,% . „ 2 9 1 2 d Cassa⸗ Darmstadt abgewiesen worden; der Ober⸗Appellations⸗ und Cassa Danse zan. die Klage desselben gegen den Staats⸗Minister Frei⸗ herrn du Thil bekanntlich schon früher zurückgewiesen.
Oesterreichische Monarchie.
Wien, 3. Juli. (D. A. Z.) Es sind drei Feldmarschälle ernannt worden, um die durch Todesfälle in der Armee entstandenen Lücken auszufüllen, nämlich der oberste Chef der Artillerie, Erzherzog Ludwig, der General der Kavallerie und Präsident des Hof⸗Kriegs⸗ Raths, Graf Hardegg, und der Feldzeugmeister und Kommandirende in Wien, Freiherr von Wimpfen. Man glaubt, daß der zuletzt Ge⸗ nannte die Stelle als Capitain der ersten Arcieren⸗Leibgarde erhalten und in diesem Falle der Erzherzog Albrecht sein General⸗Kommando in Brünn mit dem von Ober⸗ und Nieder⸗Oesterreich vertauschen werde. 8
2 Neutra, 18. Juni. Unsere Restauration ist vorüber, sie zog dahin, wie eine gewitterschwere Wolke, die Verderben droht, aber dann, vom Sturme ergriffen, ohne Verheerung im Nu verschwindet. Tausende waren versammelt, heftig tobten die Leidenschaften beider Parteien, kräftige Drohnngen sielen rechts und links, so daß Neutra und seine nächste Umgebung wie von zwei feindlichen Lagern besetzt schien, und doch war — nach tagelangem Abwägen der wechselseiti⸗ gen Kräfte! — die Restauration am letzten Sonnabend in nicht mehr als einer Stunde vollendet. Der wackere von Tarnoczy blieb Sieger mit großer Mehrheit, und wird jetzt hoffentlich mit Scharfblick und Mäßigung die Reform unseres Komitates beginnen, die eben so noth thut, wie sie sehnsuchtsvoll erwartet wird. Wir lassen uns von dieser Hoffnung durch den Gedanken nicht abwendig machen, daß unser erster Vice⸗Gespann einst als Deputirter der Op⸗ position angehörte, denn wir haben bei allen unseren Oppositions⸗ Männern aus jener Periode, wo die Regierung sich auf nichtconsti⸗ tutioneller Bahn bewegte, die Erfahrung gemacht, daß ihr kräftiger Eifer, kühn für die Constitution in die Schranken zu treten, aus einem tiefen Rechtsgefühle entsprang. Dieses Gefühl machte sie von dem Momente an, als die Regierung selbst den Einflüsterungen der Rath⸗ geber zur Beseitigung des klaren Gesetzes nicht mehr Gehör gab, zu tüchtigen Organen der Ordnung und des verständigen Fortschrittes; sie förderten dann viel mehr Gutes zu Tage, als alle die blinden Anbeter des Konservatismus, welche hinter dem feinen Haare des Konservatismus auch das tadelnswerthe Treiben bergen, „alle nutzbringenden Mißbräuche und Mißachtungen unserer gu⸗ ten Gesetze zu konserviren“, woran ihnen mehr liegt, als an allen gesunden Prinzipien des Rechts, die in unseren Gesetzen walten. Wir sind überzeugt, daß auch Tarnoczy diese Erfahrung über alle Oppo⸗ sitions⸗Männer bethätigen werde. Obschon wir aber von diesem Standpunkte aus dessen Erwählung freudig begrüßen, so bedauern wir doch, melden zu müssen, daß unser biederer Obergespann Baron von Mednyansky (ungarischer Hofkammer⸗Präsident) den Anstren⸗ gungen dieser Restauration zum Opfer ward, so daß er schon am 17ten d. M. früh in Freystadtl einem Unterleibsübel erlag, nachdem er die ganze Restauration geleitet und ohne Blutvergießen zu Ende gebracht hatte. Chre diesem Namen!
Franhreich.
Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 1. Juli. Schluß er Interpellationen über den Dotations⸗Artikel.
Herr Lherbeite: Es fragt sich nun, ob denn das Königl. Privat⸗ Vermögen wirklich unzureichend ist. Ich kann dieser Frage nicht bis auf den Grund gehen, denn es würden viel Zahlen nöthig sein... (Gelächter auf der Ministerbank.) Lachen Sie nicht, meine Herren, denn ich erkläre
Ihuen, daß ich, wenn nicht alle Detail⸗Ziffern, doch alle Massen⸗Ziffern im Kopf habe; wenn Sie eine sachliche Diskussion wollen, so nehme ich sie auf der Stelle an. (Beifall auf der linken Seite.) Eigentlich bin weder ich
es, noch die Kammer, denen es obliegt, den Beweis von der Zulänglichkeit der Privat⸗Domaine zur Dotirung der Prinzen zu führen, sondern das Ministerium, welches die Gerechtigkeit seines Verlangens darthun will, müßte die Unzulänglichleit der Privat⸗Domaine beweisen. Aber es hat dies bei seinen wiederholten Forderungen nicht vermocht. (Beifall zur Linken.) Ich will mir in⸗ deß den Rollenwechsel gefallen lassen und es über mich nehmen, die Zulänglichkeit dieses Privat⸗Vermögens darzuthun. (Murren im Centrum.) Einige flüchtige Blicke werden genügen. Weisen Sie dieselben nicht zurück, meine Herren, denn der Minister hat uns so eben gesagt, die öffentliche Meinung müsse aufge⸗ klärt werden. Zuvörderst sage ich Ihnen, daß der Werth der Güter der Privat⸗Domaine und der Civilliste sich auf mehr als 571 Millionen be⸗ läuft, die Hektare Waldung zum Preise von 2 — 3000 Fr. gerechnet, und daß die hierzu gehörigen Forsten ein Drittel der Waldungen des Staats betragen. (Sensation.) Eine andere in dem Artikel berührte Frage ist schwieriger zu behandeln. Der Artikel sagt uns nämlich, der König habe, als er das Erbe seines Vaters angetreten, dasselbe ganz verschuldet vorge⸗
inden und die darauf lastenden Schulden bezahlt. Hören Sie, wie die Sache sich verhält. —
Der Präsident: Davon ist jetzt nicht die Rede. Herr Lherbette: Der Minister hat verlangt, daß die öffentliche Mei⸗ nung aufgeklärt werde. . 1 8
Der Präsident: Es ist hierüber keine Diskussion eröffnet.
Herr Lherbette: Verzeihen Sie, ich antworte auf eine Behauptung des ministeriellen Artikels. Man hat dem Erbe des Herzogs von Orleans entsagt, welches mit mehr als 43 Millionen Schulden belastet war und nur eiwa 5,600,000 Fr. Aktiva zählte, man hat aber andere Erbschaften ange nommen, deren Aktiva sich auf 34 Millionen und deren Passiva auf nur 5 ½ Millionen beliefen, so daß die Königliche Familie am Ende 28 ½ Millionen an Emigranten⸗Entschädigungen bezog. (Bewegung.) Sie sehen also, meine Herren Minister, daß der Artikel des Moniteur, für den Sie die Verantwortlichkeit übernehmen, durchaus unrichtig ist. (Zeichen der Ver⸗ neinung auf der Ministerbank.)
Herr Dupin, nach der Ministerbank sich hinwendend: Sie schaden er Krone durch diesen unbesonnenen Artikel. (Aufregung.)
Herr Guizot: Der Minister *) hat die Verantwortlichkeit dafür über⸗ nommen, und es kann hier nur die ministerielle Verantwortlichkeit für die Thatsache der Veröffentlichung des Artikels diskutirt werden.
Herr Lherbette: Das Ministerium, da es diese Verantwortlichkeit übernommen, mag auch die Ehre davon ärndten, wenn der Artikel gut ist, und den Tadel, wenn er schlecht ist. Doch genug hiervon. Indeß wollen wir später, sobald es dem Ministerium beliebt, die Diskussion im Detail wieder aufnehmen. (Beifall zur Linken.) Ich will nun mit einer einfachen Betrachtung schließen. Gerade darin, meine Herren, daß wir die Dotationen bekämpfen, zeigen wir uns als die aufgeklärten Freunde des Königthums. Ja, wir, die wir am Königthum, an der Erblichkeit der Krone hängen, die wir diese Erblichkeit als das Grab ehrgeiziger Partei Bestrebungen, als eine Schranke gegen Unruhen betrachten (Beifall), wir wollen eben deshalb, weil wir am Königthum hängen, daß es stark und mächtig sei, stark in den Gränzen der Verfassung und besonders stark durch jene erste aller Kräfte, durch die moralische Kraft. (Beifall zur Linken.) Betrachten Sie die Lage Frankreichs. Das Erschreckendste für die Zukunft, was Sie da sehen, ist, daß es keine Illusion mehr giebt, über Nichts und über Niemand.
—— in verschiedenem Sinne.) In Folge aller unserer politischen X. Ian Aen, aller unserer Revolutionen hat Alles seine Illusion ver⸗ anznführen P en Sie mir, hier die Worte eines berühmten Publizisten sa üchn 19 5 mir gerade einfallen. „Wer unter uns“, saßte derselbe, E11“ letzten funfzig Jahren einmal Staatsrath, Mitglied der
+ℳ% — ) So steht im Moniteur (le mini 6 8 41l. e ministre); das Journal des ar e - „das Ministerium“ (le minisére). Die erstere Version Sellen 24 evevr dh e Blattes, da an anderen 4 1z b ahme der Verantwortlichkeit die d ebenfalls das Kollektivwort le ministère sich “ ve dach
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Pairs⸗ und der Deputirten⸗Kammer, Minister, önig, Kaiser oder etwas dergleichen gewesen?“ (Gelächter.) Deshalb giebt es keine Illusion mehr, kein Uebergewicht mehr als das des Verdienstes und vor Allem das der Moralität. (Beifall.) Leider jedoch scheint man auf diese letzte Illusion jetzt am wenigsten zu geben. (Zustimmung der Linken.) Ich weiß, Herr Minister, daß in Ihren Augen und in den Augen der Politiker die Verantwortlichkeit für den Artikel ganz auf das Ministerium fällt. Ich weiß es, aber glauben Sie denn, daß im Lande die beilagenswerthe Wir⸗ kung dieser unaufhörlichen Geldforderungen blos auf dem Ministerium haf⸗ ten bleibt? Warum hing das Land so an Napolecon, und fester noch in den Tagen des Unglücks als in den Tagen des Sieges? Weil man sah, daß Napoleon, so sehr er unsere Freiheiten unterdrückte, vor Allem vom National⸗Gefühl durchdrungen war, vom Gefühl für die Würde des Lan⸗ des (sehr wahr!), vom Gefühl des Edelmuths, der Selbstverleugnung, der Identifizirung mit dem Lande. (Beifall.) Wollen Sie, daß ich auch von der alten Dynastie spreche?
Herr Dupin: Ach, lassen Sie die Dynasticen!
Herr Lherbette: Keinesweges, wenn man Lehren von ihnen entnch men kann. Die alte Dynastie hatte die außerordentliche Domaine verschleu⸗ dert, den Schatz erschöpft, die Steuerpflichtigen überbürdet, um Gaben an ihre Anhänger auszutheilen, an Männer, die Ihre Gegner waren. Sie nahm, nahm stets, aber um zu geben: allerdings zu einem politischen Zweck, den wir mißbilligten, aber doch um zu geben, nicht um aufzubewahren. Mag man sie bekämpfen, aber verachten darf man sie nicht. Sie aber, Minister einer neuen Dynastie, die mit Glanz und Nimbus umgeben wer den müßte, Sie verlangen beständig nur Gold, immer Gold für sie. (Auf der Ministerbank: O, 0! Auf der linken Seite: Ja, ja, es ist wahr!) Und wenn es noch geschähe, um zu geben; aber nein, es geschieht, um aufzube⸗ wahren, nur um aufzubewahren. (Lebhafte Sensation.) Kann es wohl etwas Unpolitischeres geben? Ich spreche zu Ihnen nur von Politik, nicht vom Gefühl für Würde, denn ich will von Ihnen verstanden sein. Vergessen Sie nicht, daß die Majorität, die ungeheure Majorität dieser Kammer Ihre Forderungen verworsen hat; und ich rechne dies den Kon⸗ servativen eben so zur Ehre an wie den Mitgliedern der Opposition. Wir sind alle darüber einig gewesen, wie wir alle jetzt von Schmerz erfüllt sind; denn, zur Ehre Aller sei es gesagt, wir sind über politische Fragen uneins, wir haben mehrere politische Fahnen; aber wenn es darauf ankömmt, wenn es sich um große Fragen handelt, dann wird man uns alle vereinigt finden unter der Fahne der Moralität, der Würde, der Selbstverleugnung, der Hingebung an das Land. (Beifall zur Linken.) Wenn eine Krise eintritt, wen wollen Sie zwischen den bedrohten Thron und die politischen Leiden⸗ schaften stellen? Etwa die Pairs⸗Kammer? Sie wurzelt nicht tief genug in der Nation. (Heftiges Murren im Centrum und Ruf zur Ordnung.)
Der Präsident: Sie dürfen keine der Staatsgewalten angreifen; das heißt, sich von der Ordnung entfernen, und ich rufe Sie dazu zurück.
Herr Lherbette: Die Pairs Kammer übt Einfluß durch ihre In telligenz und Weisheit; aber vom Gesichtspunkt unserer Institutionen be⸗ trachtet, behaupte ich, daß sie tiefere Wurzeln im Lande gefaßt haben würde, wenn die Nation sie zu wählen hätte, statt daß der König sie ernennt.
Der Präsident: Sie greifen einen Artikel der Charte an, und ich wiederhole meinen Ruf zur Ordnung.
Herr Lherbette: Ich sage, daß, wenn eine Krise einträte, wir, die Deputirten Kammer, es sein würden, die allein hinreichende Kraft, hinreichen⸗ des Ansehen und Uebergewicht hätten, um uns zwischen den bedrohten Thron und die aufgeregten Leidenschaften zu stellen. Und gewiß, wir Alle würden dies thun, ohne Rücksicht auf unsere Meinungen. 8
Herr Guizot: Meine Herren, es giebt etwas, das keine Illusion bedarf, das ist die Wahrheit. Wenn man sich nur auf die Wahr⸗ heit beruft, wenn man unseren Inst tutionen die Huldigung zollt, daß nichts
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auf anderem Wege als durch sie geschehen kann, durch die Oeffentlichkeit, durch die Erörterung, durch die freie Einwilligung der Kammern und des Landes, dann wendet man sich an eiwas Mächtigeres und Rechtmäßigeres als alle Illusionen, die man bedauert. Dann hat man das Recht, zu sagen, daß man an die Gerechtigkeit und Moralität des Landes appellirt. (Beifall.) Dies thun wir, dies wollten wir thun in der angeregten Frage. Wie können Sie es ein Benehmen nennen, dem es an Moralität und Würde fehle, wenn wir uns an die Moralität, an die Freiheit, an die Vernunsft des Landes wenden? (Unterbrechung.)
Der Präsident: Ich fordere die Kammer zur Ruhe auf.
Herr Guizot: Wir erkennen an, daß man in einer solchen Sache den Gefühlen des Landes nicht Gewalt anthun dürfe. Wir huldigen die sen Gefühlen, wenn wir verlangen, daß sie aufgeklärt und berichtigt werden, daß sie sich selbst berichtigen sollen. Wir halten diese Gefühle für irrig, wir glauben, daß das Land sich täuscht, daß es getäuscht wird, und dech geben wir so viel auf seine Gefühle, daß wir die Frage nicht eher in die⸗ sen Mauern wieder vorbringen wollen, bis das Land darüber aufgeklärt ist. Kann man der Wahrheit unserer Institutionen eine vollständigere Hul⸗ digung zollen? (Beisall im Centrum. Verneinungen auf den äußersten Enden.) Ich kann den Vorwurf nicht gelten lassen, daß alle Mitglieder dieser Kammer, die zu verschiedenen Zeiten gegen die Dotationen gestimmt, als Parteimänner und Feinde des Thrones bezeichnet seien; nichts berechtigt zu einem solchen Vorwurf. Wollen Sie aber behaupten, daß es unter denen, welche die Dotation angegriffen, keine Feinde des Thrones gegeben, und daß diese Frage den Factionen und der Verleumdung nicht als Mittel gedient habe? Dies ist so klar, daß das Gewissen der Kammer sich augenblicklich dagegen auflehnen müßte, wenn
man es zu leugnen wagte. Ohne Zweifel hat die Dotation auch aufrich tige Männer zu Gegnern; sie hat Gegner selbst unter unseren Freunden, das wissen wir so gut wie Sie. Deshalb eben wollten wir die Frage nicht wieder in diesen Mauern zur Sprache bringen. Hätten wir es nur mit der Opposition zu thun gehabt.. (Unterbrechung auf der linken Seite.) Ja, meine Herren, aus Achtung für die, wenngleich irrigen Gefühle des Landes, aus Achtung für die Gefühle einer großen Anzahl unserer eigenen Freunde haben wir diese Frage vertagt, so wichtig sie uns auch schien. Noch ein Wort kann ich nicht ohne Antwort hingehen lassen. Der vorige Reduer hat von Gesetzen gesprochen, die, wie er sich ausdrückte, mit dem Namen Familiengesetze gebrandmarkt seien. Welche Königsfamilie bat denn ihrem Lande so viel Dienste erwiesen wie die unsrige? Welche Familie hat jemals für das Wohl ihres Landes an allen Punkten des Erd⸗ balls eine so thatkräftige, so wirksame, so muthvolle Hingebung gezeigt? (Beifall.) Wenn eine Familie sich in solchem Grade dem Lande einverleibt hat, wenn sie in solchem Grade den allgemeinen Interessen, den allgemeinen Gefühlen des Landes entspricht, so kann man wahrlich Gesetze dadurch nicht brandmarken, daß man sie Familiengesetze nennt. Es kann kommen, daß gerade die dem Lande nothwendigsten Gesetze, die Gesetze, auf denen seine Freiheiten und seine Zukunft beruhen, den Namen Familiengesetze verdienen. (Gezisch.) Ich werde daher niemals zugeben, daß unter diesem Namen eine Schmach verstanden werde. (Beifall im Centrum.) Ich wende mich nochmals zu der vorliegenden Frage und wiederhole: Wenn die Gefühle des Landes sich nicht ändern, wenn die von uns bezeichneten Irrthümer und Lügen auch fernerhin ihre unglückliche Macht ausüben, dann würde es weder nützlich noch weise sein, vor der Kammer auf diese Frage zurückzukommen. Wenn hingegen vermöge der Erörterung, der Oeffentlichkeit und der Zeit, vermöge des gesetzmäßigen Triebwerks unserer Institutionen das Land über diese Angelegenheit aufgeklärt wird, wenn es dahin gelangt, die Interessen der Monarchie und der Nationalität richtig zu begreifen, dann wird die Frage vor die Kammern zurückkehren, sie wird von neuem debattirt, es wird frei darüber entschieden werden, und Niemand wird sich zu beklagen haben.
Herr Dupin: Ich bitte um das Wort. (Bewegung. Von allen Seiten ruft man: auf die Tribüne, auf die Tribüne! und Herr Dupin be⸗ steigt die Rednerbühne.) Meine Herren, als man mir von dem in den Moniteur eingerückten Artikel sprach, rief ich aus: Welch' beklagens werther Artikel! Denn ich sah vorher, daß die Diskussion noch be⸗ klagenswerther sein werde. (Beifall zur Linken.) Aber die Schuld trifft die, welche den Artikel haben publiziren lassen. Trennen wir ehrerbietigst die Krone von aller Berührung mit diesem Artikel; sie kann nicht dafür verantwortlich sein. (Beisall.) Nehmen wir für sie nur an, was von den Diensten gesagt worden, die sie dem Lande geleistet, Dienste, die zu edel sind, um mit den Fragen vermischt zu werden, welche natürlicher Weise bei der gegenwärtigen Debatte zur Sprache kommen. (Beifall.) Meine Herren, ich will die Frage mit zwei Worten in ihre verfassungsmäßigen Gränzen zurück⸗ führen. Die Regierung arbeitet mit den Kammern, und die Kammern, das ist constitutioneller Grundsatz, repräsentiren das Land. Oft habe ich der Opposition vorwersen hören, daß sie zu viel, was sie das Land nenne, mit
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ins Spiel bringe; man wies sie dann mit den Worten zurecht: „Das Land
ist ja gesetzlich durch die Kammern repräsentirt!“ Und das ist wahr. Nicht das Land ist es, welches die Gesetze macht; die Gesetze werden von den Deputirten und von den Pairs gemacht, von den beiden Kammern, welche gesetzlich das Land repräsentiren, im Verein mit der Regierung. Hier aber geht etwas vor, was ganz außer der Ordnung ist. Es giebt allerdings Fragen, welche naturgemäß der Presse angehören und ihr Gebiet sind. Sie bemächtigt sich ihrer, man kann sich ihrer dazu bemächtigen, und die Regierung hat Federn und Zeitungen genug zu ihrer Verfügung, um in der Presse alle Fragen verhandeln zu lassen, welche sie dazu angethan glaubt. Aber es ist das erste Mal, daß wir in dem offi⸗ ziellen Blatte einen offiziellen Artikel sehen, für den das Ministerium die Verantwortlichkeit übernimmt, und der eine Art von Appellation an das Volk vor das Land bringt. (Zur Linken: Da liegt die Sache! Sehr gut!) Und zwar in Bezug auf eine Frage, über welche die Kammern, wie man Ihnen gesagt hat, nicht genugsam aufgeklärt sind. Sie sind blind, sie haben die Projekte zurückgewiesen; wenn sie dieselben nicht zurückgewiesen hätten, so würde man sie ihnen wieder vorlegen, und weil sie nichts davon wissen wollen, appellirt man an den Wahrheitssinn und an die Moralität des Landes. Dies waren die Worte, die ich vernommen habe. (Ja, ja, so ist es!) Nun, eine solche Lage betrachte ich als verfassungswidrig. (Bewegung. Leises Murren im Centrum.) Denn, meine Herren, wir sind zwischen die Regierung und das Land gestellt; das aber heißt, über die Kammer hinwegschreiten. (Neue Bewegung. Zur Linken: Sehr wahr!) Die Regierung hat das Recht, das Land zu befragen, sie hat ihr vollkom⸗ men verfassungsmäßiges Recht hierzu, wenn die Kammern sich geirrt, wenn man ihnen zu wiederholten Malen Gesetz⸗Entwürfe vorge⸗ legt und sie dieselben nicht gewollt: die Regierung kann, wenn sie die Kammern im Jrrthum befangen glaubt, an das Land appel⸗ liren, aber nicht anders als vermittelst einer Auflösung der Kammer, worauf dann das Land sich auszusprechen hat. (Beifall.) Sehen Sie den Unterschied an einem Beispiel. Als der Minister der auswärtigen Angele⸗ genheiten vor der Pairs⸗Kammer die Rede hielt, aus der er Ihnen eine Stelle vorgelesen, da handelte er vollkommen verfassungsmäßig, und Nie⸗ mand nahm daran Anstoß. Man konnte anderer Meinung sein, aber man konnte deshalb keine Interpellation an ihn richten. Die Stel⸗ lung der Kammer war dabei nicht betheiligt, es war keine Aus⸗ artung in eine, soll ich sagen, Perhorreszirung und Anklage der Kammer, die man über eine Frage nicht hinlänglich aufgeklärt glaubt. Auf die Rede konnte durch Reden geantwortet werden; aber man fürchtet die Reden; und die Pamphlete fürchtet man nicht? Man fürchtet die Dis⸗ kussion vor der Kammer, und man setzt sich allen möglichen Schmähschrif⸗ ten aus, die von jetzt bis über sechs Monat, bis zur Eröffnung der nächsten Session zum Vorschein kommen und im Lande verbreitet werden köͤnnen! Man üͤbergiebt die Frage der Presse, man will sie mit allen Einzelheiten, mit allen in dem offiziellen Artikel bezeichneten Umständen vor dem Lande untersuchen lassen, das heißt mit allen Familien⸗, Erbschafts⸗ und Güterliquidirungs⸗Details, genug, mit Allem, was es Persönlichstes und Geheimstes in solchen an sich schon so höchst zarten Verhältnissen giebt! (Sehr wahr.) Nein, meine Herren, so hätte man nicht verfahren müssen. Wenn der rechte Augenblick noch nicht gekommen war, so konnte man war⸗ ten, und dann, wenn man Gesuche im Namen der Krone zu stellen hatte, so mußte es mit jenem Adel geschehen, der solchen Gesuchen geziemt, es mußte freimüthig, leval und unumwunden auf dieser Tribüne geschehen, die Alles zuläßt, und auf der die Wahrheit und die Moralität stets ihre Stütze finden, wenn man mit redlichem Herzen und gutem Gewissen auf ihr er⸗ scheint. (Lebhafter Beifall.) Ich ersuche die Kammer nun, zur Tages⸗ ordnung überzugehen.
Der Präsident: Herr Lherbette schlägt vor, daß die Kammer „mit Bedauern über eine unbesonnene Publication“ zur Tagesordnung übergehe.
Herr Dupin: Ich beantrage die einfache und unmotivirte Tagesord⸗ nung. (DJa, ja, unterstützt!)
Der Präsident ließ über die Frage abstimmen, und die Kammer entschied sich für einfaches Uebergehen zur Tagesordnung, nämlich zur Diskussion der Artikel des Gesetz⸗Entwurfs über die Eisenbahn von Paris nach Straßburg.
Paris, 3. Juli. Der König hat vorgestern das Beglaubigungs⸗ Schreiben des neuen Gesandten der Vereinigten Staaten, Herrn King, aus dessen Händen entgegengenommen. In diesen Tagen ist auch Graf St. Aulaire, der französische Gesandte am Hofe von St. James, auf Urlaub von London hier angekommen, wo er bis Ende August verweilen wird; dann kehrt er auf seinen Posten zurück, um die Vor⸗ bereitungen zum Empfange seines Souverains in England zu treffen.
Nach Briefen aus Toulon vom 28. Juni setzen sich nicht blos
zwei Linienschiffe, sondern der ganze Rest des vom Contre⸗Admiral Parseval⸗Deschenes befehligten Geschwaders in Bereitschaft, nach der
afrikanischen Küste unter Segel zu gehen, nämlich der Dreidecker „Ocean“ und die Linienschiffe „Neptun“, „Inflexible“ und „Ma⸗ rengo.“ Auf verschiedenen Transport⸗Fahrzeugen werden Lebensmit⸗ tel und Lagergeräth nach Algier eingeschifft.
Der Donon⸗Cadotsche Prozeß ist gestern noch nicht so weit vor⸗
gerückt, daß die Jury ihr Verdikt hätte abgeben können. Man hatte sich zu heute noch Repliken vorbehalten. Auf das Resumé des Ge⸗ neral⸗Prokurators und das Plaidoyer für den Mörder Rousselet, des⸗
)
sen Vertheidiger nichts als Zeichen der Reue zu seinen Gunsten an—
führen konnte, folgte eine sehr lange Vertheidigungs⸗Rede des Herrn
Chaix d'Estange für Eduard Donon, den Sohn des Ermordeten, de von Rousselet als Anstifter der That und als Wächter bei ihrer Aus führung angegeben ist. Die Argumente dieses Plaidoyers waren zwar
künstlicher ausgesonnen, aber nicht minder schwach, denn sie bezogen
sich meist auf Umstände, die nicht zur Sache gehörten und suchten di
Geschworenen gegen das Instructions⸗Verfahren in diesem Prozeß
und gegen die Behandlung des jungen Donon im Gefängniß ein⸗ zunehmen. Nachschrift. Die Entscheidung der Geschwornen ist heute er
folgt. Die Jury erkannte Rousselet für schuldig, mit mildernden Umständen und Eduard Donon für nicht schuldig. Diesem Verdikt gemäß wurde Rousselet zur Zwangs⸗Arbeit auf Lebenszeit verurtheilt
und Donon freigesprocheu.
1 1ö1““
Paris, 3. Juli. Der Courrier frangçais hatte vor wenigen Tagen das Gerücht verbreitet, daß die spanische Regierung mit Frankreich einerseits und mit England andererseits einen Handels⸗ Vertrag abgeschlossen habe, welcher von den betreffenden Bevollmäch⸗ tigten in Barcelona unterzeichnet worden sei. Ein solches Gerücht beruht einzig und allein auf der von Herrn Guizot bei der Diskussion der diesjährigen Adresse gemachten Erklärung, daß Frankreich, anstatt in Spanien besondere Handels Vortheile zu suchen, gemeinschaftlich mit England einen Handels⸗Vertrag in Madrid unterhandle. Allein die ver⸗ schiedenen Minister Wechsel in Spanien haben noch nicht erlaubt, daß die betreffenden Unterhandlungen einen sicheren Weg nehmen könnten. Erst als Herr Viluma zum Minister der aus wärtigen Angelegenheiten erwählt wurde, und dieser mit Lord Aberdeen und Herrn Guizot darüber mündlich Rücksprache nehmen konnte, wurden die erwähnten Unterhandlungen abermals zur Sprache gebracht. Allein da der Marquis de Viluma auf dem Punkte steht, seine Entlassung zu be⸗ gehren, so laufen die fraglichen Unterhandlungen große Gefahr, neuer⸗ dings unterbrochen zu werden. Wir sind also von der definitiven Ab⸗ schließung eines Handels⸗-Vertrages mit Spanien viel weiter entfernt, als der Courrier frang ais es glaubt.
Bis zur Stunde hat die Regierung noch keine direkten Nachrich⸗ ten aus Tanger erhalten, welchen Ausgang die von England über⸗ nommene Vermittelung nehmen wird. Indessen heißt es, daß Lord Cowley vorgestern aus London die Versicherung erhielt, daß der Kai⸗ ser von Marokko von dem besten Wunsch beseelt ist, die Streitigkei⸗
ten mit Frankreich auf freundschaftlichem Wege auszugleichen, wes⸗
halb der britische Botschafter Guizot die beste Hoffnung machte, in einigen T schen Frankreich und
im Namen seines Hofes dem Herrn agen den Streit zwi⸗ hen, daß der n General⸗ mmen zu erfül⸗ Tuilerieen wünscht umachen, in so weit
2n Marokko dadurch ausgeglichen zu se Kaiser von Marokko das von Herrn de Nion, franzö Konsul in Tanger, an ihn gerichtete Ultimatum vo len sich verpflichten werde. nichts lieber, als die Streitigkeiten friedlich ab; dabei der Würde der französischen Nation nichts vergeb viel zur Antwort auf die ungerechte Beschuldigung, den Krieg mit Marokko sucht, um seine nord-afrikanische zu erweitern. Die französische Regierung hat genug mi thun, um sich durch den Besitz von legenheiten und Geldopfer bereiten zu wollen.
Kabinet der
daß Frankreich n Besitzungen t Algerien zu Marokko neue und größere
& Paris, 3. Juli. der legitimistischen Partei tigkeit betrieben, zum Spruche reif sein werde der Anklage verlautet noch im der Herren Charbonnier de bitter über die Behandlung, welcher chungshaft ausgesetzt sind.
n mehrere einflußreiche Männer zeß wird mit großer Thä⸗ schon in wenigen Tagen ber den eigentlichen Gegenstand mer nichts Zuverlässiges. la Guesnerie
eingeleitete Pro und man versichert, daß er
Die Freunde und de Lespinois klagen diese Herren in ihrer Untersu⸗ B. soll, bestimmten — Tagen mit Ketten an den Hän⸗ ß zum anderen über die Straße geführt wor⸗ t dieser fast unglaublichen Angabe as französische Gefängnißwesen der Nation weit zurück⸗ ie Untersuchungshaft in Frankreich enn auch aus der leichtesten Ursache,
Der letztgenannte z. Behauptungen zufolge, vor einigen den von einem Gefängni Wie es sich aber auch mi verhalten möge, gewiß ist es, daß d hinter dem allgemeinen Bildungs⸗Zustande geblieben ist, und daß namentlich einen Jeden, welcher derselben, w anheimgefallen ist, einer Menge von Willkürlichkeiten und t, die um so empörender sind, je weniger man in allen an⸗ deren französischen Verhältnissen an Aehnliches gewöhnt ist.
Sroßbritanien und Irland.
Sitzung vom Verletzung des Briefgeheimnisses wird heutigen Sitzung nun wohl durch die gung finden und das Resultat der in? des ganzen Brief⸗Eröffnungs⸗Systems gen die Korrespondenz der italienischen und p gerechtfertigt erscheinen heute seinen Antrag be
Unterhaus. Die Frage wegen nach den Verhandlungen der Regierung selbst ihre Erledi⸗ lussicht gestellten Untersuchung die getroffenen Maßregeln ge⸗ olnischen Flüchtlinge als Herr Duncombe brachte nämlich heute züglich der Ernennung eines Untersuch Comité’s für diese Angelegenheit vor das Haus, und der Zweifel durch die öffentliche Meinung im mit einigen Modificationen
ster des Innern, ohne Lande bestimmt, r allgemeinen Zufriedenheit destoweniger heftig und bitter, eines Theils wegen benen Verleumdungen der Regierung von Seiten; combe, anderen Theils wegen der aus gereizter Stimmung hervor ache Sir James Graham's. tragte die „Ernennung eines ment Ihrer Maj heime oder innere
n des Herrn Dun der Herr Duncombe bean⸗ Wahl⸗Comité's, das in dem Departe⸗ zerwaltung, welches gemeinhin „das ge⸗ ‚sowohl die Dienst⸗Obliegen⸗ als auch die Autorität näher nen für diese Beamten ausgehen; g dem Hause gut⸗ zweckdienlich sei,
gehenden Spr
estät Post⸗T Amt“ genannt wird heiten der darin angestellten Beamten, ll, von welcher die Instructio soll alsdann nach gehöriger Prüfun Aenderung in dem Gesetze ffnet, angehalten und durchgesehen wer Vorschlag durch eine grelle Dar⸗ unter dem Volke verbreiteten Gerüchte von welche in dem „geheimen Amte“ voll⸗ nochmals die Sache Mazzini's und des erklärte es für eine Schande, eigenthümlich sei; in dortige Minister in Oesterreich würden die ern mit dem amtlichen
untersuchen so das ernannte Comité achtlich berichten, ob eine nach welchem Postbriefe geö Der Antragsteller motivirte seinen stellung aller seit kurzem den „Thaten der Finsterniß“, bracht würden, rekapitulirte auptmanns Stolzberg und e Verfahren gerade England s nicht vor, wie Kammer erklärt habe, und in aber nicht geheim, sond
polnischen H daß dies unenglisch neulich der der Deputirten⸗ Briefe zwar geöffnet, Siegel verschlos
Die vorliegende Frage hat nunm rung angenommen
ten muß, als bei früheren ffentlichen Meinung betrachte, welche man gemacht hat, Meinung gegen mich einzunehmen, da ich mehr sagen muß — da ich da ich mehr sagen werde — da es die ganze Wahrheit, ans Tageslicht komme. feierlich und nachdrücklich er Akte dem Staats⸗Secretair übertragene? öffnen für nothwendig z erantwortlichkeit des Ministers thabe; er hat die Ausübung dieser erträglich mit meiner Pflicht gehalten. meines Vorgängers im Amte nicht Aber seitdem haben die Majestät, ein
Graham: chuldigungen gegen die Regie ausführlicher darauf Zustand der ö
Form ernster Bes daß ich jetzt Gelegenheiten. wenn ich an die Bemühungen aber mit Erfolg, die öffentliche stehe ich, daß die Z mehr sagen darf — daß „die Wahrheit,
Antragsteller sagt,
hat vor kurzem hier
Wenn ich den
eit gekommen ist nothwendig ist, und nichts als Wahrheit“, p der ehrenwerthe 2 Mein Vor⸗ änger im Amte ttelst Parlaments⸗ Briefe anzuhalten Staates halte, daß dieselb werde und er selbst sie ausgeüb Seite nicht für unv ch solcher Erklärung weitere Erörterungen einzulassen. Ein geschworener Diener Ihrer acaulav), einer der Ersten in Staats⸗ üt ist mit den Dienstgeschäften und erihe Mitglied für Edinburgh, hier an Redner⸗Talent nachsteht, — Haus über diesen Gegenstand welche den öf nicht gegen das System, sondern (Nein, nein.) daß man von der ellten Gewohnheit abgewichen, und der Minister dafür verant⸗ gegen mich Partei ergreifen; auch den J. Russell), der zwar nicht Was muß die
ur Sicherheit
mals hatte ich na nöthig, mich auf
Verhältnisse sich ande Mitglied des Gehe Angelegenheiten,
den Pflichten eines ein Mitglied, dieser hat es für seines in einer Sprache anzureden (in der willen nicht gegen das Gesetz, der ich zu Ihnen spreche, anzuregen. Verwaltung des Systems, denn er erklärt,
nen Raths (Herr M ein Mann, der vertra das ehrenw das keinem Anderen Amtes gehalten, das! Sitzung vom 24. Juni), fentlichen Unt gegen mich,
gegen meine
einmal festgest wortlich sei. Ebenso sehe ich andere edlen Lord, das Mitglied für London (Lord mein unmittelbarer aber doch mein unvermeidliche Folge davon sein? Volke, daß ich ein neues Verfa Gewohnheit meiner Vorgänger abgern ‚niemals ein Tadel oder Vorw
Vorgänger gewesen ist.
Ohne Zweifel die Ansicht unter dem e und von der bisherigen
Nun erkläre ich dem Hause urf, wie groß er auch immer önnte, in eine Untersuchung zu willigen, wenn ich allgemeine Beste gesordert würde; aber Mitglieds für London, nach dem nach dem Votum des sehr ich erklären, daß,
die fernere Behauptung dieser (Lauter Beifall von den Oppo Und deshalb kann ich, ohne Etwas zu opfern, meine per⸗ er öffentlichen Pflicht vereinen, indem ich für die Untersuchung stimme, für die allerstrengste
der Vollziehung desselben von den frühesten Diese Untersuchung wird zeigen, daß ich nicht mit dem statutarischen Gesetze,
hren eingeführt hab
ganz offen, daß sein mag, mich bewegen k überzeugt wäre, daß sie nicht für das nach dem Votum des edlen Lords, des Votum des edlen Mitglieds für Sunderland, ehrenwerthen Mitglieds für Edinburgh und 2 ohne Untersuchung der vorliegenden Frage, Gewalt in keiner Weise mehr möglich ist.
Underer muß
sitionsbänken.) sönlichen Gef allerstrengste Gesetzes und gegenwärtigen
ühle mit meiner ö Untersuchung des Zeiten bis zum 1 Augenblick. in strenger Uebereinstimmung ch mit der bisherigen Gewohnheit ver Soweit erklärte der Minister sich mit dem Für die Ausführung desselben aber vor: „Es soll ein geheimes Comité über das Anhalten und Amte ernannt werden; das Comité zuladen und Dokumente einzusehen, eine Ansichten dem
Prüfung s
Antrage einverstanden. schlug er folgendes Amendement zur Untersuchung des Gesetzes zriefe auf dem General⸗Post⸗ soll die Befugniß haben, Per⸗ und soll nach vollende⸗ Der Minister
Hause vorlegen.“
1077 motivirte das Geheimhalten der Comité⸗Verhandlungen durch ähn⸗ liche Präcedenzfälle, und durch die Erfordernisse der öffentlichen In⸗ teressen, und brachte neun Mitglieder des Hauses, vier von mini⸗ sterieller, fünf von der Oppositions Seite in Vorschlag, aus denen das Untersuchungs⸗Comité bestehen sollte.
Das Amendement Sir James Graham'’s fand entschiedene Billi⸗ gung. Die Mitglieder des vorigen Whig⸗Kabinets, Herr Labou⸗ chere, Lord John Russell, Sir George Grey erklärten sich damit einverstanden; nur Herr Macaulay blieb dabei stehen, daß die ministerielle Befugniß gefährlich und ein Uebel für das Land sei, das ohne Verzug abgeschafft werden müßte. Die radikalen Mitgieder sprachen für den ursprünglichen Vorschlag ihres Hauptes, Herrn Duncombe, d. h., für die Oeffentlichkeit der Comité⸗Verhand lungen, doch wurde nach kurzer Diskussion das Amendement des Ministers ohne Abstimmung angenommen. Eben so erklärte sich das Haus für die Ernennung der neung vorgeschlagenen Individuen zu Mitgliedern des Comité's, nachdem ein Antrag, Herrn Duncombe demselben einzuverleiben, mit 128 gegen 52 Stimmen verworfen war. Die Männer, welche Sir James Graham in Vorschlag brachte, sind Personen, die in keiner näheren Beziehung jemals zur Regierung stan⸗ den und über die Frage unparteiisch zu richten geeignet sind. Es sind von Seiten der Regierung Lord Sandon, Herr H. Drummond, Herr T. Baring und Sir W. Heathcote; von Seiten der Opposition Sir C. Lemon, Herr Warburton, Herr Strutt, O'Connor, Don und Herr Ord.
Im Oberhause wurde heute nach einer kurzen resultatlosen von Lord Radnor angeregten Diskussion ü⸗ die Korngesetze die Zuckerzoll⸗Bill zum drittenmal verlesen. 8
London, 3. Juli. Der älteste Sohn Sir R. Peel's ist über Lissabon nach Madrid abgereist, wo er zum Botschafts⸗Secretair er⸗ nannt ist und zwei Jahre lang bleiben soll.
1 spanische General Prim ist in Begleitung seines Freundes, Milans del Bosch, hier angekommen.
Ministerielle Blätter melden, daß ein Konsul für Manila ernannt worden sei, der im Juli dorthin abgehen solle, so wie, daß auch in Batavia, Samarang und Sourabaya Personen beglaͤubigt werden sollen, um die durch die neue Zucker⸗Bill erforderlich werdenden Ur⸗ sprungs⸗Certififate auszustellen.
Schweiz. Kanton Luzern. Am 1. Juli ist die ordentliche Tag⸗
satzung in Luzern mit dem üblichen Gottesdienst in den Kirchen beider Konfessionen feierlich eröffnet worden.
Nom, 24. Juni. (A. Z.) In Bezug auf die Ausgleichung kirchlichen Verhältnisse Spaniens mit Rom vernimmt man jetzt, daß von hier aus als erste Bedingung verlangt worden ist, die spa—
nische Regierung solle, wenn die verkauften Güter des Klerus nicht wieder zu erstatten seien, wenigstens das Gehalt der Geistlichkeit, welches derselben bisher nur versprochen worden, für die Zukunft auf Grundbesitz sichern. Man hofft, daß Herr Castello y Ayensa, der aus Madrid erwartet wird, mit den gehörigen Vollmachten versehen, anlange. Einiges Gewicht wird hier darauf gelegt, daß vor etlichen Tagen bei einem großen Diner, welches der portugiesische Gesandte zu Ehren des für Lissabon ernannten Internuncius gab, außer meh⸗ reren Diplomaten und Kardinälen, die beiden Kardinäle⸗Staats⸗Se⸗ cretaire, so wie der von der hiesigen Regierung bis jetzt nicht aner⸗ kannte spanische Geschäftsträger, Herr Hoyos, gegenwärtig waren.
Neapel, 22. Juni. Eine außerordentliche Beilage des Gior nale delle Due Siecilie enthält Näheres über die Unternehmung der italienischen Flüchtlinge von Korfu aus (S. Nr. 186 der Allg. Preuß. Zeitung); wir entnehmen daraus Folgendes:
Die Königliche Regierung hatte Nachricht erhalten, daß einige dreißig in Korfu versammelte politische Flüchtlinge, an deren Spitze die beiden Söhne des Admirals Bandiera und Domenico Moro, sämmtlich Offiziere der österreichischen Marine, standen, einen Hand⸗ streich gegen irgend einen Punkt von Italien auszuführen Willens seien. Man maß diesem Vorgeben aus mehreren Gründen keinen Glauben bei, als plötzlich von dem Intendanten von Otranto die ihm durch einen Agenten in Korfu zugekommene Nachricht anlangte, daß jene Rotte sich auf einer oder zwei Trabakolen eingeschifft und die Richtung nach Calabrien eingeschlagen habe. Die Königliche Regie⸗ rung ergriff sogleich die erforderlichen Maßregeln. Die Landung er⸗ folgte in der Nacht vom 10. Juni; der Führer dieser Bande war ein calabresischer Straßenräuber, welcher, um der gegen ihn gerichte⸗ ten Verfolgung und der Hand des Henkers zu entgehen, sich nach Korfu geflüchtet hatte.
Obschon sogleich Patrouillen von Stadtgarden und Gendarmen zur Verfolgung der Gelandeten sich in Bewegung setzten, entgingen dieselben doch drei Tage lang durch allerlei Kreis⸗ und Seitenzüge den Verfolgenden und erschienen am 19ten bei Sonnen⸗Untergang in der Nähe der Gemeinde von Belvedere, in der Provinz Catanzaro, auf dem Wege nach San Giovanni in Fiore, der nach Cosenza führt, wohin sie ziehen und die dort Eingekerkerten befreien wollten. Der Stadt⸗Syndikus von Belvedere sammelte auf die Kunde von der An— näherung der Meuterer die dortigen wenig zahlreichen Guardie Ur⸗ bane, an welche sich drei Gendarmen anschlossen, und legte sich auf
dem Wege in Hinterhalt, um die Bande zu erwarten; sie erschien um
Mitternacht und wurde in der Dunkelheit mit Flintenschüssen empfan⸗ gen, die sie erwiederte. Von beiden Seiten wurden Mehrere verwun⸗ det, die Uebrigen zerstreuten sich, nachdem sie Waffen, Gepäck und selbst Kleidungsstücke weggeworfen, in die Wälder nach San Giovanni in Fiore hin.
Auf die Nachricht hiervon rückten sogleich die Guardia urbana des genannten Ortes, der sich mehrere der vornehmsten Grundbesitzer anschlossen, den Rebellen entgegen. Bei dem, Canale della Stragola genannten Orte kam es zu einem zweiten Gefechte, drei von den Meuterern wurden getödtet, zwei verwundet und vierzehn gefangen genommen. Die wenigen übrig Gebliebenen flohen in größter Eile. Auf dem Kampfplatze fand man aufrührerische Proclamationen, eine dreifarbige Fahne, Waffen und verschiedene andere Gegenstände. Ob die Bandiera's sich unter den Gefangenen befinden, ist noch nicht bekannt.
In der vergangenen Nacht ist ein Bataillon Jäger auf einem Dampfschiffe nach Paola abgegangen, um von dort in zwei Abthei⸗ g nach Cosenza und über Pizzo nach Catanzaro sich in Marsch zu setzen.
Ostindien und China.
London, 2. Juli. Die am 20. Mai (wegen der Monsuhn⸗ Winde) diesmal aus Bombay abgegangene Ueberland⸗Post ist heute hier eingetroffen. Die Nachrichten, welche dieselbe überbringt, be⸗ treffen hauptsächlich den Zustand des Pendschab, wo die Anarchie fortherrscht und einen immer bedrohlicheren Charakter annimmt. Die Partei der Söhne Rundschit Singh's befindet sich in offenem Auf stande gegen die Regierung oder vielmehr gegen Hira Singh, den Wesir
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des unwürdigen Maharadschah, und ein blutiges Treffen am 7. Mai,
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sein soll, scheint die versetzt zu haben. chit Singh's ist ein ge
Atschit Singh, welcher es Maharadschah d. Um den Tod an die Aufrührer wie das Gerücht h's ausgeht, t wenigstens britische Gebiet. welche Lorn
worin Hira Singh gefährlich verwundet worden Sache der Letzteren in eine ziemlich kritisch rührerischen Söhne Runds der Bruder jenes bekannten J. mit der Ermordung d ein Opfer derselben üchen, schloß sich Ittur Singh dste Stütze und soll, von der Partei Hira Sing Hira Singh d
Der Anführer der auf wisser Ittur Singh, die Revolution im September v. Shir Singh eröffnete seines Bruders zu r an, wurde bald ihre bedeuten s indeß wahrscheinlich von den Engländern unterstützt werden. auf Grund dieses Gerüchts mit einem Einfall Inzwischen werden auf englischer Seite Ellenborough angeordnet hat, immer erns Gerücht verbreitet, daß der Gener in das Pendschab beabsichtige, bestrafen, die britischen Sipahis zu verleiten. Die Wirkungen jener Versuche ter den nach Sind kürzlich kommandirten beng kundgegeben. Zwei Truppen⸗Corps, zusammen 80,00 deshalb Befehl erhalten, sich im August un zu konzentriren, das eine unter dem Gener andere unter Sir Charles Napier, welcher letzterer i tritt in das Pendschab den Oberbefehl übernehmen soll.
ord Ellenborough's war in Indien no Sir Henry Hardinge, erwar⸗ Die Ankunft des Letzteren deen Aenderungen in jenen
die Rüstungen,
stlicher fortgesetzt, al⸗Gouverneur eine um die Seikhs für ihre Versuche z8 durch Bestechungen zur Insub 1 haben sich bekann alischen Regimentern 90 Mann, haben ber am Sutletsch al Sir Hugh Gough, das ndeß beim Ein
Die Abberufung 8 bekannt, und den Nachfolger desselben, tete man zum 21. Juni in Alexandrien. in Kalkutta dürfte wahrscheinlich von bedeuten kriegerischen Entwürfen begleitet sein.
Die Nachrichten aus Sind reichen bis gespannt auf das Resultat der au menkunft Sir Charles 17,000 Beludschen, Jeder mit e
zum 16. Mai. Man war Mai angesetzten Zusam mit den Beludschen⸗Häup inem unbewaffneten Begleiter, wu
nichts von Belang ge⸗
Aus Gwalior und Afghanistan wird ge der Königin
Im ersteren Orte Wittwe gegen die Engländer fort, von Seiten des britischen Residenten an wollte Dost Mohammed seinem Sohn abtreten, weil Altersschwäche ihn hinderte, den v häufenden Schwierigkeiten in der China reichen die Nachrichten bis zum 10. von politischem Interesse gemeldet.
dauerten die Intriguen und es waren ernste Weisungen sie ergangen; in A e Akhbar Chan die on allen Seiten sich Regierung zu Es wird Nichts
Eisenbahnen. Das Eisenbahnwesen in den Herzogthümern Schleswig⸗Holstein. b * Die Actienschwindelei hat in diesem Lande jahrs eine Menge Eisenbahn⸗ früher gar nicht gedacht wurde; Manche nicht ohne Int
während des Früh⸗ gerufen, an welche eine ungefähre Uebersicht derselben eresse sein, wir lassen sie daher hier
Projekte ins Leben
Länge in Anlage⸗Kosten in Species a 1 ½ Rt
1) Glückstadt⸗Itzehoe⸗Heide... 900,000 Rendsburg⸗Neumünster . . Rendsburg⸗Schleswig⸗Flensburg ... Sonderburg⸗Flensburg Apenrode⸗Flensburg Apenrode⸗Hadersleben⸗Oeresund 7) Eckernförde⸗Rendsburg 8) Kiel⸗Eckernförde⸗Schleswig Zusammen Meilen 46 oder etwa 8,100,000 Rthlr. preußisch. Zuverlässige Kosten—
500,000
Spec. 5,400,000
Anschläge für diese Bahnen sind überall nicht vorhanden, indem man noch erst mit den Nivelle denen Linien beschäftigt ist. Die Comités der einzelnen Bahnen sollen die vorstehenden Kapital⸗Summen für die Actien⸗Zeichnungen, burg beschafft wi erachtet haben.
wartenden Verkehrs
ments der verschie⸗
nach approrimativer Schätzung welche großentheils in Berlin und Ham⸗ irden, vorläufig angenommen und für ausreichend Mit der Ermittelung des auf diesen Bahnen zu er⸗ beschäftigten die Comités sich noch nicht, wenig⸗ darüber nichts zur öffentlichen Kunde gelangt. können sich vielleicht dabei beruhigen, zession zu Eisenbahn⸗Anl nicht vorher durch ausfü rechnungen außer Kieler und der Flensburg⸗Husum Die oben genannten — angen, schmalen, von zwei
nde Die Actionaire daß die Regierung keine Kon⸗ agen ertheilt, wenn die Rentabilität derselben hrliche und gründliche
ührliche w ahrscheinlichkeits⸗Be⸗ Zweifel gestellt wird, wie
olches bei der Altona⸗ Tönninger Bahn seiner Zeit ge⸗
mit Rücksicht auf die geogra⸗ Meeren bespülten Halb⸗ Projekte, werden vielleicht bei der plötz⸗ ig von selbst zerfallen, besonders da Ullerhöchste Erlaubniß ertheilt ist, und Juni d. J. „aller
phische Lage der l insel, zum Theil unklugen — lich wieder erwachten Besinnurn noch für keine dersel die Actienzeichnungen da Sicherheit entbehren“.
der Allerhöchsten Bek Begünstigung Die unentgeltliche
Landesherrschaft gehören;
die Befreiung des zu Eisenb und Bodens, nebst Gebäuden ꝛc., von
her laut Reskript v Dieses Reskript bestimmt ferner: „daß die in anntmachung vom 18. Mai 1840 §§. 11 bis 14
Abtretung von Grundstücken, welche der
ahn⸗Anlagen erforderlichen Grund allen Königl. Steuern
ltliche Ertheilung des erfo Einfuhr aller zur ersten tände, als: Eisen,
die unentge die zollfreie verwandten Gegens 8 (Letztere Begünstigun Oberbaues und der Bahnbefah lein zugestanden erwartet 1 welche die Verbindung der das Herzogthum Schleswig Holstein zum Vorstehende projektirten Bah ausdrücklich gestellten
rderlichen Stempel⸗Papiers; Anlage der Eisenbahnen Holz, Maschinen, Wagen g erzielt eine Ersparung des rung von mindestens 10 pCt.)
en können für solche Eisenbahnen, Ostsee mit der Nordsee durch oder durch das Herzogthum Zweck haben.“
Begünstigungen nen schwerlich zu
dürften demnach den oben gedachten Theil werden, da keine der Bedingung entspricht.
Handels- und Börsen-Nachrichten.
Juli. In Folge der letzten englischen Berichte mit Weizen still aber nicht niedriger, dagegen Von Roggen wurden beträchtliche Quantitäten nach letzter Zeit 5 a 10 Fl. Importeurs mehr und mehr von
* Königsberg, 3. war es an unserer B Sommergetraide flau. Holland und Belgi mehr pr. Last bewi Markte zurück, sie bei der eingetretenen w von einer Lagerung auf die Rede sein kann,
en verschifft, und nachdem man in lligt hat, ziehen sich die indem sie auf eine successive Steigerung rechnen. Do armen Witterung recht bald verkaufen müssen, do hiesigen Speicher bei den hohen Miethen wo 1 die Vorräthe sich immer stärker ansammeln un de in den Witinnen im Gewicht so bedeutend zurückgeht.
cht unbedeutende Ankäufe gemacht worden, für fein ität 113/114pfd. wurden 210 a 215 Fl. angelegt.
In Leinsaat sind ni und mittel Qual
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