den, offenbar etwas gebeugt, hänklich
betroffen, offenbar etwas gebeugt, kranrlch — f neuen aufrührerischen Bewe⸗ noch nicht erfolgt 9eeee, 2 b-e an » ee spanische Regierung der diesseitige ⸗ — —— Keaen Aufenthalt in Portugal 2 sr 852 Die Regierung hier war jedoch damals nicht dar⸗ 2½ 4 en, und, wie man hört, war dies vorzugsweise der Kö⸗ 42 engege 8 danken, bei welcher sich mehrere Freunde des aus -, „ secgseelande Vertriebenen für ihn mit Erfolg verwen⸗ hatten. Als dann der Ausbruch der Unruhen. unter
den aufrührerischen Truppen ⸗ Abtheilungen auch H. S 8 folgte, und beide Regierungen einen gemeinschaftlichen 2 e Mißvergnügten in beiden Ländern vermuthend, zu gemeinschaft e Zusammenwirken für Unterdrückung dieser Bewegung sich enesgve- in Benehmen setzten, da bot bekanntlich die spanische Regierung der — f Nothfall Unterstützung an Truppen an, ver⸗
ugiesischen für den b — damit ein erneuertes Verlangen auf Entfernung des 2— 1 *
ze ¹s Portugal. Dieser von dem Stande der Dinge in eae seine Ppern genau unterrichtet und wohl erkennend, daß seine Stellung hier unter den obwaltenden Umständen nicht auf die Dauer haltbar sei, traf daher schon im Voraus Anstalten, um nach England oder Frankreich abzureisen. Aber die Schritte gegen ihn traten noch schleuniger ein, als er selbst geglaubt haben mochte. Bald kam ihm eine Zuschrift des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten zu, worin ihm, da seine Gegenwart zu Lissa⸗ bon die Regierung in Verlegenheit setze, die Weisung ertheilt wurde, binnen 48 Stunden die Hauptstadt zu verlassen und sich vor⸗ läufig nach St. Ubes zu begeben, das ihm zum Aufenthalte ange⸗ wiesen sei. Herr Olozaga beeilte sich, in einer Zuschrift dem Minister zu antworten, daß er sich nicht bewußt sei, auch nur das Geringste gethan zu haben, wodurch er sich der bisher ihm gewährten Vergün⸗ stigung des Aufenthaltes in der Hauptstadt unwürdig gemacht hätte. Da indeß seine Anwesenheit hier die Minister in Verlegenheit setze, so habe er bereits den Entschluß gefaßt, Portugal zu verlassen. Für den Angenblick sei ihm die Abreise unmöglich, da er krank sei; jeden⸗ falls aber wäre sein Abgang nach St. Übes überflüssig, da er dort doch nicht bleiben würde. Am folgenden Tage kam ihm nun eine neue Weisung der Regierung zu, nach welcher Cintra ihm zum Aufenthalte angewiesen und zugleich vorgeschrieben war, daß er bei der Ankunft daselbst vor den Behörden sich zu stellen habe. Noch an dem nämlichen Abend aber brachte ihm ein Agent der Polizei einen abermaligen Befehl, wonach er binnen zwei Stunden nach Empfang die Hauptstadt verlassen sollte. Das Paketboot für Gibraltar war inzwischen unter Tags dahin abgefahren, und bei der eingetretenen Nachtstunde wäre es selbst unmöglich ge⸗ wesen, auch nur eine passende Fahr⸗Gelegenheit zu bekommen. Herr Olozaga setzte diese Umstände dem Polizei⸗Agenten auseinander, der sich denn auch wieder entfernte. Da erschien nun am Abend des 16ten der neue Polizei⸗Direktor Herr Jose Silva Cabral, Bruder des Ministers des Innern, von einer Anzahl Polizei⸗Agenten und Sol⸗ daten begleitet, in der Wohnung des Herrn Olozaga im Hotel de France, wie es scheint, um ihn zu verhaften. Allein derselbe war, wohl im Voraus von seinen Freunden gewarnt, nicht zu Hause. In seiner Abwesenheit ließ sofort der Polizei⸗Direktor seinen Schreibtisch, seine Schränke und Kommode öffnen, untersuchte die Papiere darin, in denen sich aber, wie es scheint, auch nicht das geringste Verdächtige vorfand, worauf Alles wieder verschlossen und un⸗ ter Siegel gelegt wurde. Herr Jose Cabral blieb volle drei Stunden von 8— 11 Uhr Nachts in der Wohnung, Herrn Olozaga zu erwarten, der aber von dem Vorgange in Kenntniß gesetzt, in der Wohnung des englischen Gesandtschafts⸗Secretairs, Herrn Southern, blieb. Als der Polizei⸗Direktor sich wieder entfernte, übergab er dem Eigenthümer des Hotels die Obhut über die Effekten des Herrn Hlozaga, mit Beifügung des Auftrags, ohne vorherige Anfrage bei der Behörde nichts an denselben auszuliefern. So bleibt denn Herr Olozaga vorläufig an seiner jetzigen 1Sve. wird jedoch mit dem nächsten englischen Paketboote abreisen, wozu seine Freunde ihm bereits einen Paß von dem belgischen Geschäftsträger verschafft haben, der auch von den Ministern von Frankreich und England, so wie selbst von den portu Behörden visirt ist, woraus wohl am besten hervorgeht, daß eine Papiere keine Schuld gegen ihn an die Hand gegeben haben. Indeß wurden diese gestern von neuem einer genaueren Durchsicht von Seiten der Polizei unterworfen, werden aber wohl ohne Anstand ihm zurückgegeben werden. ö Am 16ten erschien auch ein Befehl des neuen Polizei⸗Direktors, wodurch denjenigen ehemaligen National⸗Gardisten, die ihre Waffen noch nicht, wie schon vor 2 Jahren vorgeschrieben war, abgeliefert hatten, Befehl ertheilt wurde, binnen 24 Stunden solche einzuliefern bei Strafe, in Haft genommen und gerichtlich verfolgt zu werden. Bei dem Schrecken, der gegenwärtig unter der Septembristen⸗Partei herrscht, fand der Befehl unverweigerten Vollzug, und es mögen wohl nur noch sehr wenige Gewehre zurückbehalten worden sein.
Eisenbahnen.
Aachen, 4. März. (A. Z.) Der vorlängst gefaßte Plan einer Eisenbahn zur Verbindung der Städte Aachen und Mastricht und der rheinischen Eisenbahn mit dem Süd⸗Wilhelms⸗Kanal ist jetzt wieder aufgenommen worden, und wird nun ohne Zweifel zur Ausführung kommen. Ein gemeinschaftliches Aachen⸗Mastrichter Comité ist für die Bildung der Gesellschaft zusammengetreten. Das Kapital ist ge⸗ sichert, da die Bahn außer dem Personen⸗Transporte auch eine starke Frequenz an Gütern haben wird, die Terrain⸗Schwierigkeiten nicht sehr groß sind und die Actien unter der Bedingung gezeichnet wer⸗ den, daß das holländische Gouvernement der Gesellschaft die Nutz⸗ nießung der Steinkohlenwerke bei Kirchrath überträgt. Die Bahn hat für Mastricht und Holland ein so großes Interesse, daß die Gewäh⸗ rung dieser Bedingung mit Gewißheit erwartet werden darf. — Der in der Allgemeinen Preußischen Zeitung Nr. 60 enthaltene aus dem Haag datirte Artikel ist nach der gegenwärtigen aus guter Quelle kommenden Mittheilung zu berichtigen.
Münster, 4. März. (W. M.) Der Ober⸗Präsident von dn. in einem Schreiben an den Magistrat bekannt: „Der Antrag vom 12ten v. M. wegen Konzessionirung einer Zweigeisenbahn von hier nach Hamm ist zwar höheren Orts von mir mit nach Lage der Sache begründeter Hoffnung eines günstigen Erfolges bevorwortet worden: in Folge einer Verfügung des Herrn Finanz⸗Ministers Excellenz vom 28sten v. M. muß ich jedoch und zugleich auf das an Hochden⸗ selben gerichtete Gesuch des Magistrats vom 16ten c. mit Bedauern eröffnen, daß die von mir ausgesprochene Voraussetzung: „es werde der Staat ein Viertheil der Actien übernehmen und auf Zinsengenuß verzichten, bis die übrigen Actionaire 4 pCt. Zinsen erhalten haben“, nicht verwirklicht werden kann. Denn die Unterstützung und Betheiligung des Staates muß dermalen nothwendig auf die bei den Verhandlungen mit den ständischen Ausschüssen gedachten großen Haupt⸗Eisenbahn⸗ Verbindungen beschränkt bleiben, da die disponibel zu machenden Fonds bei weitem nicht ausreichen, um auch die sonstigen Verbindun⸗
en, welche für wichtig und nützlich anzuerkennen sind, durch Bethei⸗ sgung und Unterstützung des Staates zu fördern.
1 gsalswechseln, die ihn . 1e2. sein soll. Der Au gungen in Spanien war
zwischen der Bahn und der fürstlich thurn⸗ und taxisschen Post wegen
424
Zu Gunsten der Elberfeld⸗Wittener Bahn ist lediglich aus der besonderen Rücksicht auf die früheren Verhältnisse, in Folge deren das schon vollständig vorbereitete Unternehmen wieder aufgegeben werden mußte, eine Ausnahme in Aussicht gestellt worden, so daß dasjenige, was für diese Bahn gewährt werden mochte, überall nicht als eine für die Zweigbahnen überhaupt zu erwartende Unterstützung angesehen werden kann.
Ich bemerke zugleich, daß die Frage, ob die Köln⸗Mindener Eisenbahn über Hamm oder über Soest zu führen sei, nunmehr ehe⸗ stens zur Allerhöchsten Entscheidung vorgetragen werden wird.
** Frankfurt a. M., 5. März. Von der Wassernoth, die uns in den letzten Tagen durch den hohen Wasserstand des Main heimgesucht, sind wir wieder befreit. Der Main ist wieder in sein Bett zurückgekehrt, und heute beginnt die Dampsschifffahrt zwischen Würzburg und hier, während schon seit vorgestern die Lokal⸗Dampf⸗ schifffahrt zwischen hier und Mainz wieder im Gange ist. Der Winter will aber immer noch nicht dem Frühling Platz machen, die Witterung ist meist regnerisch und mitunter sehr stürmisch, und die Arbeiten an der Main⸗Neckar Eisenbahn konnten deshalb noch nicht beginnen. Die Hoffnung, daß die Bahn in diesem Herbste schon von hier nach Darm⸗ stadt werde befahren werden können, ist aber zu sanguinischer Natur. — Eine definitive Entschließung der kurhessischen Regierung in der Eisenbahn⸗Frage ist immer noch nicht lautbar geworden, und man will wissen, daß neuerdings Schwierigkeiten in Kassel entstanden seien. — Die Frequenz der Taunus⸗Eisenbahn war im vorigen Monat ziemlich belebt, und die Einnahme hob sich auf 17,370 Fl. Die
des Güter⸗Transports bestehende Differenz ist immer noch nicht ent⸗ schieden und nun den betreffenden drei Regierungen anheimgestellt. Die Post hat nun eine einmalige direkte Wagenverbindung mit Mainz täglich eingerichtet.
Paris, 4. März. Aus der Darlegung der Motive zu Herrn Dumont's Gesetz⸗Entwurf über die Eisenbahnen ergiebt sich, daß die Regierung wirklich entschlossen ist, selbst die Ausführung der Bahnen zu übernehmen, wenn die Gesellschaften sich nicht bereit fin⸗ den lassen, die in dem Gesetz⸗Entwurfe aufgestellten Bedingungen anzunehmen. Die Vorschläge in Bezug auf die Eisenbahnen nach dem Norden, von Orleans nach Vierzon und von Nimes nach Mont⸗ pellier, sind nur das Vorspiel zu einem noch ausgedehnteren Plan. Die Regierung will sich, wie man sagt, dieselben Bedingungen für alle anderen Linien vorbehalten, um den übertriebenen Forderungen der Gesellschaften zu entgehen. Wie der Minister der öffentlichen Arbeiten bemerkte, hat die Eröffnung der Eisenbahnen von Orleans und von Rouen den Stand der Frage plötzlich geändert. Die un⸗ erwarteten Resultate, welche sich hier ergeben, haben das Vertrauen der Regierung noch mehr bestätigt, die sich jetzt nicht mehr scheut, diese großen Unternehmungen in Zukunft selbst auszuführen. Es ist jetzt erwiesen, daß die Eisenbahnen den Personen⸗Verkehr vermehren und sich auch den Waaren⸗Transport aneignen werden, was man nicht erwartet hatte. Auf der anderen Seite ist es gewiß, daß ihre Instandhaltung leichter und weniger kostspielig ist, als man anfangs glaubte, und daß die Fortschritte die Betriebskosten mehr und mehr vermindern werden.
Die neue Stellung, welche die Regierung einnimmt, durchkreuzt sehr die Pläne einiger mächtigen Finanziers, z. B. des Herrn von Rothschild. Dieser wies im vorigen Jahre Bedingungen zurück, die bei weitem günstiger waren und hätte er sich beeilt, mit der Regierung einen Vertrag abzuschließen, so würde er ein sehr einträgliches Ge⸗ schäft gemacht haben. Aber Herr von Rothschild wollte zuviel ge⸗ winnen; er wollte die Verlegenheit der Regierung und die Ungewiß⸗
pro Wispel:
heiten, welche noch über den Eisenbahn⸗Unternehmungen schwebten, benutzen. Nunmehr bedauert er, daß er sich vor einem Jahre nicht nachgiebiger gezeigt hat, denn es haben sich neue Gesellschaften ge⸗ bildet und er steht nicht mehr ohne Konkurrenten da. Erwägt man dies, so wie das Recht, welches sich die Regierung vorbehalten, die Eisenbahnen selbst auszuführen, falls die Privat⸗Industrie sich nicht dazu bereit erklärt, so muß man eingestehen, daß die Stellung des Herrn von Rothschild in Betreff der Eisenbahnen sich sehr verän⸗ dert hat.
Handels- und Börsen-Uachrichten.
Berlin, 9. März. Die Umsätze an der heutigen Börse waren be⸗ sonders in allen Quittungsbogen sehr beträchtlich, und durch bedeutende Kaufordres erfuhren sämmtliche Effekten einen neuen bedeutenden Aufschwung. Von Actien waren nur Anhalter pro Cassa gesucht und höher bezahlt, die übrigen fast unverändert.
Stettin, 8. März. (B. N. d. O.) Hat gleich das moderne Actien⸗
Geschäft hier erst sehr wenig Terrain gewonnen, so ist doch nicht zu be⸗ zweifeln, daß es auch auf den Handel unseres Platzes einwirkt, und zwar nicht zum Vortheil desselben. Es zeigt sich hier fortwährend so wenig An⸗ regung und Unternehmungslust in irgend einer Partie des Handels, daß man denselben fast nur als schlafend bezeichnen kann. Getraide. Für Weizen ist die bessere Kauflust, welche sich jüngst zeigte, wieder ganz geschwunden und würden größere Partieen nur zu neuerdings billigeren Preisen anzubringen sein. Der Umsatz darin seit Montag be⸗ schränkt sich auf geringe Ankäufe am Landmarkt zu 51 a 53 Rthlr. für 127. /130 pfd. ukerm. und märk., und den einer kleinen Partie 130pfd. alten weißen schles. zu 58 Rthlr. Gelber neuer schles. blesbt auf Lieferung zu 51 ½ — 51 Rthlr. für 125./126pfd., 52 Rthlr. für 126./127 pfd. zu haben. Roggen in loco ist zu 34 a 35 Rthlr. nach Qual., schwimmend zu 34 Rthlr. für 119 /20 pfd. Waare zu haben. Auf Lief. ist nur etwas pr. Frühjahr zu 33 ½ Rthlr. geschlossen und dazu eher noch zu haben, als zu lassen; pr. Juni / Juli wird wieder 35 Rthlr. verlangt, wozu aber keine Kauflust. Von Gerste ist 106/107pfd. pommerscher zu 29 Rthlr., 105/106 pfd. schlesischer zu 28 Rthlr. auf Lieferung zu kaufen, Oderbruch augenblicklich nicht angestellt. Hafer, vommerscher von 50/52 pfd. zu 18 ¼ Rthlr., Oderbruch von 48/49pfd. zu 17 ¼ Rthlr. erlassen. Nur große Erbsen behalten einige Kauflust zu 34 à 34 ½ Rthlr., sind aber wenig zu haben, kleine 31 ½˖ à 32 ½ Rthlr., große Futter⸗ Erbsen 30— 29 Rthlr. und noch billiger zu haben.
Samen. Von Oelsamen ist etwas Winter⸗Rübsen zu 70 Rthlr. an⸗ gestellt, was aber zu hoch ist, um Beachtung finden zu können. Schlag⸗ leinsamen bleibt zu 52 Rählr. in ziemlich guter Qualität käuslich. Weißer Kleesamen scheint nunmehr in Pommern ziemlich geräumt zu sein, da Zu⸗ fuhren davon ganz ausbleiben, und beschränkt sich sonach unser heutiger Bericht darüber auf Angaben von Verkäufen, die aus zweiter Hand ge⸗ macht wurden. Hier anwesende Käufer aus Mecklenburg haben in dieser Woche mehreres aus dem Markt genommen, und für rein fallende f. f. mittel Waare 27 ½ Rthlr. bezahlt. Von mittel ist einiges für vorpommer⸗ sche Rechnung zu 25 Rthlr. gekauft, gut ord. hält man auf 22 a 23 Rthlr. Wird auch bei den hohen Preisen in diesem Jahre gewiß weit weniger ge⸗ braucht, als sonst, so dürste doch der hiesige Vorrath, den wir nur noch
auf ca. 150 Ctr. veranschlagen, für den Bedarf lange nicht ausreichen. Feiner schlesischer rother fehlt. Zuletzt bezahlte man dafür 10½ ℳ Rthlr. Gut bis mitiel wird auf 15 ¾ Rthlr. gehalten. Von mittel ist ein Pöstchen zu 12 ½ Rthlr. und etwas besser fallender zu 13 Rthlr. gekauft. Für Thy⸗ mothee in feiner Waare fordert man bei Partieen 13 a 13 ½ Rthlr. Säe⸗ Leinsamen ohne Umsatz, doch auf letzte Notirungen ferner gehalten.
Spiritus aus erster Hand zur Stelle 25 — 25 %. Das Mehrste ist auch in dieser Woche zu 25 ½ % und nur ausnahmsweise zu dem höheren oder niederen Preise gekauft worden. Auf Lieferung im Frühjahr ist zu lases keine eigentliche Kauflust bemerkbar und dazu eher zu haben, als zu
Fettwaaren. Von Rüböl ist nur Lieferung per September / Oktober
beachtet, 11 ¾ Rthlr. bezahlt und 11 Rthlr. ferner mehrseitig geboien. Ein
eigentlicher Grund für diese Speculation läßt sich nicht angeben, da sich über das Gedeihen der zu Felde stehenden Rappspflanzen nichts Zuverläs⸗ siges bis jetzt absehen läßt; in loco ist nur eine Kleinigkeit zu 10 ¾ Rthlr. gekauft und dazu ferner erlassen, per Mai /Juni nichts gemacht und kein Preis anzugeben. Leinöl auf Lieferung ohne Kauflust und zu 10 ½ Rthlr. nominell. Für Palmöl wird 11 ½ Rthlr. gefordert. Sonstige Oele unver⸗ ändert. Thran eben so. Südsee bleibt auf 10 Rthlr. gehalten, würde aber wohl eine Kleinigkeit billiger noch zu haben sein.
Butter noch ganz wie zuletzt gemeldet.
Heringe eben so und ganz ohne Umsatz.
Metalle. Für schott. Roheisen Nr. 1 wird 1 ¼ Rthlr. gefordert. Zink 6 ¾ Rthlr. ohne Umsatz.
Breslau, 6. März.
Höchster: Weizen 1 Rthl. 28 Sgr. 6 Pf. Roggen 1 » „ Gerste 1 „ 1 »
Getraide⸗Preise.
Mittler: Niedrigster: 1 Rthl. 21 Sgr. 9Pf. 1 Rthl. 15 Sgr. — Pf 1 2) 6 22 — 2 2 5 2
1 »
— 5)
6 »
15
— » 2 — 22 9 2 — 29 Hafer 20 » 19 » 9 » 19 » Königsberg, 6. März. Marktbericht. Weizen 45 bis 66 Sgr. p. Schfl., Roggen 30 bis 36 Sgr., große Gerste 32 bis 35 Sgr., kleine Gerste 29 bis 32 Sgr., Hafer 18 bis 21 Sgr., graue Erbsen 36 bis 45 Sgr., weiße Erbsen 32 bis 38 Sgr., das Schock Stroh 150 Sgr. Die Zufuhr war mittelmäßig. 1 Magdeburg, 7. März. Höchster und niedrigster Getraide⸗Marktpreis
Gerste: 29 ½ — 28 ½ Rthlr.
— » 1
6 »
— 2 — 2
Weizen: 47 — 38 Rthlr. 8 Roggen: 36 — 34 „ Hafer: 18²½ — 18 3 — Paris, 4. März. An der Börse war heute das Gerücht verbreitet, am 2ten d. seien die fünf legitimistischen Deputirten, welche aus der Kam⸗ mer ausgeschieden sind, wiedererwählt worden. Es wurde dadurch eine Reaction in den französischen Renten veranlaßt, die anfangs eine steigende Tendenz hatten. Auch wirkte die im National enthaltene Angabe von Entdeckung einer Verschwörung in Paris ungünstig auf die Fonds ein. Es
wurde an der Börse behauptet, daß heute früh zahlreiche Verhaftungen statt⸗
abt hätten, die Truppen konsignirt und der Marschall Sebastiani und Kriegs⸗Minister beschieden worden seien, um mit ihm die durch die Umstände gebotenen Maßnahmen zu treffen.
geh ipp General Aupick heute früh zu dem
Ferner wurde versichert, Herr Gonzales Bravo solle zum Botschafter Spa- 3
niens in Portugal ernannt und Herr Isturiz mit der Bildung eines neuen
Ministeriums, Börse. 8 8 8
E 1 Den 9. März 1844.
Pr. Cour. Brief. Geld.
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Fonds. ctien.
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do. do. Prior. Obl. Mgd. Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Brl. Ank. Bisenb. J0. do. Prior. Obl. Düss. Elb. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Rhein. Eisenb. do. do. Prior. Obl. do. v. Staat garant. Brl. Frankf. Eisb. do. do. Prior. Obl. 0 b.-Schles. Eisb. do. Lt. B. v. eingez. g B.-St. E. Lt. A u. B 13 ⁄2 12 72 Magd.-Malbst. E. 11 ⅔ 11 ½⅔ Bresl-Schweidn.- 8 4 Freihg. Risanb. 4 “
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St. Schuld-Sch. 3]²* Pr. Engl. Obl. 30. 4 Präm Sch.d. Seeh. — Kur- u. Nenwüörk.
Schuldverschr. 3 ½ Berl. Stadt-Obl. Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grossh. Pos. do.
do. do. Ostpr. Pfandbr. do.
— 103 155 ¼ 103 ¼ 95 99 ½ 87 99
100 ½ 101 48 100 ½ 105 ¼ 100 ¼ 103 101 101 ½ 100 ½
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Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr.
Brief. Geld.
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Pomm. Kur- u. Neum. do. Schlesische do.
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Gold al marco. Friedrichsd'or. And. Gldm. à 5 Thae
Disconto.
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Amsterdam 2 Mt.
Kurz 2 Mt. 3 Mt. 6 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 8 Tage 2 Mt. 2 Mt. 3 Woch.
do. Hlambuuuiugg„ 300 Mk.
do. 300 Mk.
London 1 LSt. Patis .... ““ 300 Fr.
Wien 2“ 150 Fl. Augsburg 150 Fl. 100 Thlr. 100 Thlr.
100 Fl. 100 SRbl.
Auswärtige Börsen. Amsterdam, 5. März. Miederl. wirkl. Sch. 55 . 5 ‧% do. 100 29. 5 % Span. 22 7. 3 % do. 36 ½. Pass. 6. Ausg. —. Zinsl. Sch. —. Pol. Oesterr. 109 ⅞. 4 % Russ. Hope 91 7. Antwerpen, 4. März. Zinsl. —. Neue Aul. 21 8⅞. Prankfurt a. M., 6. März. 5 % Met. 113 G. ohne Div. p. ult. 2009. Bayr. Bank-Actien 690 G. Hope 90 8 G. Stiegl. 9⁰ 6. Iut. 54 36., Poln. 300 Fl. —. do. 500 Fl. 99 ½. 4do. 200 Fl. 32 ½.
IHljlamburg, 7. März. Bank-Actien 1670. Bngl. Russ. 113. London, 2. März. Cons. 3 % 97 ½. Belg. —. Neue Aul. 25 ½⅛. Pas- sive 5 . Ausg. Sch. 13 ⅞. 2 ½ % IHoll. 54 ⁄. 5 % do. 101 ¾. Neue Port. 45 ½. Bras. 80. Chili —. Columb. —. Mex. 34 ½. Peru 30 ½. 5 % Reute fin cour. 126. 35. 3 % Reute fin cour. 82. 75. 5 % Span. Rente 31. Pass. 5 ⅞. Petersburg, 1. März. Lond. 3 Met. 37 ⅛. Hamb. 34 28. . Poln. 300 Fl. 92 ⅛. do. 500 Fl. 93. do. 200 Fl. 30 ¼. Wien, 5. März. 5 % Met. 111 ¼. 4 % 100 ½. 3 % 77 ¾. 2 ½ % —. Anl. de 1834 150 ½. de 1839 130 ¼. Bank-Actien 1635. Nordb. 140 §. Gloggn. 110. Mail. 108 28. Livorn. 99. Pesth. 105.
Königliche Schauspiele. Sonntag, 10. März. Die Familien Capuletti und Monterchi, Oper in 4 Abth., mit Ballet. Musik von Bellini. (Mad. Schröder⸗ Devrient: Romeo, als Gastrolle.) G Wegen Heiserkeit der Dlle. Hofkuntz kann die Oper: nicht gegeben werden. Jüs Konzertfaalen Magister Quadrat, Lustspiel in 1 Akt. Hier⸗ Michel Perrin, der Spion wider Willen, Lustspiel in 2 Abth., von L. Schneider. (Herr Döring, im ersten Stück: Magister Qua⸗ drat, im zweiten Stück: Michel Perrin, als Gastrollen.) b Montag, 11. März. Zum erstenmale wiederholt: Die Bern⸗ steinhere, Schauspiel in 5 Abth., Schweidler“, von H. Laube.
Königsstädtisches Theater
Sonntag, 10. März. Gast⸗Vorstellung des Kinder⸗Ballets
des Herrn Price in 3 Abtheilungen. Dazu: Des Schauspielers
letzte Rolle. Lustspiel mit Gesang in 3 Akten, von Friedrich Kaiser.
Montag, 11. März. (SItalienische Opern⸗Vorstellung.) Auf Begehren: Lucia di Lammermoor.
Dienstag, 12. März. Gast⸗Vorstellung des Kinder⸗Ballets
des Herrn Price in 3 Abtheilungen. Dazu: Des Schauspielers
letzte Rolle.
Verantwortlicher Redackeur Dr. J. W. Zinkeisen.
150 ⅔ 149 ⅔ 24 ¾ 80¹ ⁄1½ 104 ⅔ 102 ⅔ 99 ½ 100 99 ½ 56 28 107 ¼
99 ½ 99 ½ 99ℳ
Breslau
Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss..
Frankfurt a. M. Whhh.
Petersburg
Eugl. Russ. —. P aris, 1. März.
5 % Neapl. au compt. 102. 8 1 Paris 405.
auf:
dessen Präsidentschaft er übernehmen würde, beauftra twerden. 8
Bank -Actien 2009.
Fidelio
nach Meinhold’'s Chronik: „Marie
88
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei. Beilage
11 ö1]
Pr. Cour.
Geld. Gew. —
6 243
Preuss. Pr.
Beilage zur Allgemeinen Preußischen
ün
1 Inhalt.
Deutsche Bundesstaaten. Bavern. München. Firirung der dem Aerar zustehenden Zehnten. — Die Gewerbe⸗Ausstellung zu Berlin. — Kunst⸗Ausstellung. — Schreiben aus dem Königreiche Sachsen. (Die Steigerung des Volks⸗Vermögens.) — Baden. Tryberg. Nä⸗ beres über den jüngsten Schneesturz.
9. vö Bern. (Weitere Blicke auf das Unterrichts⸗ besen der Schweiz; Vereine zur Förderung desselben; Fellenberg's Anstal⸗ ten; die Cretins.) — 4 bℳ 82 K
Italien. Rom. Erzesse beim Karneval und Schluß desselben. — Die politischen Gefangenen in Ancona und Bologna. — Neapel. Tod des Generals Luchesi⸗Palli.
Serbien. Von der türkischen Gränze. Partei Obrenowitsch. 1 Aegypten. Alexandrien. Errichtung einer Land⸗Quarantaine und Aufhebung der Schiffs⸗Quarantaine. — Anbau des Zuckerrohrs. — Zu⸗
stand des Handels.
Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Breslau. Wollhandel. — Rigg. Malkktbericht. — Stockholm. Zoll⸗Verordnung für chemisch⸗ technische Präparate. .““
Die angeblichen Pläne der
Ausland. Deutsche Bundesstaatean.
Bayern. München, 2. März. (N. K.) Nach einer Be⸗ kanntmachung des Königl. Finanz⸗Ministeriums hat die Firirung des ürarialischen Zehnten in sämmtlichen Regierungs⸗Bezirken diesseits des Rheins auch im Jahre 1843 einen Fortgang genommen, welcher einen neuen Beweis für die anerkannte Wohlthätigkeit dieser Maßregel lie⸗ fert, und zugleich die nicht entfernte vollständige Durchführung dieses Geschäfts erwarten läßt. Von den 8493 zehntbaren Gemeinde⸗Mar⸗ kungen waren bis zum Schlusse des Jahres 1843 8076 vollständig, 195 theilweise, 222 noch gar nicht fixirt. 1 Das Intelligenzblatt für Ober⸗Bayern enthält folgende Bekanntmachung: „Se. Majestät der König haben bereits im Jahre 1840 die Idee allgemeiner Industrie⸗Ausstellungen für den gesammten Zoll⸗Verein Allerhöchst auszusprechen geruht, und auf die hierdurch gegebene Anregung ist eine Vereinbarung über die Art und Weise der Ausführung dieser für die richtige Würdigung der deutschen Fabrica⸗ tion im Ganzen und zur Ermunterung den Gewerbtreibenden so wich⸗ tigen Maßregel unter den Regierungen der Zoll⸗Vereinsstaaten ge⸗ troffen worden. Demgemäß beabsichtet nun die Königlich preußische Regierung, im Sommer dieses Jahres eine Ausstellung der Industrie⸗ Erzeugnisse aus dem gesammten Zoll⸗Vereine zu Berlin stattfinden zu lassen. In Folge höchster Entschließung des Königlichen Ministe⸗ riums des Innern vom 15ten d. M. werden die Fabrikanten und Gewerbtreibenden des Kreises andurch vorläufig hiervon in Kenntniß gesetzt, um rechtzeitig die für die Theilnahme an dieser Ausstellung erforderliche Vorbereitung tressen zu können. Die Zeit der Abhaltung der Ausstellung und die Bedingungen über Einsendung, Zulassung 8 Rückempfang der Produkte werden demnächst bekannt gemacht werden.
(A. Z.) Im Spätsommer dieses Jahres wird die hiesige Aka⸗ demie der Künste eine Ausstellung in dem eigens zu solchen Zwecken der Glyptothek gegenüber aufgeführten Neubau veranstalten. Se. Majestat der König hat beschlossen, daß diese Ausstellung — statt wie bisher am 13. Oktober — schon am 25. August beginne, da rücksichtlich der Witterung und des Lichtes in dieser noch früheren Jahreszeit eine günstigere Wirkung zur Betrachtung von Kunstwerken erzielt werden könne. Es sollen auswärtige ausgezeichnete Künstler von der Akademie besonders eingeladen werden, ihre neuesten Werke gegen portofreie Her⸗ und Rückfracht zu dieser Ausstellung einzusen⸗ den. Ferner ist beschlossen, daß der Besuch fortan nur gegen eine kleine Eintritts⸗Gebühr gestattet werden soll, wie dieses anderwärts immer der Fall war und ist. Es sind nun sechs Jahre, daß keine größere Ausstellung mehr statt hatte, es ist darum nicht zu bezwei⸗ feln, daß ein reicher und gewählter Bilderkreis die ihrem Zweck ent⸗ sprechenden Räume des neuen Baues, die von oben ihr Licht erhalten, zieren und würdig einweihen werde.
* Aus dem Königreiche Sachsen. Wenn irgend etwas allgemeine Aufmerksamkeit verdient, so ist es die ungewöhnliche Steigerung des sogenannten National⸗ oder Volks⸗Vermögens, unter welchem wir die Gesammtmasse alles vorhandenen Eigenthums ver⸗ stehen. Die Steigerung desselben thut sich bei jeder Gelegenheit auf eine Staunen erregende Weise kund. Zu jedem nur einigen Nutzen versprechenden Unternehmen zeigt sich eine Konkurrenz, ein Zudrang von Kapitalien, der früher ganz unerhört war. Wie schwer hielt es noch vor 15 — 20 Jahren, ein Anlags⸗Kapital von einer halben Million Thaler zusammenzubringen! Wie auffallend, daß jetzt da, wo es sich vielleicht um mehr als zehn Millionen handelt, dieser Be⸗ darf mehr als zehnfach dargeboten wird (bei Zeichnung der Aectien der Sächsisch⸗Schlesischen Eisenbahn geschah es sogar vierzehnfach).
Welches Aufheben noch vor wenig Jahren wegen des in Eng⸗ land unter der Themse geführten Tunnels! Wer hätte damals ge⸗ glaubt, daß eben so kostspielige Riesenwerke in Deutschland zu voll⸗ führen seien, und daß namentlich das kleine Königreich Sachsen mit weit mächtigeren Nachbarstaaten rivalisiren werde, sich die Vort eile zu sichern, welche dergleichen Unternehmungen hoffen lassen. Noch ruht in Vieler Gedächtniß, wie schwer es diesem Staate vor 15 bis 20 Jahren fiel, mit einem Aufwande von etwa 100,000 Rthlr. die lange schon projektirte Brücke über die Mulde bei Wurzen zu bauen und dadurch den Cours zwischen Leipzig und Dresden gegen Unterbrechung zu sichern. — Vergleicht man dieses historische Faktum mit dem mehr als hundertfachen Betrage jener Summe, welcher nach Inhalt der letzten sächsischen Landtags⸗Verhandlungen jetzt als ein lediglich aus den Staats⸗Kassen zu bestreitendes Extraordinarium zu Erbauung eines tiefen Stollens, zu Eisenbahnen, Chaussee⸗ und Straßenbauten ausgesetzt ist, bringt man demnächst in Betracht, welche Summen nebenbei vermittelst der Actien⸗Vereine in Sachsen zu gleicher Anwendung gelangen, so könnte der Glaube entstehen, daß sich das jetzige Verhältniß der zu Gebote stehenden Kapitalien zu dem, welches vor zwei Dezennien existirte, wie 50 bis 100 zu 1 verhalte. Es ist also wahrlich Grund vorhanden, die Frage aufzuwerfen: wie, woher und wodurch ist uns auf einmal ein solcher Reichthum zu Theil ge⸗ worden?
Woher also der außerordentliche Vermögens⸗Zuwachs, der sich jetzt nicht blos in Sachsen oder Deutschland, sondern in ganz Europa, vielleicht in allen Welttheilen kundthut? Hat der Berg⸗ bau neue Fundgruben entdeckt? In Europa nicht, wo vielmehr der Bau auf Silber und Gold Unterstützung bedarf, um nicht zu versiechen. Peru, Chili und Mexiko aber geben uns ihre Schätze nicht umsonst, wir müssen sie, um ihrer theilhaft zu werden, mit eigenen Erzeugnissen eintauschen. Hatten wir etwa einen so starken Absatz von Fabrikaten, der uns um Vieles reicher gemacht? Gewiß nicht, denn kaum konnte sich unser Fabrikstand erhalten. Oder hatten wir in den letzten 20 Jahren so reiche Aerndten, durch welche sich das
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Sonntag den 10 ten März.
Räthsel erkläre? — Auch dies war nicht der Fall, und das unglücks⸗ volle Jahr 1842 führte neben dem erlangten Wohlstande und trotz desselben einen Nothstand herbei, an dem wir heute noch leiden. Aber dennoch haben wir vielleicht mehr produzirt als konsumirt und dadurch einen Ueberschuß gewonnen? — Wohl möglich! Aber der Ueberschuß kann nicht groß sein, weil diejenigen Produkte, welche keine Konsu⸗ menten und darum keinen Begehr sinden, werthlos sind, also auch keine neuen Kapitale erzeugen, vielmehr das Gegentheil bewirken. — Nun, dann hat uns vielleicht der Handel die Schätze zugeführt? Aber der Handel ist ja nicht produktiv. Er führt blos den Konsumenten die Erzeugnisse der Produzenten zu, schafft nicht neues Eigenthum, sondern bewirkt blos den Umtausch des einen Eigenthums gegen das andere. Mag immerhin das eine in Waare, das andere in Geld be⸗ stehen; Gold und Silber sind ebenfalls Waare, wenn sie auch in Münzen dargeboten werden. Beide Theile, der Käufer eben so⸗ wohl wie der Verkäufer, können dabei etwas gewinnen, weil für Jeden das, was er empfängt, etwas mehr Werth hat, als das, was er dafür giebt; aber — was der Eine empfängt, das giebt der Andere, ein Objekt neuen Eigenthums kann dadurch nicht ins Leben treten, sondern nur eine geringe höhere Verwerthung der schon vor⸗ handenen. Auch durch den Handel können wir also ganz unmöglich im Laufe zweier Dezennien jene Millionen gewonnen haben. Wohlan! So muß es folglich durch unseren Kunstfleiß und die Betriebsamkeit der Völker im Allgemeinen geschehen sein? — Sehr wahr, insoweit,
als die menschliche Thätigkeit mitwirkend bei der Entbindung neuen Eigenthums ist und sein kann. Aber die Frage bleibt: wie und auf weiche Weise geschah das Ungeheure? Diese Frage ist mit jenen Worten keinesweges beantwortet.
„Sonderbare Erscheinung! Das verstärkte Kapital⸗Vermögen ist wirklich da; wir sind im Besitze desselben und wissen nicht, wie es entstanden ist; — einen Versuch zur Lösung dieses Räthsels, nament⸗ lich für das Königreich Sachsen, künftig.
Baden. Tryberg, 29. Febr. (K. Z.) Ueber das große Unglück, welches den Bauer Martin Tritschler und seine Familie am 24sten d. M. betroffen, sind durch amtliche Untersuchung die näheren Umstände bekannt geworden. Am Abend jenes Tages stürzte ein Theil der steilen Bergwand hinter dem Hause herab und fiel auf die Hauswiese. Die weiblichen Bewohner des Hauses wurden dadurch erschreckt, die Männer fürchteten jedoch nichts von einem Schnee⸗ sturz, weil das Haus groß und stark war. Es befanden sich darin 24 Personen, worunter zwei erwachsene Söhne eines Nachbars. Um 11 Uhr Nachts stürzte die Lawine von einer hohen steilen Bergwand mit solcher Gewalt auf das Haus herab, daß es 16 Schritte weit fortgeschoben und ganz zusammengedrückt wurde. Auch seitwärts der Lawine häufte sich der Schnee 25 bis 30 Fuß hoch an. Der zweite Stock des Hauses, worin die Schlafkammern waren, wurde in den darunter befindlichen Stall hinabgedrückt. Durch dieses Unglück ver⸗ loren 17 Personen das Leben, nämlich der Bauer, seine Frau und Schwiegermutter, sechs Kinder desselben, ein Tagelöhner nebst seiner hochschwangeren Frau und zwei kleinen Kindern, dessen Schwägerin und ihr Kind und die zwei erwachsenen Söhne des Nachbars. Bei der Masse des Schnees und der Entfernung anderer Wohnungen wurde die Herausschaffung der Verschütteten nur mit der größten Anstrengung bewerkstelligt. Es gelang, noch 5 Kinder des Bauers und 2 des Tagelöhners zu retten. Eine 16 Jahre alte Tochter des Bauers wurde zwar noch lebendig hervorgeholt, starb aber den 27sten d. in Folge der Verletzungen. Einen schmerzlichen Tod fand der eine Sohn des Nachbars; man konnte ihn erst am 25sten d. Nachmittags herausbringen. Er war zwischen Holz, Bret⸗ tern und dem Tische so eingezwängt, daß der Unterleib und die Füße zerschlagen und gelähmt waren und er eine halbe Stunde darauf starb. An Vieh gingen zu Grunde 34 Stück an Pferden, Rindvieh und Schweinen und 10 Stück Hühner. Manches davon lebte noch, mußte aber der Verletzungen wegen gleich geschlachtet werden 14 Stücke wurden gerettet. Fahrnisse, nämlich Hausrath Heu Stroh und Früchte, wurden durch Schnee und Schutt verdorben. Wäre die steile Bergwand oberhalb des Hauses nicht ganz von Wald entblößt so wäre der Sturz wohl nicht so heftig geworden. Auch in Neukirch wurde am 27sten d. ein Bauernhaus durch die Schneemassen so zu⸗ sammengedrückt, daß ein großer Theil des Daches, die Kammern der Dienstboten, Futter, Strohlager und Stallungen ruinirt sind.
Schweiz.
E Bern, 29. Febr. Wenn wir unsere letzte Betrachtung den Bestrebungen der Regierung für das Volksschulwesen widmeten, so haben wir damit nur einen Theil dieses ausgedehnten Feldes durch⸗ wandert. Die Volks⸗Erziehung bildet ein so ungemein wichtiges Element der öffentlichen Wohlfahrt, daß die Pflege derselben in allen Richtungen mit Recht eine National⸗Angelegenheit genannt werden darf. Wo der Wille der Mehrheit das Gesetz macht, da hängt von dem größeren oder geringeren Grade der Versittlichung und Vergei⸗ stigung der Menge das Gedeihen des Staats, oft sogar dessen Dasein ab. Das Bewußtsein dieses Verhältnisses hat bei uns die Thätigkeit der Privaten erweckt, welche sowohl einzeln, als in Vereinigungen, zur Förderung des Zwecks der Volks⸗Erziehung mitwirken. Am wich⸗ tigsten erscheint unter den Letzteren der Verein für christliche Volksbildung, der über den ganzen evangelischen Theil des Kan⸗ tons verbreitet und zur Führung der Geschäfte, zur Einsammlung von Beiträgen u. s. w., nach den verschiedenen Landesbezirken geglie⸗ dert ist. Durch die Bemühungen dieser Gesellschaft sind in mehreren Theilen des Kantons Armen⸗Anstalten gegründet, deren Resultate wir im Ganzen erfreulich nennen müssen. Die Beisteuern fließen reichlich, und die Theilnahme an den Bestrebungen des Vereins scheint, wenn auch langsam, doch sortwährend im Zunehmen begriffen zu sein. Vorzüglich wird derselbe durch den Einfluß der Geistlichkeit unterstützt, deren Wirksamkeit in der Volksschule von Seiten der Regierungs⸗ Behörden und der Schullehrer selbst in neuerer Zeit, und zwar nicht zum Vortheil der Sache, vielfach beschränkt worden ist.
Sehr beachtenswerth sind auch die Anstrengungen der schwei⸗ zerischen gemeinnützigen Gesellschaft. Dieser Verein, wel⸗ cher Alles, was die Volks⸗Wohlfahrt fördern kann, in seinen Wir⸗ kungskreis zieht, hat seit einigen Jahren in der Nähe von Bern eine Anstalt zur Erziehung armer Knaben gegründet, die auf einem zwar nicht ganz neuen, aber immerhin eigenthümlichen Plane beruht. Auf einem dazu bestimmten und eingerichteten Gute lebt der Lehrer mit seiner Gattin und einer gewissen Anzahl (ich glaube zwölf) Knaben, welche eine Familie darstellen und auch diesen Namen führen. Die Haushaltung muß nun aus dem ihr angewiesenen Boden vor Allem ihren Unterhalt ziehen, daneben genießen sie den Unterricht des Haus⸗ vaters und haben sich gegenseitig zu pflegen und zu unterrichten. Der Versuch ist mit einer ersten solchen Familie von Kindern gemacht worden, die entweder ihre Aeltern verloren hatten oder bei denselben zu Grunde gegangen wären; er ist so gut ausgefallen, daß man vor
Zeitun
furzem an die Einrichtung einer zweiten Familie schreiten konnte.
In der That sind die Vortheile einer solchen Erziehung für die ver⸗ wahrloste Jugend der unteren Klassen augenfällig. Die Familienbande und das Familienleben, welche sie sonst nie 8 hätten, werden ihnen von Kindheit an gewohnt und theuer, zugleich machen sie sich früh mit dem Gedanken vertraut, daß die menschliche Existenz auf der Arbeit beruht, und daß zur Erreichung des Zieles der Gesellschaft die gegenseitige Unterstützung Aller durch Alle ein unerläßliches Er⸗ forderniß ist. Zwar darf die Leitung einer solchen Unternehmung nur vorzüglicher Tüchtigkeit und Hingebung anvertraut werden, wie die des Mannes ist (Kuratli, eine Zeit lang in Hamburg), der jetzt unserer Anstalt vorsteht; allein auch hier läßt sich durch Uebung Vieles lernen, und wir dürfen nach und nach die Verwirklichung des Planecs hoffen, in allen Kantonen eine zureichende Anzahl solcher Familien⸗ häuser entstehen zu lassen.
„Von den Privat⸗Unternehmungen für die Volksbildung haben die Fellenbergschen Anstalten zu Hofwyl auch im Ausland einen bedeutenden Ruf erlangt. Bewundernswerth in ihrer Ausdehnung und in ihrem Zusammenhange sind sie es noch mehr durch die Aus⸗ dauer, mit welcher ihr genialer Schöpfer seit bald einem halben Jahr⸗ hunderte seinen edlen Zweck verfolgt. Mag er auch von seinen Zeit⸗ genossen vielfach verkannt worden sein und mögen auch seine Ideen allzu sehr das Gepräge eines wohlwollenden, aber oft unklaren Idea⸗ lismus an sich tragen, so sind doch seine Leistungen immerhin sehr hoch anzuschlagen, und sie werden, was ihr höchstes Lob sein möchte, zuversichtlich auch über ihres Schöpfers Grab hinaus noch schöne Früchte tragen. Eine neue Unternehmung, die Fellenberg im 70sten Jahre mit ungebrochener Jugendkraft begonnen, ist die Errichtung einer Schule für die mit dem Landbau zusammenhängenden Gewerbe und Handwerke, als Schlosser, Schmidt, Hufschmidt, Wagner, Zimmer⸗ mann, Tischler, Sattler u. s. w. Zu diesem Behufe ist auf einem besonderen Gute ein großes Gebäude aufgeführt, allein die Eröffnung der Anstalt selbst hat noch immer nicht stattgefunden. Unzweifelhaft würde dieselbe einem gefühlten Mangel abhelfen und namentlich auch zur Beseitigung des Uebelstandes beitragen, daß unser Handwerks⸗ stand zum allergrößten Theile von Ausländern besetzt und förmlich überschwemmt wird. Abgesehen davon, daß wir dergestalt in einem wichtigen Kulturzweig vom Auslande förmlich abhängig werden, ist auch der Nachtheil sehr hoch anzuschlagen, welcher aus der Ueber⸗ füllung mit einer Menge eheloser und oft gleichsam heimatloser Ar⸗ beiter sowohl für die Sittlichkeit unseres Volkes, als auch unter ge⸗ nesen Umständen für die Ruhe des Staates entsteht oder erwachsen ürfte.
Eine anziehende Erscheinung endlich, welche der Philanthropie unseres Zeitalters zum wahren Ruhme gereicht, ist der Versuch, jene unglücklichen Geschöpfe zu Menschen zu erziehen, die unter dem Namen der Kretins am meisten bekannt sind und in der Geschichte der Bevölkerung unserer schönen Gebirgswelt einen so düsteren Abschnitt bilden. Seit Jahren hatte sich der aus dem Kanton Zürich gebürtige Dr. Gug⸗ genbühl die Erforschung der bedingenden Ursachen des Cretinismus seiner Geschichte und Entwickelung, 8 wie seiner möglichen Heilmittel zur Lebens⸗Aufgabe gemacht. Vor 4 Jahren begann der wackere Mann auf dem Abendberge in der Nähe des lieblichen Interlaken die Errichtung einer Heil⸗Anstalt, welche sich anfangs auf wenige Indi⸗ viduen und gleichsam auf Experimente beschränkte. Von der Erfahrung ausgehend, daß diese Krankheit nie eine gewisse Höhe über der Meeres⸗ fläche überschreitet, hoffte er durch den beständigen Aufenthalt in der reinen Luft des Abendberges und durch zweckmäßige diätetische und medizi⸗ nische Behandlung einige Aenderung im Zustande der armen Geschöpfe hervorzubringen. Der Versuch gelang wenigstens theilweise, und die durch fortgesetzte konsequente Behandlung der Kretins gesammelten Erfahrungen sind schon an sich, sowohl für die Wissenschaft als für die Philanthropie, äußerst schätzbar. Ohne sich für jetzt all zu hoch gespannten Hoffnungen hinzugeben, scheint doch aus den bisherigen Beobachtungen so viel mit Sicherheit hervorzugehen, daß bei früh⸗ zeitiger Erkennung der kretinischen Anlage in den meisten Fällen eine solche Heilung möglich ist, welche das Individuum zu den gewöhnlichen Functionen und Arbeiten des bürgerlichen Lebens tauglich macht. Bedenkt man nun den grausenhaften weit unter der Thierwelt besindlichen Zustand dieser armen Geschöpfe, so muß dieses Resultat als eine schöne Belohnung hochherziger Aufopferung ange⸗ sehen werden. Mit dem kommenden Frühjahr gedenkt Guggenbühl seine Anstalt bedeutend zu erweitern und auf den Grundlagen der gesammelten Erfahrungen das Heilsystem im Großen auszuführen. Die Mittel hierzu sind ihm durch Beiträge von verschiedenen Seiten namentlich auch aus dem fernen Auslande gewährt worden: hoffen wir, daß mehr und mehr der Prophet auch im eigenen Vaterlande erkannt und die durch ihn erkannten Hülfsmittel zur Linderung eines scheußlichen Uebels immer fruchtbarer angewendet werden. 8
Italien. “
Nom, 21. Febr. (A. Z.) Mit dem gestrigen Abend, wo die Moecoli wieder ihre Rolle spielten, ist der diesjährige Karneval glück⸗ lich zu Grabe gebracht. Mögen Sitten und Gewohnheiten im Ver⸗ lauf der Jahre auch manches Aeußere an unserem Karneval verän⸗ dert haben, der Haupt⸗Charakter bleibt sich gleich: sprudelnder Witz und froheste Laune. In der höheren Gesellschaftswelt war der Kar⸗ neval sehr glänzend, die Bälle und Vereinigungen bei den fremden Botschaftern, so wie bei den Fürsten Torlonia, Borghese und Doria überboten sich an Pracht. Heute, am Aschermittwoch, scheint Rom wie verödet, die Fremden reisen in ganzen Schaaren nach Süden und Norden ab, und an die Stelle des tobenden Geräusches ist ernste Stille getreten.
Folgendes ist der wahre Hergang eines Karnevals⸗Erzesses, den Partei⸗Blätter stark entstellen dürften. Bekanntlich sind die Karnevals⸗ Räumlichkeiten auf dem Korso sehr beengt und das dem Pferderennen zuschauende Publikum ist durch Hin⸗ und Herlaufen über die Bahn großen Gefahren ausgesetzt. Die dadurch scheu gemachten Pferde nehmen leicht ihren Weg in die dichten Volkshaufen, und das Leben vieler Hunderte ist wilden Hufschlägen preisgegeben. Daher die Strenge des militairischen Ordnungs⸗Corps gegen diejenigen Personen, welche in jenem Augenblick der Karnevals⸗Feier ihre Linien durchschlüpfen wollen. An einem der Tage der vergangenen Woche versuchte das ein der hiesigen Botschaft beigegebener junger Franzose trotz wieder⸗ holten Verbots. Er gerieth darüber mit dem wachhabenden Militair in lebhaften Streit und wurde auf die Hauptwache von Piazza Co⸗ lonna gebracht. Ein ihn dort aufsuchender Freund, der dem fran⸗ zösischen Botschafter, Grafen Latour⸗Maubourg, verwandt sein soll, fand diese Behandlung einer diplomatischen Person rücksichtslos und äußerte sich so grell darüber, daß ihm der Wachtoffizier erklärte, auch er sei der Haft verfallen. Beide kamen sehr bald auf höheren Befehl frei. Ein in Folge dessen Seitens der Botschaft an den Kardinal⸗ Staats⸗Secretair Lambruschini gestelltes Ansinnen um Bestrafung des römischen Offiziers hat derselbe mit der Rückfrage: Was würde man in Paris gethan haben? bescheidend beigelegt.