welcher an —
angenommenen Resolutionen sein 1 b — Katholiken angethane Beschimpfung und die giösen Freiheit.“ 8 8 b der Börse wird versichert, daß die Corporation der Bank von England eine Erneuerung ihrer Charte verlangen, und die Re⸗
1 gierung das desfallsige Ansuchen unterstützen werde.
Uie derlande. “
*„ Aus dem Haag, 19. Jan. Das hat das von mehreren Journalen mitgetheilte Gerücht, daß der Herzog von Bor deaur eingeladen worden sei, einige Zeit am hiesigen Hofe zuzubrin⸗
geu, widerlegen lassen. Man versichert auf das bestimmteste, daß auf ine in Bezug auf diesen Gegenstand aus Paris eingegangene Note
von diesseits die Antwort ertheilt worden sei, daß der Herzog von
Bordeaux keine Einladung dieser Art erhalten habe, und daß man
zwar dem Herzoge, wenn er auf seiner Rückreise nach Deutschland en Haag passiren sollte, zwar alle dem Unglück schuldigen Rücksich⸗ i erweisen, ihn aber nicht offiziell empfangen werde. Mit dieser
Antwort zerfallen alle die falschen Gerüchte in Nichts, welche durch den Neid und das Uebelwollen derjenigen verbreitet werden, die mit wirklichem Mißfallen das gute Verständniß sehen, welches zwischen Holland und dem Könige Ludwig Philipp herrscht.
Man glaubt jetzt allgemein, daß die Gesetz⸗Entwürfe über die außerordentliche Steuer und die freiwillige Anleihe in den Sectionen der General⸗Staaten stark getadelt worden sind, und man hält es
icht für wahrscheinlich, daß sie den Kammern zur Erörterung wer⸗ den vorgelegt werden. Die Majorität neigt sich jedoch zu einer
Anleihe hin, die den Interessen des Landes günstig wäre, und im Falle dies nicht gelingen sollte, so wünscht man, daß die Regierung das Gesetz über die Vermögens⸗Steuer aufgebe und ein anderes eniger schwieriges und weniger drückendes Gesetz vorschlage. Der
unkt, über den alle Sectionen einverstanden zu sein scheinen, ist, daß das Staatsschiff sowohl für jetzt, als für die Zukunft, der Un terstützung mehr als jemals bedarf. Aber worin soll diese Unter⸗ stützung bestehen? wo soll man sie finden? durch welche sinau⸗ zielle Mittel soll man dahin gelangen? Das ist der schwierige
Punkt! Wird denn die zweite Kammer es niemals versuchen, von
ihrem Rechte der Initiative Gebrauch zu machen? Großes Unheil
bedarf großer Mittel zur Abhülfe. Es ist nicht hinreichend, daß man alle Handlungen der Regierung stets kritisirt, verdammt, verwirft und vereitelt; man muß auch seinerseits, wenn es nöthig ist, konservative
Pläne zu entwerfen und die Rettungsplanke über den Abgrund zu werfen wissen. Möge daher die Kammer, welche mehr als jemals die Stärke und Schwäche der Angelegenheiten des Landes kennt, unter den gegenwärtigen schwierigen Umständen das große und wirk⸗ same Mittel sinden, den Kredit des Landes, worauf fast alle Interessen des Volks beruhen, zu retten. In der Rettung des einen liegt die Erhaltung des anderen.
Personen beiwohnten, und auf welcher man in den seinen Unwillen ausdrückte, „über die Verletzung der reli⸗
Die Opfer, welche die gebieterische Noth⸗ wendigkeit verlangt, werden, wenn sie sich auf Gerechtigkeit und Un⸗ parteilichkeit gründen, von allen Niederländern muthig getragen
werden! .“ 1 Da die Regierung sich bemüht, finanzielle Gesetz⸗Entwürfe, de⸗
ren Ausführung sehr schwierig sein würde, auszuarbeiten, warum schlägt sie nicht vor, unverzinsliches Papiergeld auszugeben, wie es in anderen Ländern geschieht, z. B. in Preußen, dessen Kassen⸗An⸗ weisungen überall gesucht sind und alle Zahlungen wesentlich erleich⸗
ern? Der Kredit würde dadurch auf keine Weise leiden, das Eigen⸗ thum nicht angetastet und das Wort neue Steuer aus Aller Munde und, was die Hauptsache ist, aus allen Köpfen verschwinden. Die Kabinet⸗Finanziers, die keinen Antheil an den Regierungs⸗Ange⸗ legenheiten haben, begreifen nicht, daß dieser Gedanke unsere Staats⸗ männer nicht beschäftige. Die Wohlthaten der Ausführung dieser Maßregel überwiegen bei weitem die schwachen Einwürfe, welche sie veranlassen könnte. Aber weder unsere Minister noch unsere Kammern wol⸗ len sie vorschlagen. Man beschränkt sich darauf, Alles, was vorgelegt wird, zu tadeln; dabei bleibt es. Man weiß, das lebel ist vorhanden, es ist groß und man wählt nicht die großen Mittel, deren Anwendung Nieman⸗ em nachtheilig sein würde. In einem Lande, wie das unsrige ist, kann man, namentlich in Friedenszeiten, einem Papier⸗Gelde den ganzen Kredit des wirklichen Geldes geben. Unsere Bank⸗Billets beweisen dies unwiderleglich.
Die pygmäischen O'Connells in Limburg lassen uns noch immer die Nummern ihres separatistischen Journals zukommen. Diese Pro⸗ pheten versichern, daß die Trennung im Begriffe stehe, zur Ausfüh⸗ rung zu kommen, indem mit Genehmigung der großen Mächte Mastricht und Venloo abgetreten werden würden. Ueber diese etwas starken Späße kann man nur lächeln. Wir wissen andererseits noch nicht, wie die Regierung über diese Trennungs⸗Versuche denkt, die von Bürgern ausgehen, welche dem Scepter des Königs der Nieder⸗ lande unterworfen sind. Die Zukunft wird es lehren.
Spanien. 8 8 * * Paris, 20. Jan. Die bayonner Blätter machen nach Korrespondenzen aus Figueras die folgenden näheren Angaben über die endliche Uebergabe des Schlosses San Fernando. Der Oberst Delamoène, Adjutant des Generals de Meer, und Herr Rich, Adjutant Amettler's, brachten nach der am 10ten erfolgten Rückkehr des nach Madrid geschickten Couriers, die Nacht damit zu, die Artikel der Ca⸗ pitulation abzuschreiben. Am 11ten, um 8 Uhr Morgens, ging Rich auf das Schloß, und drei Stunden später kam er mit den Unter⸗ schriften Amettler's und seiner vornehmsten Offiziere in das Haupt⸗ quartier des General⸗Capitains zurück. Der General de Meer ließ hierauf sogleich im Spitale von Figueras 300 Betten für die Verwundeten und Kranken Amettler’'s herrichten. Am 12ten, gegen Mittag, begaben sich mehrere Artillerie⸗ und Ingenieur⸗Offiziere auf das Schloß, um das Inventarium des darin besindlichen Kriegs⸗Materials u. s. w. aufzunehmen. Am 13ten rückten die Truppen der Königin in San Fernando ein, während in Figueras die Glocken geläutet und einundzwanzig Kanonenschüsse abgefeuert wurden. Amettler und mit ihm 28 andere Offiziere wurden mit militairischer Bedeckung bis zur Gränze geleitet, und sie trafen noch am Abend desselben Tages in Perthuis ein, von wo sie sich am folgenden Tage nach Perpignan begeben wollten. Gleichzeitig kam auf einem anderen Punkte der französischen Gränze eine Anzahl von National⸗Gardisten an, welchen es gelungen war, vor dem Einrücken der Königl. Truppen aus dem Schlosse San Fer⸗ nando zu entsfliehen, weil sie wegen früherer Verbrechen oder Verge⸗ hen nicht durch die abgeschlossene Capitulation gedeckt waren. Der Text der Capitulation ist bis jetzt noch unbekannt, wiewohl der we⸗ sentliche Inhalt ihrer wichtigsten Artikel schon vor der Absendung des Sö Madrid kein Geheimniß mehr war. die gestrigen Verhandlungen der Deputirten⸗Kammer dreh⸗ ten sich vorzugsweise um die Verhältnisse Frankreichs zu Spa⸗ nien. Zwei Mitglieder der D 128 ss. 8 b. 8 eputirten⸗Kammer, welche das letztgenannte Land aus eigenen Beobachtu kennen, die Her⸗ ren Lasteyrie und Garnier Pages, th * a Hnsar. die Naagis.esonnis farg⸗ Beobachtengen nit, insofern dieselben für die ge Politik Frankrei egen 8 von Werih sein gegen den Nachbar jenseits der Pyrenäen
IIn 170 in der Mißbilligung des Verfahrens überein, welches die französische Regierung, nicht etwa erst seit 1830 oder seit dem Tode Ferdinand's VII., sondern seit viel älteren Zeiten gegen Spanien beobachtet hat. Beide legten der französischen Politik zur Last, daß sie den Stolz und den Unabhängigkeitssinn der Spanier oft, theils durch ihre Handlungen, theils wenigstens, wie namentlich während der letzten zehn Jahre, durch ihre Worte beleidigt, und damit die Grundbedingung eines guten Einver⸗ ständnisses mit diesem Volke, dessen Freundschaft sür Frankreich so wichtig ist, verletzt habe. Herr Lasteyrie machte namentlich Herrn Guizot einen schweren Vorwurf daraus, daß er während der letzten Session der Kammern die Moderados wiederholt von der Redner⸗ bühne der Deputirten⸗Kammer herunter die französische Partei ge⸗ naunt und ihnen die Exaltirten als englische Partei gegenübergestellt habe. Solche Aeußerungen, versicherte Herr Lasteyrie, haben im spa⸗ nischen Volke die allerschlimmste Wirkung hervorgebracht, und die französische Politik hat sich überdies dadurch von vorn herein aller Vortheile beraubt, welche sie sonst vielleicht von dem durch den Sturz Espartero's herbeigeführten Regierungswechsel in Madrid zu erwarten gehabt hätte. Denn, sagte Herr Lasteyrie, die Moderados fühlen sich durch den von Frankreich aus angeregten Verdacht, daß sie eine französische Partei seien, der öffentlichen Meinung gegenüber so sehr kompromit⸗ tirt, daß sie Alles aufbieten und Alles auf bieten müssen, um der Welt das Gegentheil zu beweisen. So können und werden dann die Gemäßigten dem Kabinette der Tuilerieen noch weit weniger Zuge⸗ ständnisse machen, als jede andere Partei, welche an der Spitze der spanischen Staats⸗Angelegenheiten wenigstens nicht den Argwohn einer schimpflichen Abhängigkeit von französischem Einflusse zu fürchten hätte. Es ist nicht zu bestreiten, daß diese Ansicht des Herrn Lasteyrie bis jetzt den Thatsachen vollkommen entspricht. Die positiven Verhältnisse Frank⸗ reichs zu Spanien haben sich seit dem Sturze Espartero's durchaus nicht verbessert, und es ist weniger Aussicht als je vorhanden, daß die französische Politik von der gegenwärtigen Regierung Spaniens die Zugeständnisse, namentlich die Handels⸗ und Schifffahrts⸗Erleich⸗ terungen, erlangen werde, nach denen sie schon lange trachtet, und deren Verweigerung sie bei der öffentlichen Meinung immer als einen Hauptgrund ihrer nur halb abgeleugneten Feindseligkeit gegen den Regenten geltend zu machen versucht hat, um auf diese Weise den nationalen Egoismus, wo möglich, bei jener Feindseligkeit zu betheiligen.
Sriechenl and.
O München, 19. Jan. Aus Athen sind Briefe von sehr neuem Datum hierher gelangt; sie bringen aber, inwieweit ihr Inhalt bis jetzt allgemeiner bekannt geworden ist, nur wenig Neues. In erfreulicher Weise bestätigen sie jedoch den ziemlich ruhigen und gleich⸗ mäßigen Fortgang der Dinge, und unsere mit Athen noch in Ver⸗ bindung stehende Handelshäuser sollen nebenbei durch gute Berichte über den dortigen Geschäftsgang ebenfalls bessere Aussichten für die Zukunft eröffnet erhalten haben, als dies bis jetzt der Fall war. Ihre Majestäten der König und die Königin befanden sich unaus⸗ gesetzt wohl. “ —
Gegenstand eifrigerer Unterhaltung, als wie die neuesten Mit⸗ theilungen aus Athen, sind die mündlichen Erzählungen unserer neu⸗
ngekommenen Landsleute über die griechischen Zustände während der jüngsten Zeit im Allgemeinen und über die Erlebnisse jedes Einzelnen. Schmerz über Täuschungen aller Art, und zugleich wohl auch bei dem Einen und Anderen Sorgen vor der ihm nun in der Heimat bevor⸗ stehenden Zukunft, tragen hier natürlich sehr viel dazu bei, den uns vorgeführt werdenden Bildern eine dunkle Färbung zu geben. Gleich⸗ wohl entbehren diese Bilder keinesweges des Gepräges der Wahrheit, selbst dann nicht, wenn die Farben auch etwas zu stark aufgetragen werden mögen. Viele der Angekommenen leiden körperlich an den unvermeidlichen Folgen eines längeren Aufenthalts im Süden und plötzlichen Temperaturwechsels; Manche von ihnen werden das, was sie in jüngster Zeit an Leib und Seele zu ertragen hatten, vielleicht erst nach Jahren ganz überwinden können. Im Ganzen überlassen sich Alle besseren Hoffnungen für die Zukunft Griechenlands, nament⸗ lich für eine spätere, als man bei ihren sonstigen Apathieen gegen das Land und seine Bewohner voraussetzen sollte.
Handels- und Börsen-Uachrichten.
Berlin, 26. Jan. Beim Beginn der Börse war die Kauflust für Köln⸗Mindener und Dresden⸗Görlitzer so bedeutend, daß man ½ͥ % über die gestrige Schluß⸗Notiz dafür bezahlte; später ließ die Kauflust wegen bedeu⸗ tender Gewinn⸗Realisirungen etwas nach, schloß jedoch wieder fester. Oester⸗ reichische Effekten in Folge niedriger Wiener Course gewichen. — Zarskoje⸗ Selo sehr begehrt und zu bedeutend höhreren Coursen als gestern gekauft.
Marktpreise vom Getraide. Berlin, den 25. Januar 1844. Zu Lande: Weizen (weißer) 2 Rthlr. 10 Sgr. 10 Pf., auch 2 Rthlr. 7 Sgr. 2 Pf. und 1 Rthlr. 28 Sgr. 10 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 13 Sgr. 2 Pf., auch 1 Rthlr. 10 Sgr. 10 Pf.; große Gerste 27 Sgr. 7 Pf.; kleine Gerste 1 Rthlr. 1 Sgr. 2 Pf., auch 28 Sgr. 10 Pf.; Hafer 22 Sgr. 10 Pf., auch 20 Sgr. 5 Pf.; Erbsen 1 Rthlr. 14 Sgr. 5 Pf.; Linsen 2 Rlihlr. 12 Sgr. Eingegangen sind 105 Wispel. Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rthlr. 7 Sgr. 2 Pf., auch 2 Rthlr. 4 Sgr. 10 Pf. und 2 Rthlr. 3 Sgr. 7 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 13 Sgr. 2 Pf., auch 1 Rthlr. 12 Sgr. Eingegangen sind 102 Wispel. Mittwoch, den 20. Januar 1844. Das Schock Stroh 8 Rthlr. 10 Sgr., auch 6 Rthlr. Der Centner Hen 1 Rthlr. 5 Sgr., auch 22 Sgr. 6 Pf.
Kartoffel⸗Preise. Der Scheffel 17 Sgr. 6 Pf., auch 12 Sgr. 6 Pf.
Branntwein⸗Preise.
Die Preise von Kartoffel⸗Spiritus waren am 20. Januar 15 ½ Rthlr., am 23. Januar 15 ½ Rtihlr. und am 25. Januar 15¼ — 15 ½ Rthlr. (frei ins Haus geliefert) pro 200 Quart à 54 pCt. oder 10,800 pCt. nach Tralles. Korn⸗Spiritus: ohne Geschäft.
Berlin, den 25. Januar 1844.
Die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin.
Magdeburg, 214. Jan. Höchster und niedrigster Getraide⸗Marktpreis pro Wispel: Gerste: 30 — 28 ½ Rthlr.
Weizen: 47 ½ — 35 Rthlr. Roggen: 36 — 34 ½ » Hafer: 18 — 16 »
„O. München, 19. Jan. Heute geht unsere Dreikönigsdult nach vierzehntägiger Dauer zu Ende. Aus allen Gegenden Deutschlands waren zahlreiche Verkäufer da, namentlich aber aus Preußen und Sachsen. Es ist viele Waare verkauft worden, aber selbst die solideste zu gedrückten Preisen. Trotz aller Marktschreierei haben die Verkäufer unsolider Artikel die aller⸗ schlechtesten Geschäfte gemacht.
- Lübeck, 23. Jan. In den ersten Tagen dieses Monats kamen noch mehrere Schiffe in unserem Hafen an, worunter auch eine erwartete Ladung Säe⸗Leinsamen von 935 To. von Niga. — Seit dem g9ten d., nach welcher Zeit stärkerer Frost eintrat und mehrere Tage das Fahrwasser mit Eis belegte, ist unsere Schifffahrt geschlossen gewesen.
Im Leinsaat⸗Geschäft scheint sich schon mehr Leben zu zeigen und wur⸗ den in diesen Tagen mehrere kleine Partieen von Rigaer Säe⸗Leinsaat durch die Händler von den Importeurs gekauft. — Die notirten Preise sind
Die genannten Deputirten stimmen beide
ark pr. aufgepackte;
88 Hansöl⸗Preise bleiben unverändert 31 Mark Cour. pr. Ctnr. gefordert
bei kleinen Umsätzen für den Konsum. b 1 Rüböl ebenfalls unverändert 30 Mark Cour. pr. Ctur. notirt.
Talg bleibt fest im Preise gehalten, namentlich Petersburger Seifen⸗ talg, welcher 28 ¾ a 29 Rthlr. notirt steht.
St. Petersburg, 19. Jan. Waaren⸗Umsatz: Gekauft: Von Reinhanf 10,000 Pud zu 19 ¾ Rub., auf Kontrakt, mit allem Gelde voraus; Ausschuß 6300 Pud zu 17 ½ Rub.; beides pr. Berkowetz. — Häute, St. Pe⸗ tersburgische, 2000 Stück, 22psd., zu 6 Nub 10 Kop. pr. Pud, mit 1 ½ R. Handgeld, auf Lieferung im Juni und 2000 Stück, 10psd., zu 18 5¾ Kop. pr. Pfund, mit 1 Nub. Handgeld pr. Haut, auf Lieferung im Mai.
Paris, 20. Jan. Die Notirungen der französischen Renten h⸗
sich heute gut, trotz einiger ansehnlicher Verkäufe, die bei Eröffnung Börse für Rechnung eines Spekulanten stattfanden, welcher gewöhnlich . Steigen operirt. Man behauptete, die Regierung werde nicht nöthig h.”,⸗ 8 zu öffentlichen Anlehen ihre Zuslucht zu nehmen, falls sie selbst die großen Eisenbahnlinien in Ausführung bringen wollte; sie würde in diesem Falle bei der Bank hundert Millionen zu 2 ½ pCt. leihen. Ohne Einfluß blieb das Gerücht, welches sich verbreitete, die Regierung habe heute sehr schlimme Nachrichten aus Spanien erhalten. Eisenbahn⸗Actien erfuhren nur einige unbedeutende Beränderungen.
ön6n 5 r Den 26. Januar 1844.
2 1 . 0 . ) . . . . -our. Fonds. F'r. Cour.- Kctien. 8☚ Brief. Geld. Gcld. Gem
97 Ercl. Pots. Eisenb. 5 102 8 102 12 do. do. Prior. Obl. 4 90⁷ Mgd. Lpz. Eisenb. — — do. do. Prior. Obl. 4 1032 Ürl. Anh. Risenb. — 8 — 40. do0. Prior. Obl. 4 103 Düss. Elb. Risenb. 5 — 86 ½ do. do. Prior. Obl. 98 3 [Rhein. Eisenb. — 100 do. do. Prior. Obl.] 98 ¾ ü8 Brl. Frankf. Eisb. 145 1015 do. 49. Prior. gel. Kur- u. Neum. do. 101 “ E“ do. Lt. B. v. eingez. fee. B.-St. E. Lt. A u. B Magdeb.-Halber-
St. Schuld-Sch.
Pr. Engl. Obl. 30. Pram Sch d. Sech. — Kur- u. Neumärk.
— —, B —
üss 103 , 9 ½
1005
102 18
1013.
106*
Schuldverschr. Berl. Stadt-Obl. Danz. do. in Th. Westpr. Pfandhr. Grossh. Pos. do.
do. do. Ostpr. Pfandbr. Pomm. do.
101 ½
— —,
8
Gold al marco. Friedrichsd'or. städter Eisenb. 4 —
And. Gldm. à5 Th.
m12 [Bresl- Schweidn.-
Freihg. Risenb. 4
119
Auswärtige Börsen. 1 Niederl. wirkl. Sch. 55 ½. 5 % do. 100 ½. Pass. 5 ½. Ausg. —. Zinsl. 6 ½. Preuss. 4 % Russ. Hiope 9¹ ½. “ Zinsl. —. Neue Anl. 20 ½. “
Frankfurt a. M., 23. Jan. 5 % Met. 113 G. Bank-Actien 2022 p. ult. 2023. Bayr. Bank-Actien 690 G. Hlope 90 ½ G. Stiegl. 89 ¾ G. Int. 54 ¾. Poln. 300 Fl. 95 ¾ G. do. 500 Fl. 98 ½. 4o. 200 Fl. 32 ½ G.
IIamb Durg, 24. Jan. Bank-Actien 1680 Br. Engl. Russ. 112.
Wien, 22. Jan. 5 % Met. 111, 776. 4 % 100 ½¾. 3 % 76 ½. 2 % —. Anl. de 1834 1505. de 1839 121 ½. Bank-Actien 1627 G. 1629 Br. Nordb. 133 ½. Gloggn. 113 ¾. Mail. 108 %. Livorn. 98 ⅞. Pesth. 101. Budw. 165. Diana-Bad 100 G.
Amsterdam, 22. Jan. 5 % Span. 21 47. 3 % do. 32. Pr. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 109¹⁄¼. Antwerpen, 21. Jan.
Meteorologische Beobachtungen.
1844.
25. Jan.
Abends 10 Uhr.
Nach einmaliger Beobachtung.
Nachmittags 2 Uhr.
Morgens 6 Uhr.
Quellwärme 5,80 R. Flusswürme 0,40 R. Bodenwärme 3,60 R. Ausdünstung 0,010, Rh. Niederschlag 0,051 Rh.
337,29“ Par. 337,17“ Par. 337.09 Par. 1,90 n. + 2,80 n. + 2,1° R. 0,60 n. + 1,9⁰ . † 1,4° . Dunstsättigung 89 pCt. 93 pCt. 94 pCt. Wetter regnig. Schnee. regnig. Wind W. W. W. Würmewechsel + 2,99 Wolkenzug.. W. — + 1,2 R.
Tagesmittel: 337,18“ Par... + 2,32 R. —+ 1,3 ° R.. 92 pct. W.
Luftdruck....
Luftwärme ... H
Thaupunkt . .. +
Königliche Schauspiele. Sonnabend, 27. Jan. Minna von Barnhelm, Lustspiel in 5 Abth., von Lessing.
Sonntag, 28. Jan. Die Hugenotten. (Mad. Schröder⸗Devrient: Valentine; Herr Härtinger: Raoul, als Gastrollen.)
Anfang halb 6 Uhr.
Es sind nur noch Billets zum ersten Range à 4 Rthlr. 10 Sgr., zweiten Range à 20 Sgr., dritten Range à 15 Sgr., Parterre à 20 Sgr. und Amphitheater à 10 Sgr. zu haben.
Im Konzertsaale: Der Verräther. Hierauf: Tante.
Montag, 29. Jan. Zum erstenmale: Mutter und Sohn, Schauspiel in 2 Abth. und 5 Akten, mit freier Benutzung des Ro⸗ mans: Die Nachbarn, von Fr. Bremer, von Ch. Birch⸗Pfeiffer. (Mad. Birch⸗Pfeiffer: Generalin von Mansfeld, als Gastrolle.)
111“X“
Die gefährliche
FKhzhnigsstädtisches Theater. e
Sonnabend, 27. Jan. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Lucia di Lammermoor. Opera in 3 Atti. Musica del Maestro Donizelti. (Sgr. Napoleone Moriani, Kaiserlich österreichischer Kammersänger: Edgardo, als Gast.)
Preise der Plätze: Ein Platz in den Orchester⸗Logen 2 Rthlr., den Logen und im Balkon des ersten Ranges 2 Rthlr., im Parquet und in den Parquet⸗Logen 1 Rthlr., im Amphitheater und in den Logen des zweiten Ranges 20 Sgr., Parterre 15 Sgr., Sperrsitz des dritten Ranges 10 Sgr., Gallerie 7 ½ Sgr. 8 1
Sonntag, 28. Jan. Gast⸗Vorstellung des Kinder⸗Ballets des Herrn Price aus Kopenhagen, in 3 Abtheilungen. Dazu: Zum erstenmale wiederholt: Die Geheimnisse der Kapelle, romantisches Gemälde in 3 Akten, frei bearbeitet nach Eugene Sue. Seitenstück zu dessen Geheimnissen von Paris.
Montag, 29. Jan. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Lucrezia Borgia. (Signor Napoleone Moriani: Gennaro, als Gast.)
Preise der Plätze: Ein Platz in den Orchester⸗Logen 2 Rthlr., in den Logen und im Balkon des ersten Ranges 2 Rthlr. 2c
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Mitglieder hat die von dem Comité gehoffte und erwartete Zunahme
schäfte der Administration und Justiz überaus stark in
.M Konustantinopel, 3. Jan. (A. Z.) Noch immer spricht man
“ E“ 11 In hae hao . Deutsche Bundesstaaten. Hannover. Hannover. Einberufung der Kalenberg⸗Grubenhagenschen Landschaft. — Verein zur Besserung eentlassener Sträflinge. — Aus dem Herzogthum Nassau. Mä⸗ ßigkeits⸗Verein in Dillenbursg. — Aus Schwarzburg⸗Sonders⸗ Inp ausen. Vers⸗ hiebung des Landtages. — Vereinigung der beiden Semi⸗ 2 e 88 Freie Städte. Schreiben aus Lübeck. (Errichtung eines „ dri en Syndikats; Dr. Curtius nach Frankfurt; neue Zeitung; Statistisches.) Türkei. Konstantinopel. Gerüchte über Minister⸗Wechsel. — Ab⸗ setzung des Naver Pascha (Walter). Mexiko. Schreiben aus Paris. (Angebliche Verschwörung gegen San⸗
E tana; Rüstungen angeblich gegen England.) La Plata⸗Staaten. Schreiben aus Paris.
Uebersicht der in den sechs Jahren 1837 bis mit 1842 im Preuß. Staate zur gerichtlichen Untersuchung gekommenen im kindlichen und jugendlichen Alter verübten Verbrechen.
(Die Intervention.)
“ Auslan W““ Deutsche Bundesstaatnaäa.
L“ 1 Hannover. Hannover, 22. Jan. (H. Z.) Die kalen⸗ berg⸗grubenhagensche Landschaft ist zur Berathung über verschiedene Gegenstände auf den 14. Februar d. J. konvozirt. Desgleichen ist die kalenberg⸗ grubenhagensche Ritterschaft auf den 13ten d. M. zur b eines Ritterschafts⸗Deputirten hannoverschen Quartiers ein⸗ verufen.
1b Hannover, 21. Jan. (H. C.) Der vor zwei Jahren hier gebildete Verein für entlassene Sträflinge im Landdrostei⸗Bezirke Han⸗ nover hat seinen zweiten Jahres⸗Bericht abgestattet. Die Zahl der
noch nicht erlebt, sie beläuft sich auf etwa 280. Indessen hat sein Beispiel schon einen ähnlichen Verein in Osnabrück ias 8 SSn. welcher zum Zwecke der Gewinnung eines möglichst weitreichenden Einflusses, in seine Statuten die Bildung von Hülfs⸗Vereinen auf⸗ genommen hat, eine Maßregel, die man, als äußerst zweckmäßig, wie⸗ derum hier gleichfalls anzunehmen beschlossen hat. Was die Wirksam⸗ keit des diesseitigen Vereins betrifft, so spendet derselbe seine Hülfe nur solchen entlassenen Sträflingen, welche dieselbe in Anspruch neh⸗ men; vielen der Letzteren hat die Idee vorgeschwebt, daß der Ver⸗ ein eine gehässige polizeimäßige Zwangs⸗Anstalt sei, daher die Zahl der Meldungen im Ganzen nur sehr gering gewesen; es haben im Durchschnitt von 11 Entlassenen 3 die Hülfe des Vereins verlangt, in Allem aber aus den Jahren 1841—42 und 1842— 43 97; davon wurden 16 wieder rückfällig, 24 fielen wegen Auswanderung und son⸗ stiger Entfernung oder Enifremdung wieder aus.
Aus dem Herzogthum Nassau, 19. Jan. (Fr. J.)
Der Mäßigkeits⸗Verein zu Dillenburg, der gegenwärtig über sechs⸗
hundert Mitglieder zählt, hat in der Zeit seines Bestehens so man⸗
igfach wohlthätig gewirkt, daß nur gewünscht werden kann, es möch⸗
en sich immer mehr derartige Vereine bilden. Von Seiten der Re⸗
gierungen fast aller deutschen Bundesstaaten hat es nicht an Ermun⸗ terung dazu gefehlt, aber was ist an den meisten Orten geschehen?
Aus Schwarzburg⸗Sondershausen, im nuar. (D. Z.) Die erste Nummer unseres Regier e. zwei für unser Ländchen wichtige Verordnungen: durch die erste wird die Zusammenberufung des Landtages, die auf den 15ten dieses Monats festgesetzt war, auf den 1. März hinausgeschoben, — durch die zweite das in Arnstadt bestehende Schullehrer⸗Seminar aufgehoben und mit dem sondershauser zu einem Landes⸗Schullehrer⸗ Seminar vereinigt. Bisher bestanden im Lande zwei Seminare —
as eine zu Sondershausen, das andere zu Arnstadt — die aber beide, wie es von zwei solchen Anstalten in einem Gebiete von 16 Qua⸗ dratmeilen zu erwarten war, keine so große Schülerzahl aufzuweisen hatten, daß eine Ueberfüllung zu fürchten gewesen wäre; und über⸗ dies nöthigte diese Einrichtung zu doppelten Ausgaben. Es steht nun zu erwarten, daß mit weniger Kosten mehr geleistet werden kann, als früher.
Freie Städte. G& Lübeck, 23. Jan. Nachdem unser zweites Syndikat durch den Tod des Dr. Buchholz erledigt worden, hat der Senat die Errichtung eines dritten Syndikats beschlossen. Die dazu erforderli⸗
chen Geldmittel sind dieser Tage von der Bürgerschaft bewilligt worden, und man sieht nunmehr mit großer Spannung dem Resultate der
Wahl zweier Syndici entgegen. Bei der geringen Anzahl rechtsge⸗ lehrter Mitglieder unseres Senats, welche durch die lanfenden Ge⸗
nspruch ge⸗
nommen sind, hat man längst das Bedürfniß erkannt, spnuch g⸗
kräfte un zu v
so hofft man, vorzugsweise die Ueberwachung und Vertretung unserer
Handels⸗ und Verkehrs⸗Interessen überwiesen werden, für welche es
bisher leider an einem gehörigen Centrum in unserer Regierung fehlte.
Unser erster Syndikus und Bundestags⸗Gesandter, Herr Dr. Curtius, wird sich in den nächsten Wochen nach Frankfurt a. M. be⸗ geben, um dort, dem Turnus gemäß, die Stimmführung für die freien 1⸗ 9 41&,ꝙ “
Man bereitet hier die Herausgabe einer merkantilisch⸗politi Zeitung vor, welche in merkantilischer Hinsicht die enn. Ostseeländer zum vorzüglichsten Gegenstande ihrer Mittheilungen machen wird. Der vielfältigen 8. es Lübecks mit Rußland, Schweden und Dänemark wegen, bürfte unser Platz zur Herausgabe eines sol⸗ chen Blattes vorzugsweise sich eignen.
Das kürzlich in Kopenhagen herausgekommene statistische Ta⸗ belwerk giebt höchst interessante Aufschlüsse über den Handels⸗ und Schifffahrts⸗Verkehr der Herzogthümer Schleswig und Holstein, so wie des dem holsteinschen Zoll⸗Verbande einverleibten Fürstenthums Lübeck (Eutin). Trotz der Zoll⸗Schranken ist danach die Einfuhr Lübecks nach jenen Ländern noch immer eine sehr bedeutende.
Türhkei.
von dem bevorstehenden Sturz des jeigen Ministeriums, und bezeich⸗ net bald Esersteeseng⸗ früher Botschafter am englischen Hofe, jeht Gouverneur von Belgrad, bald Aakif Effendi als den künftigen Mi⸗ nister der auswärtigen Angelegenheiten. Letzterer ist derselbe Reis⸗ Effendi, welcher auf Lord Horsonby's Betreiben wegen der bekannten Churchillschen Angelegenheit abgesetzt und seitdem nicht mehr im öffent⸗ lichen Dienste von der Pforte verwendet worden war. Diejenigen, die in der hiesigen Hofsitte bewandert, halten wenig 8 diese Ge⸗
I“ die Arbeits⸗ erer Regierung zu vermehren. Dem dritten Syndikat wird,
171
Beilage zur Allgemeinen Preußi
des Reichs der Sultan den gegenwärtigen Reis⸗Effendi, Rifaat Pa⸗ scha, mit einigen freundlichen Worten und zwar ihn allein, da Se. Hoheit sich an Niemand sonst wandte, angeredet hat.
Der als Ferik in der türkischen Marine dienende Engländer Walker (Naver Pascha) und der Vice⸗Admiral Achmed Pascha sind vor einigen Tagen ihres Postens entsetzt worden. Zwei türkische Offiziere erschienen bei dem Erstgenannten, kündigten ihm seine Ab⸗ setzung an und verlangten von ihm die Auslieferung des Dienst⸗ Nischans, den er als Ferik trug. Yaver Pascha weigerte sich und behauptete, er könne das ihm verliehene Ehrenzeichen nur an den Stufen des Großherrlichen Thrones niederlegen und werde es sicher in keine anderen Hände geben, da dasselbe von dem Sultan ihm und seinen Erben verliehen worden sei. Wie sich auch die Sache verhalten mag, so ist gewiß, daß der englische Botschafter es sehr übel aufnahm und sich deshalb mit einer Note an die Pforte wandte, in welcher er ihr die bittersten Vorwürfe über ihre Undankbarkeit macht und alle Ver⸗ dienste Walker's um die türkische Marine, namentlich die durch ihn allein bewirkte Reorganisirung derselben, aufzählt. Sir Stratford Canning schließt mit der Bemerkung, daß es der Pforte schlecht an⸗ sühe⸗ den Mann, welcher die osmanische Flotte aus der Gefangen⸗ chaft von Alexandrien nach dem Bosporus zurückgebracht, jetzt zurück⸗ zustoßen und aus übelverstandenen Rücksichten einer schlecht angebrachten Oekonomie von seinem der Türkei so nützlichen Dienste zu entfernen. Rifaat Pascha hatte sich nämlich wegen der Absetzung Walker's münd⸗ lich bei dem englischen Repräsentanten damit entschuldigt, daß die Pforte bei der Erschöpfung des öffentlichen Schatzes sich enöthigt sehe, in allen Zweigen des Dienstes durchgreifende Reductionen zu machen. Naver Pascha hatte, wenn ich nicht irre, einen jährlichen Sold von 240,000 Piastern oder 24,000 Gulden Conventions⸗Münze.
Meriko.
„☛ Paris, 19. Jan. Auf dem Wege über New⸗Orleans er⸗ hält man um einige Tage neuere Nachrichten, als die zuletzt mitge⸗ theilten. Es scheint, daß die Präsidentschaft Santana's unter eben nicht günstigen Auspizien beginnt. Man soll eine von Texianern an⸗ gesponnene Verschwörung entdeckt haben, deren Anstifter eigens von Veracruz deshalb gekommen waren, um den General Santana zu ermorden. Die Verschwörer wurden festgenommen, sollen aber in Ab⸗ rede stellen, daß sie dem General nach dem Leben getrachtet hätten; ihre Absicht sei vielmehr gewesen, sich eines reichen Schatzes zu be⸗ mächtigen, den er in seinen Gärten zu Manga Clava vergraben habe und von dessen Vorhandensein sie Kenntniß erhalten hätten. Der amerikanische Capitain Place, der die Schuldigen nach Veracruz übergeführt hatte, soll gleich ihnen verhaftet und so mehrere Tage zurückgehalten worden sein, ungeachtet der ame⸗ rikanische Konsul dagegen protestirte. Es scheint, daß man zu Ve⸗ raernz noch immer die nahe Ankunft einer englischen Flotte erwartete und Santana ließ daher mit großem Eifer die Rüstungen zur Ver⸗ theidigung fortsetzen. Er soll einem Hause von New⸗York den Auf⸗ trag gegeben haben, für Rechnung der mexikanischen Regierung fünf Goeleiten von 50 Tonnen Gehalt und jede mit 12 Kanonen ausge⸗ rüstet, für die Vertheidigung der Rhede von Veracruz erbauen zu lassen. Die Lehre, welche Santana vor etwa 7 Jahren schon von den Franzosen unter Admiral Baudin erhielt, scheint demnach wenig gefruchtet zu haben, und die Engländer werden nicht verfehlen, nöthi⸗ genfalls dieselbe noch energischer zu wiederholen. Bereits spricht man von Bewegungen, welche das englische Geschwader unter Admiral hee; den Bermuden macht und die man gegen Mexiko gerich⸗ et glaubt.
La Plata⸗-Staaten.
☛ Paris, 10. Jan. Das am 30. November von Rio Janeiro abgegangene Schiff „Achille“ ist in Havre gestern früh und bringt Briefe mit, wonach es scheint, daß die französische Kor⸗ vette „Coquette“, welche zu Rio Janeiro eingetroffen ist, dahin einen Entwurf zu einer Intervention in dem Kriege zwischen der argenti⸗ nischen und der orientalischen Republik des Uruguay überbracht hat, welche von England, Frankreich und Brasilien gemeinschaftlich statt⸗ finden würde, um dem Kriege ein Ende zu machen. So viel von dem Plane verlautet, soll nach demselben an Brasilien die Gränzlinie zugestanden werden, die es im Süden der Provinz Rio Grande ver⸗ langt. Nachdem die „Coquette“ ihre Depeschen der Regierung von Rio Janeiro zugestellt und die Antwort darauf erhalten hatte, ging sie sogleich wieder nach dem La Plata⸗Strome unter Segel.
Uebersicht
in den sechs Jahren 1837 bis mit 1842 im Preußischen
Staate zur gerichtlichen Untersuchung gekommenen im
kindlichen und jugendlichen Alter verübten Ver⸗
6“ brechen.
Ist es das Uebergewicht der Eindrücke des Augenblicks, was zum Thun anregt, ohne die Folgen desselben zu bedenken, so muß vorzüg⸗ lich das jugendliche Alter den Versuchungen zu Handlungen erliegen, die leichtsinnig und unbedacht verübt, eben deshalb oft strafbar wer⸗ den können. Der häuslichen Zucht, welcher dies Lebensalter überall untergeben ist, liegt es zunächst ob, von solchen Verirrungen abzuhal⸗ ten, indem sie theils die Lockungen dazu durch Aufsicht entfernt, theils durch Lehre, Warnung und Beahndung der Vernunft den Sieg über Gelüste zu verschaffen sucht. Wo die Mittel derselben nicht ausrei⸗ chen, Verletzungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung abzuweh⸗ ren, muß allerdings obrigkeitliche Hülfe zutreten; aber die Zahl und Bedeutung der Fälle, worin dies nothwendig wird, bezeichnet nicht sowohl den Zustand der Sittlichkeit unter der aufblühenden Genera⸗ tion, als vielmehr die Stufe der Bildung, worauf das Familienleben steht. Diejenigen, welchen väterliche Gewalt über die Jugend zu⸗ kommt, befinden sich neben derselben vor den Gerichten fast immer in einer ihrem Ansehn nachtheiligen Stellung. Als Ankläger klagen sie scghs sich der Sorglosigkeit an oder der Verblendung, als Mitbeklagte astet auf ihnen der Vorwurf der Verführung oder wenigstens des bösen Beispiels. Von dieser Ansicht aus ist die Zunahme des Un⸗ vermögens der häuslichen Zucht, Verletzungen der oͤffentlichen Sicher⸗ heit und Ordnung zu verhindern, jedenfall ein sittliches Uebel, wie zerschieden auch die Ursachen dieses Unvermögens sein mögen. Mit v hat daher die Zahl der zur gerichtlichen Feneene ekom⸗ Aufune; 1 im jugendlichen Lebensalter verübten Verbrechen 15 Setnesessn erregt. Namentlich ist auch in Nr. 318 der All⸗ 1837 ehe Preußischen Staats⸗Zeitung vom 16. November zehnten Lebe⸗ 888 cht der von jungen Leuten vor ollendung des sechs⸗ waͤhrend 88 ahres verübten Verbrechen veröffentlicht worden, welche
echs 7n 1831 bis mit 1836 im Preußischen Staate
rüchte, seit man erfahren, daß bei Gelegenheit der am er en Tag des Bairams ersoigten Verisung der Min nd Großwürdenträger
zur gerichtlichen Unzer uchung gekommen sind. Es waren deren über⸗
1) Kinder vor vollendetem 10ten Lebensjahre 638 2) » im 11lten und 12ten Lebensjahre. 2v=v 3) » „ 13ten und 14ten „ . „. 17509 4) über Vierzehnjährige bis zur Vollendung des 16ten Jahres 1551 überhaupt 5188 „In der letzten Abtheilung sind auch 155 mitbegriffen, welche theils das sechszehnte Jahr schon um etwas iterschriitee vemmg, theils in Bezug auf das Altersverhältniß nicht bestimmt bezeichnet waren. In den hierauf folgenden sechs Jahren von 1837 bis mit 1842 sind nun ferner bei sämmtlichen Gerichten des Preußischen Staats 8250 in gleichem Lebensalter verübte Verbrechen zur Untersuchung gekom⸗ men, und es wurden wegen derselben angeklagt: . 1) Kinder vor vollendetem 10ten Lebensjaheere . 574 im 11ten und 12ten Lebensjahre 1880
2) 5 13ten und 14ten „ 2 2922
3) 5 „) 4) über Vierzehnjährige vor Vollendung des 16ten Lebensjahres 2612 . 1 überhaupt 7988
In der letzten Abtheilung befinden sich auch hier wieder 102 deren Lebeusalter theils nicht bestimmt S;. theils bereits etwas über das sechszehnte Lebensjahr hinausreichte. Die Zahl die⸗ ser Verbrechen war hiernach während des letzten sechsjährigen Zeit⸗ raumes von 5238 auf 8250, d. i. um 57 ½ auf Hundert gestiegen, während die Volkszahl zwischen den Zählungen zu Ende der Jahre 1831 und 1840, welche fast in die Mitte der beiden hier verglichenen Zeiträume fallen, nur von 13,509,929 auf 14,928,501, d. i. um 10 ½ auf Hundert, wuchs. Wie die Zahl der hier betrachteten Ver⸗ brechen selbst in den einzelnen Jahren des letztverflossenen sechsjäh⸗ rigen Zeitraumes zunahm, ergiebt sfolgende Darstellung. Es waren
derselben
18383..
18è39. 12306
1811.. 4377 15
iim Jahre
8 7.
Summe wie vorhin 8250 Welche besondere Aufregung die schnelle Junahme im Jahre 1841 erzeugte, bleibt bei der Schwierigkeit, H 821 dafür aufzufinden, hier besser unerörtert. „Groß und klein sind Zahlen überhaupt nur in Bezug auf eine bestimmte Grundzahl; und ob die Zahl der im jugendlichen Alter verübten Verbrechen groß oder klein genannt werden darf, hängt we⸗ sentlich von ihrem Verhältnisse zu der Gesammtzahl derjenigen gleich⸗ zeitig Lebenden ab, welche sich in einem bereits einigermaaßen zurech⸗ nungsfähigen Lebensalter befinden, doch aber das sechszehnte Jahr noch nicht vollendet haben. Nach dem Allgemeinen Preußischen Land⸗ rechte fängt auch der niedrigste Grad der Zurechnungsfähigkeit erst mit dem Antritte des achten Lebensjahres an, indem nach Theil I. Tit. 1. §. 25 bis 29 Kinder vor vollendetem siebenten Lebensjahre den Wahnsinnigen, Unmündige bis zur Vollendung des vierzehnten Jahres den Blödsinnigen in Bezug auf den Gebrauch der Vernunft gleichgestellt sind, so daß jene für ganz vernunftlos, diese nur für unfähig, die Folgen ihrer Handlungen zu beurtheilen, geachtet werden. Seit 1837 werden im Preußischen Staate bei den am Ende jedes dritten Jahres eintretenden Zählungen diejenigen besonders aufge⸗ nommen, welche zwischen dem Antritte des achten und der Vollendung des vierzehnten Lebensjahres stehen, und da nun auch schon früher die Funfzehn⸗ und Sechszehnjährigen besonders gezählt wurden so kann unmittelbar nach den statistischen Tabellen die Zahl derjenigen angegeben werden, welche das siebente Lebensjahr überschritten, das sechszehnte aber noch nicht vollendet haben; sie betrug am Ende des Jahres 1840 für die Gesammtheit des Preußischen Staats mit Ein⸗ schluß des Militärs 2,842,586, und es kamen demnach durchschnittlich binnen des letzten sechsjährigen Zeitraumes auf hundert Tausend in diesem Lebensalter stehende Personen 290 zur gerichtlichen Untersu⸗ chung gelangte Verbrechen, d. i. jährlich im Durchschnitte nahe 48. Sodann kommt es bei der Beurtheilung dieses Gegenstandes auch auf die Beschaffenheit der Verbrechen an. Es giebt einen Thatbe⸗ stand, welcher der gerichtlichen Kenntniß nicht entzogen werden darf, wie beispielsweise die Tödtung eines Menschen, Stzaßenraub, vorsätz liche Brandstiftung, gewaltsamer Diebstahl. In andern Fällen kann auch eine mehr oder minder strenge Verpflichtung bestehen, der Obrig 8 keit Anzeige davon zu machen; es haften aber keine so beträchtlichen Nachtheile daran, wenn dieses unterlassen wird, daß Eltern und Dienstherrschaften sich aus Gründen von sehr verschiedenem Werthe nicht auch bewogen finden sollten, dieselben ohne Beistand der Ge⸗ richte blos im Wege der häuslichen Zucht zu behandeln. Bei vielen Vergehungen, namentlich bei Injurien und bei Diebereien unter Haus⸗ genossen, stellen die Gesetze selbst dem Beleidigten oder Beschädigten anheim, ob er auf gerichtliche Beahndung antragen will. Von dem Verhältnisse dieser drei Arten der zur gerichtlichen Untersuchung zu⸗ läßigen Handlungen jugendlicher Per onen gegen die Gesammt⸗ zahl derselben hängt nun auch wesentlich ab, wie viele davon auf einer bestimmten Bildungsstufe des Familienlebens wirklich zur ge⸗ richtlichen Kennzuiß gebracht werden. Zu derselben kamen in den sechs Jahren 1837 bis mit 1842
Diebstahl und Diebshehleitei 7763 Betrug und Kontraventio . .eE
“ zusammengenommen ... Forstfrevel..
Muthwille, Landstreicherei, Bettelii 171 Verletzung und Mißhandlug. . ,9299Sv Fleischliche Verbrechen und grobe Unsittlichkeit. 93
1 zusammengenommen Bhhaanbscihung 165 Tödtung aus Fahrläßigkitit 8 3 Mord 0 0 ½ 00m 90 00 m ½% % 9„ 9 4 9 9 „ „ „ „ 9 9 0 9 „ 11 öAusammengenommen ..
“ . überbaugpbt. .8280
Die Verbrechen sind vorstehend in drei Gruppen u stellt, deren erste die Verletzungen des Eigenthamadech e, ene aggr 8 die Verletzungen der öffentlichen Ordnung und Sittlichkeit, und die dritte endlich die groben gemeinen Verbrechen in 49 begreift, welche selbst das menschliche Leben gefährden. Diebstähle bilden auch bei den von jugendlichen Personen ‚verübten Verbre die bei weitem überwiegende Mehrzahl, hier mit Einschluß der iebhehlereien neun Fehntheile der überhaupt zur gerichtlichen Untersuchung gelommenen. Gewaltsame Diebstähle und Einbrüche werden im 9 endlichen Alter va acn. 5* sen gs 2 in Verbindung mif älteren Weupssen verübt; öfter dürsten dagegen Wiederhohlungen vorkommmen, und Er⸗ schwerung der Strafen begründen. Fehe 8 29.8
x haupt 6238, derenipegen gngeflagt wurden: ““
der — ontraventiagen siud hier wohl vorzüglich Schleichhandel an den Grenzen, und 82n . —