der bildenden Künste, Herr von Gärtner,

Württemberg. Stuttgart, 18. Nov. (S. M.) Lißt ist fortwährend hier der Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit. Neben den Konzerten, die er hier gab, hat er auch bereits die Wünsche der Musikfreunde in Tübingen, Heilbronn und Ludwigsburg erfüllt, und iesen Städten Gelegenheit gegeben, seiner Kuͤnst sich zu. frenen. Heute spielt er in Hechingen. Wie wir erfahren, wird Herr Lißt den

ielen an ihn ergangenen Wünschen willfahren und auch in Stuttgart noch ein Konzert geben, und zwar zu wohlthätigen Zwecken.

(A. M.) Mit Bezug auf

Holstein. Altona, 21. Nov. tellungen an einer Ansprache der Prediger Rendsburgs zu Gunsten des Gustav⸗Adolph⸗Vereins gemacht worden, haben die gedachten Prediger, um Mißverständnissen vorzubeugen, eine kurze Nachricht üͤber die Richtung und den Zweck dieses Vereins mitgetheilt, an deren Schluß hinsichtlich der Aeußerung in einem dieser Schreiben, „daß man von den Gemeinden nur Geld haben, sie weiter aber ja nicht an dem Verein Theil nehmen lassen will“, bemerkt wird: „Wir be⸗ dauern, daß der verehrliche Herr Korrespondent nicht etwas Ge⸗ duld gehabt hat. Denn gerade das, was er vorschlägt, liegt in unserem Plan. Wir haben gleich von vorn herein es im Sinne gehabt, erst Beiträge zu sammeln, und dann, zufolge des in diesen Hinsicht erlassenen Circulairs, einen Verein zu stiften, an welchem Alle, nicht bloß Geistliche, sondern auch Andere, je mehr je lieber, Theil nehmen könnten, damit diese Sache recht eine Volkssache werde. Auf unsere Ansprache sind bereits ansehnliche Beiträge gegangen, wofür wir den edlen Gebern hierdurch .“ verbindlichsten Dank abstatten, und wir schmeicheln uns mit der Hoffnung, daß auf dem Circulair, welches in diesen Tagen in Umlauf gesetzt wird, noch eine beträchtliche Anzahl von christlich gesinnten Bewohnern unserer Stadt und Umgegend sich zu Beiträgen zeichnen werden, um für

den schönen Zweck mitzuwirken.“ Oesterreichische Monarchie. O Wien, 17. Nov. Von den Hof⸗Behörden is eine Vor⸗ kehrung als nothwendig erkannt worden, um endlich auch in unserem Staate eine zweckmäßige Herstellung der Verbindungswege zu be wirken. Den Provinzial-Regierungen ist daher der Auftrag er⸗ theilt worden, nachzuweisen, welche gesetzliche Vorschriften dermal über die Erhaltung, Verbesserung und den Neubau ö -g ürari scher Straßen bestehen und dabei gleichzeitig das G öö1“ geben, ob diese Vorschriften dem Zwecke entsprechen, ob un vwelche Vorkehrungen noch für nothwendig gehalten sbem en, 8 die nicht ärarischen Verbindungswege fortan in LZn erha 168 Bei den Anträgen auf neue gesetzliche Vorschriften, sollen diese Ueec so gestellt werden, daß es den Beitragspflichtigen Ce eiben muß, ihre Leistung zur Herstellung und Erhaltung 8 2. nal 1e auch in natura zu erfüllen, weil besonders die durch 8 andere zahlreiche obrigkeitliche Abgaben ohnehin so sehr gedrüc te Bage des Landmannes es kaum mehr möglich macht, denselben mit Geld⸗ Beiträ⸗ in Anspruch zu nehmen. h 8 dus das Rechi des Fiskus, erblose Verlassenschaf⸗ ten sogleich einzuziehen, wenn die Vorladungsfrist der chen, ist von der obersten Finanz Behörde die genaueste und schnellste Geltendmachung dieses Rechtes mit großem Nachdrucke Aufgetragen worden, unter Hindeutung auf den Umstand, daß die fortwährend steigenden Staatsbedürfnisse eine sorgfältige Benutzung auch aller Nebenzuflüsse dringend nothwendig machen. Insbesondere wurden die Kreis⸗Aemter angewiesen, bei Untersuchung der Dominien und der Behörden zur Ordnung der Erb-⸗Angelegenheiten auf diesen Gegen⸗ stand mit vorzüglicher Wachsamkeit aufmerksam zu sein.

Eine unserer wichtigsten Wohlthätigkeits⸗Austalten, das im Jahre 1745 gegründete Kranken⸗Institut für die hiesigen Handlungs⸗Com⸗ mis, im Jahre 1795 durch eine Pensions⸗Anstalt erweitert, hat eine

neue Reorganisation erhalten, welche hoffen läßt, daß die Wirksamkeit

des Instituts mehr als bisher dem Zwecke entsprechen und dadurch

auch größere Theilnahme erlangen werde. Dänemark.

Kopenhagen, 18. Nov. (A. M.) Vermittelst einer zwi⸗ schen dem dänischen und schwedischen Postwesen, nach Allerhöchster Ermächtigung, abgeschlossenen Convention, welche vom 1. Jannar 1844 an in Kraft tritt, ist es bestimmt, daß es den betreffenden Kor respondirenden, sowohl in Dänemark und den Herzogthümern, als in Schweden, freistehen soll, von der gedachten Zeit an Briefe von dem einen zum anderen dieser Reiche, entweder durchaus unfrankirt, oder ganz bis zu den Bestimmungsorten frankirt, abzusenden, oder auch, wie bisher, nur bis zu den respektiven Gränz⸗Post⸗Comtoiren Hel⸗ singborg und Helsingör zu bezahlen. 1

Ein Mitglied der skandinavischen Naturforscher⸗Gesellschaft hat im vorigen Jahre eine Summe von 100 Dukaten als Preis für die

beste und vollständigste „Darstellung der allgemeinen Therapie“ aus gesetzt, „die mit Rücksicht auf die Methoden, die in den letzten 50 Jahren mit einander abgewechselt haben, in einer kurzen Zusammen⸗ stellung auch die Ansichten aufnehmen soll, welche sich, begründet auf

die Theorieen der letztten Zeit, bei der Behandlung jeder Krankheits⸗ Geltung verschafft haben.“ 8

11i z. 8 St. Gallen, 17. Nov. Das Hauptgeschäft der Großraths⸗ Sitzung vom 10. November war die Abnahme des Gesandtschafts⸗ Berichtes. Ueblichermaßen verlas ihn der erste Gesandte, Regierungs rath Fels. Der Bericht verbreitete sich vornehmlich über das in der gargauer Kloster⸗Angelegenheit eingehaltene Verfahren. Eine Dis⸗ kussion, die von halb ein Uhr bis halb acht Uhr Abends dauerte, zeigt zur Genüge, daß nicht Jedermann mit der desfallsigen Amts⸗ führung einverstanden gewesen sei. Dieselbe wurde bei der Abstim mung zwar einhellig genehmigt hinsichtlich aller übrigen Traktanden; was hingegen die gargauer Klöster betraf, sprachen sich nur 78 Stim⸗

men für Gutheißung, 53 dagegen für Mißbilligung der gesandtschaft⸗ lichen Amtsführung und Stimmgebung, als einer instructionswidrigen, aus. Sodann votirten 68 Stimmen noch Dank und Anerkennung, 60 dagegen. Dies das längst vorgesehene Ergebniß eines wieder in mancher Hinsicht belehrenden Tages. Die Diskussion ist ruhig ver⸗ laufen; nur einmal störte die zahlreiche Zuhörerschaft durch Zwischen⸗ rufe; der unterbrochene Redner war eben einer derjenigen, der gewohnt ist, der Wahrheit ohne Umschweif und Menschenfurcht Zeugniß zu geben: Präsident Rickenmann. 88

Vpon der türkischen Gränze, 8. Nov. In Belgrad wird der neue russische Konsul täglich erwartet. Einige glauben, jedoch wie es scheint ohne Grund, daß Herr von Lieven nach dessen Ankunft seine Rückreise nach St. Petersburg antreten würde. ““ Der Präsident des serbischen Minister⸗Conseils, Herr Simitsch soll, seit der Ernennung seines Bruders zum Minister des Aeußern, gesonnen sein, seine Stelle niederzulegen, damit es nicht das Ansehen gewinne, daß die Simitsch eine zu große Macht in ihrer Familie zu erlangen streben. ün ivnn VVI1I111“*“ O New⸗York, 25. Okt. In der kanadischen Politik ist ein ganz unerwartetes Creigniß eingetreten, welches die ganze Frucht der versöhnenden Politik zu gefährden droht, welche die beiden letzten Agenten der englischen Regierung eingeschlagen hatten, und wodurch vielleicht die Ruhe und die Prosperität dieses Landes selbst in Frage gestellt werden könnte. Ich habe schon neulich bemerkt, daß der voll⸗ ziehende Rath, in diesem Punkte die Wünsche der Majorität des Landes theilend, mit Ausnahme eines einzigen seiner Mitglieder, wel ches darauf zurücktrat, einmüthig sich dahin ausgesprochen hatte, daß der Sitz der Regierung von Kingston nach Montreal übertragen werde. Ich hatte damals auch bemerkt, daß in Folge dieser ministeriellen Entscheidung der Gouverneur dem gesetzgebenden Rathe eine Depesche des Lords Stanley vorgelegt hatte, wodurch die definitive Lösung dieser Frage dem kanadischen Parlamente überlassen wurde, dessen Wünsche von der Regierung des Mutterlandes in Betracht genommen werden sollten, sofern sie von dem Votum der zu ihrem Vollzuge nöthigen Summen begleitet wären. Man glaubte bereits allgemein das Problem zu Gunsten von Montreal gelöst, denn der vollziehende

Rath von Kanada besaß eine unbestreitbare Majorität in dem kana⸗ dischen Parlamente. Diese Hoffnung ist nun durch ganz unvorherge⸗ sehene Umstände vereitelt worden. 9 Am 13. Oktober hatte ein Theil der Repräsentanten von Nie⸗ der⸗Kanada ihre Posten verlassen, sei es um Besorgung persönlicher Angelegenheiten willen, oder in Folge einer Gleichgültigkeit oder Nachlässigkeit, die gleich wenig zu entschuldigen sind; da sah sich denn die Partei der Ober⸗Kanadier in überwiegender Stärke, und beschloß die Anregung dieser schwierigen Frage des Regierungssitzes, welche die Kapital-Angelegenheit der Session geworden ist. Vergeblich er⸗ hoben die Mitglieder des Kabinets und die Repräsentanten von Nie⸗ der⸗Kanada ihre Stimme gegen die Verhandlung dieser Frage gerade in dem Augenblicke der Abwesenheit so vieler Mitglieder, vergeblich ereiferten sie sich gegen ein solches System des Weghaschens einer Abstimmung, jeder Aufschub wurde verweigert, und eine Majorität von 11 Stimmen gegen, 6 votirte Resolutionen, in welchen Ihrer britischen Majestät vorgestellt wurde: 1) daß bei der Zustimmung zu der Vereinigung von Ober und Nieder Kanada die erstere dieser Provinzen mächtig durch die zuversichtlich gehegte Hoffnung geleitet wirde, daß die in dieser wichtigen Frage entscheidenden po⸗ litischen Gründe einen entscheidenden Einfluß auf die Wahl des Re⸗ gierungssitzes gehabt hatten; 2) daß obgleich von Zeit zu Zeit viele Einwürfe gegen die Lokalität von Kingston vorgebracht worden seien, doch noch kein öffentliches oder Privat⸗Interesse hinreichend stark für irgend einen anderen Platz gesprochen habe, um zu Gunsten desselben die Majorität des Volkes der Provinz zu vereinigen; 3) daß keine Entscheidung in dieser Beziehung eben so viel Achtung gebiete und Bürgschaften der Unparteilichkeit biete, als diejenige, welche von der Krone selbst ausfließen würde; 4) daß demzufolge der gesetzgebende Rath Ihre Majestät bitte, selbst ihre Prärogative für die Wahl eines in den alten Gränzen der Provinz Ober⸗Kanada gelegenen Platzes auszuüben. 1 - Dieser parlamentarische Sieg der Partei der Tories ist nicht blos von Bedeutung wegen der Resultate, die er herbeiführen kann, son dern auch durch die Incidenzfälle, welche ihn veranlaßt haben. Als ein Mitglied von Nieder⸗Kanada, Herr Taché, verlangte, daß die vorgeschlagenen Resolutionen ins Französische übersetzt werden sollten, um von den Mitgliedern, welche der englischen Sprache nicht mächtig seien, verstanden werden zu können, da wurde dieses Verlangen, welches für sich noch ganz neue frühere Vorgänge hatte, durch die Majorität zurückgewiesen, welche erklärte, daß, wenn der Nath diese Uebersetzung gestattet habe, dies keinesweges eine Pflicht, sondern eine bloße Gefälligkeit gewesen sei. Die Sprache von drei Viertheilen der Bevölkerung von Kanada fand sich so gewissermaßen denationalisirt und mit einem Federzuge rechtlos erklärt. Herr Sullivan, der Prä⸗ sident des Kabinets, Engländer von Geburt, konnte seine Ent⸗ rüstung über ein solches Verfahren nicht zurückhalten, son⸗ dern machte derselben in einigen derben Worten Luft, welche in den Reihen der Tories große Aufregung verursachte; der Minister wurde mit einer Fluth von Schmähungen überhäuft, und das zu Kingston erscheinende Blatt the British Whig scheute sich sogar nicht, geradezu zu sagen, der ehrenwerthe Herr i habe in dieser Sitzung unauslöschliche Schmach auf sich geladen. Endlich hielten die siegreichen Tories unverzüglich eine Versammlung zu Kingston, worin man zu dem Beschlusse kam, die Auflösung des Parlaments in einer Adresse zu verlangen, welche dem Genfce. Pohvernene veit jener des vollziehenden Rathes überreicht werden sollte. Der Gou⸗ verneur wird ohne Zweifel auf dieses Verlangen nicht eingehen, denn die Partie ist für Nieder⸗Kanada noch nicht verloren. Das Kabinet hat beschlossen, seine Revange zu nehmen, und an das vollzählige Parlament zu appelliren. Herr Baldevin, eines Mitglieder, hat dem Hause angekündigt, daß die Frage am 2. E von Neuem werde vorgelegt werden, und daß bei dieser Gelegenheit ein Namens⸗Aufruf aller Repräsentanten statthaben werde. Bei dem Votum, das gegen die Minister des General⸗C ouver⸗ neurs ausfiel, votirte auch der Sprecher des gesetzgebenden Rathes, Herr Jamieson, gegen dieselben, worauf er jedoch es für angemessen erachtete, seine Stelle niederzulegen. Dieselbe wurde Herrn Draper angeboten, der eben so gestimmt hatte, aber von ihm ee Nun schritt der gesetzgebende Rath zu Ernennung von sieben Mit⸗ gliedern, deren Namen dann dem Gouverneur zugestellt wurden, um einen Sprecher daraus zu wählen. Unter diesen sieben . befindet sich auch Herr S. Bidwell von hier, den der frühere Gou⸗

verneur von Ober⸗Kanada, Sir Francis Head, aus dem Lande ver⸗ trieben gehabt hatte. Herr Draper war es auch gewesen, von wel⸗

chem der Antrag zu den Eingangs näher erwähnten Resolutionen des Hauses ausgegangen war.

Unter anderen Anträgen, die dem Provinzial⸗Parlamente vorge⸗ legt worden sind, befindet sich auch einer behufs einer Verminderung von 15,000 Pfd. St. in den Ausgaben der Provinzial⸗Civilliste. Der General⸗Inspektor der Finanzen der Provinz hat die allgemeinen Anschläge der Einnahmen und Ausgaben derselben entworfen. Die Baar⸗Einnahmen sind von ihm auf 396,847 Pfd. St., die Ausgaben dagegen auf 393,022 Pfd. St. angeschlagen, so daß sich eine Bilanz von 3824 Pfd. zu Gunsten der ersteren ergiebt.

Die schon neulich erwähnte Bill, welche Sicherung der Unab⸗ hängigkeit des kanadischen Parlaments durch Ausschluß aller Beamten und Angestellten aus demselben bezweckt, ist durchgegangen. Dagegen wurde bei der Abstimmung ein Amendement verworfen, welches auch den Ausschluß der Solizitors⸗General des Ostens und des Westens, so wie aller Räthe der Königin, bezielte.

Handels- und Börsen-Nachrichten.

Marktpreise vom Getraide. Berlin, den 23. November 1843. ö“ 8 Zu Lande: Weizen (weißer) 2 Rthlr. 9 Sgr. 7 Pf., auch 2 Rthlr. 7 Sgr. 2 Pf. und 2 Rthlr 1 Sgr. 2 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 19 Sgr. 10 Pf., auch 1 Rthlr. 13 Sgr. 10 Pf.; große Gerste 1 Rthlr. 1 Sgr. 2 Pf., auch 1 Rthlr.; kleine Gerste 1 Rthlr. 1 Sgr. 6 Pf., auch 27 Sgr. 7 Pf.; Hafer 24 Sgr., auch 20 Sgr. 5 Pf.; Erbsen 1 Rthlr. 21 Sgr. 7 Pf., auch 1 Rthlr. 13 12 2 Pf.; Linsen 2 Rthlr. 2 Sgr. 5 Pf. Eingegangen sind 142 Wispel. 5 8 9G Weizen (weißer) 2 Rthlr. 12 Sgr., auch 2 Rthlr. 7 Sgr. 2 Pf. und 2 Rthlr. 4 Sgr. 10 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 18 Sgr., auch 1 Rthlr. 14 Sgr. 5 Pf.; große Gerste 1 Rthlr. 2 Sgr. 5 Pf.; Ha⸗ ser 20 Sgr. 9 Pf., auch 19 Sgr. 7 Pf.; Erbsen (schlechte Sorte) 1 Rthlr. 13 Sgr. 2 Pf. Eingegangen sind 273 Wispel 14 Scheffel. Mittwoch, den 18. November 1843. * Das Schock Stroh 7 Rihlr. 5 Sgr., auch 6 Rthlr. 10 Sgr. Centner Heu 1 Rthlr. 5 Sgr., auch 22 Sgr. 6 Pf. Kartoffel⸗Preise. - Der Scheffel 17 Sgr. 6 Pf., auch 11 Sgr. 3 Pf. Branntwein⸗Preise. Die Preise von Kartoffel⸗Spiritus waren am 18ten 16 ½ 16 ¼ Rthlr., am 21ten 16 ¾ 16 ½ Rthlr. und am 23. November d. J. 16 ¼ Rthlr. (frei ins Haus geliefert) pro 200 Quart à 54 pCt. oder 10,800 pCt. nach Tralles. Korn⸗Spiritus: ohne Geschäst. Berlin, den 23. November 1843. Die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin.

Danzig, 20. Nov. Marktbericht. An der Börse sind verlauft nachträglich am 18ten: Weizen, poln. 12 ½ L. 130pf. a Cf. 9; heute: 26 . do a Cf. 350 18 L. 11 133 f. ꝗ(CV L. 133 34pf. a Cf. 380; inl. 12 L. 129pf. a Cf. 345, 18 L. 127 —28pf. a Cf. 350; Roggen, poln. 30 L. 121—22 pf. a Cf. (), 20 L. 120pf. u. 39 L. 122 pf. a Cf. 197 ½; Erbsen, w. 5 L. a Cf. 185; Rübsen, poln. 2 L. a Cf. 360 p. Last.

Breslau, 21. Nov. Getraide⸗Preise. .

ö. Höchster: Mittler: 8 Niedrigster: Weizen 2Rthl. Sgr. Pf. 1 Rthl. 21 Sgr. 6 Pf. 1 Rthl. 12 Sgr. Pf Roggen 1 810 » 8 3 8 ,“] 6 » Gerste » 29 » 6 » 28 » Hafer 5 19 » —, „„ 5) 18 » 9 5 18 ) 6 »

Magdeburg, 22. Nov. Höchster und niedrigster Getraide⸗Markt⸗

preis pro Wispel: Weizen: 50 44 Rthlr. 30 28 Rthlr. Roggen: 39 35 » 19 18 » 8 Köln, 20. Nov. (H. O.) Rüböl. Effektiv faßweise 30 ½, bei Par⸗ tieen 30, pro Laufe d. M. 29 ½ à 8, pro Mai 29 ½¼, pro Oktober 30 ¾ Rthlr. Effektiv ist anhaltend stark begehrt, dagegen auf Lieferung ganz ohne Leben. Hull, 14. Noov. Getraide⸗Markt. (B. H.) Am heutigen Markt⸗ tage wurde ziemlich viel englischer Weizen offerirt, wovon indessen Manches in schlechter Beschaffenheit und daher schwer zu begeben war, die besten trockenen Sorten gingen aber schlank zu den heute vor acht Tagen bezahl⸗ ten Preisen ab. In fremder Wgare wurde wenig umgesetzt, der Werth der⸗ selben ist aber unverändert. Frische neue Gerste behauptet sich im Ereise wogegen alte fremde Waare nur zum Mahlen genommen wird. In Erbsen und Bohnen haben wir keine Veränderung zu berichten. Hafer behauptet sich. Leinsamen von wirklich schöner Qualität ist gefragt und fest im Preise, die geringen Sorten sind aber schwer anzubriugen. Ueber Rappsaamen läßt sich nichts Neues sagen. Leinkuchen gehen gut zu unseren Notirungen ab. Rappkuchen sind aber flau. Knochen sind sehr fest. 1 Vom 18. Nov. Seit Abfassung des Obigen ist nur sehr wenig in Weizen umgegangen und dieses Wenige wurde nur von unseren Müllern genommen. Alte fremde Gerste ist vernachlässigt, neue behauptet sich dage⸗ gen im Preise und dürfte im Frühjahre in die Höhe gehen; der Zoll auf diesen Artikel wird in nächster Woche 1 Sh. nachgeben. Erbsen sind zu unseren Notirungen in besserer Nachfrage. Leinsamen, welcher in Folge der großen Zufuhren zu sehr niedrigen Preisen begeben wurde, hat sich etwas erholt und dürfte während des Winters wohl anziehen, wenn nicht mehr unerwartet große Zufuhren davon eintreffen; von Rappsamen haben wir dieselbe Meinung. Leinkuchen von schöner Qualität würden gut vom Bord zu begeben sein. Rappkuchen sind zu 90 bis 92 Sh. 6 Pce. pr. Ton be⸗ geben. Knochen sind etwas flauer. 8 Getraide⸗Preise. Weizen, danz. u. königsb. hochbunter 56 a 57, do. bunter u. rother 53 2 55, pomm., mecklenb. u. märk. rother 52 a 55, anhalter u. schles. weißer 55 a 57, dän., holst. u. fries. do. 52 a 54, do. rother 48 a 54, russ. u. odess. harter 38 a 42 und do. weicher 45 a 50 Sh. Gerste, Mahl⸗ 28 a 30 und Malz 30 a 32 Sh. Hafer, dän. u. pomm. 13 a 16, fries., Brau⸗ 17 a 19, do. Futter⸗ 18 a 20 u. russ. 14 a 15 Sh. 8 Bohnen, große u. Mittel⸗ 27 a 29 und kleine 29 a 32 Sh. Erbsen, Mahl⸗ 30 a 32 und Koch⸗ 32 a 35 Sh. Wicken, große u. kleine 32 a 35 Sh. Saamen, Oelkuchen ꝛc. Leinsaamen, Schlag⸗ pro Qr. 33, 36 38 Sh., extra 42 Sh. RNappsaamen pro 10 Ors. 24 a 24 Pfd. 10 Sh Leinkuchen, holländ., fries. u. franz. pro Ton 5 Pfd. 15 Sh. a 7 Pfd. flensburger u. deutsche pro Ton 5 Pfd. 5 Sh. a7 Pfd. Nappluchen pr. Ton 4 Pfd. 10 Sh. Leinöl pro Ton 29 Pfd. 10 Sh. Rüböl pro Ton 35 36 Pfd. Knochen pro Ton 84 Sh. 1 Huller Durchschnitts⸗Preise vom 15. November. Weizen 942 Or. 51 Sh. 3 Pce. Roggen Or. Sh. Pee. Gerste. 148 2 » Bohnen 24 v 27 » Hafer.. 246 Erkin 6 » 289 »

Der

2 8 2

0 »— » 28 »

Gerste: Hafer:

2 9

Das zehnte Jahresfest des Berliner Frauen⸗ Kranken⸗Vereins.

Den 21. November feierte der Frauen⸗Kranken⸗Verein in Berlin sei

zehntes Jahresfest in der Bethlehems⸗Kirche, dem auch Ihre Majestät di

Königin beizuwohnen geruhte. Aus dem Berichte, der dabei vorgenagen wurde, geht hervor, daß Gott den Verein diese 10 Jahre seines Bestehens hindurch sehr gesegnet hat. Es sind seit 10 Jahren Hunderte 28 weiblichen Kranken gepflegt, unterstützt, geheilt und auf den Sa. dens und begeren Ldens seitien Tenifn. nn basch bacdealen des. wae

und Segnungen, die dem Verein u üen.

2* edlen Menschenfreunden, Hohen und Lv und selbst Armen oder wenig Bemittelten zugeflossen. Es sind in diesen

10 Jahren 7979 Kranke in der Stadt in ihren ärmlichen Wohnungen vom

Verein besucht und mit 87,009 Suppen⸗Portionen, mit Wäsche, Kleider