1844 / 57 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

27 24 2 111, ed = 8 ½⁄ überhaupt 309 Familien mit 791 Familiengliedern un

sich die Zahl der wirklichen Armen zu der Einwoh⸗

1 d. 8 wie 1 zu 17 bis 18 verhielt. nerzah Tahen dieses Verhältniß nicht geuau in das Auge gefaßt, . 82 eichniß der Almosen⸗Empfänger von 1832 enthält 345 7 e Zahl der Familienglieder anzugeben. Den zwölf Ar⸗ Stadt giebt die Behörde ein dankbares Zeugniß venpficgsen len Thätigkeit. w Ae e der Armen mit ihrer nng Guppe ist vorherrschend; Geld wird meist nur zur Bezah⸗ Methe bewilligt. Das Armenhaus ist zugleich Arbeitshaus, 9 igen, die arbeiten können, aber nicht wollen, zur Arbeit an⸗ 82 Ee Außer diesem steht das öffentliche Krankenhaus, die geha brner⸗Anstalt des Hospitals, das Holzmagazin für die Armen

8 Pfe, Freischule unter der unmittelbaren Leitung der Armen⸗Kom⸗ misston deren Wirksamkeit durch Vereine für die Kinder⸗Bewahr⸗

Anstalt, für die Erziehung dürftiger Mädchen zu brauchbaren Dienstbo⸗ ten, für die Besserung verwilderter Knaben, für Förderung der Spar⸗ amkeit durch eine Sparkasse, für Versorgung kranker Gesellen und

Dienstboten, für Unterstützung armer Wöchnerinnen ꝛc., so wie durch bie Waisen⸗Anstalt und Leih⸗Anstalt, vorbeugend und nachhelfend ge⸗

fördert wird.

Freie Städte. Hamburg, 23. Febr. (B. H.) Die Schiff⸗ fahrt ist durch Eis wieder völlig unterbrochen. 8

Paris, 20. Febr. Die Deputirten⸗Kammer hat gestern ohne bedeutende Debatten die ganze letztere Hälfte des Gesetz⸗Entwurfs über die Jagd⸗Polizei genehmigt; da die Versammlung aber am Schluß der Verhandlungen nicht mehr zahlreich genug war, so lie⸗ ferte die Abstimmung kein gültiges Resultat, und es muß heute Abend noch einmal darüber abgestimmt werden. Das Journal des Débats findet übrigens, daß alle von der Kammer in dem Entwurf vorgenommene Abänderungen, mit Ausnahme der Bestimmung, welche den bloßen Transport von Wild in der Zeit des Jagd⸗Verbots eben so strafe, wie den Hausirhandel mit Wild, wahrhafte Verbesserungen seien, und es erwartet daher auch, daß heute die Annahme des gan⸗ zen Gesetzes erfolgen werde.

Es sprechen sich nun mehrere Blätter über die Besitznahme von Otaheiti aus; nur die Organe der Regierung schweigen noch darüber, woraus man folgert, daß das Ministerium noch unentschlossen sei, wie es sich über den Schritt des Admiral Dupetit⸗Thouars aussprechen solle. Der National sagt: „Das Verfahren des Admirals schreibt der Regierung das ihrige vor. Wenn sie Festigkeit besitzt und auf dem Punkte, wo die Sachen jetzt stehen, kann sie glücklicherweise nicht mehr zurücktreten so wird sie sich entschließen, das, was vorgegan⸗

en ist, zu genehmigen, gerade wie sich der Capitain der englischen 1 begnügt hat, diesen Vorgängen ruhig zuzuschauen. Sollte aber die Regierung wider Erwarten irgend eine Neigung zum Nach⸗ geben zeigen, so würde sie sich mit unzähligen Schwierigkeiten umrin⸗

Jahre 18. terstützt, so

gegen das Ministerium abgesehen habe. stehen geblieben, sie glaubte weiter gehen

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die Ansicht des londoner Kabinets über den Vorgang betrifft, so kümmert uns dieselbe nicht sonderlich. Es würde dem Grafen Aberdeen schlecht anstehen, wenn er über unsere Besitznahme von Otaheiti Ent⸗ rüstung zeigen wollte; denn wir können ihn nur gar zu leicht darauf hinweisen, wie wenig Bedenken England trägt, seine Flagge überall aufzupflanzen, wo es ihm beliebt. Die britischen Besitzungen in China, die Eingriffe in Gwalior und die ungerechte Wegnahme von Sind sind ein paar neuere Beispiele von Englands Handlungsweise, vor deren Nachahmung Frankreich sich schämen würde. Jedenfalls werden sie England wohl abhalten, Vorstellungen zu Gunsten der Königin Pomareh zu machen. Wir werden jetzt sehen, ob unsere Regierung das kühne Verfahren des Admirals aufrecht halten wird.“ Man darf nicht vergessen, daß die Quotidienne hier ein kirchliches Interesse zu vertheidigen hat.

General Pajol hat das Unglück gehabt, vorgestern früh bei der Rückkehr vom Tuilerieen⸗Balle zu fallen und außer anderen Beschä⸗ digungen den linken Schenkel zu brechen. Er wurde sofort nach Hause getragen, und der König hat ihm seine eigenen Wundärzte geschickt.

MH Paris, 20. Febr. Die Debatte über das Jagd⸗Polizei⸗ Gesetz hat gestern einen Beweis geliefert, wie richtig meine neuer⸗ liche Bemerkung war, daß die Opposition es auf eine Art Neckerei Sie ist aber nicht dabei stehe und selbst alte Präro⸗ gativen der Krone, welche sogar in der ersten Revolution im Jahre 1790 geachtet worden waren und bisher ungeschmälert fortbestanden hatten, umstoßen zu müssen. Die Linke hatte Alles dazu vorbereitet, um einen Schlag dieser Art zu führen. Besondere dringende Mah⸗ nungen waren den Devputirten dieser Partei von Seiten der Leiter derselben ins Haus geschickt worden, worin sie aufgefordert wurden, ja in der gestrigen Sitzung zu erscheinen. In der That folgten diese Herren pünktlich dem an sie ergangenen Aufrufe, selten noch hatte man die Oppositions⸗Bänke so zahlreich besetzt ge⸗ sehen, als gestern, und schon dieser Umstand mußte demjenigen sehr auffallend erscheinen, der den sehr geringen Grad von Eifer kennt, mit wel⸗ chem in der Regel diese Herren der Opposition der Erfüllung ihrer parla⸗ mentarischen Pflichten obliegen. Es galt aber auch einen Angriff auf die alten Prärogative der Krone, der Artikel 29 des Jagd⸗ Polizeigesetzes sollte verworfen werden, welcher die Beibehaltung des besonderen Regimé's ausspricht, unter welchem die Wälder der Krone stehen. Durch das Gesetz von 1790 war dieses besondere Regimẽ aufrecht erhalten worden; die Linke von 1844, die doch immer so große Empfindlichkeit zeigt, wenn von anderer Seite ihre monarchische und dynastische Gesinnung in Zwei⸗ fel gezogen werden will, dieselbe Linke aber gedachte diese Bestimmung umstürzen zu müssen. Ein Mitglied der äußersten Linken, Herr Luneau, ward dazu ausersehen, den betreffenden An⸗ trag auf gänzliche Weglassung des Artikels 29 des Gesetz⸗Entwurfs zu stellen. Man hatte deshalb so sehr sich beeilt, schnell mit allen vorausgehenden Artikeln fertig zu werden, um wo möglich noch an

gen. Herr Guizot kann indeß unmöglich unseren braven Admiral verleug⸗ nen, und wir werden sicherlich und unverzüglich erfahren, daß er die desi⸗ nitive und vollständige Besitznahme von Otaheiti ratifizirt hat. Um das Geschrei der britischen Methodisten⸗Missionaire haben wir uns nicht zu kümmern.’“ Das Siceele sindet in dem Charakter des Admirals eine Bürgschaft dafür, daß die Otaheitier keine Ursache haben würden, über die neue Regierung Klage zu führen, mißbilligt aber, daß man Frankreich abermals die Nothwendigkeit aufbürden wolle, mit großen Kosten eine Insel zu kolonisiren, welche in Kriegs⸗ zeiten nicht haltbar sei, während sie in Friedenszeiten keine Entschädi⸗ gung für die Ausgaben gewähren könne, welche sie dem Staatsschatze nothwendig verursachen müsse. Die Quotidienne vertraut darauf, daß die Zeit manche Umstände aufklären werde, welche jetzt noch zweifelhaft und dunkel seien, behauptet aber, daß der Admiral jedenfalls entschiedenes Recht gehabt habe, sich zum Herrn eines Landes zu machen, das sich gewissermaßen schon im oraus, falls nämlich der abgeschlossene Vertrag nicht vollzo⸗ en würde, an Frankreich unterworfen habe. „Wenn die Eingebor⸗ nen“, sagt das legitimistische Blatt, „ihre verlorene Unabhängigkeit beklagen, so haben sie blos dem englischen Missionair Pritchard und seinen Genossen die Schuld beizumessen. Auch ist es sehr zweifelhaft, ob die Otaheitier auf ihre Nationalität großen Werth legen. Was

diesem Tage auch über den Artikel 29 zu votiren und um so sicherer dessen Verwerfung zu erzielen, als die Mitglieder der konservativen Majorität nur in geringer Zahl erschienen waren, die vollzählig ver⸗ sammelte Linke also so ziemlich sicher war, die Oberhand über sie zu erlangen. Zwei Umstände hatten zusammengewirkt, daß die Konser⸗ vativen gestern nicht in hinreichender Anzahl erschienen waren einmal der Tag selbst, einer der drei Fastnachtstage, welche hier vorzugsweise den öffentlichen Vergnügungen und den häuslichen Freuden gewidmet sind, und weshalb viele Deputirte bei ihren Fa⸗ milien geblieben waren, andererseits aber auch, weil der Präsident bei Festsetzung der Tagesordnung für gestern zu verstehen gegeben hatte, daß die Diskussion des fraglichen Gesetz⸗Entwurfs voraussicht⸗ lich erst Mittwoch endigen werde. Diesen Augenblick nun benutzte Herr Luneau, um die Verwerfung des Artikels 29 zu beantragen; diese erfolgte auch wirklich, nachdem eine erste Abstimmung nur ein zweifelhaftes Resultat geliefert hatte. Als die Konservativen den Kunstgriff bemerkten, waren sie natürlich darüber entrüstet; allein das Geschehene war nun einmal nicht mehr ungeschehen zu machen, und das Einzige, was sie noch thun konnten, war, sich zu entfernen, um die allgemeine Abstimmung über das ganze Gesetz unmöglich zu machen, so daß dadurch das Skrutin nichtig wurde und auf Mittwoch Morgen ver⸗ schoben werden mußte. Die Oppositions⸗Blätter stimmen nun heute

bereits einen Triumphgesang an und suchen die ajorität der Kammer zu verleiten, daß sie morgen das ganze Gesetz verwerfen solle. Die konservativen Blätter dagegen rathen der Majorität davon ab, wollen vielmehr, daß sie das Gesetz, wie es jetzt ist, votire, und haben voll⸗ kommen Recht, so zu thun. Denn wenn das Gesetz nun an die Pairs⸗ Kammer kommt, so kann mit ziemlicher Sicherheit vorhergesehen wer⸗ den, daß dort der Artikel 29 wiederhergestellt wird, das Gesetz sonach zur nochmaligen Berathung an die Deputirten⸗-Kammer vom Mini⸗ sterium zurückgebracht werden kann, deren Majorität, jetzt gewarnt, der Sache dann eine andere Wendung zu geben vermag.

Von der Ankunft der Königin Christine zu Lyon hat man noch keine Nachricht. Von Toulon aus ist in aller Eile die Brigg „Pa⸗ linure“ nach Alicante geschickt worden, um sich daselbst dem französi⸗ schen Konsul zur Verfügung zu stellen; noch andere Schiffe machen sich bereit, nach den spanischen Küsten abzugehen. Die Dampf⸗Kor⸗ vette „Lavoisier“ machte zu Toulon ihre Vorbereitungen, um eiligst nach Port Vendres abzugehen, um dort der Königin Christine sich zur Verfügung zu stellen, im Falle dieselbe die Reise nach Barcelona und Valencia zu Wasser machen wollte. Der Herzog von Montpensier hat sich wirklich am 16ten Morgens halb 10 Uhr auf dem Dampf⸗ schiffe „Meteore“ nach Philippeville eingeschifft. Eine große Menge Volkes hatte sich am Meeres⸗Ufer versammelt, um ihn abfahren zu sehen.

2 Paris, 20. Febr. Der Bischof von Montpellier hat an die Geistlichen dieses Arrondissements ein Cirkularschreiben gerichtet, worin er sie auffordert, sich nicht in die Wahlen zu mischen, die in Folge des Austritts des Herrn von Larcy, eines legitimistischen Depu⸗

tirten, stattfinden werden. Das Schreiben schließt mit folgenden Worten: „Sie werden daher, Herr Pfarrer, sich während des bald beginnenden Kampfes außerhalb jedes Einflusses stellen, allen Insinua⸗ tionen, von welcher Seite sie auch kommen mögen, widerstehen und sich vollkommen neutral verhalten.“ Dies Cirkular erregt den Un⸗ willen der legitimistischen Blätter und unter Anderen sagt die France: „Die Regierung hat den Bischof von Montpellier bewogen, den Geistlichen ihr Benehmen bei den Wahlkämpfen vorzuschreiben. Der Bischof will nicht, daß die Geistlichen Parteimänner sind, sie sollen Männer der Regierung sein. Die Geist⸗ lichen der Diözese Montpellier haben eine Meinung und ein Gewissen; und sie brauchten nicht erst das Wahlschreiben des Herrn Bischofs von Montpellier abzuwarten, um zu wissen, daß sie als Franzosen und als Bürger Pflichten, als solche aber auch Rechte besitzen, die sie gel⸗ tend zu machen wissen werden.“ Wenn die Bischöfe die Universität und das Lehrerpersonal angreifen, so haben sie den Beifall der legi⸗ timistischen Journale; empfehlen sie dagegen den Priestern, sich nicht in politische Händel zu mischen, dann gewinnt Alles ein anderes Ansehen und die Bischöfe sind dann in den Augen jener Blätter nichts als feile Instrumente der Gewalt.

Der Herzog von Valmy hat an die Wähler des zweiten Bezirks von Toulouse ein langes Schreiben gerichtet, worin er die Motive seines Austritts darlegt und zugleich um die Stimmen seiner ehema⸗ ligen Kommittenten nachsucht. Er spricht in seinem Schreiben von der Volks⸗Souverainetät und schmeichelt auffallend der Eitelkeit der Wähler von Toulouse. Man sagt übrigens, daß die Letzteren für den Ex⸗Deputirten sehr günstig gestimmt seien, und daß derselbe, un⸗ geachtet der Anstrengungen der Regierung, wahrscheinlich wieder er⸗

wählt wird.

Die Abstimmung über das ganze Jagd⸗Polizeigesetz ist gestern suspendirt worden und wird erst morgen stattfinden. Das Ministe⸗ rium hat durch die Verwerfung des 2gsten Artikels, welcher von der speziellen Verwaltung der Kron⸗Forsten handelt, eine sehr unangenehme Niederlage erlitten, die es Herrn Luneau, Deputirten der Linken, verdankt. Da gegen Ende der Sitzung die Bänke der Konservativen gänzlich leer waren, so hielt es das Ministerium für angemessen, den Gesetz⸗Entwurf nicht einer definitiven Abstimmung zu unterwerfen. Die Opposition legt übrigens ein sehr Gewicht auf die Ver⸗ werfung des Gesetzes und wird sich morgen in Masse einfinden, un diesen Sieg zu erlangen.

Es ereignet sich in diesem Augenblick etwas in der Presse, das

gewisse Politiker sehr beschäftigt. Der Constitution nel, das älteste der sogenannten liberalen oder Oppositionsblätter, wird am 15. März öffentlich versteigert werden. Es ist dies Blatt bekanntlich das spe⸗

Luremburg, wonach Prud'homme seinen bekannten Kupferstich ausgeführt, nicht ganz von der Hand des Künstlers . 4500 Fr.

Ary Scheffer. Ein Prediger tröstet einen alten Fischer über den Verlust seines ertrunkenen Sohnes... 1610 Fr. Von demselben: Eine Bäuerin herzt ihr jüngstes Kind in Gegenwart eines dabei stehenden klei⸗ 8. u Recht naiv im Gefühl und sehr fein in Farbe und Ton. 900 Fr.

Horace Vernet. Ein französischer Husaren⸗Ofsizier im Gefecht mit einem englischen Dragoner. Von angenehmer Farbe und ungemein leben⸗ dig in den Pferden. 1550 Fr.

„Eugene Delacroir. Araber mit Pferden in einem Hofe, von schöner harmonischer Gesammtwirkung. 700 Fr.

Decaraps. Eine Aeffin, die sich in einem Handspiegel beschaut, 1010 Fr.; ein Affe vor der Staffelei, in Malerkittel, mit Palette und Ma⸗ lerstock, und mit unaussprechlichem Wohlgefallen sein entstehendes Meister⸗ we.k betrachtend, 1080 Fr.; ein Jäger mit seinen Hunden, welche die Fährte verloren, 1300 Fr. Drei artige Kabinetsstücke, originell schön in der Farbe, kräftig in der Behandlung und sehr harmonisch im Ton, beson⸗- ders das letzte, und die beiden ersten außerdem pikant durch eine merkwür⸗ dig feine Persifflage der menschlichen Physiognomie.

Camille Roqueplan. Eine Landschaft in Mondscheinbeleuchtung. Wunderschönes kleines Bild von seltener Klarheit und meisterlichem Hell⸗ dunkel. Von Hern Véron für 1000 Fr. nicht zu theuer erstanden, da der

künstler gegenwärtig kein Staffeleibild, von welcher Größe es auch sei, un⸗ er 1500 Fr. malt.

Théodore Gudin. Eine stark bewegte See, mit zwei Fahrzeugen elebt, wovon das eine eben umschlägt. Sehr effektvoll gemalt. 755 Fr. Eugene Isabey. Eine ruhige See: im Vordergrunde ein Boot

mit mehreren Matrosen; im Hintergrunde Fischerkähne und jähes Gestade.

Von seiner und dabri krästiger Farbe. 855 Fr.

vses. 89b auf einem Schimmel, in Begleitung seines Ge⸗ fanans, en Gentkbisderm von Destouches, Hipp. Lecomte, Röhn,

Flere, S400- bet, Schoppin, an Landschaften von Jollivard,

e. upré, J. Coignet, Lapito, an Seestücken von

6*½ neur, an Architektur⸗Ansichten von Justin⸗Duvrié, on, Renoux, Bouton Dauzats vork W

dentung und 8en 981 .1 1 orkam, war nicht von Be⸗

8 nirtes uans vun weg unter 300 Fr. weg. Selbst ein höchst anmu⸗

enn am Gn e ertsc beleuchtetes Bildniß der Dlle. Nathalie, Schau⸗

. „von Achille Deveria wurde nur mit 262 Fr.

„Die Schickler 1

Zeichnungen 1ns d. Venheigerung enthielt einige recht hübsche Bilder und

fallen an Bildern, als an sche Schule. Herr Schickler fand weniger Ge⸗

er schickte regelmäßig eint emncn Gewehren, Pferden, Hunden und Wagen;

Hunden über den Kanal Wadele des Jahres nach englischen Pferden und

Waid⸗ und Sportmänner mit’ dam seine Prachtställe zu rekrutiren welche

freunde Museen und Gallericen erselben Andacht besahen, womit Kunst⸗

des Schicklerschen Kunst⸗Mocg a Augenschein nehmen. Der Hauptschatz

Pistolen, Hirschfängern und dergleichacssasses bestand in Jagdflinten,

daß sie ihre Ent⸗

stehung nicht sowohl dem Kunstsinne, als dem zufälligen Umstande verdankte, der es in Paris zu einer Sache der Mode und des guten Tons macht, solche Kunstgegenstände zu haben. Der beste Theil des Gemäldebestandes waren Jagd⸗ und Pferdestücke von einigen namhaften neueren Meistern. Unter den älteren Bildern war nur ein erhebliches, nämlich eine Rhein⸗ gegend, an deren felsigen Ufern Pferde von Stallknechten in die Schwemme geritten werden und Männer und Kinder sich im Flusse baden, von Ph. Wounwermann, ein fein harmonisches, aber im Ton einförmig graues und im Gesammt⸗Effelt etwas fahles Bild aus der dritten graulichen Manier des Meisters. Wurde mit 9775 Fr. bezahlt. Von den neueren Bildern verdienen angeführt zu werden: Ein spanischer Schecke und ein stätiger Gaul, zwei sehr naturwahre Pferdestücke, von Géricault; das erste für 605, das zweite für 815 Fr. verka st. Eine Entenjagd von Beaume, sehr sauber touchirtes Bild, verkauft für 552 Fr. Eine bewegte See, mit einer Fregatte und einem Fischerboot belebt, von Gudin; sehr wahr in der Bewegung und im Ton des Wassers, verkauft für 805 Fr. Die Ret⸗ tung Peter's des Großen als Kind durch seine Mutter, von Steuben, ein durch den Kupferstich allgemein bekanntes Bild, verkauft für 2120 Fr. an den Kunsthändler Durand. Zwei Husarenpferde im Stall, von Carle Vernet, 600 Fr. Ein Fuhrmann mit einer Ladung Gyps, von demsel⸗ ben, 2050 Fr. Beide Bilder von trockenem Vortrage, aber schöner Zeich⸗ nung. Von Horace Vernet: Die letzte Cartouche, 3000 Fr.; der Giaour nach Byron, 4025 Fr.; päpstliche Dragoner im Handgemenge mit italieni⸗ schen Räubern, die in einer Gebirgsschlucht einen Herrschaftswagen über⸗ fallen und geplündert haben, 7650 Fr. Diese drei Bilder sind allen Kunst⸗ freunden durch Jazet’s geschabte Blätter wohlbekannt, welche die Haupt⸗ wirkung ziemlich treu wiedergeben. Der Giaour ist in Farbe und Ausdruck von bewundernswürdiger Energie. In dem dritten Bilde, jetzt Eigenthum des Kunsthändlers Giroux, ist die Auffassung außerordentlich lebendig und Köpse meisterhaft, und dabei eine Klarheit und e selten fin 1 1 Impasto und so fleißiger àsfaßranzumnal 1“ .“ 1 9, an, Persg egecha⸗ 1 I EE Ein⸗ Versammlung von Männern, die eine Predigt oder 1 ens anzasa⸗ ren scheinen, Zeichnung auf grauem Papier, weiß gehöhet, von Charlet sehr wahr, mannigfaltig und humoristisch in den Köpfen, 200 Fr Ein Ara⸗- ber zu Pferde, der einer Frau auf einem Balkon ein abgeschnitte zosenhaupt hinaufreicht, hübsche Bleistifiee ein abgeschnittenes Fran⸗ . pokeishü sche Bleistiftzeichnung von H. Vernet, 150 Fr. ger Soldat auf einem eingefallenen Gemäuer bei Fah „ausdrucksvolles, schön kolorirtes Aquarell 26 Cognset, 182 Fr. Ein reich eat 88 orirtes Aqugrell von Léon der einen und einen irdenen Topf tn * Herr, einen gefüllten Römer in lichst mit einer vornehmen of in der anderen Hand, spricht angelegent⸗ Anehmen Dame, die ihr Kind auf dem S rell von harmonischer uns ameedie it em Schoße hat, Aqua⸗ 266 Fr. Camille Noqueplan! geich 8. bnstimmung, von Gallait, sitend und mit einander plaudernv, Acua eil v auf der Eide beisammen⸗ Harmonie, 204 Fr. Fere. 8‿ F ün reichem Ton und feiner deim vollen Fasse gütlch hum a auf L. 1 üfer im Weinkeller, die sich Ton und Eszekt, 3830 Fh. Ulaunischem Ausdruck, kräftigem von reichem Kolorit, von pikanfn ö riechen und Türken, Aquarell harmonischer Wirkung, 321 Fr.

Aus der Schicklerschen Versteigerung: Von Géricault: Ein Schimmel, von einem Stallknecht geführt, herrliche Tuschzeichnung, 185 Fr. Ein Stall mit drei Pferden, dabei ein Soldat mit einer Futter⸗ schwinge, von großer Wahrheit und Lebendigkeit in den Pferden, Tusch⸗ zeichnung, 200 Fr. Zwei Pferde, von einem Reitknecht geführt, Aquarell, 191 Fr. Ein Karrengaul vor einem Wagen mit Gypssäcken, Aquarell, 300 Fr. Carle Vernet. Die Milchfrau und der widerspenstige Esel, Aquarell, 100 Fr. Drei kleine Vignetten, ein Trommelschläger und ein Grenadier von Horace Vernet, und ein Matrose von Carle Ver⸗ net, fein toklirte Aquarellbildchen, 121 Fr.

von einem gemeinen Soldaten sich die Kürbisslasche reichen läßt, 195 Fr. Soldaten⸗Lazareth, schönes Aquarell, höchst energisch in Farbe und sehr ge⸗

fühlt im Ausdrucke, 161 Fr. Auszug conscriptionspflichtiger Bauern⸗Bur⸗ schen, figurenreiches Aquarell von geistreicher Touche und Erfindung, 151 Fr. Der alte Schulmeister, der seinen wilden Rangen das A + B = C ver⸗ demonstrirt, köstliche Sepia⸗Zeichnung, 181 Fr. Hipp. Bellangé. Ein

Husar auf der Schildwache, sauber ausgeführtes Aquaeell, 101 Fr. E. De⸗ lacroir. Ein arabisches Pferd, Aquarell, 188 Fr. Eine kranke Frau, Aaquarell, 210 Fr. Die verlassene Psyche, Tuschzeichnung von dem verstorbenen Baron Gèrard, 105 Fr. Deboissieux, ein Greis, der ein Kind im Lesen unterrichtet, ging auf 151 Fr.

Der Uebergang des ersten Dampfschiffes über die Nil⸗Katarakten von Assuan.

r, Assuan*), 14. Nov. (A. Z.) Ich ging eben an dem Gestade des Niles spazieren, als ich die Maschine eines Dampfschiffes heizen sah, welches gestern Abends mit dem neuen General⸗Gouverneur des Landes Sudan **),

*) Assuan, das alte Siene, ist die Gränzstadt zwischen Aegypten und Nubien und liegt unter dem 24°9 nördl. Br. 1

**) Der General⸗Gouverneur des Landes Sudan ist in seiner Auto⸗ rität und Macht einem Wesir gleich; er kann über Leben und Tod der Eingeborenen verfügen, Beamte absetzen und anstellen, neue Steuern ein⸗ führen, die alten vermindern, Truppen nach seinem Gutdünken ausheben und deren Garnisonen bestimmen, die Gränzen des Landes erweitern oder einschränken ꝛc., er ist, kann man sagen, unumschränkter Herr des Landes, dergestalt, daß vor der Reise Mehmed Ali'’s nach den Goldminen Fazoglu's der Name desselben in dem Lande Sudan gänzlich unbekannt war und man von Assuan an bis au die Gränzen Abpssiniens am blauen und weißen Flusse nur den damaligen General⸗Gouverneur Korschud Pascha als Herr⸗ scher kannte, unterhalb der Katarakte Assuans bis Alerandrien aber Meh⸗ med Ali Pascha. Der jüngst verstorbene Achmed Pascha hatte durch seine Strenge und seine Tyranneien dem Namen des Ranges, den er bekleidete noch mehr Autorität zu verleihen gewußt, denn gar manche unschuldige Köpfe sielen in dem Lande Sudan auf sein Geheiß, ohne daß der Vice⸗ König von Aegppten, welcher doch denselben zum General⸗Gouverneur jenes Landes ernannt hatte, das geringste davon wußte.

Aenderung seit dem letzten Bülletin geblieben.

1 9 Charlet. Aprés vous, tire. Die in Tusche ausgeführte Original⸗Zeichnung der in unzähligen Abbil⸗ dungen vorkommenden Lithographie, welche den Napoleon darstellt, wie er

Cam. Roqueplan.

Eine schöne Bisterzeichnung von

zielle Organ des Herrn Thiers, mag er nun Minister oder Mitglied der Opposition sein. Zwei Gesellschaften machen sich gegenwärtig das Eigenthum des Blattes streitig; an der Spitze der einen steht Herr Bénazet, ehemaliger Spielpächter in Paris und jetzt Spielpäch⸗ ter in Baden. Er hat sich wegen der Erwerbung des Constitution⸗ nel mit vier oder fünf der gegenwärtigen Actionaire dieses Jour⸗ nals (deren es 15 giebt) verbunden. Die zweite Gesellschaft wird durch Herrn Véron, ehemaligem Direktor der Oper, reprä⸗ sentirt, der sich ebenfalls mit einem Theil der Actionaire ver⸗ einigt hat. Beide Theile haben bedeutende Kapitalien aufge⸗ bracht, und man glaubt, das Journal werde für 400,000 bis 500,000 Fr. verkauft werden. Das ist aber nicht Alles. Nach dem Ankauf muß man es regeneriren und rechnet zu diesem Zwecke haupt⸗ sächlich auf den literarischen Theil. Jeder Mitbewerber hat deshalb seine Maßregel getroffen, und Herr Véron hat solche Abkunft mit Herrn Eugen Sue getroffen, daß, wenn der Constitutionnel ihm entgeht, er ein neues Journal wird gründen müssen, um den Roman anbringen zu können, den Herr Sue ihm verkauft hat und der im Feuilleton erscheinen wird. Von diesem Roman, „Der ewige Jude“

betitelt, sind die drei ersten Bände im Manuskript fertig. Das Ganze

wird zehn Bände stark werden und Herr Véron hat sich verpflichtet,

ihm 100,000 Fr. zu zahlen. Das ist eine ungeheure Summe; aber sie erklärt sich durch den beinahe fabelhaften Ruf der Romane von Eugen Sue. Wie es auch kommen mag und wer auch Eigenthümer

des Constitutionnel wird, Herr Thiers wird immer der Patron dieses Blattes bleiben, mag nun Herr Bénazet oder Herr Véron den Sieg davontragen.

1113”

Brüssel, 21. Febr. Die Repräsentanten⸗Kammer hat die

allgemeine Diskussion des Budgets der öffentlichen Arbeiten geschlossen unnd ist zur Erörterung der einzelnen Artikel übergegangen. Die Herren von Mérode und Eloy de Burdinne drangen auf Erhöhung

der Eisenbahn⸗Tarife, besonders für die Beförderung der Passagiere, und der Minister der öffentlichen Arbeiten schien selbst der Meinung,

daß die Reisenden sich jetzt schon hinreichend an die Eisenbahnen gewöhnt

haben, um sich durch eine Erhöhung des Tarifs um einige Centimen nicht zu verminderter Frequenz veranlaßt zu finden. Herr de Balllet brachte die Frage hinsichtlich der Garantie eines Zins⸗Minimums für etwaige Privat⸗Eisenbahn⸗Unternehmungen zur Sprache, und Herr Dechamps

erkannte auch an, daß dieses Aufmunterungsmittel das ökonomischste

sei und die besten Resultate gewähre, indem er Deutschland als Bei⸗ spiel anführte, wo zweihundert Lieues Eisenbahnen unter Garantie eines Zinsen⸗Minimums erbaut worden, ohne daß, was gewiß sehr bemerkenswerth sei, die Compagnieen bis jetzt die Frucht dieser Garantie in Anspruch zu nehmen genöthigt gewesen. Mit Bezug auf die zahlreichen Beschwerden, welche in der letzten Zeit in Belgien darüber eingegangen waren, daß so viel Ausländer bei der Verwaltung der Eisenbahnen angestellt seien, wies der Minister nach, daß unter einem Personal von 4000 Eisenbahn⸗Beamten, Bediensteten und Ar⸗ beitern nur 55 Ausländer sich befinden, von denen überdies eine große Anzahl naturalisirt ist.

Schweden und Uorwegen.

Stockholm, 16. Febr. In dem Befinden Sr. Majestät ist noch keine Besserung eingetreten; die Schwäche nimmt vielmehr, wie sich aus den letzten Bülletins ergiebt, immer mehr zu. Die Bülletins lauten:

Den 14. Februar. Se. Majestät befanden sich gestern nach den Speisen, welche Sie selbst verlangten und in kleinen Quantitäten genossen, so ziemlich wohl. Der Schlaf ist während der Nacht län⸗ ger und ruhiger gewesen, als in irgend einer seit der Erkrankung. Die Stelle am Fuße scheint Anzeichen zu eintretender Besserung zu eigen.

9 Den 15ten. Der Gesundheits⸗Zustand des Königs ist ohne Die Nacht war ruhig, mit ungefähr sechs Stunden guten Schlafs, doch bleiben Se. Ma⸗ estät matt.

Den 16ten. Se. Majestät haben die Nacht eben so lange und eben so ruhig wie die vorherige Nacht geschlafen; dessenungeach⸗ et haben die Kräfte heute Vormittag eher ab⸗ als zugenommen.

Aftonbladet bemerkt über diese Bülletins: „Die Besorgniß

im Königlichen Schlosse hat seit gestern zugenommen. Alles fängt an, ein stilleres und heimlicheres Ansehen zu gewinnen, und das dienst⸗ thuende Personal hat keinen rechten Muth mehr, sich seine Gedanken unter einander mitzutheilen. Dies giebt sich auch in dem Bülletin zu erkennen.“ 1

In einem von der Hamburger Neuen Zeitung mit⸗ getheilten Privatschreiben aus Stockholm vom 16. Februar heißt es dagegen: „Das letzte Bülletin ist um 1 Uhr Mittags erschienen; aus zuverlässiger Quelle können wir aber mittheilen, daß das Befinden des Königs am Nachmittage desselben Tages viel besser gewesen ist; derselbe hatte wieder etwas genossen und sich danach gut befunden. Der König hatte den Staats⸗Minister der auswärtigen Angelegen⸗ heiten, Baron Ihre, und den Ober⸗Statthalter der Hauptstadt, Grafen Lewenhaupt, zu sich berufen und sich mit diesen Herren unter⸗ halten. Die großen Besorgnisse der letzten Tage haben sich aber⸗ mals in die schönsten Hoffnungen umgewandelt.“

Der Beichtvater des Königs, Dr. Hedrén, ping, ist, wie es heißt, auf ausdrückliches Verlan am Mittwoch hier angekommen.

Spy anmniin. Paris, 20. Febr. Telegraphische Depeschen aus Spanien:

Bayonne, 16. Febr. General Roncali schreibt am 9ten aus Villa⸗Franqueza, daß er mit dem General Pardo Alicante blokirt; mehrere Insurgenten haben sich bereits bei ihm gestellt.

Die Adresse der Deputirten an die Königin hat 72 Unterschrif⸗ ten erhalten.

Bayonne, 17. Febr. Man meldet aus Orihuela vom gten, daß die Insurgenten diese Stadt verlassen und sich in Cartagena eingeschlossen hatten.

Graf Bomsim, den man für den Chef der neuen portugiesischen Bewegung hält, ist zu Yelves verhaftet worden.

Bischof von Linkö⸗ Sr. Majestät,

** Paris, 20. Febr. Die Grandezza von Spanien hat der Königin am 13ten durch ihren stehenden Ausschuß, in dessen Namen der Marquis von Valmediano das Wort führte, die nachstehende Adresse überreichen lassen:

„Senora! Noch pochten alle Herzen vor Freude darüber, daß Ew. Majestät begonnen hatte, unsere katholische Monarchie mit dem Scepter Ihrer erhabenen Vorfahren zu regieren, als schon wieder ein neuer Aufruhr den Frieden des Königreichs störte und Ihre getreuen Unterthanen schmerz⸗ lich aufregte. So ist denn in dem gegenwaͤrtigen Augenblicke leider die tröstende Hoffnung verschwunden, daß die unedlen Leidenschaften am Fuße Ihres Thrones ihr Grab finden würden, jene Leidenschaften, welche in den gefahrvollen Zeiten der Minderjährigkeit der Königin immer so unheilvoll gewesen sind.

„Die tiefen und schweren Wunden, welche die Revolution dem Vater⸗ lande geschlagen, haben sich von neuem geöffnet, von neuem wird das Kö⸗ nigreich von einer skandalösen Empörung in Unruhe versetzt, welche unter erlogenen Vorwänden von Leuten angestiftet ist, die, durch die Straflosig⸗ keit ermuthigt, das Gesetz verhöhnen und die castilianische Ehre beflecken.

„Die Unterzeichneten, Sesiora, werden die huldvolle Seele Ew. Ma⸗ jestät nicht dadurch beängstigen, daß sie die Ursachen untersuchen, welche die Rebellen vorgeschützt haben, um ihren verbrecherischen Aufstand zu entschul⸗ digen, indem sie in demselben Augenblicke, wo sie die Waffen gegen Ihre Regierung erheben, Ehrfurcht vor Ew. Majestät erheucheln. Nein, auf solche Untersuchungen werden die Unterzeichneten niemals eingehen, denn sie hegen loyale Gesinnungen, die auf Ehrgefühl, auf ererbten Familien⸗Eigen⸗ schaften und auf der Tradition von Jahrhunderten beruhen.

„Getreue Unterthanen ehren ihren König, und derjenige, welcher das Gesetz verletzt, um dem Könige Trotz zu bieten, ist ein Rebell, und unter allen Regierungsformen ist die Rebellion ein Staats⸗Verbrechen. Die Un⸗ terzeichneten sehen in dem Aufruhr von Alicante und in jedem anderen Aufruhre einen Angriff gegen den Thron Ew. Majestät. Wenn aber in unserer vielbewegten Nation ein solches Verbrechen begangen wird, so ist es die heilige Pflicht der Großen von Spanien, ihr Leben und ihr Eigen⸗ thum zur Vertheidigung der Krone darzubieten. Denn wenn das Scepter, welches Ew. Majestät in Ihren erhabenen Händen führt, nicht vermag, die Herrschaft des Gesetzes in dem ganzen Köntgreiche aufrecht zu erhalten, so verschwinden unsere Hoffnungen auf Frieden und Gedeihen, Güter, welche weder die Usurpation noch der Aufruhr zu verleihen im Stande ist.

„Die Gesinnungen der Treue gegen den Thron, welche die Grandezza von Spanien hegt, sind die Gesinnungen des religiösen und royalistischen spanischen Volkes. Der Glaube seiner Vorfahren und die schützende Macht der monarchischen Verfassung, welcher die Spanier von jeher die tiefste Ver⸗ ehrung gezollt haben, sind der festeste Schild gegen die Wirkungen des Auf⸗

ruhrs und des Ehrgeizes. Da die Legitimität der 25ö7 Ew. Ma⸗ jestät auf den Rechten Ihrer Abstammung und auf seierlichen Eiden beruht, so bedarf sie zu ihrer Befestigung weder gewaltsamer Reactionen, noch eines zweideutigen Beistandes der Parteien, noch der Vorspiegelungen, welche das Volk während der bürgerlichen Unruhen so oft durch Versprechungen von Glück und Ueberfluß bethört haben, die im Sturm der politischen und der persönlichen Leidenschaften untergegangen sind. 1 „Ew. Majestät, Señora, trägt eine Krone, welche in früheren Zeiten von großen Königinnen getragen worden ist. Eine geheimnißvolle Füugung der Vorsehung hat gewollt, daß die Regierung dieser Königinnen immer in Zeiten des Krieges und der inneren Wirren sielen, und dieselbe Vorsehung, welche beständig über dem spanischen Throne wacht, hat bewirkt, daß diese Königinnen den Frieden und die Gerechtigkeit im ganzen Reiche wiederher⸗ stellten. Deshalb, Senora, hegt die Grandezza und hegt das ganze spanische Volk, das dem Glauben seiner Väter treu geblieben ist, das feste Vertrauen, daß der Gott des heiligen Ferdinand Ew. Majestät beschützen, und daß er Ihnen Weisheit verleihen wird, um diese Monarchie zu regie⸗ ren, welche noch immer groß ist in der Erinnerung an ihren alten Ruhm, groß in den Trümmern ihrer vormaligen Macht, und groß in den Hoffnun⸗ gen, welche sie auf die Regierung Ew. Majestät setzt.“ 1 Der Aufstand im südlichen Spanien macht keine Fortschritte, aber man hört auf der anderen Seite noch immer nichts von ernstliche Erfolgen der zur Bekämpfung desselben ausgesandten Truppen. In Madrid selbst und in Barcelona herrschte am 14ten die vollkommenste Ruhe. In der catalonischen Hauptstadt ist man mit den Vorberei tungen zum Empfange der Königin Christine sehr eifrig beschäftigt. Die von der Majorität des Kongresses zur Einholung der Mutter Isabella's II. abgeschickte Deputation, bestehend aus den Herren Car⸗ riquiri und Vilches, ist am 14ten in Bayonne angekommen. Gleich⸗ falls in dieser Stadt ist Herr Cantero eingetroffen, welcher unter dem vorigen Ministerium das Portefeuille der Finanzen inne hatte. Auch in Valencia werden umfassende Anstalten zu einer glänzenden Aufnahme der Königin Christine getroffen. Die Königlichen Equipagen, welche die ehemalige Regentin von Valencia nach Madrid führen sollen, sind bereits in der erstgenannten Stadt angekommen. Von Barcelona nach Valencia wird die Königin zur See reisen. b

Portugal.

Lgondon, 19. Febr. Man hat heute hier Nachrichten aus Lissabon vom 13ten d. Mts. erhalten. Die Insurgenten von Torres Novas waren nach Castello Branco, dem Hauptorte der Provinz Unter⸗Beira, ungefähr 17 Meilen von Lissabon, gegangen, wo ein anderes Detaschement desselben Dragoner⸗Regiments, welches in Torres Novas zuerst rebellirt hatte, mit 400 Mann des dort gar- nisonirenden 12. Infanterie⸗Regiments zu ihnen übergegangen war Die ganze Streitmacht der Rebellen betrug hier sonach 500 Mann; doch hatte die Revolte bis dahin durchaus ihren ursprünglichen rein mi⸗ litairischen Charakter beibehalten, und in keinem anderen Theile des Königreichs Auklang gefunden. Obschon die Insurrection bereits 10 Tage dauerte, so hatte doch noch keine Stadt, noch kein Dorf in ganz Portugal sich gegen die Regierung pronunzirt, und das Volk behandelte die Insurgenten an allen Orten mit stummer Gleich⸗ gültigkeit. 8 Baron Leiria war mit einer Kolonne von allen Truppengattun⸗ gen in Abrantes, wenige Meilen von Castello Branco entfernt, einge troffen, und von Estremoz und Chaves bewegten sich gleichfalls gegen die Insurgenten einzelne Militair⸗Abtheilungen. Man erwartete stündlich ein entscheidendes Gefecht, das die Insurgenten zum Rückzuge über die spanische Gränze zwingen würde. Dem Grafen Bomfim ist sein Versuch, die Garnison von Elvas zum Aufstande zu verführen, fehl geschlagen. 3

In Lissabon haben weitere Verhaftungen einzelner Deputirten, welche zu den Führern der Opposition gehörten, stattgefunden. Selbst in Castello Branco nahm das Volk keinen Antheil an dem

Aufstande, und der Telegraph berichtete über keinen Fall der Frie⸗

densstörung im ganzen Königreiche. (Times.)

Eisenbahnen.

Breslau, 22. Febr. (B. r. Z.) Ueber ein neues Eisenbahn-⸗ Unternehmen von höchster Bedeutsamkeit für unsere Provinz werden gegenwärtig die Final⸗Verhandlungen gepflogen. Es ist dies eine

Eisenbahn zwischen Krakau und Berun, welche nach den vorläufigen

Achmed Menikli Pascha, zwei Generalen Selimbey und Solimanbey und dem Leibarzte Menikli's Dr. Koch in sechs Tagen von Kahira dahier anlangte. Da der Zweck der Ankerlichtung des Dampfers den ersten Nilfall zu passi⸗

en war, so verlockte mich die Neugierde, das Schauspiel, an dessen Mög⸗

lichkeit ich selbst zweifelte, mit eigenen Augen zu betrachten. Ich machte mich daher auf einem bescheidenen Eselein auf den Weg, und erreichte die, eine Viertelstunde von Assuan beginnenden, die Katarakte bildenden Granit⸗ Felsengruppen gerade in dem Augenblick, als das Dampfschiff daherbrauste.

Die erste Pforte (wie die nubischen Schiffsleute den Anfang des Falles

nennen) passirte der Dampfer mit Leichtigkeit; als derselbe aber gegen die weite Pforte kam, hemmte die Macht der zusammenströmenden Gewässer⸗ nasse dergestalt die Kraft des Dampfschiffes, daß dasselbe bei zehn Minuten durch den Kampf, in welchem Feuer und Wasser lagen, wie augehestet still⸗ stand, ohne auch nur eine Spanne vorwärts zu schreiten; es war vielmehr bedroht, von der Strömung rückwärts getrieben zu werden, hätte der am Schiffe sich befindende englische Ingenieur nicht die Masse des Feuers ver⸗ mehrt, um nicht dem anderen stärkeren Elemente zu unterliegen. Es war wirklich ein interessanter Anblick, ein mit aller möglichen Kraft ankämpfen⸗ des Dampfschiff auf der Wasserfläche zwischen auf vier Schritte von beiden Seiten entfernt liegenden Felsen durch die Hand eines Steuermannes wie schwebend erhalten zu sehen, mit jedem Augenblick der Gefahr ausgesetzt, durch die geringste falsche Wendung auf einen dieser Felsen geworfen zu werden oder mit seiner Maschine in die Laft zu springen.

In dieser kritischen Stellung hing es von der Geistesgegenwart und der Energie eines Mannes ab, das Schiff von seinem Untergange zu retten; für die Mannschaft war weniger zu furchten, da es sich für dieselbe nur darum handelte, den nächstgelegenen Felsen zu erreichen. Dieser Mann war der von Morea und Sprien her wohlbekannte Achmed Menikli Pascha; er allein bestieg, mit drei Matrosen und einer gehörigen Quantität Taue versehen, eine kleine schmale, an das Dampfschiff angebundene Barke, ließ nach einem ungefähr 20 Schritte entfernt gelegenen kleinen Felsen rudern und sich daselbst mit einem Matrosen aussetzen; an diesem Felsen band er mit Hülfe seines Begleiters das eine Ende des Taues fest und befahl dann den Matrosen, den Rest desselben dem noch immer in gleicher Entfernung stillstehenden Dampfer zu überbringen. Kaum hatten sie das Tau der in Ungeduld und Angst harrenden Mannschaft des Schiffes hinaufgeworfen, so trieb die Strömung die kleine Barke weit hinter dasselbe hinab, und ohne die Kraft der rudernden Matrosen wäre sie wahrscheinlich an einem Felsen zerschellt. An diesem nun an den Felsen befestigten Tau zogen die Matrosen das Dampfschiff über die zweite Kataraktenpforte herauf und dann zum dritten und letzten Thore.

Während dieser Zeit hatte die kleine Barke, zwischen weniger der Strö⸗ mung ausgesetzten Felsen hinrudernd, den Platz wieder erreicht, auf welchem der hochgewachsene Achmed Pascha gleich einem Kolosse aufrecht stand, und fuhr dann ebenfalls der dritten Pforte zu. Hier erwarteten 300 Nubier, aus Assuan und den umliegenden Dörfern zusammengetrieben, auf einer Anhöhe gelagert, den Dampfer; dort bewaffnete sich ein Theil mit langen Stangen, um denselben vom Lande aus, da er durch die Strömung an dasselbe hingetrieben war, vor dem Aufstoßen der Räder auf dem felsigen Grund zu schützen, während der größere Theil an langen Tauen das Dampfschiff über die dritte Pforte herauszog. So langke der Dampfer

glücklich und wohlerhalten oberhalb der Katarakte an einem kleinen Dorfe Namens Messid, im Angesicht der berühmten Insel Phile, an und warf daselbst Anker, das Gepäck des Pascha und seiner Begleiter, welches zur Erleichterung in Assuan ausgeladen und auf Kameelen zu Lande nach dem erwähnten Dorse gebracht wurde, erwartend.

Ich selbst kehrte, nachdem ich Achmed Menitli Pascha eine glückliche Reise gewünscht und meinem Landsmanne dem Dr. Koch ein herzliches Lebewohl gesagt, nach Assuan zurück und mache mich sogleich an die Arbeit, Ihnen Nachricht zu geben, auf welche Weise das erste Dampfschiff die Nilkatarakte von Assuan überschritt, und wem das Verdienst zuzuschreiben ist, ein in der Nil⸗Dampfschifffahrt bis jetzt unerhörtes Wagniß in Ausführung gebracht zu haben. Mehmed Ali Pascha, auf seiner Reise nach dem Lande Sudan im Jahre 1838, wollte auch sein Dampfschiff die Katarakte passiren lassen, allein an der zweiten Pforte angelangt, scheiterte dasselbe durch ungeschicktes Manöver eines ihn begleitenden türkischen Linienschiffs⸗Capitains an einem Felsen, und erhielt dadurch solchen Schaden, daß dasselbe die Reise nicht fortsetzen konnte. Achmed Menikli Pascha zeigte jetzt, auf welche Weise man ein Dampfschiff durch die Katarakten bringen muß, und wahrscheinlich wird von nun an dem Kataraktenlande öfters das schöne Schauspiel zu Theil werden, seine Gewässer von den Dampfrädern peitschen zu sehen.

8 Zur Literatur der Baukunst. 8—

Anweisung zur Berechnung und Anfertigung der Bau⸗Anschläge. Für Architekten, Bau ⸗Beamte, Bau⸗ Handwerker, Hausbesitzer ꝛc., von S. Sachs, Königl. Re⸗ gierungs⸗Bau⸗Inspektor in Berlin. Berlin 1843, bei Schle⸗ singer.

Dieses Werk, dem ein Altas von 45 Figurentafeln in Folio zur

Erläuterung des theoretisch Nachgewiesenen beigegeben ist, umfaßt in 8 Lieferungen Alles, was dem Maurer, Steinmetzer, Bildhauer, Stuccateur, Bronceur, Vergolder, Zimmermann, Tischler, Schlosser, Schmied, Draht⸗ flechter, Glaser, Anstreicher, Lackirer, Tapezierer, Gelb⸗ und Glockengießer, Spritzen⸗ und Feuer⸗Löschgeräthmacher, Bötticher, Töpfer, Brunnenmacher, Dammsetzer, Drechsler, Seiler, Klempner, Kupferschmied und Dachdecker zu wissen, praktisch anzuwenden und vortheilhaft berechnen zu können nöthig ist. Der als fachkundig längst bewährte Verf. belehrt uns in populairer und allgemein verständlicher Darstellung zuerst naturwissenschaftlich über das rohe, zur Baukunst erforderliche Material, erklärt und erläutert dann die zur Ver⸗ arbeitung nöthigen Werkzeuge und giebt schließlich eine präzise Kosten⸗ Berechnung. Selbst für diejenigen, die die Lektüre dieses umfassenden Werkes nicht zu rein praktischen Zwecken vornehmen, bietet dasselbe manche angenehme und der stillen Eiwägung Raum gewährende Ruhepunkte dar. Im Ganzen macht dabei die Betrachtung des rastlosen Fortstrebens aller Bau⸗Handwerker und Bau⸗ künstler einen wohlthuenden Eindruck. Manche Stellen sind sogar tröstlich; so z. B. heißt es in Betreff der Klage, daß das Holz sich bisher auf eine so bedrohliche Weise vermindert habe: „Schon seit sechzig Jahren hat man fast allgemein prophezeihet, daß die Zeit gar nicht mehr fern sei, wo der

Mangel, sowohl am Bau⸗ als Nutz⸗, als auch an Brennholz ganz un⸗ fehlbar eintreten müsse. Die Erfahrung hat jedoch glücklicherweise diese Prophezeihung zu Schanden gemacht. Das Holz ist vielmehr gegenwärtig in solcher Fülle und Güte vorhanden, daß es bedeutend billiger, als in früheren Zeiten zu haben ist. Gar viele Ursachen haben zu diesem glück⸗ lichen Stande der Dinge beigetragen. Einer der Hauptgründe ist die in der neueren Zeit so sehr gesteigerte Forstkultur. Früher hat man das Holz in den Forsten umkommen lassen; jetzt ist der Holz⸗Verkauf einer der be⸗ deutendsten Handelszweige geworden, und seildem stehen auch die Forsten in vollem Flor. Auch die gegenwärtige solidere und massive Bauart trägt viel zur Ersparung bei. Zur Aufbauung der Dörfer wurden früher ganze Wälder verwendet. Je mehr Holz aber verbaut wurde, desto mehr brannte ab, und so kam es denn, daß plötzlich alle naheliegenden Holzungen gelich⸗ tet wurden. Um dieser Noth abzuhelfen, griff man zu den schlechtesten Mitteln, theilte das Holz in Stark⸗, Mittel⸗ und Klein⸗Bauholz u. s. w. ein, verwendete junge und unreife Bäume, ja, sogar die Schwamm⸗Bäume verschmähete man nicht, und führte dadurch den schnellen Verfall der Ge⸗ bäude herbei, welches abermalige Holzvergeudung veranlaßte.“

Dem Vorwort der letzten Abtheilung entnehmen wir noch folgende, das allgemeine Publikum besonders interessirende Stelle: „Daß so viele und ver⸗ schiedene Handwerker den Gegenstand der Dachdeckung bearbeiten, zeigt zur Genüge an, daß man bis jetzt noch nicht dahin gekommen sei, ein Sur⸗ rogat für die hier genannten Stoffe aufzufinden, welches dem Zwecke einer fehlerfreien Dachdeckung vollkommen entspricht, ohne die Fehler zu besitzen, welche bald die eine, bald die andere Deckungsart unabwendbar macht. Die Metalldeckung ist zu kostbar und zum Theil auch nicht von Dauer, sie kann daher nicht allgemein eingeführt werden. Die Schindel⸗, Spahn⸗, Stroh und Rohr⸗ deckung ist höchst feuergefährlich und also polizeiwidrig. Die Schieferdeckung endlich, welches Material ebenfalls als ein Naturprodukt das Mittel zwischen den zur Deckung zu verwendenden metallischen und vegetabilischen Stoffen abgiebt, ist deshalb nicht allgemein anzuwenden, weil der Schiefer nicht aller Orten zu haben ist. Die Losung der gewiß sehr wichtigen und inte⸗ ressanten Aufgabe, eine Normal⸗Dachdeckung zu erfinden, welche aller Orten und bei allen Arten von Gebänden, diese mögen aus Palästen oder länd⸗ lichen Hütten bestehen, gleichmäßig ausführbar he⸗ scheint der gegenwärtigen Zeit vorbehalten zu sein, da eben jetzt so viele Techniker, zu welchen auch der Verfasser gehört, eifrigst damit beschäftigt sind, Versuche aller Art, und zwar im Großen, anzustellen, und ist es ganz besonders erfreulich, daß alle diese Versuche ohne Ausnahme auf die flache Dachdeckung, wie sie bei den Metalldächern üblich ist, gerichtet sind. Hoffentlich wird man schon in eini⸗ gen Jahren mit Hülfe der Erfahrung dahin gekommen sein, das Resultat zu kennen, welches aus den Bestrebungen so Vieler, zu Gunsten einer all⸗ gemeinen soliden Dachdeckung, hervorgegangen sein wird“.

Schließlich wollen wir noch anrühmen, daß der Verfasser, bei eigener Tüchtigkeit, es doch nicht unterlassen hat, die besseren Quellen, z. B. die Werke von Triest, Gilly und Wolfram, bei Vollendung des seinigen zu

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