1844 / 169 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Ausland.

BPeutsche Bundesstaaten. verzo geb. Sachsen⸗Kob „Gotha. Ihre Kö⸗ Herzogthum Sachsen⸗Koburg FDe . nigl. Hoheit die Frau Herzogin von Kent, welche mit dem g e

von Leiningen am 12. Juni zu Koburg eintraf, hat sich sog eich nach dem Sommerschloß Rosenau begeben, wo sie während der Dauer ihres Aufenthaltes wohnen wird. Man berichtet aus Koburg vom 13. Juni, nächster Tage werde im dortigen Theater ein großes Kon⸗ zert veranstaltet, bei welchem eine neue religiöse Kantate, von der Composition des regierenden Herzogs, unter Mitwirkung aller nicht unbedeutenden dasigen musikalischen Kräfte, zur Aufführung komme.

1““

Fürstenthum Neuß⸗Greiz.

Das fürstliche Haus ist durch den am 14. Juni zu Greiz erfolgten Tod des (nur vier Monate

alt gewordenen) Erbprinzen in die tiefste Trauer versetzt.

Freie Stadt Frankfurt. Ein „von der Elbe“ datirter (auch in das Journal de la Haye vom 13. Juni⸗ übergegan⸗ gener) Artikel des Journal de Francfort findet es unbegreif⸗ lich, daß man in unserem Zeitalter der Prinzipien und vollendeten Thatsachen den persönlichen Zusammenkünften der Souveraine noch solche Wichtigkeit beilege, um zu glauben, die Anwesenheit des Kaisers Nikolaus in London könne der durch Geschichte und Lage des Landes vorgeschriebenen englischen Politik eine andere Richtung geben oder gar eine Allianz zwischen England und Rußland zum Nachtheil des europäischen Friedens herbeiführen. Eine solche Allianz sei schon we⸗ gen der gegenseitigen Stellung beider Mächte in Europa undenkbar. Uebrigens bleibe der Kaiser in seiner Politik in Bezug auf Europa den Grundsätzen der heiligen Allianz, d. h. der moralischen Ver⸗ pflichtung aller Souveraine zum Frieden, treu. Da diese Allianz von Rußland ausgegangen, fühle der Kaiser natürlich zu den Staaten, die von ihr und ihren Grundsätzen abgewichen, weniger persönliche Zu⸗ neigung als zu denen, die ihr getreu geblieben; aber er werde, von seinem historischen Standpunkt aus, nie persönlichen Groll zu politi⸗ schen Zwecken gebrauchen. Die RNeise des Monarchen nach London giebt das Journal de Francfort zu verstehen möchte weni⸗ ger einen bestimmten politischen Zweck haben, als für die materielle Entwickelung Rußlands folgenreich sein. Wenn aber auch zwischen den russischen und englischen Interessen Kollisionen beständen, so sei es besser, sie friedlich zu lösen. In den kürkischen Angelegenheiten sei Englands natürlicher Verbündeter L esterreich, und eine englisch⸗russische Allianz könne nie über eine Frage ent⸗ scheiden, zu der vor Allem die Zustimmung des wiener Kabinets ge⸗ höre. Der Kaiser wolle der Königin Victoria seine Huldigung per⸗ sönlich darbringen; selbst die strengste diplomatische Etikette könne an der Reise des ritterlichsten der Souveraine keinen Anstoß nehmen. Jedenfalls habe diese Reise eine hohe Idee von den Gesinnungen und dem historischen Gesichtspunkte des Kaisers gegeben, der ein Land besuche, wo politische und Preßfreiheit herrsche und wo polni⸗ sche Associationen bestehen, und zwar ganz allein, ohne eine von je⸗ nen Sympathieen, welche die Popularität gewährt, jedoch im Gefühl seiner souverainen Tugenden, im Glauben an seine politischen Bekennt⸗ nisse, und mit dem Muthe, den immer die Wahrheit gewährt.

O München, 13. Juni. Leider ist gestern Abends hier eine Anstalt durch die seindliche Gewalt der Flammen vorläufig. zerstört worden, die bereits angefangen hatte, unter den industriellen Eta⸗ blissements Bayerns eine vorzügliche Stelle und unter denen ihrer

Art geradezu die erste einzunehmen. Erst in den jüngsten Wochen war öffentlich viel die Rede von der durch den Banquier Ritter von Maffei gegründeten Maschinen⸗ Fabrik, indem eine aus ihr hervor⸗ gegangene Lokomotive auf unserer Eisenbahn ihre ersten Probe abrten gemacht, durch Eleganz und seltene Solidität die allgemeinste Aufmer samkeit erregt und bei allen Sachkundigen die gerechte Würdigung gefunden hatte. In der kurzen Zeit von kaum länger als einer Stunde ist diese Fabrik gestern durch eine plötzlich entstandene und mit kaum glaublicher Schnelligkeit über drei Gebäude verbreitete Feuersbrunst in Asche gelegt worden, obschon die Hülfe aus der Stadt an Löschmannschaft und Spritzen so schnell auf der Brandstätte er⸗ schien, als es die Entfernung nur immer gestattete. In Folge der reißenden Schnelligkeit, mit welcher sich die Flammen verbreiteten, scheinen auch die meisten oder doch sehr viele Vorräthe, Geräthschaften und kostbare Werkzeuge aller Art, Modelle, Arbeits-Gegenstände, wie z. B. eine fast vollendete zweite Lokomotive für die Staats⸗Eisenbahnen, u. s. w. verbrannt oder zerstört worden zu sein; doch fehlten daͤrüber nooch die bestimmten Angaben.“) ““ eE11.4A4*“ Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 12. Juni. Die allgemeine Diskussion über den die Eisenbahn von Orleans nach Bordeaux betreffenden Gesetz⸗Entwurf wurde heute geschlossen und der erste Artikel dann ohne Debatten genehmigt. Durch dieses Vo⸗ tum ist indeß über die wichtige Frage, ob die Bahnen vom Staat oder von Compagnieen vollendet werden sollen, noch nichts entschieden, sondern nur der Bau schon durch ein früheres Gesetz festge⸗

einer stellten Linie, gegen die kein ernstlicher Einwand zu erheben war, an⸗ geordnet. Diese Bahn, welche die südwestlichen Departements mit der Hauptstadt verbinden soll, ist eine der wichtigsten Lebensadern für den öffentlichen Wohlstand, und die ganze Kammer genehmigte einstimmig die 54 Millionen für die dem Staate zufallenden Ar⸗ beiten, wie auch der weitere Beschluß ausfallen möge. Von den Herren Pouillet, Gouin, Muret de Bort, Chasseloup⸗Laubat und Cremieur wurden verschiedene Amendements vorgeschlagen, wonach der Kammer jetzt drei Systeme zur Berathung vorliegen: das System der Regierung oder die Ausführung der Eisenbahnen nach den in dem Gesetz vom 11. Juni 1842 aufgestellten Grundsätzen; das gemischte System, welches dem Staat die Erdarbeiten und die Legung der Schienen zuertheilt und Pachtgesellschaften mit höchstens zwölfjähriger Betriebspacht an die Stelle der Finanz Gesellschaften setzt; endlich das System, welches dem Staat den vollständigen Bau und auch den Betrieb der Eisenbahnen übertragen will. Zwei Minister, die Herren Lacave⸗Laplagne und Duchatel beantworteten die Reden der Herren Gouin und Muret de Bort. Beide suchten das Gesetz vom 11. Juni 1842 zu rechtfertigen und die Mitwirkung der Privat⸗Gesellschaften

bei der Vollendung der Eisenbahnen als unerläßlich darzustellen. Beide

entwarfen ein trübes Gemälde von Frankreichs Finanzzuständen und schienen die Möglichkeit einer beträchtlichen Anleihe zur Bestreitung der Ausgaben, die der Schatz zu tragen haben würde, wenn er den in dem Gesetz von 1842 den Compagnieen zugewiesenen Antheil noch selbst übernähme, in Zweifel zu ziehen. 1 Der Finanz⸗Minister sagte unter Anderem: Ich stand im Jahre 838, als die Regierung die vollständige Ausführung des Eisenbahnnetzes auf Staatslosten vorschlug, allerdings dem Finanz⸗Departement vor, aber seitdem hat die Frage eine andere Gestalt angenommen, sie ist nicht mehr mnangerührt, denn es sind bereits Ausgangslinien von Eisenbahnen bewilligt.

*) Die Augsburger Allgemeine Zeitung vom 14. Juni mel⸗ det aus München, die Hauptgebäude, welche die Werkstätten, die Modelle und Maschinen enthalten, seien verschont geblieben. Anmerk d. Red.

Auch hat man die Frage in der Zwischenzeit besser studirt. Ueberdies hatten wir im Jahre 1838 eine Milliarde, die später anders verwendet worden ist. Hätten wir diese noch, dann würde auch ich rathen, den 600 Millionen des Gesetzes von 1842 noch die amendementsweise vorgeschlagenen 400 Millionen hinzuzufügen. Aber wir haben jene Milliarde nicht mehr, ich kann also ohne Inkonsequenz das gemischte System von 1842 unterstützen. Ich halte es übrigens auch im Interesse der schnellen Beendigung der Arbeiten für besser. Endlich mache ich noch bemerklich, daß die Eisenbahnen, wenn sie sich in den Händen von Compagnieen befinden, Kapitalien herbeirufen wer⸗ den, die eine Staats⸗Anleihe niemals heranziehen würde.

Herr Gouin: Die ganze Frage läßt sich darauf zurückführen, ob die Regierung das Legen der Schienen uͤbernehmen oder diese an Compagnieen überlassen will. Wenn sie sich zu Ersterem nicht entschließen kann, so möge sie wenigstens einstweilen, während sie die technischen und Erd⸗Arbeiten aus⸗ führen läßt, noch in eine Vertagung der Konzession willigen.

Der Minister des Innern: Wir haben schon gar zu viel ver⸗ tagt und bleiben hinter allen anderen Nationen zurück. Wenn nun auch die von Herrn Gouin verlangte Vertagung keine so absolute ist, wie die vorhergegangenen, so wäre es doch immer ein Aufschub. Die Ausführung des Gesetzes von 1842 aber wird weniger Verzug verursachen. Ich kann mich eines peinlichen Gefühls nicht erwehren, wenn ich sehe, daß man, statt frisch ans Werk zu gehen, die Zeit mit Abänderung bestehender Beschlüsse verbringt. Wäre die vollständige Ausführung von Seiten. des Staats möglich, so möchte ich sie gern vorschlagen, ja selbst den Betrieb auf Rechnung des Staats. Ich finde aber das Spstem vortheilhafter, nach welchem die Schienen von Privat⸗Gesellschaften gelegt und von diesen nach vierzigjähriger Ausbeutung dem Staate überlassen werden. Dieses System beugt Eventualitäten vor. Ueberdies läßt es einen Theil der Ausgaben durch den Eisenbahnverkehr selbst bestreiten, wogegen das, welches man uns vorschlägt, die Kosten ganz dem Staate zur Last legt. Im Jahre 1842 besorgte man eine schlechte Wahl unter den in Vorschlag gebrachten Linien und fand in dieser Hinsicht in der Mitwirkung der Comdagnieen eine Bürgschaft. Man hatte Recht, und man muß auch jetzt noch Recht haben, wenn man dies will. Ich komme nun zu der Finanzsfrage. Die Legung der Schienen würde 400 Millionen erheischen. Nichts leichter, sagt man, als diese Summe durch ein Anleihe sich zu verschaffen. Ich erinnere mich aber, welche Mühe Herr Humann hatte, als er im Jahre 1841 zu einer Anleihe genöthigt war. Trotz aller Bestürmungen, mit denen man ihn belagerte, setzte er doch den Betrag nur auf 150 Millionen fest, und alle Welt gab ihm Recht. Und wenn man so lühn von dem Kredit des Landes mit Rücksicht auf die Aus⸗ führung der Eisenbahnen spricht, scheint man gar nicht zu bedenken . daß andere Fälle eintreten können, wo man dieses Kredits sehr bedürfen möchte. Genug, meine Herren, die durch das Gesetz von 1842 festgestellie Theilung der Arbeiten ist nützlich und weise. Sie haben dies vor zwei Jahren selbst so gefunden. Die Zukunft bleibt dabei frei, und die Eisenbahnen kommen zu Stande. Ich fordere daher die Kammer auf, nicht davon abzugehen.

Paris, 13. Juni. Der Präsident der Deputirten⸗Kammer hat es für angemessen erachtet, derselben in Erinnerung zu bringen, was sie bis jetzt in dieser Session, welche beinahe seit einem halben Jahre eröffnet ist, zu Stande gebracht hat und was ihr noch zu thun vorliegt. Er hat daher den Stand der Kammer Arbeiten bis zum 8. Juni drucken und vertheilen lassen. Bis dahin hatte die Kammer 20 Gesetz⸗Entwürfe und einen Antrag, den der Herren Mauguin, von Lassalle und Tesnières, die Weinfälschung betreffend, angenommen. Außer den Finanz⸗Gesetzen sind die wichtigsten unter den angenom— menen die über die Jagd, die Gewerbesteuer, die Gefängnisse, die Erfindungs⸗Patente und die Rekrutirung. Nur eine einzige Eisen⸗ bahn, die von Montpellier nach Nismes, ist bis jetzt in dieser Session bewilligt worden. Außerdem hat die Kammer 32 Ge⸗ setz⸗Entwürfe von lokalem Interesse und 15 über Territorial⸗ Abgränzungen votirt. Die Zahl der noch zu berathenden Gesetze ist 33, wozu noch 8 Vorschläge kommen. Das wichtigste un⸗ ter den Gesetzen ist das Budget; dann kommen die Gesetze über die Eisenbahnen nach der nördlichen Gränze, von Orleans nach Bordeaux, von Paris nach Lyon, von Tours nach Nantes und die von Rennes, über welche sämmtlich Bericht erstattet ist. Noch im Rückstande sind die Berichte über die Gesetz Entwürfe in Betreff der Zölle, des Rech⸗ nungs⸗Abschlusses des Budgets für 1842, der Fuhrwerks⸗Polizei, der Besteuerung des einheimischen Zuckers, des Nachdrucks von Werken, die in Sardinien erschienen sind, und der Bewilligungen für die Maͤ⸗ rine. Das Uebrige sind wieder aufzunehmende Gesetz⸗Entwürfe, wie der über die Theater, über den Staatsrath und über die Pensionen. Es ist indeß wenig wahrscheinlich, daß die Kammer sich mit diesen noch beschäftigen wird. Unter den Vorschlägen ist ei⸗ ner, die Berieselungen betreffend, wieder aufzunehmen; über zwei andere, in Betreff der Leiche des General Bertrand und der Witt⸗ wen und Kinder dramatischer Autoren, ist Bericht erstattet; noch rück— ständig sind die Berichte über die Vorschläge, welche die Bedingungen für die Zulassung und Beförderung im Staatsdienste, das politische Domizil, die Sicherung der Wahlfreiheit, den Zeitungsstempel und das Briefporto betreffen. Die Geldforderungen, welche im Laufe dieser Session in der Kammer in Beantragung kommen, und von denen ein Theil schon genehmigt ist, belaufen sich zusammen auf 1,596,707,024 Fr.

11 Paris, 13. Juni. In der Deputirten⸗ Kammer kündigte der Präsident heute bei Beginn der Sitzung an, daß es sich nur um die verschiedenen Systeme der Ausführung handle. Herr Cremieun schlägt einen Zusatz⸗Paragraphen vor und entwickelt ihn, wonach sogleich ein Kredit von 14,500,000 Fr. angewiesen werden soll, nämlich 11 Millionen zur Erbauung des Schienenweges und 3,150,000 Fr. zum Ankauf des Betriebs⸗Materials für die Eisen⸗ bahn von Hrleans nach Tours. In dem Maße, in welchem die Ar⸗ beiten auf den verschiedenen Sectionen der Bahn beendigt sein wer⸗ den, soll durch die Legislatur für die zur allmäligen Legung der Schienen und zum Ankauf des Betriebs⸗Materials auf den Sectio nen, welche zur Schienenlegung bereit sind, durch neue Kredite gesorgt werden. Der Zweck dieses Amendements ist, die Eisen bahnen durch den Staat erbauen und auch ausbeuten zu lassen. Das Amendement wurde bei der Abstimmung verworfen. Die Kam⸗ mer schreitet nun zur Diskussion eines anderen Amendements der Herren Pouillet, Gouin und Chasseloup⸗Laubat, wonach eine Summe von 54 Millionen zur Errichtung der Eisenbahn zwischen Tours und Bordeaux und eine Summe von 47 Millionen zur Legung der Schienen auf der ganzen Strecke der Linie von Orleans bis Bordeaux angewiesen werden soll. Der Zweck dieses Amendements war ebenfalls die Ausführung durch den Staat; aber in einer Reihe

von folgenden Artikeln wird den Staaten die Befugniß gelassen, den Betrieb der Bahn an Gesellschaften in Pacht zu überlassen. Der Minister der öffentlichen Arbeiten faßt die gegen den Ent wurf vorgebrachten Einwürfe zusammen. Man habe denselben kritisirt 1) im Interesse des Schatzes; 2) wegen der Ausdehnung, welche dadurch der Agio⸗ tage gegeben werde; 3) im kommerziellen Interesse; 4) im Interesse der Zukunft der Eisenbahnen; 5) in der Ungleichheit der Vertheilung, welche der Entwurf auf der Oberfläche des Königreichs vornehme. In Betreff des Interesses des Schatzes müsse er sagen, daß die Be⸗ rechnungen des Herrn Gouin ein Roman seien. Nach denselben wür⸗ den die Kosten der Eisenbahnen in 17. Jahren dem Staate ersetzt und zurückgezahlt sein; es sei unbegreiflich, sage Herr Gouin, daß die Regierung einen solchen Vortheil von der Hand weise. Die Regie⸗ rung aber, müsse er erwiedern, habe nicht die Wahl, denn jene Be⸗ rechnungen seien falsch. (Bewegung.) Der Minister ging nun in eine nähere Widerlegung ein, mit welcher er b. Post noch ncen v6 v

O Paris, 13. Juni. 8 der Vereinigten Staaten von Nord⸗Amerika an heute f

Herr King, neu ernannter Gesandter unserem Hofe, hat

rüh seinen ersten amtlichen Besuch bei Herrn Guizot abgestat⸗ iet, um dem Minister seine Kreditive vorzulegen und ihn um die

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Audienz zu ersuchen, in welcher er dem König der Franzosen dieselben

wird überreichen können.

Herr King hatte mit Herrn Gutzot eine

sehr lange Konferenz, die sich auf die Einverleibung von Terxas in on der nordamerikanischen Staaten bezogen haben soll. Frank⸗ reich ist berufen, in dieser Frage, welche zu einem offenen Bruch

die Uni

zwische

den droht, eine

un Mexiko und den sehr

reich im Begriff steht, eine umj eigenen Beschwerden Gehör zu verschaffen, so kann das plötzliche Er⸗

scheinen einer französis

wichtige Rolle

Vereinigten Staaten Anlaß zu wer⸗ 8 zu spielen. Da Frank⸗ Flotte nach Mexiko zu senden, um seinen

chen Flotte vor Veracruz das Projekt des Prã⸗

sidenten Santana, mit dem Schwerdte in der Hand die Einverlei⸗

bung von Texas verhindern zu wollen, ganz lähmen.

daher vom Präsidenten Tyler beauftragt worden sein,

Herr King soll die Absendung

einer französischen Flotte nach den Gewässern von Mexiko wo mög⸗

lich zu

die Einverleibung von Texas zu verhindern,

ubeschleunigen.

Obwohl England das größte Interesse hat,

so hat das Kabinet der

Tuilerieen doch die amtliche Gewißheit, daß der Widerstand der bri⸗

tischen Regierung gegen die Ausführung

eines solchen Projekts sich

darauf beschränken wird, die Protestation der mexikanischen Regierung

in Washington zu unterstützen.

Den Vereinigten Staaten muß be⸗

sonders daran liegen, daß die Form der in Frage stehenden Protestation

so beschaffen sei Streit zwischen Washington und Santacruz ohne daß brauchte.

man zu offenen

Dies aber hängt hauptsächlich jetzt

um im Wege diplomatischer Unterhandlungen den

ausgleichen zu können, Zuflucht zu nehmen

Feindseligkeiten seine von Frankreich ab.

Will es gegen die Regierung von Mexiko, und dazu ist gegenwärtig der rechte Moment, energisch auftreten und eine ansehnliche Seemacht nach Veracruz absenden, so wird sich die merikanische Regierung wohl hüten, in einen doppelten Kampf mit Frankreich und Nord⸗Amerika sich

einzulassen. Bei dem guten Einvers

tändniß, welches zwischen Frankreich

und Nord⸗Amerika besteht, muß Santana immer befürchten, daß beide

Nationen sich gegen Mexiko vereinigen;

er wird daher so gelinde

Saiten als möglich in seiner Protestation gegen die Einverleibung von

Texas

aufziehen und die

ganze Sache auf einen Notenwechsel be⸗

schränken. So viel verlautet, ist das französtsche Kabinet entschlossen,

sein Möglichstes zur

Verhinderung eines Krieges zwischen Mexiko und

Nord⸗Amerika zu thun, weil sich ihm hier eine erwünschte Gelegen⸗

heit bietet, nebenbei für den Ausfuhrhandel Frankreichs, sowohl von

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der mexikanischen als von der nord⸗amerikanischen Regierung, wichtige Vortheile zu erwirken.

Man wundert sich, daß unser Hof noch nicht i

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Anzeige hat einrücken lassen, daß er wegen des Ablebens des Her

zogs von Angouléme Trauer anlegen wolle. türlich; der Herzog von Angouleme war ke um welches amtlich die Trauer getragen wird. Königlichen Familie von Frankreich wandtschaft mit dem Verstorbenen,

Dies ist aber ganz na⸗ kein gekröntes Haupt, Die Trauer der beruht nur auf der engen Ver⸗ ist also eine einfache Privat⸗An⸗

gelegenheit, welche nicht den Hofstaat, sondern nur die Mitglieder der

Königlichen Familie berührt. flüssig, durch den Moniteur Bei dem gestrigen Abendzirkel

nigin

Faubourg St. Germain

als die Prinzessinnen

haben sich wechselseitig verpflichtet,

Unter solchen Umständen wird es über⸗ anzuzeigen, daß Trauer anzulegen ist in Neuilly erschienen sowohl die Kö⸗

Die Notabilitäten des

in Trauerkleidern. j in Folg

des Ablebens des Herzogs von Angoulème, drei Monate lang, von gestrigen Tage an gerechnet, keine Einladung zu Bällen und anderer Belustigungen anzunehmen.

gänge

ihnen

ihm d

nicht unsere

strebt

zeigen

ten zu Viele

Der Zeit

willen gehen

fremd

Ich

heit

sere

spani

Oberhaus.

der englischen Reg

zubeugen?

den Frieden erhalten,

müssen 1 de Ich muß auf den Streit zw

da die Folgen seiner Ver hervorgerufen hätten.

drohten. 3 I 4 INT1 zur Zeit es unglaublich erscheinen lasse, daß die spanische Regierung ohne

bissen

nesens vnissen, anderen Ländern herrschen. Die G hne Zweifel nicht blos eine spanische Frage; aber die Wahr⸗ Madrid dem englischen wie dem 8 durchaus verheimlicht, und Beide wurden nicht eher aufgeklärt, spanische Regierung ihre Ab eröffnete der Kaiser von Marolko,

Marokko war o

diehen trauen

Schluß zu b. schen Regierung den V

Grossbritanien und Irland.

Sitz in den französischen

zwischen Frankreich und M land nicht gleichgültig sein, fand sich heute veranlaßt, eine nähere Erklärung über das Verhalten ierung gegenüber den dortigen Ereignissen von den Ministern zu fordern. Seine Fragen bezogen sich auf folgende Punkte: Erstens, ob der edle Lord (der Minister der auswärtigen Angelegen⸗ heiten) dem Hause sagen könne, rokko ausgesandte Expedition auf gierung unternommen werde; zweitens, Marokko die Feindseligkeiten wirklich eröffnet worden wären, und drit⸗ tens, ob Ihrer Majestät Konsuln an

zu Gebote stehenden

ie Versicherung geben,

als das Bestreben, in irgend ei genug, r National⸗Ehre un sond denselben

sein, des K.

das Unheil

wieder herzustellen, wo er

ung vom 13. Juni. Die letzten Vor Besitzungen Afrika's, welche einen Krieg arokko voraussehen lassen, können für Eng⸗ und der Marquis von Clarendon

daß die von Spanien nach Ma⸗ Anrathen der französischen Re⸗ ob zwischen Frankreich und

den Küsten der Berberei alle

Mittel angewandt hätten, Angriffen vor⸗

Er halte die Fragen für sehr wichtig, einestheils wegen der Verpflichtungen, welche England Marokko gegenüber habe, an⸗ derentheils wegen der freundlichen Beziehungen Marokko's zu England, welche der Kaiser jenes Reichs stets aufrechtzuerhalten bemüht gewe⸗ sen sei.

Lord Aberdeen: Myl wort auf die drei Fragen meines edlen Freundes zu ertheilen.

ords, ich will versuchen, eine genügende Ant⸗ Zuerst will ich daß mir keine Ausübung irgend einer Gewalt

oder eines Einflusses in diesem Lande wünschenswerther oder nützlicher er⸗ scheint, als Feindseligkeiten.

unter allen Umständen eine Wiederholung von nem Lande der Welt zu verhindern. Es ist

daß wir durch alle nur möglichen Mittel, welche sich mit

d unseren wesentlichen Interessen vertragen, ern wir müssen auch auf das Eifrigste be gebrochen ist; wir rieges in jedem Theile der Welt verhindern. ischen Sardinien und Tunis hinweisen, um zu

‚daß wir das Mittel zur Erhaltung des Friedens zwischen zwei Staa⸗ Weiner Zeit gewesen sind, da dieser Friede ernstlich bedroht war, und

Ich k

letzung ein sehr großes, bedeutungsvolles Unheil

ann mich der Besorgniß nicht hingeben, wie es

thun, daß unsere Interessen im mittelländischen Meere in Folge der

Verringerung unserer dortigen Fl. HEAE die Staaten dort das Dasein dieser Flotte nicht in Zweifel ziehen werden.

zwischen S Mein

Streit

gedauert.

er behauptet, daß ein spanischen 1as wesen sei; es haben schon le beid . wer 9 öen und diese mögen, durch jenen Vorfall allerdings verstärkt, die spanische Regierung zu entschiedeneren Schritten veranlaßt haben. Ich

Konsular

edler

„Agenten die

n Flotte gefährdet sind, denn ich glaube, daß panien und Marokko hatte schon lange Freund ist nicht gut berichtet, wenn Fall die Hinrichtung eines Ursache dieses Streites ge⸗ auf beiden Seiten Beschwer⸗

einziger

lange vorher

icht auf eine Erörterung der Gerechtigkeit dieser Beschwerden näher ein⸗

Mein edler Freun en Beistand und Rat sollte glauben,

wurde in

waren, auf England setzt Vermittelung bringen. Zu

mein daß man dort nicht nach den Ansichten handelt,

wünsche, um

welche so stark geworden waren, daß sie unmittelbare Feindseligkeiten

d aber behauptet, daß der Zustand Spaniens h eine solche Expedition unternehmen werde.

edler Freund kennt Spanien hinlänglich, welche in Die angedrohte Expedition gegen

französischen Gesandten als bis die Als die Dinge so weit ge⸗ welcher sein Ver⸗ britischen Regierung, daß er un⸗ diese Frage zu einem friedlichen derselben Zeit machte unser Gesandter der orschlag, sich zu diesem Endzwecke unserer guten

sicht veröffentlichte.

per

m Moniteur die

seit der Ankunft des Königs in Belgien anzuführen, die von meiner

Nachtheil des Landes vor.

Behörden zu bedienen; und der französische Botschafter, damit ich doch zeige, daß die französische Regierung keine andere Absichten verfolgt ver⸗ band sich aufs innigste mit dem britischen Gesandten, um die spanische Re⸗ gierung zum Nachgeben zu bewegen. Da nun beide Mächte unsere Ver⸗ mittelung angenommen haben, so glaube ich, auf gerechte und vernünf⸗ tige Weise diese Frage hinsichtlich des Streites zwischen Spanien und Marokko erledigt zu haben. Mein edler Freund fragt sodann, ob zwischen Frankreich und Marolko nicht schon Feindseligkeiten stattgefunden haben? Wenn mein edler Freund mich danach gestern gefragt hätte, so würde ich ihm geantwortet haben, daß nicht allein keine Feindseligkeiten statt⸗ gefunden hätten, sondern diese auch, aller Wahrscheinlichkeit nach, nicht zu erwarten wären. Obgleich nun ohne Zweifel ein kleines Gefecht stattgefunden hat, so hoffe ich doch noch zuversichtlich, daß demselben nichts Derartiges folgen wird, was man einen Krieg nennen kann, und zwar aus diesem Grunde: die von dem Kaiser von Marofko an der französischen Gränze versammelten Streitkräfte sind in den letzten Tagen vor dem Ge⸗ fechte mehr als um die Hälfte verringert worden. Die französische Regie⸗ rung und die französischen Autoritäten in Algier waren über dies Ereigniß eben so erstaunt, wie Jedermann in diesem Lande. Es ist klar, daß die Mauren, ungeachtet der Zurückziehung der Truppen, der angreifende Theil gewesen sind; es ist augenscheinlich, daß das Gefecht durch den Fanatismus einer kleinen Abtheilung Reiterei, welche sich den französischen Kantonni⸗ rungen mehr aus Neugierde als aus irgend einem anderen Grunde genähert hatte, verursacht worden ist. Die Affaire war unbedeutend, denn nicht mehr als 25 Mann wurden verwundet. Mein edler Freund mag nur der gesun⸗ den Einsicht Frankreichs vertrauen, und ich glaube auch, daß er dies thut, wenn er sagt, daß Frankreich unter den Umständen, unter welchen es sich, Marokko gegenüber, befindet, keinen Krieg mit diesem Reiche wünsche. Ich glaube deshalb, daß wir das Fortbestehen jener wenn auch nicht freundschaftlichen, doch, wie bisher, friedlichen Beziehungen zwischen dem Kaiser von Marokko und der französischen Regierung erwarten können. Ich will meinem edlen Freunde noch sagen, daß ich keine Nachricht von der Erklärung eines heiligen Krie⸗ ges erhalten habe, und ich glaube, daß eine solche Erklärung gar nicht ge⸗ macht worden ist. Wenn ein solcher Krieg wirklich ausbrechen sollte, so würden alle Bemühungen, ihn zu verhindern, an dem Fanatismus der Mauren scheitern. Da ich aber die Absichten beider Regierungen kenne, so glaube ich nicht, daß das stattgefundene Gefecht ernstliche Folgen haben kann. Was die dritte Frage des edlen Lords betrifft, so sind alle Gerüchte von der Ver⸗ nachlässigung der Pflichten unserer Konsuln unbegründet.

Die übrigen Verhandlungen des Hauses waren von keinem Interesse. London, 14. Juni. Die Niederkunft Ihrer Majestät der Königin wird zu Anfang des nächsten Monats erwartet und soll, den getroffenen Anordnungen zufolge, diesmal in Schloß Windsor statt⸗ finden. „Das Unterhaus hat vorgestern den Antrag des Herrn Ward über die Regulirung der irländischen Kirchen⸗Verhältnisse mit 274 ge⸗ gen 179 Stimmen verworfen. Gestern beschäftigte das Haus eine lange Diskussion über einen Antrag des Herrn Hawes gegen die Bank⸗Reform der Regierung, welcher indeß mit 185 gegen 30 Stim⸗ men zec src wurde.

d“*“ Brüssel, 14. Juni. Die Repräsentanten⸗Kammer beschäftigt sich seit vorgestern mit dem Gesetz⸗Entwurfe über die Besteuerung der Tabacks⸗Production, gegen den ebenfalls, so wie gegen die Dif⸗ ferenzial⸗Zölle, zahlreiche Petitionen eingegangen sind. Der Finanz⸗ Minister vertheidigte das Gesetz und behauptete, daß die Tabacks⸗ bauer sich bei denselben besser stehen würden, als jetzt, denn die Auf⸗ lagen auf den einheimischen und fremden Taback seien in ein solches Verhältniß gestellt, daß die einheimische Kultur künftig einen Schutz von 135 Fr. genießen werde, wo der Schutz jetzt nur 62 ½ Fr. be⸗ trage. Die Nothwendigkeit einer Auflage auf die inländische Tabacks⸗ Production rechtfertigte der Minister durch das zu deckende Desizit in den Finanzen. Herr Dumortier, einer der Hauptgegner des Ge⸗ setzes, meinte, daß dieses Defizit schon auf anderem Wege gedeckt sei, denn die Konvertirung der Rente habe bereits eine Ersparniß von 1 ½ Millionen eingebracht, das Gesetz über Salz und Zucker bringe dem Schatz ½ Million, die Einkünfte von den Eisenbahnen hätten in den vier ersten Monaten dieses Jahres fast eine Million mehr be⸗ tragen, als in den entsprechenden des vorigen, dazu kämen noch die Differenzial⸗Zölle und andere Maßregeln, von denen man eine Ver⸗ mehrung zu erwarten habe. Eine Besteuerung des einheimischen Tabacks würde diesen Industriezweig ganz vernichten, denn man dürfe nicht aus den Augen verlieren, daß der amerikanische Taback in Bel⸗ gien um 50 bis 60 pCt. wohlfeiler verkauft werde, als der inlän⸗ dische. Der Finanz⸗Minister erwiederte, daß Herr Dumortier sich in der Schätzung der neuen Hülfsquellen des Staates irre; erstens sei der Ertrag der Konvertirungs⸗Maßregel dazu bestimmt, einen Re⸗ serve⸗Fonds zu bilden, wozu Herr Dumortier selbst stets gerathen habe, und die anderen von ihm angeführten Gesetze würden kaum eine halbe Million einbringen. Herr Maloun bemerkte, daß man, nach der Argumentation des Ministers, in der Tabacksbesteuerung sich gar keine Gränze zu stecken brauche, wenn man nur immer ein ge⸗ wisses Schutzverhältniß aufrecht erhielte; man könnte also z. B. den einheimischen Taback mit 1000 und den ausländischen mit 1200 Fr. besteuern, so würde dies nach der Ansicht des Ministers doch immer eine Beschützung der inländischen Tabacks⸗Kultur sein. (Geläch⸗ ter.) Der Finanz⸗Minister: Das Lüächerliche in der Argumentation ist nur durch Herrn Malou hineingebracht. Die Regierung hat sich auf sehr mäßige Ziffern beschränkt, auf ein Zehn⸗ tel der Tabacks⸗Besteuerung in Frankreich und auf ein Zwanzigstel von der in England. Herr de la Haye, Deputirter für Gent, wollte sich eine Erhöhung des Zolles auf fremden Taback gefallen lassen, erklärte sich aber gegen die Besteuerung der inländischen Pro⸗ ductionen. Dieser Ansicht traten auch andere Mitglieder bei. Herr Osy, Deputirter für Antwerpen, deutete auf einen Besuch hin, der dem Finanz⸗Minister vor einiger Zeit von dem Direktor der franzö⸗ sischen Tabacks⸗Regie gemacht worden, und behauptete, das Gesetz sei im fremden Interesse entworfen. Dies sei mit allen legislativen Maßregeln der Fall, immer berücksichtige man den Nutzen des Auslandes zum Nachtheil Belgiens und es sei unbegreiflich, daß die Kammern eine so unpatriotische Verwal⸗ tung sich gefallen ließen. Der Finanz⸗Minister: Als ich den Gesetz⸗Entwurf vorlegte, glaubte ich eine strenge Pflicht zu erfüllen. Ueber das was Patriotismus ist, würde ich am wenigsten bei dem vorigen Redner meine Lehren holen. Herr Osy: Der Herr Minister hat auf die Ansichten angespielt, welche ich nach der Revolution kund⸗ gegeben. Allerdings, vor der Ankunft des Königs betrachtete ich die Revolution als ein Unglück für das Land; nach der Ankunft des Kö⸗ nigs aber hat man mich dem Lande alle in meinen Kräften stehenden Dienste leisten sehen. Bei der Zwangs⸗Anleihe war ich in London, Paris und Calais und brachte sechs französische Banquiers mit, um sie Herrn Rothschild gegenüber zu stellen und als ein Gebot zu 60 pCt. gemacht wurde, erlangte ich die Anleihe zu 75 pCt. Ich fordere den Minister heraus, eine einzige Thatsache

Seite nicht die vollkommenste Hingebung an das Land und seine In⸗ titutionen bewiesen hätte. Herr Mercier: Es war Herr Osy, der mich zuerst angriff und des Mangels an Patriotismus beschuldigte. Ich kann es aber nicht gestatten, daß man belgischen Ministern vor⸗ werfe, sie legten Gesetze in fremdem Interesse und zum

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Beamten betrifft, so habe ich denselben allerdings empfangen, aber er dauerte vielleicht nur fünf Minuten. Herr Verhaegen erinnerte das Ministerium daran, daß er ihm Hülfsquellen in der Besteuerung von Luxus⸗Gegenständen nachgewiesen habe; es habe dieselben aber verschmäht, weil es sich lieber auf den Star⸗ ken stütze und den Schwachen hintansetze; es habe lieber die Verbrauchs⸗ Artikel des armen Mannes, das Salz und den Taback, besteuern wollen. Nachdem der Redner dann Widersprüche in der Politik, welche Herr Mercier jetzt befolge, und die er als Minister des Lebeau⸗Ro⸗ gierschen Kabinets im Jahre 1838 befolgte, aufzuzeigen gesucht hatte, schloß er mit folgenden Worten: „Mir scheint, daß es sich hier nicht um eine geringfügige Frage handelt, die sich ohne Ungelegenheiten ab⸗ machen läßt. Es ist eine Kapital⸗Frage, es handelt sich um die Existenz des Ministeriums. Nicht über eine Accise⸗Frage, sondern über eine Vertrauens⸗Frage haben Sie zu entscheiden. Die Würde des Landes erheischt es, daß diese Lage der Dinge endlich einmal aufhöre; die Regierung muß geachtet sein;z auf dem Wege aber, den die jetzigen Minister eingeschlagen haben, werden sie sich niemals Achtung erwerben.“ Die Debatte wird heute fortgesetzt.

Der in London verhaftete polnische Graf Ostrowski stand früher als Offizier in belgischen Diensten; er war Premier⸗Lieutenant der Artillerie und ist Verfasser eines Bandes von Gedichten über Polen, die in französischer Sprache abgefaßt sind. In Folge eines Duells mit einem anderen Offizier der lütticher Garnison, in welchem er sei⸗ nen Gegner gefährlich verwundete, mußte er im Jahre 1837 aus der belgischen Armee austreten.

Spanien. ¹

8 Madrid, 7. Juni. Der Ex⸗Marine⸗Minister Portillo, egen den sich mit jedem Tage neue Anklagen erheben, ist unsichtbar eworden. Seinen früheren Amtsgenossen fällt dabei nichts zur Last, nd der Heraldo, das Haupt⸗Organ der moderirten Partei, richtete ekanntlich seine Angriffe vorzugsweise gegen jenen Minister. Die Berhältnisse zu Marokko dürften demnächst eine neue Wen⸗ dung annehmen. Das von der diesseitigen Regierung dorthin geschickte Ultimatum wurde von dem Kaiser zurückgewiesen. Da nun von spa⸗ nischer Seite mit Feindseligkeiten gedroht wurde und der hiesige eng⸗ lische Gesandte diese zu verhindern wünschte, so bot er der spanischen Regierung seine Vermittelung an. Diese lehnte der General Nar⸗ varz ab, worauf dann der englische Gesandte gemeinschaftlich mit dem französischen Botschafter eine Note nach Tanger schickte, in welcher Beide im Namen ihrer Regierungen sich gegen den Sultan erbieten, als Vermittler der Sache hier aufzutreten und zur Nachgiebigkeit an⸗ rathen. Am 28sten v. M. begab sich der Gouverneur von Gibral⸗ tar am Bord des Dampsschiffes „Locust“ nach Tanger und kehrte Abends zurück. Auf der Rhede von Tanger lag die spanische Flo⸗ tille, bestehend aus der Fregatte „Cristina“, der Korvette „Venus“ von 24 Kanonen, der Brigg „Manzanares“, fünf kleineren Schiffen und einem Dampfer. Auch eine französische Kriegsbrigg befand sich dort. Die Stadt war ruhig und die bewaffneten Horden hatten sich zurückgezogen. Der englische General⸗Konsul hatte sich in Larache mit dem dortigen Statthalter besprochen und war sehr zuvorkommend empfangen worden. Alles läßt auf eine friedliche Beilegung schließen.

GSriechenland.

Althen, 26. Mai. Das Kriegs ⸗Ministerium hat drei Rund⸗ schreiben erlassen; in dem ersten wird den Offizieren untersagt, die Maßregeln der Regierung zu tadeln oder Prinzipien auszusprechen, die mit den gegenwärtigen Regierungsformen unverträglich sind; das zweite ist an sämmtliche Gendarmerie Mirarchieen gerichtet und be⸗ trifft das ungesetzliche Waffentragen, und das dritte enthält Vorschrif⸗ ten zur gleichmäßigen Abfassung der Militair⸗Abschiede.

IRRRbaoahnen.

5 München, 10. Juni. Der König hat noch kurz vor seiner Ab⸗ reise an die Ministerien des Innern und der Finanzen den Befehl er⸗ lassen, daß die begonnenen Staats⸗Eisenbahnen auf allen Punkten mit der größtmöglichsten Anstrengung fortgesetzt, und daß namentlich bis zur Aerndtezeit in den bevölkerteren Gegenden so viele Arbeiter, als nur immer möglich, beschäftigt werden sollen.

Prag, 14. Juni. An der Eisenbahn zwischen hier und Brünn schreiten die Arbeiten rasch vorwärts; nur an einem Theile des Unterbaues unmittelbar vor unseren Thoren ist eine unangenehme Verzögerung eingetreten. Die an dem Ziskaberge sich hinziehende Bahnstrecke hat sich nämlich, zum Theil des nicht gehörig gestützten Unterbaues wegen, gesenkt, theils ist auch die Böschung an der rech⸗ ten Seite der Bahn eingestürzt, und es wird neben bedeutenden Mehr⸗ Auslagen auch geraume Zeit erfordern, um das Niveau der Bahn gegen fernere Senkungen und den oberhalb derselben ansteigenden Bergrücken gegen Nachsturz zu sichern.

Berlin, 18. Juni. Wenngleich einige Eisenbahn⸗Effekten niedriger als gestern gemacht wurden, so zeigte sich im Allgemeinen doch eine lang entbehrte Festigkeit im Geschäft. Besonders gefragt blieben Düsseldorf⸗ Elberfelder und am Schluß der Börse Sächsisch⸗Baverische.

„9 Den 18. 1844.

Pr. Cour. Brief. Geld.

89 Juni

Pr. Cour.

2 1 8 hrief.

Fonds. V :

Actien. 5

HBel. Pots. Eisenb do. do. Prior. Obl Mgd. Lpz. Eisenb.

5 165 l 8 4 1 88¾ do. do. Prior. Obl. 4 4 5

104

St. Schuld-Secb. 3 ½ Pr. Engl. Obl. 30. 4 Präm Sch.d. Seeh. Kur- u. Neumärk. Schuldverschr. 3 ½ Berl. Stadt-O bl. 3 ¾ 100 ½ Danz. do. in Trh. 48 Westpr. Pfandbr. 3 ½ 101 Grossh. Pos. do. 4 104 ½ do. do. 3 ½ 100

101 ¾]100

161⅔

Brl. Anh. Eisent, L . . 99 103

sdo. do. Prior. Obl- loer Düss. Rlb. Risenb

100 ½ [0. do. Prior. Obl. 4 97 104 2 [Rhein. Eisenb. 5 do. do. Prior. Obl. 4 98

Ostpr. Psandbr. 3 ½ Pomm. do. 3

88 101 3 do. v. Staat garant. 3 ¼ ne 101¾ Kur- u. Neum. do. 3 ½⅔

101“ JBcl. Fraukf. Bisb. 5 101 101 [¹°. ¹0. Prior. Obl. 4 vee A 3 9b.'Schles. Eisb. 4 40. Lt. B. v. eingezk. 118 Gold al marco. + B.-St. B. Lt. A u. 3. 131 Priedrichsd'or. 13 ¼ 13 ¼ splagd.-Halbst. E. 4 121 And. Gldm. à5 Th. 12 ¾½ 12 ¾ [Brl. Schw. Frb. E. 4 122 ½ 4 sdo. do. Prior. Obl. 4 103 ¼

Disconto. 3 Pr. Cour, WMechsel-Cours Thlr. 2u 30 Sgr.

RBrief. Geld.

Amsterdan “““ 250 Fl. Kurz 140 ½ do. 250 PI. 2 Mt. 139 ¾ nen8 Hamburg 300 Mk. Kurz 150 ½ do. 300 Mk. 2 Mt. London 1 LSt. 3 Mt. 111“ 300 PFr. 2 Mt. 70 1. ““ 150 Pi. 2 Mte. Augsburg 150 Pl. 2 Mt. 102 ½¾ 100 Thlr. 2 Mt. 99 ½ 8 Tage 99 ½⅔ 100 8 8 6684 Fbe. ¼ .. 1 100 Pl. 2 Mt. 56 20 100 SRbl.] 3 Wwocb.

103 ¼

Breslau

Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss..

Frankfurt a. M. WAA. Petersburg

Bekannimachnug.

Das Lokal des Vereins der Kunstfreunde, Werder⸗ Markt 4a., ist wieder zu der gewöhnlichen Zeit, täglich von 11 bis 2 Uhr, für die Mitglieder des Vereins und die von ihnen eingeführten Fremden geöffnet. Aufgestellt sind seit der letzten Bekanntmachung folgende Gegenstände: Eine Mondlandschaft, von E. Gärtner. Eine Aerndte⸗ Scene, vom Professor von Klöber. Abendandacht, von Th. Rabe. Tivoli bei Rom, von Richter in München. Blick auf Kloster S. Scholastica, von C. Krüger. Ein Blumenstück, von E. Schartmann. Portal am Dom zu Erfurt, von F. Kuchen⸗ buch. Friedrich der Aeltere und Lucas Cranach im Gefaͤngniß, von F. Worms. Die Mühlen in Deßau, von P. Borgmann. Das Todtenkopfhäuschen im Paß von Uspallata in Chile (Suͤd⸗Amerila), von Krause. Ein Klosterhof in Venedig, von B. Fiedler. Schnee⸗ witchen unter den Zwergen, von G. Heidenreich. Ein italienisches

Berlin, den 17. Juni 1844. Zu Lande: Roggen 1 Rthlr. 8 Sgr. 5 Pf.; H auch 21 Sgr. 8 Pf. Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rthlr. 2 Sgr. 5 Pf., auch 2 Rthlr. und 1 Rthlr. 24 Sgr.; Roggen 1 Rthlr. 6 Sgr., auch 1 Rthlr. 2 Sgr. 5 Pf.; Hafer 24 Sgr. 3 Pf., auch 21 Sgr. 11 Pf.; Erbsen (schl. Sorte) 1 Rthlr. 13 Sgr. 2 Pf., auch 1 Rthlr. 8 Sgr. 5 Pf. Sonnabend, den 15. Juni 1844. Das Schock Stroh 6 Rthlr. 15 Sgr., auch 5 Rthlr. 10 Sgr. Der Centner Heu 1 Rthlr. 5 Sgr., auch 20 Sgr. 8

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 14. Juni. Niederl. wirkl. Sch. 61 %. 5 % Spau. 21 ½. 3 % do. 34 ½. Pass. 6. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 110. 4 % Russ. HMope 90 ½.

Antwerpen, 13. Juni. Zinsl. —. Neue Anl. 21 ½.

Frankfurt a. M., 15. Juni. 5 % Met. 113 G. Bank-Actien p. ult. 2010. Bayr. Bank-Actien 718 G. Hope 90 ½ Br. Stiegl. 89 ½ Br. Int. 60 †. Poln. 300 FI. 94 ¾ G. do. 500 Fl. 95 G. do. 200 Fl. 30 8% Br.

London, I1. Juni. Cons. 3 % 98 ½. Belg. —. Neue Anl. 22 ⅛. Pas- sive 5 ½. Ausg. Sch. 12 ⅓. 2 ½ % Holl. 615. 5 % do. 100. Neue Port. 46 ¼. Engl. Russ. —. Bras. 80 ½. Chili —. Columb. —. Mex. 34. Peru 27. 1 P aris, 13. Juni. 5⁰8% Rente fin cour. 122. 20. 3 % Rente fin cour 82. 70. 5 % Neapl. au compt. 99. 75. 5⁰% Span. Rente 30 ½. Pass. —.

„Wien, 14. Juni. 5 % Met. III. 4 % 101. 3⁰% 77 ⅓. Bank-Aetien 1633 Anl. de 1834 149. de 1839 125 ½. Nordb. 136 ½. Gloggn. 114 ¼. Mail. 109 ½.

Ausg. —. Zinsl. 6¹9%. Preuss. Pr.

Was den Besuch eines französischen

Livorn. 1I 15 ½.

8

Genrebild, von Burchard. Kirche des ehemaligen Klosters St. Michael (jetzt Irrenhaus) zu Hildesheim, von Gemmel. Amor (Gips⸗Modell), nach der Beschreibung des Philostratus, von Reinhard. Ariadne (Gips⸗Modell), von Fleschner. Schild des Herakles, nach Hesiod's Beschreibung komponirt und modellirt von Wiedmann in München. Eine für den Druck geätzte Glasplatte nebst Abdrücken, Ersindung der Pro⸗ fessoren Bötticher in Frankfurt a. M. und Bromeis in Hanau. Echo 1— Gypsmodell, von Dankberg. Skizze zu einem Springbrunnen, in ge⸗ branntem Thon, von demselben. Berlin, den 18. Juni 1844. Direktorium des Vereins der Kunstfreunde im preußischen Staate.

Mleteorologische Beobachtungen.

Morgens

Nachmittags 6 Uhr.

Nach einmaliger 2 Uhr.

Beobachtung.

1844.

„₰ . Abends 17. Juni.

10 Ubr.

Luftdruck.... 336,33“ Par. 336,67 Par. 336,84“ Par. Auellwärme 7,8 °09 R. Luftwärme +† 8,3° n. 10,7⁰ R. + 10,2° R. Plusswärme 13 02 Thaupunkt . . . + 4,9° R. + 4,89 R. + 4,20 R. Bodenwärme 13 9 °% R Dunstsättigung 76 pCt. 61 pct. 62 pct. Ausdünstung 0,012“ Rk. regnig. regnig. trüb. Niederschlag 0,02 7'Rb. Wind . .. .. .. wW. W. w. Wärmewechsel +† I11,s80 Wolkenzug. .. W. + 6,1° RK. 1

Tagesmittel: 336,61 Par... + 9,72 E. +† 4,52 R. 66 pce. W.

Königliche Schauspiele.

Mittwoch, 19. Juni. Alter schützt vor Thorheit nicht, Lustspiel in 1 Akt, von Feodor Wehl. Hierauf: Die Insel der Liebe, phan⸗ tastisches Ballet in 2 Akten, von P. Taglioni.

Donnerstag, 20. Juni. Zum erstenmale: Der verwunschene Prinz, Schwank in 3 Abth., nach einer Anekdote, von J. von Plötz. Hierauf: 1) Ungarischer Tanz, ausgeführt vom Balletmeister Herrn Wienerich, vom Hof⸗Theater zu Sondershausen, und Dlle. Galster. 2) Ein Pas de deux vor hundert Jahren, Berlin, 1744. Genre⸗ Bild von L. Schneider. Pas de deux, ausgeführt von Dlle. Galster und Herrn Reichner. 4) Der Kurmärker und die Pikarde. 1815. Genre⸗Bild von L. Schneider.

Im Konzertsaale: 1) Une jeunesse orageuse, vaudeville nouveau en Lactes. 2) Les petites misdres de la vie humaine, vaudeville comique en 1 acte. v u“

.“ Königsstädtisches Theater.

Mittwoch, 19. Juni. Zum erstenmale: Mariette und Jean⸗ neton, oder: Die Heirath vor der Trommel, Vaudeville in 3 Auf⸗ zügen, nach Alex. Dumas, frei bearbeitet von W. Friedrich. Musik komponirt und arrangirt von E. Stiegmann. (Dlle. Julie Herrmann, vom Thalia⸗Theater zu Hamburg: Louise, als Gastrolle.)

Donnerstag, 20. Juni. Der Vater der Debütantin. Dazu: Gast⸗Vorstellung der Mad. Weiß, mit ihrem Ballet⸗Personal, beste⸗ hend aus 36 Kindern, in drei Abtheilungen.

Im Königlichen Schloß-Theater zu Charlottenburg: Mitgliedern der Königsstädter Bühne.) Die Helden. Hierauf: Emiliens Herzklopfen. Zum Schluß: Köck und Guste. (Dlle. Julie Herrmann, im 2ten Stück: Emilie, im Zten: Guste, als Gastrollen.)

Billets zu dieser Vorstellung sind Burgstraße Nr. 7 und in Charlottenburg Abends an der Kasse zu haben.

(Von den

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.