1844 / 26 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

um die] lebenslänglichen Staatsraths von der Königin erhalten und angenom⸗ men habe. Die Debatte wurde aber dadurch beendigt, daß der Mi⸗ nister freiwillig darauf zu verzichten erklärte. Die Pairs -Kammer hat nun förmlich ihre Arbeiten begonnen, und es wurden bereits darin eine Anzahl Petitionen niedergelegt gegen den Gesetz⸗Entwurf, wonach künftig die Verwaltung der sämmtlichen Wohlthätigkeits⸗Stif⸗ tungen des Landes in die Hände der Regierung übergehen soll. In der Deputirten⸗Kammer beantragte am 5ten Herr Silva Sanchez die Vorlegung aller Aktenstücke und Korrespondenzen, die zwischen der portugiesischen und der englischen Regierung bei Gele⸗ genheit der Unterhandlungen wegen gegenseitiger Aenderungen der Tarife ausgewechselt worden seien. Der Minister des Innern erklärte, er habe durchaus nichts gegen den Antrag einzuwenden, die Vorle⸗ gung der verlangten Papiere in Abschriften werde erfolgen, natürlich immerhin mit dem Vorbehalte, soweit dieselbe ohne Mißstand geschehen könne. Einen neuen Beleg, wie wenig man hier Aenderung des bestehenden Tarifs will, giebt eine von der hiesigen Handels⸗Gesell⸗ schaft so eben in den Blättern veröffentlichte Erklärung, worin fast eine förmliche Protestation gegen dergleichen Aenderungen abgegeben wird, namentlich wenn solche dahin zielen sollten, an die Stelle der gegenwärtigen Verzollungsweise nach dem Gewichte und der Quan⸗ tität der Waaren eine solche nach dem Werthe (ad valorem), wie sie eben England will, treten zu lassen. Die Gesellschaft sagt, durch eine derartige Aenderung würde an die Stelle eines gesetzlich gere⸗ gelten Verfahrens ein rein willkürliches treten, wobei es zu nie enden⸗ den Streitigkeiten über Bestimmung des Werthes der einzelnen Artikel kommen, die wichtigsten National⸗Interessen verletzt, die Zoll⸗Erträg⸗ nisse vermindert würden mit Ausnahme von einigen wenigen Luxus⸗ Artikeln, Rücksichten genug, um jede Idee einer solchen Aenderung als höchst gefährlich zu verbannen. Die inländische Industrie würde das erste und unfehlbare Opfer davon werden. 8

1“

senbahnen. 1 mwhs h. h 4 n. a ih z 8

Ueber die Richtung der östlichen preußischen Eisen⸗ 8 bahn. Von einem Ostpreußen. Insterburg bei Wilhelmi. 1844. 20 Seiten Svo.

Wir glauben uns einen Anspruch auf den Dank derer, die einen wesentlichen Antheil an der Ost⸗Eisenbahn nehmen, zu erwerben, in⸗ dem wir ihre Aufmerksamkeit auf die obige Broschüre richten. Der Verfasser faßt allerdings die Frage wesentlich vom Standpunkte des ostpreußischen Provinzial⸗Interesses auf, und widerlegt dabei, wie es uns scheint, mit schlagenden Gründen die Ansicht derer, welche die Bahn nur von Berlin bis an die Weichsel ausgeführt und die Kosten ihres Weiterbaues vielmehr auf ein über Ostpreußen auszubreitendes Chaussee⸗Netz verwendet zu sehen wünschten. Er verbreitet sich da⸗ neben aber zugleich über die Wirkungen und Beziehungen der Eisen⸗ 8 b bahnen im Allgemeinen, und der hier in Rede stehenden insbesondere, 811A“ ; t1 d anf eine Weise, welche die Schärfe seines Urheils und sein ernstes e. Freitag en Nachdenken über den Gegenstand sattsam bekunden.

Was die Richtung der Bahn selbst anbetrifft, so möchte der Ver⸗ u fasser selbige von Königsberg über Braunsberg, Mühlhausen, Ma⸗ 8 6 4 1 rienburg zur Montauer Spitze führen, wo sie die Weichsel überschritte. 1 .. h 6“ 8 Uichtamtlich er T il Von der Spitze 8 Fuürde er 8 Bahn 86 in gan ge⸗ b H Theil. 8 Sae 9 1 eil. rader Linie auf Schneidemühl fortführen, ondern nachdem selbige die Inland. Breslau. Verthei dtia 8 Höhe erreicht 8 etwa 2 Meilen 81 jener Spitze nach ver⸗ aus Breslau. Cen Sh ei dt he senag, Slener. Hechehne 1 4“ zweigt hätte, müßte sie, auf ihrem weiteren Wege nach Schneide⸗ Seeh Nothleidender. 8 1 25. Jan. Se. Majestät der König haben Allergnä⸗ mühl, sich thunlichst der Weichsel und Bromberg nähern, so weit die eutsche Bundesstaaten. Bayern. München. Hofnachrichten. digst geruht, dem Hauptmann von Orlich aggregirt 8 Aifer Anlagekosten dort durch das Terrain nicht gar zu übermäßig gestei⸗ des Heeres. Besuch der Universität. Flußbauten. Alexander Grenadier⸗Regiment, die Anleg un⸗ der 4 828,e. ert würden. Von Schneidemühl folgte die Bahn wesentlich dem Laufe Vamberg. Besuch der evangelischen Pfankirche durch die Kronprin⸗ von Aude ihm verliehenen Ehrenkette 2 asse öe6“ der Netze und Warthe, über Filehne, Driesen G nach Nhagek nsg. des Herzogs von Bordeaux. 8 1 asse zu gestatten. Küstrin, um sich von letzterer Stadt, nördlich von Müncheberg, nach Inae re. Verhandlungen der zweiten Kammer. Breslau, 23. Jan. 4 IDt b ker 8 Bevlin zu Die Abzweigungen nach Posen und Stargard 8b 8 e eeng. art g. Opposition gegen den vierten Steuern, welche bei 8- 1 v F würde der Verfasser so richten, daß selbige nur eine zusammenhän⸗ 1“ England. Paris. 1.“ der Verhältnisse zu Spanien vom Grundeigenthum (Realsteuer), einer f 18 gende Linie bildeten, welche die Hauptbahn bei Filehne oder Driesen mischtes. Briefe aus Paris. Cs. Veathtan⸗ kommen (Personal⸗Steuer) und der hiermit zusammenb 98 be 2 9 durchschnitte. Die Entwickelung der Gründe dieser Bahn⸗Richtung vom 20. Januar. Blicke auf den Dehazten nurarn 7 SS gabe für die öffentliche Armenpflege. Was die Perso Lal⸗Et g. 3 wird man mit Interesse in der Broschüre selbst lesen, deren Gehalt öes 8 diese nach den vom Magistrate veroffenzlchten Be⸗ len Flußbauten gestattet. Die letzter ßartigen richten über die Kameral⸗Verwaltung der Stadt im Jahre 1820 von Ausfüllungen von Altwasser ler. A⸗ großrticgen eCg. Pe..n. gen de Saskeantedeieaha re hn 2 se. s 7 dor Cer ene sochs von SGalle in

8I Adreß⸗Verhandlungen.) jedenfalls nicht nach ihrer Seitenzahl zu schätzen sein dürfte. 7 111A4A*“ 2 I die Rede des General⸗Prokurators. en. Brief aus Paris. (Narvaez; madrider Wahlen; beabsich⸗ zu trugen bei 11,48 1 1 ithin j g ; me Wahlen; beabsich⸗5 g ,481 Kontribuenten, mithin jeder durchschnittlich als großem Kosten⸗Aufwande gefördert. Einst ihrem ganzen Umfange nach vollendet, werden sie nicht nur zur Sicherung der beiden Ufer

ür ähnliche Zwecke bei der St. Nikolai⸗Kirche;

8 Gostsfana abgihene e Ansbach entstand eine Filial⸗Gesellschaft der furfürstlichen. Man brauchte nur eben bei der Wiederbelebung die lokalen Beschränkungen fallen zu lassen und von christlichem Glauben und Leben dasjenige zum Mittelpunkt zu erheben, was allen Bekennt⸗ nissen als das Ursprüngliche gilt, worin alle übereinkommen können. b Mit den Gränzen des Staates sind die Gränzen der Gesell⸗ schaft erweitert; sie wird, von dem Vorzuge der Geburt, des ãuße⸗ ren Ranges, ab ehend, den Grundgedanken des Christenthums reiner aussprechen, als ihre Vorgängerin; Kurfürst Friedrich II. unterzeich⸗ 1 den Fundationsbrief am 15. August, am Tage Mariä⸗Himmel⸗ fahrt (1443); unsere Urkunde ist vom Vorabend des Christfestes da⸗ tirt. Mit tiefem Sinn vermeidet der zweite Gründer die Gefahren, die seiner Stiftung drohten, wenn sie im Geheimen wirken, oder wenn sie durch den Glanz eines Ordenszeichens sich Freunde verschaf⸗ fen sollte. Hier kommen dem neuen Werke die Erfahrungen des letz⸗ ten Jahrhunderts zu Gute. Möge es, wie es aus den edelsten Rich⸗ tungen der Zeit geboren ist, mit ihren gewichtigsten Fragen zusam⸗

nenhängt, auch herrlich in ihrem Lichte wachsen!

1u 92 Alle Post-Anstalten des In⸗ und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuss. . Zeitung: Friedrichsstrasse Ur. 72.

K

Das Abonnement beträgt: 2 Kthlr. für ¼ Jahr. 4 Rthlr. ½ Jahr. 8 Kthlr. 1 Jahr. 8 in allen Theilen der Monarchie v 8 Preiserhöhung. 8859 lio ns -Sebühr für den Raneh . Zeile des Allg. Nnzeigers b““

nuch;

eiig mit jener seiner erlauchten Schwester am 1. Mai stattfinden. kahers wird bis Ende nächster Woche hier verweilen. Big che h. Nachdem unsere ganze Infanterie mit Perkussions⸗ Gewehre versehen ist, sollen nunmehr auch die Kavallerie⸗Feuer⸗ Waffen mit derartigen Schlössern versehen werden. Auch von einer endlichen Bewaffnung unserer braven Gendarmerie nach Grundsätzen der 1n1b1ö ist ernsthaft die Rede. 1 Zsasich e e . A laufenden Semester waren an der hiesigen Hesc versita 1309 Studirende inskribirt, von denen 1208 Nülae di nls 101 Ausländer, worunter 177 Cand. phil., 408 Ju⸗ E““ 81 Mediziner, 62 Forst⸗Kandidaten und 38 P L1“ Für eine große Menge von Individuen aus dcs den assen dahier ist es eine außerordentliche Wohlthat, der sehr niedrige Wasserstand der Isar die Ausführung von vie⸗

portugal.

1 Lissabon, 8. Jan. Zu Präsidenten der Pairs⸗Kammer sind ernannt worden der Graf von Villa Real und Herr Silva Car⸗ valho, der ehemalige Minister. Die bereits gemeldete Ernennung des Präsidenten und Vice⸗Präsidenten der Deputirten⸗Kammer er folgte von Seiten Ihrer Majestät der Königin aus 5 Kandidaten, welche verfassungsmäßig die Kammer selbst zur Königlichen Aus⸗ wahl vorzuschlagen hat. Der jetzige Präsident, Herr Henri⸗ quez, war es schon früher gewesen. Zum Vice⸗Präsidenten ist aber nicht Herr Albano, wie es anfangs irrig hieß, sondern Herr de Sil⸗ veiro Pinto ernannt worden. Die Wahl der 5 Kandidaten hatte zu einer Debatte darüber Anlaß gegeben, ob der Minister des Innern,

Herr Costa Cabral, an der Abstimmung theilzunehmen berechtigt sei,

was die Opposition bestritt, da er erst kürzlich die Würde eines 1

Bekanntmachungen. 175] Bekanntmachung.

Das in Vorpommern im Demminschen Kreise bele⸗ gene, dem minorennen Heinrich Schroeder zugehörige und Vol. 4. fol. 70. des Hopothekenbuchs des Königl. Ober⸗Landesgerichts zu Stettin verzeichnete Vorwerk Pensin, nebst den damit verbundenen, unter unserer Jurisdiction stehenden Realitäten zu Pensin, nämlich dem vollständigen erblichen Nutzungsrechte von dem Hospitalackerhofe Nr. 1, einer Parzelle des Kaschscheu Bauerhofes Nr. 3, nebst Gärten und Wiese, so wie dem Dorfstraßenplatze Nr. 9, gerichtlich abgeschätzt auf 77,004 Thtr. 21 Sgr. 8 Pf. Courant, soll im Wege freiwilliger Subhastation verkauft werden, und haben wir im Auftrage des gedachten Königl. Ober⸗Landes⸗ gerichts den Licitations⸗Termin auf

den 25. April er., Vormittags 11 Uhr, vor dem Herrn Ober Landesgerichts⸗Assessor Teßmar in unserem hiesigen Geschäfts⸗Lokale angesetzt.

Die Verkaufs⸗Bedingungen nebst der Taxations⸗Ver⸗ handlung können in der Registratur des Königl. Ober⸗ Landesgerichts und des unterzeichneten Gerichts, so wie auf dem Hofe zu Pensin, eingesehen werden.

Demmin, den 12. Januar 1844.

Königl. Land⸗ und Stadtgericht.

1

Eisenbahn.

die Restaura⸗

anberaumt worden ist.

wegen der erforderlichen Legitimation über den Artien⸗ besitz auf den Inhalt der §§. 33. 34. 39. und 40. der Statuten aufmerksam machen, Erledigung des Legitimationspunktes an den Tagen

vom 5 nenen Büchern bis jetzt nicht gesehen worden. tagsstunden von 10 bis 1 Uhr, im Geschäfts⸗Lokale der Direction zu Köln, Martinsstraße Nr. 5, vorge⸗ nommen werden kann, woselbst dann auch die Ein⸗ trittskarten zur General⸗Versammlung und die benöthig⸗ fen Stimmzettel ausgefertigt and ausgehändigt werden

ollen.

Allgemeiner

Dienstag, den 6. Februar 1844, Vormit⸗

tags 9 Uhr, im großen Rathhaus⸗Saale zu Köln,

Indem wir wegen Ausübung des Stimmrechts und

bemerken wir, daß die

4. bis 5. Februar d. J., in den Vormit⸗

Köln, den 3. Januar 1844. Die provisorische Direction der Ostrheinischen Eisenbahn⸗ Gesellschast. Fischer. M. Hölterhoff. D. Oppenheim. Phil ippi.

von Wittgenstein,

G. IIeuser. W. Joest. Rautenstrauch.

1. 2 2 n 4 v“““ Die Feuer⸗Versicherungs⸗Anstalt Borussia zu Königs⸗ berg in Pr. fährt fort, Versicherungen gegen Feuers⸗ gefahr auf Immobilien und Mobilien zu festen billigen Prämien, ohne Nachschuß⸗Verbindlichkeit für die Ver⸗ sicherten, abzuschließen, und werden in unserem Büreau, 8. .*. * *₰ * 6 2 1“ Bur gstr. Nr. 25, die Versicherungs⸗Bedin⸗

gungen und Antrag⸗Formulare gratis verabreicht.

alsdann die höheren Ladenpreise eintreten. dieses und des vorigen Jahres erschienenen günstigen Beurtheilungen, so wie die dem Herrn Verfasser von den berühmtesten Gelehrten, wovon ich nur A. v. Humboldt zu nennen brauche, haften Zuschriften bezeugen hinreichend den hohen Werth dieses ausgezeichneten Werkes, wobei auch die artistische

Anzeiger.

Diese Subscr.⸗Preise erlöschen zu Ostern 1844, wo Die im Laufe

darüber eingegangenen schmeichel⸗

Zugabe der Art ist, wie sie bei in Deutschland erschie⸗

Koblenz, 1844. J. Hölscher.

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Schlesinger.

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abzugeben und dabei seitherige tadellose Führung und

den Besitz der erforderlichen Mittel glaubhaft nachzu⸗

weisen. Die näheren Bedingungen sind in unserer Ne⸗

gistratur einzusehen. Stettin, den 19. Januar 1844.

Da s Direktorium.

.

Bekanntmachung.

In Folge der Ueber⸗ nahme des Vorsitzes im Direktorium unserer Ge⸗ sellschaft durch den Kauf⸗ mann Herrn E. C. Witte ist der Herr Premier⸗Lieu⸗

bo tenant a. D. Kutscher zum stellvertretenden Vor⸗ sitzenden gewählt worden, welches wir dem §. 43. unseres Statuts gemäß hiermit bekannt machen. Stettin, den 18. Januar 1844. Das Direktorium der Berlin⸗Stettiner Eisenbahn⸗ Gesellschaft.

7- Koln⸗Mindener Eisenbahn. u Nachdem durch Allerhöchste Kabinets⸗Ordre vom 18ten v. M. und Jahrs der zum Zwecke der Erbauung Hehsn einer Eisenbahn von Köln nach der Landesgränze bei Minden zusammengetretenen Ostrhei⸗ erne Ee.ehen unter dem Namen Köln⸗ dener Eisenbahn⸗Geseilschaft di Bestätigung ertheilt und die in 1 ee 8.- 9. Oktober v. J. festgestellten Statuten genehmigt wor⸗ 88 2 emangela Fe. nach Anleilung des Art. 2 er transitorischen Bestimmungen 1, s die resp. Actionaire zur gen, durch Gegenwärtiges General⸗Versammlung einzuladen, welche zum Zwecke der statutenmäßigen Wahl der definitiven Direction und des Administra⸗ tionsraths (§. 46 50, und §. 60, der Statuten) auf

Mertens & Rubens,

General⸗Agenten der Borussia

[58] Ediktal⸗Citation, die Verschollenheitdes FranzBlümmelhuber

ding, geboren am 4. Oktober 1780, ging im Jahre 1805 von hier fort auf die Wanderung als Färbergeselle und ist seit dieser Zeit unbekannt; er soll nach Oesterreich und nach der Tür—⸗ kei gewandert sein.

er ein Aelterngut von 1500 Fl. ausgesetzt, welches laut

der Verlassenschaft seiner sein Schwager Andrä Reiserer, Gastwirth dahicr, hastet.

wird daher Franz Blümmelhuber, oder eine etwanige Descendenz von ihm, gen rechtliche Ansprüche zu haben glaubt, hiermit auf⸗ gefordert, sich binnen 6 Monaten a dato hierorts zu melden und 1

chen, widrigenfalls Franz Blümmelhuber für verschollen erklärt und sein genanntes Vermögen seinen noch vor⸗ handenen sechs Geschwistern und Erben gegen Caution ausgeantwortet werden wird.

(t. g

betreffend. Frauz Blümmelhuber, lediger Färberssohn aus Ro⸗

abwesend und sein Aufenthalt

Gemäß Erbvergleichs vom 24. Jänner 1823 erhielt

Mutter Anna Maria nun Auf Antrag seiner Geschwisterte und Anverwandten

oder wer sonst auf sein Vermö⸗

eine Ansprüche genügend geltend zu ma⸗

Roding, den 1. Jänner 1844. Königlich Bayerisches Landgericht Roding. Siegert, Ldrchtr.

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Literarische Anzeigen.

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154]

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Jena, den 18. Januar 1844.

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tigte Auflösung der Cortes; Treib 3 ückgekehrten Deputi

S 8; ben der zurückgekehrten Deputirten in Göfechenlct Schreiben aus Athen. (Näheres über die jüngste 8* gl.g die erste Kammer in der neuen Verfassung; Kalergis.) 3 Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Börse.

11“ („Fidelio“; Gastspiel der Mad. Schröder⸗Devrient häo Jerome Gulomy. Wissenschaftliche Vor⸗ esunge er Sing⸗Akademie. (Fr. Förster über W ei 8 8” (Fr. Förster über Wallenstein.) Berlin. Versammlung der Gesellschaft naturforschender Fealbe 3

gitage..

Amtlicher Theil.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: 2 Dem Vice⸗Direktor des Kaiserl. russischen Post⸗Departements Staatsrath und Kammerherrn Prokopovitsch⸗Antonsky den Rothen zweiter Klasse zu verleihen; und 1 Den Geheimen Ober⸗Finanz⸗Rath Paalzow zum Präsidente ver⸗8 3 nt der e zu ernennen; ferner Dem Vorsteher des Kanzlei⸗Büreau's des Staats⸗Minist rGor 7 ori 5 F 6 ers Roiher, bisherigen Hofrath Raffel, den Titel eines E gs en Kanzlei⸗Raths, dem bei der Haupt⸗Verwaltung der Staats⸗Schulden als Dirigent der Kontrolle der Staats⸗Papiere angestellten bisheri⸗ gen Rechnungs⸗Rath R. ohlwes den Titel eines Geheimen Rech⸗ 18 . Behörde angestellten Geheimen Ranzlei⸗Inspektor Niedlich den Titel eines Kanzlei⸗? leihen; so wie anzlei⸗Raths zu ver Den Prediger von Gerlach an der Elisabeth⸗Kir zum Konsistorial⸗Rath und Mitgliede des Konsistoriums da prsas Brandenburg zu ernennen. 1

& 8 7387 2 7 M 2 7 g⸗ 2

Ihre Majestät die Königin sind in der Nacht durch mehrstündi en Schlaf erquickt worden, er 2 3⸗Pr e fnbe. 8 b f erq en, und der Abschuppungs⸗Prozeß schrei⸗ Berlin, den 25. Januar 1844.

1 (gez.) Dr. Schönlein. Dr. von Stosch.

Se. Königl. Hoheit der Prinz Karl ist nach Frei 1 L 8 z Ko is nach Freienwalde ab⸗

6 . 20 Sgr. 6 Pf. Im Jahre 1833 betrug sie 80,880 Rthlr. gr. 1 Pf., Kontribuenten waren 11,553, mithin kam auf jeden 111 7 Rthlr., also 9 Sgr. 6 Pf. mehr als 1820. Im Fahes 113 von 12,487 Kontribuenten 91,911 Rthlr. 4 F 8 Pf. anfgebracht, von jedem also 7 Rthlr. 10 Sgr. r Fag. 4 Pf. mehr als 1820. Von dem Einkommen bis 2993 1. steuerten im Jahre 1820 6740 Kontribuenten, im Jahre 8 7560, im Jahre 1842 8102; dagegen steuerten von einem inkommen von 1100 Rthlr. und darüber im Jahre 1820 836 Kon⸗ kribuenten, im Jahre 1833 588 und im Jahre 1842 nur 666 Während also die erstere ärmere Klasse um fast 1400 Kontribuenten hat sich die zweite wohlhabendere um fast 300 ver

* Breslau, 22. Jan. Die Besorgnisse, z er Ge sundheitszustand des Fürst⸗Bischofs Jegchssc Artikel aus Breslau in Nr. 11 der Allgemeinen Preußisch 21 Zeitung Veranlassung gegeben haben soll, sind wenigstens in der nächsten Umgebung des Prälaten von ernstlicher Beschaffenheit nicht gewesen. Der seiner vorgerückten Jahre ungeachtet noch sehr rüstige Kirchenfürst hatte sich bei Abhaltung einer kanonischen Visitation eine Erkältung zugezogen, die zwar auf seine gewöhnliche Lebensfrische vorübergehend nachtheilig einwirkte, ihn jedoch nicht verhinderte, eine durch seine amtliche Stellung nothwendig gewordene Reise nach Wien zu unternehmen. So wenig auch diese Reise ihm erlaubte, seiner Gesundheit die gehörige Pflege zu widmen, so hat er seit seiner Rück⸗ kehr doch noch keinen Grund gehabt, Gesundheits halber an eine Uebersiedelung nach Habelschwerdt zu denken. Er steht vielmehr nach wie vor fest auf seinen Füßen, trägt den Kopf aufrecht und hält die Zügel des geistlichen Regiments in seiner Diözese in sicherer Hand.

Bielefeld, im Jan. (W. M.) E sich hi

2 Jan. (W. M. s hat sich hier ein Verein der ürmeren Klasse in bedrängter Zeit Gemüse zu E— Auslagen oder auch gegen Arbeitslohn zu überlassen. Die vorläufig für diesen Zweck besti mme ist einstweilen bis

immte S n 900 MRehlr. gestiegen. ö“

8 8 88 n. München, 19. Jan. (N. K.) Nach den neuesten F“ u Wien, werden wir zur Vermählung unserer Prinzessin H -go rde mit dem Erzherzog Albrecht auch den erlauchten Vater des Bräutigams, Erzherzog Karl, hier sehen. Die Vermählung des

Prinzen Luitpold mit der Prinzessin Auguste von Toscana soll gleich⸗

dienen, sondern auch zur Versch znor 8 9 WM 9 1 1 on 9 z1 hönerung der Umgebung Münchens der Isarseite wesentlich beitragen. 8 g bens auf

Bamberg, 21. Jan. (Fr. M.) Heute wurde der hiesigen

eeö Pfarrgemeinde die große, längst ersehnte Freude zu Theil, Ihre Königliche Hoheit die Frau Kronprinzessin Maria zum erstenmale beim Vormittags⸗Gottesdienste in der Pfarrkirche zu St Stephan anwesend zu sehen. Höchstdieselbe wurde an der Eingangs⸗- L“ empfangen und vom Geistlichen dieser Eetag her huldvollst aufgenommenen Anrede begrüßt. Im Sihn ie ängst gehoffte Hierherkunft Ihrer Königl. Hoheiten 1 ar das Innere der protestantischen Kirche bereits im vorigen Herbste

sch. g6 ge en und Pandss restaurirt, eine neue Tribüne mit ent- rech bhecoration errichtet und durch theilweise Abtr g, Pla- nirung und Pflasterung des Kirchber 1 sfen Egeee ₰+ die Hofwagen hergestellt worven. ““

„Q S . 8 8— T“ dae nh Königl. Hoheit der Her zog v Zordeaux ist heute in früher Morgenzeit hier ei troffe und im Hoͤtel zu den drei Mohren abgestiege 8nige Hoslenn L111“ Mohren abgestiegen. Se. Königl. Hoheit I in den Vormittags⸗Stunden über Innsbruck Aeghefe nach Görz ohne Aufenthalt fortzusetzen.

Baden. Sr DvJö

heutigen 20sten Cg e. de Ceen 5 829 e 18 wurden unter Anderem zwei Petitionen voß vhe ahfrhscgecsis en Amte Möskirch um Entscheidung über die Urlaubs⸗-Verwei N— Fiheäfcetg en Fe gegen den Abg. Kuenzer angezeigt 9eg der rückte auf des Abg. von Itzstein Antrag i re ber

dem Andenken des früheren LE“ Saefregehee 6 8 gen Aaetes g he gesern hee Begleitung mehrerer Kammer⸗Miglie⸗ ezur Erde bestattet worden. Abg. Bader beantr . Petitions⸗Kommission verschiedene Eingaben, vezügfich 2g 2 Ablösung, des Urlaubs für den Abgeordneten Kuenzer, der Pr freiheit, Beurkundung der End⸗ ÜUrtheile der Richter —2 betreffenden Kommissionen zu verweisen. Er bemerkt 12 in einer der Petitionen bezüglich auf die Wahl des Ab 5 die Hoffnung ausgesprochen sei, daß von einer geistlichen B veen deren Beruf es ist, für Liebe und Versöhnung zu vürken nicht Anl 5 zu 8 Zerwürfnissen werde gegeben werden, und fügte bei daß 2 1 den Wunsch theile, der hochwürdige Herr Erzbischof werde im G . der Liebe und des Friedens handeln und durch Ertheilung des Url unangenehmen Erörterungen vorbeugen, die anderen Falls abtgn 8— erfolgen müßten. Von allen Seiten stimmte man dem bei Des Präsident zeigte an, daß Hofrath von Herfeld in Frankfurt der gam⸗

88 eine Druckschrift über Errichtung einer Nationalbank eingesendet habe. Dem Einsender wird der Dank der Kammer in üblicher Weise gemeldet werden. Vha

Königliches Schauspielhaus. Gastspiel der Mad. Schröder⸗Devrient und des Hrn. Härtinger.

Fidelio ist bekanntlich eine der hesten Spielpartie N Schrö der⸗Devrient; aber auch in musikalischer Heaedüng eans 1g. Scene und Arie im ersten Akt mit den obligaten Hörnern sehr voht 8— gleich der Schluß eine ihrem jetzigen Stimm⸗Umfang anpassende Abi 8 . rung erleiden mußte. Während des Chors der Gefangenen, den n bisg⸗ mal nicht mit solcher Uebereinstimmung und Reinheit, besonders 1z ten der Tenori, ausführen hörten, wie wir es von früheren Vorstellungen her gewohnt sind, war Gelegenheit gegeben, die Schauspielerin hh Mehe Devrient zu bewundern, indem sie auch durch ihr stummes Spiel hier sowohl, wie an vielen anderen Stellen, die Bedeutung der er 11egs Handlung um Vieles erhöhte. Die Pointe ihrer Leistung war 82* K * scene im zweiten Akt; die bei den Darstellerinnen des Fidelio so bera h. tigte Stelle, wo die Worte: „Tödt' erst sein Weib“ (zehn Konsonanten auf sechs Vokale) auf dem zweigestrichenen es, es, es, b auszusprechen sinb trug sie, mit Vorsicht das hohe b ergreifend, recht wirkungsvoll vor Er⸗ schuͤtternd waren die Ausbrüche der Angst, Verzweiflung und, nach erf 8 ter Rettung vor dem Mordstahle Pizarro's, die des Entzückens. as ven diesem großartigen Moment begeisterte Publikum rief die Künstlerin sofort stürmisch hervor. Hr. Härtinger führte die Partie des Florestan ge⸗ lungen durch. Hatten wir bei seinen ersten Gastrollen seiner Stimme her nicht klangvollen hohen Falsetttöne wegen, den Vorwurf der Ungleichheit 8. machen, so ist nicht zu leugnen, daß ihn die sonstige Biegsamfein seinis Organs und das leichte Ansprechen seiner Kopftöne, für diese vom Kom⸗ ponisten sehr hoch geschriebene Partie mehr als für irgend eine andere geeignet erscheinen läßt. So kam es denn, daß die wegen ihrer unbeque⸗ men Lage bei den Tenoristen ziemlich verrufene Arie, die Florestan gleich im Anfang des zweiten Akts zu singen hat, in musikalischer Beziehun ganz vortrefflich vorgetragen wurde. Wenn er, der im Kerker Chmane⸗ tende und jenem Tode Nahe, zu dem Ugolino verdammt war, etwas weni⸗ ger Kraft im Vortrage geäußert hätte, so wäre das auf jeden Fall phosisch richtiger gewesen. Das Duett „O namenlose Freude“ wurde im Verein mit Mad. Schröder⸗Devrient ebenfalls wacker exekutirt und auch er am Schlusse mit Mad. D. hervorgerufen. Im Zwischenakt wurde Beetho⸗

Fidelio.

vens Duvertüre zu „Lenore“ ausgeführt Wie großartig der Eindruck

derselben an und für sich ist, so wäre doch nicht zu wünschen, daß die Ge⸗ wohnheit, dieses Tonstück während der Oper auszuführen, sich einbürgern möge, indem die Wirkung des Ganzen, da es doch keinesweges als Ein⸗ leitung des zweiten Akts zu betrachten ist, jedenfalls leiden muß.

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Jerome Gulomiwu. Dieser ausgezeichnete Virtuos auf der Violine trat hier am 22. Ja⸗ nuar auf, und zwar auf Allerhöchsten Befehl im Königl. Schauspielhause. Eine erstaunliche Sicherheit und Fertigkeit, sehr ökonomische und kecke Bo⸗ genführung zeichnen ihn aus: dabei versteht er einen ungemein markigen Ton aus dem Instrument, besonders auf der G⸗Saite, zu ziehen; doch eben so zart, weich und gefühlvoll trägt er die sanften Stellen vor. Die Be⸗ handlung der künstlichen Flageolet⸗Töne hat er ganz vortrefflich in der Ge⸗ walt, und sein Vortrag im Allgemeinen ist voll Feuer, Lebendigkeit und Frische. Manchmal greift er jedoch die Saiten zu stark an, so daß sie auf das Griffbrett aufschlagen, was immer eine unschöne Wirkung macht, in⸗ dem das Edle des Tons dadurch verloren geht. Ueberhaupt haftet⸗ ihm noch eine gewisse eckige Manier im Vortrage an, welche allmälig abzulegen dem reichbegabten Künstler inzwischen ein leichtes werden möchte.

8 Er spielte, nach der Ouvertüre aus „Tigranes“ von Righini, 1) Phan⸗ tasie von David über Schubert's Lob der Thränen. Mit dem rüh⸗ rendsten Affekt trug er das Thema vor. Unter sämmtlichen Threnodieen welche die deutsche Poesie und Musik aufzuweisen hat, gebührt den Schu⸗ bertschen ein erster Platz. Hier ist kein platter Jammer, es ist die Poesie der Thräne, wie sie sich in den schönsten Gebilden der Muse kundgiebt worunter wir hier nur nennen wollen Göthe's „Lied des Harsenspielers“ Gegl. des Dichters Mittheilungen darüber im 49. Bd. s. Werke), dessen n kommt's, daß du so traurig bist“ und „Wonne der Wehmuth“, A.

8. v. Schlegel's „Lob der Thränen“, die Thränenlieder von Chr. S. Schier, Seidl („Bifolien“), Anastasius Grün („Eins und Zweiz⸗ „Män⸗ nerthränen“), Rückert's Terzinen „Wein und Weinen“, und das schöne Ge⸗ dicht Karl Egon Ebert's, worin er, nach einer Schilderung der Herrlichkei ten des Wassers, mit den Worten schließt: 1 ““ Ach, und nur im Menschenauge

8 ö“ Ist das Wasser eine Thräne!

1 1 Große Bravour⸗Variationen von Lipinski über ein Thema aus Rossini 8 „Cencrentola“. Beide Aufgaben löste Herr Gulomy vollfomn und ärndtete allgemeinen Beifall. Zur Herausbildung einer zu ewin 6— E11 gehört aber, nach den Anforderungen . Zirtuose he siti T G h 1— unbedingt Compositions⸗Talent, welches der junge Künstler Gulomy ist ein geborener Liefländer. Sein Vater w ei inzi eigentlicher Musiklehrer, und seine Lust zur Musik, v 8g Violte, so groß, daß es ihm als Kind Strafe war, nicht spielen zu dürfen Von seinem siebenten Jahre an ist er in Begleitung seines Vaters auf fünstl 2 schen Wanderungen ununterbrochen begriffen, die er nach Gegenden 88 S dehnt hat, die vor ihm wohl von keinem anderen EEEE den sind. Er hat nämlich nicht blos in der Krimm, in Astrachan Odessa sondern auch in den größeren Städten Sibiriens, selbst in Tobolsk, 8 zerte gegeben und vor den Kirgisenfürsten in Orenburg gespielt Seit etwa drei Jahren dem westlichen Europa zugewandt, hielt er sich vorzugsweise in Hamburg, Westphalen, der Rheinprovinz, Belgien und Holland auf Auch in Berlin spielte er schon früher mit vielem Beifall. Er ist ein sehr bbil⸗ deter und liebenswürdiger Jüngling im Alter von 22 Jahren aller Char⸗ latanerie fremd und lediglich das Edle der Kunst im Auge haltend Er spielt nicht, wie viele sogenannte Heroen des Violinspiels nur einige wohl⸗ einstudirte Stückchen, sondern Alles, und hat stets eine E 60 bis 100 der besten und schwierigsten Violinsoli bei sich; so die Lipins⸗ kischen Compositionen, die man fast nie hört. Auch spielt er nicht wüe di meisten heutigen Virtuosen „auf dünnen, sondern auf sehr starten Soiten dghe kommt es, daß sein Ton außergewöhnlich stark und kräftig ist. Das Mark erhält derselbe durch seine ausgezeichnete Behandlung des Instru⸗ ments selbst. Dahevr ist ferner seine oben erwähnte, ganz einzige Fertigkeit und Sicherheit in den Flageolet⸗Tönen und ganzen Flageolet⸗P d.sa.5 so bewundernswerther. .“ ö“ Gulomy hat sich durch seinen seelenvollen Vortrag, seine richtige Auf⸗ fassung der Composition, durch eminente Fertigkeit und, ntadelhafte Rein- heit allenthalben ausgezeichnet. In Petersburg fand er besondere Aner⸗-

kennung und hat oft vor der Kaiserin gespielt. een

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