“ ““]
niglich Württembergischer Geheimer Legations⸗Rath in
v. Neurath, Kö Stuttgart. 2 1 . üt in Frank Rommel, Kurfürstl. Hessenscher Ober⸗Finanz⸗Rath (zur Zeit in Frank⸗ furt a. M.) 8. Den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse: Ackermann, Ober⸗Amtmann zu Rotzis.
Altmann, Polizei Rath in Berlin.
Andrée, Stadtverordneten⸗Stellvertreter und Hof⸗Instrumentenmacher in
Berlin. Appelius, Konsul in Livorno. “ ““ Aschenborn, Justiz⸗Rath und Justiz⸗Kommissarius zu Franlsurt. von Auerswald, Regierungs⸗Präsident zu Trier. 1 Bacmeister, Rechnungs⸗Rath, Vorstands⸗Beamter beim Bank⸗Comtoir in Münster. e“““ W“ Cavaliere Carlo Battaglia, Speditionair für die geistlichen Geschäste bei der Mission in Rom. , von Beckedorff, Geheimer Ober⸗Regierungs⸗Rath in Berlin. Beelitz, Geheimer Regierungs⸗Rath bei der General⸗Kommission zu Stendal. b 88 Bennighaus, Hüttenmeister zu Thale. 8 Bergling, Justiz⸗Rath und Kammergerichts⸗Secretair in Berlin. Dr. Bicking, praktischer Arzt in Berlin.
8
138
v. Münchow, Oberst, Commandeur des 27sten Infanterie⸗Regiments.
Neithardt, Musik⸗Direktor in Berlin. 16“ .
Nobbe, Ober⸗Regierungs⸗Rath in Merseburg. 1 “
Obuch, Regierungs⸗Baurath in Bromberg. 8 11“
Paalzow, Direktor des Stadtgerichts zu Rathenow.
Dr. Pertz, Geheimer Regierungs⸗Rath und Ober⸗Bibliothekar in Berlin. feiffer, Domainen⸗Rentmeister in Oranienburg.
Pollau, Kammerdiener Ihrer Majestät der Königin.
v. Puttkammer, Major, dienstleistender Adjutant bei der General⸗In⸗
spection der Artillerie.
Rördansz, Major, dienstleistender Adjutant bei der 13ten Division.
Rolle, Prediger in Berlin.
Rother, Hauptmann, Platz⸗Major in Posen.
Rückert, Rittmeister im 7ten Husaren⸗Regiment 8
Sasse, Legations⸗Rath in Berlin. 8 “
Schieß, Bezirks⸗Vorsteher in Berlin.
Noack, Servis⸗Verordneter in Berlin. Oelrichs, Negierungs⸗Rath zu Potsdam. fähler, Rentier in Berlin. *½ 2 Prange, Wegebau⸗Inspeltor in Merseburg. Ringeltaube, evangelischer Pfarrer zu Britz, Neg. Bez. Potsdam. v. Rosenberg, Hauptmann im 12ten Infanterie⸗Regiment Saath, Stadtrath zu Frankfurt. Schilling, Ober⸗Förster in Böddecken.
Bleich, Kanzlei⸗Rath, Vorsteher des Central⸗Büreau's im Ministerium d r v. Schleinitz, Wirklicher Legations⸗Nath in Berlin. I feftnger, Professor beim Muscum in Berlin.
Innern. vreRenthal⸗. Rechnungs⸗Rath beim Ministerinm des Königlichen Hau⸗ ses (2te Abtheilung). Dr. Bock, Regiments⸗Arzt beim 38sten Infanterie Regiment. v. Bonin, Major und Flügel⸗Adjutant. Bonnel, Direktor des Friedrich⸗Wilhelms⸗Gymnasiums in Berlin. v. Borcke, Major im Generalstabe. v. Borcke, Oberst⸗Lieutenant, Commandeur des 12ten Husaren⸗Regiments. Dr. Branco, Regiments⸗Arzt beim Regiment Garde du Corps. Brewer, Geheimer Ober⸗Revisions⸗Rath in Berlin. Brünnow, Hofrath und Registrator beim Kammergericht in Berlin.
Brune, Rechnungs⸗Rath bei der General⸗Direction der Wittwen⸗Verpfle⸗
gungs⸗Anstalt in Berlin. v. Bütow, Major, Platz⸗Ingenieur zu Koblenz. Dr. Burckhardt, Kreis⸗Phosikus und Medizinal⸗Rath in Marienwerder. Busse, Hauptmann in der Garde⸗Artillerie⸗Brigade. Clawiter, Rittmeister im 11ten Husaren⸗Regiment. Corty, Registrator beim Medizinalstabe der Armee. Daun, Rendant der Haupt⸗Theater⸗Kasse in Berlin. v. Dechen, Major in der Adjutantur. Decker, Geheimer Ober⸗Tribunals⸗Rath in Berlin. Denzin, Kausmann und Mühlenbesitzer zu Lauenburg. Dr. Deutschert, Regiments⸗Arzt beim Kadettenhause in Kulm. di Dio, Domainen⸗Rath und Geheimer expedirender Secretair in Berlin. Dollmann, Hauptmann im 30sten Infanterie⸗Regiment. v. Döttinchem, Lieutenant a. D. zu Pansfelde bei Quedlinburg. Dunckelberg, Oberförster in Königsthal. Ebert, Rechnungs⸗Rath und Seehandlungs⸗Assessor in Berlin. Eichhoff, Forstmeister in Saarbrücken. 1 b Dr. Ewermann, Regiments⸗Arzt beim 16ten Infanterie⸗Regiment. v. Fallois, Hauptmann in der Adjutantur. Fasquel, Stadtverordneter und Rentier in Berlin. 8 Graf Finck v. Finckenstein, Major und Flügel⸗Adjutant. v. Fisenne, Hauptmann vom 1ten Bataillon 28sten Landwehr⸗Regiments. Flaminius, Stadt⸗Baurath zu Frantfurt a. d. O. 1 Fleck, Geheimer Justizrath und Ober⸗Auditeur beim General⸗Auditoriat. v. Flotow, Landrath des Ziegenrückschen Kreises. v. Fock, Ober⸗Regierungs⸗Rath zu Potsdam. Focke, Kammergerichts⸗Rath in Berlin. Frank, Fabriken⸗Kommissions⸗Rath in Berlin. Dr. Froriep, Medizinal⸗Rath und Professor in Berlin. Dr. Gabler, Professor in Berlin. Gärtner, Hauptmann, aggregirt der 1sten Ingenieur⸗Inspection. Gansauge, Amtsrath zu Lebus. Garcke, Wegebaumeister in Halle. v. d. Goltz, Rittmeister in der Adjutantur. Dr. Jakob Grimm, Hofrath und Professor in Berlin. v. Haas, Landrath des Templiner Kreises. v. Hake, Oberst zur Disposition in Sorau. Hammers, Steuer⸗Rath zu Uerdingen. b v. Hansen, Major a. D. und Bürger⸗Deputirter in Berlin. Hartwig gen. v. Naso, Premier⸗Lieutenant, dienstleistender Adjutant der 3ten Division. Heinrich, Direktor des Kredit⸗Instituts für Schlesien. Dr. Hencke, Geheimer Justiz⸗Nath und Professor in Halle. Dr. Hengstenberg, Professor in Berlin. 1 Herms, Stadt⸗Verordneter und Bäckermeister in Berlin. Hesse, Ober⸗Lehrer beim Kadettenhause zu Wahlstatt. Hindenberg, Kaufmann und Vorsteher der 4ten Erwerbschule in Berlin. v. Hobe, Rittmeister in der Adjutantur. Höppe, Geheimer Ober⸗Tribunals⸗Rath in Berlin. Horn, Ober⸗Post⸗Direktor in Emmerich. Hummel, Professor an der Akademie der Künste in Berlin. 8 Hundt, Geheimer expedirender Secretair bei der Haupt⸗Bank in Berlin. Jacobs, Ober⸗Amtmann zu Fehrbellin. Jeiseck, Ober⸗Appellationsgerichts⸗Rath zu Posen. Jonas, Regierungs⸗Rath bei der General⸗Kommission in Berlin. Jüngken, Justiz⸗Kommissarius in Magdeburg. 8 Kannegießer, Post⸗Direktor in Stralsund. Keller, Hauptmann im Landwehr⸗Bataillon 36sten Infanterie⸗Regiments. Klamann, Magazin⸗Depot⸗Rendant zu Pasewalk. Klingner, Oberförster zu Schleusingen. Klingner, Post⸗Direktor und Rechnungs⸗Rath in Greifswald. Klug, Armen⸗Kommissions⸗Vorsteher, Kaufmann und Seiden⸗Fabrikant in Berlin. 1 8 Knauff, Geheimer Kriegsrath vom Kriegs⸗Ministerium. v. Kobilinski, Oberförster zu Gramzow. “ Koch, Schul⸗Inspektor und Pfarrer zu Plau, Regierungs⸗Bezirk Frankfurt. Koch, Ober⸗Bergrath in Bonn. Dr. Köppe, Kreis⸗Physikus in Torgau. Köthe, Superintendent und Pfarrer zu Alt⸗Döbern, Reg.⸗Bez. Frankfurt. Krah, Justizrath und Ober⸗Bürgermeister zu Königsberg in Pr. Kriese, Hofrath, Vorsteher des Central⸗Büreau's im Ministerium der geistlichen ꝛc. Angelegenheiten. Kühne, Amtsrath zu Wanzleben. v. Küster, Major, aggregirt dem Kaiser Alexander⸗Grenadier⸗Regiment. Kurs, Haushofmeister Sr. Majestät des Königs. P.. Langenbecker, Regiments⸗Arzt beim 9ten Husaren⸗Regiment. Lauer, Justizrath, Land⸗ und Stadtrichter in Sonnenburg. 9 Ledebur, Hauptmann a. D., Direktor der Kunstkammer in Berlin. Leitner, Hofrath, Vorsteher des Ministerial⸗Büreau's im Justiz⸗Ministe⸗ rium für die Gesetz⸗Revision. Pe e5. Peosessor in Halle. esse, Hofrat eim S Minzcᷓer; „ Merl; Lindsadt, Pelates⸗AonaalseNerisersamn 1ö“ 1 L ßen, ost⸗Dire ¹ 8 in erlin. 8 8b 2 Pos Direktor in Kreuznach. La8ndd gefiratg und Justiz⸗Kommissarius in Schwedt. - 4 ergutsbesitzer zu Zützen, Kreis Angermuünde. Dr. Magnus, Professor an der Universtat Berli Freiherr v. Mankeuffel, Landrath 889 Fnaen 8 viies v. d. Marwitz, Ritterschafts⸗Rath eh ese enre — fis⸗Rath auf Kölpin. Menzler, Bergmeister zu Siegen. Deee. Gerichtsschöppe, Vorsteher der Aen und 8ten Erwerbschule Kertr⸗ Rbee isten Armee⸗Corps. 9 4 ; 8* 5 . eheimer Negistrator im Ministerium der geistlichen c. Müller, Ober⸗Landesgerichts⸗Rath zu Frankfurt. Dr. Müller, Konsistorial⸗Rath und Professor in Halle.
Graf v. Schlieffen, Major und Flügel⸗Adjutant. Graf v. Schlieffen, Wirklicher Legations⸗Rath in Berlin. Schlitte, Ober⸗Einnehmer in Osterwieck, Regierungs⸗Bezirk Magdeburg. Schmidt, Major, Commandeur des 3ten Bataillons 9ten Landwehr⸗ Regiments. ö1e“ 18 1 Schmidt, Großherzoglich Sachsen⸗Weimarscher Kassirer und Herzoglich Sachsen⸗Altenburgscher Floß⸗Verwalter in Jena. Schönbeck, Stallmeister in Potsdam. Schönermark, Major, Platz⸗Ingenieur zu Erfurt. Schöning, Geheimer Kämmerier zu Berlin. 8 Scholz, Geheimer Justizrath in 1“ hüler, Ober⸗Post⸗Direktor in Koblenz. 1 ntze, Nno⸗ 8 Koritz, Regierungs⸗Bezirk Potsdam. Schultze, Stadt⸗Aeltester und Landtags⸗Deputirter in Perleberg. Schulz, Hauptmann, aggregirt der Garde⸗Artillerie⸗Brigade. Schulz, Direktor des Stadtgerichts zu Potsdam. Schulz, Bürgermeister zu Strasburg. Schulze, Rechnungs⸗Rath und Geheimer Kalkulator in Berlin. Schulze, Stadt⸗Schulrath in Berlin. 1 Schumm, Justizrath und Friedensrichter in Zell, Reg. Bez. Koblenz. Schwendy sen., Rentier, Vorsteher der dritten Erwerbschule in Berlin. Seeling, Hauptmann in der 2ten Ingenieur⸗Inspection. Seidel, Stadtverordneter und Amtmann in Berlin. Dr. Steiner, Professor in Berlin. Steingräber, Bürgermeister zu Havelberg. v. Stutterheim, Landrath des Kalauer Kreises. Tabbert, Hauptmann in der 2ten Garde⸗Invaliden⸗Compagnie. Temming, Seconde⸗Lieutenant im 26sten Infanterie⸗Regiment. Thebach, Stallmeister im 1sten Kürassier⸗Regimer Thilmany, Landrath des Bittburger Kreises. Tietz, Oberförster zu Kleve. Tips, Stadt⸗Secretair zu Elberfeld. Dr. Trendelenburg, Professor in Berlin. Toussaint, Hauptmann in der 3ten Jäger⸗Abtheilung. Uhden, Amts⸗Rath zu Triebel. v. Viebahn, Geheimer Finanz⸗Nath in Berlin. Völcker, Hofrath und Geheimer expedirender Secretair in Berlin. Vollrad, Secretair Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Heinrich von Preu⸗ ßen zu Rom. 3 Weber, Bank⸗Direkor in Magdeburg. Weber, Rechnungs⸗Rath beim Finanz⸗Ministerium. v. Wedell, Regierungs⸗ und Forst⸗Rath in Merseburg. Wegener, Oberförster zu Zobten. Wendland, Regierungs⸗ und Landes⸗Oekonomie⸗Rath zu Frank⸗ urt. Werfene Geheimer Regierungs⸗Rath, zur Zeit in Dresden. Wentzel, Domainen⸗Rentmeister in Lübben. Westphal, Hauptmann in der 1sten Ingenieur⸗Inspection. 1— Weyhe, Ober⸗Amtmann zu Wegeleben. 1 . Weymann, Hofrath bei der Gesandtschaft in Wien. Wiebe, Major im 38sten Infanterie⸗Regiment. Wiegner, Hofrath, Geheimer Registrator beim Ministerium der auswärti⸗ gen Angelegenheiten. 1 Wilcke, Regierungs⸗Rath zu Frankfurt. v. WfllieMaior und Flügel⸗Abjutagntt. v. Witzleben, Geheimer Regierungs⸗Rath in Berlin. v. Wulffen, Hauptmann a. D., Rittergutsbesitzer auf Pietzpuhl. Zimmermann, Hauptmann in der 1sten Ingenieur⸗Inspection. Zschieche, Rektor zu Strausberg, Regierüngs⸗Bezirk Potsdam. 9. Den St. Johanniter⸗Orden: v. Esbeck, Oberst⸗Lieutenant a. D., zu Koblenz. v. Orlich, Hauptmann, aggregirt dem Kaiser Alexander⸗Grenadier⸗Regiment. Graf zu Solms⸗Rödelheim, Major in der Adjutantur. v. Treskow, Rittmeister a. D., zu Jeseritz. v. Wangenheim, Oberst⸗Lieutenant, Inspecteur der 1. Pionier⸗Inspection.
10. Das Allgemeine Ehrenzeichen. Adler, Kastellan des Schauspielhauses in Berlin. Amann, Armee⸗Gendarm bei der 16. Division. 3 Appelkamp, Bezirks⸗Feldwebel im 3. Bataillon 16. Landwehr⸗Regts. Arndt, Fuß⸗Gendarm in der 3. Gendarmerie-Brigade, zu Putlitz. Ballnuß, erster Wachtmeister in der 6. Gendarmerie⸗Brigade. 8 Baucks, Unteroffizier in der 4. Artillerie⸗Brigade. “ Berndt, berittener Gendarm in der 8ten Gendarmerie⸗Brigade zu Eus⸗ kirchen. Blümcke, Armee⸗Gendarm bei der 1sten Division. Dahms, Unteroffizier im 8ten kombinirten Reserve⸗Bataillon. 3 Darge, Schulze zu Heinersdorf, Amts Schwedt. 8 Deubner, Kammerdiener Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Albrecht von
Preußen. iercke, Lehnschulze zu Nächst⸗Neuendorf bei Zossen. ierke, Kreisschulze zu Kletzke im Kreise Westpriegnitz. Donda, Malkt⸗Polizei⸗Sergeant in Berlin. 8 Duclos, erster Wachtmeister in der Sten Gendarmerie⸗Brigade zu Dü Enderlein, Wachtmeister im 4ten Ulanen⸗Regiment. Fleuch, Quartiermeister im 2ten Dragoner⸗Regiment. Francke, berittener Gendarm in der 4ten Gendarmerie⸗Brigade zu Mühlberg. Fuchs, Stabs⸗Hautboist beim 18ten Infanterie⸗Regiment. Gefke, erster Wachtmeister in der 3ten Gendarmerie⸗Brigade zu Lands berg an der Warthe. Giesfeld, Unteroffizier im 2ten Garde⸗Ulanen⸗ (Landwehr⸗) Regiment. Gradt, Bezirks⸗Feldwebel im 2ten Bataillon 5ten Landwehr Regiments. Graffert, Kassendiener bei der Provinzial⸗Steuer⸗Kasse in Berlin. Guech, Gendarm in Drossen. Gundlach, Bezirks⸗Feldwebel im 2ten Bataillon 9ten Landwehr⸗Regi⸗ ments.
Hellmich, Feldwebel im 1sten Bataillon 3ten Garde⸗Landwehr⸗Regiments. Hering, Fuß⸗Gendarm in der 4ten Gendarmerie⸗Brigade zu Kösen. Hindersmann, Förster zu Haaren, Reg.⸗Bez. Minden. Höhns, Schullehrer auf dem Messingwerk bei Neustadt⸗-Eberswalde. Hornich, Unteroffizier im 3ten Bataillon 3ten Garde Landwehr⸗Regiments. Juncker, Wachtmeister im 2ten Bataillon 27sten Landwehr⸗Regiments. Just, Sergeant im 3isten Infanterie⸗Regiment. Kalzau, Feldwebel im 4ten Infanterie⸗Regiment. Klau, Bezirks⸗Feldwebel im 2ten Bataillon 5ten Landwehr⸗Regiments. Klopsteg, Feldwebel in der Aten Artillerie⸗Brigade. 1 Kluge, berittener Gendarm zu Angermünde. 1“”
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sseldorf.
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Köppen, Stadtgerichts⸗Bote in Berlin.
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Kranz, Büchsenmacher beim 2ten Infanterie⸗ (gen. Königs⸗) Regiment.
Krause, Kanzleidiener beim Kriegs⸗Ministerium. 1“XA“
Langkusch, Wachtmeister im 8ten Kürassier⸗Regimeilnht.
Lehmann, Schulze zu Kohlsdorf, Amts Beeskocw. i
Lenz, Lehnschulze zu Nudow, Kreis Teltow. 1xEbE
Linke, Sergeant im 32sten Infanterie⸗Regiment. .
Lüdtke, Fuß⸗Gendarm in der 3ten Gendarmerie⸗Brigade zu Potsdam.
Luesch, Bote und Exrekutor beim Stadtgericht zu Berlin.
Möwes, Altsitzer zu Breitenstein, Reg. Bez. Frankfurt.
Müller I., Fuß⸗Gendarm in der 8. Gendarmerie⸗Brigade zu Neumagen.
Neubauer, Bezirks⸗Feldwebel im 2. Bataillon 9. Landwehr⸗Regiments.
Neubert, Hautboist beim 26. Infanterie⸗Regiment.
Neumann, berittener Gendarm in der 4. Gendarmerie⸗Brigade zu Straußfurt.
Noack, Wachtmeister im 6. Ulanen-Regiment.
Otzdorf, Lehnschulze zu Schönow bei Bernau.
Päsell, Unteroffizier im 2ten Bataillon 2lsten Landwehr⸗Regiments.
Pinkert, Stabs⸗Trompeter beim Regiment Garde du Corps.
Porrmann, berittener Polizei⸗Sergeant in Berlin.
Rehfeldt, berittener Gendarm in der 3Zten Gendarmerie⸗Brigade zu Gramzow.
Reincke, Bezirks⸗Feldwebel im 1sten Bataillon 4ten Landwehr⸗Regiments.
Nensch, Gendarm in Lübben.
Röhl, Geheimer Kanzleidiener bei der Seehandlung.
Sampel, Armee⸗Gendarm bei der 1sten Division.
Sasse, Lehnschulze zu Dabendorf, Kreis Teltow.
Schmidt, Feldwebel in der 2ten Garde⸗Invaliden⸗Compagnie.
Schrader, Kreis⸗Thier-Arzt zu Wiedenbrück.
Schröder, Feldwebel im 4ten Infanterie⸗Regiment.
Sch 9 erster Wachtmeister in der Aten Gendarmerie⸗Brigade zu Nord⸗ haäausen. 8
Schultze, Kanzleidiener bei der Gesandtschaft in Paris.
Schulz, Armee⸗Gendarm bei der 4ten Division.
Schulz, Feldwebel a. D., früher bei der 2ten Pionier⸗Abtheilung.
Strömer, Hof⸗Fourier Sr. Königl. Hoh. des Prinzen Albrecht von Preußen.
Stroinsky, Wachtmeister im 2ten Garde-Ulanen⸗ (Landwehr⸗) Regiment.
Tiegs, Unteroffizier im 3ten Bataillon 2ten Landwehr⸗Regiments.
Trapp, Geh. Kanzleidiener bei der Haupt⸗Verwaltung der Staatsschulden.
Vogel, Fuß⸗Gendarm in der Aten Gendarmerie⸗Brigade zu Ellerich.
Voigt, Hautboist im 4ten Infanterie⸗Regiment.
Voß, Feldwebel im 5ten Infanterie⸗Regiment.
Walther, Feldwebel im 1sten Infanterie⸗Regiment.
Weber, Hegemeister zu Senftenhütte, im Revier Liepe.
Wurst, Stabs⸗Hautboist beim 5ten Infanterie- Regiment.
Zikner, Wachtmeister im 6ten Kürassier⸗Regiment (gen. Kaiser von Rußland.)
Zimmermann, Quartiermeister im 8ten Kürassier⸗Regiment.
Ihre Majestät die Königin haben eine unruhige Nacht gehabt, sind jedoch fieberfrei, und der Ausschlag macht seinen gehörigen Verlauf.
Berlin, den 21. Januar 1844.
(gez.) Dr. Schönlein. Dr. von Stosch.
Uichtamtlicher Theil.
Inland.
Berlin, 21. Jan. Se. Majestät der Kaiser von Rußland haben dem General⸗Lieutenant und Commandeur des Kadetten Corps, von Below, den St. Annen⸗Orden erster Klasse Allergnädigst zu verleihen geruht.
Berlin, 21. Jan. Der leitende Artikel der gestrigen Vossi⸗ schen Zeitung (Nr. 17.) knüpft an die Erklärungen, welche in der französischen Pairs⸗Kammer von Herrn Gutzot über die den Besuch des Herzogs von Bordeaux in England begleitenden Umstände abge⸗ geben sein sollen, unter anderen lose zusammenhängenden und von seltener Unkunde des Völkerrechts zeugenden Betrachtungen auch die: „daß der Britte in seinem Lande ungestraft und ungehin⸗ dert Personen, Sachen und Grundsätze eines fremden Staa⸗ tes angreifen, schmähen und so weit es an ihm sei, unter⸗ graben könne, ohne ein Wiedervergeltungsrecht fürchten zu dürfen.“ Wir sind nicht gemeint, den Verfasser bei den aus diesem Satze ge⸗ zogenen, Deutschland verunglimpfenden Folgerungen zu begleiten, um so weniger, als von englischem Boden aus Schmähungen des deut⸗ schen Namens nicht zu erwarten sind. Eins aber thut dem Ver⸗ fasser Noth zu wissen, das nämlich: daß er in grober Täuschung befangen ist, wenn er wähnt, ihm stehe die Befugniß zu, auf deutschem Boden das deutsche Volk ungestraft zu schmähen. Und kann es eine größere Schmähung geben, als wenn der⸗ selbe seiner Phantasie in einem Deutschland erniedrigenden Bilde Worte giebt, und das befreundete, stammverwandte Volk als über⸗ müthigen Feind, uud ihm gegenüber — unser deutsches Volk sich zahm beugend darstellt.
Wenn der Verfasser in blinder Vergötterung fremder und in un⸗ dankbarer Verkennung vaterländischer Zustände solches vor dem deut⸗ schen Volke auszusprechen sich nicht entblödete, so möge er wenig⸗ stens den Vorzug erkennen, daß jenseits des Kanals John Bull das Gericht übernehmen möchte, hier aber das Gesetz ihn dafür schützt und als die beste Strafe die Entrüstung seiner Leser erkennt.
Wir können jedoch noch eine Betrachtung nicht unterdrücken: Jener Artikel ist ein würdiges Seitenstück zu dem, der vor nicht lauger Zeit in der Barmer Zeitung das Tragen der preußischen National⸗ Kokarde persiflirte. Aber wenn jener sich noch, wie dieser, ein Win⸗ kelchen eines unbedeutenden wenig gelesenen Blattes zu seiner Stätte ausersehen hätte! Nein! Er bildet den leitenden Artikel einer privilegirten Zeitung der preußischen Hauptstadt, einer Zeitung, welche sich als das Organ des sogenannten liberalen Fortschrittes des, wie sie es nennen, Rechtsstaats, betrachtet wissen will.
Berlin, 21. Jan.
bund wesentlich beitragen; dann auch der kräftige Schutz und die freundliche Aufnahme, welche Braunschweig beim Zoll⸗Vereine ge⸗ funden hat. Dadurch widerlegen bekannte unheildrohende Korrespon⸗
denzen, welche kurz vor und nach dem Anschlusse reichlich ausgestreut f wurden, in neuester Zeit aber das Gewand von Verdächtigungen an⸗
legen, sich am besten. Als Beispiel der jetzigen Stimmung theilen wir eine Korrespondenz in Nr. 16 der Kölner Zeitung aus dem
braunschweigischen Weserkreise vom 12ten d. M. nachstehend mit:
„Der letzte Schritt zum Zoll⸗Anschlusse der hiesigen Gegend, die 8 Regulirung der Nachsteuer, ist jetzt ebenfalls zurückgelegt, und zwar, wie ich mit Freude berichten kann, ohne daß dabei die geringste Ord⸗
nungswidrigkeit vorgefallen wäre. Dem humanen Verfahren der Aus⸗
führungs⸗Beamten kam ein eben so loyales Benehmen des Handel⸗ b
8
und Gewerbetreibenden Publikums bei den Declarationen und Revi⸗ sionen entgegen, und wenn man sonst wohl bei der Regulirung der Nachsteuer ein allgemeines Geschrei gehört hat, so erfuhr man hier kaum, daß die Maßregel im Gange sei. Auch haben, dem Vernehmen
v““ 1 1 5 3
Alle Korrespondenzen, welche aus dem Herzogthume Braunschweig in öffentlichen Blättern seit An⸗ fang d. J. sich finden, kommen darin überein, daß die Stimmung der * Bewohner für die neuen Zoll⸗Einrichtungen günstig sich ausspricht. 8 Dazu soll namentlich eine durch manche Handlungen „Hannovers in dieser Angelegenheit veranlaßte Abneigung gegen den früheren Steuer⸗
nach, die Kaufleute in sämmtlichen Städten des Weserkreises (von Holzminden weiß ich es gewiß) sich unter einander durch eine beson⸗ dere Uebereinkunft und bei Vermeidung einer Conventional⸗Strafe von 50 Rthlrn. verpflichtet, keinen Schleichhandel zu treiben oder zu dul⸗ den, auch sich in dieser Hinsicht gegenseitig zu überwachen. Solche Erscheinungen beweisen deutlicher, als jedes Raisonnement, daß unser handeltreibendes Publikum mit festem Vertrauen in die neue Lage übergegangen ist; denn wo der Kaufmann selbst den Schleichhandel verpönt und sich zum Schutze gegen denselben erbietet, da muß er die begründete Aussicht auf ein lohnendes reelles Geschäft haben. Zunächst werden diese Erfahrungen ohne Zweifel dazu beitragen, die Kontroll⸗ Maßregeln im Gränzbezirke nur auf das Mindeste zu beschränken, und in dieser Voraussetzung läßt sich mit Gewißheit erwarten, daß das Handelsgeschäft besonders in Holzminden, wo ein Haupt⸗Zoll⸗ Amt sich befindet, sich bedeutend erweitern wird. Man hört auch be⸗ reits nicht nur von beabsichtigten Großhandlungen, sondern auch von neuen Fabrik⸗Anlagen, zu welchen die hiesige Gegend den Unterneh⸗ mungsgeist ganz besonders einladet. — Der auffallende Inhalt des hannoverschen Patents vom 31sten v. M. wegen der künftigen Ver⸗ hältnisse zwischen dem Zoll⸗Vereine und dem hannoverschen Steuer⸗ Vereine hat schon in der Allg. Preuß. Ztg. (vergl. Nr. 7) eine Berichtigung von Berlin aus erfahren; bei uns kann man bis zur Stunde nicht begreifen, wie es möglich ist, die Schuld des Mißlingens aller bisher mit Hannover gepflogenen Unterhandlungen auf Braun⸗ schweig zu wälzen, während es doch ziemlich bekannt ist, daß es nur an Hannover lag, seine schon 1841 gegebene Zusage zum Selbstan⸗
—
schlusse an den Zoll⸗Verein zu erfüllen. Sehr bezeichnend ist es in dieser Hinsicht auch, daß nach dem Patente verschiedene, auf früheren Verträgen beruhende Verkehrs⸗Erleichterungen für die übrigen Zoll⸗ Vereinsstaaten auch jetzt noch einstweilen fortdauern, in Ansehung Braunschweigs aber aufhören sollen. Den großen Zoll⸗Verein scheint man also schonen, das kleine Braunschweig aber züchtigen zu wollen, in der Hoffnung, daß dieses dann vom Zoll⸗Verein werde im Stiche gelassen werden. Nun, wir wollen sehen, wohin ein solches System führt, sind jedoch einstweilen noch weit davon entfernt, uns einschüch⸗ tern zu lassen.
Die Maßregeln, welche von Seiten Hannovers angeordnet wor⸗ den sind, schaden nur dessen eigenen Unterthanen. Die ministerielle Verordnung, laut welcher Weizen, Roggen, Gerste, Bohnen und Erb⸗ sen, die aus dem Braunschweigischen eingeführt werden, mit einem erhöhten Zoll von 12 gGr. belastet sind, während sie nur drei gGr. zahlen, wenn sie aus anderen Zoll⸗Vereinsstaaten kommen, ist für die Braunschweiger weniger drückend, weil, wie in der Aachener Zei⸗ tung ganz richtig nachgewiesen wird, die hannoverschen Landestheile, welche hier zunächst in Frage kommen, auf jenes fruchtbare Land in Bezug auf Getraide und Hülsenfrüchte angewiesen sind. Die han⸗
noversche Repressalie drückt also nur Hannover, ist vollkommen un⸗
zweckmäßig, wird nach einiger Zeit, weil sie ein mißlungener Versuch ist, eingestellt werden müssen, und bringt kein anderes Resultat, als daß sie den Hannoveranern das Brod vertheuerte und auf beiden
Seiten der Gränze böses Blut machte.“
Königsberg, 18. Jan. (K. A. Z.) Das Krönungsfest des Preußischen Staates, in Königsberg stets mit allgemeinen Festlichkeiten geehrt, ward auch heute mit lehhaster Theilnahme gefeiert. Die Königliche deutsche Gesellschaft hielt in ihrem Versammlungssaale auf dem Schlosse eine öffentliche Sitzung, welche der Präsident der Ge⸗ sellschaft, Professor Dr. Schubert, mit dem Jahresberichte eröffnete, darauf die neuen Wahlen des Herrn Ober⸗Präsidenten der Provinz Preußen, Bötticher, zum Ehrenmitgliede, des Herrn Prof. Dr. Simson zum ordentlichen Mitgliede anzeigte, und demnächst die Erinnerung an die Bedeutung des heutigen Festes mit dem bevorstehenden drei⸗ hundertjährigen Jubelfeste der Universität Königsberg und der Feier des hundertjährigen Geburtstages von Herder verknüpfte, welche ge⸗ rade in die Woche jenes Jubelfestes fällt. Darauf sprach der Privat⸗ dozent Dr. Lobeck über die Verdienste des Adamantios Koraes um die Philologie und die geistige Bildung der Neugriechen, und zum Schlusse hielt der Divisions⸗Prediger Dr. Rupp einen Vortrag über Theodor v. Hippel, in welchem er vorzugsweise dessen religiöse und politische An⸗ sichten entwickelte. — Um 11 Uhr begann die öffentliche Feier der Univer⸗ sität im Auditorium Maximum. Der Geheime Regierungsrath Pro⸗ fessor Dr. Lobeck hielt die lateinische Festrede „über die Strafen der Apostasie zum Heidenthume und über die Symbolik als Abwehr“ und proklamirte am Ende derselben die Namen der Studirenden, welche
die vor einem Jahre von den Fakultäten aufgestellten Preisaufgaben
glücklich gelöst hatten. — Um 12 Uhr hielt das Königliche Waisen⸗ haus, das am Krönungstage selbst vor 143 Jahren gestiftet wurde, das herkömmliche Jahresfest. — Den Abend gab der Kanzler von Preußen, Dr. von Wegnern, einen Ball.
Ausland. FKranhen
Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 15. Januar. Vor
Eröffnung der Diskussion des Adreß⸗Entwurfs, erklärte der Präsident, dem Rechte der Einschreibung nach hätte zwar Herr Cordier das Wort, aber Herr Berryer habe in einer persönlichen Angelegenheit en Vortritt verlangt. (Bewegung.)
Herr Berryer: Ich habe in einer persönlichen Angelegenheit das Wort verlangt, weil eine gewisse Phrase im Adreß⸗Entwurf offenbar auf mich und diejenigen meiner Kollegen, welche, einem gemeinschaftlichen Ge⸗ danken folgend, die Reise nach London gemacht haben, abzielt. Wo es sich um einen solchen Paragraphen handelte, konnte ich der Diskussion nicht beiwohnen; ehe wir eine Erklärung abgegeben, konnten wir an dieser De⸗ batte nicht Theil nehmen.
Eine Stimme: Das ist klar.
Herr Harlé: So gehen Sie fort. (Unterbrechung. Ruf zur Ordnung. Lange Aufregung.) ¹“
Der Präsident: Ich werde diese Gelegenheit benutzen, um der Kammer in Erinnerung zu bringen, wie nöthig es ist, daß in einer so ern⸗ sten Debatte alle Redner mit Ruhe und Aufmerksamkeit angehört werden. Der Präsident wird die Rechte eines Jeden aufrecht zu erhalten und der Freiheit der Tribüne Achtung zu verschaffen wissen.
Herr Berryer: Ungeachtet der Unterbrechung bin ich überzeugt, daß viele Mitglieder hier sind, welche begreifen, daß ich mich erklären muß. Diese Erklärungen werden freimüthig und deutlich sein; sie werden für im⸗ mer Geltung haben, weil sie die Würde unseres Benehmens und unserer Lage angehen. Meine Herren, in dem Adreß⸗Entwurf schlägt man ihnen vor, uns, Ihre Kollegen, mit einem Tadel zu brandmarken, und zwar, ohne uns gehört zu haben. Im Jahre 1832 war man großmüthiger; damals beantragte man nur die Todesstrafe gegen mich; aber keine Stimme erhob sich damals eher, um mein Benehmen zu brandmarken, als bis dasselbe ordnungsmäßig festgestellt war. So wäre es mir denn auch geziemend er⸗ schienen, wenn Einige von uns vor die Kommission berufen worden wären, wenn man loyale, freimüthige Erklärungen von uns verlangt hätte, ehe man uns so hart traf.
Ein Mitglied: Sie weigerten sich ja, in Ihrem Büreau sich zu erklären; Sie sagten, daß Sie nur in öffentlicher Sitzung antworten würden.
Herr Berryer suchte nun die Lage der Legitimisten seit 1830 und ihre Einwirkung auf die öffentlichen Angelegenheiten zu erklären. „Eine Revo⸗ lution“, fuhr er fort, „hat 1830 stattgefunden; es war kein bloßer Perso⸗
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nenwechsel, sondern ein Prinzip erlag einem anderen Prinzipe; wir, die Be⸗ siegten, glaubten darum die Sache des Landes nicht aufgeben zu dürfen; wir waren der Ansicht, daß seine großen Interessen, seine, Allen gemein⸗ schaftlichen Interessen uns beschäftigen dürften, und daß die Auswanderung in das Innere eben so wenig erlaubt sei, als die in das Ausland. Das sind die Ansichten, welche uns geleitet, die wir geltend zu machen uns be⸗ strebt haben. Aber sprechen wir von der Reise nach London. Wir sind aus Ehrfurcht vor dem letzten Sprößling jener langen Reihe von Königen, welche das Geschick des Landes seit so vielen Jahrhunderten geleitet haben, nach London gegangen.“
Ein Mitglied: Um dem „König von Frankreich“ zu dienen.
Herr Berryer: Wir sind dahin gegangen, wie wir zu anderen Zeiten uns nach Schottland, Prag, Görtz und nach anderen Orten begaben.
Eine Stimme: Aber in Blaye waren Sie nicht. (Gelächter)
Herr Berryer: Meine Herren, warum hat die Reise nach England in Ihren Augen einen anderen Charakter, als die Reisen, welche früher zu den verbannten Fürsten gemacht worden? Wegen des zahlreicheren Zusam⸗ menströmens von Personen dorthin. Hierzu wirkten aber, ich muß es sagen, und ich sage die ganze Wahrheit, zwei Ursachen zusammen. Erstens, weil Jeder, indem er sich in jenes Land begab, wo so große Freiheit und Oef⸗ fentlichkeit herrscht, überzeugt war, daß man ihn nicht geheimer Manöver und dunkler Machinationen anklagen könne. (Bewegung.) Zweitens, weil jenes Land vielleicht dasjenige in Europa ist, welches am spstematischsten mit der Politik der neuen Regierung in Frankreich eng verbunden sein kann, folglich diejenigen, welche sich nach England begaben, wenigstens nicht dem alten Verdacht ausgesetzt sein konnten, daß sie sich mit dem Auslande in Verständnisse und Verschwörungen zu einer Invasion gegen Frankreich ein⸗ ließen. Und muß man denn alle Erinnerungen abstreifen, allem Ruhm der Vergangenheit entsagen?“ 8
Herr Dupin: Wir entsagen ihm nicht, heute erst haben wir das Molière⸗Denkmal eingeweiht. (Gelächter.)
Herr Berrver (unwillig): Wahrhaftig, meine Herren, ich begreife das Gelächter der Versammlung nicht. Ich begreife nicht, wie man während einer so ernsten Diskussion so leicht zerstreut werden kann. Wie, haben Sie für Ihres Gleichen — denn bei alle dem sind wir doch Menschen — so we⸗ nig Sympathie (Gelächter) für Kollegen, welche Ihnen mit Vertrauen das Herz öͤffnen wollen? Aber bei solchen Manifestationen fühle ich zu sehr, daß man mich nicht verstehen würde, daß ich nicht verstanden werden kann, daß ich nichts mehr zu sagen habe. Ich verlasse die Tribüne.“
Herr Berryer verläßt die Tribüne unter lebhafter Bewegung, und der Minister der auswärtigen Angelegenheiten nimmt das Wort.
„Der Entschluß“, sagt derselbe, „welchen das ehrenwerthe Mitglied gefaßt hat, muß die Kammer überraschen. Derselbe ist sonst nicht gewohnt, sich durch Unterbrechungen einschüchtern zu lassen. Schon östers hat er sie siegreich zu beherrschen gewußt; er hat glorreiche Erinnerungen an seine Triumphe hinterlassen. Die Unterbrechung hatte übrigens nichts Persön⸗ liches, eben so wenig als die Heiterkeit der Versammlung. Ich glaube also, daß die Debatte nichts von ihrem Ernste verloren hat, und daß das ehren⸗ werthe Mitglied, ohne seine Würde zu kompromittiren, seine Erklärungen fortsetzen kann; wenn er derselben Ansicht ist, bin ich bereit, ihm das Wort zu lassen.“ (Sehr gut!)
Herr Berryer: Nach diesen Worten des Herrn Ministers nehme ich keinen Anstand, wieder das Wort zu ergreifen. Die Reise nach London hatte eben so wenig den Charakter, den man ihr beilegen will, als die Ver⸗ sammlungen, die daselbst stattgefunden haben. Alles war vollkommen harm⸗ los und würdig. Und ich beschwöre Sie, uns doch so viel Einsicht, so viel Würdigung der Dinge, die in unserem Lande vorgehen und vollbracht wer⸗ den können, zuzutrauen, daß Sie uns nicht nöthigen, auf die Anklage zu antworten, wir seien in England gewesen, um, ich weiß nicht welche un⸗ nütze und kindische Intronisation, welche Art von Thron⸗Besteigungs⸗De⸗ claration, welche Art von Krönungs⸗Parodie in einem Salon, auf einem Platz in London vorzunehmen. Soll ich noch weiter von dem sprechen, was man Alles gesagt hat? Daß ernsthafte Männer in London gewesen seien, um eine aus einem Pair bestehende Pairs⸗Kammer oder eine aus zwei Deputirten bestehende Deputirten⸗Kammer dort vorzustellen? Soll ich Ihnen sagen, was vorgegangen ist, was in diesen Versammlungen stattgefunden? Ich werde die ganze Wahrheit sagen, und Gott strafe mich auf der Stelle, wenn meine Worte nicht streng wahr sind. (Hört!) Wohlan, in diesen Versammlungen war Keiner unter uns, der nicht diesen Gedanken, diese Ueberzeugung mitgebracht hätte, daß es das größte Unglück für eine Partei wäre, wenn sie angeklagt werden könnte, Unordnung und Anarchie über das Land hereinbeschworen zu haben; Keiner, der nicht jeden Gedan⸗ ken an einen Bürgerkrieg angelegentlichst fern gehalten, der nicht diese Ueber⸗ zeugung getheilt hätte, daß wir, wenn je das Gebiet Frankreichs bedroht würde, mit Hintansetzung jeder anderen Rücksicht, mit den Uebrigen, welches auch ihre Fahne sein möchte, nach der Gränze eilen, daß wir uns mit ihnen verei⸗ nigen müßten, um diese Fahne, um die heilige Sache des Vaterlandes zu verthei⸗ digen. Mit diesen Gesinnungen und Ueberzeugungen haben wir die Reise nach London gemacht; mit diesen Gesinnungen haben wir Huldigungen darge⸗ bracht, mit diesen Gedanken haben wir, die Wahrheit gesagt, die ganze Wahrheit, über den Zustand des Landes, die Wahrheit über eine in diesem Lande vollführte große Revolution, die Wahrheit über den vollkommenen Ruin der ganzen Vergangenheit, die nichts mehr als Staub ist und nicht wieder belebt, nicht wieder erweckt werden kann in unserem Lande; die Wahrheit über die Nothwendigkeit, in Frankreich fortan nichts mehr anders zuzulassen und zu unternehmen, als durch den National⸗Willen (Stimmen zur Linken: Sehr gut!), eine Wahrheit, in welcher Jedermann, der in Frankreich lebt, der Einsicht und Herz hat, dazu mitwirken muß, die Inter⸗ essen des Landes fest und unabhängig zu vertheidigen. (Zur Linken: Sehr gut!) Das haben wir Alle gethan und davon sind wir erfüllt gewesen. Ja, wir haben einen jungen Fürsten gefunden, der fähig ist, die Wahrheit zu vernehmen, bereit, darauf zu hören.
Eine Stimme: Aber es hat sie ihm Niemand gesagt.
Herr Berryer: Meine Herren, ich könnte mich jeder Rechtfertigung überheben; ich könnte sagen, daß ich der Kammer verfassungsgemäß nicht das Recht zugestehe, über irgend eines ihrer Mitglieder für das, was außer⸗ halb dieser Mauern vorgeht, eine Jurisdiction, und wäre es auch nur eine moralische, auszuüben. (Murren.) Ihre Jurisdiction erstreckt sich nur so weit, zu gerichtlichen Verfolgungen zu ermächtigen, und diese Autorisation haben Sie nicht ertheilt, man hat sie nicht von Ihnen gefordert. Aber ich will mich bei diesen Ausstellungen nicht aufhalten, ich sage Ihnen die ganze Wahrheit; ich weise zurück, was man ernsthaften Männern nicht ohne Lächerlichkeit vorwerfen kann. Ich sage Ihnen Alles, weil nichts weiter ge⸗ sagt worden ist, und ich glaube, daß wir jenseits des Kanals so wenig wie in Frankreich die Loyalität, das Gewissen und die geschriebenen Gesetze verletzt haben. Meine Herren, wir werden niemals zu denen gehören, welche ihre Gedanken und Gesinnungen verbergen, der Gewalt schmeicheln, wenn sie aufrecht steht, und am Tage des Unglücks sie verwünschen. Wir werden niemals zu denen gehören, welche sich ihre politischen Grundsätze und ihre Theorieen von Treue an dem Tage bilden, wo große Katastrophen das Land treffen. Man hat von der Heiligkeit des Eides gesprochen; aber wir gedenken ihn mehr zu achten, als irgend wer, und haben keinen größe⸗ ren Wunsch, als den, der beschworenen Tgeue alle ihre Kraft und Energie von neuem verliehen zu sehen. Ich will mich auf keine unnützen Gegen⸗ Anschuldigungen einlassen, aber wenn ich Erinnerungen berühren wollte, welche noch nicht sehr alt sind, so wäre es mir leicht, mit Evidenz zur Anschauung zu bringen, wer die Heiligkeit des Eides verletzt hat, wir oder unsere Gegner. Wir glauben an die Heiligkeit des Eides, wie Sie; aber ehe wir einen Eid leisten, ermessen wir die Ausdehnung der Verbindlichkeit, die wir eingehen. Wir haben eine Prinzips⸗Veränderung vorgehen sehen. Unter dem neuen Prinzip haben wir unsere Freiheit begriffen. (Lärm.)
Eine Stimme: Aber nicht die Freiheit, einen Prätendenten anzuer⸗ kennen.
Herr Berryer: Erweitern Sie Ihr Gesetz, stellen Sie uns außer⸗ halb der Garantieen und der Fundamental⸗Prinzipien der Declaration vom 9. August 1830, und Sie werden sehen, daß wir Männer sind, für welche der Eid etwas heiliges ist und die, ehe sie etwas geloben, die Ausdehnung desselben ermessen und nur mit Anrufung Gottes zu Zeugen ein Verspre⸗ chen abgeben.
Herr Guizot, der hierauf die Rednerbühne bestieg, ließ sich im We⸗ sentlichen folgendermaßen vernehmen: „Ich danke dem ehrenwerthen Herrn Berryer dafür, daß er das Wort noch einmal genommen und seine Rede beendigt hat; er ist, wie er sehen konnte, mit der ihm gebührenden Rück⸗ sicht und Aufmerksamkeit angehört worden; er hat seine volle Freiheit ge⸗
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babt; um der Ehre der Kammer willen glaube ich dies konstatiren zu müsen. Was an seiner Rede fehlt, will ich ergänzen. Die Debatte, um welche es sich hier handelt, hat durchaus nichts Persönliches, und Herr Berrper hatte Unrecht, wenn er sich individuell in einen Kampf verwickelt glaubte, der ihn und einige Mitglieder dieser Kammer, welche seine Meinungen theilen, aus⸗ schließlich betreffe. Er irrt sich, es handelt sich hier um eine Prinzipien⸗Frage. Herr Berryer hat von Mäßigung gesprochen, er hat Zurückhaltung versprochen; ich werde ihm nachahmen, aber ich werde den Ausdruck der Wahrheit nicht immer unterdrücken können, sollte sie auch manchmal streng erscheinen. Was ist 1830 geschehen? Der heilige Vertrag zwischen Fürst und Volk war von dem Ersteren gewaltsam verletzt worden, und die Nation konnte, um ihr Recht, um das große Prinzip der gewaltsam verletzten Freiheit aufrecht zu erhalten,
zu nichts Anderem ihre Zuflucht nehmen, als zur Kraft. In dem Kampfe
erlag der Thron, und die Dynastie, die ihn einnahm, machte, vom Sturme fortgerissen, einer neuen Donastie Platz, die mit den Gefühlen und Sym⸗ pathicen des Landes besser harmonirte, die sich auf das Prinzip einer wah⸗ ren Freiheit stützte, während jene blos sich zu erhalten strebte oder vielmehr ein absolutes Prinzip geltend zu machen suchte, das Prinzip des göttlichen Rechts. Das ist im Grunde die ganze Legitimität! Wohlan, die Versammlungen in Belgrave⸗Square hatten keinen anderen Zweck, als den Bau von 1830, den Bau, den wir gegründet haben, zu zerstören. (Beifall.) Deshalb rufe ich den Tadel, den förmlichen Tadel des Landes über sie herab. Gerechtigkeit muß in diesem Falle geübt werden, im Interesse der Prinzipien, im Interesse der Institu⸗ tionen, im Interesse der regelmäßig konstituirten Gewalt, im Interesse alles dessen, was den Menschen am heiligsten ist. (Lange anhaltender Beifall.) Meine Herren, man weiß, daß ich von Grund aus monarchisch gesinnt binz ich bin davon überzeugt, daß die Monarchie das Heil dieses Landes aus⸗ macht und an sich eine vortreffliche Regierungsform ist; und die Monar⸗ chie, ich weiß es, ist die durch die Zeit geheiligte Erblichkeit des Thro⸗ nes. Diese Legitimität billige ich, ich will dieselbe, wir Alle wollen sie, wir sind darüber einverstanden, sie fest zu begründen. Aber alle diese Erblichkeiten der Königs⸗Geschlechter haben einen Anfang gehabt, sie haben alle eines Tages begonnen, und es giebt deren, die ein Ende ge⸗ nommen haben. Die unsrige beginnt, die eurige endet. (Sehr gut!) Was die Legitimität, auf welche ihr euch stützet, die ihr anrufet, dieses Recht über alle Rechte, diese Gewalt, welche nie untergehen kann, von der die Völker Alles ertragen müssen, so halte ich diese Maximen für abgeschmackt, schmach⸗ voll, erniedrigend für die Menschheit. Und wenn man sie in Ausübung setzen, wenn man sie auf ihren ganzen Umfang ausdehnen und bis zu ihrem außersten Ertrem treiben will, so thut eine Nation recht, sich selbst Genug⸗ thuung zu verschaffen und auf ihre Gefahr durch eine heldenmüthige und mächtige That ihre verkannten Rechte und ihre beleidigte Ehre herzustellen. Das haben wir 1830 gethan, und das ist es, was man jetzt gern unge⸗ schehen machen will. Belgrave⸗Square hat keinen anderen Zweck und kei⸗ nen anderen Sinn.“ (Neuer Beifall.) Der Minister wies dann darauf hin, daß die neuen legitimistischen Machinationen von da an begonnen hätten, wo das Land durch den Tod des Herzogs von Orleans eine I. schönsten Hoff⸗ nungen verloren habe; da sei der legitimistischen Partei eine andere Hoff⸗ nung aufgegangen, und sie habe dem Lande einen anderen Prinzen zeigen wollen; aber das Land werde sich von ihren schönen Worten nicht bethö⸗ ren lassen; es wisse nur zu sehr, daß der ältere Zweig der Bourbonen sich nie eine Lehre der Erfahrung, nie einen guten Rath zu Herzen genommen habe; man solle auch nicht glauben, daß die Rüge jener Demonstrationen irgend aus einer entfernten Besorgniß vor deren Bedeutung hervorgehe; nein, die öffentlichen Gewalten seien es blos ihrer Würde und der des Landes schuldig, solche Manifestationen nicht ungerügt hingehen zu lassen; daß sei Alles; man habe dieselben in den Adressen der Kammern mit Recht einerseits scharf getadelt und andererseits das Sicherheitsgefühl des Landes, ihnen gegenüber, ausgesprochen.
Herr Berryer wiederholt und kommentirt seine obige Beweisführung.
In London sei nichts vorgefallen, worüber sich das öffentliche Bewußtsein mit Recht beunruhigen könne; in den Versammlungen habe nichts einer Verschwörung Aehnliches stattgefunden. Die London⸗Pilger hätten nur ha “ Huldigungen zu den Füßen des jungen Fürsten nieder⸗ gelegt.
„Herr Dupin; Erlauben Sie mir, diese Debatte auf ihren wahren Charakter zurückzuführen. So viel mir scheint, will man, mit Unrecht, in zu hohem Grade eine persönliche Frage daraus machen. Nach meiner Meinung legt man dem fraglichen Paragraphen einen Charakter bei, den er nicht hat. Der Tadel, den er ausspricht, soll nicht auf dies oder jenes Individuum fallen, sondern auf die Manöver einer ganzen Partei, jener Partei, die zu Valmy besiegt wurde, die, man sage, was man wolle, in der Zukunft sein wird, was sie in der Vergangenheit war. Auf dieser Tribüne ist eine Theorie über den Eid aufge⸗ stellt worden, die ich, meines Theils, nicht annehmen kann. Was heißt das? Man erklärt, einen Eid geleistet zu haben, aber mit dem Vorbehalt der Freiheit, der Freiheit zu was? Ihn zu verletzen? Das heißt mit Worten spielen. Wenn man einen Eid leistet, geschieht es, um ihn zu halten. (Beifall.) Der ehrenwerthe Redner vor mir hat eine Unterbrechung, die mir entschlüpft ist, benutzt, um einige Worte gegen die Kammer zu ge⸗ brauchen, welche, ganz in der Nähe betrachtet, einem Verweise gleichen. Die Heiterkeit, der sich die Kammer überlassen, hatte nichts Ungewöhnliches und man darf nicht vergessen, daß der große Mann, dessen Andenken wir heute ehren, dessen Statue wir heute einweihen, viele Lächerlichkeiten mit der Waffe des Sarkasmus gerichtet hat. (Beifall.) 8
Herzog von Valmp: Ich besteige die Tribüne in einer persönlichen Angelegenheit. Man hat von Valmp gesprochen und seine glorreichen Er⸗ innerungen angezogen; nach diesen bedeutungslosen Insinuationen könnte es scheinen, als habe ich diese Erinnerungen von mir weisen wollen. Das verhüte Gott! ich weiß, was ich meinem Namen schuldig bin; aber wenn ich dem neuen Ruhme des Vaterlandes getreu bleibe, so ist das kein Grund, eine Vergangenheit, die nicht minder glorreich war, welcher die Zeit nichts anhaben konnte, zu verschmähen und zu verleugnen. Uebrigens hat die Reise nach London den Charakter nicht gehabt, den man ihr beilegen will.
Herr Bethmont, Oppositions⸗Mitglied und Mitglied der Adreß⸗Kom⸗ mission: Herr Dupin scheint mir die wahre Seite der Frage berührt zu haben; die Kommission dachte nicht daran, die oder jene Person zu tadeln oder zu brandmarken. Sie wollte nur ihre Ansicht über die londoner Ma⸗ nifestation ausdrücken, um dem Prinzip der nationalen Souvexrainetät, auf welchem die Dynastie von 1830 beruht, zu huldigen. Das hielten wir für die beste Protestation gegen die fragliche Manifestation, gegen die An⸗ maßungen einer Partei, welche das entgegengesetzte Prinzip predigt. Ich bedaure blos, daß das Wort nationale Souverainetät nicht in dem Para⸗ graphen beibehalten worden ist. Ich meines Theils konnte diese Weglas⸗ sung nicht begreifen; ich weiß nicht, welche Rücksicht sie veranlaßte; ich wie⸗ derhole mein desfallsiges Bedauern.
Herr von Larchy erklärt, daß ihn sein Eid verpflichte, dem Gesetze des Landes zu gehorchen, eine weitere Verpflichtung habe er ihm nicht auf⸗ erlegt. (Unterbrechung. Zahlreiche Stimmen: Und gegen den König!)
Der Präsident: Die Eidesformel implizirt nicht blos die Institu⸗ tionen, und der Deputirte, welcher in diese Versammlung tritt, thut dies nur, nachdem er den Eid der Treue gegen den König geleistet hat. (Sehr gut!)
Der Marquis von Laroche⸗Jacquelin: Man fragt uns, was wir in London gethan haben. Gerade heraus, was ich dort gethan habe, ist so wenig unrecht, was sage ich, es ist so recht, daß ich es sicher der Kammer sagen möchte. Allein jetzt könnte man meine Worte für Entschul⸗ digungen halten, und dergleichen will ich nicht vorbringen.
Nachdem darauf noch die Herren Feuilhade Chauvin und Blin de Bourdon in der legitimistischen Sache das Wort genom⸗ men hatte, ohne daß ihre Reden ein neues Moment zu den früheren Debatten hinzugefügt hätten, erklärte der Präsident diese persönlichen Erörterungen für erschöpft und die vorläufige Diskussion für ge⸗ schlossen. Man ging zur Tages⸗Ordnung, der eigentlichen Adreß⸗ Debatte, über, aber die Unruhe in der Kammer war so groß, daß der erste der eingeschriebenen Redner, Herr Cordier, sich nicht vernehmbar machen konnte. Es wurde daher, nachdem derselbe seinen Vortrag fast umsonst abgelesen, die Vertagung der Debatten beschlossen.
Paris, 16. Jan. Zwei Amendements zu dem Adreß⸗Entmurf. über welchen die eigentlichen Debatten erst heute beginnen, sind in der gestrigen Sitzung der Deputirten⸗Kammer vertheilt worden. Das erste dieser Amendements rührt von Herrn David her und schlägt