1844 / 170 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

ie n Energie und Herz, die man gezwungen hat, die Fahne und 5 —— Frantreich aufzugeben, diese Männer, die jetzt nichts Französi⸗ für den Herrn een zeigen⸗ 225 b. 8418138 un⸗ i st und alle Anforderungen der Lage umfaßt, in die man sie ver⸗ ö36. man ihnen auf eine gesetzliche Weise die höchsten Entschei⸗ zu wissen thut, die sie erwarten, und denen gemäß sie einen defini⸗ als freie Männer, die, e und bhe⸗ Pflichten kennend, weder das Land ihrer Geburt und ihrer Neigungen, no 22 die National⸗Ehre selbst um den Preis ihres Lebens

ches mehr haben

dungen zu wi Entschluß fassen werden,

aufrecht zu halten, vergessen haben.

7) Wenn diese Beschlüsse etwa neue Verlegenheit für die orientalische Regierung veranlassen sollten, von der wir nur die Subsistenz und die Be⸗ kleidung verlangen, so lange wir für die gemeinsame Vertheidigun kämpfen, so protestiren wir im voraus auf die stärkste und feier Gott und den Menschen und Jedem, den es angehen wird, f baren Ungerechtigkeit, mit welcher man Gewalt gegen uns gebrauchen würde,

scber Form dies auch geschähe, um uns zu entwaffnen, ohne uns zu vertheidigen und ohne in Beiracht zu ziehen, daß man uns eher zwin⸗

unter we⸗

lichste

zu suchen.

Frankreichs geltend zu machen.

axt AIaisg

eise vor

wegen der offen⸗ ö

8) Wir behalten uns übrigens alle unsere Rechte und Handlungen vor, 8 ohne selbst diejenigen zu übergehen, die aus der Unwirksamkeit des uns xIsesveseas nSxnee angebotenen Schutzes erwachsen, um sie ihrer Zeit und an ihrem Orte, und durch Vermittelung unserer Delegirten, vor den höchsten Autoritäten

Montevideo, den 26. März 1844.“

(Folgen die Unterschriften der Offiziere der Legion

der Freiwilligen.)

b . 2 18“ Berlin-Potsdamer Eisenbahn. 16 In der Woche vom 11. bis incl. den 17. Juni c, fuhren auf der Berlin-Potsdamer Eisenbahn 9435 Personen.

1 8

8

gen würde, den Tod oder den Sieg im Lager des Feindes unserer Ruhe B

11 8 1

erlin-Stettiner Eisenbahn. Frequenz in der Woche vom 9. bis incl. 15. Juni 1844 6641 Personen.

Berlin-Anhaltische Eisenbahn. Im Monat Mai c. sind auf der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn befördert worden: 35,659 Personen

45,172 Rihlr. 13,411 58,583 Kthlr.

Summa

Einnahme bis ult. Aprille.P 180,778

Total. 239,361 Rthlr.

Im Mai v. J. waren befördert worden: 29,633 Personen 8 81,955 Centn. Frachtgut 8

41,678 Rihlr. 21,425 63,103 Rthlr.

Summa ö. ..

Meh r- Einnahme im Mai V. 2.

“*“

Bekanntmachungen.

[48] Nothwendiger Verkauf.

Stadtgericht zu Berlin, den 11. Januar 1844.

Das in der neuen Königsstraße Nr. 8 belegene Grundstück der Destillateur Daehneschen Eheleute, gerichtlich abgeschätzt zu 19,497 Thlr. 6 Sgr. 9 Pf., soll

am 23. August d. J., Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Tare und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.

Der dem Aufenthalte nach unbekannte Apotheker Ludwig Friedrich Theodor Daehne wird als eingetra⸗ gener Gläubiger hierdurch öffentlich vorgeladen. Nothwendiger Verkauf. 8

Stadtgericht zu Berlin, den 4. Mai 1844.

Das in der Elisabethstraße Nr. 11 belegene Grund⸗ ück, bei welchem der Besitztitel für den Bleicher Hoch⸗ irch berichtigt ist, gerichtlich abgeschätzt zu 9739 Thlr., soll am 17. Dezember 1844, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Tare und Hy⸗ ʒ sind in der Registratur einzusehen. 3

[653]

[797] Nothwendiger Verkauf. b Stadtgericht zu Berlin, den 7. Juni 1844. Das in der Ackerstraße Nr. 6 belegene Kunstsche Grunofcac gerichtlich abgeschätzt zu 14,274 Thlr. 18 Sgr.

9 Pf.,, so

am 14. Januar 1845, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Tare und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.

[755] Ediktal⸗Ladung.

In Gemäßheit des in der Verlassenschaftssache des Kaufmanns Ludwig Röhl hierselbst erreichten, gericht⸗ lich bestätigten Akkordes werden sämmtliche nicht prä⸗ kludirte Röhlsche Gläubiger hierdurch geladen, sich in dem zur Auszahlung der ersten Hälfte der Alkords⸗ Quoten auf den 11. Juli d. J., Vormittags 10 Uhr, auf hiesiger Rathsstube anberaumten Termine einzu⸗ finden, die ihnen gebührenden Hebungen, unter dem Präjudize der gerichtlichen Deposition auf Kosten und Gefahr der Ausbleibenden, entgegenzunehmen und die für sie aufgetretenen Mandatarien, so weit solches noch nicht geschehen, mit ausreichenden Vollmachten zu ver⸗ ehen.

1 v Bergen, den 1. Juni 1844. (L. S.) Der Magistrat hierselbst.

215 58 laues Bekanntmachung.

In Folge unserer Bekanntmachungen vom 9ten und 25sten v. M. sind in Gemäßheit der §§. 4., 7. und 8. des Nachtrages zu den Statuten der Berlin⸗Potsda⸗ mer Eisenbahn⸗Gesellschaft heute folgende Nummern unserer Prioritäts⸗Actien durch das Loos ge⸗ zogen worden:

Nr. 89. 97. 172. 420. 550. 587. 619. 622. 680.

715. 790. 799. 831. 875. 1030. 1042. 1133. 1184. 1286. 1336. 1415. 1425. 1442. 1505. 13580. 1587. 1626. 1660. 1674. 1682. 1712. 1853. 1882. 1891. 1901. 1975.

36 Stück à 200 Thlr. Thlr. 7200.

Diese Actien nebst Coupons vom 1. Juli c. ab sind vom 1. Juli c. ab bei uns einzureichen und die Beträge dagegen in Empfang zu nehmen. Vom 1. Juli c. ab werden auf diese Actien keine Zinsen wei⸗ ter vergütigt.

Berlin, am 20. Februar 1844.

Die Direction der Berlin⸗Potsdamer

Eisenbahn⸗Gesellschaft.

[618 b] Berlin⸗Frankfurter Eisenbahn. Actien der Berlin⸗

„Frankfurter Eisenbahn pr. istes Semester 1844 mit 2 Thlr. pro Actie wer⸗ den in unserer Haupt⸗ Kasse auf dem hiesigen Bahnhofe in den Tagen vom 1. bis 31. Juli 1844, mit Ausnahme der Sonntage, Morgens von 9 bis 1 Uhr, gegen Einlieferung des zten Zins⸗Coupons gezahlt. Die Inhaber werden zu diesem Ende ersucht, die gedachten, so wie die pro 1stes und 2tes Semester 1843 fällig gewesenen und nicht ab⸗ gehobenen Coupons in der genannten Zeit mit einem nach den Nummern geordneten Verzeichnisse in unserer Haupt⸗Kasse einzureichen und den Betrag dafür in Em⸗ ksans zu nehmen. Die bis den 31. Juli c. nicht zur Realisation eingehenden Coupons werden erst bei der nächsten Zinszahlung im Januar 1845 realisirt. Benlin, den 8. Juni 1844. Die Direction der Berlin⸗Frankfurter Eisenbahn⸗ Gesellschaft.

5*

16575” „B Uan ntmachung fuͤr die Inhaber von Zarskoe⸗ Selo⸗Eisenbahn⸗Actien.

Die neuen Couponsbogen können gegen Erlegung

8 8 8 88 .

der Kosten und bei Einreichung der Actien behufs deren Abstempelung in den Vormittagsstunden von 9 bis 12 Uhr bei mir in Empfang genommen werden. Berlin, den 18. Juni 1844. . Mart. Magnus, Behren⸗Straße Nr. 46.

[798] PgöoIganmn g g.

Von Seiten des K. K. Tribunals in Como und auf Ansuchen von Pius, Peter und David Cartosio, sämmt⸗ lich in Como und vertreten durch den Advokaten Bolla, wird Carl Anton Porro, Sohn der verstorbenen Marco und Maria Catterina (geboren zu Stettin in Preußen, aber in Como ansässig), der als Supplent statt des Anton Ferrario am 27. Jänner 1810 in das damalige 5te italienische Linien⸗Infanterie⸗Regiment eintrat und am 4. März 1813 in Berlin in Gefangenschaft gerieth, hiermit aufgefordert, binnen 1 Jahre vor diesem Tri⸗ bunal zu erscheinen, mit dem Bedeuten, daß ihm der hiesige Advokat Vincenz Comolli als Vertreter bestellt ist, und daß, wofern er sich nicht vor Abfluß der ge⸗ nannten Zeit in Person oder auf andere Weise bei diesem K. Tribunale meldet, zu seiner Todes⸗Erklärung wird geschritten werden.

Diese Vorladung ist drei Wochen nach einander, wöchentlich einmal, italienisch in die privilegirte Mai⸗ länder Zeitung einzurücken, so wie deutsch in die von Wien und Berlin.

Vom K. K. Provinzial⸗Tribunal zu Como, am 19. Februar 1844.

- Präsident. Piazzoli, Rä⸗ Uebersetzung stimmt mit dem italienischen Ori⸗ ginal überein. Como, 27. Mai 1844. SE Professor der deutschen Sprache und Lit an diesem Lyceum.

1“

[352] EdiktalLadung.

Vom unterzeichneten Stadtgericht ist

1) zu dem überschuldeten Vermögen der hiesigen Han⸗ delsfrau Amalie Henriette verehel. Rückart, geb. Knappe, der Konkurs⸗Prozeß eröffnet, hiernächst

2) die Ermittelung der nächsten Erben oder Gläubi⸗ ger der im Jahr 1841 hier verstorbenen Anne Re⸗ gine verwittw. gewes. Schiertz, deren Nachlaß 23 Thlr. 16 Ngr. 1 Pf. beträgt, beschlossen und in beiden Sachen

der 24. August 1844 zu Anmeldung der Forderungen oder Erb⸗Ansprüche, zu Eröffnung eines Präklusiv⸗Bescheids, 8 8”n. 19. Oktober 1844 zur Gütepflegung, er a . Oktober 1844 zum Altenschluß und der 30. Oktober 1844 zu Bekanntmachung des Urtels anberaumt worden.

Es werden daher die bekannten und unbekannten Gläubiger der verehel. Rückart, so wie alle diejenigen, welche an den Nachlaß der genannten Schiertz Erb⸗ oder sonstige Ansprüche haben, auch hierdurch vorgela⸗ den, in diesen Terminen persönlich oder durch legiti⸗ mirte Bevollmächtigte zu erscheinen, ihre Forderungen anzumelden und zu bescheinigen und mit dem Kon⸗ kurs⸗ und resp. Nachlaß⸗Vertreter darüber, so wie un⸗ ter sich über die Priorität zu verfahren, binnen 6 Wo⸗ chen zu beschließen, die Bescheide anzuhören und im Verhörs⸗Termine die Güte zu pflegen, und zwar unter der Verwarnung, daß diejenigen, welche sich nicht an⸗ melden, ihrer Ansprüche, so wie der ihnen etwa zustän⸗ digen Rechtswohlthat der Wiedereinsetzung in den vori⸗ gen Stand, für verlustig, diejenigen aber, welche im Verhörs⸗Termine über Annahme oder Zurückweisung der gemachten Vergleichs⸗Vorschläge sich gar nicht oder nicht deutlich erklären, für einwilligend erachtet und die zu publizirenden Bescheide gegen die Außenbleibenden für bekannt gemacht angesehen werden sollen.

Auswärtige Gläubiger haben zu Annahme künftig ergehender Ladungen hier wohnhafte Bevollmächtigte zu bestellen.

Stadtgericht Neustadt bei Stolpen im Königreich Sachsen, am 7. März 1844.

Karl Gustav Häntzschel, Stadtr.

Literarische Anzeigen.

Berli n, Gropiussch⸗ Buch⸗ und Kunsthand⸗

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1

[792]

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Leipzig, im Juni 1844.

F. A. Brockhaus.

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Die Redaction, Invalidenstraße 33, so wie Hr. Wer⸗ ner, Markgrafenstraße 46, nehmen neue Abonnements an. Nichts ist geeigneter, als dieses Blatt, um zu einer ruhigen und sicheren Kenntniß der Sachlage zu gelan⸗ gen, und kein blindes Opfer des vorübergehenden Bör⸗ sen⸗Zustandes zu werden. Das Blatt Nr. 57. vom 8. Juni, welches eine vollständige Uebersichts Tabelle der 4 ersten Monate des Jahres enthält, und auch be⸗ sonders für 3 Sgr. zu haben ist, kann dieses augen⸗ scheinlich beweisen. .“

Die Pfälzische Ludwigs⸗Bahn, 1 . früher 8 8 8 58 * 5 Rthein⸗Berbacher⸗, Ludwigshafen⸗ (u. Speier⸗) Berxbacher Eisenbahn, besonders abgedruckt aus dem Dampfer, oder der Zeitung der Eisenbahn⸗ und Dampfschifffahrts⸗Kunde von Dr. Ph. A. Dethier. in 8. nebst 1 Karte der Bahnrichtung, Preis ⁵1½2 Thlr. oder 12 ½1 Sgr. Berlin, 1844. Eisenhardtsche Buchhandlung, Charlottenstr. 45

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Breslau, Schweidnitzer-Str. No. 8.

800] So eben ist bei G. W. F. Müller erschienen und in der Enslinschen Buchhandlung, Breitestr. 23, zu haben: Lisco, Das Alte Testament. Lief. 11—14. à Lief. 10 Sgr. —, Predigt⸗Entwürfe. I. Abth. 28 Heft. II. Abth. 28 Heft. à Heft 10 Sgr. —, Wunder Jesu. 2te Aufl. 1 ½ Thlr. Die Hoffnung der Kirche. Aus dem Engl. 10 Sgr. J. Jahrgang. 38 Heft. à 1 T.

Bei August Hirschwald in Berlin ist so eben

erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben:

[799] eine zweckmäßigere Einrichtun der 1 Renten⸗Anstalten. J. Ferd. Becker. gr. 8. geh. Preis 20 Sgr.

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lung, Königl. Bauschule Laden Nr. 12, ist so eben

angekommen: 8 82 Russisch⸗politische Arithmetik.

Streiflichter auf das Werk des russ. Geheimrathes

M. L. von Tengoborski: „Ueber die Finanzen, den Staats⸗Kredit, die Staatsschuld, die Hülfsquellen und das Steuer⸗System Oesterreichs, mit Rücksicht auf

Preußen und Frankreich.“ Von Ad. Wiesner, D.

der Rechte. 2 Bände. 8. 2½6 Thlr. Leipzig, Verlag

von Maper u. Wigand.

10 Verkauf oder Vertausch.

Der Besitzer von drei sehr schön gelegenen Häusern

in Berlin, welcher Oekonom ist und auswärts sich auf⸗ hält, wünscht dieselben entweder aus freier Hand zu verkaufen oder gegen ein Ritter⸗ oder Landgutz, sollte dasselbe auch in Ost⸗ oder Westpreußen oder im Groß⸗

herzogthum Posen belegen sein, zu dem Preise von

circa 30 50 M. zu vertauschen. Dieselben sind vor⸗ züglich schön eingerichtet, weshalb sie besonders vor⸗ nehmeren Familien einen sehr schönen Wohnsitz gewäh⸗

ren. Das Nähere ist zu erfragen von Montag den

17ien d. M. ab im Gasthofe zum Rheinischen Hof be dem Portier oder auf an denselben zu richtende porto⸗ freie Briefe. 8

6.6 Landgüter-Verkaus. Eine Tagereise von Berlin a

ein Güter⸗Komplexus nahe der Brandenburg⸗Schlesi⸗ schen Gränze, unweit der Eisenbahn und eines Flusses, mit circa 65,000 Morgen ziemlich gut bestandener Forst, wobei namentlich 30 40,000 magdeburger Mor⸗ gen aus Bauhölzern und hambur er Balken bestehen, ist gegen eine Anzahlung von 3 400,000 Thlr. zu verkaufen. Außer dem bedeutenden Acker und Wie⸗ sen sind auch bedeutende Fehce g ben⸗ Viehbestände, ein schön eingerichtetes herrschaftliches Schloß und alles das, was zur Annehmlichkeit der Größe angemessen e forderlich ist, vorhanden, so auch wird 6 % jährlich Rente garantirt. Sämmtliche Gebäude sind im elegan⸗ testen besten Bauzustande. Auch eine freie Stan desherrschaft. Adressen nimmt das Intelligenz⸗Con toir sub P. 175, an.

111]

[660 b] In ommern v ist ein sehr schönes herrschaftliches Grundbesitzthum von 300,000 Thlr. gegen Anzahlung von 80,000 Thlr., so wie mehrere kleinere Rittergüter von 150⸗ bis 80,000 Thlr. mit vollständigem Inventarium, massiven Wohn⸗ und Wirthschafts⸗Gebäuden, bester Gegend, so wie eine herrschaftliche Besitzung in der Mark à 300,000 Thlr., zu verkaufen. Auskunft durch versiegelte Adressen an das Königl. Intelligenz⸗Comtoir unter D. 181. 2

EE 114““

Mit Bezug auf die in den Zeitungen vom 18ten dieses Monats enthaltene Anzeige der Herren Jeserich & Schwedler in Berlin, be⸗ treffend die regelmäßigen Reisefahrten der Fuhrleute Berg, Winand, Schön und Mal⸗ zahn zwischen Berlin und Hinter⸗Pommern, ersuchen wir unsere geehrten Geschäfts⸗ freunde in Berlin, Güter an uns nur durch diese Fuhren verladen zu wollen.

Cöslin und Rügenwalde, den 20. Juni 1844. C. J. Wünsch, C. F. Spattscheck, Niels Jespersen, F. L. Starck, August Stieler, Louis Dommenget, Heinr. Ludw. Maenn⸗ ling, H. L. Karkutsch, F. W. Dressel, Ely Wolff, A. C. Niensberg, F. W. Knötzlein K Sohn, C. F. Kunde, August Riensberg, G. Brandt, J. C. Jehnke, A. Franck & Comp.,

B. H. Jahncke, A. F. Heidler, C. W. Eick, A. J. 2 k. I1“ ba in. lotiet N een E“ E1.“] [659 b] 1

Ein Transport englischer und mecklenbur⸗ gischer Reit⸗ und Wagenpferde sind zum Verkauf ange⸗ fommen Universitätsstr. 2.

EE1“ ftesterh Fnakritech Hian miin

Das Abonnement beträgt: 9 2 Kthtr. für Nahr. 4 Rthlr. - ¼½ Jahr. 8 Rthlr. 1 Jahr. in allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung. Insertions-Gebühr für den Raum einer Zeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr.

Alle Post-Anstalten des In- und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuss. Zeitung: Friedrichsstrasse Nr. 72.

Amtlicher Theil.

Inland. Berlin. Zurückweisung von Insinuationen gegen die See⸗ handlung. Provinz Preußen. Zu Königsberg bevorstehende Festlich⸗ keiten. Provinz Posen. Ein Aktenstück zur Würdigung des neue⸗ sten Liberalismus. Provinz Schlesien. Berichtigungs⸗Artikel der Regierung zu Breslau. Amtliche Bekanntmachungen in Betreff der Vorgänge zu Peterswaldau und Langenbielau. Rhein⸗Provinz. Urtheilsspruch des Geschwornengerichts zu Köln.

Deutsche Bundesstaaten. Königr. Sachsen. Der Gustav⸗Adolph⸗ Verein. Die sächsischen Zeitschriften. Königr. Hannover. Kam⸗ mer⸗Verhandlungen. Grh. Baden. Kammer⸗Verhandlungen. Grh. Oldenburg. Gewerbe⸗Ausstellung. Herzogthum Braun⸗ schweig. Rabbinen⸗Versammlung. Freie Stadt Hamburg. Schlüter †.

Frankreich. Pairs⸗Kammer. Annahme der einzelnen Artikel des Patentgesetzes. Deputirten⸗Kammer. Ministerielle Vertheidigung des Eisenbahn⸗Systems der Regierung. Paris. Abreise des Prinzen von Joinville. Arbeiten der Pairs⸗Kammer in dieser Session. Durchreise des Sir Henry Hardinge. Schreiben aus Paris. (Depu tirten⸗Kammer: Verwerfung eines zweiten Amendements zu Gunsten der Vollendung der Eisenbahnen auf Staatskosten.)

Großbritanien und Irland. Oberhaus. Antrag über Zoll⸗Re⸗ duction. Unterhaus. Debatte über die irländischen Kirchen⸗Verhält⸗ nisse. London. Ankunft des Prinzen Heinrich der Niederlande. Privilegien⸗Ausschuß des Oberhauses über die Ansprüche Sir Augustus d'Este. Vermischtes. b

Schweden und Norwegen. Stockholm. Rückkehr des Königs und des Kronprinzen. Auflösung der provisorischen Regierung.

Schweiz. Zürich. Antrag des Regierungsrathes in Benreff der Je⸗ suiten⸗Frage.

Türkei. Schreiben aus Paris. (Ausweichende Antwort auf das Ver langen der Wiederherstellung der Familie Schehab; Bestandtheile der Be⸗ völkerung des Libanon.)

Mexiko. Schreiben aus Paris. (Französische Kriegsschiffe vor Sacrificios.)

Handels⸗ u. Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Börse. Wollmarkt. Danzig. Befrachtungen.

Patriotische Poesie. Gesangbildung. Vermischtes.

Amtlicher Theil.

e. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:—

Den seitherigen Regierungs⸗Assessor und Gutsbesitzer Stürtz zum Landrath des Kreises Düren, im Regierungs⸗Bezirk Aachen; und Den Kaufmann H. Runnerström in Malmö zum Konsul daselbst zu ernennen.

Der Königliche Hof legt heute am 19. Juni die Trauer auf drei Wochen für Se. Königl. Hoheit den Herzog von Angou⸗ leme an.

Berlin, den 19. Juni 1844.

1““ Der Ober⸗Ceremonienmeister, .“ Graf Pourtales.

Bekanntmachung.

Vom 1. Juli c. ab wird eine tägliche, zweispännige Schnellpost zwischen Frankfurt a. d. O. und Posen über Küstrin in Gang kom⸗ men, welche aus Frankfurt a. d. O. um 4 Uhr Nachmittags, nach Ankunft des zweiten Dampfwagenzuges aus Berlin, abgeht und zu Posen am folgenden Tage um 11 Uhr Vormittags ankommt, auf dem Rückwege aber aus Posen um 10 ½ Uhr Vormittags abgefertigt wird und zu Frankfurt a. d. O. am folgenden Tage um 6 Uhr Mor⸗ gens eintrifft, zum Anschlusse an die erste Dampfwagenfahrt nach Berlin.

Donnerstag den

Zu dieser Post, welche von Conducteuren nicht begleitet wird, kommen viersitzige Wagen in Anwendung.

Für diejenigen Personen, welche im Hauptwagen nicht Raum finden, werden bequeme Beichaisen gestellt.

Das Personengeld beträgt 8 Sgr. pro Meile, wofür jeder Rei⸗ sende 30 Pfd. Effekten ohne Bezahlung mit sich führen kann. Hier⸗ von wird das Publikum in Kenntniß gesetzt. X““

Freyenwalde, den 16. Juni 1844.

Der General⸗Postmeister. von Nagler. Abgereist: Der Kaiserlich russische Geheime nator von Kowalewski, nach Kissingen.

Inland. 8.

Berlin, 19. Juni. Se. Majestät der König haben Allergnä⸗ digst geruht: Dem Geheimen Staats⸗ und Kabinets⸗Minister von Bodelschwingh die Anlegung des von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzoge von Sachsen⸗Weimar ihm verliehenen Großkreuzes des Haus⸗Ordens vom weißen Falken; so wie dem Geheimen Finanzrathe und Provinzial⸗Steuer⸗Direktor a. D. Sack in Egeln die Anlegung des ihm verliehenen Commandeur⸗Kreuzes des Herzoglich anhaltischen Haus⸗Ordens Albrecht's des Bären zu gestatten.

Berlin, 18. Juni. Die erste Beilage der hiesigen Vossi⸗ schen Zeitung vom Sten d. M. Nr. 132 enthält den nachfolgen⸗ den Schmäh⸗Artikel gegen die Seehandlung, als dessen Einsender der hiesige Leinwandhändler und Hof⸗Lieferant E. E. Mezner ge⸗ nannt worden ist:

„Ueber das Verhältniß der Seehandlung zur Noth der Spinner und Weber in Schlesien.“

Zu wiederholten Malen statten die Herren Agenten der See⸗ handlung in Erdmannsdorf öffentlichen Bericht ab über die angeb⸗ liche Unterstützung, welche dieses Institut durch Weben von Lein⸗ wand den armen Spinnern und Webern zufließen läßt. Jedem Unbefangenen müssen aber diese Berichte auffallen, da jeder Fabri⸗ kant im Gebirge völlig dasselbe thut und nach seinen Kräften durch Arbeit die armen Weber und Spinner unterstützt. Diese Männer lassen den Umfang ihrer Fabrication aber nicht öffentlich bekannt machen, und muß Einsender dieses dabei einen besonderen Zweck voraussetzen.

Die Seehandlung hat durch die ihr zu Gebot stehenden Fonds nach und nach die einträglichsten Geschäftsbranchen, zum größten Nachtheile anderer Geschäftsleute, an sich gezogen, und dasselbe ge⸗ schieht nun auch mit der Leinwand⸗Fabrication. Die in Erdmanns⸗ dorf und Landeshut für ihre Rechnung gebauten Maschinen liefern Garne, welche abgesetzt sein müssen, und da sich so gut als keine Käufer dazu finden, so ist man genöthigt, sie verarbeiten zu lassen. Dies wird nun dem Publikum als eine Wohlthat der armen Spin⸗ ner und Weber dargestellt, um der Waare, sobald sie gebleicht ist, einen Absatz beim wohlthätigen Publikum zu verschaffen. Man könnte allerdings fragen, warum versendet die Seehandlung diese Leinen nicht über das Meer, wie der Name eigentlich erfordert.

Die Antwort hierauf ist: Dieses Institut hat bereits in frü⸗ heren Jahren so schlechte Geschäfte mit seinen überseeischen Leinen⸗ Expeditionen gemacht, daß mit Gewißheit vorauszusehen ist, daß mit der jetzigen Waare welche bis Nr. 35 nur von Leinen⸗

Handgarn, von Nr. 40 bis fein aber alle Waare Maschinengarn⸗ Kette hat daß mit solcher Waare in den überseeischen Ländern gewiß kein Absatz zu machen und dieselbe nicht geeignet ist, den gänzlich verlorenen guten Ruf der schlesischen Leinen wieder her⸗ zustellen. Also wird das wohlthätige Publikum in Deutschland mit jener Waare versehen werden. Dieses Publikum will aber die

armen Spinner und Weber unterstützen, nicht aber der Seehand⸗ lung ihr Maschinengarn abnehmen, wodurch diese den Vortheil, kein Spinner aber Brod davon hat. Es steht demnach sehr zu be⸗ zweifeln, daß das vaterländische Publikum diese Fabrication, trotz aller Bekanntmachungen, unterstützen wird. Gesetzt aber, es ge⸗ länge der Seehandlung, auf diese Art Absatz zu machen; wo ist hier die Unterstützung der armen Weber und Spinner? Was die Seehandlung im Lande absetzt, können die Kaufleute und Fabrikan⸗ ten natürlich weniger absetzen, und müssen ihrerseits ihre Fabrica⸗ tion in eben der Art beschränken, als jene sie ausdehnt. Wo kömmt nun das Mehr der Fabrication her! nur allein, wenn die Leinen über See ausgeführt werden, kann dies der Fall sein, sonst nie⸗ mals. Bei dieser Gelegenheit erlaubt sich Einsender die Frage an den geehrten Verein zur Unterstützung der armen Spinner und Weber in Berlin, ob die gezeichneten Leinwande bereits in Arbeit sind, oder ob es vielleicht beschlossen worden, der Seehandlung ihre Leinen abzukaufen und diese also durch den Verein ins Publikum zu bringen. Eine öffentliche Erwiederung hierauf wäre jedenfalls wünschenswerth. M—

Die letztere Frage hat der hiesige Verein zur Linderung der Noth der Weber und Spinner im schlesischen Gebirge bereits unterm 9ten d. M. in Nr. 135 der Vossischen Zeitung beantwortet. Wir beschränken uns daher, auf die übrigen gehässigen Insinuationen und wahrheitswidrigen Behauptungen des Verfassers jenes Aufsatzes Fol⸗ gendes zu entgegnen:

1) Die Spinner⸗ und Weber⸗Unterstützung, über deren Fortgang die Flachsgarn⸗Maschinen⸗Spinnerei in Erdmannsdorf von Zeit zu Zeit in den öffentlichen Blättern berichtet, geschieht nicht für Rech⸗ nung der Seehandlung, sondern eines von des hochseligen Königs Majestät bewilligten, seit 1823 der Verwaltung des Chefs des See⸗ handlungs⸗Instituts anvertrauten Fonds, dessen Bestimmung des jetzt regierenden Königs Majestät in einer Allerhöchsten Ordre vom 2. Fe⸗ bruar d. J., bei Genehmigung des Fortbestehens der Anstalten in Grüssau und Glatz, dahin anzugeben geruht haben, daß mit Hülfe desselben den bedrängten Spinnern und Webern des schlesischen Ge⸗ birges in möglichst großer Ausdehnung Beschäftigung und durch diese die nöthige Unterstützung gewährt werden soll. Ueber die bisherige Wirksamkeit dieses Fonds ist eine baldige öffentliche Mittheilung zu erwarten und dabei vorläufig nur zu bemerken, daß es ganz in der Ordnung sein dürfte, wenn in dessen Interesse die angefertigten Lei⸗ nen, sei es im Inlande oder im Auslande, möglichst vortheilhaft ver⸗ kauft werden. Die Seehandlung ist bei diesem Unterstützungs⸗Geschäft früher gar nicht betheiligt gewesen und gegenwärtig nur insoweit, als sie dasselbe durch Geld⸗Vorschüsse, Vermittelungen und Ueberlassung von Flachs zum Kostenpreise aus ihren für die erdmannsdorfer Fabrik angekauften Vorräthen unterstützt und ihre Beamten zur Aus⸗ führung der für einen großen Theil des schlesischen Gebirges getrof⸗ fenen Maßregeln unentgeltlich benutzt werden. 8 2,) Die Seehandlung hat die Spinnereien in Landeshut und Erdmannsdorf, die am ersteren Orte in Verbindung mit vier schlesi⸗ schen Kaufleuten, lediglich in der Ueberzeugung errichtet, daß, soll der schlesischen Linnenfabrication je wieder der einstige Flor gesichert und der Nothstaud der bei diesem Erwerbszweige betheiligten Gebirgs⸗ Bewohner möglichst dauernd behoben werden, dies nur durch Anle⸗ gung ausreichender Flachsgarn⸗Maschinen⸗Spinnereien und durch Ver⸗ vollkommnung der bisherigen schlechten Bleich⸗ und Appretur⸗Anstal⸗ ten ermöglicht werden kann. Sie hofft, den beabsichtigten gemein⸗ nützigen Zweck vollständig zu erreichen und durch ihre Garne den Be⸗ weis zu liefern, daß das gegen Leinewand aus Maschinengarn von Unkundigen verbreitete Vorurtheil ein durchaus unbegründetes ist. Nur das Maschinengarn, freilich aber nicht das in so großer Menge in die Zollvereinsstaaten eingehende englische Maschinengarn aus ma⸗ gerem rigaer Flachs geringer Qualität, wird die Weber in den Stand setzen, ein Fabrikat zu liefern, welches der englischen Konkurrenz be⸗ gegnen kann.

3) Das erdmannsdorfer Maschinen⸗Spinnerei⸗Etablissement hat erst im Anfange dieses Monats seinen Betrieb begonnen, und es ist von dessen Maschinengarn noch nichts zum Zweck der Weber⸗Unterstützung verwendet worden, die desfallsige Behauptung des Herrn Mezner

Patriotische Poesie. Das Lied vom funfzehnten Regiment. Motto: „Von 8 kühner Recken Streiten, hört man hier Wunders viel.“ Der Nibelungen Hort. Eisleben, 1844. Kl. 8.

Seeit Arndt und Stägemann in ihren vaterländischen Kriegsgesängen mit kühnem Muthe unter den größten Gefahren rastlos zum Kampfe gerufen hatten und der Letztere, mit Siegesfreude die Schlachten und Gefechte in den Jahren 1813—1815 begleitend, als ein neuer Tyrtäus aufgetreten war, sind diese Großthaten nur selten die Gegenstände so glänzender dichterischer Schilderungen geworden. Denn es gefällt der jetzigen Generation unserer Dichter besser, einem radikalen Kosmopolitismus zu huldigen, in der unkla⸗ ren Weise Herwegh's von Freiheit, Krieg und Schlachten zu träumen oder die poetische Rraft in Verherrlichung ausländischer Kriege, wie etwa des polnischen und tscherkessischen, und ganz besonders in der Verehrung Na⸗ poleon's zu verschwenden. Gaundy's Kaiserlieder z. B. waren eine des deut schen Mannes und des preußischen Offiziers gleich unwürdige Erscheinung, abgesehen von ihren dichterischen Vorzügen.

Um so wohlthuender ist die oben genannte Dichtung. Ihr Verfasser, der Direktor des Stadt⸗ und Landgerichts zu Eisleben, Herr E. M. Dörk, hat während der Jahre 1813—4819 im funfzehnten Regiment

edient, ist bei den bedeutendsten Thaten desselben lebhaft betheiligt gewe⸗ 2 und demnach also hinlänglich befähigt, der Sänger derselben zu werden. Und dies ist von dem doch nicht mehr ganz jungen Manne nach Verlauf von dreißig Jahren mit so viel Kraft und Würde und in einer so patrio⸗ tischen Gesinnung geschehen, daß wir seinem Vorgange viele, aber auch gleich ihm befähigte Nachfolger wünschen.

Herr Dörk beginnt sein Lied mit der Bildung des Regiments im Jahre 1813, führt uns zu demselben bei der Einschließung von Stettin, dann in den Gefechten bei Luckau und Blankenselde, worauf er die Schlacht bei Groß⸗Beeren besingt und den rühmlichen Antheil der tapferen Funfzehner in dieser Schlacht, so wie in den darauf folgenden Treffen bei Zahna, Zalmsdorf, Gadegast und Seyda. Dann folgt die Schlacht bei Dennewitz und der an ähnlich glänzender Auszeichnung nicht so reiche Festungskrieg von Torgau und Magdeburg bis zum ersten pariser Frieden. Die zweite

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Abtheilung ist vorzugsweise der Schlacht bei Belle⸗Alliance gewidmet und

der Verfolgung der Franzosen nach derselben, wo das funfzehnte Regiment bekanntlich unter Gneisenau's unmittelbarem Befehle stets voran war und auch den Wagen Napoleon’'s erbeutete. Die Scenen dieser merkwürdigen Nacht, welche dem gewonnenen Siege seine eigentliche Bedeutung verlieh, sind mit großer Anschaulichkeit dargestellt, eben so die Schicksale des Regi⸗ ments in den Schlachten bei Dennewitz und Belle⸗Alliance: man wird we⸗ der über Trockenheit, noch über Sentimentalität zu klagen haben, sich im Gegentheile, wofern man nur selbst frischen Sinn mitbringt, über die gute Vertheilung der Farben in diesen Gemälden zu freuen alle Ursache finden. Einzelne Persönlichkeiten und Lebenszüge sind überall geschickt in das All⸗ gemeine verflochten, wie z. B. der Auszug des elbinger Landsturms (V. 30), das edle Anerbieten des Regiments, zu den großen Kriegs⸗Ausgaben einen zehntägigen Sold, 2429 Rthlr., jährlich auf die Dauer des Krieges beizu⸗ tragen (V. 171), der erhebende Gesang des „Herr Gott, Dich loben wir“ hinter Genappe in der Nacht vom 18. auf den 19. Junius 1815 (V. 242). Eben so treten überall die würdigen Erscheinungen tapferer Offiziere hervor, wie der Majore des Regiments, Welling und Wittich, „der kühnen Degen“, Rango's „des Kriegshelden“, des Brigade⸗Commandeurs Hiller von Gärt⸗ ringen, „ein Kriegsheld, jeder Zoll“, und der Feldherren Bülow, „des Füh⸗ rers ohne Fehl“, und Gneisenau's, „ein Mann, der nimmer schlief, wenn's Vaterland die Seinen zu blutgem Kampfe rief“ (V. 237). Aber auch der feindlichen Anführer, eines Ney, Morand, Poniatowski, wird nicht ohne ge⸗ bührende Ehre gedacht. Mit welcher Innigkeit und echt soldatischer Treue Herr Dörk noch jetzt an seinem Regimente hängt, wollen wir nur mit zwei Stellen belegen: denn eigentlich ist das ganze Lied davon ein Zeugniß. So singt er (V. 162): 8 Wie oft ist auch gesprochen von Dennewitz der Schlacht, Hat unsers Regimentes doch Keiner je gedacht. 8 Was Menschen unterlassen, thut oft des Schicksals Witz: Das Regiment vor Allen heißt einst: von Dennewiz. und am Schlusse in einer Anrede an das jetzige funfzehnte Regiment: Wenn einst die Fahne wehet, die Trommel ruft zum Streit, Dann seid wie Eure Väter zu Kampf und Tod bereit Für Vaterland und König. Bis an der Welten End' O blüh' und wachs' an Ehren, funfzehntes Regiment!

Endlich dürfen wir nicht übergehen, daß Herr Dörk wohl einen der ersten Versuche gemacht hat, den Nibelungenvers bei einer, der neueren Zeit angehörigen Begebenheit zu gebrauchen. Zur Beschreibung deutscher Thaten, sagt der Verf., gehört das urdeutsche Versmaß, und Niemand wird damit unzufrieden sein, da Dörk die Gesetze der Strophe mit Geschicklichkeit anzu⸗ wenden versteht und auch in den einzelnen Wendungen, Ausdrücken, Urtheilen und Beschreibungen den Ton des alten Gedichts mit Gluck zu treffen ge⸗ wußt hat, ohne dabei als geistloser Nachahmer zu erscheinen.

Der Werth dieses gemüthlichen Liedes, das selbst bei trüben und ele⸗ gischen Gegenständen durch eine gewisse Heiterkeit den Leser sehr wohlthuend anspricht, wird auch durch die unter dem Texte in größter Kürze nachgewie⸗ senen Thatsachen erhöht, so daß wir durchaus uns hier auf historischem Boden befinden. Nur auf S. 10 ist ein Versehen: der Abschluß der York⸗ schen Convention erfolgte nicht am 30. Januar 1812, sondern am 30. De⸗ zember dieses Jahres. Wenn man hier unter Anderem liest, daß das 15te Regiment bei Dennewitz an Todten und Verwundeten 1253 Mann und bei Belle⸗Alliance 662 Mann verloren hat, so dürfte es wohl keiner weiteren Worte darüber bedürfen, daß das tapfere Regiment den würdigsten Stoff für den vaterländischen Dichter dargeboten hat. Weshalb ist das Kolberg⸗ sche Regiment oder das Lützowsche Corps noch nicht in ähnlicher Weise be⸗ sungen worden? Wenigstens dürften solche Truppentheile dies mit weit größerem Rechte beanspruchen können, als das 4te polnische Linien⸗Regi⸗ ment aus dem Jahre 1831, dessen letzte zehn Mann Julius Mosen und Andere gepriesen haben, obschon dasselbe bei seinem Uebertritt in Straßburg (in Preußen) nach glaubwürdigen Berichten nicht zehn, sondern noch 1800 Mann zählte.

Wir ersehen aus einer auf dem Umschlage dieses Büchleins gegebenen Notiz, daß Herr Dörk demnächst eine vollständige Geschichte des 15ten Regiments aus den Akten und aus seinen Tagebüchern herausgeben wird. Nach den vorliegenden Proben und nach des Verfassers trefflichem Aufsatze im Märzhefte der Minerva vom Jahre 1829 haben wir alle Ursache, hier eine Regimentsgeschichte zu erwarten, die eine wahre Bereicherung dieses jetzt bald mit größerem, bald mit geringerem Erfolge angebauten Feldes zu werden verspricht. Wir verfehlen daher nicht, schon jetzt auf dies löbliche Unternehmen die Blicke aller Freunde der vaterländischen Geschichte zu richten.

Das Lied unseres wackeren Verfassers aber wird bald volkothümlich wer-⸗