1844 / 74 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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Schlag, der dem Einfuhr⸗Handel durch den exorbitanten Tarif von welche im Kongreß auf Modisication des gegenwärtigen Tariss ge⸗ 1841 beigebracht wurde, indem derselbe die Zölle wieder auf 30 bis stellt worden sind, so scheint der Zweck, den er sich vorsetzte, ver⸗ 35 pCt. emporhob, wirkt auf die Einkünfte zurück, die sich in den fehlt zu sein: denn gerade diese Uebersicht zeigt mehr als irgend beiden Jahren 1842 und 1843 geringer als je herausstellen. etwas die schlimmen Wirkungen, welche dieser Tarif in jeder Bezie—

Wenn, wie man sagt, der Schatz⸗Secretair durch Vorlegung hung und namentlich für den Staatsschatz am meisten hervorg⸗ dieser Uebersicht an den Kongreß die Anträge bekämpfen wollte, bracht hat.

„Finkünfte des Schatzes bleibt. Gleichwohl merklichen E fiuß 2 dieser Periode die fortschreitende 294 26 siber Zölle fühlbar, und bestimmt endlich den Schatz, zu Herabse huos, ge in seinen siskalischen Maßregeln zu schreiten. .

gröheni, es erhellt zugleich durch die Ergebnisse der lehten Periode, wie wenig Glück er muit diesem Systeme gemacht hat. Der schwere

Das Abonne b 8 2 Rthlr. für ¼ . 4 Rthlr. 8 3 zer 8 Rthlr. - 1 Jahr. in allen Theilen der Monarchie 1 2 ohne Preiserhöhung. . I““ 1 Insertions-Gebühr für den

A 1 1 g e m e j 1 e r A 81 z 8 1 g e r. Raum einer Zeile des Allg.

Anzeigers 2 Sgr.

Abfahrzeit der Anschlußzüge von Cöthen.

Personenzüge. nach Magdeburg I. 1 (Braunschweig) 8 Uhr Mg. Halle u. Leipzig 7 ½ » 12 ½ » 5 ½ » Fahrtdauer dieser Züge:

von Cöthen nach Magdeburg 1 ½ bis 1 ¼ Stunden,

1 2

Alle Post-Anstalten des Ju⸗ und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Alrg. Preuss Zeitung: Frsiedrichsstrasse Nr. 72. I1 1“

E““

Ar ah e t

2 77, Bekanntm g 129155 gbdiktal⸗Citation. 8 28. 4 Schneidergesellen Ferdinand Neisemann, gceboren hierselbst am 3. September 1801, welcher wäh⸗ rend seiner Minderjährigkeit die Wanderschaft angetre⸗ nn, seit länger als 15 Jahren keine Nachricht von sich 82 egeben hat, und für den ein Vermögen von 520 Thlr. 2 uns verwaltet wird, ist von seinem Bruder, dem Schneider Friedrich Wilhelm Neisemann, auf Todeser⸗ Närung bei uns angetragen. 8 eg Es wird daher der verschollene Ferdinand Neisemann, oder jeder seiner etwanigen Erben hierdurch aufgefor⸗ dert, sich binnen 9 Monaten bei uns schriftlich oder mündlich, spätestens aber in dem anberaumten perem⸗ torischen Termine, am 20. September 1844, Vormitt. 10 Uhr, in unserem Instructionszimmer Nr. 2 vor dem Herrn Land⸗ und Stadtgerichts⸗Rath Goehde persönlich oder durch einen Bevollmächtigten, wozu wir die Instiz⸗Kom⸗ missarien Goetsch und Reitzenstein vorschlagen, zu mel⸗ den, widrigenfalls der Ferdinand Neisemann für todt erklärt und sein Vermögen den erscheinenden, sich ge

Altona im Geschäfts⸗Büreau, Breitestr. Kiel bei dem Geschäftsführer Herrn Christ. Kruse, 1 . Kopenhagen bei den Herren F. C E. Gotschalk, 1 Mitt. 6 Abds. » Leipzig bei den Herren Dufour Gebr. & Co. 3 zu leisten, wo diese Zahlungen bis zum 31. März ent⸗ gegengenommen und die bisherigen Actien gegen auf 80 % lautende umgetauscht werden.

Von denjenigen Actien, die bereits am 1. Juli 1843 mit 60 % einbezahlt waren, werden bei der jetzigen Ein⸗ zahlung die Zinsen bis zum 1. April 1844 mit 1 ½ Spe⸗ cies per Actie, und von denjenigen, die am 1. Oftoher auf 60 % kompletirt sind, mit Species per Actie vei der Einzahlung vergütet oder in Abzug gebracht.

Die durch diese Einzahlung auf 80 % gebrachten Zur Verloosung der am 1. Juli d. J. Actien genießen die Zinsen vom 1. April d. J. an. Regiment und seit seiner im Frühjahr 1832 in planmäßig zurückzuzahlenden 103 Stück Altona, den 27. Januar 1844. Kreuznach erfolgten Entlassung von demselben, . Prioritäts-Actien haben wir Dienstag Die Direction. verschollen; s 8 am 26. März a. c., C. Th. Arnemann. Joh. C. Semper.

die drei Gebrüder: Jacob Andreas, Michael Ja Morgens um 10 Uhr, in unserem Ad⸗ Zu Vereinfachung der Rechnung in Preußen und cob und Gottfried Jähnke, Söhne eines vormali⸗ . E ministrations⸗Hause einen Termin anbe Sachsen sind wir ermächtigt, den Schl. Holst. Species gen hiesigen Hauszimmermanns, deren Abwesenheit raumt, zu welchem den Inhabern von Prioritäts Actien, bei den Einzahlungen zu 1 ½ Thlr. preuß. Cour. ohne sich im Jahre 1813 bei Gelegenheit einer ihnen gegen Vorzeigung derselben, der Zutritt gestattet ist. weitere Anlegung zu bewahren.

angefallenen sehr unbedeutenden Erbschaft ergeben Magdeburg, den 11. März 1844. 1 Leipzig, den 1. Februar 18414.

und über deren Verhältnisse und Aufenthalt nichts Direktorium der Magdeburg⸗Cöthen⸗Halle⸗Leipziger Dufour Gebr. K Co.

[308] Z1ö1““

Nachbenannte Verschollene:

1) die von dem vormaligen hiesigen Kerzengießer und Seifensieder Agatz bei seiner Entfernung von hier im Jahre 1775 oder 1776 zurückgelassenen beiden Söhne Paul Jacob und Johann Daniel Agatz, welche danächst als Hutmacher⸗Gesellen von hier gewandert sind und nach bereits vor etwa 40 Jah⸗ Halle 4 » 41 †¼ ren zuletzt über sie hierselbst eingegangenen Nach » Leipzig 211ä12 richten, der Erstere in Spandau und der Letztere (Personenzüge von Leipzig nach Dresden um 6 Uhr in Ungarn verstorben sein sollen; Morgens und 4 Uhr Nachm.)

Joachim (auch genannt Johann) Friedrich Bar⸗ 1 tels, Sohn eines hiesigen Bäckermeisters, geboren im Jahr 1800, Schuhmachergeselle, danächst Un⸗ teroffizier bei dem Königl. preuß. 19ten Infanterie⸗

74.

An die Leser.

Die vierteliä ; 3 8 ꝙ414 A 2. Expedition selbst JEE112— Zeitung beträgt 2 Rthlr. Preuß. Cour. für das Juland. Bestellungen für Berlin werden in der dem angegebenen Datum, frei ins Haus FS-zn98 be Adn innerhalb der Ringmauer der Stadt wohnende Pränumerant erhält das Blatt durch die Stadtpost schon den Abend üeg kann nicht mit Gewißheit die Nummern erwarten, die vor eeemere h⸗ des In⸗ oder Auslandes, bewirken ihre Bestellungen rechtzeitig bei den resp Post⸗Aemter wer dies versä Uebrigens ist die Einrichtung w⸗ 86 8 or der hier eingegangenen Meldung erschienen sind. Für einzelne Nummern des Blattes ist * Preis 8 2 1 ern; wer dies versäumt,

9 Uhr ab bis Rachmittags 4 Uhr in EöT Aufnahme All emeinen Anzeiger dieser Zeitung gewünscht wird, an den II von Morgens einer Zeile 2 Sgr. Um wiederholten eeeaesaben 1 22, ele genommen werden. Der Preis der Insertion beträgt für den Raum machungen der Königl. Behör tteraris⸗ 7 ** nerkt, daß in dem Anzeiger der Allg. Preuß. Zeitu außer gerichtlichen u en öfrentli übenn finden 4 1 literarischen und Kunst⸗Anzeigen, auch Familien⸗Nachrichten jeder Art,“ h. eitung, d ber E a2ng öͤffentlichen Bekannt⸗ e ihre Inserate unter der Adresse der Expedition in frankirten Briesen einzusenden nd Handel betreffende Anzeigen, stets Aufnahme

[224 bb Bekanntmachung.

&vN .

Angekommen: Se. Durchlaucht der General der Infanterie

Amtlicher Theil. und General⸗Gouverneur von Neu⸗Vorpommern, Fürst zu Putbus,

steine, so wie bei der Anlage von Baumpflanzungen am meisten aus⸗ gezeichnet haben, und spricht die Erwartung aus, daß diejenigen Ge⸗

an der Gerichtsstelle subhastirt werden.

193]

hörig legitimirenden nächsten Verwandten oder, im Falle sich auch diese nicht einfinden sollten, der hiesigen Käm⸗ merei als herrenloses Gut ausgehändigt werden wird. Kolberg, den 5. Dezember 1843. Koönigl. preuß. Land⸗ und Stadtgericht.

[2157 Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 25. November 1843. Das in der Waßmannsstraße Nr. 33a. belegene

Thomassinsche Grundstück, gerichtlich abgeschätzt zu

9705 Thlr. 5 Sgr., soll

am 9. Juli 1844, Vormittags 11 Uhr,

Taxe und Hy⸗

pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.

ö11““ Am 28. Februar 1843 ist hierselbst der Uhrenhändler Franz Naver Bammert aus Unter⸗Simmonswald im Oberamte Waldkirch des Großherzogthums Baden ohne

eheliche Descendenz verstorben, und es dürfte sein

Nachlaß nach einer ungefähren Berechnung 1800 Thlr. preuß. Courant betragen. Da die Erben des Verstor⸗ benen hier nicht bekannt sind, so werden alle diejeni⸗ gen, welche anf den Nachlaß ein Erbrecht zu haben vermeinen, hierdurch aufgefordert, sich mit ihren des⸗ fallsigen Ansprüchen binnen 9 Monaten, und spätestens in dem

am 26. November c. a., Vormittags 10 Uhr, vor unserem Deputirten, Herrn Regierungs⸗Rath Wilke, im Stadtgerichte hierselbst anstehenden Termine, zu mel⸗ den und ihr Erbrecht nachzuweisen, widrigenfalls der Bammertsche Nachlaß als ein herrenloses Gut dem Fiskus zugesprochen werden wird. 8

Prenzlau, den 15. Januar 1844. Königl. preuß. Stadtgericht.

[307] Ediktall⸗Citation. Nachdem über den Nachlaß des am 16. April 1843 hierselbst verstorbenen Bürgermeisters Rudolph Theodor

Preiß der erbschaftliche Liquidations⸗Prozeß per decre-

tum vom heutigen Tage eroffnet worden, werden sämmt⸗

anberaumten Termine persönlich

erbschaftliche

1131 b]

liche Gläubiger hierdurch aufgefordert, in dem auf den 10. Mai dies. Jahres, Vorm. um 9 Uhr, oder durch zulässige Bevollmächtigte zu erscheinen, ihre Ansprüche an die Liquidations⸗Prozeß⸗Masse anzumelden und zu rechtfertigen, widrigenfalls sie aller ihrer etwanigen Vorrechte für verlustig erklärt und mit ihren Forderun⸗ gen nur an dasjenige, was nach Befriedigung der sich meldenden Gläubiger von der Masse noch übrig blei⸗

ben möchte, verwiesen werden sollen. Rosenberg, den 27. Februar 1844. KIgnigl. preuß. Stadtgericht. Holzt.

WCCC11l1a m a2, Wenn der hiesige Kaufmann Giovanni Ceccato seine Insolvenz angezeigt und um gerichtliche Regulirung seiner Debit⸗Verhältnisse gebeten hat, diesem Antrage auch deferirt worden ist, so werden zu der deshalb nö⸗ thig gewordenen Konstatirung des Status passivus alle diejenigen, welche an den genannten Cedenten und dessen Vermögen, insbesondere an das zu letzterem ge⸗ hörige, an der Langenstraße hierselbst unter Nr. 30 be⸗ legene Wohnhaus c. p. aus irgend einem Rechtsgrunde Forderungen und Ansprüche machen zu können sich be⸗ rechtigt halten, hierdurch geladen, solche in einem der auf den 27sten d. Mts. und den 12ten und 26sten

8 kft. Mts., jedesmal Morgens 10 Uhr angesetzten Liquidations Termine speziell und glaubhaft anzumelden, auch deren etwanige Vorzugsrechte an⸗ und auszuführen, bei Vermeidung der in termino den 12. April cr., Morgens 10 Uhr, zu erkennenden F und Abweisung von der vorhandenen Masse. Daneben wird den abwesenden Kreditoren aufgegeben, sofort bei der Liquidation ihrer Forderungen procura- iores ad Acta zu bestellen, sub praecjudicio, daß sie sonst bei allen ; Verhandlungen zur Regulirung dieser Konkurssache nicht werden zugezogen, vielmehr an alle Beschlußnahmen der anwesenden oder gehörig vertretenen Kreditoren werden gebunden werden. Zu⸗ 88 en auch gesammte Kreditoren hierdurch ge⸗ die ersten Termine zur Beschlußnahme über Anwaltes 1es der Masse, Bestellung eines Gemeinen einflußreiche aelonstige auf den Verfolg dieser Sache 1 gemeine Fragen sich einzusinden, sub

racjudicio des G ) - seheheit der Eesche vundenseins an die Beschlüsse der

Datum Greifswald 2, d 8 Pbeher und üsesore;

1844. es Stadtgerichts. Dr. Teßmann.

hat ermittelt werden können,

oder deren hier unbekannte Erben, werden auf den Grund des hiesigen Landesgesetzes vom 3. Juli 1797 hiermit geladen, sich längstens binnen Einem Jahre bei uns zu melden und sich zur Erhebung der bisher für ihre Rechnung allhier verwalteten Gelder zu legitimiren, widrigenfalls sie durch das am ersten öffentlichen Ge richtskage nach Ostern 1845 zu publizirende Präklusiv⸗ Erkenntniß werden resp. für todt erklärt und mit ihren Erb⸗Ansprüchen ausgeschlossen werden.

Stralsund, den 17. Februar 1844.

Verordnete zum Stadtkammergericht. (L. S.) Erichson.

8 5 N ong vorr ven Preuß. Renten⸗Versicherungs⸗ Anstalt. MM“ B8 W 88 Die Direction der Preußischen Renten⸗Versicherungs⸗ Anstalt ist in der neuesten Zeit verschiedenen Angriffen in Zeitungen und Flugschriften ausgesetzt gewesen und

[221 b]

hat, zur Beruhigung der Theilnehmer an dem Institute, sich bemüht, die erregten Besorgnisse durch Darlegung der wahren Verhältnisse auf gleichem Wege zu beseiti⸗ gen. Dies hat nur ernente Angriffe zur Folge gehabt und uns in der Ueberzeugung befestigt, daß die öffent⸗ lichen Blätter nicht der geeignete Ort sind, die Grund⸗ sätze zu erörtern, auf welchen die Anstalt nach ihren Statuten gegründet ist, oder die Verwaltung gegen Vorwürfe zu rechtfertigen, welche ohne eine hier un⸗ mögliche vollständige Darlegung der Verhältnisse nicht sachkundig beurtheilt werden können. Als die der Di⸗ rerction nach §§. 51. 53. des Statuts zunächst vorge⸗ setzte Behörde haben wir deshalb dieselbe veranlaßt, sich fernerer Erwiederungen auf dergleichen Angriffe in den öffentlichen Blättern, welche sie zum Nachtheil des Instituts von ihren umfangreichen Berufspflichten ab⸗ ziehen müßten, zu enthalten, fühlen uns aber verpflich⸗ tet, hierbei zu erklären, daß wir die über die bisherige Verwaltung der Direetion öffentlich erhobenen Vor⸗ würfe für völlig unbegründet erachtet. Wir er⸗ suchen zugleich diejenigen, welchen das Wohl der Preu⸗ ßischen Renten⸗Versicherungs⸗Anstalt am Herzen liegt, sofern sie Beschwerden über die Verwaltung der An⸗ stalt zu führen haben, dieselben zur verfassungsmäßigen Erledigung an uns zu richten, Bedenken gegen die Grundsätze, worauf die von des Königs Mafestät un⸗ ter dem 9. Oktober 1838 genehmigten Statuten beru hen, dagegen entweder uns zur pflichtmäßigen Prüfung bei der durch §. 64. des Statuts vorbehaltenen Revi⸗ sion der Statuten mitzutheilen, oder dem Königlichen Hohen Ministerium des Innern, unter dessen Ober⸗ Aufsicht das Institut steht, im geordneten Wege vorzu⸗ tragen. Berlin, den 8. März 1844. Kuratorium der Preußischen Renten⸗Versicherungs⸗ Anstalt. v. Lamprecht, Jung, Präsident des Haupt⸗Bank⸗ Justizrath. Direktoriums. Banquier. Gamet, Geim, v. Pommer⸗Esche II., Stadtrath. Rechnungsrath. Geheimer Ob.⸗Finanzrath. Bernhard Berend, Banquier.

Joseph Men⸗ delssohn,

1.“

Berlin⸗An⸗ haltische Ei⸗ senbahn. Sommer⸗ Fahrplan

vom 15. März ab täglich. Personenzüge. b Abfahrt J. II. von Berlin 7 U. Mg. 12 U. Mitt. 4 ½ U. Nchm. Cöthen 8 ½ »„ 1 ½ » 6 ¼ Abds. Fahrtdauer der Personenzüge 4 ½ bis 5 Stunden.

5 ½ Uhr nach Berlin (Ankunft 9 ¾ Uhr) abgeht.

unseren Stationen.

täglich 5 ¾ Uhr von Cöthen ab,

1 ““

Zwischenzug.

Der Zwischenzug, sowohl von Berlin als von Cöthen, übernachtet in Wittenberg, von wo er Mor⸗ gens 5 ½ Uhr nach Cöthen (Ankunst 7 ½ Uhr) und um

Mit demselben werden Personen in ll. und III. Wa⸗ genklasse befördert, so wie Frachtgüter zwischen allen

Ein Güterzug (ohne Personen⸗Beförderung) geht Wum 7 ¼ Uhr Morgens von Berlin und um

Eisenbahn⸗Gesellschaft. Defoy.

1““

petersburg-Zarskoe-Selo- 3

22* Eisenbahn.

Die Direction der Pe tersburg⸗-Zarskoe⸗Selo⸗ Eisenbahn⸗ Gesellschaft hat mich beauftragt, Fol⸗ gendes zur Kenntniß der Actionaire zu bringen:

1. „Der Schaden bei dem Brande des Paw⸗ lowschen Vaurhals ist auf circa 72 m. Ro. Silber tarirt worden. Diese Summe ist mehr als hinrei⸗ chend, um den Neubau bequemer als den früheren auf⸗ zuführen. Gegenwärtig arbeiten an 250 Zimmerleute an dem Bau, und wir hoffen bestimmt, daß das neue Gebände in Mitte Mai beendigt werden wird, so daß die Sommer⸗Frequenz dadurch nicht im mindesten ge⸗ stört werden wird. 88

2. „Se. Kaiserl. Hoheit der Großfürst Michael haͤ⸗

ben nicht nur geruht, Seine Einwilligung zu verschie⸗ denen Veränderungen bei dem Neubau, wodurch es möglich wird, große Ersparnisse zu machen, gnä⸗ digst zu geben, sondern Sie haben auch huldvoll ge⸗ ruht, die Zahl der bei der Eisenbahn angestellten Park⸗ wächter nach und nach von 28 auf 12 zu vermindern, wodurch jährlich eine bedeutende Summe erspart wer⸗ den wird. 3. „Aus dem Exemplare des Jahresberichts pro 1843 ist zu ersehen, daß der Unternehmung keine außer⸗ gewöhnlichen Ausgaben für Reparaturen ꝛc. bevorstehen. Die zu dem Bau eines steinernen Stations⸗Gebäudes in St. Petersburg, so wie für Länderei⸗Entschädigungen nöthigen Summen aber, werden auf mehrere Jahre vertheilt und durch einen Theil des jährlich abzulegen⸗ den Reserve⸗Kapitals getilgt werden.

4. „Das Inventarium der Bahn ist vollständig,

und auch in dieser Hinsicht stehen keine außergewöhnli⸗ chen Ausgaben bevor. 1“ 5. „Nach Ablauf der zehn Jahre des Privilegiums bleibt unsere Bahn wie bisher das Eigenthum der Actionaire, und es ist auch nicht die entfernteste Aussicht zu einer Konkurrenz vorhanden, allein schon aus der Ursache, weil unsere Bahn die kürzeste und vortheilhafteste Richtung hat.

6. „Da durchaus keine Ursache zur Verminde⸗ rung der Einnahmen oder zur Vermehrung der Aus⸗ gaben während des lausenden Jahres vorhanden sind, so hoffen wir, daß bei der Sparsamkeit, die in allen Theilen der Administration eingeführt ist, die Dividende pro 1841 nicht geringer als 7 %, wie sie im ver⸗ flossenen Jahre 1813 war, sein wird.“

Berlin, den 11. März 1844.

Jac. Wilh. Moßner.

—.

Sächsische Fluls-Assckuranz-

226 b] Compagnie. Popbe ½ Co. in BHeenimn, neue Friedrichs-Str. No. 37,

Flusls-Assekuranz-Comp. zu Leipzig.

zur Annahme von Versicherun-

empfehlen sich dem ve

chen Iandelsstande gen nach den bekannten loyalen Grundsätten die- ser Compagnie.

Als besondere Vortheile und höchst. tigenswerch für jeden Versichernden muls hervor-

berücksich-

gehoben werden, dals: 1 8 1) Die Compagnie selbst den geringfügigsten Scha- den nebst allen auf den Gütern ruhenden er- weislichen Spesen vergütet, während einige andere Compagnicen für Verluste unter gewis- sen Prozenten nicht haften,

am Jabhresschluls die Hälste des Ge- winnes unter die Versichernden vertheilt wird, was bisher die Prämie durchschnittlich um qen dritten Theil ermalsigte. 8

reinen

[179 b] 8s Altona⸗Kieler Eisenbahn.

In Uebereinstimmung mit dem §. 16. des Statuts wird ein fernerer Einschuß von 20 % auf die Eisen⸗ bahn⸗Axctien hierdurch eingefordert.

womit die Güter zwischen Berlin, Magdeburg, Halle und Leipzig be⸗ fördert worden. v“

Die Actionaire werden demnach aufgefordert, ihren

222 Holz⸗Verkauf. Aus der Stendellschen Forst, Meile vom Bahnhof Passow der Stettiner Eisenbahn, sollen noch 360 Klaster Elsenholz, größtentheils Kloben, für einen billigen Preis aus. freier Hand verkauft werden. Nähere Auskunft ertheilt der Förster Stahl zu Sten⸗

dell bei Passow.

204 b

Fanlilen⸗Vethälimiste wegen soll ein Gut in W preußen, das alle Qualitäten eines Rittergutes besitzt verkauft werden; es gehören dazu 4500 Morgen Wald mit den schönsten Beständen und 4500 Morgen land⸗ wirthschaftliches Areal mit reichen Heuärndten. Wohn⸗ haus und Garten von seliener Annehmlichkeit. Kauf⸗ preis 150,000 Thlr. mit 70- bis 80,000. Thlr. Anzah⸗ lung. Das Königl. Intelligenz⸗Comtoir zu Berlin nimmt Adressen sub Z. 186 an. 8 y11

West⸗

173 b

89 An⸗ und Verkauf von Guütern, ländlichen und

städtischen Grundstücken, Material Geschäften, Brannt⸗

wein Destillation, Hackenbuden, Grützmühlen, Leder⸗

fabrik, Gastwirthschaften, auch die Unterbringung von

Kapitalien, weiset gegen portofreie Aufragen vach 888 1ö1 H. (Grabomsey, Pr.⸗Sekret.,

Elbing (Sonnenstr. Nr. 2).

[219 b]

Patent. preuß. Erfindung.

Von den luftdichten Fenstern und Thüren, nebst den Beschlägen daran, welche von dem hohen Mini⸗ sterio mir patentirt worden sind, stehen in meiner Woh⸗ nung sortdauernd Proben zur Ansicht bereit. Bestel⸗ lungen für außerhalb übernehme ich zwar selbst, doch würde ich auch auswärtigen Meistern die Ausführung meines Patents übertragen, und bemerkr noch, daß diese Fenster, außer in vielen Gebäuden Berlins, auch in den Königlichen Regierungs⸗Gebäuden zu Magbe⸗ burg, Minden und Köslin bercits ausgeführt sind.

ESch o b, Kischlermeister, 8 Kronenstraße Nr. 3

Giesmansdorser Preßhefe (Psundbärme).

die in „8 Stunden von Breslau nach Berlin gehende Fracht⸗Eilfuhre ist die unterzeichnete Fabrit in Stand gesetzt, zu jeder Jahreszeit ihre als vorzüglich

anerkannte frische Preßhefe einen Tag um den anderen regelmäßig nach hier zu liefern. Die Haupt⸗ Niederlage bei

Herrn Johannes Friese, Gertraudten Str. 24,

wird den Herren Wiederverläufern, wie auch den Herten

Gewerbtreibenden, welche Pfundbärme brau⸗

chen und sich zu einer regelmäßigen Abnahme verpflich⸗ ten, die äußersten Fabrik⸗Preise bewilligen. Wir ersu⸗ chen hiermit ergebenst, da zum 21sten d. M. der erste Transport hier eintrifft, gefällige Rücksicht hierauf neh⸗ men zu wollen. Das Nähere wird Herr J. Friese auf portofreie Anfragen sofort mittheilen. EI1II11““ Besitzer der Preßhefen⸗Fabrik vͥ111X4X“X“X“”“

[218 b] Durch

1220 b] 1. Die Schwestern Therese und Maria Milanollo uνν³

sich hiermit ergebenst anzuzeigen, dals ihr IV. Kon- zert Saale der Sing-Akademie am

Freitag den 15. M

Einschuß von 20 Stück Species per Actie nach ihrer 1 Konvenienz 1

E11e““

4 Spanien. Madrid. Die Reise der Königin Christine. Alicante. N Portugal.

Inland. Stettin Eröffnung der Schifff Städti

8 Schifffahrt. Breslau. Städti⸗ scher Haushalt. Erfurt. Landwirthschaftliches. Trier. Ers der Dampfschifffahrt auf der Mosel. ““

Deutsche Bundesstaaten. Württemberg. Stuttgart. 9 Königs. Baden. Karlsruhe. Verhandlungen der zweiten Kammer. Grh. Hessen. Darmstadt. Inhalt des R egierungs⸗ blattes. Urtheil in Nachdrucks⸗Angelegenheiten. Alzey. Urtheil in dem Rechtsfalle des von Haber. Nassau. Wiesbaden Fest⸗ lichkeiten zum Empfange des Herzogs und seiner Gemahlin. 1 - stein. Itzehoe. Untersuchung wegen der vorjährigen Unruhen. Sachsen⸗Altenburg. Schreiben aus Altenburg. (Gelöste land⸗ wirthschaftliche Preis⸗Aufgabe; Herr von Lindenau; Reventlow.)

Frankreich. Paris. Unpäßlichkeit des Herzogs von Nemours. Vorsichts⸗Maßregeln in Bezug auf das Militair. Disziplinarische TETT“ (Kammer⸗Arbeiten. Das Patent⸗

6; este Protestation Bischöfe. Die Bischö Universität; Blick auf die Haenn cace fchbfe. ““

Greftbriteinte. und Irland. Unterhaus. Zins⸗Reduction der 3 ½proc. Annuitäten. Debatte über die Herabsetzung des Einfuhr⸗Zolles für brasilianischen Zucker. London. Die liberalen Blätter über die Siege in Ostindien. O'Connell in Birmingham.

Niederlande. Aus dem Haag. Herr van Hall zum Finanz⸗Minister und Herr de Jonge van Campens Nieuwland zum interimistischen Justiz⸗ Minister ernannt. Schreiben aus dem Haag. (Finanz⸗Maßregeln; die Separatisten.) 1 4

Belgien. Brüssel. Rechtfertigung der Konvertirungs⸗Maßregel. Weitere Diskussion des betreffenden Gesetz⸗Entwurfs. Auflösung eines

3 I talien. enua. Sardiniens Erwiederung an die Pforte in Be⸗ der Differenzen mit Tunis. 8

Befinden

2 Schreiben aus Lissabon. (Weiteres über den Septem⸗ bristen⸗Aufstand und die Militair⸗Operationen dagegen; der neue Ge⸗ r Vereinigten Staaten.) 1 unis. Schreiben aus Paris. (Rüstungen des B ine vai Angriff der sardinischen Büorin.) b 11“ Eisenbahnen. Schreiben aus Altenburg. (Eröffnung einer neuen Strecke der sächsisch⸗ bayerischen Eisenbahn; die weitere Fortführung der⸗ selben und ihr Einfluß auf die Verkehrs⸗Verhältnisse, namentlich den Ge⸗ traidehandel.) Glückstadt. Glückstädter Bahn. Aus dem Haag. Die Eisenbahnen von Aachen nach Mastricht. Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin und Paris. Börse.

„Die Frösche“ des Aristophanes. Konzert der Miß Birch. Numis⸗ matische Gesellschaft zu Berlin. Briefe aus Dresden. (Julius Mosen; Döbler.) und Neapel. (Kunst⸗Notizen; die Ausgrabungen in Pompeji.)

Beilage.

Amtlicher Theil. .“

Se. Majestät der König haben dem Landgrafen Wilhelm zu Hessen Durchlaucht den Schwarzen Adler-⸗Orden zu verleihen geruht. 8 Se. Königl. Hoheit der Prinz Friedrich ist von Düsseldorf hier eingetroffen.

von Putbus. Abgereist: Se. Durchlaucht der Landgraf W

Hessen, nach Hamburg. eesn 48

Uichtamtlicher Theil

Inland.

Berlin, 13. März. Se. Majestä öni 13. März. Se. Majestät der König haben Aller⸗ bügacge geche, dem 11“ 8. DM. K 18 hierselbst 5

ug der ihm verliehenen Herzogl. Sachsen⸗Koburg⸗Gothaische silbernen Campagne⸗Medaille zu Fesen. he

Stettin, 12. März. (B. N. d. O.) Wie man erfährt, he während der letzten Tage stellenweise bis zum Haff hin der Oder fest gelegen, was aber seit gestern sich ebenfalls gelöst ha⸗ ben dürfte. Hier an der Stadt ist Alles frei, und sind Schiffe und Kähne in Bewegung, um Ladung einzunehmen.

Breslau, 9. März. (Br. Z.) In der Sitzung der Stadt⸗ verordneten am 6ten d. M. kam der Kämmerei⸗Haupt⸗Etat für das Jahr 1844 zur Berathung und wurde ohne weitere Debatte geneh⸗ migt. Derselbe schließt mit einer Einnahme von 362,079 Rthlr. 3 Sgr. 5 Pf. und mit einer Ausgabe von 421,787 Rthlr. 14 Sgr. 10 Pf., also mit einem Desizit von 59,708 Rthlr. 11 Sgr. 5 Pf welches hauptsächlich durch die mit 61,422 Rthlr. 18 Sgr. 10 Pf. zur Vollendung des Baues der Vorder⸗ und Mittelmühle, der Was⸗ serkunst und Wasserkläre, durch die mit 12,000 Rthlr. zum Bau einer Remise für den Ledermarkt und durch die mit 5932 Rthlr. festge⸗ stellten Kosten zur Vollendung des Baues eines Schulgebäudes am vas ase F. Heseshen wird, in den ult. Dezember 1843 verbliebe⸗ nen Reserve⸗Beständen pr. 114,1439 23 ausreichende Deckung finbet. eeeleeef. let sege

Erfurt, 9. März. Nach den von den landräthlichen Behör⸗ den eingereichten Nachweisungen sind in dem verflossenen Jahre von den Gemeinden unseres Verwaltungs⸗Bezirks 60,725 Fuder Steine von den Aeckern abgelesen und solche, nebst einer bedeutenden Quan⸗ tität Bruchsteine und Kies, zur Verbesserung der Communications⸗ S eg 1 worden.

Zu gleicher Zeit sind von Gemeinden und Privatpersonen be⸗ deutende Baum⸗Anpflanzungen gemacht und berh urchorsenen ie⸗ Obstbaumstämme gepflanzt, 41,068 dergleichen durch Pfropfen Oku⸗ liren zc. veredelt, 52,238 schon veredelte Obstbäume verpflanzt und 955,676 Nutz⸗ und Brennholzbäume, einschließlich 57 Maulbeerbäume angepflanzt, außerdem aber mehrere hundert Morgen Forstgrund mit Nadelhölzern bepflanzt und mit Holz⸗Saamen besaͤet worden.

Die hiesige Königl. Regierung macht in dem heutigen Amts⸗ Blatte die Ortschaften namhaft, die sich bei dem Ablesen der Feld⸗

meinden, die sich bisher weniger eifrig bewiesen, dem guten Beispiele nachfolgen werden. 9 L898 8 Trier, 8. März. (Tr. Z.) Gestern Abend nach 6 Uhr traf in diesem Jahre das erste Dampfschiff der metzer Gesellschaft hier ein und diesen Morgen fuhr das erste Schiff der trierschen Gesell⸗ schaft nach Koblenz ab. Somit wäre nun die Mosel⸗Dampfschifffahrt für dieses Jahr wieder eröffnet.

Ausland. Deutsche Bundesstaaten.

Württemberg. Stuttgart, 8. März. (S. M.) Se. Majestät der König hat eine ziemlich ruhige Nacht gehabt; die gestern einge- tretene Verminderung der Krankheits⸗Erscheinungen erhält sich auch heute. Das Fieber ist mäßig.

„Baden. Karlsruhe, 8. März. (M. J.) In der heutige

Sitzung der Kammer der Abgeordneten 1.. vn Ieiha 8 Motion auf Einführung der Geschworenengerichte. Dem Schlusse folgte tiefer Eindruck; die meisten Mitglieder erhoben sich von ihren Sitzen zum Zeichen der Unterstützung. Blankenhorn unterstützte mit Wärme die Motion und beantragte die Berathung und den Voraus⸗ druck. Welcker, Gottschalk, Hecker, Knapp, Posselt, Bassermann spra⸗ chen sich mehr oder minder ausführlich für den Antrag aus. Jung⸗ hauns unterstützte ebenfalls die Berathung der Motion, glaubte aber daß die meisten für das Geschworenen⸗Institut angeführten Gründe sich auf die Oeffentlichkeit und Mündlichkeit beziehen, welche der neue Entwurf in vollem Maße gewähre. In ähnlicher Richtung erklärte sich der Abg. Böhme. Der Antrag, die Motion vorauszudrucken und in den Abtheilungen zu berathen, ward einstimmig angenommen.

Großh. Hessen. Darmstadt, 9. März. Das heute er schienene Regierungsblatt Nr. 11 enthält eine Bekanntmachung des Großh. Ministeriums der Finanzen, vom 22. Febr. über die Aus⸗ führung des Art. 3 des Vertrags wegen Fortdauer des Zoll⸗ und Handels⸗Vereins vom 8. Mai 1841 in Beziehung auf die Erhebung und Kontrollirung der inneren Steuern von Wein, Obstwein, Brannt⸗ wein, Bier und Taback. 8

Das von derselben Nr. des Regierungsblattes mi 1 Urtheil des Großh. hess. fürstl. isenb. Landgkrichts Nachdrucks, vom 16. Nov. 1840 (2²), erkennt in Denunciationssachen des Buchhändlers Theodor Gros zu Karlsruhe gegen den Buchdruk⸗ 8 ker Reining zu Büdingen wegen Nachdrucks ꝛc. zu Recht: „daß der Denunziat Buchdrucker Reining wegen Nachdrucks des badischen Ka-⸗ techismus in die gesetzliche Strafe von 20 Fl., so wie zu einer an den Verleger zu leistenden Entschädigung von 100 Fl., auch in die Kosten der Untersuchung zu verurtheilen, und die Confiscation der

nachgedruckten Exemplare auszusprechen sei ꝛc.“

Die Frösche“ des Aristophanes.

„Die Frösche“ des Aristophanes, übersetzt von Franz, mit Musik von Franz Commer (über deren Aufführung in der Sing⸗Akademie schon einmal in diesen Blättern ausführlich berichtet wurde) sind am 11ten wiederum vor einer geladenen Versammlung von Staatsbeamten, Gelehr⸗ ten und Künstlern im Konzertsaale des Königl. Schauspielhauses in der bekannten Art ausgeführt worden. Se. Majestät der König, Ihre Königl Hoheiten die Prinzen Karl und Adalbert beehrten von Anfang an die Vor⸗ lesung, und auch Se. Königl. Hoheit der Prinz von Preußen fand sich später ein Das Stück wurde, wie das erstemal, von dem als Maler und Dichter rühmlichst bekannten Herrn Kopisch ganz vorzüglich und an geeigneten Stellen mit wahr⸗ haft dramatischer Lebendigkeit gelesen. Die Musik, die sich die sogenannte (eigentlich nur in der Sage existirende) altgriechische nachzubilden bestrebt ist aus diesem Grunde sehr einfach, öfter moöonoton gehalten. Die größten⸗ theils unisono ausgeführten Chöre werden in der Melodie immer durch die Flöte verstärkt oder geleitet. In einem Männer⸗Chore wird der Gesang sogar nur von zwei Flöten während einer ganzen Klausel begleitet, was aber wegen der großen Kluft zwischen den Flöten und Tenoren, die durch Nichts ausgefüllt wird, gerade keine schöne Wirkung macht. Einer der gelungendsten Chöre ist wohl der erste (Chor der Frösche), der nur von Frauenstimmen unisono gesungen wird, und denen sich die melodieführen⸗ den Flöten auch besser anschmiegen wie den Tenorstimmen. Eine andere Frage wäre nun freilich die, ob die Auffassung des Chors überhaupt nicht insofern verfehlt zu nennen wäre, als er von Frauenstimmen ausgeführt wird? Die Aufführung des Stücks, wozu doch die Musik mitgehörk, soll uns das Wesen des griechischen Schauspiels vergegenwärtigen und nach⸗ bilden, wie kommt dann aber der Komponist dazu, einen Chor für Frauen . zu setzen, da bei dem griechischen Schauspiel Frauen gar nicht mit⸗

irkten. Die Instrumentation, die nur aus Blase⸗Instrumenten un besteht, nämlich außer den bereits erwähnten jdei Flöten he g Oboen, vier Hörnern und vier Posaunen, ist im Ganzen recht wirksam und angemessen; besonders sind die beiden Harfen mit Glück angewandt, weni⸗ er die Hörner, denen zu viel unnatürliche oder Stopftöne zugemuthet sind.

wirkung und Discretion Manches zu wünschen übrig. Der Eindruck, den das Ganze machte, war ein befriedigender zu nennen.

AKonzert der Miß Birch.

Einen größeren Wohllaut der Stimme, als bei Miß Birch, die am 11ten d. ein eigenes Konzert in der Sing⸗Akademie veranstaltete, haben wir bis jetzt noch selten gefunden; rechnet man hierzu ihre vorzügliche Tonbil⸗ dung, ihr schönes Portamento, ihre ausgezeichnete Kehlfertigkeit, die sich besonders bei Ausführung des Trillers auf das glänzendste bewährt, so sind dies Vorzüge, die man bei einer Konzert⸗Sängerin nicht häufig in solcher Vollendung antrifft. Entbehrt nun freilich ihr Vortrag der Waͤrme, führt sie z. B. auch nicht die Opern⸗Gesangsstücke mit solcher Kraft und solchem Feuer aus, wie wir es von dramalischen Sängerinnen gewohnt sind, cha⸗ rakterisirt sich ihr Vortrag im Gegentheil mehr durch eine gewisse eigen⸗ thümliche Ruhe, so entschädigt sie doch dafür wieder, wie schon oben angedeutet wurde, durch die außerordentliche Weichheit und Zartheit, mit der sie ihre dabei volle, reine Stimme oft mit wahrhaft zauberischem Reiz ertönen läßt. So sang sie z. B. die äußerst ausdrucksvolle und ihr in mancher Hinsicht besonders zusagende Arie von Händel „Holy Holy“ so gelungen, daß wir den wirklich meisterhaften Vortrag derselben zu den besten ihrer Leistungen an diesem Abend zählen müssen. Aber auch die anderen von ihr ausgeführten Piscen gaben ihr Gelegenheit, ihre musterhafte Gesangsbildung mit Erfolg in Anwendung zu bringen, und in den beiden italienischen Arien von Marliani und Pac⸗ cini gelangen ihr die vorkommenden Fiorituren, Passagien und Triller aufs vollkommenste. Die am Schluß gesungene englische Ballade „The Dream“ und den „Scotch song', die sie sich selbst am Piano begleitete, waren be⸗ sonders wegen ihrer Einfachheit geeignet, ihren oft mehr die Hervor⸗ bringung schöner Klänge, als einen überall der Composition ange⸗ messenen Ausdruck zum Zweck habenden, aus dem Innern sich entwickelnden Vortrag, zu zeigen, ein Bestreben, das ihr auch meisterlich gelang, wie der rauschende Beifall des Publikums bewies. Also vorzügliche Stimmmittel eben so schön ausgebildet, denen jedoch die Seele des Ausdrucks abgeht. In diesen wenigen Worten läßt sich das Gesammt⸗Urtheil über Miß Birch zusammenfassen. Unterstützt wurde die Konzertgeberin durch Dlle. Tuczek,

Die Ausführung des musikalischen Theils ließ in Bezug auf Zusammen⸗

11“

die J B. No nffean gedichtetes und von Julius Weiß kom⸗

ponirtes „Wiegenlied“ mit tiefer Empfindung sang. In der Compositi spricht sich ein schönes Talent für 1nag8 Sah, Liede inwohnenden, natürlichen, rührenden Gefühls⸗Ausdruck unverholen aus Der anhaltende Beifall, der dem Vortrage dieses seelenvollen Liedes folgte⸗ alt eben sowohl der lieblichen Sängerin, als der ausgezeichneten Composition selbst. Außerdem wirkte Dlle. Tuczek auch noch in dem Terzett aus den „Kreuzrittern“ von Meverbeer, das sie mit Miß Birch und Mad. Mortier de Fontaine sang, mit, und fand in diesem höchst kunstreichen, wirkungsvollen Musikstück vielfach Gelegenheit sich als sichere und routinirte Sängerin zu zeigen, so wie auch Mad. M. de Fon⸗ taine noch eine Arie aus dem „Fräulein am See“ mit Beifall vortru Eingeleitet wurde das Konzert durch den ersten Satz eines Trio's ber. Beethoven (B-dur) das von den Herren Mortier de Fontaine und Leo⸗ vold und Moritz Ganz brav exekutirt, so wie auch im zweiten Theile eine Fantasie von Lißt über ein Thema aus Niobe für Piano allein vom Ersteren mit Volubilität ausgeführt ward. Der Vortrag der Fantasie für Klarinette von Wagner durch Herrn Kammermusikus Nehrlich ließ in Bezug auf Deutlichkeit zu wünschen übrig; Herr Bötticher war wegen Unpäßlichkeit verhindert, zu erscheinen. Der Saal nur halb gefüllt.

Numismatische Gesellschaft zu Berlin.

Dieselbe versammelte sich am 4ten d. M. zum viertenmale

Vorsitz ihres Präsidenten, Sr. Durchlaucht des Fürsten Wilhelm R vdwafn Der Königliche Vice⸗Ober⸗Ceremonienmeister, Herr Baron von Stillfried, hielt einen ausführlichen Vortrag über die Geschichte der Siegel und Wappen der Grafen von Zollern und Burggrafen von Nürnberg, dessen 84g, folgende sind. 3

das älteste bekannte Siegel eines Grafen von Zoller⸗ i . phrakt und stammt aus dem zwölften Jahrhundert; 68 ü 88 8. Snna⸗ ler, Graf Burkard von Zollern, ohne Schild, aber mit einer 22 ten Fahne versehen, vorgestellt. Leider hat Gabelklover (Manuskript im Kabinets⸗Archiv zu Stuttgart), welcher dies Siegel beschreibt, keine Zeichnun desselben mitgetheilt. Die Siegel des XIII. Jahrhundertz erfallen a 1 solche, welche als „Wappenbild den Löwen und b. in solche, welche den quadrirten Schild führen. Beide Arten wurden sowohl von der schwä⸗ bischen, wie von der fränkischen Linie geführt. Das aͤlteste bis jeht