„ome Briefe ihn von den Pläͤnen der Verschworenen unterrichtet hatten, ꝓ† aus 1en. nhe oder aus Güte, diese Winke unbeachtet gelassen. Es ist bekannt, daß ein Polizei⸗Agent, Namens Miciarelli, dem Admiral den Feldzugs⸗Plan seiner Söhne mittheilte und Schweigen elobte, wenn man ihm 1000 Talari auszahle; auf die Weigerung des Admirals, ihm diese Summe zu geben, brachte er seine Denun⸗ ciation an. Am vorhergehenden Tage hatte er von Attilio Bandiera als Almosen 10 Rthlr. erbettelt und erhalten. 88 “
3 ¹ 8 v“ Haitisi. “ b
Der Präsident von Hayti, General Guerrier, hat am 21. Juli in Port Republicain an die Bürger der Republik eine Procla⸗ mation erlassen, worin er erklärt, daß, nachdem die Generale Frangois und Pierre sich freiwillig unterworfen, und der General Acgau sich endlich der Macht der gesetzmäßigen Behörden hat fügen müssen, der Geist der Ruhe und Ordnung auf die Insel wieder zurückgekehrt sei. Acaau soll in der Hauptstadt vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Die Reactionen in dem dominikanischen Theil der Insel, wo die bei⸗ den Präsidenten Santana und Duarte sich bekämpfen, nennt der Ge⸗ neral Guerrier heilsam, „weil sie für die Weisheit und Klugheit der Regierung zeugen, und erkennen lassen, daß die dortige schwarze Be⸗ völkerung, welche ein allzu lang dauerndes System der Ungerechtigkeit und Täuschung zu der verderblichen Idee, die National⸗Einheit zu vernichten, hingerissen hatte, sich jetzt wieder an die Fahne der einen und untheilbaren Republik anschließen werde.“ General Guerrier kündigt zugleich an, daß er demnächst selbst sich in jene Gegenden begeben werde, um die letzten Irrthümer und den letzten Anflug von Mißtrauen der dortigen Bevölkerung zu benehmen. Mit der Auffor⸗ derung, den günstigen Aussichten, welche sich darbieten, durch Vater⸗ landsliebe und Selbstopferung zu Hülfe zu kommen, schließt die Pro⸗ clamation.
☛ Paris, 27. Aug. Briefe aus Santo Domingo (der Haupt⸗ stadt der neuen dominikanischen Republik) vom 12. Juli und aus Porto Plata vom 19ten berichten, daß der neue Präsident Santana ganz die Oberhand über die anti⸗französische Eegenpartei unter Ge⸗ neral Duarte erlangt hat. Nach einem Zuge bis an die Gränze des französisch redenden Theils der Insel, Behufs der Besitznahme der von den Haitiern verlassenen Plätze, hielt er den 12. Juli Nach⸗ mittags an der Spitze von 2000 Mann seinen feierlichen Einzug in Santo Domingo, wo er mit Enthusiasmus empfangen worden sein soll. Die französisch gesinnte und Frankreichs Protektorat wollende Junta war bekanntlich am 9. Juni durch Duarte und seine Anhänger in der Art modifizirt worden, daß der Präsident derselben, Herr Bova⸗ dilla, davon ausgeschieden, die Präsidentschaft Herrn Jimenes, dem Distrikts⸗Kommandanten, übergeben wurde. Die so modifizirte, also nun anti⸗französische Junta hatte gegen mehrere der Hauptpartisane des Protektorates von Frankreich Verhaftbefehle erlassen: die Be⸗ theiligten fanden aber Schutz im Hause des französischen Konsuls, San⸗ tana, das Haupt der französischen Partei, setzte indessen seinen Zug an der Gränze fort und hatte mit General Guerrier, dem jetzigen Prä⸗ sidenten von Haiti, Unterhandlungen angeknüpft. Letzterer hatte Com⸗ missaire an ihn abgeschickt, um die Einstellung der Feindseligkeiten und genaue Bestimmung der Gränzen zwischen den beiden Republiken zu verlangen. Endlich vernahm man zu Santo Domingo die nahe Wie⸗ derkehr Santana's mit 3000 Mann, die denn auch erfolgte. San⸗ tana stellte alsbald die Junta in ihrer früheren Zusammensetzung wie⸗ der her, die anti⸗französische Partei aber verlor den Muth und ließ sich sogar zu Schmeicheleien gegen den von der Junta zum alleini⸗ gen Präsidenten der dominikanischen Republik ernannten San- tana herbei. Dieser hatte kurz nach seinem Einzuge, schon um 5 ½ Uhr Abends, dem französischen Konsul einen Besuch ge⸗ macht. An den General Villanueva zu Porto Plata wurde die Kriegs⸗Goelette „Separation“ mit der Nachricht von Santana's Er⸗ nennung zum einzigen Präsidenten durch die „legale“ Junta abge⸗ schickt. Die Anerkennung erfolgte von Villanueva's Seite augenblick⸗ lich am 18ten. Die Junta soll wirklich den Hafen von Semana an Frankreich abgetreten haben. Daß die Franzosen auf jede Art dort
intriguirten, ersieht man aus allen Berichten, und auf ihren Betrieb vorzüglich wurde Santana mehr noch von seinen Soldaten, als von der Junta zum Präsidenten ernannt. Sein Gegner, Duarte, war in la Vega und der Gegend zum Präsidenten ausgerufen worden. Persien. 88 Die Allgemeine Zeitung enthält ein Schreiben aus Tebris, der Hauptstadt von Aserbeidschan, vom 18. Juli, worin über den Missionair Dr. Wolff und das Schicksal der beiden englischen Offi⸗ ziere Nachstehendes mitgetheilt wird: „Dr. Wolff wurde, in Be⸗ tracht der Empfehlungs⸗Briefe, welche er von dem sunnitischen Herrscher Stambuls und dem Scheich ül Islam mitgebracht hatte, vom Emir von Bochara artig und gastlich empfangen. Der Emir gestand ihm ganz offen, daß er den beiden Engländern, über deren Schicksal Erkundigung einzuziehen Wolff gekommen war, die Köpfe habe abschneiden lassen. Der unglückliche Conolly wurde zu⸗ erst die Beute des Henkers, weil man ihn eines Einverständnisses mit einem feindlichen Chan und Lästerungen gegen den Islam beschul⸗ digte. Stoddart, ein Mann von kränklichem Körper und schwachem Charakter, nahm, entsetzt über das Schicksal seines Gefährten, den Islam an, aber selbst die Abschwörung seines Glaubens konnte sein Leben nicht retten gegen die finstere Tyrannenlaune eines halb wahn⸗ sinnigen Herrschers. Auf den Verdacht hin, daß Stoddart heimlich Mittel suche, aus Bochara zu entkommen und zu den Christen zurück⸗ zukehren, wurde er einige Monate nach Conolly's Tode erwürgt. Weitere Einzelheiten über diese schauerliche Geschichte wird uns der Missionair, dessen Ankunft in Teheran man jeden Tag erwartete, mündlich bringen. Acht Christen⸗Sklaven, größtentheils Russen, welche der Emir auf Wolff's Bitte freigegeben, begleiten den Mis⸗ sionair.”
Eisenbahnen.
Die gesetzgebende Versammlung zu Frankfurt a. M. hat in ihrer Sitzung vom 24. August das Expropriations⸗Gesetz in Betreff der Ländereien, welche von der Frankfurt⸗Hanauer Bahn durchschnit⸗ ten werden, votirt, so daß nicht bezweifelt werden kann, daß dieselbe bald in Angriff genommen werde.
8 Berlin-Frankfurter Eisenbahn. In der Woche vom 25. bis 31. August 1844 sind auf der Frankfurter Eisenbahn 4015 Personen befördert worden.
Handels- und Vörsen-Nachrichten.
Berlin, 2. Sept. Die Umsätze an heutiger Börse waren sehr be⸗ schränkt, die Course der Eisenbahn⸗Effekten weichend und auch am Schluß der Börse zeigte sich keine Festigkeit.
11
Auswärtige Börsen. * 5 % do. 99 .
Preuss. Pr.
Amsterdam, 29. Aug. Niederl. wirkl. Sch. 61 36. 5 % Span. 20 +%. 3 % do. —. Pass. —. Ausg. —. Zinsl. —. Sch. —. Pol. 168 ¼. Oesterr. 109. 4 % Russ. Hope 90 „G..
Antwerpen, 28. Aug. Zinsl. —. Neue Anl. 19 ⅞.
Frankfurt a. M., 30. Aug. 5 % Met. 112 ½ Br. 1962. Bayr. Bank-Acten 724 G. Hope 89 ½ Br. Stiegl. 89 Br. 300 Fl. 95 ¼ Br. do. 500 Fl. 94 ¼ Br. do. 200 Pl. 28 ¼ Br.
Bank Actien 1630.
Bauk-Actien p. ult. Int. 60. Poln.
Bugl. Russ. 113 ½. 3 % Rente fin cour. 79. 80.
Pass. —.
Hamburg, 31. Aug. Paris, 28. Aug. 5 % Rente ün cour. 119. 75. 5 % Neapl. au compt. 97. 80. 5 % Span. Rente —. Wien, 28. Aug. 5 % Met. 110 ½. 4 % 100 ¼. 3 % 76 ¼. Bank-Actien
1598. Aul. de 1834 150 ½. de 1839 126 ⅞. Nordb. 142 ¼. Gloggn. 110 ½. Mail. 108 ½. Livorn. 112 ½.
Berliner Börse.
Ag911 Den 2. September 1844.
Pr. Brief. 169 103 1 189 ½⅔
Pr. Cour.
Brief. Geld.
St. Sebuld-Sch.] 101 ½ 100 ⅓ Prämien-Scheine
d. Seecb. à 50 T. 90 Kur- u. Neumärk.
Schuldversebr. Berliner Stadt-
Obligationen Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr.] Grossh. Pos. do.
do. do. Ostpr. Pfandbr. Pomm. do.
Fonds.
Zf.
Actien.
Brl. Potsd. Eisenb. Qdo. do. Prior. Obl. Mgd. Lpz. Bisenb. do. do. Prior. Obl. Brl. Anh. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Düss. Elb. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Rhein. EBisenb.
do. do. Prior. Obl. do. v. Staat garant.* Brl. Frankf. Eisub. Qdo. do. Prior. Obl. 0b.-Schles. Eisnb. do. Lt. B. v. eingez. B.-St. E. Lt. A. u. B. Magd.-MHalbst. Eb. Brl.-Schw.-Frb. E. do. Ao. Prior. Obl. Bonn-Kölner Esb.
146½ 103
100½
140
114 ½ 1079 118 110
Kur- u. Neum. do.] Schlesische do.
Gold al marco.
Friedrichsd'or. And. Gldm. à 5 Th.
Disconto.
102 130 ½
——SöSneenehe
Meteorologische Beobachtungen.
Abends 10 Uhr.
Morgens 6 Uhr.
Nachmittags 2 Uhr.
Nach einmaliger
I. Sept. Beobachtung.
Luftdruck... 341,06“ Par. 341,03“ Par. 340,91“ Par. Luftwärme.. + 9,69 —8 16,3⁰ n. † 11,50 R. Thaupunkkt.. 82 8,60 n. - 8,2⁰09 R. + 9,3 °%% . Dunstsättigung 93 pect. 54 pct. 85 pCt. Wetter heiter. heiter. beiter. W. W. W. Wärmewechsel + 17,00 Wolkenzug... — W. — + 10,2° R.
Tagesmittel: 311,00“ Par.. + 12,5° R. + 8,70 K.. 77 pcCt. W.
Quellwärme 8,1⁰ R. Flusswürme 12,90 R. Bodenwärme 13,40° R. Ausdünstung 0,012 Rb. Niederschlag 0.
Dienstag, 3. Sept. Belisar, Oper in 3 Akten, aus dem Ita⸗ lienischen, mit Ballet. Musik von Donizetti.
Mittwoch, 4. Sept. Ein Sommernachtstraum.
Donnerstag, 5. Sept. Der verwunschene Prinz. beshändel.
8 EEEEE“ Kzsnigsstädtisches Theater.
Dienstag, 3. Sept. Eine Reise nach Spanien, Posse in 2 Abth., von B. A. Herrmann. Vorher: Ein Mann hilft dem andern, Lust⸗ spiel in 1 Akt, von Frau von Weißenthurn.
Mittwoch, 4. Sept. Endlich hat er (Herr Koch, vom Stadt⸗Theater zu Riga: Vorher: Nehmt ein Exempel daran.
es doch gut gemacht. den Mengler, als Gast.)
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen vͤ ö“
Bekanntmachungen.
[560] Nothwendiger Verkauf.
Das im Saatziger Kreise in Hinterpommern belegene, auf 13,051 Thlr. 13 Sgr. 4 Pf. abgeschätzte Ritter⸗
19. September, 11 Uhr, im Börsensaale ergebenst ein. Stettin, den 30. August 1844. Die Direction der preuß. Südsee⸗Fischerei⸗Gesellschaft. Schillow.
Schlutow. Weidener.
gut Gros Rohrphul soll in dem vor dem Herrn Ober⸗ Landesgerichts⸗Referendarius v. Schuckmann am 15. November d. J., Vormittags 10 Uhr, anstehenden Termine in unserem Geschäfts⸗Lolale Erb⸗ theilungs halber subhastirt werden. Die Taxe, der neueste Hypothekenschein und die Verkaufsbedingungen sind in unserer Registratur einzusehen. 218 Stettin, den 20. April 1844. 3 Kshnigl. Ober⸗Landesgericht. v. Mo
“
Bekanntmachung.
Bei Vertheilung der Brigitte v. Karwattschen Nach⸗ 5 Sgr. laßmasse haben solgende Perzipienda: Schollen. 1) des angeblich zu Biele in Polen verstorbenen Preis 20 Sgr. 1. Stanislaus von Karwatt von 128 Thlr. 2 Sgr. 2 Pf., 2) des früher zu Surabin wohnhaft gewesenen Felix Hyypolyt Ignatz Franz v. Zwaniecki voon . 277 3) des angeblich zu Chronstowo iin Polen verstorbenen Ig⸗ 48 natz von Suminski von 119 » 4) der Sophie von Gronwald geborenen v. Suminska von 123 „ 19 „»„ 5 »
[1066]
handlung, Unter
106 Literarische Anzeigen.
Bei C. F. Post in Colberg ist so eben erschienen und durch sämmtliche Buchhandlungen Deutschlands
zu beziehen, in Berlin durch Ludwig Hold, Königsstraße Nr. 62, neben der Post:
„Der Herr hat zu seinem Volke geredet.“ Predigt über das, preußischen Volke gethan hat, gehalten am 4. August.
Geschichte der Ausbreitung des Christen⸗ thums unter den Heiden in der Kürze erzählt⸗ für den christlichen Bürger und Landmann. Preis
Eine Sammlung kleiner Erzählungen.
Mußestunden eines Soldaten. spruchsloser Lieder und Gedichte. Auch ist daselbst zu haben: Kühne, F. W., An⸗ weisung zum Weinbau und zur Weinberei⸗ tung. gr. 8. geh. 15 Sgr.
In der Schlesingerschen Buch- und
Entrée d'Henri IV. gest. dem Künstlernamen.
Die TPransfiguration
weilsen Zehen. was der Herr am 26. Juli an dem
is8 21 . Preis 2 ½ Sgr. chino, gest. v.
mehrere andere
romn
Ausserdem 9 der Schrift Ein Kranz an⸗ Preis 15 Sgr.
Felsing u. a. m.
Berlin, im September 1844.
8 8 8
Triomphe de Galathéc nach Raphael, v. Richomme, vor der Schrift.
Sposalizio (die Vermählung Joseph's u. Ma- riac) nach Raphael, gest. v. Longhi, vor der Schrift (mit den Versen in angelegter Schrift).
Madonna del Lago, nach Leonardo da Vinci, gest. v. Longhi, vor der Schrift.
à Paris, 1* .
v. Toschi, vor der Schrift, nur mit
Christi 8 phael, gest. v. Desnoyers, vor der Schr i ft. Die Anbetung der Engel, nach Tizian, gest.
v. P. Anderloni, Künstlerdruck mit
Assumpta est Maria, nach Tizian, gest. v.
Schiavoni, vor der Schrift, auf chin. Papier. Der Evangelist Johannes, 1 F. Mäller, mit d. Schrift 1808. The blind Fiddler, nach D. Wilkie, gest. v.
Burnet, vor der Schrift, auf chines. Papier. “ Distraining for rent, nach D. Wilkie, gest. 1
v. Raimbach, vor der Schrift. schöne Blätter R. Morghen,
Toschi, Garavaglia, Forster, Richomme,
.G. Lüderitzsche Kunsthandlung, Linden No. 27. 2
Mühlen⸗Verkausf.
Das mir hier gehörende Mühlen⸗Etablissement, an dem schiffbaren Fluß Passarge gelegen, von welchem die Mühle getrieben wird, vollständig eingerichtet mit vier Mahlgängen, einem Graupengang, einer Oel⸗, Schneide⸗ und Lohmühle, nebst dem abgesondert gele⸗ genen neu erbauten Wohngebände, Wirthschaftsgebäude Sn Garten, beabsichtige ich aus freier Hand zu ver⸗ aufen.
Wassermangel tritt nie ein, und es ist die Wasser⸗ kraft groß genug, mindestens noch 8 bis 10 Mahlgänge anzulegen.
Außer 9 Thlr. Kanon und Wasserzins sind für die vn und sonstigen Gebäude keine Abgaben zu eisten.
Kauflustige ersuche ich, sich bis zum 1. Oktober c. bei mir dieserhalb zu melden.
Braunsberg, den 15. August 1844. 8 L. Schauinsland, Witttwe.
gest.
nach Gerard,
nach Ra-
d e I]
nach Domini-
vor
Anderloni, [840 b] Verkauf einer Apotheke.
Die in der Stadt Loebau in der Königl. sächs. Oberlausitz alleinig befindliche privilegirte Apotheke mit einem jährlichen Umsatze von 4000 Thlr. steht qden Preis von 40,000 Thlr. mit 15,000 Thlr. Anzahlung, jedoch ohne Unterhändler, von Michae- lis d. J. zu verkaufen. Das Naͤhere ist zu erfahreu
1“
Musik- [1064]
den Linden No. 34, ist erschienen
Ritterguts⸗Verkauf. Das im liegnitzer Kreise — zwei Meilen von Liegnitz und eine Meile von Jauer entfernt — liegende
beim Besitzer C. F. Salzmann:.
[861 b]
Königliche Schauspiele. 8
Hierauf: Lie⸗
nicht ausgezahlt werden köͤnnen, weil die Wohnörter und resp. Erben dieser Personen nicht zu ermitteln ge⸗ wesen sind. Falls in 4 Wochen sich die vorbenannten Personen oder deren legitimirte Erben nicht melden ven 2. fihaen Fhterg. nebst den gewon⸗ . deposital⸗Zinsen zur Justiz⸗Offizianten⸗Wittwen⸗ Kasse abgeführ .; sia⸗Offtz 8 Rarienwerder, den 14. August 1844. “
Kohnigliches Pupillen⸗Kollegium. n8n
[876 b] Behufs desinitiver Feststellung d 2 2 2 7 2 es Hohen Ministerio remittirien Scetulen Encwunss feinen
ur Rechnungslegung, laden wir die 8 ionai 2 B.eee a. Herren Axctionaire
das beliebte Lied aus Köc K U. Guste
„Liebe, Liebe is mich nöthig, 5 Sgr. Diese Ausgabe allein enthält den auf der hiesigen Böhne ange- wandten Text.
Fr. Kücken's neueste Composition „Die Bot- schaft“ für Gesang m. Pfte. Op. 42. 17 ½ Sgr.
Kupferstich-Liebhabern smux und Sammlern
erlauben wir uns einige ausgezeichnete Stiche, in schönen, zum Theil sehr seltenen Abdrücken, vor der Schrift, zu empfehlen, welche wir kürzlich
für unser Lager gewonnen, als:
Allodial⸗Rittergut Mertschütz mit dem im schönauer Kreise gelegenen Rittergute Rodeland (Forst⸗ und Zinsgut) soll zur Erbtheilung im Wege der Privat⸗Li⸗ citation an den Meist⸗ resp. Bestbietenden verkauft wer⸗ den. Der Termin hierzu ist auf
den 7. Oktober d. J., Vormittags um 9 Uhr,
im hiesigen Schlosse anberaumt, wozu cautions⸗ und zahlungsfähige Käufer hiermit eingeladen werden. Der zur Information die⸗ nende Gutsertrags⸗Anschlag, die neuesten Hypotheken⸗ scheine, die Gutskarten und das Vermessungs⸗Register, so wie die Kaufsbedingungen, sind täglich bei dem hie⸗ sigen Wirthschafts⸗Amte einzusehen.
Mertschütz bei Jauer (in Schlesien), 26. Aug. 1844. Dtto v. Dresky. Fr. v. Dresky.
Eine in sehr gutem Re-
nommé stehende privil.
Apotheke in einer der Haupt- und Resi-
denzstädte des Königreichs Preufsen, welche übe T
9000 Thlr. js
ja hrl. Medizi-
nal-Geschäft macht, ist zu verkaufen
durch den Auctions-Kommissarius Saul zu Breslau.
- antonE 108
“
be us Abonnement betragt: 8 33 2 Rthlr. für ½ Jahr. “ 4 Rthir. - *¾ Jahr.
8 Rthlr. - 1 Jahr. in allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung. Insertions-Gebühr für den Raum einer SZeile des Allg.
Anzeigers 2 Bgr.
LL
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Er wi ihel aa6 188r 2ish 82vh 1 st gg.
“ Alle Post-Anstalten des In- und
aAruslandes nehymen HBestellung aauf dieses Hlatk an, für Herlin
ddie Expedition der Allg. Preulss. “ Zeitung: 8 Friedrichsstrasse RNr. 72.
6 48 2 1“ 1 * . 1“
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28. Jr 1827,3
8 rei Lehr, Inan i beeulhER ́ 8 1
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Provinz Westphalen. Amtlicher Erlaß in Betreff der
— Rhein⸗Provinz. Aus Castel (Gedächtnißfeier für
Böhmen) und Neuwied (Provinzial⸗Spnode). — Die Pilgerfahrten nach Trier. — Briefe aus dem Magde burgischen. (Landwirthschaftliches.) — Aus Posen. (Eisenbahn; Wahl des Erz⸗ bischofes; Selbstmord.) — und dem Kreise Marburg. (Angebliche Ex⸗ zesse zu Hellmern.) 1
Deutsche Bundesstaaten. Königreich Bayern. Rede bei Eröff⸗ nung der General⸗Spnode zu Baireuth. — Königreich Sachsen. Ernennung. — Königreich Württemberg. Hofnachricht. — Groß⸗ herzogthum Baden. Volksschriften⸗Verein. — Großherzogthum Hessen. Allerhöchste Verkündigung.
Frankreich. Paris. Angebliche Folgen der Schlacht am Isly und
nähere Angaben über deren Verlauf. — Nachträgliches über das Bom⸗ bardement von Tanger. — Beruhigende Erklärungen der ministeriellen Presse. — Organisation und Taktik der marokkanischen Armee. — Schrei⸗ ben aus Paris. (Die öffentliche Stimmung; die Sendung des briti⸗ schen Gesandten in Madrid nach Marolko.)
Großbritanien und Irland. London. Hofnachricht. — Reise der Köoönigin. — Bestimmt erwarteter Besuch Ludwig Philipp's. — Der Prinz G. — Die Stimmen der Presse über die Siege der Franzosen in Afrika.
Schweden und Norwegen. Stockholm. Reichstags⸗Verhandlungen.
Schweiz. Kanton Graubündten. Uebersiedelung der Felsberger. — Kanton Zürich. Licentiat Eberhard. — Kanton Wallis. Die walliser Deputirten in Turin.
Spanien. Schreiben aus Paris. (Politische Bedeutungen der Rück⸗ fehr des Hofes; das spanische Haiti.)
Griechenland. Paris. Kolettis tritt an die Stelle von Maurokordatos.
Sarens. und Börsen⸗Nachrichten. Berlin. Börsen⸗ und Markt⸗ ericht.
Reise⸗Skizzen aus Italien. 88 Königl. Schauspielhaus. („Der verfolgte Wittwer“.) — Deutscher Verein für Heilwissenschaft. — Vermischtes.
Amtlicher Theil.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: Dem seitherigen Direktor der Loebenichtschen höheren Bürger⸗ schule zu Königsberg in Pr., Dr. Moeller, den Rothen Adler⸗Or⸗ den vierter Klasse; so wie dem Kantor und Schullehrer Paech zu Padligar bei Züllichau, und dem Servis⸗Controlleur Spener, das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen. ““
* 1 —
atlicher Theil.
land. agdgerechtigkeit. önig Johann von
116 LZ 111““
Es wird hierdurch ergebenst in Erinnerung gebracht, daß nach den wiederholt ergangenen Bekanntmachungen der Termin für die Einlieferung der zu der diesjährigen Kunst⸗Ausstellung der Akademie angemeldeten Gegenstände mit dem 7. September c. zu Ende geht, und daß Umstellungen zu Gunsten etwa später eintreffender Kunst⸗ werke unter keiner Bedingung gestattet werden könr
Berlin, den 30. August 1844.
Königliche Akademie der Künste. Dr. G. Schadow,
““
Angekommen: Der Fürst Ludwig von Schönaich⸗Ca⸗ rolath von Amtitz.
Der Königl. großbritanische bevollmächtigte Minister am Königl. sächsischen Hofe, Forbes, von Stettin.
Der Königl. belgische Gesandte am Kaiserl. brasilianischen Hofe, Achart de Tarzy, von Stettin.
1“
Inland.
Provinz Westphalen. Eine am 31. August ausgegebene außerordentliche Beilage zum 35sten Stück des Amtsblatts der Königlichen Regierung zu Münster enthält folgende Bekanntmachung des Königlichen Ober⸗Präsidenten vom 24. August:
„Durch vorzeitige Veröffentlichung eines Urtheils des Königlichen Ge⸗ heimen Ober⸗Tribunals in einem einzelnet Streitfall über die Jagdgerech⸗ tigkeit in einem chemals fraͤnzösischen Landestheile, welches den betreffenden Rechtsstreit noch nicht zur schließlichen Entscheidung bringt, die viel⸗ mehr noch erwartet werden muß, sind manche Grundbesitzer in die Meinung versetzt worden, daß es ihnen jetzt freistehe und zum Vortheil gereiche, 5. eigenmächtig in den Besitz der Jagd zu setzen und diejenigen, welche si zur Zeit im Besitze besinden, mit Vorbeigehung der Obrigkeit an der Ausübung zu verhindern. Obgleich ich dem bewährten Sinne für Aufrechthaltung der ge⸗ setzlichen Ordnung vertrauen darf, daß diese Ansicht nur bei wenigen Irregelei⸗ ieten Eingang gefunden haben werde, so muß ich dennoch auch diese auf die Grundlosigkeit und Gesetzwidrigkeit derselben aufmerksam machen und sie vor den nachtheiligen Folgen, welche daraus unausbleiblich hervorgehen würden, wohlmeinend und ernstlich warnen. Es darf nicht übersehen werden, daß vorgedachtes Erkenniniß nur ein vorläufiges ist, daß darin noch nicht einmal eine schließliche Entscheidung des demselben zum Grunde lie⸗ genden Rechtsstreites, sondern zunächst nur die Aufhebung der früheren Ur⸗ theile erfolgt und eine Vervollständigung der Instruction und nochmalige Entscheidung in erster Instanz angeordnet worden, und daß die eigentliche Bedeutung und das richtige Verständniß der bei der Entscheidung leitend gewe⸗ senen Grundsätze erst durch das nah bevorstehende Schluß⸗Erkenntniß des höchsten Gerichtshofes erschlossen werden könne, weshalb es übereilt sein würde, schon jetzt demselben eine Auslegung zu geben, die vielleicht der Ansicht des Geheimen Ober⸗Tribunals selbst gar nicht entspricht. Welche Ansprüche man aber auch aus dem Urtheile ableiten zu können vermeinen möchte, so darf doch immer die Verwirklichung derselben nur durch die von des Königs Ma⸗ jestät eingesetzten Gerichts⸗Behörden erwartet werden. Der Weg Rech⸗ tens ist das einzige gesetzmäßige Mittel zur Verfolgung dieser Zwecke. Die Grundbesitzer haben sich daher jeder eigenmächtigen Verfolgung dersel⸗ ben und insbesondere jeder gewaltsamen Störung der jetzt im Be⸗ sitze der Jagdgerechtigkeit befindlichen Personen bei Vermeidung der in den §§. 157 u. f. Tit. 20. Thl. II. des A. L. L. angeordneten Strafen der un⸗ erlaubten Selbsthülse zu enthalten. Möge demnach Niemand die Behörden in die betrübende Nothwendigleit versetzen, ihn die Strenge des Gesetzes empfinden zu lassen.“
Rhein⸗Provinz. In der Trierschen Zeitung heißt es: „Am 26. August wurde in der Pfarrkirche des Dorfes Castel das zufolge Allerhöchsten Befehls Sr. Majestät des Königs von Preußen auf ewige Zeiten gestiftete Aniversarium für den König Johann von Böhmen, Grafen von Luxemburg, den in der Schlacht bei Cressy am 26. August 1346 gefallenen Helden, feierlich abgehalten. In der regen Theilnahme, welche nebst den Pfarr⸗Eingesessenen auch die Be⸗ hörden und Notabeln des Kreises Saarburg und der Umgegend dieser jetzt zum fünftenmale begangenen Jahresfeier bisher geschenkt haben, spricht sich von dieser Seite unverkennbar die zuversichtliche Hoffnung aus, daß die seit sechs Jahren zu Castel beigesetzten irdischen Ueber⸗ reste des ritterlichen Heldenkönigs daselbst ihre bleibende Ruhestätte behalten werden. Diese Hoffnung aber muß zur Gewißheit werden, wenn man die in den letzten Jahren mit sehr bedeutenden Kosten ausgeführten Verschönerungen des Grabgewölbes und der Umgebung desselben kennt und namentlich weiß, daß erst vor kurzem ein sehr ge⸗ schmackvoller marmorner Altar in der Grab⸗Kapelle errichtet worden ist, daß ferner eine neue großartige Einfriedigung des ganzen Klaus⸗ beringes ihrer Vollendung nahe gebracht worden ist, und daß endlich die durch ein Unterhaltungs⸗Kapital von 1600 Rthlr. gestiftete ewige Lampe nächstens der Grab⸗Kapelle eine ganz besondere Zierde ver⸗ leihen wird.“ — Am 24. August wurde zu Neuwied die vierte rhei⸗ nische Provinzial⸗Synode durch den Königl. Kommissarius, Herrn Bischof Dr. Roß, mit Vertrauen erweckenden Worten, worin die
wohlwollenden Intentionen Sr. Majestät des Königs und seine eigene freundliche Gesinnung angedeutet waren, eröffnet. — Mit einem zahl⸗ reichen Klerus im Ornat an der Spitze, mit den Vexillen der Pfar⸗ reien und den sämmtlichen Zunftfahnen, zogen am 29. August wohl über 1000 Pilger von Koblenz, Ehrenbreitstein und der Umgegend nach Trier. Man bemerkte in dem Zuge, dem der Ober⸗Bürgermei⸗ ster von Koblenz das Geleit bis eine Strecke vor die Stadt gab, so⸗ wohl Tagelöhner wie Gelehrte, zarte Damen und greise Männer. Aus dem Herzogthum Nassau ziehen tagtäglich solche Prozessionen durch Koblenz, und die Mosel⸗Dampfböte hallen von den frommen Gesän⸗ gen der Wallfahrer wieder.
* Aus dem Magdeburgischen. In Nr. 195 der Haude⸗ und Spenerschen Zeitung wird die Errichtung von landwirthschaftlichen Lehr⸗Instituten für Bauernsöhne angepriesen. Es ist nicht zu verkennen, daß die bessere Führung der Oekonomie bei den bäuerlichen Wirthschaften besonders zu wünschen sei; allein es ist die Frage, ob dieser Zweck auch wirklich durch dergleichen In⸗ stitute am besten erreicht wird, und ob nicht durch das nachstehend vorgeschlagene Verfahren mit weniger Aufwande von Geld und in kürzerer Zeit dasselbe Ziel erstrebt werden könne. Man suche den Central⸗Verein (eine Vereinigung der wissenschaftlich am meisten ge⸗ bildeten Landwirthe) dahin zu bewegen, in jedem Kreise in ein, zwei oder mehreren Dörfern bäuerliche Gutsbesitzer aufzusuchen, welche sich gegen einen Zuschuß von vielleicht einigen hundert Thalern jährlich verpflichten, daß sie ihre Wirthschaften ganz nach dem Willen des Central⸗Vereins führen, ihre Felder danach bestellen, ihren Viehstand danach nützen.
Durch eine solche Einrichtung wird zunächst den Einwohnern des betreffenden Dorfes, die Vorzüglichkeit der angeordneten Wirth⸗ schaftsführung sogleich praktisch bewiesen, aber auch nähere und entferntere Nachbarn werden bald bemerken, wie viel Nutzen sie bringt, dieselbe daher mit Frenden nachahmen, und so ginge das, was erfahrene und wissenschaftlich gebildete Landwirthe als nützlich erprobt haben, in der leichtesten Weise auf die Unerfahrenen über.
Der Bauernsohn, der nach der Ansicht jenes Artikels drei Jahre in dem Lehrinstitute zubringen soll, wird erst dann Gelegenheit haben, die dort erworbenen Kenntnisse anzuwenden, wenn er das väterliche Gut annimmt, denn erst dann hat er volle Gewalt und freie Hand in der Wirthschaft. Die Annahme der Wirthschaft erfolgt aber erst spät; wir wollen nur zehn Jahre als den Zeitraum bezeichnen, welcher in den meisten Fällen bis dahin verfließt. Welche lange Zeit! und in ihr möchte wohl der größte Theil des mühsam Erlernten wieder vergessen sein, und die Wirthschaftsführung würde beim Alten bleiben, der Besuch des Lehr⸗ Instituts also wenig genützt haben. Nehmen wir ferner an, daß die Bauernsöhne, nachdem sie zwei Jahre hindurch ihrer Militairpflicht genügt haben, dann noch drei Jahre lang das Institut besuchen, also während fünf Jahren von der väterlichen Wirthschaft entfernt sein sollen, so stellt sich der Uebelstand heraus: daß wohl wenig bäuer⸗ liche Wirthe existiren werden, die der Hülfe ihrer Söhne so lange Zeit entbehren können. Besitzer kleiner Güter, Kossäten, Halbspän⸗ ner können dies gewiß nicht. Bei Errichtung von Lehranstalten ist erst in mehreren Jahren die Hoffnung vorhanden, daß, was dort Gutes gelehrt worden, in den bäuerlichen Wirthschaften ausgeübt werden kann; hier steht bei dem vorgeschlagenen Verfahren die Hoff⸗ nung „als Wirklichkeit da“, ohne daß junge Landwirthe ihr Vater⸗ haus, ihre einfachen Sitten und Kleidung, ihr ganzes Sein verlassen, um zwar gebildeter, aber ob auch moralisch besser? dahin zurückzukehren Der gewöhnliche Einwand der Bauern: „ja das geht bei uns nicht!“ ist durch den Augenschein beseitigt, denn hier wird das gleich ausgeführt, was tüchtige Landwirthe durch Fleiß, Erfahrung und wissenschaftliche Studien, durch Anschaffung guter Acker⸗Werkzeuge sich angeeignet ha⸗ ben, und Jeder kann sich von der Vorzüglichkeit der neuen Einrich⸗ tung durch das Anschauen der wohlgerathenen Feldfrüchte überzeugen.
Endlich ist noch zu erwähnen, daß in jeder Gegend eine solche
Königliches Schauspielhaus. „Der verfolgte Wittwer“.
Die Vorsteher von Gymnase, Vaudeville, Variétés, Palais⸗Roval, Ambigue, Folies dramatiques ꝛc. zu Paris haben die nicht leichte Aufgabe, dem verwöhnten Geschmack der nach neuen Gerichten heißhungrigen dortigen Theaterfreunde tagtäglich pikante Schaugerichte in anziehender Abwechselung bieten zu müssen. Kein Wunder, daß da mitunter Manches aufgetischt wird, was vor der Kritik der dortigen ästhetischen Vatels keine Gnade findet. Wir Deutschen sind jedoch nicht so apprehensiv, daß wir uns nicht sogar diese mißrathenen Schüsseln auswärmen und noch einmal vorsetzen ließen. So wurden wir auch am 28. August (zum erstenmale) mit einem aus dem Französischen von Weidmann öübersetzten Lustspiel „Der verfolgte Wittwer“ regalirt, das zur Zeit, als Frau Luise Adelgunde Viktorie Gottsched das deutsche Theater mit Bearbeitungen französischer Nachspiele von Leipzig aus versorgte, wohl gemundet haben würde, jetzt aber schwerlich viel Einladendes mehr hat. Die Erfahrung, daß ein noch rüstiger Wittwer, sofern er Geld hat, mit Heiraths⸗Anträgen verfolgt wird, ist hier drei Akte hindurch an die Schilderung der kleinen Bedrängnisse geknüpft, in die ein Wittwer, der solchen Verfolgungen ausgesetzt ist und sich ihnen ent⸗ ziehen will, dadurch geräth, daß er sich von Paris zu einem Freunde nach Clermont begiebt, wo ihm von Jung und Alt noch schlimmer als an seinem bisherigen Wohnort mit Heiraths⸗Anträgen zuge⸗ setzt wird. Zum Glück wurde das Lustspiel rasch und gut gespielt, sonst haͤtte es auf der bewegten Welle der Meinungen leicht umschlagen können: die gute Laune der Madame Valentini (Madame Beaufeur) und der Herren Gern (Sachwalter Jolibois), R üthling (Dumont) und Rott hielten es inzwischen aufrecht. Letzteren möchten wir, nach dem Erfolg sei⸗ ner Leistung als Menard, gern öfter in derartigen jovialen Partieen sehen. Madame erner ist eine wackere Darstellerin heroischer Partieen, aber für das Fach der komischen Mütter eignet sie sich noch nicht.
Neise⸗Skizzen aus Italien. Z. 1843 Nr. 173 u. 1844 Nr. 5, 7, 16, 50, 70, 86, 102, 131, 173, 198, 199 und 243.) 8 XIII. 8 1“ Monte Casino. E“ es Monte Casino, 17. Aug. Sie hoffe ich, gern sehen, wenn ich Ihnen, ehe ich Monte Casino verlasse, noch einige
11X“] werden es,
Nachrichten über dieses Kloster mache, das wohl, wie wenige andere, allge⸗ meines Interesse in Anspruch nimmt. Bewahrend christliche Ordnung und christliche Zucht in zügellosen Zeiten, hegend Kunst und Wissenschaft in den Tagen finsterer Barbarei, schützend auf einem Altar das himmlische Feuer, als es aller Orten zu erlöschen drohte, und unter günstigeren Umständen es dann wieder verbreitend über ganz Europa, hat Monte Casino sich unsterb⸗ lichen Dank um die Menschheit erworben, und wer auch nicht mit Pilgerstab und Muschel hier erscheint, wird doch nicht diese Schwelle ohne tiefe Ehr⸗ furcht betreten können. Eine Geschichte von 13 Jahrhunderten hat die Abtei hinter sich, reich an Wechselfällen aller Art, oft mit der allgemeinen Entwickelung nahe genug verbunden; viel Glanz und viel Elend, viel Ver⸗ ehrung und viel Verfolgung stehen auf den Blättern dieser Geschichte ge⸗ schrieben, und noch die letzten Seiten derselben sind mit Blut und Gräueln aller Art befleckt. Ich will das Andenken an die Vergangenheit nicht auf⸗ frischen; wer sich über dieselbe belehren will, findet reichliche Auskunft in der Storia della Badia di Monte Casino di D. Luigi Posti. (Neapel 1842. 1843. Drei Bände), einer Schrift, die mit eben so viel Sachkenntniß als lebendigem Interesse geschrieben ist; nur über den Zustand der Abtei, wie ich ihn eben jetzt fand, möchte ich einige Mittheilungen für solche machen, welche einen gleichen Antheil an derselben nahmen, wie ich. Alles in Allem genommen, glaube ich, daß dieses Kloster schlimmere Zeiten gesehen hat, als die jetzigen, aber freilich auch um Vieles bessere, und ein entschwundenes Glück vergißt sich nicht so leicht.
Da, wo sich das breite fruchtbare Thal, welches der Liri durchströmt, mit dem kleinen Thale des Rapido trifft, lag das alte Casinum, von dem noch nicht unbedeutende Ruinen zeugen; ein Amphitheater, dessen äußere Mauern wohlerhalten sind, ein höchst merkwürdiges Grabmal in ganz un⸗ verletzter Gestalt, alte Straßen, Trümmer von Wasserleitungen u. s. w. In einem Pappelgebüsch am linken Ufer des Napido erheben sich drei kleine Hügel, sie bezeichnen die Stelle, wo einst die Villa des M. Varro stand, die dieser edle Römer zum Tempel der Musen heiligte, und die vom M. Antonius so arg entweiht wurde. Etwas nordöstlich von diesen Trümmern des Alterthums liegt S. Germano, eine Stadt von etwa 5000 Einwohnern, welche dem Kloster M. Casino ihre Entstehung und dem Fleiße ihrer Bewohner jetzt einen leidlichen Wohlstand verdankt. Steil erhebt sich nördlich über der Stadt eine Anhöhe, auf der die oft genannte Rocca Jonulae liegt, ein Kastell mit festen Mauern und Thürmen, das der Abt Aligerno im 10ten Jahrhundert gegen die Gastalden von Aguino anlegte, jetzt halb verfallen und unbewohnt. Höher hinauf an dem Felsgebirge liegt dann auf einem von allen Seiten weit sichtbaren Punkte die berühmte
Abtei, aus der Ferne eher ein weitläuftiger Palast, als ein Klostergebäude scheinend. Verfolgt man den von S. Germano sich vielfach schlängelnden und doch immer steil ansteigenden Weg, so gelangt man zu einzelnen Ka⸗ pellen, zum Theil verfallen, zum Theil neuerdings hergestellt, rechts und links auf Felsplatten sind im Jahre 1820 von den Neapolitanern Steine zu unformlichen Befestigungen zusammen gehäuft, die sich freilich sehr nutz⸗ los erwiesen, hier und da stehen alte Eichen und bieten auf dem sonnigen Pfade erwünschten Schatten. Mehr als eine Stunde steigt man hinan, ehe sich die Pforte des Klosters zeigt. Vor derselben ist eine prächtige Linde, seit Jahrhunderten wohl die Lust und Freude der Mönche, die hier von der Welt abgeschieden leben. Nordwärts erhebt sich über M. Casino das Gebirge immer mehr und mehr, aus dessen Spitzen vor allen imponirend der mächtige M. Cairo hervortritt.
M. Casino ist in Gestalt eines Rechtecks gebaut, die Südseite und Nordseite bedeutend länger, als die nach Ost und West liegenden Seit n. Demjenigen, der zum Kloster gelangt, liegt die Südseite vor Augen, die in drei Stockwerken ziemlich regelmäßig gebaut ist, die kleinen Fenster, hier und da von Belionen unterbrochen, geben dem Gebäude ein nichts weniger als freundliches Aussehen. Dieser Theil der Gebäude ist für die Wohnungen 8 der Kloster⸗Geistlichkeit, das Refektorium, für das Archiv, die Bibliothek und für die Aufnahme der Fremden bestimmt. Der gegenüberliegende südliche 1 Theil der Gebäude bietet durchaus keine regelmäßige Form dar, hier befin⸗ det sich jetzt die Druckerei, das Seminar der Diözese S. Germano und die Seitengebäude der Kirche, welche nach Osten liegt, wo ihr jedoch noch das 8 Noviziat vorgebaut ist. Nach Westen ist zwischen den beiden Hauptflügeln der Gebäude eine Terrasse freigelassen, gewöhnlich das Paradies genannt, auf der sich die Mnche um die Zeit des Sonnenuntergangs zu versammeln pflegen. Am nordwestlichen Theile des Klosters, unmittelbar un⸗ ter den Gemächern, welche der heil. Benedikt bewohnt haben soll, öffnet sich die schmale Klosterpforte, und führt durch einen anstei⸗ genden ganz bedeckten Gang, in dem eine alte Statue des Grün⸗ ders der Abtei sich in einer Nische befindet, zu dem großen Hofe. Dieser ist in seiner Architektur ein Werk des 16ten Jahrhunderts, vier offene Hallen umgeben ihn, deren Bogen auf Pilastern von Travertir ruhen, über dem Gesims läuft eine Balustrade von kleinen Säulen hin welche die Brustwehr der Terrasse bildet, welche auf den offenen Gängen ruht, und die nach Westen, wie ich schon erwähnte, eine völlig freie Aus⸗ sicht gewährt. Inmitten des Hofes ist ein schöner Brunnen, der von zwe korinthischen Säulen und einem Architrav gebildet wird. An diesen Hof schließen sich nördlich und südlich zwei kleinere Höfe an, sehr ähnlich in