1843 / 167 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

I n⸗ ZBekanntmachungen.

AI1IA11e*

Der ehemalige Briefsammler in Janowiec Chri⸗ stoph Wilhelm Friedrich Thieme, 50 Jahre alt, evangelisch und in Mückenburg in der Neumark ggeboren, ist wegen Betruges von uns zur Untersuchung ggezogen worden, hat sich aber während derselben heim⸗ lich aus seinem letzten Wohnorte Strzelce, Mogilnoer Kreises, entfernt.

Alle Militair⸗ und Civil⸗Behörden werden ersucht, auf den Thieme vigiliren und im Betretungsfalle ihn arretiren und an uns abführen zu lassen. G

[2156]

Wongrowiec, den 2. Dezember 1843. Königl. Land⸗ und Stadtgericht. [1454] EETET“ Das von dem Regiments⸗Quartiermeister George Wilhelm Willudowius mittelst Stiftungs⸗Urkunde vom

28

22. Oktober 1788 und 20. Februar 1795 mit den Grund⸗ stücken Ragnit Nr. 70 und Krakonischker Milchbude errichtete Familien-Fideikommiß soll auf den Antrag der zeitigen Besitzer desselben, des Landraths August Friedrich Boguslaw v. Wildowski in Ragnit und der Frau Stadtrath Johanna Charlotte Wegener, geb. Wil⸗ ludowius, in Danzig, durch einen Familien⸗Schluß in

der Art aufgehoben worden, daß die beiden Grundstücke nebst den vorhandenen Gebäuden und den in dem Ko⸗ dizille vom 20. Februar 1795 bestimmten Inventarien⸗ stücken nach vorgängiger landschaftlicher Tare im Wege der freiwilligen, jedoch mit den Formen der nothwendi⸗ gen Subhastation meistbietend gerichtlich verkauft und die reine Lösung an die einzelnen zum Nießbrauche resp. zur Succession berufenen Interessenten auf den Grund einer ungefähren Wahrscheinlichkeits⸗Rechnung über den möglichen dereinstigen Anfall des Fideikommisses an sie verhältnißmäßig vertheilt werden sollen.

Es werden daher in Gemäßheit des §. 9 des Ge⸗ setzes vom 15. Februar 1840 alle etwanige unbekannte Anwarter dieses Fideikommisses hierdurch aufgefordert, vor oder spätestens in dem am 13. März 1844, Vormittags um 11 Uhr, im Geschäfts⸗Lokale des unterzeichneten Ober⸗Landes⸗ gerichts vor dem Deputirten, Herrn Ober⸗Landesgerichts Rath Bock, anstehenden Termine ihre Erklärung über en zu errichtenden Familienschluß entweder persönlich oder durch gehörig legitimirte Bevollmächtigte, zu wel⸗ chen ihnen die Justiz⸗Kommissarien Lindenau und Koß mann und der Kriminalrath Hassenstein hierselbst in Vorschlag gebracht werden, abzugeben, widrigenfalls sie nach Ablauf des Termins mit ihrem Widerspruchsrechte präkludirt werden sollen. .“

Insterburg, den 12. Juli 1843. 8

Königliches Ober⸗Landesgericht. 1111A1“A“

Gegen den Schneidergesellen Ferdinand Neisemann, gehoren hierselbst am 3. September 1801, welcher wäh⸗ rend seiner Minderjährigkeit die Wanderschaft angetre ten, seit länger als 15 Jahren keine Nachricht von sich gegeben hat, und für den ein Vermögen von 520 Thlr. bei uns verwaltet wird, ist von seinem Bruder, dem Schneider Friedrich Wilhelm Neisemann, auf Todeser⸗ klärung bei uns angetragen.

Es wird daher der verschollene Ferdinand Neisemann, oder jeder seiner etwanigen Erben hierdurch aufgefor dert, sich binnen 9 Monaten bei uns schriftlich oder mündlich, spätestens aber in dem anberaumten perem⸗ torischen Termine am 20. September 1844, Vormitt. 10 Uhr, in unserem Instructionszimmer Nr. 2 vor dem Herrn Land⸗ und Stadtgerichts⸗Rath Goehde persönlich oder durch einen Bevollmächtigten, wozu wir die Justiz⸗Kom⸗ missarien Goetsch und Reitzenstein vorschlagen, zu mel⸗ den, widrigenfalls der Ferdinand Neisemann für todt erklärt und sein Vermögen den erscheinenden, sich ge⸗ hörig legitimirenden nächsten Verwandten, oder im Falle sich auch diese nicht einfinden sollten, der hiesigen Käm⸗ merei als herrenloses Gut ausgehändigt werden wird. Kolberg, den 5. Dezember 1843. .

Königl. preuß. Land⸗ und Stadtgericht.

[1282] Nothwendiger Verfkauf. 8

Stadtgericht zu Berlin, den 320. Juni 1843. Das in der Jerusalemerstraße Nr. 8 belegene Sarre⸗

sche Grundstück, taxirt zu 18,959 Thlr. 17 Sgr. 9 Pf.,

soll im Wege des Konkurses

am 13. Februar 1844, Vormittags 11 Uhr,

an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗

pothelenschein sind in der Registratur einzusehen.

[2157 Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 25. November 1843. Das in der Waßmannsstraße Nr. 33a. belegene

Thomassinsche Grundstück, gerichtlich abgeschätzt zu

9705 Thlr. 5 Sgr., soll 1— am 9. Juli 1844, Vormittags 11 Uhr,

an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Ho⸗

pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.

1

nn 8 Das der höchsten Gutsherrschaft Flatow gehörige, in Westpreußen im Flatowschen Kreise gelegene Vorwerk Wersk, welches einen Flächenraum an Hof⸗ und Baustellen. 4 Morg. 90 ◻R. Acker 1395 5 4133 an Wiesen 0bbäö d. an Weide . 265 136 » 1““ also von 1936 Morg. 109 ◻᷑¶ R. b-g dhegen eencz ten umfaßt, und auf welchem Inventarium vorhanden eder todtes noch lebendiges chen Nutzung der ist, soll nebst der wirthschaftli⸗ 7J. vorhandenen Wohn⸗ und Wirth⸗ schaftsgebäude und der Inventarien⸗S 5 95 8 3 B1 Saaten, in dem am 20. Januar 1844, Vormittags um 10 Ulb vor dem unterzeichneten Rent⸗Amte bigs * 8 E11I11“ hierselbst anstehen⸗ den Termine vom 1. Juli 1844 ab, auf 12 hinterei ander folgende Jahre, also bis dahin 1856 8 Wene der Licitation öffentlich verpachtet werden.” Pachtlustige werden hierzu mit dem Bemerken einge⸗ laden, daß jeder Pachtliebhaber, bevor er zum Gebote gelassen wird, seine Qualification gehörig nachzuweisen und eine Caution von 500 Thlr. zu deponiren hat. Die der Verpachtung zum Grunde zu legenden Be⸗ dingungen können in der Registratur der Königl. Ge neral⸗Direction der Sechandlungs⸗Sozietät in Berlin und in dem Geschäfts⸗Lokale des Rent⸗Amts hierselbst zu jeder Zeit eingesehen werden. Flatow, den 5. Dezember 1843. Königl. Rent⸗Amt.

Preußische Renten⸗Versiche⸗ rungs⸗Anstalt.

Defannimebnng.

Die unterzeichnete Direction bringt hiermit zur öffent lichen Kenntniß, daß in den Monaten Januar und Februar k. J. die Zahlung der für das Jahr 1843 fälligen Renten von den vollständigen Einlagen der Jahres⸗Gesellschaften 1839 bis einschließlich 1842, sowohl hier bei der Directions⸗Kasse (Mohrenstraße

Diese Renten betragen:

von den Jahres⸗Ge⸗

sellschaften:

[463 b]

II. J. [R⁴. D9⸗

2 V N. †.

Anzeiger.

Nr. 59, als bei den sämmtlichen Agenturen, nach Bestimmung des §. 26. der Statuten, stattfinden wird. Die fälligen Renten⸗Coupons sind mit dem im §. 27. der Statuten vorgeschriebenen Lebens⸗Atteste zu ver sehen und wird in letzterer Beziehung noch bemerkt, daß, wer mehrere Coupons für Eine Person zu gleicher Zeit abhebt, auch nur Ein Lebens⸗Attest beizubringen nöthig hat, und daß dergleichen Atteste ven Jedem, der ein öffentliches Siegel führt unter Beidrückung desselben und dem Vermerk des Amts Charakters ausgestellt werden lönnen. in HNliase III. W.

45 14 14 1

Berlin, den 6. Dezember 1843.

2

vr. 5* ).

V 2

Direction der preußischen Renten⸗Versicherungs⸗Anstalt.

461 b * 4760 Te Mhpzeiriche Eisenbahn⸗Gesell⸗

schaft.

Da die Direktoren Herren von Ammon, Hanse⸗ mann, Dahmen und Lamberts, so wie die stell⸗ vertretenden Direktoren Herren Heck, Heuser, Höl⸗ terhoff, Kuetgens, Lochner und Thywissen ihre Entlassung geben und nur noch bis zur Wahl an⸗ derer Direktoren fungiren zu wollen erklärt haben, so wird für diese Wahl eine außerordentliche General⸗ Versammlung auf Montag den 15. Januar 1844, Vormittags 10 Uhr, in dem hiesigen Rathhause hiermit einberufen. Auch ist die Stelle des Herrn Direktors Schnitzler, welcher bereits ausgetreten ist, zu ersetzen.

Zugleich werden nach Maßgabe des Art. 28. des Statuts Beschlüsse zu fassen sein über:

a) eine Abänderung des §. 23. des Statuts, den Reservefonds betreffend;

b) einen Zusatz zum Statut in Bezug auf die Sus⸗

pension, respektive die Entlassung der Directoren.

Nach den §§. 30 und 31 des Statuts sind nur die⸗ jenigen Actionaire zur Ausübung eines Stimmrechts in der General⸗Versammlung befugt, welche ihren Actien⸗ Besitz wenigstens 14 Tage vor dem Datum gegenwär⸗ tiger Einladung in unsere Register haben einschreiben lassen, und welche wenigstens einen Tag vor der Ge⸗ neral⸗Versammlung entweder selbst oder durch ihre Be⸗ vollmächtigten sich legitimiren, daß ihr Actien⸗Besitz noch immer so besteht, wie es in den Registern der Gesell⸗ schaft eingeschrieben ist.

Köln, 6. Dezember 1843.

Die Direction der rheinischen Eisenbahn⸗Gesellschaft.

X* 2 N⸗ 5298 „6 .₰ Niederschlesisch⸗Märkische I 4o4 b- Eisenbahn.

Um dem fortdauernden Andrange von Gesuchen um Anstellung bei unserer Eisenbahn⸗Verwaltung zu begeg⸗ nen, machen wir hierdurch bekannt, daß für die Besez⸗ zung aller Stellen bei der letzteren bereits hinreichend gesorgt ist und fernere Anwartschaften darauf nicht er⸗ theilt werden können.

Diejenigen Anstellungs⸗Gesuche, welche gleichwohl noch hier eingehen sollten, werden daher unbeantwortet bleiben, die etwa beigefügten Atteste aber ohne Weite res durch unser Büreau remittirt werden.

Berlin, den 8. Dezember 1843.

Die Direction der Niederschlesisch⸗Märkischen Eisenbahn⸗ Gesellschaft. [460 b]

In der heute stattgefundenen aufserordentlichen General- Versammlung der Actionairs der Berlinischen Feuer - Versicherungs-Anstalt ist der Herr L. F. Meisnitzern zum fortwährenden Bevollmächtigten genannter Anstalt durch einstimmigen Beschluls bestätigt worden.

Berlin, den 11. Dezember 1843.

Die Direction der Berlinischen Feuer-Versie herungs- Anstalt. WTI C. Bel

Literarische Anzeigen. [2145] b“ Im Verlage von Duncker X Humblot —8 so eben und ist in allen Buchhandlungen zu haben:

Neuere Geschichte des preußi⸗ schen Staates und Volkes.

Von der Zeit des großen Kurfürsten bis auf unsere Tage für alle Stände bearbeitet von ET11“ 8 9 Franz Kugler. Erster Theil. Vom Frieden von Oliva bis zum Tode Friedrich's II. (1660 1786.) gr. 8. geb. 2 i Thly.

Das Interesse, welches der Inhalt dieses Bandes,

nämlich die Darstellung Preußens in seiner Entwicke⸗ lung als europäischer Staat von seinem ersten kräftigen Auftreten als solcher unter dem großen Kurfürsten bis zu seiner Ehrfurcht gebietenden Stellung in den letzten Regierungsjahren des großen Königs, an sich erregen muß, macht bei dem Rufe, welchen sich der Herr Pro⸗ fessor Kugler als vaterländischer Geschichtschreiber bereits erworben hat, eigentlich jede weitere Empfehlung über⸗ flüssig. Die Aufgabe aber, welche der Titel stellt, für alle Stände zu schreiben, hat der Verfasser gewiß glücklich gelöst. Und wer, welches Standes er auch sei, wünscht nicht heute bei der allgemeiner gewordenen Theilnahme am Staatsleben, eine mit Vaterlandsliebe, Kenntniß und Urtheil geschriebene Darstellung unserer Geschichte zu besitzen, damit er erkenne, auf welche Weise das heutige Preußen sich allmälig entwickelt. Da sich dieser erste Band der Kuglerschen Ge⸗ schichte namentlich zu Weihnachtsgeschenken eig nen dürfte, so haben wir eine Anzahl Exemplare in englischer Leinwand elegant kartonniren lassen und sind solche zu dem Preise von 2 ½ Thlr (51 Bo⸗ gen) in allen Buchhandlungen zu haben.

Keibel.

[2146] Bei E. M. Heilbutt in Altona ist erschienen und

in der 2. Trautweinschen Buch⸗ u. Musikalienhdlg. (J. Gutten⸗ tag) in Berlin, Breitestr. 8, zu haben:

8. 11“ Herbert, E., Kritische Beleuchtung 8 2 der preußischen Censur⸗Instructionen vom 4. Februar und 30. Juni 1843; eine vernunftgemäße Untersuchung über die Spsteme des Christen⸗ und Judenthums und über die Theorie der Regierungsformen und Staatsverbände. Schädliche Wahrheit, ich ziehe sie vor dem nützlichen Irrthume; Wahrheit heilet den Schmerz, den sie viel- leicht uns erregt. 3. W. v. Göthe. gr. 8. geh. 15 Sgr.

In der literarisch⸗artistischen Anstalt in

München erscheint: 120908 Die Bafiliken des christlichen Roms,

aufgenommen von den Architekten J. G. Gutensohn und J. M. Knapp, nach der Zeitfolge geordnet und erklärt, und in ihrem Zusammenhang mit Idee und Geschichte der Kirchen baukunst dargestellt von Christian Karl Josias Bunsen, der Philos. u. d. Rechte Doktor. 50 Kupfertafeln in Folio mit dem Text in Quart. In 7 Lieferungen, jede zu 2 Fl. 12 Kr. rh. = 1 Thlr. 10 Sgr. Preis des ganzen Werkes 15 Fl. 24 Kr. 111“

Schon vor einer Reihe von Jahren publizirten die Herausgeber obigen Werkes einige Hefte dieses Werkes unter dem Titel: „Denkmale der christlichen Religion“ zc. durch die J. G. Cottasche Buchhandlung in Stutt⸗ gart, die jedoch durch Hindernisse, deren Ueberwindung nicht in ihrer Macht stand, abgehalten wurde, das Ganze vollständig dem Publikum zu übergeben. Ohnehin aber beschränkte der hohe Preis, welchen die Herausgeber für die erschienenen Hefte festgesetzt hatten, den Verkauf der⸗ selben auf einen kleinen Kreis von Abnehmern.

Jetzt hat sich einer der ersten lebenden Kenner des alten Roms in Europa, Herr Nitter v. Bunsen, des Unternehmens angenommen, und den Platten, de⸗ ren Genauigkeit und Treue ihnen einen unverkümmerten Werth erhalten, durch einen erläuternden Tert neues Interesse verliehen. Das Werk hat durch diesen Text noch eine unmittelbare Beziehung auf praktische Fragen der Zeit erhalten, da in demselben die Feststellung von Grundsätzen für die Anwendung der Basiliken und der aus ihnen entstandenen Formen für den protestantischen Kirchenbau versucht ist.

L. Schubar’s neuester Roman.

Bei Unterzeichnetem ist so eben erschienen und in allen soliden Buchhandlungen (auch Leihbibliotheken) zu haben:

St. Truyen

von

82 1 Ab Zwei Bände. 8. eleg. brosch. 3 Thlr.

Der überaus rasche und günstige Erfolg, von welchem die bisherigen Schriften des talentvollen Verfassers be⸗ gleitet gewesen, giebt uns um so mehr Veranlassung, auf dieses sein neuestes Werk aufmerksam zu machen, als dasselbe unstreitig den besten Erzeugnissen der heu tigen Roman⸗Literatur zur Seite gestellt werden darf

Gleichzeitig ist eben daselbst erschienen:

Gesammelte Novellen

von

[2139]

2„ 4 L. Schubar. Drei Bände. 8. eleg. brosch. 4 ½ Thlr. Berlin, November 1843. Carl Heymann.

In Oehmigke’s Buchhandlung (J. Bülow) in Berlin, Burgstr. 8, ist zu haben, wie auch in Graudenz:

[2120]° C. F. G. Thons vollkommener

2 —2 42 * .. Jagd⸗ und Scheibenschütze, oder kürzeste Ausbildung als treffl. Schütze für Jagd u. Scheibe. Nebst Kenntniß, Gebrauch, Behandlung, Ladung, Reinigung u. Probirung der Gewehre. 12. Elegant broschirt. ³ Thlr.

Der Verf. seiner Zeit einer der berühmtesten Schützen seiner Gegend, ist den Liebhabern bereits aus seiner größeren Anweisung zum Schießen mit Büchse, Flinte u. Pistolen rühmlich bekannt, welche von mehreren kri⸗ tischen Blättern sehr belobt wurde und in kurzer Zeit zwei Auflagen erlebte

In unserem Verlage erschien und ist in allen Buch- und Musikalien- Handlungen (in Berlin bei Bote C Bock Challier 7 42 Co. Pae⸗²

Trautwein zu erhalten:

8 Opern 1“

I. Für das Pianoforte allein. Vollständige Klavier - Auszüge ohne T†. N66 Joseph 2 34. Rossini, Aschenbrödel.... 35. Boieldieu, Johann von Paris 1 36. Cherubini, der Wasserträger 1 ½¼

II. Zu vier Handen.

arrangirt von F. L. Schubert.

Vollständige Klavier-Auszüge. Mozart, die Zauberflöte Mozart, Titus Sammlung von OQuvertüren beliebten Opern für das Pianofonte.

No. 51 62.

Jede Nummer zweihändig 112 Thlr. vierhändig 2 Thlr.- Ro ssini Aschen-

Einsiedler Méhul,

Lief. 9.

2 11

22 2) Inhalt: Kuhlau, Lulu brödel Ca rasffa, Der Die Jagd Heinrich IV. Gluck, Iphigenie in Aulis Méhul, Joseph 8 He- rold, Die Täu- schung i Cherubini, Medea B oieldieu, Zwei Nächte Auber, Die Braut Meyer- beer, Margarethe von Anjou Cherubini, Die Abenceragen. Sammlung von Potpourris aus beliebten Opern. Für das Pianoforte allein. Jede Nummer Thlr. Donizetti, Die Tochter des Regiment Lortzing, Czaar und Zimmermann. 7 Auber, Die Krondiamanten. 8. Halevy, Guido und Ginevra. Das vollständige Verzeichniss dieser Sammlungen wird gratis ausgegeben. Leipzig, im November 1843. Friedlein 4

7

[2130]

Bei C. F. Amelang in Berlin erschienen folgende zur häuslichen Erbauung und zuFestgeschen⸗ ken sich eignende, bereits als vorzüglich anerkannte asce⸗ tische Schriften, und sind durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes zu haben:

Biesenthal, Dr. J. H. R., Biblisches, Kir⸗

chenhistorisches u. Archäologisches Hand wörterbuch für gebildete Bibelleser. 8.

Maschinen⸗Velinpapier. geh. 1 Thlr. 15 Sgr. Döring, Dr. H., Seenen

und Bilder aus dem Leben Jesu. Nebst einem Anhange Alt⸗ testamentlicher Gemälde und religiöser Dichtungen.

8. Masch.⸗Velinpap. Mit einem allegor. Titel⸗

kupfer. Sauber geh. 22 ½ Sgr.

Gott mit dir! Andachtsbuch für gebildete Christen jüngeren Alters. gr. 8. Dritte verbesserte und vermehrte Auflage. Mit Vignetten und einem schönen Titelkupfer. Sauber geh. 1 Thlr. 15 Sgr.

Kletke, H., Geistliche Blumenlese, aus deut schen Dichtern von Novalis bis auf die Gegen⸗ wart. Mit einem Anhange biographischer Nach⸗ richten. 8. Mit einem Stahlstich Maschinen⸗ Velinpapier. geh. 1 Thlr. 7 ½ Sgr.

Spieker, Dr. C. W. (Königl. Superintendent, Professor und Oberpfarrer zu Frankfurt a. d. O.), Der christliche Glaube. Ein Confirmations⸗ buch für die reifere Jugend. Neue wohlfeile Ausgabe. 35 Bogen in gr. 8. Mit allegori⸗ schem Titelkupfer u. Vignette. Saub. geh. 1 Thlr.

—, Des Herrn Abendmahl. Ein Beicht⸗ u. Kommunionbuch für gebildete Christen. Fünfte verbesserte Auflage. Mit einem herrlichen Stahlstich und einer Vignette nach Zeichnungen von Geisler, gestochen von C. Maver. 8. Maschinen⸗Velinpapier. geh. 1 Thlr.

—, Andachtsbuch fuͤr gebildete Christen. Zwei Theile, unzertrennlich. Sechste vermehrte u. verbesserte Auflage. 8. Jeder Theil mit einem schönen allegorischen Stahlstich und Vignette. Elegant geheftet. 2 Thlr.

Christliche Morgen⸗ und Abend dachten auf alle Tage des Jahres. Zweite verbesserte u. vermehrte Auflage. Zwei Theile. gr. 8. Jeder Theil mit einem allegori schen Titelkupfer und Vignette. Sauber geheftet Complet 3 Thlr. b.

—, Christliches Trostbuch für Leidende und Traurige. gr. 8. Velinpapier. Sauber geheftet. 1 Thlr. 15 Sgr.

Wilmsen, F. P., Eusebia. Andachts⸗Uebungen in Gesängen, Gebeten und Betrachtungen für weib⸗ liche Erziehungs⸗Anstalten und für die Familien Andacht. 8. Mit einem Titelkupfer. geh. 20 Sgr.

Zerrenner, Dr. C. C. G. (Königl. Konsistorial⸗ und Schulrath zu Magdeburg), Taschenbuch zur täglichen Erbauung für denkende Christen. Zweite verbesserte und vermehrte Aus⸗ gabe. Mit einem Titelkupfer. 32. Maschinen⸗ Velinpapier. geheftet. 1 Thlr. 5 Sgr.

An⸗

Mit Genchmigung des Herrn Gebeimenraths von Schelling erschien so eben in meinem Verlage:

ANTHOLOCGII

““ Werken.

Preis 1 ½

[459 b]

gr. 8. Velin papier. 2 Bestellungen hierauf nimmt jede Bnchhandlung entgegen. In Berlin auch der V;v 7* 4 Wilhelm Hermes. 8

Königsstralse N 8

unterzeichnete

legevr.

Wohlfeilste Musikalien.

4 eh

Das Abonnement bekrägt 2 Rthlr. für Jahr. 8 1 8' Jahr. 8 nthlr. - 1 Jahr. in allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung. Insertions-Gebühr für den Raum einer Zeile des Allg Anzeigers 2 Sgr. 8

NoM

167.

2

Amtlicher Theil.

Inland. Düsseldorf. Kunst⸗Verein. Prof. Maurenbrecher †. Liegnitz. Unterstützungs⸗Anstalt für katholische Schullehrer⸗Wittwen und Waisen. Jau er. Wohlthätiger Verein. Posen und Breslau. Orkan.

Deutsche Bundesstaaten. Bavern. München. Rittersest des St. Georgs⸗Ordens. Sachsen. Leipzig. Reise des Königs nach Cöthen. Zeichen eines regen kirchlichen Lebens. Grh. Hessen. Darmstadt. Empfang des Großfürsten Thronfolgers von Rußland. Holstein. Kiel. Ungewitter.

Frankreich. Paris. Nachrichten aus Algier. Vermischtes. Briefe aus Paris. (Die Königin Victoria im nächsten Sommer in Paris erwartet; Denkmal des Herzogs von Orleans zu Setif; Verstär⸗ kung der afrikanischen Armee. Weiteres über Arago's Ansicht von der Befestigung von Paris; Munizipal⸗Wahlen; die Legitimisten und der Herzog von Bordeaur.) 3

Großbritanien und Irland. London. Rückkehr der Königin nach Windsor. Die öffentliche Meinung über das Treiben der französischen Legitimisten. Schreiben aus London. (Englischer Einfluß in Lahore und die General⸗Gouverneure von Indien; unkluges Verhalten der An⸗ hänger des Herzogs von Bordeaur.) 1

Niederlande. Briefe aus dem H. aag. (Plãne der limburgischen Se⸗ paratisten; Beurlaubungen; neue Anleihe.) und Luxemburg. (Ge⸗ burtsfest des Königs; Bürgermeisterwahl.)

Belgien. Brüssel. Belgiens Handels⸗Verhältnisse zu Frankreich und Deutschland.

Spanien. Briefe aus Madrid. (Olozaga und die Parteien; das Coalitions⸗Ministerium; Fürst Carini; Erläuterungen im Kongreß über die jüngsten Ereignisse.) und Paris. (Olozaga's Benehmen vom französischen Standpunkte aus betrachtet; Sanz nach Figueras; Zustand von Barcelona.)

Türkei. Schreiben aus Konstantinopel. (Fortdauernde diplomatische Verhandlungen wegen Hinrichtung des Armeniers; Gährung in den Pro⸗ vinzen; Donauschifffahrt.)

Eisenbahnen. Schreiben aus dem Haa g. (Eröffnung der Bahn zwi⸗ schen Haag und Amsterdam.) 8 1

Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Königsberg, Breslau, Magdeburg, Köln. Marktbericht. Paris. Börse. Amster dam. Börsen⸗ und Marktbericht.

Berliner Quartett. (Ueber Quartett⸗Musik.) Zur publizistischen Literatur.

Beilage. Deutsche Bundesstaaten. Bavern. Nürnberg. General⸗Versammlung der Ludwig⸗Kanals⸗Gesellschaft. Württem berg. Stuttgart. Ergebnisse der diesjährigen Aerndte.

Zur Zoll⸗Vereins⸗Literatur.

Amtlicher Theil.

Berlin, den 13. Dezember. 8 tät der König sind von Cöthen zurückgekehrt.

Seine Majest

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: Den Ober⸗Landesgerichts⸗Rath zu Glogau, Geheimen Justiz⸗ Rath le Prétre, als Rath an das Kammergericht zu versetzen; und Den Land⸗ und Stadtgerichts⸗Rath Lemmer zu Liegnitz zu⸗ gleich zum Kreis⸗Justizrath des liegnitzer Kreises zu ernennen.

Berlin, den 12. Dezember 1843. Ihre Majestäten der König und die Königin und das ganze Königliche Haus, so wie sämmtliche Glieder des Höchstihnen so nahe

verwandten Königlich niederländischen Hauses, sehen Sich plötzlich in tiefe Trauer versetzt.

Diesen Morgen zwischen 8 und 9 Uhr wurden Se. Majestät

der König Wilhelm Friedrich Graf von Nassau von einem Schlag⸗

flusse befallen, welcher Höchstihrem Leben unerwartet ein Ziel setzte.

Des Prinzen Friedrich der Niederlande Königl. Hoheit, Höchst⸗ welche mit Ihrer Durchlauchtigsten Gemahlin und Höchstihren Kin dern Königlichen Hoheiten jetzt hier anwesend sind, waren bei An⸗

wendung der leider vergeblichen ärztlichen Mittel gegenwärtig.

Der Königliche Hof legt heute, am 14. Dezember, die Trauer

auf vier Wochen für Seine Majestät den König Wilhelm Friedrich Grafen von Nassau an.

Die Damen erscheinen in schwarz seidenen Kleidern, und zwar

die ersten vierzehn Tage in schwarzem Kopfputz, schwarz seidenen Handschuhen und mit schwarzen Fächern, die letzten vierzehn Tage in

weißem Kopfputz, weißen Handschuhen und mit weißen Fächern, die letzten acht Tage aber mit Blonden. .

Die Herren erscheinen, insofern sie nicht Uniform tragen, die ersten vierzehn Tage mit schwarzen Schnallen und Degen, die letzten vierzehn Tage mit weißen Schnallen und Degen. erlin, den 14. Dezember 1843.

Der

Ober⸗Ceremonienmeister Graf Pourtales.

Die bisherigen Privat-Docenten Dr. Th. Jacobi und Dr, G. E. Guhrauer zu Breslau sind zu außerordentlichen Professo ren in der philosophischen Fakultät der Königl. Universität daselbst ernannt worden.

Abgereist: Der Königl. belgische Minister⸗Resident am Kö⸗ nigl. hannoverschen Hofe und bei den freien Hansestädten, du Jar⸗ din, nach Braunschweig. 8 6

amtlicher Thei Inland.

Düsseldorf, 8. Dez. (D. Z.) Die Verwaltung des hiesi⸗ gen Kunst-Vereins hat in diesen Tagen an, die Mitglieder den vier⸗ zehnten Jahres⸗Bericht vertheilen lassen. Der Ausschuß besteht sta⸗ tutenmäßig aus 30 Mitgliedern und 10 Stellvertretern des Vereins. Die Summa der Einnahme des Rechnungsjahres 1842 —43 betrug inel. eines Bestandes von 425 Rthlr. 25 Sgr. 1 Pf. in Summa 19,025 Rthlr. 29 Sgr. 10 Pf. Die Ausgabe in Summa 18,498 Rthlr. 15 Sgr. 11 Pf., unter letzteren sind Verwaltungs⸗Kosten 1425 Rhlr. 23 Sgr. 5 Pf. Die Gesammtzahl der Mitglieder des Kunst⸗Vereins ist 3243, hiervon sind in Düsseldorf 400. Von den übrigen Städten zählen die meisten Mitglieder Aachen, Berlin, El⸗ berfeld, Koblenz, Köln, Krefeld.

Am 5ten d. M. starb hier im Kreise der Seinigen der Profes⸗ sor Dr. Romeo Maurenbrecher, seit 15 Jahren Lehrer der Rechts⸗ wissenschaft an der Hochschule zu Bonn und als juristischer, nament⸗ lich auch als staatsrechtlicher Schriftsteller rühmlich bekannt, im kaum vollendeten 40sten Lebensjahre an den Folgen eines Gehirnleidens.

Alle Post-Anstalten des In⸗- und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuss. Zeilung: Friedrichsstrasse Nr.

Liegnitz, 9. Dez. Das heutige Amts⸗Blatt bringt eine Uebersicht der Verwaltungs⸗Resultate der allgemeinen Unterstützungs⸗ Anstalt für katholische Schullehrer⸗Wittwen und Waisen am Schlusse des Jahres 1842, woraus sich ergiebt, daß die Einnahmen in diesem Jahre 5,603 Rthlr. 22 Sgr. betrugen, worunter an Kapitals⸗Zinsen 1089 Rthlr. 27 Sgr. 6 Pf., an Beiträgen von 1554 Mitgliedern 4092 Rthlr. 4 Sgr. Ausgegeben wurden an ausgezahlten Pensionen 5247 Rthlr. 20 Sgr., insgemein 69 Rthlr. 8 Sgr. 1 Pf., an elo⸗ zirten Kapitalien 100 Rthlr., Summa 5416 Rthlr. 28 Sgr. 1 Pf. Es blieb also Bestand 186 Rthlr. 23 Sgr. 11 Pf. Die Rechnung pro 1842 schloß ab: mit einem Aktiv⸗Kapital von 31,200 Rthlr., Reste 18 Rthlr. 20 Sgr., Bestand 186 Rthlr. 23 Sgr. 11 Pf. Dem⸗ nach betrug das Vermögen der Anstalt am Schlusse 1842 31,405 Rthlr. 13 Sgr. 11 Pf. Am Schlusse 1841 betrug dasselbe 31,312 Rthlr. 14 Sgr. 9 Pf. Mithin ergiebt sich eine Verbesserung von 92 Rthlrn. 29 Sgr. 2 Pf. Die Anstalt zählte ult. Dezember 1842 1554 Mit⸗ glieder; 341 Wittwen, 227 Waisen und 42 Pensionaire, und im Gan-⸗ zen wurden 424 ¼ Pensions⸗Raten ausgezahlt. Da, wie aus der obigen Darstellung hervorgeht, die Vermögens⸗Substanz der Anstalt sich nur unbedeutend vermehrt hat, so muß auch für 1843 der bis⸗ herige Pensions⸗Satz von 12 Rthlrn. jährlich beibehalten werden.

Jauer, im Dezember. (Schl. Z.) Dem Verein zur Ret⸗ tung sittlich verwahrloster Kinder zu Jauer sind Allerhöchsten Orts die Corporations⸗Rechte, so weit solche zum Erwerbe von Grund⸗ stücken und Kapitalien erforderlich sind, verliehen worden.

Posen, 9. Dez. (P. Z.) Nachdem schon fast die ganze Wo hindurch ein heftiger Sturm geweht hatte, steigerte sich derselbe in der letzten Nacht und besonders heute früh bis zu einem wahren Orkane, der seine größte Stärke etwa um 9 Uhr erreichte, dann aber plötzlich nachließ. Er hat vielfachen Schaden an Dächern, Schorn-⸗ steinen, Zäunen, Schaufenstern u. s. w. angerichtet; auch sollen meh⸗ rere Menschen von herabstürzenden Ziegeln beschädigt worden sein.

Breslau, 10. Dez. (Schl. Z.) Durch den außerordentlichen Sturm in den gestrigen Frühstunden, durch welchen viele Dächer be⸗ schädigt, Fenster eingedrückt und Menschen auf den Straßen nieder⸗ geworfen wurden, wurde eine Frau aus Rosenthal, als sie eben durch das Kaiserthor gehen wollte, unter einen mit Reisig schwer beladenen Wagen geworfen, der mit dem einen Hinterrade der Frau über den Unterleib ging. Sie befindet sich in ärztlicher Pflege im Hospital Allerheiligen.

Ausland. Deutsche Bundesstaaten.

Bayern. München, 8. Dez. (A. Z.) Wie alljährlich an diesem Tage ward heute das Ritterfest des hohen St. Georgen Ordens auf herkömmliche Weise feierlich begangen. Nach geendetem Ordens⸗Kapitel bewegte sich der Zug der Ritter, Komthure und Groß Komthure, denen der Großprior, Se. Königl. Hoheit der Prinz Karl und endlich der durchlauchtigste Großmeister, Se. Majestät der König selbst, folgte, nach der alten Hof⸗Kapelle, wo der Gottesdienst ab⸗ gehalten wurde, während dessen der Ordens⸗Kandidat, Freiherr von Guttenberg, den Ritterschlag erhielt. Mittags fand das gewöhnliche Bankett statt, die Hof⸗-Akademie am Abend unterblieb diesesmal.

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Berliner Quartett. Ueber Quartett⸗Musik.

Am 11. Dezember fand im Saale des Hotel du Nord die erste Quartett⸗ Unterhaltung des Herrn Zimmermann und seiner Kollegen im Beisein einer sehr gewählten, für diese interessanteste Gattung der Kammermusik höchst empfänglichen Versammlung statt. Ein Quartett von Onslow (A-dur) machte den Anfang; eine sehr geistreiche, gediegene Composition, in der vorzüglich das Andante (F-dur), des meisterhaft durchgeführten pikanten Motivs wegen, und das originelle Scherzo mit dem eingeflochtenen langsameren Zwischensatze am meisten ansprachen. Die Ausführung von Seiten der braven Spieler war vortrefflich; ein Geist beseelte alle vier, und obgleich nicht zu verkennen, daß der erste Violinist ein bedeutendes Uebergewicht über die drei anderen Mitwirkenden hat, so ist doch der Vor⸗ trag Aller so einheitsvoll, so abgerundet, Alles mit so genauem Verständniß

aufgefaßt, daß die Zuhörer unwillkürlich dadurch gefesselt und geistig belebt und erwärmt werden. Ein Quartelt von Haydn (B-dur), das dem Onslowschen solgte, machte einen wahrhaft erfreulichen, erquickenden Gb druck auf die Zuhörer, theils der klaren, leichtfaßlichen, ungetrübte Freude und Munterkeit athmenden Composition, theils der lebendigen, frischen, be⸗ sonders in der Menuett äußerst fein nüancirten Ausführung wegen. Haydm war bekanntlich der Schöpfer des sogenannten „gearbeiteten Quartetts d. h. eines solchen, bei welchem jedes der vier Instrumente nach Weise selbstständig mitwirkt und thätigen Antheil nimmt, gleich Bigg der Unterhaltung von vier Freunden auch jeder einzelne im Interesse des Ganzen zur Belebung derselben beizutragen sucht. Schon seine ersten Quartetts, welche um das Jahr 1760 bekannt wurden, machten allgemein Sensation. Man lachte und ergötzte sich auf der einen Seite an der außerordentlichen Naivität und Munterkeit, welche darin herrschte, und andererseits schrie man über Herabwürdigung der Musik zu komischen Tändeleien und über uner⸗ hörte Oktaven. Er war es nämlich, der die Manier, die Melodieen durch die Oktave zu verstärken, oder erste und zweite Violine in Oktaven fort⸗ schreiten zu lassen, welche im Orchester oft so große Wirkung thut, in diesen seinen Quartetts zuerst einführte. Aber bald gewöhnte man sich an diese Manier, und jetzt wundert man sich, daß man je daran habe Anstoß neh⸗ men können. Freilich athmen diese ersten (vielleicht dreißig) Quartetts nicht den Geist, der sich in den später geschriebenen vorsindet, doch sind sie in historischer Beziehung immer von großem Interesse für die Musikfreunde dieser Gattung der Instrumental⸗Musik. Das hier ausgeführte in B-dur ist eins der schönsten, die existiren; das erste Allegro voll Geist und Ge⸗ müth, das Adagio (Es-dur) tief empfunden, die Menuett und der letzte Satz voller Humor und Frohsinn, kurz, das ganze Werk gleichsam wie aus einem Guß. Den Beschluß der Unterhaltung machte Beethoven's G-dur-Quartett; von seinen sogenannten sechs leichten das zweite. Diese sechs leichten Quartetts sind bekanntlich der Form und der Behandlung nach mehr in Haydn's und Mozart's Weise geschrieben, und obgleich voll gei⸗

stiger Tiefe, leicht faßlich und klar, nicht so ins Wilde ausartend und die Kuͤnstlichkeit der Verwebung der Stimmen so auf den höchsten Punkt trei bend, wie dies bei seinen letzten Violin⸗Quartetts der Fall ist. Der Vortrag dieses Quartetts war, besonders im ausdrucksvollen Adagio (C-dur), mei⸗ sterhaft und verfehlte seine Wirkung auf die dadurch inspirirten Zuhörer nicht. Die Musik klingt jedoch in dem sehr kleinen, ziemlich niedrigen Saale nicht so frei aus, als es für die bessere Wirkung wohl nöthig wäre; besonders schienen uns die Vorhänge der Fenster in der Nähe der Exekuti⸗ renden einen den Klang bedeckenden Einfluß auszuüben, mit deren Weg⸗ nahme vielleicht schon ein merklich freieres Ausklingen der Töne zu be⸗ wirken wäre. G

v 1.“ 5 Zur publizistischen Literatur.

Nouvelles causes célèbres du droit des gens, ré- digées par le Baron Charles de Martens, Ministre- résident de S. A. R. le Grand-Duc de Saxe et de Leurs Altesses les Ducs d'Anbhalt-Coethen et de Bernbourg börèês S. M. le Roi de Prusse. Leipzic, Brockhaus. Paris: Brockhaus et Avenarius. 1843. T. I. et II.

Der Herausgeber hat durch die vorliegende Fortsetzung seiner im Jahre 1827 herausgegebenen völkerrechtlichen causes célèbres eben so sehr den Wunsch des Publikums, als das Bedürfniß der Wissenschaft befriedigt und um letztere sich ein neues Verdienst erworben. Beide können nur dringend wünschen, daß des Herausgebers Verhältnisse ihm die baldige Fortsetzung dieser nouvelles causes célèbres gestatten mögen. Dieselben würden, felbst wenn das europäische Völkerrecht in den letzten Jahrzehnten einer würdigen wissenschaftlichen Pflege sich zu erfreuen gehabt hätte, in deren Literatur ausgezeichnet hervorgeragt haben, nehmen aber in derselben ohne allen An⸗ stand die erste Stelle ein und können nur einige Werke über einzelne Ge⸗ genstände der völkerrechtlichen See⸗ und Handelsrechte als Seitenstücke anerkennen. Die Anforderungen an den Herausgeber völkerrechtlicher Strei⸗ tigkeiten sind in mannigfachen Beziehungen sehr hoch und daher schwer zu erfüllen. Dies ist auch der Grund, aus welchem das Völkerrecht der Samm⸗ lungen solcher Kontroversen sich so wenig zu erfreuen hat und ohne die verdienstvollen Bemühungen der Herren von Martens, Oheim und Neffe, ganz entbehren würde. Die Herausgabe völkerrechtlicher Rechtsfälle unter⸗ scheidet sich von der aus anderen Rechtsquellen und insonderheit aus dem bürgerlichen und Strafrecht, daß in diesen der Richter die Sache bereits in faktischer und in rechtlicher Beziehung vollständig bearbeitet hat, in jenen aber die klare, parteilose und erschöpfende Feststellung der Thatsachen und Darlegung der von allen Seiten geltend gemachten Grundsätze und die Beurtheilung derselben dem Herausgeber obliegt und er mithin nicht blos Herausgeber, sondern in der That Referent ist. Der Baron von Martens hat den ihm in beiden Beziehungen obliegenden Pflichten so vollständig ge⸗

nügt, daß zu wünschen sein möchte, daß alle Referenten sich ihm zum Vor bilde wählten. Wenn derselbe als Herausgeber eine höchst glückliche Wahl der Fälle getroffen hat, so hat er die einzelnen Fälle mit einer Sorgfalt und Gründlichkeit, die nichts zu wünschen übrig läßt, bearbeitet und durch die einem jeden derselben vorausgeschickte zweckmäßige historische Einleitung den Leser in den Stand gesetzt, den Fall in allen Verzweigungen und Be⸗ ziehungen vollständig zu übersehen. Diese nouvelles causes célèbres haben überdies durch den Reichthum der darin mitgetheilten Staats⸗Verträge und anderen diplomatischen Urkunden, so wie der Literatur über die bearbeiteten Fälle, auch für den Geschichtsforscher einen ausgezeichneten Werth erhalten, so wie praktische Diplomaten darin die wichtigsten Verhandlungen aus Zei ten und zwischen Männern, die dem Zeitraum der Blüthe der Diplomatik an gehören, wissenschaftliche und theoretische Diplomaten aber einen reichen Schatz von Grundsätzen des praktischen Völkerrechts finden. Die in diesen beiden Theilen behandelten Fälle betreffen fast alle Gegenstände, welche in dieser Beziehung ein Interesse gewähren und von völkerrechtlichen Seiten berührt werden. In allgemeiner Rücksicht gehören dahin die Verhandlungen wegen der Anerkennung der nord⸗amerikanischen Freistaaten, wegen der preußischen Intervention in den holländischen Angelegenheiten (1785), wegen der Ermordung der französischen Gesandten in Rastatt, wegen der Abfüh⸗ rung des Papstes nach Avignon (1809); die Verhandlungen wegen der Abtretung Kanada's; in Beziehung auf das Gesandtschafts⸗Necht den Streit zwischen Preußen und Baypern über die gesandtschaftliche Gerichts⸗ barkeit; die Wegweisung des französischen Gesandten aus Stockholm und die Abreise des französischen Gesandten aus Wien; in Beziehung auf da Seerecht und das Handelsrecht die Verhandlungen über die nordische Neutralitäts⸗Convention von 1801, die Negociationen zwischen England und Holland wegen des Handels nach Nord⸗Amerika und wegen der Differenzen zwischen Schweden und Spanien wegen Verkaufs neutraler Schiffe und endlich in besonderer Rücksicht auf Deutschland die Verhandlungen zwi schen Oesterreich und Preußen über die bapersche Erbfolge. Die baldige Fortsetzung dieses so ausgezeichneten Werkes darf als allgemeiner und un⸗ getheilter Wunsch ohne Anstand ausgesprochen werden.

Die in den Zeitungen zum Besten des Friedrich⸗Stiftes angezeigte jäh⸗ rige Ausstellung Charlottenstr. 31, der demselben von den verehrten Wohl⸗ thätern geschenkten Sachen beginnt am nächsten Sonnabend den 16. Dezember Vormittags von 11 bis Nachmittags 3 Uhr, und endet mit dem 24. Dezember 1843. 1

Berlin, den 13. Dezember 1843. 1b Die Direction des Friedrichs⸗Stiftes. 8 8 von Wiebel, von Arnim, Bercht, Graf von der Gröben, Hartmann, De. von Könen, Dr. Kunzmann, Kunowsky,

von Reuß, von Schöning, Tondeur.