2 verleger 1 ä önig und die Königin 9 verlegen, und seine hohen Gäste, der König und die König = alsdann, wie man vermuthet, ihre Rückreise nach
dem Kontinent antreten.
X don, 11. April. Die Osterwoche, welche den wolken⸗ losen * füdländischen Mai, statt des wechselvollen Himmels eines englischen April mit sich brachte, hat aus der Stadt unsere fashionable und politische Welt entfernt. Fast kein Minister befindet sich in Whitehall, und kaum eine Dame sieht man durch den Park ziehen. Dessenungeachtet hat die Regierung die Zeit der Ferien nicht verloren, und man erwartet mit Bestimmtheit, daß Lord Ashley, wenn er seine Zehn⸗Stunden⸗Klausel in Antrag bringt, von einer Stimmen⸗ Majorität wie 30 zu 40 überstimmt werden wird.
Sir R. Peel hat zum erstenmal seit seinem Amts⸗Antritt den wichtigen Richter⸗Posten eines Lord⸗Chief⸗Baron, des Präsidenten der Exchequer, zu besetzen. Wahrscheinlich werden die Ansprüche des General⸗Prokurators allen anderen Rücksichten vorgehen, und wir werden demnach bald Sir F. Pollock, wenn auch wie ich glaube, ohne die Peerschaft auf der Bank sitzen sehen. In diesem Falle haben der Gewohnheit des üblichen Geschäftsganges gewiß die Rücksichten weichen müssen, welche die Entscheidung der Regierung vielleicht anders hätten ausfallen lassen. Es ist einmal Sitte, den General⸗ Prokuratoren die Wahl unter allen großen zur Zeit ihrer Amtsfüh⸗ rung vakant werdenden Richter⸗Aemtern freizustellen, und es verstößt wider diese Sitte, die Hoffnungen der Richter unterer Grade auf Beförderung zu ermuthigen, indem dadurch diese veranlaßt werden könnten, der gerade regierenden politischen Partei für immer dienst⸗ bar zu werden. So wird auch jetzt wahrscheinlich einiger wichtiger Prinzipe wegen der schwächere Mann die Stelle erhalten, welche Baron Packe, der zweite Richter bei der Exchequer, und der bei weitem ausgezeichnetste der englischen Richter, allein verdiente.
Der Advokatenstand Englands ist in einer schlimmen Lage. Der Tod in Folge übermäßiger geistiger Arbeiten hat in den Gerichtshöfen dermaßen seine Reihen gelichtet, daß von seinen großen Leitern der letzten zehn Jahre fast zu wenig übrig bleiben, um die nächsten Va⸗ kanzen auf der Bank auszufüllen. Sir William Follett, der jetzige General⸗Fiskal, steht noch allein unter den Männern erster Größe, und wenn er Kanzler wird, falls es seine Gesundheit noch erlaubt, so weiß ich für den Augenblick nicht, woher die großen Advokaten und die künftigen Richter von England genommen werden sollen. Der Boden ist indeß nicht unfruchtbar an großen Männern, und unter der — der Berufenen werden wohl die wenigen Auserwählten sich inden.
Unsere Fonds fahren fort, zu einer außerordentlichen Höhe zu steigen. Die Zprocentigen stehen schon 100 ¼, selbst die 3 ½ procentigen (die neulich reduzirten auf 30 Jahre garantirten Stocks) stehen auf 104. Wenn dies so fortgeht, so dürfte der Schatz⸗Kanzler im näch⸗ sten Jahre im Stande sein, noch eine weit größere Operation als die eben vollendete vorzunehmen; er könnte die Konsols in 2 ½ procentige umwandeln.
Schweden und Norwegen.
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Stockholm, 9. April. Se. Majestät so wie der Kronprinz,
und der Herzog von Upland, nahmen am Charfreitage das heilige
Abendmahl in der Schloß⸗Kapelle ein, wobei der Bischof Butsch aus Skara fungirte.
Der Herzog von Leuchtenberg wohnte am Oster⸗Sonntag nebst seiner Königlichen Schwester dem Gottesdienst in der katholischen Kapelle bei. Er scheint sich sehr wohl zu befinden und wird sich in acht Tagen über Schonen nach Berlin begeben. Die Reise von St. Petersburg hierher hat er in fünf Tagen, und die Ueberfahrt von Finnland in fünf Stunden gemacht.
Sonnabend überreichte der Königl. dänische Kammerherr, Graf von Blücher⸗Altona Sr. Majestät das Beileids⸗ und Glückwunsch⸗ schreiben, und der Gesandte Graf von Moltke das neue Beglaubi⸗ gungsschreiben als Gesandter von Seiten Sr. Majestät des Königs von Dänemarf. Sodann erhielt auch der Königl. französische Gesandte, Graf von Mornay, eine Audienz, um seine neuen Kreditive zu über⸗ reichen. Mit dem eigenhändigen Schreiben des Königs der Franzosen wird Herr von Bacourt (bisheriger Gesandter in Washington) hier erwartet.
Die Deputation, welche den Auftrag hat, sich den Kronprinzen zum Kanzler der Universität zu erbitten, ist hier angekommen. Eine von der Universität Lund zu gleichem Zwecke hier eingetroffene De⸗ putation hat schon am Dienstag Audienz beim Könige gehabt; aber man vernimmt in Beziehung auf beider Gesuche noch nichts Zuver⸗ lässiges über die Königliche Genehmigung derselben, obgleich die Zei⸗ tungen bereits allerhand Gerüchte mitgetheilt haben.
Es heißt, der König werde schon im Mai eine Reise nach dem westlichen Schweden und Norwegen vornehmen.
Im Buchhandel ist eine Schrift erschienen: „An Schwedens gemeinen Mann und alle Freunde des Vaterlandes“, unterzeichnet von den vom Reichstage her bekannten Patrioten aus dem Bauernstande, Hans Jansson an der Spitze, in ihrem und vieler ihrer Standes⸗ genossen Namen, um jetzt zur Beherzigung und Handhabung der Repräsentations⸗Reform aufzufordern. Das Aftonblad hat sie in extenso aufgenommen.
Christiania, 9. April. Se. Majestät der König haben auf den Antrag der norwegischen Regierung verordnet, daß zur Bestrei⸗ tung der der Civilliste obliegenden Ausgaben und der Königl. Hofhal⸗ tungskosten die vom Storthing bewilligten jährlichen 64,000 Spezies zur Verfügung Sr. Majestät zu stellen sind, dagegen die als Appa⸗ nage für Se. Königl. Hoheit den Kronprinzen ausgeworfene Summe von jährlich 32,000 Spezies, vom 8. März d. J. an, einbehalten wer den soll, bis das Storthing in Betreff des Beitrags der norwegischen Staats⸗Kasse an das Königliche Haus einen Beschluß gefaßt haben wird.
Die Tidning for Skandinavien will nach Briefen aus Stockholm wissen, daß der verstorbene König über sein nachgelassenes Privat⸗Vermögen in der Art verfügt habe, daß die Königin Wittwe 4 Millionen, die fünf Königlichen Kinder jedes eine Million, Graf Brahe das Gut Skarhult und eine halbe Million, verschiedene Per⸗ sonen vom Hofstaat 200,000 Rthlr., und Se. Majestät den Rest von wenigstens 4 Millionen erhalten werde; alles in Rthlrn. Reichs⸗ Schuldzettel (ein solcher Rthlr. ungefähr = 12 Sgr.) Sind diese IS. richtig, so würde das ganze Vermögen circa 14 Millionen
etragen.
Upsala, 2. April. (Stats⸗Tidning.) Se. Majestät der König hat dem akademischen Senat der hiesige Universität das nach⸗ stehende Lnädige Schreiben übersandt:
Unven Ve Pflichten Mich verhindern, das Amt eines Kanzlers der Hegerts vsala, welches Ich sechsundzwanzig Jahre innegehabt, noch sch 8 Abnfissenanten, so ist es Mir eine angenehme Pflicht, dem alademi⸗ 98. bee Feim für die Freundschaft und das Vertrauen, wovon Ich in
b ich 8 Ieeae so mannichsache Beweise erhielt, Meinen Dank aus⸗
udrüger eöm were dieselben nie vergessen und sie werden stets zu
Meinen schoͤnsten Erinnerungen gehören. Ich habe nicht nöthig 4 auf⸗ zufordern, auch ferner zur Beförderung ver Wissenschaften und zur Vil⸗
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dung der Jugend nach Ihren Kräften mitzuwirken, denn Ihre vaterländische Gesinnung und Ihr Eifer für den Ihnen anvertrauten hohen Beruf sind Mir bekannt und Ich weiß sie nach Verdienst zu schätzen. Wahre Auf⸗ klärung und wahre Gottesfurcht gründen auf dauernde Weise die Wohl⸗ fahrt und das Gedeihen der Völker. Zweifeln Sie nie an Meinen auf⸗ richtigen Wünschen und an Meiner lebhaften Theilnahme, womit Ich Ihren eifrigen Bemühungen folgen werde und empfangen Sie die Versicherung Meines besonderen Wohlwollens, womit Ich verbleibe Ihr wohlgewogener Stockholm, den 23. März 1844. Oskar.“
Spanien.
3 Madrid, 6. April. Auf die Freudenfeste, durch welche die Rückkehr der Mutter Isabella's II. verherrlicht wurde, folgten die erhabenen Mysterien der stillen Woche. In den letztvergangenen Jahren, als die Revolution und der Unglaube ihre vergängliche Herr⸗ schaft für gesichert hielten und die Regierung Alles aufbot, um die Diener des Herrn in den Augen des Volkes herabzusetzen, sah man selbst um die osterliche Zeit die Kirchen verödet und meistens nur das schwächere Geschlecht und abgelebte Greise dem Höchsten ihre Huldigungen darbringen, während die Altäre ihres Schmuckes und der Gottesdienst der ihm gebührenden Würde beraubt waren. Einen um so erhebenderen Aublick gewährten die von Andächtigen aller Klassen zu jeder Stunde überströmenden, auf das feierlichste geschmück⸗ ten Kirchen Madrids jetzt, wo es nicht mehr zum politischen Glau⸗ bensbekenntniß gehört, religiösen Indifferentismus zur Schau zu tra gen. Die Regierung hatte die zur würdigen Feier der Myste rien erforderlichen Gelder in vollem Maße angewiesen und dafür gesorgt, daß die Gläubigen durch keinerlei Art von Unfug in der Verrichtung ihrer Andacht gestört würden. Die Soldaten wurden compagnieweise von einer Kirche in die andere geführt. Die so eben aus der Verbannung heimkehrenden Erzbischöfe und Bischöfe hielten in den Hauptkirchen das Hochamt ab, und die Ordensritter von Calatrava, Alcantara, Santiago und Montesa wohn⸗ ten in der Ordenstracht dem feierlichen mehrstündigen Gottesdienste in den Kirchen ihrer Stiftung bei. In der des Ordens von Alcan⸗ tara wurde vorgestern der älteste Sohn des Grafen von Altamira (Herzogs von Montemar und Marquis von Astorga) in die Zahl der Ritter aufgenommen. Vorgestern, am heiligen Donnerstage, verrichtete die regierende Königin in der Säulenhalle des Palastes, in Gegenwart des Hofes, des diplomatischen Corps und einer großen Menge anderer Zuschauer, die Fußwaschung an elf armen Frauen und der Patriarch von Indien an dreizehn Greisen, welche darauf von der Königin eigenhändig auf das demüthigste bewirthet wurden. Dann fand in der Kapelle des Palastes die Anbetung des Kreuzes statt, und end⸗ lich begab sich die Königliche Familie zu Fuß in sieben dem Palaste zunächst belegene Kirchen, um dort dieselbe Andacht zu verrichten. Das diplomatische Corps, mit alleiniger Ausnahme des englischen Gesandten, die Minister, Generale, Hofbeamten beiderlei Geschlechts, die höchsten Behörden, das Ayuntamiento, die Provinzial⸗Deputation, sämmtliche Granden schlossen sich diesem Zuge an, der erst nach ein⸗ gebrochener Dunkelheit im Palaste wieder anlangte. Gestern schenkte die Königin, nachdem sie dem Gottesdienste in der Schloß⸗Kapelle beigewohnt hatte, mehreren zum Tode verurtheilten Verbrechern das Leben und verweilte dann drei Stunden lang knieend im Gebete, während die Jöglünge des Konservatoriums das erhabene Oratorium Haydn's, die sieben Worte des Erlösers, absangen. Nachmittags fand eine feierliche die Leidensgeschichte Christi vorstellende Prozession statt, die von der Kirche Santo Tomas ausging und bei dem Königlichen Palaste, auf dessen Haupt⸗Balkon die Königin, ihre Mutter und Schwester erschienen, vorüberzog. Die sämmtliche Pfarr⸗Geistlichkeit, die frommen Brüderschaften, das Ayuntamiento, der General⸗Capitain und 500 Offiziere und viele andere Personen wohnten dieser Pro⸗ zession bei.
Der französische Botschafter, Graf von Bresson, hat im Namen seines Monarchen dem Minister⸗Präsidenten, Herrn Gonzalez Bravo, dem Herzoge von Bailen (Castafos) und dem General Narvaez das große Band der Ehren⸗Legion eingehändigt. Der Introducteur des Ambassadeurs, Herr Arana, hat das Offizierkreuz dieses Ordens er⸗ halten. Es heißt, die Königin Isabella werde dem Herrn Guizot das goldene Vließ zuschicken.
Die Königin Marie Christine hat an die Stelle des Herrn Castillo y Ayensa, der sich mit Aufträgen der Regierung nach Rom begiebt, den bekannten Deputirten, Herrn Donoso Cortes, zu ihrem Kabinets⸗Secretair ernannt.
Man hat bemerkt, daß, als der Infant Don Francisco sich neu⸗ lich mit seiner Familie der Königin Christine im Palaste vorstellte, diese ihn sehr freundlich empfing und seinen ältesten Sohn anwies, sich neben die regierende Königin zu setzen.
Die Deputirten Corting, Madoz, Garnica, die als Anstifter des Aufstandes von Alicante und Cartagena verhaftet wurden, haben nunmehr die Erlaubniß erhalten, im Gefängnisse Besuche anzunehmen. Der Prozeß des Herrn Madoz wird in diesen Tagen vor der Militair⸗ Kommission verhandelt werden.
Das Gerücht, daß die Regierung mit dem Plan umgehe, eine Expedition gegen Marokko auszurüsten, erneuert sich, zumal seitdem auf eine spanische Fischerbarke, die sich der afrikanischen Küste bei dem Kap Negrete näherte, angeblich von den Marolkanern gefeuert und ein darin befindlicher Spanier erschossen wurde, ein Vorfall, den die amtliche Gaceta von vorgestern berichtet. Indessen wird die Re⸗ gierung vermuthlich die ihr zu Gebote stehenden Kräfte abwägen, bevor sie sich in ein so gewagtes Unternehmen einläßt.
Das Ministerium steht fester als je, und von einer Aenderung ist nicht mehr die Rede.
** Paris, 13. April. Eines der hiesigen Blätter läßt sich von der spanischen Gränze schreiben, daß unter dem Anhange des Obersten Amettler Bewegungen stattsinden, welche die Ruhe von Ca⸗ talonien aufs neue bedrohen, und daß die französische Regierung sich veranlaßt gesehen, die Bewachung der Gränze verschärfen zu lassen, um die nach Frankreich geflüchteten Freunde jenes Parteigängers an der Rückkehr nach Spanien zu verhindern. Von den Soldaten Amett ler's, welche nach der Bestegung seines Aufstandes als Kettengefan⸗ gene nach Cartagena geschickt wurden, sind am Sten wieder 350 auf dem Dampfschiffe „Isabella II.“ in Barcelona angekommen, wo man sie freilich einstweilen noch in Gewahrsam hält, wo man indessen über⸗ zeugt ist, daß die Regierung sie zu Belohnung ihrer guten Aufführung während des Aufruhrs in Cartagena in Freiheit setzen werde.
Am 3ten d. M. wurde in Barcelona ein Franzose verhaftet, der daselbst seit mehreren Jahren unter dem angenommenen Namen Prattencia das Handwerk eines Glücksritters trieb. Man fand bei ihm eine große Zahl von falschen Pässen, die er selbst fabrizirte, und die er zu dem Preise von 20 bis 30 Piastern an Leute verkauste, die mit der Instiz und der Polizei in Mißverhältnissen lebten, eine Industrie, welche ihrem Erfinder besonders in der ersten Zeit nach dem Wiedereinrücken der Königlichen Truppen in Barcelona viel Geld eingetragen zu haben scheint. Dieser sogenannte Prattencia nun soll ein Bruder des Darmes sein, der seiner Zeit als Königsmörder ge⸗ nannt worden ist. 1
Aus Pelaca auf Majorca wird ein sehr unglückliches Ereigniß gemeldet, welches sich in der kleinen Stadt Felanittz auf jener Insel
zugetragen hat. Eine große Prozession war am Sonntage vor Ostern
im Begriffe, in die Kirche zurückzukehren, als ganz unvor ergesehener⸗ weise eine lange Strecke der Kirchhofs⸗Mauer einstürzte. Ueber dreihundert Personen von der Prozession wurden von den Steinen der hohen Mauer theils auf der Stelle erdrückt, theils gefährlich verwundet. Die Behörden von Majorca haben sogleich Maßregeln getroffen, um den Familien der Verunglückten durch Geldunterstützun⸗ gen unter die Arme zu greifen.
Das in Algier erscheinende Blatt Akhbar enthält in seiner Nummer vom 4ten d. M. die Nachricht von der Ankunft von 195 spanischen Flüchtlingen aus Cartagena, unter denen sich zwei Generale, neun andere Offiziere der höheren Grade, der Präsident der Junta von Murcia, Marschall del Campo Ruiz, der Präsident der Junta von Cartagena, Artillerie⸗Brigadier Santa Cruz, der Vice⸗Präsident derselben Junta, Kommandant Gavari, und andere Männer von Be⸗ deutung befinden. Diese Flüchtlinge hatten sich kurz vor dem Ein⸗ rücken der Truppen des Generals Roncali mit einer großen Anzahl anderer Theilnehmer am Aufruhre unter den Schutz der fremden Konsuln, und hauptsächlich der Konsuln von Frankreich und England in Cartagena, begeben. Mit Besiegung großer Schwierigkeiten brach⸗ ten die Konsuln es dahin, die am meisten kompromittirten Personen an Bord des auf der Rhede von Cartagena liegenden französischen Schiffs „Cassard“ einzuschiffen und sie dadurch der augenscheinlichsten Lebens⸗ gefahr zu entziehen. Der „Cassard“ brachte die Flüchtlinge nach Oran, von wo sie indessen sogleich auf die „Sphinx“ gebracht und nach Algier geführt wurden, wo sie bleiben werden, bis die französische Regierung irgend eine Verfügung über sie getroffen haben wird. In den Häusern des englischen und des französischen Konsuls in Cartagena soll noch im⸗ mer eine Anzahl von Leuten versteckt sein, welche die Rache des Ge⸗ setzes zu fürchten haben. Unter den Personen, welche der General Roncali vor seiner Abreise aus Cartagena hat verhaften lassen, be⸗ findet sich nicht ein einziger Mann von Bedeutung. Der General Roncali, der bekanntlich nach Valencia zurückgekehrt ist, wird jetzt in Madrid erwartet, wohin ihn die Königin hat berufen lassen, um ihm persönliche Beweise ihrer großen Zufriedenheit mit den von ihm ge⸗ leisteten Diensten zu geben. ““
Portugal.
& Lissabon, 23. März. Es scheint, daß es in Folge des von dem Ministerium Herrn Hlozaga gegenüber beobachteten Ver⸗ fahrens zu Differenzen zwischen Herrn Costa Cabral, dem Minister des Innern, und dem britischen Gesandten, Lord Howard de Walden, gekommen ist. Dieser soll dem Minister darüber Bemerkungen miß⸗ liebiger Art gemacht haben, wogegen nun Herr Costa Cabral seiner⸗ seits dem Lord Howard de Walden vorgeworfen hätte, insgeheim die Pläne der Rebellen zum Umsturze der Regierung mit bewaffneter Hand zu begünstigen. Die Freunde des Herrn Costa Cabral wollen in dem Umstande, daß der Lord mit dem Grafen Bomfim und an⸗ deren Häuptern der Septembristen⸗Partei stets in sehr freundlichen Ver⸗ hältnissen stand, einen Beweis für die Wahrheit dieser Beschuldigung er⸗ blicken, und gehen sogar so weit, ungescheut zu behaupten, die Regierung habe Dokumente in Händen, die sie nach völliger Erstickung des Auf⸗ standes dem britischen Staats⸗Secretair des Auswärtigen vor Augen⸗ legen werde, um, darauf gestützt, die Abberufung Lord Howard's de Walden zu verlangen. So sagen die allgemein umlaufenden Gerüchte, indeß herrscht offenbar darin gewaltige Uebertreibung, und bei der Heftigkeit und dem Argwohn der sich bekämpfenden Partcien ist mehr als wahrscheinlich, daß auch der unschuldigste Schritt, die bloße Beob⸗ achtung conventioneller Höflichkeit, schon als verdächtig angesehen wird. Ich glaube durchaus nicht, daß aus all diesem Gerede eine ernstliche Folge erwachsen werde.
Von Coimbra, wo wieder vollständige Ruhe herrscht, vernimmt man, daß gegen 16 Studenten, die an den letzten unruhigen Vor⸗ fällen daselbst Theil genommen hätten, der Verlust der Matrikel aus⸗ gesprochen worden ist. Das Diario giebt die Namen derselben, und sonderbar genug sigurirt darunter auch ein Cabral. Man weiß nun ganz bestimmt, daß nicht über 30 Studenten im Ganzen an jenem tollkühnen Versuche Theil genommen hatten. Von Guerillas in jener Gegend nirgends eine Spur. Von Almeida her vernimmt man noch, daß der spanische General⸗Capitain Manso von Alt⸗Castilien wirklich vier spanische Schmuggler, welche Lebensmittel nach dem be⸗ lagerten Platze zu bringen versucht hatten, aber von den Truppen, die den Gränz⸗Kordon bilden, aufgegriffen worden waren, hatte er⸗ schießen lassen. Was das Bombardement von Almeida betrifft, das nun wirklich begonnen hat, so behaupten Viele, die mit dem Zustande der Festungswerke des Platzes genau bekannt sind, daß dies eine un⸗ nöthige Maßregel sei, da man den Plaͤtz bei der Ueberzahl der Be⸗ lagerungs⸗Truppen ohne viel Mühe und Blutvergießen durch gleich⸗ zeitigen Sturm gegen mehrere Punkte zugleich hätte nehmen können.
Nach der Angabe des Diario do Governo vom 30sten betru⸗ gen die Ausgaben der sämmtlichen Ministerien im Monat Januar 538 Contos, wovon beinahe die Hälfte, nämlich 230 Contos, auf das Kriegs⸗Departement allein kommen. Man bemerkt unter den einzeln aufgeführten Posten unter anderem die Zahlung der Pension des Herzogs von Victoria (des Herzogs von Wellington) für das Jahr 1843 mit 7 Contos und 200 Milreis; dann jener des Grafen vom Cap St. Vincent (des britischen Admiral Sartorius) für das zweite Semester von 1843, die am 1. Januar fällig war, mit 1 Conto 200 Milreis. Die offizielle Liste giebt bei Anführung der Namen der ein⸗ zelnen Pensionaire zugleich überall den Betrag der ihnen ausgewor⸗ fenen Pensionen und das Datum der Verleihung derselben an. Die des Herzogs von Wellington wurde durch ein Dekret vom 3. Mai 1811 verliehen, und beträgt nach englischem Gelde jährlich 1620 Pfd. St., was also für die letzten 33 Jahre zusammengenommen die bedeutende Summe von 53,460 Pfd. St. ausmacht. Die Pension des Grafen vom Cap St. Vincent wurde durch Dekret vom 26. April 1835 ver⸗ liehen, und beträgt jährlich 2 Contos 400 Milreis, oder nach engli⸗ schem Gelde 540 Pfd. St. Die Pension des Herzogs von Beresford, 13. Februar verliehen. 8
O München, 13. April. Den mit der letzten Post au Athen und Syra hierhergelangten Briefen und Zeitungen wird nach⸗ träglich noch mancher nicht unerhebliche Gegenstand entnommen und viel besprochen. Für gewisse Kreise, ist es z. B. nicht uninteressant, zu vernehmen, daß die gegenwärtigen Minister den Anstrengungen keinesweges gleichgültig zusehen, welche von den verschiedensten Seiten her gemacht werden, ihnen möglichst schnell die Portefeuilles zu ent winden. Nehmen auch unter den Minister⸗Kandidaten nach wie vor die Herren Kolettis, Maurokordatos und Metaras, als die Häupter dreier förmlich organisirter Parteien, unbestritten den ersten Rang ein, so giebt es doch kaum einen einzigen nur einigermaßen im Vordergrunde der Parteien stehenden Griechen, welcher sich nicht befähigt und be rechtigt hielte, eine Ministerstelle zu verlangen. Und vollends das Porte feuille des Innern zu einer Zeit, wo gegen 200 Heterotochtho nen aus ihren Aemtern zu entlassen und folgerecht diese Aemter wie⸗ der zu vergeben sein werden. Daher ist es begreiflich, daß sich Alles um den Thron drängt und so die Königliche Entscheidung nur noch mehr erschwert, während die gegenwärtigen Minister Hunderte von Ordenskreuzen auf einmal zu ihrer Disposition verlangen,
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Anhänger zu befriedigen, der tausend sonstigen Verheißungen nicht zu gedenken, die sie in Ermangelung reellerer Gaben für ihre Freunde in steter Bereitschaft haben.
Hofmarschall von Heß, welcher früher häufig genannt wurde, hat, einer schriftlichen Angabe nach, nun auch seine Entlassung aus dem griechischen Dienst erhalten und wird schon bald hierher zurück⸗ kehren. Daß die ohnehin schon sehr geringe Zahl von Deutschen unter der niederen Hof⸗Dienerschaft jetzt noch mehr werde vermindert werden, wird ebenfalls als voraussichtlich gemeldet. Dagegen hört man, daß es den übrigen Deutschen, welche Geschäfte treiben, in denen sie keine Griechen zu Konkurrenten haben, jetzt wieder eben so wohl und noch wohler gehe, als vor dem September⸗Aufstand. Nur solche Handwerker, welche Griechen zu Lehrlingen gehabt und in diesen sich Geschäfts⸗Nebenbuhler herangezogen haben, müssen sich gefaßt halten, solcher Konkurrenz und den gegen sie geübt werdenden Chikanen zu erliegen.
Unter den kurz vor dem 26. März angekommenen Fremden be⸗ fand sich die Gräfin Ida von Hahn⸗Hahn, welche auf dem gewöhn⸗ lichen Dampfboot von Alexandrien eingetroffen war. Der Quaran⸗ taine halber hatte sie noch nicht landen können. Wenigstens melden dies die Zeitungen, während man in Briefen wohl voreilig liest, die geniale Reisende sei bereits bei Hof empfangen worden.
Von den Tagesblättern scheinen einige denn doch nicht ganz mit dem neuen Wahlgesetz einverstanden zu sein, da sie seine Bestimmun⸗ gen als mit dem monarchischen Prinzipe unvereinbare und der grie⸗ chischen Nation keine Bürgschaften der Ruhe verheißende bezeichnen. Gleichwohl ist nach den bedauernswerthen Wahrnehmungen, die ge⸗ legentlich der Berathung in der National⸗Versammlung über die Kö niglichen Modificationen zum Verfassungs⸗Entwurfe gemacht werden mußten, kaum im Ernste daran zu zweifeln, daß auch das Wahlgesetz, wie bereits bemerkt, ohne wesentliche Abänderungen oder vielmehr ganz so werde sanctionirt werden, wie es von der National⸗Versamm⸗ lung entworfen worden ist.
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Beirut, 8. März. (Wien. Ztg.) In Betreff des wich
tigsten militairischen Punktes im Gebirge, Deir el Kamar, hat die Pforte beschlossen, daß ein christlicher und ein drusischer Unter⸗ Kaimakam nebst einem muselmännischen Gerichtsbeamten daselbst resi diren sollen. Eine starke türkische Militair⸗Abtheilung unter einem Obersten und mit einigen Feld⸗Batterieen versehen, wurde dahin zur Besatzung beordert. Der Scheich Francis el Karrein, welchen man im Lande der Mutualen vermuthete, ist im Kastravan abermals auf⸗ getreten, wo ihm eine Abtheilung irregulairer Reiter des Emirs Kaidar entgegengesendet wurde. In Damaskus ist an einem der bedeutendsten Bey's die Todes⸗ strafe vollzogen worden, was unter den Einwohnern große Sensation erregte, indem, wiewohl in diesem Falle in Folge billigen Spruchs erfolgt, sie laut des Hatti⸗Scheriffs nur nach vorgängiger großherr⸗ licher Bestätigung hätte vollzogen werden sollen.
In Folge gewisser Zwistigkeiten, welche in Betreff der Kopf⸗ steuer zwischen den Administratoren und zwischen den griechischen Ein⸗ wohnern des Dorfes Harbeja entstanden waren, sind etwa 80 der Letzteren zur protestantischen Kirche übergetreten, angeblich um des von den biblischen Missionarien ihnen zugesagten Schutzes theilhaftig zu werden.
Aegpnpten.
Alexandrien, 19. März. (A. Z.) Ein in Europa sehr ge wöhnliches Ereigniß hat Alexandrien in Bewegung gesetzt; eine Feuers⸗ brunst war seit 20 Jahren hier nicht gesehen worden; am 7ten d. wurde ein im Bau begriffenes Haus von der Flamme ergriffen, und bei den traurigen Erfahrungen, die wir bei dieser Gelegenheit über die Löschungs⸗Anstalten (2 kleine Pumpen, wozu das Wasser auf Ka⸗ meelen herbeigeschafft werden mußte) gemacht haben, können wir uns nicht anders als Glück wünschen zu der Feuchtigkeit, die uns vor ähn⸗ lichen Vorfällen bewahrt.
Ein bedeutender Diebstahl ist kürzlich hier begangen worden. Als Thäter wird der Hausnarr des Vice⸗Königs angegeben, der mit seinen Diamanten unsichtbar geworden.
Am Aten d. wurde die direkte Linie der Dampfböte von Mar⸗
seille hierher eröffnet, vermittelst welcher die Briefe in 8 Tagen hier⸗ herkommen. Am 5ten d. ist die Gräfin Hahn⸗Hahn, von Ober⸗Aegypten zu⸗ rück, hier angekommen und 2 Tage darauf mit dem Dampfboot nach Syra und Athen abgegangen, wo sie einige Zeit zu verweilen ge denkt.
Alexandrien, 23. März. Seit einigen Tagen hatte die hiesige europäische Kolonie bedeutenden Grund zur Unruhe; am 19ten d. M. wurde nämlich die Tochter eines reichen jüdischen Banquiers von der Pest befallen und starb am Tage darauf. Wer Alexandrien kennt, der weiß, daß, streng genommen, alle Europäer bei diesem Falle kompromittirt sind, da fast alle Europäer entweder in der Fran kenstraße oder auf dem Platze vor derselben wohnen, welcher letztere als Börse sowohl, wie als Spaziergang dient. Indessen scheint die Krankheit keine Kraft zu haben, da gottlob bis jetzt Niemand weiter angesteckt wurde. Der Vater und die Brüder der Verstorbenen wurden in Quarantaine gesetzt, aber die Associés und Commis in der Bank sind frei. Gestern kamen zwei arabische Matrosen zu der Be⸗ hörde, um zu sagen, daß einer ihrer Kameraden die Pest hätte; wer die Araber kennt, weiß, daß diese beiden Matrosen, die selbst kom⸗ promittirt sind, unterweges wenigstens hundert Bekannte gefunden haben, und daß sie bei jedem stehen bleiben, die Hand drücken ꝛc. Dennoch gingen Beide ruhig wieder nach Hause, nur der Kranke wurde ins Hospital gebracht. Wenn das Gist der Krankheit hier in Alerandrien so ansteckend wäre, als es sich von jeher in Europa ge⸗ zeigt, wenn die Plage durch irgend einen Zufall dahin gebracht wurde, so würde es schwer sein, drei oder vier Jahre in Aegypten sein Leben zu bewahren. 8
Der Vice-König wird in diesen Tagen von Kahira nach Unter Aegypten abreisen und von dort hierher kommen. Ibrahim Pascha, dessen Gesundheits⸗Zustand einige Befürchtungen eingeflößt hatte, ist gänzlich wiederhergestellt. Die meisten der hiesigen General Konsuln sind von Kahira zurückgekehrt.
5 Tuni s. 28.&☚ Paris, 12. April. Nach den letzten Berichten aus Tunis vom 24. März waren daselbst in der sogenannten Bai von Karthago eine ganze Woche über zwei Fregatten, eine englische und eine sardi⸗ nische, vor Anker gelegen, deren Befehlshaber erklärten, den Auftrag zu haben, sich zu versichern, wie der Zustand des Landes sei, und ob die ausländischen Einwohner, sardinische sowohl als solche von ande⸗ ren Nationen, keine Besorgnisse hegten, beunruhigt zu werden aus Anlaß der Kriegsrüstungen, welche der Bey fortwährend trifft. In⸗ deß sollen sie die Ueberzeugung erlangt haben, daß die Europäer, da⸗
mals wenigstens, vollkommene Sicherheit genossen, und für den Au⸗
genblick auch keine Besorgniß vor Störung derselben hegten. Der Bey hatte im Lager von Mamudhia 12,000 Mann regelmäßiger Truppen und 15,000 Mann unregelmäßiger versammelt, die aus allen Theilen der
Regentschaft zusammengekommen waren. Ein französischer Offizier, deren sich bekanntlich eine gewisse Anzahl im Dienste des Bey befindet, führte den Oberbefehl im Lager, das durch die Mannigfaltigkeit der Trachten und die verschiedenen Manövers dieser Truppen einen äußerst malerischen An⸗ blick gewähren soll. Aber natürlich muß sich jedem Unbefangenen die Frage aufdrängen, ob diese französischen Offiziere auch dann noch im Dienste des Bey bleiben und dessen Truppen gegen europäische, gegen christliche Heere führen würden, in dem Falle, daß es wirklich zum Ausbruche offener Feindseligkeiten zwischen Sardinien und dem Bey kommen, und die erstere Macht ein Corps gegen Tunis schicken sollte, um diesen Platz anzugreifen? Es ist dies aus allgemeinen Rücksichten wie aus der freundlichen Stellung der beiden Höfe von Paris und Turin zu einander schwerlich zu glauben, und französische Offiziere würden sich wohl auch nicht zu Werkzeugen für die Durchführung der Pläne der fanatischen Bekenner des Islams daselbst hergeben wollen.
☚ Paris, 13. April. Am 28. März ist das sardinische Dampf⸗ schiff „IJnchiusa“ mit wichtigen Depeschen für den Admiral Owen zu Malta eingelaufen. Unmittelbar danach schickte dieser das Dampf⸗ schiff „Polyphemus“ nach Tunis ab, wo bereits die englischen Dampf⸗ Fregatten „Belvidera“ und „Devastacion“, dann das Dampsfschiff „Geyser“, sich befanden. Man schloß zu Malta aus dieser Bewe⸗ gung, daß der Bey von Tunis, so wie Sardinien, die Vermittelung Frankreichs und Englands angenommen haben, und daß man sonach einer Ausgleichung des Streites zwischen den beiden ersteren mit Sicher heit entgegensehen dürfe.
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☛ Paris, 11. April. Die letzten Nachrichten aus Galveston (Texas) reichen bis 7. März. General Murphy erklärt öffentlich, daß man Mißbrauch mit seinem Namen getrieben habe, als man durch denselben die Angabe bekräftigen wollte, als habe der Senat der Ver⸗ einigten Staaten einen Vertrag Behufs des Anschlusses von Texas an dieselben bereits ratifizirt. Die ganze Thatsache sei unwahr und erfunden. Es hieß am 7ten zu Galveston, Capitain Hays habe west⸗ lich von las Nueces ein Gefecht mit einer Abtheilung Mexikaner ge⸗ habt, mehrere getödtet oder verwundet, und fünf oder sechs gefangen genommen, die nach dem Sitze der texianischen Regierung nach Washington geschickt worden wären. Auf Befehl des Präsidenten Honston war die Schatzkammer auf 60 Tage geschlossen worden, und während dieser Zeit sollten keine Schatz⸗Billets vom Finanz⸗Departe⸗ ment ausgegeben werden. Die Einnahme des Zollhauses von Gal veston während des letzten Vierteljahres von 1843, das mit 31. De zember zu Ende ging, hatte 52,147 Dollars 3 Cents betragen. Das Schiff „Henrique“ war mit 136 Auswanderern zu Galveston ein⸗ getroffen.
Eisenbahnen.
Schweidnitz, im April. (Schl. Z.) Der Bau am hiesigen Eisenbahnhofe ist mit einemmale inhibirt worden. Das Direktorium der Gesellschaft hat bis jetzt dem Ministerium noch keine Anzeige von der Art und Weise der Ausführung der ganzen Bahnstrecke, sowohl von Königszelt hierher, als auch von der Anlage des Bahnhofes selbst, gemacht, wiewohl zu erwarten stand, daß wegen der Festung nicht geringe Schwierigkeiten in den Weg treten würden. Es war daher Pflicht des Direktoriums, sich schon früher darum zu beküm⸗- mern, wo und wie gebaut werden könne, als die Zeit abzuwarten, wo der Bau mit einemmale unterbrochen wird.
RNostock. (H. C.) Dieser Tage wurden wir von einem Er⸗ eigniß bewegt, was kurze Zeit vorher noch für ganz unmöglich da selbst gehalten wäre, nämlich die Eröffnung einer Actienzeichnung zu einer Eisenbahn von hier über Schwerin nach Hagenow zum Anschluß an die Berlin-Hamburger Bahn. Auf wirklich überraschend schnelle Weise hat dies Projekt, neuerdings von einigen verdienstvollen Män nern angeregt, allgemeinen Anklang gefunden und macht dadurch seine völlige und baldige Ausführbarkeit nicht mehr zweifelhaft. Ein pro⸗ visorischer Ausschuß zur ersten Vorbereitung ist aus den geachtetsten Bewohnern gebildet, und seit dem 6ten d., wo zuerst die Artienzeich⸗ nung eröffnet wurde, sind für mehr als 400,000 Rthlr. Actien, gecc⸗ tentheils aus der Stadt selbst, unterschrieben, und der Eifer dafür hat noch lange nicht aufgehört.
Paris, 13. April. Da es dem Minister der öffentlichen Ar beiten, Herrn Dumon, nicht gelungen, die beiden Paris⸗Versailler Eisenbahn⸗Gesellschaften vom rechten und vom linken Ufer zu einer Vereinigung zum Behufe der Ausführung der Linie von Chartres zu veranlassen, so soll die Konzession für diese neue Bahn weder der einen, noch der anderen dieser beiden Gesellschaften verliehen werden. Man versichert, Herr Dumon habe das von einer englisch⸗französischen Compagnie an ihn gerichtete Gesuch um Ueberlassung der Konzession für diese Bahnlinie sehr günstig aufgenommen; sie wolle die Bahn linie von Chartres mit der Paris⸗Versailler Bahn vom linken Ufer in Verbindung setzen; ihr Kapital belaufe sich auf 40 Millionen Fr.
London, 13. April. Vom 20sten d. M. ab erscheint hier eine neue Wochenschrift für Eisenbahnen unter dem Titel: Railway Chronicle, Journal of engeneering improvements, mechanical inventions, public works etc., welche in Rücksicht des enormen in Eisenbahnen angelegten Kapitals, das man auf 60 Mill. Pfd. St. schätzt, in Rücksicht der durch die Eisenbahnen herbeigeführten allge⸗ meinen Entwickelung der industriellen Fähigkeiten, endlich in Rücksicht der weit ausgedehnten Betheiligung des Publikums an der Anlage von ECisenbahnen bei dem bisherigen Mangel zuverlässiger Be⸗ richte darüber, ein tiefgefühltes Bedürfniß befriedigen soll. Das Railway Chronicle verspricht, über folgende Gegen⸗ stände die zuverlässigsten Nachrichten zu geben: über den jetzigen und künftigen Zustand der gegenwärtig in Anwendung kommenden Eisen⸗ bahnen; über die Lage, die Entwickelung und den Werth auswärtiger Bahnen; über die Verwaltung und die Einnahmen; über den Werth der Actien; über die Eisenbahn⸗Verhandlungen des Parlaments, des Handels⸗Büreaus und anderer Staats⸗ und Munizipal⸗Behörden; über Eisenbahn⸗Gesetzgebung, Eisenhandel und Maschinenwesen im In- und Auslande, neue Erfindungen, Eisenbahn⸗Literatur ꝛc. ꝛc.
Berlin-Stettiner Eisenbahn. Frequenz in der Woche vom 7. bis incl. 13. April 6149 Personen.
Handels- und Börsen-Nachrichten.
Berlin, 18. April. Die Umsätze in Eisenbahn⸗Actien waren heute nur in einigen Effekten, als Bayerischen, Anhalter, Livorno und Zarskoje⸗ Selo zu besseren Coursen sehr bedeutend, während in den übrigen Effekten keine besondere Verändernng bei mäßigem Betrieb stattgefunden.
Stettin, 15 April. (B. N. d. O.) Landmarkt vom 13en d.:
W Roggen. Gerste. Hafer. Erbsen. 8 4 3 2 Wsp. 17 a 19 32 a 35 Rthl.
Zufuhren... Preise.
Retoggen: 33 — 27 „
Samen. Winterraps und Rübsen vom Boden wird jetzt zu 68 Rthl. erlassen, Schlagleinsamen zu 48 Rthlr. Frage zu diesen Notirungen für beide Artikel aber ist nicht bemerkbar. 8
Spiritus aus erster Hand zur Stelle 25 — ½ %.
Rüböl noch immer weichend, in loco zu 9 ½ Rthlr., pr. April zu 9 ½ Rthlr., Sept. / Olt. und Okt./Nov. zu 10 ½ Rthlr. und heute selbst zu 10 ½ Rthlr. gekauft. “
Breslau, 13. April. Getraide-Preise.
Höchster: Mittler: Niieedrigster Weizen 1 Rthl. 25 Sgr. — Pf. 41Rthl. 20 Sgr. 9 Pf. 1 Rthl. 16 Sgr. 6 Pf. Roggen LI 8 — „ 14.. S 6 4 „ß11n 6 p Gerste — » 29 „ — „ — „ 28 „ 27
2 8
3 „ — » 27 » 6 b Hasfer — »„ 21 „ .6 “
Magdeburg, 16. April. Höchster und niedrigster Getralde⸗Marktpreis pro Wispel: Weizen: 45 — 38 Rthlr. Gerste: 27 ½ — 20 ½ Rthlr.
Hafer: 20 — 17½ „
Pearis, 13. April. Die Course der französischen Nenten waren heute von Eröffnung der Börse an angeboten, die Geschäfte darin jedoch nicht von Belang. Zu dem Rückgang derselben trug der der Konsols an der londoner Börse vom 11ten, wie auch das Gerücht bei, der König sei un⸗ wohl geworden, und es habe ihm zur Ader gelassen werden müssen. In spanischen Fonds ging wenig um. Das Gerücht von neuen Unruhen, die im Königreich Neapel ansgebrochen wären, wirkte ungünstig auf die neapo⸗ litanischen Renten ein.
London, 12. April. (B. H.) Getraidemarkt. Die Zufuhren von englischem Weizen sind während der Woche mäßig gewesen, und die wenigen, zum heutigen Markte frisch angekommenen Proben wurden zu un⸗ seren Notirungen geräumt. — Für verzollte, fremde Waare gab es etwas mehr Frage, da sich mehrere Käufer aus entfernten Distrikten am Markte befanden, der Umsatz war im Ganzen aber nicht bedeutend, auch können wir keine Erhöhung in den Preisen berichten. Wir hörten nichts von Ab⸗ schlüssen in Bond und f. a. B. — Malzgerste behauptete sich im Werthe, da aber beinahe 7000 Qr. von auswärts angekommen sind, geht es mit dem Absatze von abfallenden Sorten langsam zu einer Preis⸗Erniedrigung von völlig 1 Sh. — Bohnen und Erbsen wie früher. — Mit Hafer bleibt es fest; es wurde aber nicht viel darin umgesetzt.
Durchschnittspreise der letzten 6 Wochen. “ Weizen. Gerste. Haser. Noggen. Bohnen. Erbsen.
Endigend am Sh. Pre. Sh. Pee. Sh. Pce. Sh. Pce. Sh. Pce. Sh. Pce. 1. März 56 2 33 9 20 — 35 3 30 5 8. 66 3 33 6 19 11 33 9 31 — 81 8 656 — 33 3 20 33 8 34 3 34 4 66 65 389 1 29 34 4 3 56 5 83 7 9 8 33 56 32 10 20 33 9 ₰ 1 Gesammt⸗Durchschn.⸗Pr. 55 1 33 2 20 11 3 Zoll auf fremdes Getraide .
bis 17, April 1416 — 5 — 6 9 s8 0 Auf Getraide aus den Kolonieen 3 — — 6 2 326
Auf fremd. Mehl 5 Sh. 6 Pece. Mehl aus den Kolonieen ½ Pee. pro Ct.
Londoner Durchschnitts⸗Preise vom 9. April. Weizen. 2868 Qr. 56 Sh. 2 Pce. Roggen .. 58 Qr. 31 Sh. 10 Pece. Gerste. 4925 „ 34 „ 5 „ Bohnen 917 „ 29 „ 2 » Hafer 24033 „» 20 „ — » Erbsen. 428 „ 1
Getraide⸗Ein⸗ und Ausfuhr in voriger Woche.
Weizen. Gerste. Malz. Hafer. Rog⸗ Boh⸗ Erb⸗ Wik⸗Lein⸗Rapp⸗ Einfuhr, gen. nen. sen. ken. saam. saam. engl. 5024 2238 4340 1252 — 1058 424 46 58 — scht.. hen 888 — 18c2 irländ. — 50 1820 — — ausländ. 2586 70 810 — 1765 Ausfuhr 683 —
11 Den 18. April 1844.
30 1 31 —
Pr. Cour.
Brief-] Geld.
3 3 8 Kectien.
Fonds. V
8 3 8 2¹1 1 5 [Url. Pots. Eisenb. 30¾ 159 ½ St. Sehuld-Sch. 3 ¾ 10¹1½ 100½ do. do. Prior. Obl. 103 ⅓
39
Pr. Bugl. 0 bl. 30. 4 — 8 . Mgd. Lpz. Eisenb. 193
5.„ 1,C. 1 3 6 1 2. 1 8 9 1. 88 do. do. Pelor, Obl.
ur- u. Noumärk. gb .Aunh. Biseub. Schuldverschr. 3 ½ 100 ½ 8n 822 8 öxse-
Herl. Stadt-Obl 3 * 2 do. do. Prior. Obl. Danz. do. in Th. — 48 Düss.Fon.ns
. 82‿q 5 r. Obl. Westpr. Pfandbr. 3 ½ 100 ¼ b“X“ 1 8 Rhein. Eisenb. Grossb. Pos. d0. 4 —
1 3 99‧ do. 88 Fesgec S 1 do. v. Staat garant. 3 ½ Bo 3 1 8 3* Url. Frankf. Bisb.
bOmnm. do. 2 2 exla⸗ b P 9 01 . Kur- u. Neum. do. 3 ½ 101 2 40 49. 18 5 3 KEhe d g at⸗ 7 e. 0 b.-Sechles. BRisb. Seblogiec E1“ do. Lt. B. v. eingez. Gold al mareo. — — B.-St. E. Lt. A u. B Friedrichsd'or. 3 13 1h⁄ 119 [Magd.-IHHalbst. B.* And. Gldm. à 5 Th. — 12 ½ PBresl- Schweidn.- Disconto. . Freihg. Risenlb.
Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr.
Brief. Geld.
Amsterdamumum ö 250 Fl. Kurz 141⅔ — W“ 250 Fl. 2 Mt. 141 — IHIamburg u 300 Mb. Kurz 150 ½ 150 ½4 do. 300 MM. 2 Mt. 149 ⅔ 149 ⅔ London . 1 LSt. 3 Mt. 6 24½ 6 24 ⅔1 Z “ 300 Fr. 2 Mi. 79 8G 79 , Wien in 20 Nr. 150 Pl. 2 Mt. 104 — Augsburg 150 Pl. 2 Mt. 102 ½ 102 Hrerüin“ „... 100 Thu. 8 99 ½ 99 ½ 100 Fl. 2 Mt. 56 22 100 SRüll.]¹ 3 Wocb. 107 ½
WMechsel- CGours.
Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss..
Fraukfuet a. M. WAaAh Petersburg
Auswärtige Börsen. 116“ Se Amsterdam, 14. April. Niederl. wirkl. Sch. 61 ½¼. 5 % Span. 21 ⁄¾. Antwerpen, 13. April. Zinsl. —. Neue Anl. 21 ¼. Frankfurt a. M., 15. April. 5 % Met. 113 ⅛ G. Bank-Aecten 2010. p. ult. 2012. Bayr. Bank-Actien 704 G. Ilope 90. Stiegl. 89 ¾⅔. Int. 60 ⅓ Poln. 300 Fl. 94 ¾ G. do. 500 Fl. 99 ¼4. do. 200 Fl. 32 G.
Hamburg, 16. April. Baunk-Actien 1680. Buagl. Ruass. 113 ½ Be.
Paris, 13. April. 5 % Rente üun cour. 123. 25. 3 % Rente ün cour. 83. 50. 5 % Neapl. au compt. 101. 80. 5 % Span. Rente 35. Pass. —.
Anl. de 18234 149 ½, de 1839 131 ½. hamk-Avtien 1626. Noerdb. 146 ½. Gloggn. 113]2 Meil. 108 Livorn. 105 ½. Pesth