8 2 u Wi uns bisher streng an die Rechtsfrage gehalten und sind b’“ dieselbe, nach Wort und Sinn des ** 8 November 1841, keine andere Lösung zulasse. Aber b“ einmal, die beiden Sätze des Artikel II. hätten auch v. Ee s lle einer jeden der kontrahirenden Regierungen die Bedeutung: „es se spezielle Nichtung der Bahn in ihrem Gebiete vorbehalten bleiben, die spezie e. ürds daß Territorial⸗, Terrain⸗ zu bestimmen, falls nicht bewiesen würde, 2 Sv-gs 88* iltnisse eine solche nicht gestatteten“ — so würde, und Verkehrs⸗Verhältnisse eine se b N. e8 niche 3 in diesem Falle, der Gesellschaft der betreffende achweis nich L-,ü-I. n erden dürfen, und die Entscheidung, ob oder wie weit abgescheiteee würde von den hohen kontrahirenden Regierungen ge⸗ meinschaftlich ausgehen müssen. Wie nothwendig Letzteres sei, macht, wenn es noch einer Hindeutung bedürfte, der Verfasser des fraglichen Arti⸗ kels selbst, mit einer merkwürdigen Naivetät, die ihn ldurchweg charakterisirt, klar. Er meint nämlich: „Auch wenn die Hindernisse, die einer Berührung der Stadt Lauenburg entgegenständen, eine Million mehr zu ihrer Beseitigung erfordern sollten, so könne ein solcher Aufwand, wo es der Erhaltung einer für den Staat wichti⸗ gen Stadt gelte, und “ des “ nicht in Anschlag gebracht werden.“ Für wen ni in Anschlag San S Das Großherzogthum Mecklenburg und die freie Stadt Hamburg haben bei dem in seinem Gesammt⸗Kostenbetrage zu 8 Millionen Thalern veranschlagten Unternehmen sich mit 3 Millionen aus Staatsmitteln betheiligt, um Privat⸗Kapitalisten zu bestimmen, die übrigen 5 Millionen, denen sie einen bedeutenden Zins garantirten, zu übernehmen. Meint der Verfasser nun, die beiden genannten Staaten schätzten die Berührung der Stadt Lauenburg durch die Eisenbahn so hoch, daß es ihnen nicht darauf ankommen würde, noch eine Million zu 89et schner c; 85 sanee er es auch meinen, so würde er si och jedenfalls bei der einfachen Verneinung beruhigen müssen. Also, wir fragen noch einmal, für wen nicht in Anschlag gebracht werden? und überlassen dem Ver⸗ fasser die Erledigung der Frage, über die Herbeischaffung der fehlen⸗ den Million, mit dem oder den von ihm gemeinten zunächst Be⸗ theiligten.
Nach dem Vorstehenden glauben wir bewiesen zu haben, daß, den bestehenden Verträgen nach, die Krone Dänemark der Stadt Lauenburg die in dem fraglichen Artikel angeführte Zusicherung nicht gegeben haben könne, mithin eine solche auch nicht gegeben habe; und daß, wie auch eine etwaige beruhigende Erklärung derselben ge⸗ lautet haben möge, der Schreiber entweder über die Wortfassung nicht recht unterrichtet gewesen sei, oder sie nicht genau wiederge⸗ geben habe. Hiermit wollen wir uns durchaus nicht in eine Unter⸗ suchung einlassen, ob überhaupt oder wie große Geldopfer aus der Wahl der von ihm gewünschten Bahnlinie für die betheiligte Ge⸗ sellschaft entstehen dürften, da es, vorkommenden Falles, deren Sache sein wird, alles Erforderliche zu dokumentiren; nur glauben wir, daß, wenn die Stadt Lauenburg zur Vertretung ihrer Interessen Nieman⸗ den als den Verfasser jenes Artikels haben sollte, der Stand der Gesellschaft ihr gegenüber, kein sehr schwerer sein dürfte. Für den Han⸗ delsverkehr Lauenburgs ist die Lage der Stadt am Zusammenfluß der Elbe und Stecknitz gewiß höchst wichtig; aber wir haben eben so wenig jemals gehört, daß für den Flußverkehr die Durchführung einer Eisenbahn sehr ersprießlich sei, als daß ein Terrain der Art für hr vortheilhaft als Grundlage zu einer Eisenbahn gelte. Das ist aber das Wenigste. Der Verfasser, um zugleich Hamburg für seine Meinung zu gewinnen, führt an, „daß eine seit mehre⸗ ren Jahren zunehmende und den hamburgischen Hafen bedrohende Versandung der Niederelbe hauptsächlich
von den zwischen Lauenburg und Geesthacht liegenden
112
hohen Elbbergen herrühre, von welchen alljährlich un⸗ geheure Sandmassen, durch Anspülung des Wassers losgerissen, in den Fluß stürzen. Durch den Bau einer Eisenbahn an den Elbbergen entlang würde aber eine Befestigung des Elbufers in so vollkommener Art er⸗ langt, wie sie auf anderem Wege nicht zu erlangen sein würde ꝛc.“; und an einer anderen Stelle macht er auf die großen Vortheile aufmerksam, welche der Landesherrschaft rück⸗ sichtlich der Befestigug des Elbufers, so wie der An⸗ lage eines Winter⸗Hafens in Lauenburg, erwachsen würden. Wenn aber jetzt schon die gewöhnlichen Mittel der Ufer⸗Befestigung bei jenen Sandhügeln oder sogenannten Elbbergen nicht ausreichen, welche Erfordernisse werden erst eintreten, um ihnen die Festigkeit und Dauerhaftigkeit zu geben, damit sie eine Eisenbahn tragen, auf welcher im Laufe des Jahres viele Millionen Centner Gewichts mit Sturmes⸗ schnelle bewegt werden sollen? Der Verfasser vergißt, daß des Zweckes einer Besestigung der Elb⸗Ufer bei Lauenburg in dem Staats⸗ Vertrage vom 8. November 1841 mit keiner Sylbe gedacht sei, daß lediglich die Uebereinstimmung in dem Wunsch, eine Eisenbahn⸗Verbindung zwischen Berlin und Hamburg am rechten Elb⸗Ufer hergestellt zu⸗ sehen, die hohen kontrahirenden Regierungen zu demselben bewogen habe, und daß, während für die Richtung der Bahn im Allgemeinen die geradeste Linie vorgeschrieben, den Unternehmern zwar gestattet worden ist, von derselben abzuweichen, wo Schwierigkeiten des Ter⸗ rains es gebieten, nicht aber, daß sie einen Umweg aufsuchen sollen, um unaufhaltsam einstürzende Sandhügel zu befestigen, oder — sich eine Mauer aufzubauen, um ohne Weiteres dagegen zu rennen. Eher würden wir die Vorschläge des Verfassers für plausibel halten, wenn er oder die Stadt Lauenburg die Kosten — ganz oder theilweise — für die nöthige Ufer⸗Befestigung herbeizuschaffen sich erböte, wie, dem Vernehmen nach, so viele andere Städte und Kommunen der Gesell⸗ schaft mit Anerbietungen zu unentgeltlicher Abtretung von Grund⸗ stücken für die Anlegung von Bahnhöfen, Halteplätzen und Bahngelei⸗ sen auf ihrem Gebiet entgegengekommen sind; doch das nur beiläufig. Wir wissen eben so wenig, inwiefern die angestellten Untersuchungen ein den Wünschen des Verfassers günstiges Resultat liefern werden, als wir davon unterrichtet sind, welche Opfer die betheiligte Actien⸗ Gesellschaft zu bringen geneigt sein möge, um, so weit sie es ohne Gefährdung des Unternehmens selbst thun kann, den Wünschen der Krone Dänemarks oder einer anderen der hohen kontrahirenden Re⸗ gierungen zu genügen. Das aber wissen wir und glauben es bewie⸗ sen zu haben, daß ein Zwangsrecht zu solchen Opfern nicht vorliege, und auf Eines wollen wir den Verfasser noch hinweisen. Wenn er die Geschichte der Eisenbahnen im nördlichen Deutschland verfolgt, so wird er vermuthlich finden, daß die Bahn am rechten Elb⸗Ufer ihre Entstehung vornehmlich dem Umstande verdankt, daß frühere Unter⸗ handlungen zwischen Hamburg und dem Königreich Hannover über eine südliche Bahn an dem Widerspruch einer Anzahl verschie⸗ dener Städte und Ortschaften gescheitert sei, von denen jede einzelne verlangte, durch die Bahn berührt zu werden. Zeiten und Ansichten haben seitdem sich geändert, und wie es nicht an Privaten fehlt, welche die Gelegenheit zur Führung einer Eisenbahn am linken Elb⸗Ufer mit Begierde ergreifen würden, so dürfte ihnen auch die Gunst der betheiligten Regierungen nicht vorenthalten werden, sobald die Sandhügel unterhalb Lauenburgs dem erstbeschlossenen Unterneh⸗ men beharrlich sich entgegenstellen sollten. Was der Verfasser des fraglichen Artikels alsdann im Interesse seines Vaterlandes zu thun gedenkt, wird er vermuthlich selbst am besten wissen.
Handels- und Börsen-Uachrichten.
Bremen, 6. Jan. (B. 3.) Im vorigen Jahre sind für Bremen bestimmt und beladen auf der Weser angekommen: Aus See 1841 Schiffe, aus dem Hannoverschen von der Lesum bis Dorum und Wremen 116 Schiffe und aus dem Oldenburgschen von der Ochum bis Fedderwarden 610 Schiffe. Die Summe ist bedeutender als in den lebhaftesten Jahren, wie eine Ver⸗ gleichung der letzten fünf Jahre zeigt. Unser Verkehr ist mit Nord⸗Amerika, Großbrikanien, dem Mittelmeere, Hamburg, Holstein, Dänemark und Nor⸗ wegen in allmäligem ruhigen Zunehmen begriffen, wechselt mit Mecklenburg, Preußen und Rufland je nach den Getraide⸗Konjunkturen sehr, und bleibt mit Holland, Belgien, Frankreich, Süd⸗Amerika und Westindien ziemlich stationair. Die Bremer Schiffe sind vorzugsweise auf weiteren Reisen be⸗ schäftigt und überlassen den Verkehr mit den näher gelegenen Häfen mehr den fremden Flaggen.
London, 8. Jan. (B. H.) Getraidemarkt. Seit Anfang der vorigen Woche ist im Weizen⸗Geschäfte eine bessere Tendenz bemerkbar ge⸗ worden, und die Preise für englischen Weizen haben sich an fast allen Landmärkten des Königreichs 1 Sh. à 2 Sh. pr. Or. gehoben. In Lon⸗ don war der Absatz von verzolltem, fremdem viel bedeutender, als es seit längerer Zeit der Fall gewesen ist, doch wurde der Begehr zu bereitwillig befriedigt, um eine allgemeine Werth⸗Erhöhung möglich zu machen; die besten Sorten vom schwarzen und mittelländischen Meere und von Danzig stellten sich indessen durchschnittlich ein wenig höher. — Mit Ausnahme des Verkaufes von 1 oder 2 Ladungen poln. Odessa⸗Weizen, 62 à 63 Pfbd. pr. Bushel schwer, zu 36 Sh. pr. Or. hier vom Bord des Schiffes, hörten wir von keinen Geschäften in Bond. — Die Berichte aus Frankreich fan⸗ gen an, einen mehr animirenden Charakter anzunehmen; es scheint sich als sehr annehmbar herauszustellen, daß die bedeutenden Weizen⸗Zufuhren, welche von dem schwarzen Meere in Marseille ankommen, in Languedoc, der Bretagne und den westlichen Häfen jenes Distrilts zum Kon⸗ sumo nöthig sein werden. — In Livorno trafen während der Woche vom 22. bis zum 30. Dezember circa 35,000 Qrs. Weizen ein, wodurch das Lager derjenigen Sorten, welche hauptsächlich für die englischen Märkte genommen we.den, bis auf 167,700 Ors. vergrößert wurde; die Inhaber waren willige Verkäufer zu 1 Sh. 6 Pee. pr. Or. billigeren Preisen; einige Ankäufe von 61 ½ à 62pfünd. Weizen vom schwarzen Meere wurden dort fuͤr englische und irländische Rechnung abgeschlossen, und stehen inklusive Fracht auf 30 Sh. à 36 Sh. 6 Pee. pr. Qr. f. a. B. ein. — Aus Odessa schreibt man vom 15. Dezember, daß Mangel an Schiffen die Verladungen beinahe unterbrochen hätte; der dortige Vorrath betrug circa 260,000 Qrs., und die Preise hatten sich behauptet; beste Sor⸗ ten standen auf circa 34 Sh. pr. Or. f. a. B., inklusive Fracht nach Groß⸗ britanien. — Gerste ist während der vorigen Woche lebhaft begehrt gewesen und hat sich durchweg 1 à 2 Sh. gehoben, in einzelnen Fällen noch mehr. Alle am Markte befindlichen Offerten sollen am Freitage placirt worden sein, wir hörten aber nicht, daß mehr als 22 Sh. pr. OQr. f. a. B. gemacht ist. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Aerndte von dieser Getraide⸗ Art ungewöhnlich klein ausgefallen ist, da wenig Land. damit bestellt worden und der Ertrag pr. Aecre unbedeutend gewesen ist. — Die heutige Zufuhr von englischem Welzen war klein und zum größeren Theil kam die Condition desselben eben so schlecht, wie in der vorigen Woche; trockene Proben bedangen 1 Sh. p. Or. mehr, abfallende hingegen blieben wie früher. — Für fremden verzollten Weizen hatte man allgemein die Forderungen um 1 Sh. p. Or. erhöht, wodurch indessen Verkäufe ver⸗ hindert wurden; der Umsatz war daher viel unbedeutender und das Geschäft im Ganzen weniger munter, als vorige Woche. — Es gab etwas Frage für poln. Odessa⸗Weizen zu 36 37 Sh. p. Or. und danziger 40 42 Sh. p. Or. in Bond, welche Preise die Inhaber aber nicht acceptiren wollten; von Abschlüssen verlautete nichts. — Malzgerste war zu den letzten Preisen in gutem Begehr, mit abfallenden Sorten ging es aber flau. — Weiße Erbsen stellen sich wie heute vor acht Tagen, graue 1 Sh. p. Or. höher. — In Bohnen keine Veränderung. — Bei einer mäßigen Zusuhr fand Hafer einen weniger leichten Absatz, als in der vorigen Woche; die Notirungen wurden aber behauptet. — Es ist wieder ein bedeutendes Quantum von rothem Kleesaamen aus Frankreich angekommen, der Begehr dafür ist aber unbedeutend und wir bemerken keine Veränderung, weder im Werthe von rothem noch weißem.
Allgemeiner
dert, und ist zur Erlassung des Präklusiv⸗Erkenntnisses ein Termin auf den 27. Februar 1844, Morgens 10 Uhr
ekanntmachungen.
1090gaatiiyhn.
Nachdem wir über das Vermögen des hiesigen Kauf⸗ manns Carl Ferdinand Burghardt, wozu nur Mobilien und namentlich einige Kolonial⸗Waaren⸗Vor⸗ räthe gehören, unterm 21sten d. Mts. wegen klaren
angesetzt.
Datum Greifswald, den 30. Dezember 1843. Bürgermeister und Rath hierselbst. (gez.)
der Zeit von 10 Uhr 49 Min.
Dr. Billroth, Bürgermeister. D
3 Uhr 51 Min.
SSST“
Anzeiger.
Der von Berlin kommende Güterzug begegnet dem 1101] von Stettin kommenden Frühzuge bei Bernau in bis 10 Uhr 54 Min. und dem von Stettin kommenden Nachmittagszuge bei Tantow in der Zeit von 3 Uhr 46 Min. bis
Musikalien-Leih-Institut der Buch-, Kunst- und Musikalien-Handlung von Ed. Bote & G. Bock.
in Berlin Jägerstrasse 42, Ecke der Oberwallstr.
Unvermögens zur Befriedigung der bereits bekannten Gläubiger den Konkurs aus rechtlichen Gründen von Amtswegen eröffnet haben, laden wir sämmtliche Gläu⸗ biger des gedachten Gemeinschuldners zur Anmeldung v. [34 und Ausweisung ihrer Ansprüche an die Konkurs⸗ 5 11 Masse auf
den 28. Februar 1844, Vormittags 10 Uhr, vor dem Herrn Ober⸗Landesgerichts⸗Assessor v. Horne⸗ 20. mann unter der Verwarnung hiermit vor, daß dieje⸗ ’ nigen, welche in diesem Termine nicht erscheinen sollten,
Famnuckn
Berlin⸗Stettiner
1844 ab täglich. E6
g 55. — 8 .. 8 . Pe 1 sonen zugt 8 14r Sa 16. kart.
mit allen ihren Forderungen an die Masse werden prä⸗ 8 1 kludirt und ihnen deshalb ein ewiges Stillschweigen Abfahrt täglich wird auferlegt werden. ben 1
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von 8 141]
Mrg. Nm. Dresden. H. V
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Unbekannte oder am persönlichen Erscheinen verhin⸗ Frrl derte Gläubiger können sich an den hiesigen Justiz⸗Kom⸗ h. 8 missarius Herrn Reitzenstein wenden und dense lben Biesent mit gehöriger Information und Vollmacht versehen⸗ “ In dem anberaumten Termine haben sich die Gläu⸗ Rebs t h biger zugleich über die Beibehaltung oder Abänderung Se 1 des zum Interims⸗Kurator und Kontradittor bestellten Pa cn 9. Herrn Justiz⸗Kommissarius Goetsch, unter der Ver⸗ negd 9
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[42 b] EEI1“
Am 1. Januar, Morgens 1 Uhr, starb der Königl. Vermessungs⸗Revisor Vigelius.
Prenzlau. Die Hinterbliebenen
[41 b] v1116“2* 1
Ein Manuskript, die Memoiren meines vor 18 Jah⸗ ren verstorbenen Gatten, Königl. schwedischen Staats⸗ Kanzlers Grafen Laurentius von Engeström, sind aus der Bibliothek in Jankowice im Großher⸗ zogthum Posen abhänden gekommen. Da nun der
Redigirt
warnung zu erklären, daß sonst darüber von Amts wegen wird verfügt werden. Kolberg, den 24. Oktober 1843. Königl. Land⸗ und Stadtgericht.
[2208] Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 25. November 1843. gensnan der isene Fer. 13 belegene Felbelsche
, gerichtlich abgeschätzt zu 9595 Thlr. 20 Sgr. 9-pfdstäch gerichtlich abgeschätzt zu 9595 Thlr. 20 Sgr am 5. Juli 1844, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.
er dem Aufenthalte nach unbekannte Realgläubiger,
Rentier Johann Friedri⸗ FIü. 5 dierdurch eic Christian Flemming, wird
[9 b] Auf geschehenes Ansuchen sind dur ; dieses ) ch ein 3 .e erlassenes in extenso 84 5 1 ere den Stralsunder Zeitungen zu inseriren⸗ sch Proklama alle diesenigen, welche an die Verl haft des weiland Herrn Bürgermeisters Ie 8 assen⸗ sterding hierselbst und namentlich auch 8* Ge⸗ Fibörige, zlerselbst in der Steinbecker Smaße x85 Vummer 38 belegene Haus cum bnnn e unter bechtlichen Grunde Ansprüche u 8 haben möchten, zu d glaub gung 1 * h Anmeldung und Be⸗ den 16. un 30. Januar und den 1 18844, sedezmal Morgens 10 Usenrnar ngesetzten Termin bei Strafe der Präklusion aufgefor⸗
Ankunft Ankunft in Stettin 11 30 7 [40sin Berlin 11 30 7/47
Aufenthalt in Bernau 5 Minuten, in Bie⸗ senthal 3, in Neustadt 7, in Angermünde 10, in Passow 7 und in Tantow 5 Minuten.
II.
Abfahrt täglich Mig. Abfahrt täglich-Merg
von 5 von 5 Berlin 9 45 Min.] Stettin 9 Bernau 11 Tantow Biesenthal 11% Passow 11 Neustadt 12 Angermünde 1 Angermünde 1 Neustadt 2 Passow 2 Biesenthal 2 Tantow 3 Bernau 3 Ankunft in Ankunft in
Stettin Berlin 4˙30
Mit den Güterzügen werden auch Personen in Wagen II. und III. Klasse befördert.
Bemerkung. Die Güterzüge kreuzen si Bahnhofe zu F.e.” Der⸗ ee kommende Güterzug begegnet dem von Berlin kom⸗ menden Personen⸗Frühzuge bei Tantow in der Zeit von 10 Uhr 39 Min. bis 10 Uhr 44 Min. und dem von Berlin kommenden Nachmittagszuge bei Ber⸗ nau in der Zeit von 3 Uhr 36 Min. bis 3 Uhr 41 Min.
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von A. Th. Woeniger. Viertes Heft. (Dezember 1843.) Inhalt: Schmuggelei und ihre Unterdrückung. * Das Ober⸗LCensurge⸗ icht. * Publizistische Literatur. Die Linnen⸗In⸗ dustrie des Zoll⸗Vereins und die Mittel, sie zu he⸗ ben. (Mit besonderer Beziehung auf Preußen.)
Die Post⸗Garantieen. (Die mit * bezeichneten Aufsätze sind solche, deren Druck⸗Erlaubniß ganz oder
theilweise durch Entscheidung des Ober⸗Censurgerichts gewonnenwer⸗
den mußte.) Preis des einzelnen Heftes 10 Sgr.
„Der Staat“ erscheint auch für das Jahr 1844. Die Unterzeichnete erlaubt sich mit Bezug auf die Anzeige auf dem Umschlage des Dezember⸗ heftes für das folgende Quartal zum nenen Abonne⸗ ment auf die Monatsschrift einzuladen.
Berlin, den 12. Januar 1844.
Buchhdlg. v. Julius Springer, Breitestr. 20, Ecke d. Scharrenstr.
[44 b] arl pPae- Die Musikalien-Handlung von Ca1 del.,
vorm. Lischke, Bauschule 9, empsiehlt ihr reichhaltiges
- 2 4 5„ li 8 I! w 8 ³⁴ Musikalien-Leih-Institut für Einheimische und Auswärtige zu geneigter Be- nutzung. Ausführlicher Prospekt gratis.
Verstorbene in seiner letztwilligen Verfügung angeord⸗ net, daß seine Memoiren nicht früher als 60 Jahre nach seinem Ableben veröffentlicht werden sollen, so wird hiermit unter Androhung gerichtlicher Belangung vor deren Ankauf und Verlag gewarnt.
Jankowice im Großherzogthum Posen.
Rosalie, verw. Gräfin von Engeström, geb. Gräfin von Chlapowska, in ihrem und ihres Sohnes des Grasen Stanislaus von Engeström, Kaiserl. russischen Generals, Namen. [43 L]
Ein junger Mann, der in einem Tuchgeschäft ausge⸗ lernt, darauf mehrere Jahre als Commis in diesem Fache gearbeitet hat, mit allen Comtoir⸗Arbeiten ver⸗ traut ist und Zeugnisse seines Wohlverhaltens beibrin⸗ gen kann, sucht zu Ostern oder früher ein ähnliches Engagement und ersucht auf ihn Reflektirende, sich an die Expedition des Königl. Intell.⸗Comtoirs zu wenden, welches nähere Auskunft ertheilt. b
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[40 b]
Blankenburg am Harz, den 12. Januar 1844. H. G. Trumpff.
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Alle Post-Anstalten des In- und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuss. Zeitung: Friedrichsstrasse Mr. 72.
18.
Inhalt. Amtlicher Theil. 5 2 — Inland. Berlin. Näheres über Ehrenström's Prozeß. — Stettin. Eisbedeckung der Oder. — Köln. Abfahren der Rheinbrücke. — Dan⸗ zig. Ablösung von Domainen⸗Prästationen. — Führung von Küsten⸗ fahrzeugen.
Deutsche Bundesstaaten. Bayern. München. Sammlungen zu
Gunsten der Deutschen in Griechenland. — Bamberg. Vorbereitungen zum Empfang des Kronprinzen. — Lokal⸗Statistiken des Königreichs. —
Sgpevyer. Stellung der Volks⸗Schullehrer. — Württemberg. Stutt⸗
gart. Personal⸗Nachrichten. Baden. Karlsruhe. Brand des
Kohlen⸗Bergwerkes von Zunsweiher. — Holstein. Kiel. Der Kieler Umschlag.
Oesterreichische Monarchie. Ragusa. Erdbeben am Christabend.
Rußland und Polen. St. Petersburg. Manifest über die Ver⸗ lobung der Großfürstin Alexvandra. — Militairische Ernennung des Her⸗ zogs von Nassau.
Frankreich. Paris. Anzeige des Handels⸗Ministers hinsichtlich der
Weinversendungen nach dem Zoll⸗Vereins⸗Gebiete. — Spaltungen in der
Opposition. — Vorsichts⸗Maßregeln an der Küste der Normandie. —
Laito bei Louis Napolcon. — Klagen der Postmeister wegen der Eisen⸗
bahnen. — Vermischtes. — Briefe aus Paris. (Zwei Stellen des
Adreß⸗Entwurfs der Deputirten⸗Kammer. — Allgemeiner Eindruck dessel⸗
ben; das Budget von 1845.)
Großbritanien und Irlaund. London. Die Times widerlegt falsche Angaben über Englands Politik in der griechischen und Durch⸗ suchungsrechts⸗Frage. — Sir Hudson Lowe †. — Fortgesetzte Bewegung unter den Katholiken in Irland. — Vermischtes.
Belgien. Brüssel. Subsidie für den Bau eines Justiz⸗Palastes in Gent.
Spanien. Schreiben aus Paris. (Günstigere Berichte aus Madrid; Haltung des Ministeriums; Marie Christine.)
Griechenland. Schreiben aus München. (Courier⸗Sendung nach Griechenland; Kolokotronis; die noch in München weilenden Griechen; die Rückkehr der Kirche unter die Suprematie des Patriarchen von Kon⸗ stantinopel.)
Mexiko. Schreiben aus Paris. (Santana's kriegerische Bestrebungen; Stand der Verhandlungen mit England; Sklavenhandel auf Cuba.) La Plata⸗Staaten. Schreiben aus Paris. (Bruch zwischen Buenos⸗
Ayres und Brasilien.) 8 1
Eisenbahnen. Nürnberg. Bahn von Würzburg nach Frankfurt.
Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Börse. — Kö⸗ nigsberg, Danzig, Stettin, Breslau und Magdeburg. Moͤrktbericht. — Kiel. Schifffahrt und Rhederei. — Bern. Verlegung
der Zoll⸗Stätten an die Gränze des Kantons. — Amsterdam. Bör⸗
sen⸗ und Marktbericht.
Königl. Schauspielhaus. (Gastspiel der Mad. Schröder⸗Devrient.) — Historische Literatur. — Archäologische Gesellschaft.
Amtlicher Theil.
1I1 öu 8 Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: 8 Dem Schulzen Schröder in Neuendorf a. d. S., Kreises Stendal, das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen.
8
Nachdem Ihre Majestät die Königin seit mehreren Tagen an einem scheinbar ganz unbedeutenden katarrhalischen Uebel gelitten hat— ten, gesellten sich neuerlich Husten mit Fieber verbunden dazu; am gestrigen Vormittag gab sich die Natur der Krankheit durch einen reichlichen Ausbruch der Masern zu erkennen; das heutige Bülletin lautet folgendermaßen:
Ihreé Majestät die Königin haben zwar eine unruhige Nacht ge⸗ habt, und sind durch häufigen Husten gestört worden, doch ist der Verlauf der Krankheit regelmäßig und so günstig als möglich, und giebt zu keinerlei Besorgniß Veranlassung.
Berlin, den 16. Januar 1844.
(gez.) Dr. von Stosch.
Ihre Majestät die Königin haben eine unruhige Nacht gehabt, doch ist der Verlauf der Krankheit regelmäßig und läßt einen günsti⸗ gen Ausgang erwarten.
Berlin, den 17. Januar 1844.
(gez.) Dr. Schönlein. Dr. von Stosch
Uichtamtlicher Th
3. Jan. Wider den vormaligen Rektor Ehrenström ist vor etlichen Monaten das Erkenntniß des hiesigen Kammergerichts in erster Instanz ergangen.
Ehrenström ist im Jahre 1803 zu Stendal in der Altmark ge⸗ boren. Nach beendigten Studien in der Theologie und Philologie, wurde er im Jahre 1829 als Rektor an der Stadtschule zu Meseritz interimistisch angestellt. Dort zeigte er sich bald einer entschieden se⸗ paratistischen Richtung zugethan; übernahm die Leitung besonderer, außerkirchlicher Andachts⸗Uebungen und erklärte endlich am 15. August 1833 mit vielen seiner Anhänger offen seine Lossagung von der evan⸗ gelischen Kirchengemeinde in Meseritz. Auf den Antrag des Magi⸗ strats wurde ihm nach diesem Schritte die fernere Bestätigung in seinem Lehramte versagt. Er verband sich hierauf mit mehreren, gleich ihm der separatistisch-lutherischen Lehre zugethanen Geistlichen, er⸗ hielt von ihnen die Ordination, und trat bis in das Jahr 1838 an verschiedenen Orten im Posenschen als altlutherischer Prediger auf. Im Jahre 1838 wurde ihm Danzig als Aufenthaltsort angewiesen und er dort unter polizeiliche Aufsicht gestellt; zwei Jahre später aber diese Beschränkung wieder aufgehoben, und von ihm dagegen das Versprechen geleistet, seine religiösen Ansichten Niemandem aufzudrin⸗ gen und den Separatismus nicht dahin zu verbreiten, wo derselbe noch keinen Eingang gefunden hatte.
Gegen die Mitte des Jahres 1841 verließ Ehrenström Danzig, nach⸗ dem er dort wegen der in seinen Vorträgen enthaltenen heftigen Aus⸗ fälle gegen Andersdenkende verwarnt worden, und begab sich in die Gegend von Angermünde, woselbst er bis zum Monat März 1843 für die Ausbreitung seiner religiösen Ansichten eifrig bemüht war. Die Heftigkeit, mit welcher Ehrenström hier die bestehende evangelische Kirche in ihrem Wesen und Bestande angriff, der Einfluß, welchen er auf seine Anhänger ausübte, und mittelst welches er eine nicht ge⸗ ringe Zahl von Familien zur Auswanderung, als zu einer Gewissens⸗ sache drängte und der Unwillen, welchen sein Auftreten bei allen der kirchlichen Separation Fremdgebliebenen erregte, nöthigte endlich die Behörden zu einem ernsten Einschreiten. Nachdem Ehrenström noch⸗ mals im Dezember 1812 erfolglos verwarnt worden, sich nicht den Folgen einer gerichtlichen Untersuchung auszusetzen, wurde endlich am 29. Januar v. J. von der Regierung zu Potsdam bei dem Kammer⸗ gerichte die Einleitung der gerichtlichen Untersuchung wegen Beleidi⸗ gung der evangelischen Religions-Gesellschaft, wegen Erregung von Haß und Erbitterung unter den Mitgliedern verschiedener Religions⸗ Parteien und wegen Verleitung zur Auswanderung beantragt.
Unter diesen drei verschiedenen Anschuldigungen ist die erste für erwiesen angenommen worden. Auf die zweite ist der erkennende Richter nicht eingegangen, da der betreffende §. 227 des Strafrechts voraussetzt, daß die Verbitterung zwischen zwei im Staate aufge⸗ nommenen, oder doch im rechtlichen Sinne des Wortes, gedul⸗ deten Religions⸗Gesellschaften hervorgerufen werde, den sogenannten Altlutheranern aber eine gesetzliche Anerkennung als besondere Reli⸗ gionspartei nirgends zu Theil geworden ist. Auf die Anschuldigung der Verleitung zur Auswanderung ist die Untersuchung nicht mit ausge⸗ dehnt worden. Dagegen hat der Richter in dem Inhalte der Vorträge des Ehrenström zugleich das Verbrechen der Erregung von Mißvergnügen gegen die Regierung begründet gefunden, und wegen der verschiedenen Verbrechen auf einjährigen Festungs⸗Arrest erkannt.
Der Ehrenström hatte, nachdem die Untersuchung wider ihn beantragt worden, ehe noch das Kammergericht über deren Einleitung entschieden hatte, sich nach Hamburg begeben, um dort für sich und seine Anhänger die Uebersiedelung nach Amerika vorzubereiten. Nach gefaßtem Beschluß über die Einleitung der Untersuchung wurde er auf gerichtliche Requisitorialien in Hamburg am 28. April verhaf⸗ tet und am 23. Mai zur Untersuchung hierher abgeliefert und zur Hausvoigtei gebracht.
Die Hausvoigtei ist das beste der hiesigen Gefängnisse. Nur wenige Fenster sind mit sogenannten Blechschirmen versehen, welche,
1844.
an der Außenseite der Fenster in schräger Richtung angebracht, dem Lichte freien Zugang gestatten und nur die Mittheilung nach außen hindern. 8 Ehrenström hat nur wenige Tage in einem so verwahrten Zim⸗ mer zugebracht und hat auch nicht aus diesem Grunde, sondern um seine Strafe früher abzubüßen, die vorläufige Abführung zur Festung Magdeburg gewünscht. Dieselbe ist am 23. Oktober v. J. erfolgt, und es ist nun die Entscheidung in zweiter Instanz zu erwarten.
Stettin, 15. Jan. (B. N. d. O.) Unsere Oder ist, bis auf einzelne noch offene Stellen, seit Donnerstag vor. Woche mit so star⸗ kem Eise belegt, daß sie für Fußgänger zu passiren ist und auch flei⸗ ßig in der Art benutzt wird, wobei jedoch im Anfange mehrere Ein⸗ brüche und Unglücksfälle stattgefunden haben. An Wiedereröffnung der Schifffahrt scheint fürs erste nicht zu denken zu sein, wenngleich seit gestern die Kälte, welche bereits einmal 12 bis 13“ hier erreicht hatte, wieder sehr nachgelassen hat.
Köln, 13. Jan. (K. Z.) Des Treibeises wegen ist heute Nachmittags die Rheinbrücke abgefahren worden. Rheinhöhe: 9 Fuß 5 Zoll.
Danzig, 10. Jan. Den Besitzern mit Domainen⸗Prästationen belasteter, bisher grundsteuerfreier oder doch nicht mit der landüblichen Grundsteuer belegter Grundstücke wurde bisher auf Grund der Aller- höchsten Kabinets⸗Ordre vom 24. Dezember 1837, laut Amtsblatts⸗ . Verfügung vom 7. Februar 1838, gestattet, gegen Uebernahme der landüblichen Grundsteuer, die Ablösung ihrer Domainen⸗Prästationen oder vielmehr des nach Aussonderung der Grundsteuer noch verblei⸗ benden Theils derselben, durch Einzahlung des zwanzigfachen Betrages⸗ abzulösen. Das heute ausgegebene Amtsblatt bringt zur öffent⸗ lichen Kenntniß, daß Se. Majestät der König mittelst Allerhöchster Kabinets⸗Ordre vom 1. Dezember v. J. diese Bestimmung aufzuheben geruht haben, und daß daher die Ablösung von Domainen⸗Prästa⸗ tionen auch bei Uebernahme der Allgemeinen Grundsteuer⸗Verpflichtung, künftig nur nach dem gesetzlichen Zinsfuße, also zum fünfundzwanzig⸗ fachen Betrage, stattfinden kann. Außerdem wird in dem heutigen Amtsblatte bekannt gemacht, daß das Königliche Finanz⸗Ministe⸗ rium die Genehmigung ertheilt hat, daß ausnahmsweise auch noch für das Jahr 1844 Küstenfahrzeuge von 20 Last und weniger ohne einen examinirten Schiffer oder Steuermann; Küstenfahrzeuge von mehr als 20 Lasten aber dann auslaufen dürfen, wenn sie mit einem ge⸗ prüften Schiffer oder mit einem geprüften Steuermann versehen sind.
AnsgIg9 Deutsche Bundesstaaten
Bayern. München, 11. Jan. (A. Z.) Noch immer ge⸗ hen für unsere aus Griechenland zurückkehrenden unbemittelten Lands⸗ leute von nah und fern edelmüthige Beiträge bei dem Central⸗Co mité hier ein. Unter anderen traf erst in diesen Tagen noch ein solcher Beitrag von dem Großherzogl. hessischen Hof⸗Kapellmeister Herrn Alexander Dreyschock aus Darmstadt als Erlös eines zu Gun⸗ sten des Vereins stattgefundenen Konzerts in der Summe von 228
Fl. 53 Kr. hier ein.
Bamberg, 14. Jan. (Fr. M.) Seit dem frühesten Mor⸗ gen des heutigen Tages ist unsere Stadt in der lebhaftesten, freudig sten Bewegung zum würdigen Empfange Ihrer Königl. Hoheiten de
Kronprinzen und der Kronprinzessin. Höchstdieselben werden heut
rüh 8 — — 9 Uhr hier einziehen. Einer gestern Abend eingetroffenen Aller höchsten Anordnung zufolge, sind Ihre Königl. Hoheiten von der Gränze des Regierungs⸗Bezirks von Ober⸗Franken an bis zu Höchst⸗ ihrer künftigen Residenz mit allen gebührenden Ehrenbezeugungen zu geleiten. Der Regierungs⸗-Präsident von Ober⸗Franken, Herr von Stenglein, ist so eben Ihren Königl. Hoheiten nach Forchheim ent⸗
Königliches Schauspielhaus. Gastspiel der Mad. Schröder⸗Devrient.
Die Mitwirkung dieser Sängerin von europäischem Ruf machte die Aufführung der „Hugenotten“, welche am 16ten d. bei überfülltem Hause stattfand, zu einer doppelt interesanten. Mad. Schröder⸗Devrient, deren Stimme, wenigstens wie sie uns jetzt erscheint, ihrem Charakter und Um⸗ fange nach ein Mezzo⸗Sopran ist, führte die Partie der Valentine mit allen ihr noch zu Gebot stehenden Mitteln, besonders hinreißend durch die Macht ihres ergreifenden Vortrags und die hohe, edle Plastik ihres Spiels, höchst beifällig aus. Schon in dem großen Recitativ und Duett mit Marcel im dritten Akt hatte sie Gelegenheit, ihre glänzenden Eigenschaften zu entfalten; unter Anderem trug sie den wunderschoöͤnen Uebergang in dem Duette, aus As-dur nach F, bei den Worten:
„Dein Opfer darfst du nicht bereuen,
1.““ 1b Der Himmel segnet ja die Treuen“
so wie späterhin die Stelle piu presto: „Doch mein Herz ist rein“ mit dem ihr eigenen, mächtigen und intensiven Ausdruck vor, obwohl am Schlusse des Musikstücks ihr Organ nicht ausreichte, die, freilich sehr hoch gelegenen, bra⸗ vourmäßigen Passagen, der Composition getreu, auszuführen. Wie nun der vierte Akt am reichsten an musikalischen und dramatisch⸗wirksamen Situationen, an melodischen und natürlich erfundenen efeektvollen Gesangpiecen ist, so bewährte sich auch der Genius unserer Gastgeberin am länzendsten in diesem wie aus einem Guß hervorgegangenen schönsten Theile der ganzen Oper. Ihr großartiges Spiel, ihr aufs höchste gestei⸗ gerter Ausdruck im Gesange, kurz Alles vereinigte sich hier, die Leistung der Künstlerin als eine dem Publikum verbleibende, nicht sobald ihren Eindruck verlierende, einzuprägen. In der großen Duett⸗Scene mit Raoul (A-dur ³ Takt) wollen wir hier nur der einen Stelle gedenken, wo sie denselben mit den Worten: „Bei Gott! Du darfst diese Schwelle nicht überschreiten!“ zurückhält; ihre ganze Liebe, Angst und Verzweiflung sprachen sich in der Art und Weise, wie sie diese Worte und die ihnen folgenden recitirte, so bezeichnend aus, daß die Wir⸗ kung derselben eine wahrhaft ergreifende ward und die Anwesenden, so wie später bei mehreren anderen, ebenfalls ausgezeichnet gelungen
durchgeführten Stellen, zu wahrer Begeisterung hinriß. Daß bei so außerordentlichen Kunstleistungen auch der laute Beifall, Hervorruf u. s. w. nicht fehlte, versteht sich von selbst; werden doch diese Ehrenbezeugungen jetzt fast tagtäglich auch den mittelmäßigsten Productionen dargebracht. Mit Freuden sehen wir dem ferneren Gastspiel der Mad. Schröder⸗Devrient entgegen, die besonders in klassischen Opern, wie in Don Juan als Anna, in Fidelio, Iphi⸗ genia und Armide, in welch letzteren sie die Titelrolle giebt, ihr seltenes Talent noch immer bewährt. — Unser über Herrn Härtinger als Raoul neulich abgegebenes Urtheil bestätigte sich heut aufs Neue, indem, trotz vieler einzelnen Vorzüge seiner Stimme und seines Gesanges, die Totalwirkung des letzteren, bei so ungleichen Stimmregistern, doch keine genügende sein kann. —- In dem ungarischen Tanz zeichneten sich die Herren Taglioni und Stull⸗ müller durch eigenthümliche, sehr gelungene und kühn ausgeführte Pas aus, die von eben so großer Sicherheit als Gewandtheit Zeugniß ablegten.
Hisstorische Literatur. 8 Historisches Taschenbuch. Herausgegeben von Friedrich von Naumer. Neue Folge, fünfter Jahrgang. Leipzig
bei Brockhaus, 1844.
Das Raumersche Taschenbuch bringt zwar nicht so viel des Mannig faltigen und Abwechselnden als das frühere Hormayrsche, pflegt jedoch in jedem Jahrgange einige größere Aufsätze oder Abhandlungen zu liefern, die für den Geschichtsforscher und Geschichtsfreund von bleibendem Interesse sind. Leider hat der Herausgeber, dessen frisches, klares Wesen sich auch in seinen historischen Darstellungen kundgiebt, und der dabei als eleganter Stylist um so mehr Achtung verdient, als sich so manche neuere Geschichts⸗ schreiber in einer entweder barocken, oder manierirten, oder steifledernen Schreibart gefallen, diesmal selbst nichts beigesteuert, und wir haben uns also lediglich an die Beiträge seiner Mitarbeiter zu halten. Aufgenommen sind fünf Aufsätze.
I. Der Freiherr Hans Katzianer im Türkenkrieg. Von Johannes Voigt. (S. 3 — 246.) Eine umfassende Monographie des
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tapferen Krainschen Feldhauptmanns, der in die Geschichte Oesterreichs und G Ungarns so wesentlich eingegriffen, der, wie der Verf. bemerkt, seit seiner Jugend dem Könige (Ferdinand) stets in treuester, Anhänglichkeit sein Schwert gewidmet, für ihn unter jahrelangen Kriegsmühen mit Opfern von Gut und Blut sein Leben aufs Spiel gesetzt und für den Sieg der Rechte seines Königs in Ungarn mit einer so standhaft ausharrenden Kraft und einem so ritterlichen Muthe gekämpft hatte, daß seines Namens überall, wo er auch nur genannt werden mochte, stets mit hoher Achtung und ein⸗ helligem Ruhme gedacht wurde, bis der Unstern seines Mißgeschicks ihm die Gnade seines Königs entriß und ihn auf die schlüpfrige Bahn hintrieb, auf der er seinen Untergang fand. Voigt hat alle Besonderheiten im Leben Katzianer's gründlich hervorgehoben; nur hätten wir bei einzelnen Lichtpunkten, z. B. bei der Rolle, die er bei der ersten Belagerung Wiens 1529 gespielt, eine, auch dem Zweck eines historischen Taschenbuchs entsprechende, mehr malerische Schilderung gewünscht. Katzianer war, wie Wallenstein, ein Mann des Schwertes und des Kampfes; Beider räthselhaftes Betragen, Schicksale und blutiges Ende haben überhaupt so viel Verwandtes und fallen auf eine so merkwürdige Weise zusammen, daß wir eine Hinweisung auf diese Aehnlich⸗ keit ungern vermissen. Da der Herzog Albrecht von Preußen an dem Schicksal Katzianer'’'s lebendigen Antheil nahm, so sind viele, Letzteren be⸗ treffende und für die Geschichte jener Zeit höchst wichtige Urkunden in das geheime Archiv zu Königsberg übergegangen, welche Voigt mit rühmlichem Eifer benutzt hat, um die Geschichte seines Helden aufzuhellen, denselben gewissermaßen zu rechtfertigen und ihn als ein Opfer monarchischen Undanks hinzustellen. Kleine Nachlässigkeiten im Styl abgerechnet (gleich auf der ersten Seite fangen sogleich drei abgeschlossene Saͤtze mit einem und dem⸗ selben Worte an: „Sie gab“, „sie erfreute“, „sie ward“), liest sich de lehrreiche und hinsichtlich der Behandlung des Thatsächlichen geschickt aus⸗ einander gehaltene Aufsatz recht angenehm. II. Die letzten Zeiten des Johanniterordens. Von Alfred Reumont. (S. 247 — 390.) Eine jetzt um so mehr die Aufmerksamkeit in Anspruch nehmende Darstellung, als neuerdings der Orden wieder viel⸗ fach genannt worden ist und von verschiedenen Seiten her Schritte ge⸗ schehen sind, ihm eine größere Bedeutung zu geben. Der Verfasser, vor⸗ züglich als archäologischer Schriftsteller gekannt, hat sich 1832 zwei Wochen
9 Uhr von Weissenburg abgereist sein und Abends gegen