1ö“ 8 5 thaten würden wir nur dann dahin rechnen können, wenn klar wäre, daß sie aus so reiner Quelle entsprangen. b
Finden wir so in der westlichen Nachbarschaft Deutschlands das Prinzip des Staatswesens in der vorherrschenden Geltung der Individuen, so zeigt dasselbe sich dagegen im Osten bei den Slaven überhaupt (mit etwaiger Ausnahme der vergangenen polni⸗ schen Adelsrepublik) und vielleicht am entschiedensten bei den Russen in der vorherrschenden Geltung der Gesammtheit und ihrer Repräsentanten als solcher. — Wenn der Russe erklärt, daß er mit aller seiner Habe dem Kaiser gehöre, und auch den gebildeten Russen hört man dieses aussprechen, so ist darin kein Beweis von Sklavensinn zu suchen, denn er sieht in dem Kaiser das verkörperte Prinzip der Volksgesammtheit. So ist auch die Erklärung zu ver⸗ stehen, welche dem Polenkönige Sigismund von vier russischen Für⸗ sten gegeben ward: daß, wer den nationalen Zaren beschränke, der Freiheit entgegenhandle. Nirgends findet man vielleicht so viel Ge⸗ horsam und so bereitwillige Unterwerfung unter obrigkeitliche Autori⸗ tät wie in Rußland, und das lebhafte Gefühl des Bedürfnisses einer starken gemeinsamen Autorität ist dort ein Charakterzug des Volks. Daß nicht etwa sklavische Gesinnung der eigentliche und innerste Grund des so bereitwilligen Gehorsames sei, zeigt besonders das den Ausländern meist ganz unbekannte Gemeindewe senderrussischen Bauern, welches als eine Frucht der Volkssitten erscheint. Man muß diese Gemeinden mit ihren selbstgewählten Vorständen und Ge⸗ richten als echte kleine Republiken anerkennen. Was die Gemeinde beschließt, dem unterwirft sich der Einzelne, und zwar nicht nach Stimmenzählung, sondern nach dem Ausspruche „der Väter“, der zlteren und angeseheneren Glieder. Der Vorsteher der Gemeinde (Starost), für eine bestimmte Zeit von ihr gewählt, legt nach Ablauf derselben seinen Stab vor ihr nieder, indem er die Rechnun über seine Amtsführung überreicht. Der Einzelne hat bei den gro russi⸗ schen Bauern keinen Landbesitz, sondern nur die Gemeinde, welche das Land von Zeit zu Zeit unter die Einzelnen zur Nutznießung neu vertheilt. Auch der keinem Leibherrn unterworfene Kosak und Kron⸗ bauer ist glebae adscriptus, wie ein russischer Gelehrter sich aus⸗ drückt, aber glebae adscriptus der Gemeinde, ohne deren Erlaub⸗ niß er sich nicht entfernen darf, und welche ihn, wenn er ein verdor⸗ benes und unverbesserliches Glied ist, sogar ausstößt und in die sibi⸗ rischen Kolonieen schickt. Wir sehen, wie dort das Prinzip des Ge⸗ meinwesens so stark ist, daß das Privatrecht, der Träger der indivi⸗
11“
. 8 8 1 duellen Geltung, davor zurücktritt, und diese untergeordnete Stellung des Privatrechts mag auch die Ursache davon sein, daß es sigh dort wenig in festen Formen, namentlich als Gewohnheitsrecht, ausgkbildet hat. Die Formen des Rechts verschwimmen zum Theil in dem pa⸗ triarchalischen Elemente, welches im Staate, in der Gemeinde und in der Familie noch so stark ist, daß sich die Formen der westeuro⸗ päischen Völker nicht wohl damit vertragen.
Anders ist es bei den Deutschen. Sie stehen zwischen dem westlichen und dem östlichen Prinzip in der Mitte. Der Deutsche erkennt die Kraft und Geltung des gemeinsamen Elements in seiner vollen Bedeutung an, aber er schließt es in die ihm zukommenden Gränzen ein, indem er die rechte Geltung der Individuen daneben bestehen läßt. Der Schutz der individuellen Interessen, mithin auch der persönlichen Freiheit, hat sich bei ihm in festen Formen ausgebil⸗ det, welche durch die Unabhängigkeit der Rechtspflege auch der öffent⸗ lichen Macht widerstehen können, ohne in sie einzugreifen. Sofern diese Interessen am öffentlichen Wesen mitwirken sollen, erscheinen sie geläutert durch Corporationen: Stände, Gemeinden, Zünfte, welche, gewissermaßen das Privatrecht mit dem öffentlichen verbindend, die Privat⸗Interessen insoweit darstellen, als sie Bestandtheile des öffent⸗ jichen Wohles sind und so auch das Volk bei der Regierung ver treten *).
Dabei bedürfen wir nicht der starren, einförmigen Einheit in unseren Rechts⸗ und Verwaltungsformen, um Eins zu⸗ bleiben. Man⸗ nigfaltig und doch Eins ist das deutsche Vaterland, „wie das edle Erxz“. Es mußte zwar durch die Zeiten der ärgsten Zerrissenheit hindurchgehen, aber es widerstand der Auflösung und schloß sich dem⸗ nächst fest wieder zusammen. Mannigfaltig können und sollen jene Formen sein, wie das Leben selbst, an die lokalen und provinzialen Eigenthümlichkeiten sollen sie sich anschließen, um die individuelle Freiheit in ihrer wahren Bedeutung zu pflegen und zu schützen. Aber der Geist in ihnen, so weit sie aus deutscher Volksthümlichkeit spros⸗ sen, ist einer, und dieser Geist dürfte abhanden kommen, wenn man uns mit einem formell gemeinsamen deutschen Rechte beschenken sollte, welches vielleicht am Ende gar das französische wäre. Wir wissen
auch aus Erfahrung, daß gemeinsame Gesetze, auf verschiedenartige
In echt germanischem Geiste sagte einst Pitt im Parlament denen, die schon damals auf die Reform antrugen: Die englische Volks⸗ vertretung sei eine Vertretung, nicht von Individuen, son⸗
dern von Corporationen.
——
.“]
Zustände angewendet, die Spaltung, nicht die Einheit befördern. Droht doch die Freistaaten, den Süden der Union vom Norden loszureißen, gerade wie vor einigen Jahren der Handelsstand von Bordeaur in einer Bittschrift der Regierung andeutete, daß es besser sein würde, Frank⸗ reich in zwei Theile zu theilen, als die südliche Hälfte unter dem Drucke der die nördliche und ihr Fabrikwesen begünstigen⸗ den Handelsgesetzgebung leiden zu lassen!
die wir Deutsche
der Herrschaft der Majoritäten, nicht wollen, weil
wir, auch abgesehen vom Rechte, wohl wissen, daß das Interesse einer
Minderzahl eben so gut, wie das der Mehrzahl, ein nothwendiger Bestandtheil des Gemeinwohls sein und daher dessen Erhaltung durch dieses gefordert werden kann.
Dürfen wir somit dem deutschen Volle das Lob wahrer politi⸗ scher Weisheit ertheilen, so glauben wir den Gipfel seiner weisen politischen Institutionen in der Stellung des deutschen Erb⸗ fürstenthums zu finden. Dasselbe steht mit seinen den Bestand sichernden und zugleich öffentlichen Zwecken dienenden Familien⸗ und Stammgütern, mit seinen eng verbundenen Privat⸗ und öffentlichen Rechten als der wahre Mittelpunkt des Staats⸗ und Gemeinwesens in solcher Weise da, daß sein Privat⸗Interesse mit dem öffentlichen sich zum gemeinsamen Wohle verbindet. Das Herrscherrecht ist in ihm ebensowohl rechtlich begränzt, wie rechtlich begründet, letzteres durch festes Eigen⸗ und Erbrecht, das Erstere theils durch die Unab⸗ hängigkeit der Rechtspflege, den alten Grundsatz des deutschen Kai⸗ serreichs, theils durch das germanische Ständewesen. Wo dessen ur⸗ sprünglicher Charakter nicht im Laufe der Zeit verfälscht ist, läßt es dem monarchischen Prinzip seine volle Geltung, indem es keine Thei⸗ lung der Staatsgewalt begehrt, aber nicht nur das Privatrecht gegen das Eingreifen des öffentlichen vertritt und schützt, sondern auch die Sonder Interessen in ihrer geläuterten Gestalt als ständische und provinzielle, und somit als Bestandtheile des allgemeinen Staats⸗In⸗ teresses, mit diesem durch angemessene Verhandlung mit der Regie⸗ rung in Einklang zu⸗ bringen bestimmt ist.
Möchte den Deutschen das Königthum stets so erscheinen, wie es ein bekannter Schriftsteller darstellt, als „eine herrliche Frucht germanischer Staats⸗Entwickelung, die höchste Bürgschaft des Rechts und aller öffentlichen Ordnung, der edelste Ausdruck der ewigen Bestimmung des Staates, der würdigste Gipfelpunkt großer und edler Nationen.“ W. K.
Allgem-
C. G. Nirdorff hierselbst, ist Konkurs eröffnet worden.
Bekanntmachungen
1823] PHn o ck l a m 28
Die verwittwet gewesene Hofräthin Behrendt, Pauline, geborene Brandenstein oder von Brandenstein, ist am 24. Juni 1842 hierselbst ohne Testament, mit Hinter⸗ lassung eines Vermögens von circa 2400 Thlr., ver⸗ storben, und haben sich als nächste Erben ein Sohn und drei früher bereits verstorbenen
Töchter zweier f
Schwestern der Erblasserin gemeldet, nämlich: Kõ
1) die separirte Gutsbesitzerin von Paczkowska, Ernestine 8 Louise Friedericke, geborene von Lahrbusch;
2) der Capitain in englischen Diensten Friedrich Hein⸗ 1622] 622
rich Franz von Lahrbusch; N Norhwendiger Verkanf.
Stadtgericht zu Berlin, den 26. April 1844. Das hierselbst in der verlängerten Sebastianssteaße stück des Baumeisters Ferdinand Wil⸗
3) die unverehelichte Friedericke Wilhelmine Hempel hierselbst;
4) die unverehelichte Karoline Henriette Hempel zu Deßau.
Da diese Personen sich jedoch als nächste und ein⸗ zige Erben nicht haben legitimiren tönnen, dieselben vielmehr noch folgende Geschwister:
1) Elisabeth Eleonore Magdalene von Lahrbusch, von welcher die letzten Nachrichten von dem Jahre 1810 aus Arnheim in Holland herrühren;
2) Johanne Karoline Pauline Charlotte von Lahr⸗ üusch, welche 1821 hier verstorben sein soll;
3) der Dr. med. Friedrich Adolph Hempel, welcher seit dem Jahre 1826 in Paris verschollen ist, gehabt haben, deren Tod nicht hat nachgewiesen werden fönnen, und von denen nicht konstirt, ob und welche Descendenten sie hinterlassen haben können, so werden auf den Antrag des Nachlaß⸗Kurators, Justiz⸗Kom⸗
missarius Naudé,
belegene Grund
[986]
alle unbekannten Erben der verwitt⸗ weten Hofräthin Behrendt, namentlich aber die so eben 2d 1 bis 3 aufgeführten Personen oder ihre etwanigen Descendenten hierdurch öffentlich vorgeladen, sich in dem vor dem Kammergerichts⸗Referendarius Eltester auf den 8. Mai 1845, Vormittags 11 Uhr, hierselbst auf dem Kammergericht anberaumten Termine zu gestellen und ihre Legitimation zu führen, widrigen⸗ falls sie mit allen ihren Ansprüchen präkludirt werden, der Nachlaß den sich legitimirenden Erben, event. dem Fiskus zur freien Disposition verabfolgt, und der nach erfolgter Präklusion sich etwa erst meldende Erbe deren Handlungen und Dispositionen sämmtlich anzuerkennen und zu übemehmen verbunden, von ihnen weder Rech⸗ nungslegung noch Ersatz der erhobenen Nutzungen zu fordern berechtigt, sondern sich lediglich mit dem, was
Kasten,
Königliches
8 2 3 8 1 9 alsdann noch von der Erbschaft vorhanden sein möchte, 1) ein Wohnh⸗
zu begnügen für schuldig erachtet werden wird. Den Auswärtigen werden die Justiz⸗Kommissarien Justizrath Nobiling, Landgerichts⸗Rath Bauer und Zustizrath Ciborovius als Sachwalter in Vorschlag ge⸗ bracht. “ Berlin, den 3. Juni 1844. Königl. Preuß. Kammergericht.
Der Kaufmann Samuel Fabian aus Callies hat angeblich am 19. August v. J. in Berlin 3 Wechsel, jeden über 500 Thlr., verloren. Dieselben lauten wörtlich: Berlin, den 12. Mai 1843. Für 500 Thlr. Court.
Am 31. August d. J. zahlen ’ Prima⸗Wechsel an die Ordre von mir selbst die Summe von Fünfhundert Thaler pr. Courant den hastirt werden. Werth in Rechnung und stellen es auf Rechnung laut Bericht.
eingetragen
sollen
aqns vus
9S qna u t⸗
12qug
Samuel Fabian.
H
Alle unbekannten Gläubiger desselben haben ihre For derungen in termino den 21. Oktoberd. J., Vor⸗ mittags um 9 Uhr, vor dem Deputirten, Herrn Ober⸗ Landesgerichts⸗Assessor Laube, im hiesigen Parteienzimmer anzumelden und z werden mit ihren
u bescheinigen.
Ansprüchen an die Masse präkludirt,
und es wird ihnen deshalb gegen die übrigen Gläubi⸗
ger ein ewiges Stillschweigen auferlegt werden. Liegnitz, den 24. Juni 1844.
öͤnigliches Land⸗ und Stadtgericht.
helm Winkelmann, 19 Sgr. 7 Pf., so am 13. Dezemb an der Gerichtsste
II Schulden halber er 1844, Vormittags 1 1h. lle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.
u““ “
Nothwendiger .
Stadtgericht zu Berlin, den 18. Juli 1844.
Die dem Maurerpolier Johann Christian Haedicke zu⸗ gehörige Hälfte des in der Langen Gasse Nr. 55 und 36 belegenen Grundstücks, welches zu 6339 Thlr. 18 Sgr. 3 Pf. tarirt worden, soll
am 4. März 1845, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.
Zugleich werden hierdurch die dem Aufenthalte nach undekannten Interessenten: Die
1) der Miteigenthümer Maurerpolier Gottlob Gustav Nr.
2) die Ehefrau des Malers Schmidt, borene Bocquet, öffentlich vorgeladen.
[987] Nothwendiger Verkauf. Justiz⸗Amt Brüssow zu
Folgende Grundstücke, dem Apotheker Carl August Nehring zu Brüssow gehörig: aus Nr. 75, eingetragen im Hvpotheken buche der Stadt Brüssow, Vol. II. s seinem sonstigen Zubehör, abgeschätzt zu 865 Thlr. 22 Sgr. 6 Pf., 2) ein Wohnhaus Nr. 74 mit seinem gleichen Zube⸗ hör, eingetragen in demselben Hypothekenbuche Vol. II. 01. 216. und taxirt zu 403 Thlr. 27 Sgr. 6 Pf., 3) ein Wohnhaus Nr. 76 mit seinem gleichen Zube⸗ gen in demselben Hypothekenbuche Vol abgeschätzt zu 256 Thlr. 3 Sgr. 4 Pf., 4) das verkäufliche Recht zum Betriebe der Avotheke, bei dem Grundstücke zu d abgeschätzt zu 3500 Thlr.,
8 1 hör, eingetra [985] II. fol. 226, fol. 221, un
Sie für diesen am 21. November, Vormittags 11 Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle zu Brüssow öffentlich sub⸗
othekenschein sind in unserer Registra⸗ tur zu Prenzlau einzusehen. an
Taxe und Hyp
Serie Zinscoupons, in bis 14. September c.
Die Ausbleibenden
pfang zu nehmen. Magdeburg, den 9. Juli 1844.
— ᷣ—
Defov.
( 2 gerichtlich abgeschät zu 24,974 Thir. [9841
für die
“ (GSeneral⸗Versammlung am
EE, v““
Verkauf. winne gezogen:
seldorf. Kaiser Friedrich II. und sein
Tuchhändler C. Die Kreuz⸗Abnahme Christi, von auf Nr. 494, zu Berlin.
Dame mit dem 1969, an Herrn mann zu Berlin. Die Sage vom Nr. 44, Arnsberg. Der neue Lehrbursche,
— ————
Taxe und Hy⸗
9 7
Spiegel, Maler
Johanne, ge⸗ Drachenfels,
Maria Stuart am Schaffot,
auf Nr. 1557, die Kunsthändler zu Göttingen.
Prenzlau, den 29. Juli 1844.
75 schap, au an f01. 221, nebst von Hallberg zu Jülich.
abei befindlichen Ländereien und
zu Mündelheim.
Landschaft, die Mühle, von
zu Merseburg.
Berlin.
Waldlandschaft beim Nr. 3356, an Se. Belgier zu Brüssel.
fessor Joh. Wilh. Herrn
Düsseldorf.
Herrn Albert Schönberg in Alle diejenigen, welche an diese Wechsel als Eigen⸗ thümer, Cessionarien, Pfand⸗ oder sonstige Brief⸗In⸗ haber Anspruch machen, werden zum Termine den 22. November d. J., Vormittags 11 Uhr, unter der Warnung vorgeladen, daß die Ausbleibenden mit ihren etwanigen Ansprüchen präkludirt und ihnen ein ewiges Stillschweigen auferlegt werden wird.
Callies, den 24. Juli 1844. 1
Königl. Land⸗ und Säadtgericht.
[739 b]
1891] Bekanntimachung. 8* peber das Vermögen, den Nachlaß des Kaufmanns
Bekanntmachung. 2 M⸗ü
Blick von Monte palatino
an Herrn Hof⸗Konditor Born
Die Inhaber der — Rauden bei Rybnick.
Prioritäts⸗ Actien der Magde⸗ 1 burg⸗Cöthen⸗Halle⸗Leip⸗ 270 ziger Eisenbahn⸗Gesell⸗ 19. schaft erster Emission (von No. 1 — No 7000) wer⸗ den hiermit aufgefordert,
4 Waldlandschaft, an Herrn Kaufmann Joseph Winterlandschaft, Motiv bei D gers, auf Nr. 623,
iner Anzeiger.
ihre Actien, Behufs der Beifügung einer neuen
in der Zeit vom 15. Aug. mit zwei gleichlautenden vom Präsentanten eigenhändig vollzogenen von denen die eine auf einem ganzen Bogen geschrie⸗ ben sein muß, bei unserer Haupt⸗Kasse einzuliefern und sie demnächst 8 Tage nach der Einlieferung in den Nach⸗ mittagsstunden von 2— Uhr daselbst wieder in Em⸗
Direktorium der Magdeburg Cöthen⸗ Halle⸗Leipziger Eisenbahn Gesellschaft.
Kunst⸗Verein
Püej . Kossol
Rheinlande und Westphalen. 3. August 1844. Bei der heutigen Verloosung wurden folgende Ge⸗
1. Rettungssloß, von Ebers, auf Nr. 2573 der Ac⸗ S a 8 se tien⸗Rolle, an Herrn Louis Endris zu Düs 29. Der Traunsee im österreichischen Salzkammergut,
Kanzler Peter von Vinea, von Kiederich, auf Nr. 2602, an Herrn A. G. Beringer zu Stuttgart. Zimmermann, an Herrn Landbaumeister
von Sohn, auf Emil
von Mücke, auf an Herrn Post⸗Direktor Mettingh zu
von Karl Hübner, auf Nr. 2674, an die Frau Reichsgräfin Westerholt und Gysenberg zu Amsterdam.
von Volkhart, uthi an die Herren Gebrüder Rocca, Valentin's Tod aus Goͤthe’s Faust, von Gesell⸗ f Nr. 3329, an Herrn Baron Theodor
Der Laacher See, von Schulten, auf Nr. 1255, an Herrn Pfarrer und Landdechant Da utzenberg
Italienische Landschaft, von Höninghaus, auf Nr. 266, an Herrn Apotheker Musset zu Siegen. Weber, auf Nr. 3400, an den Commandeur des 12ten Husaren⸗- so eben und ist durch jede Bu chhandlung zu er⸗ Regiments, Herrn Oberst⸗Lieutenant von Borke Abend auf der Alm in Tyrol, von Canton, auf Nr. 2780, an Herrn Professor Dr. Homeyer zu
Sturm, von Lange, auf Majestät den König der
Deutsches Abendbild mit Reiherstaffage, von Pro⸗ Schirmer, auf Nr. 3046, Kaufmann Eduard Cantador zu
Das Gewitter, von Wieschebrink, auf Nr. 3630, an Herrn F. J. Landvogt zu Aachen.
auf das Kolosseum in 8 Föh 8 Rom, von Professor Wiegmann, 67 scheuer zu Groß⸗
Fruchtstück, von Lehnen, auf Nr. 2625, an Herrn ““ 1 Dr. med. G. A. Königsfeld zu Düren. 8 von Scheins, auf Nr. Helff zu Koblenz. nisburg, von Hil⸗ g an den 8*
von Devivere zu Bockum, Kreis Meschede. 1“ 8 20. Das Calvarienkloster bei Ahrweiler, von H. Funk, G ½
Nauf Nr. 1678, an Herrn Hauptmann von Sie⸗ rakowsky zu Koblenz. Stillleben, von Willms, auf Nr. 2558, an Herrn Wirklichen Geheimen Kriegsrath und In⸗ tendanten des Garde⸗Corps, de Roͤge zu Berlin. Waldlandschaft, von Albert Flamm, auf Nr. 13, an Herrn Regierungs⸗ Rath Krüger zu Minden. Sonnenaufgang im Gebirge im Spätherbst, Com⸗ vosition, von Wilhelm Porttmann, auf Nr. 532, an Se. Durchlaucht den Prinzen Paul von Aremberg zu Brüssel. 4 Morgenlied italienischer Hirten, von Maaßen, auf Nr. 705, an Herrn Kaufmann Stephan Schönfeld zu Düsseldorf.
Designationen,
Abend⸗Landschaft, von Joseph Hülser, auf
Nr. 4007, an Herrn H. Remington zu London. Skizze zu den im Saale des Nathhauses zu El⸗ berfeld befindlichen Fresko Malereien, Hofleben und
Nr. 2010, an Frau Lu ckemeier zu Düsseldorf.
von Plüddemann, auf Nr. 3236, an Ihre Durchlaucht die Fürstin zu Salm⸗Salm zu Kreuzuach.
Desgleichen, darstellend: „Religion und Handel“, von Plüddemann, auf Nr. 715, an Herrn Advokat⸗Anwalt Kramer zu Düsseldorf.
von Schmidt, auf Nr. 1515, an Herrn Gerichts⸗ vollzieher Büchler zu Solingen.
Friedliche Sitte: Theil des Frieses im Elberfelder Nathhaus Saale, von Lorenz Claassen, auf Nr. 641, an Herrn Grafen von Nesselrode⸗ Ehreshoven zu Düsseldorf.
Die St. Nikolaus Kirche in Gent, von Pulian, auf Nr. 786, an Herrn Kaufmann Karl Bö⸗ ninger zu Duisburg.
Spielende Kinder, von Minjon, auf Nr. 2739, an Frau Dr. Lingenau zu Braunsberg. Schweizerlandschaft, Abendbeleuchtung, von We⸗ ber, auf Nr. 2854, an Herrn Dr. Gottschalk zu Düsseldorf.
Winterlandschaft, von J. Duntze, auf Nr. 1008, an Herrn Baron von Byvern auf Parchen bei
Paasch
Schart⸗
Jenny zu
Der Secretair des Kunst⸗Vereins. Wiegmann.
. Literarische Anzeigen. Literarische Anzeige von W. Besser [983] (Behrenstr. 44). Im Verlage von Friedr. Mauke in Jena erscheint
halten, in Berlin in der Besserschen Buchhandlung:
Römische Geschichte
8 B. C. Niebuhr. “ Ar und 5r Band. Auch unter dem Pitel: 3 R ö m is che Gesch i cht e von dem ersten punischen Kriege bis Tode Constantin’'s nebst einer Einleitung über die Quellen und das Studium der Geschichte von B. G. Niebuhr, herausgegeben von Dr. Leonhard Schmitz,
aus dem Englischen
Zzuun
römischen
I
Zeiss, 8
E“
auf Nr. 62 ¹, b“ Professor am Gymnasium „un Weimar. In 2 Bänden.
— Lieferung.
8 58 gr. 8. Velinpapier. geh. 2, TPhlr. 3 (Das Ganze wird 6 Lieferungen bilden und im Sep- tember vollendet, alsdann tritt ein erhöhter Laden- ““ preis ein.)
Nr. 2517,
Herrn Amtmann
8
gemeinsame Zollgesetzgebung der nordamerikanischen
noch länger
Das ist eben die Folge
Ritterthum darstellend, von Plüddemann, auf
Desgleichen, darstellend: „Gewerbe und Faustrecht“,
Das Abonnement betragk: 2 Rthlr. für ½ Jahr. 4 Rthlr. - Jahr. 8 Rthlr. — 1 Jahr. in allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung. Insertions⸗Gebühr sür den Raum einer Zeile des Allg. vscsaz Anzeigers 2 — 8
—
bunn achlls
8 ⸗/ 4
hz.
No. 224.
mtlicher Weil. Inhalt.
Inland. Schreiben aus Trier. (Attentat vom 26. Juli.) — Berlin.
Das Dampfboot „Julo“. — Provinz Preußen. Aus Elbing (Noth⸗
verkauf des Viehes. — Andauernde Ueberschwemmung. — Provinz Schlesien. Gustav⸗Adolph⸗Verein zu Liegnitz. — Beschluß der Kom⸗ munal⸗Behörden von Glogau. — In den Kreisen Namslau und Rosen⸗ berg soll eine Räuberbande hausen. — Kaufmann Härtel. — Rhein⸗ Provinz. Aus Saarburg (eine stehende Brücke über die Saar projek⸗ tirt), Koblenz (Landwirthschastliches) Wund Bonn (Prisac's Schrift gegen die Kölnische Zeitung).
Deutsche Bundesstaaten. Königreich Bayern. Reise des Prin⸗ zen Karl von Bapern nach Preußen. — Rektorwahl an der Universität München. — Die Schlacht⸗Berechtigung daselbst ausgedehnt. — Kö⸗ nigreich Sachsen. Die Handels⸗Unternehmung nach China und Ost⸗ indien. — Großherzogth. Baden. Gesetze. — Großherzogth. Hessen. Erkrankung des Prinzen Emil. — Großherzogth. Sachsen⸗ Weimar. Versicherungswesen. — Herzogthum Brau⸗ nschweig. Wildschäden⸗Verordnung. — Schullehrer⸗Gehalt. — Freie Stadt Frantfurt. Gustav⸗Adolph⸗Stiftung. — Betrachtungen des Jour⸗ nal de Francfort. — Schreiben aus Dresden. (Rückkehr und feier⸗ licher Empfang des Königs.) 8
Oesterreichische Monarchie. Wien. Die Reise Sr. Majestät des Königs von Preußen aufgeschoben. — Unglücksfall auf der Donau. — Belohnung des Schützencorps in Reichenberg. — Ischl.
Rußland und Polen. St. Petersburg. Retkruten⸗Aushebung. — Vorschriften über den Eintritt von Offizieren in die Garde. — War⸗
chau. Retractation des unirten katholischen Bischofs von Chelm.
Frankreich. Paris. Nachrichten aus Marokto. — Die Kriegführung in Algier. — Bouet's Abreise zum Prinzen von Joinville. — Ver⸗ mischtes. — Schreiben aus Paris. (Das Neueste aus Tanger und von der Küste von Marolko; der Kaiser soll Abd el Kader den Krieg erklärt haben; fortgesetzte Truppen⸗Sendungen nach Afrika.) 8
Großbritanien und Irland. Oberhaus. Glückwunsch⸗Adresse an die Königin. — Die Sache des Lieutenant Gray. — Armen⸗Bill. — Unterhaus. Adresse an die Königin. — Patronats⸗Rechte des Lord⸗ Lieutenants in Irland. — London. Befinden der Königin. — Graf Nesselrode. — Der Bericht des Geheimen Comité's des Oberhauses über die Brief⸗Eröffnungen. — Missionair Wolff in der Bochara. — Ver⸗ mischtes. — Gesuch Mexiko's um Vermittelung der europäischen Mächte in der texianischen Anschluß⸗Frage.
Dänemark. Wiborg. Stände⸗Verhandlungen: Der Antrag des Pro⸗
fessor Larsen an eine Kommission verwiesen.
Briefe aus Madrid. (Die Feste zu Barcelona; Martinez
Spanien. — Ode la Rosa schlägt das ihm angebotene Ministerium der auswärtigen Vermischtes) — und
Angelegenheiten ab; Esparteristen und Karlisten; Paris. (Militair⸗Komplott zu Barcelona; die baskischen General⸗
Junten.)
Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Börsen⸗ und Markt⸗
bericht. Der zoologische Garten. 8
1 1“
Amtlicher Theil.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:
Den Geheimen Ober⸗Regierungs⸗Rath und Professor Dr. Die⸗ terici, unter Entbindung von seinem Verhältnisse zu dem Ministe⸗ rium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten, aber mit Beibehaltung seiner Professur an der hiesigen Universität, zum Direktor des statistischen Büreau's; und
Den Land⸗ und Stadtgerichts⸗Direktor, Kreis⸗Justizrath Hirsch⸗ feld zu Goldberg zum Rath bei dem Ober⸗Landesgerichte zu Ma⸗ rienwerder zu ernennen.
Der bisherige Advokat⸗Anwalt Siegl in Koblenz ist vom 1. Ok⸗ tober d. J. ab zum Advokaten bei dem Justiz⸗Senat in Ehrenbreit⸗ stein, mit der Befugniß zur Praxis auch bei den Untergerichten in
dessen Bezirk, ernannt worden.
Uichtamtlicher Theil
Inland. Auch hier wurde gestern das Fest des
* Trier, 5. Aug.
Dankes für die wundergleiche Erhaltung unseres geliebten Königs⸗
paares aus der drohenden Todesgefahr gefescdie Müghe Die itglieder der Königlichen Regierung und des Landgeri
so wie die des Stadt⸗Rathes, wohnten, nach ihren veeFanhgen he kenntnissen, dem Hochamte im Dome und der Predigt in der evan⸗ gelischen Kirche bei. In letzterer wurde auch von dem sehr guten Sängerchore des 30sten Infanterie⸗Regiments ein passendes Lied un⸗ ter Begleitung von Posaunen vorgetragen. Nach beendigtem Got⸗ tesdienste paradirte die Garnison vor dem Herrn Divisions⸗General . Hüser und brachte dem Könige und der Königin ein Hurrah 8 aestchö e zahlreich versammelten Zuschauer einstimmten. Allenthalben Firchen . velichfe Theilnahme kund; seit langer Zeit waren die Uchen Sniche 9 gefüllt gewesen. Die Parade wurde vom freund⸗ schner W“ begünstigt, dann aber folgten herbstliche Regen⸗
8 war auch der Grund, weshalb die Illumination unter⸗
rere Be Bü⸗ erei getroffen hatten. 8 “ . . 8 g 8888 1 18 nghe
mit sichtbarer Theilnahme
“
11
Berlin. Am Sonnabend den 10. Au nust ist ein lleines hüb⸗ ,5 Fehete „Julo., geführt vom Capitain Siems, zur hie⸗ g 1. 8 rie⸗Ausstellung eingetroffen und liegt seitdem in 87 en. am Zeughause vor Anker. Dasselbe ist auf der ciff- und Maschinen⸗Bau⸗Anstalt der magdeburger Dampfschiff⸗ fa hrts⸗Gesellschaft unter Direction des Kaufmanns Herrn Holtz⸗ 89 . 5 Tiac,⸗ ngeunn 9 Leitung des technischen Direktors der „ Herrn Ti ein, gebaut. Es hat die Rei ⸗
burg niederwärts der Elbe durch den Plauenschen Ee
diesen auf der Havel und Spree aufwärts bis Berlin in etwa zwan
8
1 * 1 g
Berlin,
SS48 ria 112 292 1869 5 836gg
38+ 2* 1 ifgr 651 Müim agu he
3.1 I Sht gict Alle Post-Anstallen des In⸗- und
Aus landes nehmen Hestellung
v auf dieses Blalt an, sür Berlin
——
—2 F. 8
die Expedition der Allg. Preuss.
Zeilung:
trasse Nr. *n
zig Fahrstunden zuxückgelegt und dabei im Kanal noch mehrfachen Aufenthalt gehabt. Von ganz origineller, vortrefflicher Bauart, ent⸗ hält dieses Boot eine vorzügliche Hochdruck⸗Maschine in Lokomotiv⸗ Construction von 6 Pferdekraft mit 46 Umdrehungen in einer Mi⸗ nute, ist 70 Fuß lang und hat mit den Räderkästen eine Breite von 14 Fuß. Merkwürdiger Weise ist dasselbe ohne Knie oder Rippen gebaut, wodurch es an Leichtigkeit und innerer Räumlichkeit sehr ge⸗ wonnen hat, nicht kalfatert, sondern zwischen schräglaufenden Doppel⸗ planken mit getheertem Papier gedichtet und wird mittelst eines auf der Mitte des Verdecks angebrachten Rades mit Bequemlichkeit re⸗ giert. Es kann über 80 Personen fassen; die Kajüte ist geschmack⸗ voll dekorirt. Wie wir hören, ist dasselbe für eine Gesellschaft zu Stettin gebaut und bereits für 5500 Rthlr. verkauft.
So wie durch den Bau von Dampfschiffen, zeichnet sich die ge⸗ nannte Fabrik auch durch Anfertigung von Dampfmaschinen und Ma⸗ schinen jeder Art, von Lokomotiven u. s. w. aus. Seit ihrem kurzen Bestehen sind aus derselben blos für die magdeburger Gesellschaft schon sechs Dampfschiffe hervorgegangen, die sich durch ihre Schnel⸗ ligkeit, Tragkraft, Eleganz und ihren geringen Tiefgang auszeichnen. Auch hat sie mehrere Lokomotiven geliefert, welche sich auf der Magde⸗ burg⸗Leipziger und Magdeburg⸗Halberstädter Eisenbahn als die vor⸗ üüglicheren bewähren. Magdeburg hat durch die Errichtung dieser Fabrik sehr gewonnen. 3
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Provinz Preußen. Der Königl. Landrath von Elbing macht im Danziger Amtsblatt vom 7. August Folgendes be⸗ kannt: „Schnell hinter einander erfolgte Dammdurchbrüche haben den ganzen Einlage⸗Bezirk und die Kampendörfer unter Wasser ge⸗ setzt. Die Bewohner derselben sind von Sommerweiden und dem benöthigten Winterfutter entblößt und genöthigt, einen großen Theil ihres Viehstandes von Pferden, Ochsen, Kühen, Jungvieh und Schwei⸗ nen um jeden Preis zu verkaufen, um es vor dem Verhungern zu schützen. Es fehlt ihnen aber an Gelegenheit dazu, da sie auf ent⸗ fernte Märkte damit nicht umherziehen können. Als Aus⸗ hülfe in dieser wahrhaften Noth ist eine öffentliche Versteigerung des nicht zu überwinternden Viehstandes von den Eigenthü⸗ mern gewählt. Ein Termin dazu steht den Llsten d. M. vor dem Berliner Thore an dem Friedrichschen Gasthause an.“ — Die Königsberger Zeitung vom 10. August berichtet aus Königsberg: „Nach den neuesten Nachrichten von der Weichsel soll die Artillerie-Mannschaft, welche von der hiesigen Uebung zum Divisions⸗Manöver nach Danzig zurückkehrte, den übergetretenen und
reißenden Weichselstrom, dessen Schiffbrücke bis jetzt immer noch nicht
hergestellt ist, nicht passiren können und mit einem Kommando Kü⸗ rassiere diesseits der Weichsel liegen. Es wird über Mangel an Heufutter geklagt.“ — Das, wenn auch langsame, aber doch anhal⸗ tende Fallen des Pregels gab der Hoffnung Raum, die Wiesen um Königsberg bald wasserfrei zu sehen; allein der am 9. August eingetretene SSW. bewirkte einen so bedeutenden Rückstau, daß der Pegel daselbst bereits wieder 13 Fuß 3 Zoll markirt. Auch die Passarge ist so bedeutend angelaufen, daß die Felder und Wiesen um Braunsberg ganz überschwemmt sind und die an dem Flusse belegenen Dörfer größtentheils unter Wasser stehen. Die ältesten Bewohner Braunsberg's wissen sich eines glei⸗ chen Wasserstandes in dieser Jahreszeit nicht zu erinnern. — Die Börsen⸗ Nachrichten der Ostsee melden aus Danzig (8. August): „Die eingehenden Nachrichten über das Elend, welches durch die Ueberschwemmungen entstanden, sind herzerschütternd. Viele Menschen haben ihr Leben verloren, und eine große Anzahl Vieh aller Art ist an die Nehrung getrieben. Das große Unglück ist weit schrecklicher, als selbst in den Jahren 1813, 1816 und 1829; da jene Ueberschwemmungen beim Eisgange im Frühjahr eintraten, so hatte doch der Landmann noch den ganzen Sommer zur Bestellung des Landes vor sich und durfte auf eine segensreiche Aerndte hoffen, wäh⸗ rend ihm aber jetzt alle Hoffnung auf eine solche geraubt ist, indem ihm durch das Wasser die bereits in Reife stehenden Feld⸗ und Gar⸗ tenfrüchte gänzlich vernichtet sind. Hoffentlich werden auch hier, wie an anderen Orten, sich Unterstützungs⸗Vereine bilden, und ein Jeder wird gewiß gern nach Kräften dazu beitragen, jenen Unglücklichen, deren Hab und Gut ein Raub der Fluthen geworden ist, in ihrer großen Noth zu helfen. Leider muß ich noch berichten, daß sich in diesem Augenblicke, Abends 7 Uhr, wieder Regen eingestellt, welcher wohl einige Stunden anhalten wird, indem der ganze Horizont bezo⸗ gen ist. — Aus Elbing vom 9. August melden die dortigen An⸗ zeüene „Kaum war der gestrige, etwas heitere Tag zu Ende, so eröffnete auch schon der Himmel seine unendlichen Schleusen aufs neue, und gleich als wolle er das Versäumte nachholen, ergoß sich heute den ganzen Vormittag über, mit heftigem, kaltem Nordwest⸗ wind, der verderbenbringende Regen, der in den ersten Frühstunden, wie mehrere Personen versichern, mit Schnee gemischt herabfiel, über das unglückliche Land. Der Elbingfluß und die wilde Hommel sind wieder gestiegen, höher als je, und überfluthen zum drittenmal die angränzenden niedriggelegenen Grundstücke. Eben so trat auch heute wieder der Drausensee über und setzte einen Theil der neustädtschen Wiesen dergestalt unter Wasser, daß das dort weidende Vieh fort⸗ gebracht werden mußte. So vergeht ein Tag nach dem anderen, eine Woche nach der anderen, und immer hält das verderbliche Regen⸗ wetter an, und immer trauriger werden die Aussichten in die Zukunft.“
Provinz Schlesien. Der Vice⸗Präsident der Regierung zu Liegnitz, Herr von Westphalen, fordert öffentlich zur Theilnahme an der ersten General⸗Versammlung des dortigen Zweig⸗Vereins der Gustav⸗Adolph⸗Stiftung auf, welche am 21. August zu Liegnitz statt⸗ finden wird. „Wem irgend“, hüißt es in dieser Bekanntmachung, „die äußere Stellung der evangelischen Kirche nicht gleichgültig er⸗ scheint, an den ergeht die Aufforderung, in Gebet und That sich zu vereinigen, die Noth unserer evangelischen Brüder, wo sie irgend in dem Mangel an den wesentlichen Bedingungen des kirchlichen Lebens hervortreten mag, zu bekämpfen.“ — Die Kommunal⸗Behörden von Glogau haben die Summe von 10,000 Rthlrn. für eine Stiftung bestimmt, welche sich an das Andenken der merkwürdigen Rettung Ihrer Majestäten knüpfen soll. In der dortigen Loge zur biederen
Vereinigung ist eine reichliche Spende für die Abgebrannten zu Rein⸗
V erz gesammelt worden.
— Die Breslauer Zeitung bringt den nachstehenden vom 9. August datirten Artikel: „Die in den reisen
Namslau und Rosenberg. angeblich hausende Räuberbande giebt
„
jetzt vielfältigen Stoff zur Besprechung. Früher zerstreut, höchstens in kleinen Abtheilungen ihre Thaten ausführend, sollen sich nun etwa
60 Mann zusammengethan haben, um vereint ihren Krieg gegen das Privat⸗Eigenthum mit desto größerem Erfolge führen zu können. Da sie nun den verdammungswerthen Grundsatz: „Von der Arbeit Anderer zu leben“ zu dem ihrigen gemacht, konnte es nicht fehlen, daß die Eigenthümer jener Gegenden von Besorgniß erfüllt worden. Wie uns erzählt ward, ist die Bande wohlorganisirt und zum Theil mit Schießwaffen versehen. Sie sollen bei Wegtreibung von Vieh schon mehrmals die ihnen Nachsetzenden durch Schüsse zurückgetrieben ha⸗ ben. Wenn sich die Sache wirklich so verhält, wäre es leicht glaub⸗ lich, daß eine Anzahl von etwa 100 hiesigen Schützen nächster Tage, wie man versichert, nach den gedachten reisen abgehen und in den dortigen Wäldern die kühne und gefährliche Schaar zu umstellen und wo möglich einzufangen versuchen werde.“ — In demselben Blatte liest man: „Kaufmann Härtel in Freiburg, einer der drei Männer, welche zuerst in unserer Zeitung durch ihren Aufruf zur Theilnahme an dem Schicksal unserer Spinner und Weber uns zur Bildung von Vereinen Behufs der Linderung der im Gebirge herrschenden Noth den kräftigsten Impuls gegeben haben, befindet sich jetzt auf einer Reise über Berlin nach Westphalen, um die dortigen Verhältnisse der Leinen⸗Industrie und den Anbau
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und die Bereitung des Flachses aus eigener Anschauung näher kennen
— Der Trierschen Zeitung wird aus Saarburg geschrieben: „Seit einigen Tagen befindet sich ein fran⸗
zu lernen.“ 8
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Rhein⸗Provinz.
zösischer Ingenieur hier, der einen Plan zur Erbauung einer stehen⸗ den Brücke über die Saar entworfen hat. Dieser Plan beruht auf ganz neuen Prinzipien, nach denen die Kosten des Baues verhältniß⸗ mäßig sehr gering werden, so daß bei Erhebung eines Brückengeldes, welches so viel beträgt, wie das jetzige Ueberfahrtsgeld, noch auf Ge⸗ winn gerechnet werden kann. Es hat sich daher hier zu jenem Zwecke eine Gesellschaft gebildet, welche den Bau durch Actien⸗Zeichnung unternehmen will. Die Brücke soll oberhalb der Stadt angelegt wer⸗ den, wo man mittelst eines unbedeutenden Durchbruches eine bequeme Einfahrt in die Oberstadt erhält und durch einen auch noch anzule⸗ genden Quai diese besser mit der Unterstadt zu verbinden denkt, als dies jetzt der Fall ist.“ — Aus Koblenz (8. Aug.) berichtet die dortige Zeitung: „Als ein Beweis, wie der noch zur rechten Zeit eingetre⸗ tene Regen das Gedeihen der Brodfrüchte auch in unserer Gemar⸗ kung begünstigt, verdient erwähnt zu werden, daß der hiesige Metzger⸗ Meister Klau ein seit dem fruchtbaren J. 1825 nicht mehr vorgekom⸗ menes Resultat der Ergiebigkeit erzielte, indem derselbe aus 98 Gar⸗ ben Roggen, wie der Schnitter solche zu binden pflegt, 30 Sömmer vollwichtige mehlreiche Körner erhielt. Das Feld, worauf dieser Rog⸗ gen gezogen, wurde im vorigen Jahre mit Stalldünger, der etliche Wochen vorher mit Erde gemischt und öfter mit Jauche begossen wurde, gedüngt. Jedem praktischen Landwirthe, dem obiges Resultat in diesem Jahre nicht zu Theil wurde, ist diese Düngungsweise zur Nachahmung anzuempfehlen, indem dieselbe die Kosten des Anbaues vermindert und den Ertrag der Aerndte vermehrt.“ — Dem Frank⸗ furter Journal schreibt man aus Bonn: „Unter dem Titel: „Die akatholische Tendenz der Kölnischen Zeitung“ ist bei Hölscher in Koblenz eine drittehalb Bogen starke Flugschrift erschienen, als deren Verfasser sich auf dem Titelblatte der Pfarrer Prisac zu Rhein⸗ dorf im Dekanate Solingen nennt, und deren Ertrag zum Besten des katholischen Asyls für entlassene weibliche Strafgefangene bestimmt ist. Herr Prisac, der besonders in letzter Zeit eifriger Mitarbeiter des Kölner Domblatts war, macht in dieser Flugschrift den förm⸗ lichen Ankläger der Kölnischen Zeitung, der er Indifferentismus in religiöser, so wie „gesinnungsvollen Liberalismus⸗ in politischer Beziehung vorwirft. Sie wird das Werkzeug des jungen Deutsch⸗ lands genannt, von dem sie doch nur gefoppt werde, und insbeson⸗ dere wird bitter gerügt, daß sie im Feuilleton ihre Spalten einem Gutzkow geöffnet habe, welcher Weitling vertheidigte, Nauwerk eine Art Lobrede hielt und die Institute der katholischen Kirche schmähte. Aus dem politischen Theile der Kölnischen Zeitung hebt Herr vnfat einzelne Korrespondenz⸗Artikel oder Stellen derselben als Be⸗ ege Blatte der Rhein⸗Provinz schuldgiebt.“
Ausland.
Deutsche Bundesstaaten.
Königreich Bayern. Bayern hat sich am 7. August von München über Dresden nach Preußen begeben, um den dort stattfindenden Manövern beizu⸗ wohnen. — Bei der zu München am 7. denen Wahl eines Rektors ist Professor Döllinger mit dieser Würde betraut worden. — Eine selben Tages machung des Magistrats über die Metzger der Stadt und die Frei⸗ gebung des Schlachtens von Ochsen an Brauer, Wirthe, Köche und
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des Tarifs für „Ochsenfleisch desto eher zu erzwingen, beschäftigt da dortige Publikum nicht wenig. — Der Industrie⸗Verein in Fürt 88 eines seiner Mitglieder, Dr. Stahl, zur Ausstellung nach Berli gesandt.
Königreich Sachsen. Von der dur die leipzi äu⸗ ser Karl und Gustav Harkort und C. Hirzel ber v. J. gemachten Versuchssendung nach China und Ostindien sind am 11. August die ersten Nachrichten aus Singapore vom 5. April zu Leipzig angelangt; es sollen dieselben ganz befriedigender Art sein und zu der Hoffnung berechtigen, daß der Zweck dieser Reise, den deutschen Manufakten in jenen Gegenden neue Absatzquellen zu ver⸗ schaffen, vollkommen erreicht werden dürfte.
den Rheinlanden und Belgien,
ür die akatholische Tendenz hervor, welche er dem gelesensten 8
Se. Königl. Hoheit Prinz Karl Lns 8 August stattgefun⸗
an den Straßenecken Münchens angeheftete Bekannt⸗
Gärtner, um dadurch von der ehrsamen Zunft die Aufrechthaltung
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