v 1“ 1b „KFommandanten der zweiten Militair⸗Division ê Ihr Ae nusgezeichneten General, der mich abloͤsen wird, und ich habe also nicht nöthig, euch an seine glänzenden Eigenschaften zu erinnern. Ich verlasse euch mit Stolz darauf, daß ich Gelegenheit gefun⸗ den, die Lovalität und die Standhastigkeit kennen zu lernen, welche euch auszeichnen. Fahret fort, euch aufzuführen, wie bisher, und ihr werdet die öffentliche Ruhe sichern, das Wohl des Vaterlandes befestigen und uns gluckliche Tage unter der Herrschast unserer erhabenen Königin bereiten. Seid meiner Dankbarkeit für eure Dienste versichert, und wisset, daß ich den Namen des ersten Soldaten der catalonischen Armee immer als einen Ehrentitel für mich betrachten werde. Barcelona, am 15. Dezember. (Gez.) Laureano Sanz.“ Der General Prim hat die Nachricht von der Ernennung des neuen General⸗Capitains von Catalonien, dessen Adjutant er früher war, mit der lebhaftesten Unzufriedenheit aufgenommen. Der Phare des Pyrenses versichert, daß derselbe sogleich nach dem Eintreffen dieser Nachricht seinen Entschluß ausgesprochen habe, sein Kommando in Figueras niederzulegen, nach Madrid zu reisen und sich wieder in die exaltirte Opposition zu werfen. Welchen Eindruck die Wiederan⸗ stellung des Generals de Meer auf seinem alten Posten unter der Bevölkerung von Barcelona hervorgebracht hat, läßt sich aus dem bisherigen Inhalte der dortigen Blaͤtter noch nicht ersehen, es ist aber nicht im Geringsten zweifelhaft, daß die öffentliche Meinung ent schieden gegen diese Ernennung protestiren werde. Die militairische Lage der Dinge in Figueras ist noch immer die alte geblieben, nur scheint es, daß das Schloß San Fernando jetzt ziemlich eng von den Belagerern eingeschlossen ist, so daß die Aus fälle und Streifzüge der Insurgenten seltener geworden sind oder ganz aufgehört haben. Von Zeit zu Zeit kommen Ueberläufer aus dem Schlosse San Fernando in Figueras an, wo sie indessen nur als Ge⸗ fangene aufgenommen und behandelt werden. Dies ist namentlich auch dem ehemaligen Gouverneur von Manresa, Obersten Gurrea, begegnet. In Saragossa ist die öffentliche Ruhe seit dem 10ten nicht mehr gestört worden. Die Behörden haben von den Vorfällen des bezeich neten Tages Veranlassung genommen, die polizeiliche Strenge der Verwaltung zu verschärfen. So hat man die ehemaligen Mitglieder der aufgelösten Freicorps, von denen ein großer Theil als eine ste hende Miliz des Aufruhrs in Saragossa zurückgeblieben war und von den Häuptern der Bewegung unterhalten wurde, in ihre Heimat zu⸗ rückgeschickt. Die revolutionairen Klubbs, welche bisher hauptsächlich in Spielhäusern gehalten wurden, sind gesprengt, und es ist ferner durch sorgfältige Untersuchungen gelungen, mehrere hundert Stück verborgener Waffen aufzufinden. Die Wachtposten in der Stadt sind ansehnlich verstärkt, und die Nacht hindurch stehen außerdem immer einige Compagnieen unter dem Gewehr. Es bedarf nicht der Be⸗ nerkung, daß der General⸗Capitain Claveria wegen aller dieser Maß⸗ regeln stark verschrieen wird. Man macht ihm besonders einen großen Vorwurf daraus, daß er unter der Säulenhalle vor seinem Palaste eine Kanone hat aufpflanzen lassen, um seine Wohnung gegen einen etwaigen Angriff mit größtmöglichem Nachdrucke vertheidigen zu
Griechenland.
Athen, 9. Dez. (A. Z.) Die hiesigen Journale beschäftigen
sich viel mit der von der Pforte in Bezug auf Griechenland gegen vwärtig befolgten Politik. So sagt unter Anderem der Beobachter in seinem heutigen Blatte: „Die Nachrichten, welche der Courier von Konstantinopel gebracht hat, müssen eine große Ueberraschung im Lande hervorbringen. Während die Minister Alles aufwenden, um die zwischen beiden Ländern obschwebenden Fragzgen zu erledigen, nimmt man in der Türkei eine feindliche Stellung ge⸗ gen uns ein. Die Verhandlungen des türkischen Gouvernements, welche die halboffizielle Presse Smyrna’s veröffentlicht, haben eine seltsame Be⸗ deutung, und dennoch sieht der ehrenwerthe Repräsentant der Türkei beim König Otto, welche Anstrengungen das Ministerium macht, um seine Re gierung zu befriedigen. Noch zwei Tage vor der Ankunft des Couriers las man wiederholt im Aeon: 1 „„Die vollständigste Ruhe herrscht in allen Provinzen. Bei dieser Lage des Innern kann die Türkei leine Unruhe füͤhlen, und doch macht sie Kriegs⸗ Ruüstungen und scheint den Beistand der nordischen Macht zu fordern. Wir
klären aufs neue, daß nirgends bei den Griechen ein feindseliger Geist
gen die Türkei vorhanden ist.““
Wie antwortet die Türkei auf diese Gesinnungen? Man liest im Echo
russische Gesandte hat der Pforte freimüthig auseinandergesetzt,
Hof die letzten Ereignisse in Athen ansehe und welche Politik der⸗
elbe dabei zu befolgen gedenke. Die türkische Regierung kennt zu gut den
großen Einfluß, welchen das russische Kabinet auf alle Fragen der allge⸗
meinen Politik ausubt, und besonders auf die, welche sich auf unsere Ge⸗
genden beziehen, um nicht in der Zurückhaltung dieses Kabinets und den
mehr oder minder ausdrücklichen Zeichen seiner Mißbilligung der Vorgänge
des 3. (15.) September ein äußerst wichtiges Moment zu erkennen, daß auch in Europa eine große Sensation hervorgebracht hat.““
„Wie kann es der Pforte so wichtig scheinen, ob Rußland die reprä⸗ entativen Institutionen mißbilligt, wenn Frankreich, Oesterreich, England ꝛc. us freien Stücken das neue Regierungs⸗System anerkannt haben? — Das Echo d' Orient sagt an einer anderen Stelle:
1 „„Uebrigens herrscht eine vollkommene Ruhe in der hohen Politik; nur ie griechischen Angelegenheiten könnten dem Divan zu thun machen, der ach unserer Ansicht eine zu große Zuversicht nach dieser Seite hin an den Tag legt. Fordert es nicht die Klugheit und Besonnenheit, das Treiben
einer Regierung, welche so oft Beweise ihres Uebelwollens gegen die Tür⸗
kei an den Tag gelegt hat, thätig zu überwachen? Kann die Regierung
Sr. Hoheit zu mißtrauisch gegen einen so unruhigen Nachbar sein, der, immer
bereit, sich zu empören, ohne Respelt für seinen Souverain und die Gesetze st und sich oft bestrebt hat, seinen Geschmack an Anarchie und Revolte den
friedlichen Bevölkerungen mitzutheilen, die dem Scepter des Sultans unter⸗ worfen sind? Wenn man nun zu diesem Stande der Dinge, der in Grie⸗ chenland permanent ist, noch die Schwäche hinzufügt, in welche seit der
September⸗Revolution die Gewalt gefallen, die Unmacht der Minister, das
Volk im Zaum zu halten, die Mißachtung der Person des Königs und end⸗ lich den Mangel an Uebereinstimmung der verschiedenen europäischen Hofe üder die gegenwärtige Regierung — so wird man in allem dem hinreichende Beweggründe für die Pforte sehen, sich nicht in vollständiger Sicherheit einer Verwaltung gegenüber zu fühlen, die nicht einmal die Macht haben würde, ein Uebel abzuwenden, gesetzt auch, sie hätte die Absicht — was übrigens mehr als zweifelhaft ist.““
z „ Sollte man nicht meinen“, fährt der Beobachter fort, „wir hätten der 1 irgend einen schweren Anlaß zur Unzufriedenheit gegeben, wenn meale 188 öe Verleumdungen und dazu noch in einem halboffi⸗ ziellen Blatte liest? Suchen wir die Antwort wieder in demselben Journal: „Es ist freilich wahr, daß bis auf diesen Augenblick kein Sompto keine Handlung die Befürch en vrU Tn h.
819. efürchtungen gerechtfertigt hat, welche der Divan von Seiten Griechenlands hegen könnte“ ꝛc. Das steht in der selben Nummer, derselben Spalte, de 2 * 85 g ne⸗ v vad
palte, demselben Paragraphen des Blattes! — Der Beob achter beklagt sich sodann über die aͤhnlich Sprache welche das andere Organ der Pforte in Smyrna⸗ - ,. eess 4 1 8951 orna, der Unparteissche, geführt indem es Truppen⸗Aufstellungen an der Gränze und die Absendun 5 2 tischen Agenten, um die Ereignisse zu überwachen, meldet. D nn. 1 8b WE11ö6“*““ uberw. „ et. Das griechische Blatt sieht darin eine Schlinge, um die Griechen zu Schritten zu bewegen welche ihnen die Sompathieen Europa's für ihr bisheriges 2daereg 8. Betragen raubten. „Aber diese Agenten“, sagt er, „ernden enset⸗ Sehee. gen nicht stören, unsere Bevölkerungen nicht aufregen. Auch hoffen wir daß die Pforte sich nicht verführen lassen wird, ihre politischen Interessen. welche dieselben mit denen Griechenlands sind, von neuem aufs Spiel m setzen. Man braucht sie wohl nicht mehr zu belehren, daß ein fest konsti⸗ tuirter griechischer Staat für die Türkei ein sehr nützlicher Bundesgrnosse ist, wie ebenfalls eine unabhängige und auf der Bahn der Civilisation fort⸗
8
schreitende Türkei eine Garantie für das Königreich Griechenland bildet. Hoffen wir, daß die Türkei sich nicht zum Werkzeug von Plänen hergiebt, welche die Ruhe des Orients umzustürzen trachten und deren Ausführung für sie selbst nichts als neue Mißgeschicke zur Folge haben casits 1t
vereinigte Staaten von Nord-Amerihka.
O New⸗York, 29. Nov. Die Schwierigkeit der Organi⸗ sation des Repräsentantenhauses beschäftigt, wie ich bereits in einem früheren Berichte gesagt, lebhaft die öffentliche Meinung in den Ver⸗ einigten Staaten. Man erinnert sich, daß in der letzten Session, als ein Gesetz votirt wurde, um unter den verschiedenen Staaten eine verhältnißmäßigere Vertheilung der Repräsentanten nach den durch die zehnjährige Volkszählung von 1840 erlangten Statistiken zu er⸗ halten, an dem früheren Gesetze, bei welchem man sich gewöhnlich darauf beschränkte, alle zehn Jahre die Ziffern zu ändern, eine wich tige Modification vorgenommen wurde hinsichtlich der Formalitäten, nach welchen die Wahl der Repräsentanten in den verschiedenen Staa⸗ ten stattfindet. Bis dahin hatte der Kongreß sich darauf beschränkt, für jeden Staat die Zahl der Repräsentanten festzustellen, und hatte den einzelnen Legislaturen die Sorge überlassen, alle Wahl⸗Regle ments zu machen. Die Folge davon war gewesen, daß die Mitglie der des Repräsentantenhauses auf verschiedene Weise waren erwählt worden, und daß, während das Mandat der einen von allen Wählern des betreffenden Staates unterzeichnet war, dies dagegen bei den an deren nur von Seiten einer Fraction der Wähler ihres Staates der Fall war, der in eben so viele Wahl⸗Kollegien getheilt war, als Re⸗ präsentanten daselbst zu ernennen waren. Auf der einen Seite ging die Wahl nach Distrikten vor sich, auf der anderen geschah sie von der Gesammtheit, und ich hatte bereits früher Gelegenheit, die Ver schiedenheit beider Verfahrungsweisen in Form und Wesen zu erklären, aus Anlaß der Streitigkeiten, die im Schoße der demokratischen Par⸗ tei zwischen den Anhängern des Herrn van Buren und denjenigen des Herrn Calhoun ausgebrochen waren. Dieser Mangel an Gleichför⸗ migkeit Verfahrens bei den Wahlen der Mitglieder für eine und dieselbe Versammlung war augenscheinlich ein Feh ler, und der Koͤngreß glaubte in dem Gesetze von 1842 Abhülfe dagegen treffen zu müssen, indem er den Beschluß faßte, daß künftig alle Staaten die Wahl ihrer Repräsentanten nach dem System der Wahl Distrikte vorzunehmen hätten. Diese Neuerung erregte in den beiden Häusern eine stürmische Opposition, zu deren Organ sich später Herr Tyler machte, als er bei Sanctionirung des Gesetzes erklärte, daß er ernstliche constitutionelle Zweifel darüber hege, ob dem Kon greß das Recht zustehe, das er sich beigelegt habe, irgend eine Wahl Art den Staaten aufzuerlegen, die, seiner Ansicht zufolge, vollkommene Freiheit besäßen, alle ihnen beliebigen Anordnungen für ihre Wahlen zu treffen. Herr Tyler stützte, gleich den Gegnern des Gesetzes in den beiden Häusern, seine Ansicht auf den ersten Artikel des vierten Abschnitts der Constitution, welcher sagt:
„Die Epoche, der Ort und die Weise für die Wahl der Sena toren und der Repräsentanten werden in den verschiedenen Staaten durch ihre betreffenden Legislaturen geregelt werden, aber der Kongreß soll zu jeder Zeit durch ein Gesetz die Reglements dieser Art machen oder abändern können, mit Ausnahme der Bestimmung der Orte, wo die Senatoren gewählt werden müssen.“
Es kann hier nicht meine Absicht sein, die entgegengesetzte Aus⸗ legung zu erörtern, welche diesem Artikel von beiden Parteien gegeben worden ist, obgleich ich mich in solchem Falle wahrscheinlich der Mehr⸗ heit des Kongresses anschließen würde; denn der zweite Theil des Artikels scheint keinen Zweifel zu lassen über die wirkliche Befugniß und Vollmacht des Kongresses zu der von ihm getroffenen Maßregel. Wie dem auch sei, die Spaltung, die in diesem Betreff im Schoße der drei Zweige der Föderal-Regierung ausgebrochen ist, hat sich in die verschiedenen Staaten übertragen. Gleich von vorn herein pro testirte die Mehrzahl unter ihnen gegen die angebliche Usurpation des Kongresses, und ließ sogar die Drohung vernehmen, sich der⸗ selben nicht unterwerfen zu wollen. Zwei der Hauptglieder der Union, Pennsylvanien und Ohio, hatten zuerst das Beispiel zu diesem Wider⸗ stande gegeben, hatten aber den guten Gedanken, von einem Kampfe abzustehen, dessen Resultate im höchsten Grade bedrohlich waren für die Zukunft der Union, und in der That beträgt die Zahl der noch widerstrebenden Staaten jetzt nur noch vier, nämlich: New Hampshire, Georgien, Missouri und Mississippi, die wie früher und mit Hint ansetzung des Föderalgesetzes ihre Repräsentanten durch Gesammt Abstimmung gewählt haben.
Auf ein so schmales Terrain beschränkt, bietet die Opposition gegen das Gesetz keine so beunruhigende Perspektive als jene, welche man zu fürchten Ursache hatte, als die Hälfte der Staaten sich gegen die angebliche Verletzung ihrer Prioilegien zu erheben drohten. Wenn die Mitglieder des Repräsentantenhauses zu gleichen Verhält⸗ nissen ungefähr nach den beiden Wahl⸗Arten gewählt worden wären, so wäre das Kapitol von Washington unvermeidlich der Schauplatz eines ernsten Kampfes geworden, für den man schwerlich eine andere Lösung hatte voraussehen können, als den Bürgerkrieg; jetzt aber sind die Vertheidiger der Sonderrechte der Staaten in zu schwacher Minori⸗ tät, als daß sie in dem Kongresse eine große moralische und materielle Kraft haben könnten. Der Kampf wäre allzu ungleich, als daß er lang und blutig werden könnte. Indeß ist die Frage noch immer ernst genug, kann gefährlich werden und Stürme herbeiführen. Ob gleich die durch Gesammt-Abstimmung Erwählten in der Minderheit sind, werden sie nichtsdestoweniger gleich vom ersten Tage an im Re⸗ präsentantenhause auftreten und ihre Sitze in Anspruch nehmen, in Kraft des Mandats, mit dem sie versehen sind, und es wird sehr schwer halten, sie von dort zu vertreiben. Und wenn dies gelingt, wenn sie dann zu ihren Kommittenten zurückkommen, bei diesen Zu⸗ flucht und Unterstützung suchen, so ist es mehr als wahrscheinlich, daß diese in ihrem Widerstande beharren und sich weigern werden, zu neuen Wahlen zu schreiten.
Es ist unmöglich, alle Verwickelungen vorherzusehen, die aus einem solchen Konflikte entstehen können. Aber eines der unmittelbaren Resultate wird sein, daß die Organisation des Repräsentantenhauses dadurch sehr schwierig gemacht und aufgehalten werden wird, und daß dasselbe sonach nicht sogleich seine eigentlichen Arbeiten beginnen kann. Dann werden auch die respektiven Kräfte der beiden Parteien, der Whigs und der Demokraten, bedeutend modisizirt werden durch die mehr oder minder lange Abwesenheit der Repräsentanten der vier widerspenstigen Staaten, welche, wenn ich nicht irre, sämmtlich der demokratischen Partei angehören, deren Uebergewicht dadurch vielleicht sogar gefährdet werden könnte. Von der Lösung dieser gleich von vorn herein sich bietenden Schwie⸗ rigkeit hängt also großentheils die Lösung der verschiedenen legis⸗
“
des
„lativen Probleme ab, die dem Kongreß in der nächsten Session wer⸗
den vorgelegt werden, und unter denen sich solche von so kapitaler Wichtigkeit befinden, wie der Anschluß von Texas an die Union und die Besetzung des Dregongebietes. An der Seite dieser wichtigen Fragen der äußeren Politik werden aber auch mehrere der inneren Politik vorkommen; darunter nenne ich den Tarif, die Vertheilung
des Ertrags der Staats⸗Ländereien u. s. w. bg FL111*“
Fasshif 2etrs Iie Sus le8 1 Den 30. Dezember 1843. 3 Pr. Cour 8 * 5 8 Actien. [8½ Ipeief.] Geld. 6en v A St. Schuld-Sch. 3 ½ 102 2₰ Pe. Rngl. Obl. 30. 4 101 ½ Prüm Sch. d. Sech. — 89 ½ Kur- u. Neumürk.
Pr. Cour.
HBrief. Geld. [Gem.
1612
Fonds.
Brl. Pots. Kisenb. do. do. Prior. Obl.* 10 1 ½ Mgd. Lpz. Eisenb. 188 ½ V do. do. Prior. Obl.* 104
Brl. Anh. Risenb. 146 ¼ do. do. Prior. Obl. 4 104
1 96 ¼ 72 1
97
102⁵, 101½ 89 ½ Sebuldverschr. 3 ½ 100 ¼ Berl. Stadt-Obl. 3 ½ 101 3⁄¼ Danz. do. in Th. — 48 Westpr. Pfandbr. 3 ½ 101 4
Grossh. Pos. do.
1 101 Düss. Elb. EBisenb. do. do. Prior. Obl.]* Rhein. Eisenb. do. do. Prior. 0 bl. Brl. Frankf. Bisb. 138 ½ do. do. Prior. Obl.* 10 1 2 0 b.-Schles. Eisb. 115 108 ¼ 118;
1002¼ 105 ½ 100¼ 103 1
101 2 101
8 4 —
do. do. 3 ½ — Ostpr. Pfandhbr. 3½ — Pomm. do. 3 Kur- u. Neum. do. 3
8 ¹ 10. I.t. B. v. ei
. do. Lt. B. v. eingez. —
Schlesische do. 3 6
H.-St. R. Lt. A u. 2— Magdeb. -IHalber- 6 . 13 ¼ stüädter Eisenb. And. Gldlm. à 5 Tb. — 2 ½ II hBresl- Sechweidv.
8 4 Freihg. Risenk. 4 115 11 1 ½
Pr. Cour.
Thlr. 2u 30 Sur [Geld.
141½ 1410
Gold al marceo. — — —
Friedrichsd'or. —
Disconto.
LFour s. Brief.
Amsterdam 250 Fl. Kurz n do. 250 Fl. 2 Me. — Hlambuuuurrgg . .. 300 Mb. 300 Ma. 2 Mt. 119 London 1 LSt. Mt. 6 24 ¾ 300 Fr. Mt. 80 150 Fr. Mt. 10½ 150 Pr. Mt. 102 ⅛ 100 Thle. Mt. — sb Tage — 100 Thle. 88. 99 100 Pl. Nt. 56 26 100 SRbl. Woch. 107
Kurz —
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Wien in 20 Nu.,!..F . Augsburg
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Frankfurt a. M. Petersburg
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Börsen. Niederl. wirkl. Sch. 55 ½.
Auswärtige “ msterdam, 26. Dez. 5 % Span. 20 ½. Antwer Pen, 25. Dez. Zinsl. —. Neue Aunl. 20 h. 8 Frankfurt a. M., 27. Dez. 5 % Met. 112 ½ 6G. Bank-Actien 2015. p. ult. 2018. Bayr. Buank -Actien 675 G. IIope 89 ½. Stiegl. 88⁷. Int. 54 7 Poln. 300 Fl. 93 6. do. 500 Fl. 96 ¼. do. 200 Fl. 31 ⅛ G. IIam b u rg, 28. Dez. Rank-Actien 1690. Engl. Russ. London, 23. Dez. Cons. 3 % 96. Belg. - Anl. 20. Pas- sive 4 k. Ausg. Sch. 11 ½. 2 ½ % IIoll. 55 ½. 5 % do. 98] ½. Neue Port. 13 ½. Bras. 73. Mex. 31 †½. Peru 22 ¼.
Chili —. Columb. —. Petersburg, 22. Dez. Lond. 3 Met. 37 18. Hamb. 34 . Paris 402 ½.
112.
Neuc
Engl. Russ. —.
Angekommene Fremde.
Hotel du Nord. Se. Durchlaucht der Prinz Friedrich Wilhelm von Hessen, Kammerjunker und Marine⸗Capitain von Orholm und Kammerjunler von Lindheim, Offizier der Garde, sämmtlich aus Ko⸗ penhagen. Beloussoff, Kaiserl. russischer Feldjäger⸗Capitain, aus Pe⸗ tersburg.
British Hotel. Graf von Blücher, Rittergutsbesitzer, aus Blücher. Baron von Lücken, Großherzoglich mecklenburgischer Kammerjunker, aus Mecklenburg.
Meinhardt's Hotel. Nöggerath, Ober⸗Bergrath und Professor, aus Bonn. Graf Schulenburg, Ober⸗Landesgerichts⸗Rath, ans Breslau.
Hotel de St. Petersbourg. Schlütom, Königl. schwedischer Konsul, aus Stettin.
Hotel de Russie. Baron und Baronin v. Treutfeller aus Breslau.
Hotel de Brandebourg Mad. Saling, Particuliere, und Frl. Sa. ling aus Dresden. Major a. D. von Schmalensee aus Tanger⸗ münde.
Kaiser von Rußland. Gutsbesitzer Höhne aus Barsdorf und Ka⸗ nitz aus Branitz. Kaufleute Krimling aus Bernburg, Sorfuß aus Magdeburg, Siegert aus Rostock, Krause aus Zoͤrbig, Robitsch aus Dirschau und Meyer aus Danzig.
König von Portugal. Major a. D. Richter aus Fürstenwalde. Oekonom Mirow aus Hannover. Gutsbesitzer Segebart aus Neisse. Particulier Wolff aus Glatz. Kommerzien⸗Nath Grunau aus El⸗ bing. Wirthschafts⸗Inspeltor Janarch aus Bernhardinenhof. Kaufleute Horwitz aus Hamburg und Mager aus Breslau. Amtmann Höpf⸗ ner aus Salecke. Bauunternehmer Lehmann aus Magdeburg.
Rheinischer Hof. Ober⸗Amtmann Scharf aus Dürrnberg. Particulier von Valentini aus Stettin. Docent Dr. Schwarz aus Halle. Kaufleute Rantz aus Schweidnitz und Otte aus Plauen.
Hotel de Prusse. Referendarius von Lebin aus Schwedt. Kaufmann Schultz aus Potsdam. Rentier von Borcke aus Breslau.
Stadt London. Baron von Berfeldt, Particulier, aus Belgstadt, Provinz Sachsen. Gutsbesitzer Krottner aus Naumburg. Handlungs⸗ Commis Kellermann aus Königsberg in Pr. Kaufleute Jonas aus Anklam und Liebenthal aus Bunzlau.
Königliche Schauspiele.
DSpöonntag, 31. Dez. Die Schleichhändler, Possenspiel in 4 Abth., von E. Raupach. Hierauf: Der, Kapellmeister aus Venedig, musi⸗ kalisches Quodlibet in 1 Aufzug.
Montag, 1. Jan. 1844. Vor hundert Jahren. Hierauf: Das Jubiläum.
Im Konzertsaale: prèté.
Die resp. Abonnenten des französischen Theaters werden ersucht, das Abonnement pro Januar 1844 am 31sten d. M. erneuern zu lassen. ö
In Potsdam: Die Fräulein von St. Cyr.
Dienstag, 2. Jan. Der Sohn der Wildniß.
In Potsdam: Carlo Broschi, oder: Des Teufels Antheil.
1) La caurte paille. 2) Zo06, ou: Lamant
KÜhnigostädtisches Theater.
Sonntag, 31. Dez. Gast⸗Vorstellung des Kinder⸗Ballets des Herrn Price aus Kopenhagen, in 3 Abtheilungen. Erste Abthei⸗ lung (nach dem ersten Akte des Stücks): La Gitana, spanischer Na⸗ tionaltanz, mit Kastagnetten, ausgeführt von Clara. Zweite Abthei⸗ lung (nach dem Zweiten Akt): Komisches chinesisches Pas de cinq. Dritte Abtheilung (zum Schluß): Zum erstenmale: Cassanders Trauut, oder: Der unglückliche Liebhaber, Zauber⸗Pantomime in 1 Akt. Dazu: Das Abenteuer in der Neujahrsnacht. Lustspiel in 3 Akten, von J. von Plötz. (Neu in Scene gesetzt.)
Montag, 1. Jan. 1844. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Don Giovanni. 8
Dienstag, 2. Jan. Vorstellung der gymnastischen Künstler aus London, in 2 Abtheilungen. Vorher: Nummer 777.
Mittwoch, 3. Jan. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Zum ersten⸗ male in dieser Saison: Lucrezia Borgia. Opera in 3 Atti. Musica del Maestro Donizetti. (Sgra. Elisa Bendini, vom großen Theater zu Triest: Maffio Orsini, als Debüt.)
—snmnnsn— Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei. Beilage
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No 183. g, 8 198se48 a
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Sonntag den 31sen Dez.
hbalten, hat vom 1.
Bayern. München, 23. Dez. (S. M.) Unseren arbei⸗ tenden Klassen kommt es nicht wenig zu statten, daß der bis jetzt sehr milde Winter noch eine Menge von Beschäftigungen im Freien ge⸗ stattet. Nur an den öffentlichen Bauten sind die Arbeiten eingestellt, und auch da nur die äußeren eigentlichen Maurer⸗Arbeiten; an den vielen Privatbauten dagegen, die bis zum Herbst nicht beendigt oder dort erst begornen werden konnten, wird mit einer Emsigkeit fort⸗ gefahren, als befänden wir uns in der Mitte der guten Jahreszeit. Daß die neuerdings wieder in kaum glaublicher Weise schwunghaft gewordene Baulust dieses Jahr noch nicht befriedigt worden ist, obschon es fast keine Richtung der Stadt giebt, in welcher nicht zahlreiche Neubauten aufgeführt worden wären, davon zeigen die vie⸗ len für das nächste Jahr eingereichten Baupläne.
Bamberg, im Dez. (Fr. M.) Der Ausschuß des Vereins für die hiesige Kleinkinder Bewahranstalt hat so eben seinen vierten Zahres Bericht für 1842—43 veröffentlicht. Die Anstalt, von Menschenfreundlichkeit gegründet, nur durch einen wohlthätigen Verein von jetzt 75 ordentlichen und 108 außerordentlichen Mitgliedern er⸗ Oktober 1842 bis 30. September 1843 neu 50 Kinder aufgenommen und seit ihrem Bestehen 234 Kinder beauf⸗ sihtigt. Viele von den Kindern finden unentgeltlich Aufnahme und gute Mittagsuppe; bei der Theuerung aller Lebensmittel konnte nur durh außerordentliche Zuflüsse Hülfe geschafft werden. Se. Excellenz der Herr Erzbischof von Urban leistete diese durch eine Gabe von 200 Fl. neben seinem jährlichen Beitrag von 60 Fl. Oberste Schutz⸗ srau des Vereins und der Anstalt ist Ihre Königliche Hoheit die Frau Herzogin Louise in Bayern. Die Jahres Einnahme bestand in 1551 Fl. 40 Kr., die Ausgabe in 1373 Fl. 55 ½ Kr., darunter 2o) Fl. Kapital⸗-Anlage bei der städtischen Sparkasse, — Ueberschuß 7 Fl. 44½ Kr. Das Stamm⸗Vermögen besteht mit 1900 Fl. verzinslichen Kapitalien im Ganzen in e “
9S9* 28
———
Frankreich.
Paris, 21. Dez. Noch hat sich die Opposition nicht zu Berathun⸗ verüber die Wahl eines Kandidaten für die Präsidentschaft der Deputir⸗ ten Kammer vereinigt, und da das Ministerium hierauf warten zu wollen beint, um sich dann erst, nach den Umständen, entweder für Herrn Sauzet dder für Herrn Dupin zu entscheiden, so wird man vermuthlich bis zm letzten Augenblick nichts Bestimmtes über die beiderseitigen Be
Fölüsse erfahren. Die Taktik des Ministeriums geht aus einem Artikel des Journal des Débats hervor, welches der Opposition darüber bestige Vorwürfe macht, daß sie sich, wie es scheine, für Herrn dupin erklären wolle, falls Herr Sauzet mit der Unterstützung es Ministeriums als Kandidat aufträte, daß sie dagegen Herrn upin zu verwerfen willens sei, wenn das Ministerium ihn als Kan⸗ didaten aufstelle. „Wie dem auch sei“, bemerkt das ministerielle Blatt bierauf, „die Verlegenheit ist nicht so groß, als sie dem Con stitu⸗ tionnel erscheint, und mit Offenheit läßt sich mit solchen jämmer⸗ hen Intriguen immer leicht fertig werden. Herr Sauzet präsidirt
seit 4 Jahren in der Kammer, und wir wüßten nicht, daß die Re⸗ gierung und die Majorität etwas gegen ihn einzuwenden hätten;
Herr Dupin hat auch lange Zeit, in den schwierigsten Zeitläufen und
wit unbestreitbarer Gewandtheit in der Kammer präsidirt. Erscheinen nun jetzt Herr Sauzet und Herr Dupin unter demselben Banner?
Machen sie Beide als Mitglieder der Majorität auf die Ehre An⸗
soruch, in der Kammer den Vorsitz zu führen? Was Herrn Sauzet betrifft, so zweifeln wir nicht hieran, und was Herrn Dupin betrifft, so haben wir, trotz der Insinuationen des Constitutio unel, keinen Grund, daran zu zweifeln. Es wäre dann also eine Familiensache, welche die Opposition ganz und gar nichts anginge. Für sie wäre dann gar kein Nandidat vorhanden. Die Majorität hätte zwischen Herrn Sauzet und Herrn Dupin zu wählen, und für welchen von Beiden sie sich auch ent⸗ schiede, es wäre immer ein konservativer Kandidat. Will dagegen Herr Dupin als Kandidat der Opposition Herrn Sauzet die Prä⸗ sientschaft streitig machen, so möge man es sagen, aber man sage es vor, nicht nach der Wahl. Herr Dupin ist zu loyal, um sich bei der Majorität um deren Stimmen zu bewerben und diese nachher gegen dieselbe zu kehren. Es ist zu klar, daß ein und derselbe Mann nicht der Kandidat der Linken und der Kandidat der Regierung sein kann. Wir wissen nicht, welche Wahl die Majorität treffen wird, aber sie möge auf Herrn Sauzet oder auf Herrn Dupin fallen, so werden wir sie immer als eine konservative Wahl betrachten, falls nicht der eine oder der andere dieser beiden Kandidaten sich selbst als Kandi⸗ dat der Opposition proklamirt.“ Man glaubt hiernach, daß das Mi⸗ nisterium sich bis zum letzten Augenblicke für keinen der beiden Kan⸗ didaten erklären werde, daß aber nicht, wie das ministerielle Blatt glauben machen will, Herr Dupin von Seiten des Ministeriums würde auf⸗ gegeben werden, wenn die Opposition sich für ihn entscheide, sondern daß vielmehr gerade dann die ministeriellen Deputirten den Befehl erhalten würden, ihre Stimmen in Masse dem Herrn Dupin zu ge⸗ ben, um ihn der Opposition zu entreißen und im entscheidenden Augen⸗ blick Verwirrung in deren Reihen zu bringen. Die Pr esse hätte dem Ministerium lieber rathen wollen, sich gleich offen für Herrn
Dupin zu erklären, weil schwerlich zu besorgen gewesen wäre, daß die
Opposition ihre Stimmen dann auf Herrn Sauzet konzentrirt und
vielleicht noch einen Theil der jetzigen Majorität mit fortgerissen hätte; vielmehr, meint dieses Blatt, würden sich die Stimmen der Opposition in diesem Fall gewiß unter verschiedene Kandidaten zersplittern; Herr
Dupin aber sei ohne Frage unter schwierigen Umständen und bei
lebhaften Debatten, wie man sie wohl in der bevorstehenden Session in mancher Beziehung erwarten könne, Herrn Sauzet als Präsident der Kammer vorzuziehen. „Wir wissen“, sagt dieses Blatt, „welche
Vorurtheile noch bei einigen Mitgliedern der Centra gegen Herrn
Dupin bestehen; aber wenn er Fehler hat, so hat er zum wenigsten
auch Vorzüge; wenn er herb ist, so ist er auch fest; wenn er unfüg⸗ sam ist, so ist er auch unparteiisch; wenn er ungestüm ist, so ist er auch lebhaft; er versteht es vortreff llich, den Tumult einer Versamm⸗ lung zu beschwichtigen. Verhält es sich mit Herrn Sauzet eben so? Welche Eigenschaften besitzt dieser, um die Fehler seiner Weichmüthig⸗ keit aufzuwiegen? Seine Stimme übt keine Macht aus; seine Résumé's haben keine Lebendigkeit, keine Gedrängtheit; sein Wort vermehrt den Lärm nur, den er zu stillen sucht. Uebrigens gehören Beide, Herr Dupin und Herr Sauzet, dem linken Centrum an. Wenn Herr Sauzet ir⸗ gend etwas für sich hat, so ist es blos, weil er im vorigen Jahre
Präsident war. Wie kam er aber hierzu? Man erinnere sich: er
wurde nicht um seinetwillen gewählt, sondern aus Rücksicht für Herrn
Dufaure, der sich damals noch nicht vom Kabinet getrennt hatte, und
für Herrn Passy, der noch nicht zur Pairie erhoben war. Das Mi⸗
wir, und befürchtend, daß es dieselbe durch den geringsten Abfall ver⸗ lieren möchte, mußte zu Gunsten seiner eigenen Erhaltung viele Freunde des Herrn Dupin ersuchen, den freien Ausdruck ihres Votums auf die fol⸗ gende Session zu vertagen; es mußte die Deputirten einzeln vornehmen und beschwören, daß sie alle für Herrn Sauzet stimmen möchten; es mußte alle Einwendungen und alles Widerstreben gegen diese Wahl zu beschwichtigen suchen. Das Benehmen des Herrn Dupin dabei war würdig und uneigennützig; er hielt sich fern, that nichts, um die Schritte des Ministeriums zu vereiteln, ließ keine Klage laut werden, zeigte keine Verstimmtheit und nahm an keinem Oppositions⸗Akte An⸗ theil.“ Sollte nun das Ministerium sich noch dazu entschließen, Herrn Dupin aus freien Stücken als Kandidaten aufzustellen, oder durch die Schritte der Opposition dazu gedrängt werden, so hätte man, wie es heißt, mit Herrn Sauzet sich bereits dahin verstän⸗ digt, daß er zur Entschädigung die Stelle des ersten Prä⸗ sidenten am Königlichen Gerichtshofe von Lyon erhalten solle, und unter dieser Bedingung hätte Herr Sauzet sich bereit erklärt, das Ministerium auch ferner zu unterstützen. Es würden dann natürlich mehrere andere gerichtliche Versetzungen folgen müssen, und zwar sollte Herr von Belboeuf, der jetzige Gerichts⸗Präsident zu Lyon, nach Rouen an die Stelle des Herrn Frank Carré kommen, Letzterer die Stelle des Herrn Laplagne Barus als Rath am Cassations⸗Hofe erhalten und dieser seinerseits zum Präsidenten des Cassations Hofes ernannt werden, da Herr von? sastard sich bereit gefunden haben soll, in Ruhestand zu treten. h“*“ —— 1“ I““
Jonische Inseln.
Man liest in der Gazetta delle Isole Jonie: „Am 11. No⸗ vember ist ein von Bengasie kommendes und nach Candia bestimmtes Schiff unter türkischer Flagge in dem Hafen von Zante eingelaufen. An VBord desselben befanden sich als Passagiere drei muhamedanische Kaufleute, welche, nachdem sie auf dem Markte von Bengasi Skla⸗ ven eingekauft hatten, nun ihre Waare, in der Hoffnung auf einen unmenschlichen Gewinn, nach anderen Plätzen bringen wollten. Die Regierung, hiervon in Kenntniß gesetzt, hat kraft der ihr von der XI. Akte des zweiten Parlamentes verliehenen Gewalt, die Sklaven für frei erklärt, und das Schiff zur Verfügung des ottomanischen Vice⸗Konsuls gestellt.
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Triest, 19. Dez. (A. Z.) Nachrichten aus Ragusa zufolge, hat der Vladika von Montenegro durch einen neuen Vertrag den mit dem Pascha von Herzegowina geschlossenen Frieden neu befestigt. Die Unterhandlungen mit dem Pascha von Scutari hingegen haben sich plötzlich durch einen verrätherischen Anschlag des Pascha's, der nur zu wohl gelang, zerschlagen. Im Laufe des vorigen Monats haben nämlich die albanesischen Türken von Scodra aus auf etwa 30 mit Kanonen bewaffneten Booten einen übermächtigen Angriff auf die im Norden des See's von Scutari gelegenen montenegrinischen Inseln Vranina und Lesendra gemacht und sich derselben mit Gewalt be⸗ mächtigt. Die Insel, welche durch den beträchtlichen Fischfang, der an ihrem Ufer getrieben wird, dem Vladika einige tausend Du⸗ katen einträgt, ward von den ausgeschifften Albanesen mit schnell auf⸗ geworfenen Schanzen befestigt und mit ungefähr 20 Kanonen ver⸗ sehen. Die Montenegriner hatten grerseits am gegenüberliegenden Ufer eine kleine Batterie von vier Kanonen errichtet, um damit das Lager der Türken zu beschießen. Das Geschütz der Montenegriner ist aber verrostet und fast völlig unbrauchbar, so daß sie nur geringe Hoffnung haben können, die verlorene Insel wieder zu erobern. Es schien auch, daß sie für diesen Winter jeden ernsten Versuch zu dieser Unternehmung aufgegeben hätten. 1 b
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Von der türkischen Gränze, 14. De Die Anstren⸗ gungen des Vladika, welcher sich in Person bei seinem 3000. Mann starken Operations⸗Corps an den Uern des Sees von Scutari be⸗ findet, zum Zweck der Wiedereroberung der Inseln Vranina und Lessandria sind bis jetzt ohne Erfolg geblieben. Täglich zwar wieder⸗ holt sich das Feuern von beiden Seiten, aber die Schüsse gehen meist in die blaue Luft, so daß der Verlust an Menschenleben im Verhält⸗ niß zu dem furchtbaren Schießen in der That höchst unbedeutend erscheint. Dennoch schwebte der Vladika neulich in großer Gefahr, indem einer seiner Begleiter von einer Kanonenkugel dicht an seiner Seite niedergeschmettert wurde. Wie groß der Mangel der Monte⸗ negriner an Schießbedarf sein muß, läßt sich aus dem Umstand schlie⸗ ßen, daß der Vladika die türkischen Kanonenkugeln sorgfältig zusam⸗ mensuchen läßt, und für jede, die eingeliefert wird, 1 Fl. bezahlt.
srLi keo.
Paris, 24. Dez. Das schon erwähnte Dekret, wodurch der bisherige Präsident der Republik Mexiko, General Santana, sich selbst vor seinem Rücktritte von seinem Posten eine Art Amnestie de⸗ kretirt hat, lautet wie folgt:
„Antonio Lopez de Santana ze. In Betracht, daß es für den Frie⸗ den, die Stabilität und die künftige Verwaltung der Republik von Wich⸗ tigkeit ist, auf eine feststehende Weise, die keine Zweifel und keine schlimmen Auslegungen zuläßt, den klaren und bestimmten Sinn der in dieser Stadt geregelten und durch die Nation sanctionirten Grundlagen 6 und 7 festzu⸗ stellen: und um die Ungewißheit zu vermeiden, deren sich die Feinde der öffentlichen Ordnung bedienen könnten, um Mißtrauen und Zwietracht zu fäen, habe ich, in Ausübung der umfassenden Vollmachten, welche mir die Nation übertragen hat, und in ihrem erhabenen Namen, das Folgende an⸗ geordnet:
Art. 1. Da die Befugnisse, welche der provisorischen vollziehenden Gewalt durch die siebente der Grundlagen von Tacubaya übertragen wur⸗ den, unbeschränkt sind, und diese keine andere Verpflichtung übernommen hat, als die, zum Besten der Nation zu handeln, so wird die Verantwort⸗ lichkeit für ihre Akte vor dem ersten constitutionellen Kongresse nur eine mo⸗ ralische Verantwortlichkeit sein (responsabilidad de opinion).
Art. 2. Um dieser Verantwortlichkeit zu genügen, werden die Porte⸗ feuille Minister den Kammern in den Sitzungen des nächsten Monats Ja⸗ nuar die Gründe und allgemeinen Motive der Akte erklären, welche zur Reorganisation der Republik gedient haben.
Art. 3. Der National⸗Kongreß kann, wenn er es für angemessen er⸗ achtet, ausdrücken, ob nach seiner Meinung die Handhabung der vollziehen⸗ den Gewalt dem Vertrauen der Nation entsprochen hat.
Art. 4. Keine der Akte der provisorischen vollziehenden Gewalt wird
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Interessen gezollt werde, welche diese Kontralte geschaffen haben, und daß die legislative Gewalt lein Recht hat, sich damit zu befassen. National⸗Palast von Tacubaha, 3. Oktober 1843.
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(Gez.) Antonio Lopez de Santana. 9
J. M. de Bocanegro, 1“
Minister der auswärtigen und inneren Angelegenheiten.
Das zu Mexiko erscheinende Blatt, das neunzehnte Jahr⸗ hundert, das noch ziemlich gemäßigter Meinung ist, stellt über die⸗ ses Dekret beachtenswerthe Betrachtungen an:
„Die Vorlegung der Akte der provisorischen vollziehenden Gewalt (sagt es) an den ersten constitutionellen Kongreß, der nach den Grundlagen des Plans von Tacubaya statthaben sollte, war eine der wesentlichsten und wichtigsten Bedingungen, welche die Revolution charakterisirt haben, deren Entwickelung in jedem Anbetracht das Loos der Republik geändert hat! In diesem Betreff ist eine Thatsache von der höchsten Bedeutung vorge⸗ gangen. Die Verantwortlichkeit wurde vernichtet, und wir wollen in diesem Bezuge einfach erzählen, was seit dem Beginne der Revolution vorge⸗ gangen ist. „Die sechste der Grundlagen von Tacubaya sagt ausdrücklich: „Die provisorische vollziehende Gewalt soll vor dem ersten constitutionellen Kongresse verantwortlich sein.“ Dieselben Bedingungen waren in dem Plane aus⸗ gedrückt, unter dessen Auspizien die Revolution der Garnison von Gua⸗ dalajara begann, und in der Einleitung oder der Darlegung des Aktes von Tacubaya liest man die sehr bestimmten Worte: „Aber da die Verantwortlich⸗ keit der Gewalt eines der ersten Anfordernisse civilisirter Nationen ist, so bezeichnet man die Epoche und die Autorität, vor welcher die Verantwort⸗ lichkeit der provisorischen vollziehenden Gewalt zu bewerkstelligen 8
Aber noch mehr. — Durch die bekannten Verträge de la Estanzuela, dem wahren Titel der provisorischen Regierung und der feierlichen Conven⸗ tion, welche den Plan von Tacubapa modifizirt und vermehrt hat, wurden die Akte der vollziehenden Gewalt nicht blos der Verantwortlichkeit, sondern auch der Revision des künftigen ersten constitutionellen Kongresses unter⸗ worfen. „Die Akte der Verwaltung Sr. Exxcellenz des Herrn Generals Bustamente, sagt der Artikel 2 dieser Convention, so wie die der Re⸗ gierung, welche ihn einstweilen seit dem 1. August des gegenwärtigen Jah⸗ res ersetzt hat, von welcher Art sie auch seien, werden der Genehmigung des ersten constitutionellen Kongresses unterstellt werden: dasselbe wird der Fall sein für die Akte der provisorischen vollziehenden Gewalt, welche, ge⸗ mäß den durch die Operations⸗Armee Sr. Excellenz des Generals Don Antonio Lopez de Santana angenommenen Grundlagen, installirt werden wird.“
Wie zurückhaltend und furchtsam auch — des mexikanischen Blattes der Form nach sein mag, so liegt darin nichtsdestoweniger eine entschiedene Verurtheilung von Santana’'s Dekret. Wir werden nun sehen, wie sich der Kongreß in der Sache benehmen wird
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diese Meinungs⸗Aeußerung
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Nio Janeiro, 24. Okt. (D. A. Z.) Die Prinzessin Ja nuaria, welche kürzlich von einer schweren Krankheit heimgesucht wurd und für deren Leben man zu fürchten anfing, ist wieder auf dem Wege der Besserung. Die ärztlichen Berichte über ihren Zustand haben aufgehört, ungeachtet die Genesung nur langsam geschehen kann. In allen Kirchen der Hauptstadt wurde für sie gebetet und die ganze Bevölkerung hat den lebhaftesten Antheil an den Leiden der hohen Braut genommen. .
Heute wurden die Kammern vom Kasser persönlich geschlossen. Er hielt dabei folgende Anrede: „Erhabene und würdige Stellver treter der Nation! Mit den fremden Mächten fahre Ich fort, in freundschaftlichen Beziehungen zu stehen; und der Bürgerkrieg, welcher bisher die Provinz Rio Grande do Sul verheerte, ist endlich seinem Ende nahe. Obgleich nicht alle von der gesetzgebenden Versammlung begonnene Arbeiten beendet werden konnten, so ist es doch eine herz⸗ liche Genugthuung für Mich, Ihnen zu dem Eifer und der Hinge⸗ bung Glück zu wünschen, womit Sie für das Beste des Landes durch Uebernehmung neuer Lasten gewirkt haben, um damit einen Theil des Ausfalls im Staatshaushalte zu decken. Die Beweise von Zuneigung, welche Sie und das ganze Land bei Gelegenheit Meiner Heirath mit der Prinzessin D. Therese, heute Kaiserin von Brasilien, zu erkennen gegeben, sind Mir höchst angenehm gewesen, und von Dank durchdrungen empfinde Ich die Pflicht, hier des Antheils und der Sorgfalt zu gedenken, welche alle Brasilier für die Erhaltung und das Glück Meiner Familie immer an den Tag gelegt haben, wo⸗ von Ich neuerlich abermals sprechende Beweise während der Krankheit Meiner erlauchten Schwester, der Kaiserlichen Prinzessin, erhalten habe. Erhabene und würdige Stellvertreter der Nation! Ich danke Ihnen für die kräftige Mitwirkung, die Sie Meiner Regierung ange⸗ deihen ließen, und erwarte von Ihrer Ergebenheit und Vaterlands⸗ liebe, daß Sie auch hinfort dazu beitragen werden, das politische System, auf welchem das Reich beruht, auf feste und dauernde Grund⸗ lagen zu stützen.“ 8
Die Sächsischen Eisenbahnen.
Zerhandlungen der Stände darüber.
(Vergl. Allg. Preuß. Zeitung Nr.
II. Der Deputations⸗Bericht der zweiten Kammer. 1
A Leipzig, im Dez. Der Bericht der Deputation der zweiten Kam⸗ mer (an welche die Vorlage über die Eisenbahnen zuerst kam) knüpft zunächst an die Verhandlungen des vorigen Landtags über denselben Gegenstand an und verbreitet sich über die damals gefaßten Beschlüsse, so wie über das in Folge derselben bereits Geschehene, namentlich also über den Fortgang und Stand der Sächsisch⸗Baprischen Eisenbahn. Aus diesem Theile des Berichts hebe ich nur folgende Stelle als besonders wichtig heraus; „Die technische Ausführung anlangend“, sagt die Deputation, „so ist nicht zu verkennen, daß die Zögerung in dem Vorschreiten des Bahnbaues auf dem Königl. bayerischen Gebiet manche Besorgnisse erweckt hat, und daß ein schnelleres Entgegenkommen von jener Seite im Interesse der Bahn höchst wünschens⸗ werth gewesen sein würde. In neuerer Zeit scheint indessen der Bahnbau auch in jenem Lande rascher vorzuschreiten, und es ist wohl nicht zu be⸗ zweifeln, daß die jenseitige Regierung die vertragsmäßige Frist für die Ver⸗ einigung beider Bahnen — Juli 1847 — gewissenhaft einhalten werde. Von dem höchsten und erfreulichen Interesse fuür die Bahn, in kommerzieller und sinanzieller Beziehung, ist die seitdem kundgewordene Entschließung der Königl. baperischen Regierung, sie nicht allein von Nürnberg nach Augs⸗ burg, sondern auch von da bis Lindau auf Staatskosten fortzuführen. Hier⸗ durch und durch die seitdem gesaßten wichtigen Entschließungen der Königl. württembergischen Regierung erlangt diese Bahn, die eine Länge von bei⸗
E I“ 8 75, 176 und 177 Beilage.) 6
für nichtig erklärt werden können, in Anbetracht, daß die Nichtigkeit der le⸗ gislativen Akte nur durch den Mangel an der Befugniß zu deren Vollbrin⸗ gung motivirt werden kann. An den Gesetzen und Dekreten, welche die provisorische Regierung erlassen hat, soll nur in der Weise und unter den Bedingungen, die durch die organischen Grundlagen der Republik geregelt
läufig 190 Stunden von Leipzig bis Lindau erreichen wird, die volle Be⸗ deutung einer deutschen Centralbahn, die, durch das Herz von Deutschland gehend, den Verkehr zwischen dem Süden und dem Norden, zwischen den Hanse⸗ städten der Nord⸗ und Ostsee, und der Schweiz und Italien vermitteln wird. Bahnen, die so wie diese die Arterien bilden in dem Blut⸗Umlaufe
sind, eine Abänderung gemacht werden können. Die von der provisorischen vollziehenden Gewalt eingegangenen Kontrakte sind unverletzlich, in Anbe⸗
nisterium, damals noch weniger auf seine Majorität vertrauend, als
tracht, daß die öffentliche Treue erheischt, daß der gebührende Respekt den
des Handels und Verkehrs, Haupthandelsstädte und schiffbare Strome ver⸗
binden, den Verkehr nicht erst zu suchen brauchen, ihn vielmehr schon finden,
bieten vor allem sichere Aussicht dar, auf einen sicheren Erfolg in engerem ““ “ 8